Wie der Umbau von Ernährungs- und Landwirtschaft gelingt:

Wie der Umbau von
Ernährungs- und
Landwirtschaft gelingt:
Instrumente und Beteiligte
Nachträglich
überarbeitet
für die
Freigabe im
Internet
Prof. Dr. Carola Strassner, MBA
Nachhaltige Ernährungssysteme / Ernährungsökologie
Corrensstraße 25
D-48149 Münster
fon +49 (0)251.83 65-415
fax +49 (0)251.83 65-402
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www.fh-muenster.de
Die Wirklichkeit von der wir
sprechen können, ist nie die
Wirklichkeit an sich, sondern eine
von uns gestaltete Wirklichkeit.
Werner Heisenberg
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Carola Strassner
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Wertschöpfungskette
Typische Darstellung für das Bedürfnisfeld Ernährung
Vorproduktion
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Erzeugung
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Verarbeitung
Handel
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Konsum
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Entsorgung
Nachhaltigkeitsstrategien
in der Diskussion 2000 (Studien:1996-1999)
Vorproduktion
Erzeugung
− Öko-Landbau
− Integrierter
Landbau
− ?? Gentechnik
Verarbeitung
− Umweltmanagement
-systeme
− Technische
Innovationen
− Anforderungen an
Vorprodukte
Handel
−
−
−
−
Konsum
Entsorgung
Regionalisierung − Nachhaltige
Fairer Handel
Produktwahl, z.B.
Greening Goliaths
saisonal oder
Multiplying Davids
gering verarbeitet
− Kommunikation
Quelle: Erdmann L, Sohr S, Behrendt S,
Kreibich R (2003) Nachhaltigkeit und
Ernährung. WerkstattBericht Nr. 57 IZT
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Carola Strassner
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Bedürfnispyramide nach Maslow
Selbstverwirklichung
Anerkennung und
Wertschätzung
Soziale Bedürfnisse
Sicherheitsbedürfnisse
Grundbedürfnisse
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Bedürfnis Ernährung
Mensch
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Essen
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Zubereitung
Jagen
Sammeln
Anbauen
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…
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…
Ansätze zur Wirklichkeitserfassung
Analytischer
Ansatz
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Systemansatz
Isoliert: konzentriert
sich auf die
einzelnen Elemente
des Systems
Verbindet:
konzentriert sich auf
Wechselwirkungen
zwischen den
Elementen
Erreicht gutes
Detailwissen, jedoch
schlecht definierte
Ziele
Erreicht nur
unscharfe Details,
jedoch gutes Wissen
über die Ziele
Carola Strassner
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Quelle: Hofmann-Schneller M
(2001) Vernetztes Denken.
508-517. Aus: ISBN:
978-3-900830-62-5 .
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Quelle: Schneider K & Hoffmann I (2011) Nutrition Ecology
„Are you wondering what to prepare for
dinner tonight? Data analyses reveal
that certain food choices greatly benefit
both your health and the environment.
But what to do with this evidence
remains a challenge to society.“
Elke Stehfest, Nature, 2014
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Wende, Wandel, Transformation
Bild einer
Raupe mit
Flügel
Bild einer
Raupe
Bild eines
Schmetterlings
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„Bevor sich wirklich etwas ändert,
muss ja ein Prozess stattfinden – im
Bewusstsein, in der Seele.“
Sarah Wiener, 2015
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Orientierung geben
Bottom
up
Wer?
Top
down
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Wie lernen Gesellschaften
- heute?
„Auf das, was sie als unumgänglich
erfahren, stellen sich die allermeisten
Menschen […] ein – unter zwei
Voraussetzungen: Was Ihnen
abgefordert wird, muss einsichtig
begründet sein, und es muss alle treffen
je nach ihrer Leistungsfähigkeit.“
Manfred Linz, 2012
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Ziele und Instrumente
Vision
Mission
Goals
Strategies
Messbare Ziele:
Tactics
Action plans
15 % Bio (Produktion) bis 2015
15 % Bio (Konsum) bis 2015
Strategien:
1. Soviel ökologische Rohstoffe wie
möglich sollen in Norwegen erzeugt
werden.
2. Öko-Markt entwickeln und Einsatz von
Biolebensmitteln steigern sowohl privat als
auch öffentlich.
Quelle: Matthias Koesling, BioFach, 2009
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Steuerversuche
Romania: Tax on
producers,
processors,
importers of high
fat, sugar salt
foods
USA: permits
special labelling of
packaging for
healthy foods
(since 07/2003)
EU: allows special
labelling of
packaging for
healthy food (since
12/2006)
Japan: Reduction
in food packaging
size, fines for
companies selling
large packages
Australia:
Reduction in food
packaging size,
fines for
companies selling
large packages
Hungary: Tax on
soft drinks, high fat
foods, high salt
foods, high sugar
foods
Israel: proposed
tax on unhealthy
food, labelling of
healthy breads
France: special tax
on sweets,
chocolate,
sweetened
beverages,
margarine
Belgium: proposed
tax on sweetened
beverages
Los Angeles, USA:
initiative to ban
fastfood
restaurants from
certain
neighbourhoods
San Francisco,
USA: Limits on
ingredients in
foods sold with a
toy
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Die Zukunft is(s)t städtisch
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Carola Strassner
Das Ernährungsverhalten im gesellschaftlichen Wertewandel
05.11.2015
Politische Wirkräume: Stadt
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Politische Wirkräume: Stadt
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NROs, ZGOs
FAIRTRADE Schule
FAIRTRADE Campus
FAIRTRADE Stadt
FAIRTRADE Region
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Kommunikation
Kassenbon ohne Konsequenzen
www.myEcoCost.eu
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Das schlechte Gewissen
Salz
Zucker
Fett
Limo
Knabberzeugs
Schokolade
CO2e
Fleisch
Reste
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Kommunikation
Kassenbon mit Konsequenzen
Discovery: Vitality Points.
