Die Scheune auf dem Berlinger Hof in Stockach

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Die Scheune auf dem Berlinger Hof in Stockach
Mike Schäfer, Sozialpädagogikstudent und erster Praktikant des
VSS, und Michael Zube fuhren
1992 mit ihren Rennrädern die
Dörfer um Stockach ab, auf der
Suche nach einer neuen Scheune.
Die vorherige in Bichtlingen, das
liegt noch mal zwanzig Kilometer
hinter Stockach, war gekündigt
worden. Es war sehr heiß, und alle
Scheunen, die abgeklappert wurden,
waren entweder schon mit Schiffen
belegt, oder standen nicht zur
Verfügung.
In ihrem Frust fuhren sie zurück
nach Stockach und Michael Zube
wollte noch beim Fahrradhändler
vorbeifahren, um ein paar Ersatzteile
zu kaufen. Die gab’s aber auch nicht.
Also kaufte er einen Fahrradhelm,
der ihm nicht richtig passte. Es war
halt so ein richtiger Frustkauf, und
er sagte dann beim Bezahlen zum
Händler, dass er eigentlich eine
Scheune wolle und keinen Helm.
Der gab ihm verblüffenderweise
den Tipp, wo sie denn noch fragen
könnten.
Sofort wieder aufs Fahrrad, es war
nicht besonders weit, aber steil. Ein
riesiger schwarzer Hund kam ihnen
bellend entgegen. Mike hatte Angst
vor Hunden und traute sich gar
nicht vom Rad. Die Bewohner des
Hofes waren aber total nett und die
erschöpften Fahrradfahrer bekamen
erst mal einen Sprudel. Dann ging
es durch hüfthohe Brennnesseln zu
einer Scheune, die eine halbe Ruine
war. Die Tore fehlten, das Dach
vorne war halb eingestürzt. Der
Boden war durchgebrochen. Mike,
der im ersten Leben Schreiner und
Zimmermann war, meinte, er könnte
sie mit ein paar Freunden richten.
Nach zwei Monaten war die
Einfahrt repariert. Viele neue alte
Balken von einer abgebrochenen
Wirtschaft aus Ludwigshafen waren eingebaut. Das Dach war vorne
ausgebessert. Ein Scheunentor wur-
15 Jahre auf See und über 5000 Passagiere sind ihr anzusehen: Das
Segelschiff „Shalom“, Kutter des „Vereins für sozialpädagogisches Segeln“,
hat eine grundlegende Restaurierung nötig. Nicht, dass sie vernachlässigt
worden wäre – in jeder Winterpause wird sie gründlich durchgecheckt.
Heuer aber soll sie neue Sitzbänke, neue Spanten, eine neue „Reling“ und
einen neuen rotbraunen Anstrich bekommen. Das machen die Mitglieder
im Verein alles in Eigenarbeit, jeder ist Experte in Sachen Schiffsbau. Bis
Ende April soll die „Shalom“ fertig sein, denn Mitte Mai soll der frisch
gerichtete Ex-Marinekutter im Bodensee wieder auf große Fahrt gehen.
Reutlinger Blatt, 1.4.1995
Cyrill Hallbauer
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Jugendliche von der Internatsschule Georgenhof bei Überlingen
mit ihrem Betreuer und Vereinsmitglied Roberto Fischer
de eingebaut. Links und rechts der
Einfahrt in die Scheune gab es noch
keine Balken. Dort wurden Dielen
auf neue Balken geschraubt. So hat
sich die nutzbare Fläche fast verdreifacht.
Das gesamte Campingmaterial
und auch die Shalom hatte in ihr
Platz.
Alle waren so begeistert, dass
es im drauffolgenden Jahr ein
Scheunenfest gab. Eine tolle Band
aus Konstanz spielte in der Shalom.
Vorher hat Christoph Breinlinger
noch die Elektrik neu verlegt. Im
drauffolgenden Jahr wurde noch
mal ein Scheunenfest gefeiert mit
vier Bands. Aber ein Neubaugebiet
rückte zu der bisher allein stehenden
Scheune, so dass weitere Feste nicht
mehr in Frage kamen.
Ein paar Jahre später gab es eine
große Spende von der Fernsehsendung „Träume unter dem Hammer“.
Über 30.000 DM kamen zusammen.
Dieses Geld ermöglichte, dass wie-
derum Mike Schäfer mit Freunden
Stephan Heyligers und Zivi Valentin Bauer
und Vereinsmitgliedern das Dach
neu latten und umdecken
konnten. Im Jahr davor
wurden noch Zwischenböden eingezogen. Die Zivis
Raul und Peter isolierten
einen Raum, der nun zum
Streichen verwendet wird.
In der Scheune können
nun jeden Winter die Boote
sicher untergestellt und
BOOTSBAUPRODUKTE & KNOWHOW
restauriert werden. Es gibt
auch schon länger einen Plan
Wir liefern Ihnen professionelle Bootsbaumaterialien für den Neubau von
für Wasser und Abwasser.
One-Offs und Serien, zur Reparatur, Wartung und Pflege und bieten dazu
Aber immer wieder kommt
umfassende Beratung und Service, Materialberechnung, Projektleitung,
Produktschulung und Literatur.
etwas dazwischen. Auch die
Von der Linden – mehr als ein Distributor für Deutschland, Österreich,
Zufahrt zur Scheune muss
Schweiz und Benelux.
noch befestigt werden, etc.
Christof Korneck hat schon
DuFLEX DuraKore
mal damit angefangen. Aber
100 bis 200m müssen noch
gemacht werden. Es gibt
also noch genügend Arbeit.
INNOVATIONEN
Michael Zube
Kostenloses Infopaket und
Händlernachweis von:
M.u.H. von der Linden GmbH
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