Welt-Schlaganfall-Tag: Symptome erkennen hilft Leben retten

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Rebstein, 27. Oktober 2015
Welt-Schlaganfall-Tag: Symptome erkennen hilft Leben retten
Schlaganfallstation im Spital Grabs ermöglicht wohnortnahe Behandlung
Beim Schlaganfall zählt jede Minute, denn die ersten Stunden nach einem Schlaganfall
entscheiden über das Ausmaß der Zellschäden im Gehirn. „Zeitverlust in dieser
Akutphase kann zu Verlust von Lebensqualität führen. Zudem können einige
Therapiemöglichkeiten nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters nach einem
Schlaganfall eingesetzt werden“, erklärt Prof. Dr. Christian Berger, Neurologe und Leiter
der Stroke Unit (Schlaganfallstation) im Spital Grabs, anlässlich des Welt-SchlaganfallTages am 29. Oktober.
Unter dem Motto lautet „Sicher und mobil – richtig handeln nach Schlaganfall" steht in diesem
Jahr die richtige Reaktion bei einem Schlaganfall im Mittelpunkt der Kampagne. „Die beste
Schlaganfallbehandlung ist diejenige, die Behinderung verhindert“, so Prof. Dr. Berger.
Symptome rechtzeitig erkennen
Der erste Schritt dabei ist das Erkennen des Schlaganfalls. Wenn eines der folgenden Zeichen
vorliegt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Schlaganfall:
 Gesicht: hängender Mundwinkel auf einer Seite
 Arm: Schwäche oder Lähmung eines Armes oder der Hand
 Sprache: undeutliche Sprache oder Schwierigkeiten, Sätze zu bilden oder zu verstehen.
„In diesem Fall sollten Sie umgehend die nächstgelegene Schlaganfallstation aufsuchen“, rät
der Prof. Dr. Berger. In der Ostschweiz ist diese im Spital Grabs, das neben dem Kantonsspital
St. Gallen über die einzige zertifizierte Schlaganfallstation in der Region verfügt. Im
vergangenen Jahr wurden auf der Stroke Unit in Grabs 240 SchlaganfallpatientInnen behandelt.
Schlaganfallstation im Spital Grabs
Mit der Schlaganfallstation im Spital Grabs steht eine Überwachungseinheit mit sechs Betten
zur Verfügung. Sie dient der optimalen Umsetzung eines integrierten Behandlungskonzepts für
akute SchlaganfallpatientInnen. Ein hoch spezialisiertes Behandlungsteam aus Pflegepersonal,
PhysiotherapeutInnen, LogopädInnen, ErgotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen und ÄrztInnen
stellt die Diagnostik und Therapie auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sicher. Von
besonderer Bedeutung ist der frühe Beginn von Diagnostik, Therapie und Frührehabilitation.
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Schnelles Handeln rettet Lebensqualität
Kann mit der Behandlung innerhalb von 4 ½ Stunden nach Symptombeginn begonnen werden,
kommt meistens die sogenannte Lysetherapie zum Einsatz. Dabei erhalten die PatientInnen ein
gerinnselauflösendes Medikament. „Im Spital Grabs können wir rund 20 Prozent der
PatientInnen mit einem Hirninfarkt auf diese Weise behandeln. Allerdings kann das
Therapieverfahren bei Hirnblutungen nicht angewendet werden“, berichtet Prof. Dr. Berger aus
der Praxis.
Jährlich 16‘000 Schlaganfälle
Wie wichtig das rasche Handeln und die richtige Therapie sind, zeigt die Statistik: Schlaganfall
ist der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter und die dritthäufigste
Todesursache. Jährlich erleiden in der Schweiz etwa 16‘000 Menschen einen Schlaganfall.
Rund 15 Prozent der Schlaganfälle sind bedingt durch Hirnblutungen und 85 Prozent durch
Hirninfarkte. „Die Behandlung auf einer Schlaganfallstation verringert die Sterblichkeit und die
Schwere der verbleibenden Behinderung nachweislich - dies ist unabhängig von Alter,
Geschlecht oder Schweregrad der anfangs bestehenden Behinderung“, erklärt Prof. Dr. Berger,
warum die Behandlung auf einer speziellen Schlaganfallstation für die Rehabilitation
entscheidend sein kann.
Schlaganfall durch Vorsorge vermeiden
„Ein Schlaganfall kann jeden treffen - vom Säugling bis zum Greis. Grundsätzlich ist der
Schlaganfall keine reine Alterskrankheit“, entkräftet Prof. Dr. Christian Berger das Argument,
dass nur ältere Menschen einen Schlaganfall erleiden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit mit
dem Alter zunimmt. „Die beste Behandlung ist, den Schlaganfall zu verhindern“, plädiert der
Neurologe für mehr Vorsorge, denn neben den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren für einen
Schlaganfall gibt es auch beeinflussbare Faktoren, die das Schlaganfall-Risiko deutlich
erhöhen. Dazu gehören unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen,
Bewegungsmangel sowie Rauchen und Alkohol.
Risikofaktoren fördern Arteriosklerose
Prof. Dr. Berger erklärt, wie diese Faktoren das Schlaganfallrisiko erhöhen: „Die meisten der
Risikofaktoren haben eines gemeinsam, sie fördern die sogenannte Arteriosklerose. Dabei
lagern sich Stoffe wie Cholesterin, Blutzellen, Bindegewebe und Kalksalzen an den Innenseiten
der Blutgefäße ab. Die normalerweise elastische Gefäßwand wird zunehmend starr und ihre
glatte Innenwand wird rau. An den rauen Stellen sammeln sich immer mehr Ablagerungen. Sie
wachsen an, so dass sich das Gefäß immer mehr verengt. Kleine Bestandteile aus dem Blut
bleiben hängen und verklumpen. Es bilden sich Blutgerinnsel sogenannte Thromben. Wenn
diese sich lösen, können sie in kleinere Hirnarterien geschwemmt werden und diese
verschließen.“ Deshalb rät der Neurologe, die Risikofaktoren ernst zu nehmen, und diese
gemeinsam mit dem Hausarzt oder der Hausärztin zu behandeln und zu minimieren.
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