How healthy is your shopping basket?
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11.11.2015
Selbstverwirklichung
Identitätsinszenierung, Ausdruck des Lebensstils
Anerkennung und
Wertschätzung
Was esse ich, wo, womit, …?
Soziale Bedürfnisse
Welchen Gruppen gehöre ich an, mit wem esse ich?
Sicherheitsbedürfnisse
Hygiene & Lebensmittelsicherheit; Sicherheit i. Allg.
Grundbedürfnisse
Nahrungs- & Ernährungssicherheit; Ruhen & Regeneration, wohlklimatisiert & trocken
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Kaffeebecher und Lifestyle
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value / action gap
Value
Action
Even when we understand the problems
and possible solutions it does not mean
we put this knowledge into practice.
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Das Umfeld ändern
•
Eine Handlungsstrategie:
Befähigen und Ermöglichen.
Kompetenzförderung (…).
•
Ein Handlungsfeld:
Gesundheitsfördernde
Lebenswelten schaffen.
D.h. Unterstützende
Umweltbedingungen schaffen.
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Carola Strassner
Das Ernährungsverhalten im gesellschaftlichen Wertewandel
Grafik: Ottowa
Charter for
Health Promotion
05.11.2015
Werte ändern? Normen ändern?
Eine Transformation von nicht-nachhaltigen Lebensstilen zu nachhaltigen
Lebensstilen ist komplex, umfasst viele Änderungen auf vielen Ebenen, in
vielen Domänen und unter vielen Menschen, Regeln, Institutionen, etc..
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„It is widely
recognized that
communications,
that activate social
norms can be
effective in
producing societally
beneficial conduct.“
Robert B. Cialdini, 2003
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Wie der Umbau von Ernährungs- und Landwirtschaft gelingt: Instrumente und Beteiligte
11.11.2015
„Weil [Kunst] neues
Denken provoziert
[…] Es muss etwas
Radikales
geschehen, um uns
wachzurütteln.
Künstler helfen
dabei“
Zita Cobb, Fogo Island Inn, Neufundland, Kanada
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Carola Strassner
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11.11.2015
Ins Gepäck: Klarheit
Über Begrifflichkeiten
Erster
Spargel in
der Saison:
aus Peru
Spargelsaison
„saisonal“
Saisonal +
Regional:
Künstliche
Saisonverlängerung
(Verfrühung,
Verspätung) durch
Boden- oder
Tunnelheizung
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11.11.2015
Ins Gepäck: Mut
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11.11.2015
Ins Gepäck: Beharrlichkeit
Vorproduktion Erzeugung
Verarbeitung
Handel (Distribution)
Zubereitung
Entsorgung
− Öko-Saatgut
− Öko-Zucht
− Landfrage
− Öko-Verarbeitung
− Slow-Verarbeitung
− Manufaktur (traditionelles
Handwerk)
− Clean Label
− Regionalisierung &
Regiogeld
− Fairer Handel
− Greening Goliaths
− Multiplying Davids
− Bioökonomie-Ansatz
− Round Table Ansätze
(z.B. Soja, Palmöl,
Rindfleisch)
− Tante Emma 2.0
− Food Coops
− Alternative Kostformen
(Vollwert, vegetarisch,
vegan)
− Veggiedays
− Klimateller
− Einkaufsratgeber (z.B.
Nachhaltiger
Warenkorb)
− Ansätze zum
alternativen Konsum
(z.B. Karma Konsum,
Heldenmärkte, Utopia)
− Ganztierverwertung in
der Gastronomie
− Verpackung-selbstmitbring-Konzepte im
LEH und in der
Gastronomie
− „Nudging“
− Pilotprojekte zur
männlichen Kükenproblematik (z.B.
Bruderhahn,
Zweinutzungshuhn)
− Kampagnen (z.B, Zu gut
für die Tonne, United
against Waste)
− Verpackungsinnovationen
− 3R - Reduce, Reuse,
Recycle
− Menschen sammeln Müll
(Impulse durch soziale
Medien)
− ?? Beifangregelungen
− Öko-Landbau
− Permakultur
− Präzisionsanbau
− Hydroponik
− Aquaponik
− Schonender Wildfang
(Fisch)
− Schonende Aquakultur
− Wildsammlung
− New Commons
− Schulgärten o.ä.
− Städtisches Gärtnern
− Urban Agriculture
− Vertical Agriculture
− Regionale
Vertragslandwirtschaft
(z.B. Farm-to-School)
− Stadtimkern
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Vorname Name
Titel der Präsentation Lorem ipsum
− Internetbestelldienste
− Sozialläden
− Containern
− Milchautomaten
− Patenschafts-/Mietmodelle
(z.B. Kuhleasing, Rent-aHuhn, Weinrebenpatenschaft)
− Gemeinschaftsmodelle
(z.B. CSA, RWAG)
− Verkaufskampagnen für
nicht-Handelsnormkonforme Frischware (z.B,.
Wunderlinge, Ünique,
Kromkommer)
− Steuerversuche (z.B. Fett-,
Zuckersteuer)
− Kassenbon- und Label/
Siegel-Kommunikation
00.00.2015
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