Agogisches Konzept Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung .............................................................................................................................. 2 2 Unsere Haltung ..................................................................................................................... 2 3 Zusammenarbeit ................................................................................................................... 2 4 Unsere Leistungen ................................................................................................................ 3 4.1. Wohnen .......................................................................................................................... 3 4.2 Tagesstruktur ohne Lohn (ToL) ........................................................................................ 3 4.3 Freizeit / Ferien ................................................................................................................ 4 5 Wirksamkeit ........................................................................................................................... 4 6 Weiterführende Dokumente ................................................................................................... 4 Version 19.8.2015 3000-0000-00-Agogisches-Konzept.docx Seite 1 von 4 1 Einleitung Die Stiftung Waldheim (STW) bietet erwachsenen Menschen mit geistiger, körperlicher psychischer und Mehrfachbehinderung oder Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen ein lebenslanges Wohn- und Tagesstrukturangebot. Das Wohlbefinden und die Lebensqualität sowie die grösstmögliche Teilhabe in allen Lebensbereichen der Bewohner1 stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit (siehe Leitbild der STW). Unsere Tätigkeiten sind darauf ausgerichtet, den in unserer Institution lebenden Menschen möglichst alltägliche Lebensbedingungen anzubieten, die grösstmögliche Selbstbestimmung und Autonomie jedes einzelnen zu fördern und die gegenseitige Hilfe untereinander zu bestärken. Wir bieten den Bewohnern ein Umfeld an, das den gewohnten Verhältnissen und Lebensumständen der Gesellschaft soweit wie möglich entspricht. Im Sinne des Inklusionsgedankens bzw. des Teilhabe-Prinzips werden Bewohner in ihrer Individualität und Vielfalt als Bereicherung der Gesellschaft aufgefasst und wertgeschätzt. Wir bieten Strukturen, geben Denkanstösse und versuchen Wege aufzuzeigen, um ihnen eine barrierefreie und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Weiter ist uns wichtig, Entscheidungs- und Wahlmöglichkeiten wo immer möglich als grundsätzliches Recht anzubieten: Wo und mit wem möchte ich wohnen, wer soll meine Bezugsperson sein, usw.? Diese partizipative Haltung und das damit verbundene Rollenverständnis sind zentral in unserem Handeln. Dabei sind alle an diesem Prozess beteiligt. Also auch und insbesondere die Bewohner der Stiftung Waldheim. 2 Unsere Haltung Wir orientieren uns in unserer Arbeit an der «sozialen Inklusion»2 und sehen die Bewohner als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft. Wir anerkennen die Bewohner in ihrer individuellen Persönlichkeit und unterstützen ihr Recht auf persönliche Entfaltung und grösstmögliche Selbstbestimmung in einem angemessenen sozialen Rahmen. Wir nehmen die Bewohner als erwachsene Personen wahr und pflegen alters- und entwicklungsgemässe Umgangsformen. Wir bieten Geborgenheit, Sicherheit und soziale Anerkennung und fördern ein sinnerfülltes Leben. Wir anerkennen die Bewohner als lern- und entwicklungsfähig. Wir sind mitverantwortlich für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen. Wir wahren ihre Privat- und Intimsphäre. Wir reflektieren unser tägliches Handeln und unsere Rolle gegenüber den Bewohnern. Wir unterstützen die freiwillige Ausübung von spirituellem/religiösem Leben. Die Glaubensfreiheit ist gewährleistet. Tägliche Rituale, wie Tischlieder, das Gebet etc., sowie das Feiern religiöser Feste und der freiwillige Besuch von Gottesdiensten wird respektiert und ermöglicht. 3 Zusammenarbeit Eine gute Zusammenarbeit mit den Angehörigen/gesetzlichen Vertretern ist geprägt von Vertrauen, Transparenz und Kooperation zwischen allen Parteien. Die Angehörigen, die Versorger und unsere Mitarbeitenden verfolgen das gemeinsame Ziel, den Bewohner wohlwollend zu unterstützen und zu stärken. Es finden regelmässige persönliche oder telefonische Kontakte statt, sei es in den jährlichen Standortgesprächen, bei Festen oder bilateral. Zudem werden bei Bedarf Fachexperten zur Unterstützung und Beratung hinzugezogen. 1 2 Zugunsten einer besseren Lesbarkeit wird auf die geschlechtsbetonte Schreibweise verzichtet. http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Inklusion Version 19.8.2015 3000-0000-00-Agogisches-Konzept.docx Seite 2 von 4 4 Unsere Leistungen Die Bewohner sollen sich bei uns zu Hause fühlen. Wir bieten ganzjährig einen Wohn- und «Arbeitsplatz». Dabei orientieren wir uns an den individuellen Bedürfnissen der Bewohner und am Gesamtwohl in den einzelnen Wohn- und Arbeitsgemeinschaften. Wir ermöglichen dadurch ein stabilisierendes Wohnumfeld, wodurch Orientierung und Halt erfahren werden kann. Wir gewähren umfassende und individuell angepasste Betreuung und Begleitung im Wohnen, in der Pflege, im Atelier sowie bei der Freizeitgestaltung. In erster Linie leisten wir Hilfestellungen und Unterstützung, wo eine Aufgabe oder Tätigkeit durch den Bewohner nicht oder nur teilweise selbst erledigt werden kann. Insbesondere werden lebenspraktische Fertigkeiten trainiert. Wir orientieren uns am individuellen Betreuungsbedarf (IBB) und erfüllen die kantonalen Richtlinien zur Basisqualität. Wir pflegen einen bewussten und zurückhaltenden Umgang in der Privat- und Intimsphäre. Im privaten Bereich unterstützen wir vielfältige Beziehungen und ermöglichen Sexualität, die die Grenzen des Gegenübers respektiert. Es ist uns ein Anliegen, die bei uns lebenden Bewohner in ihrer individuellen Persönlichkeit mit dem Bedürfnis nach Privatsphäre und Eigenständigkeit zu respektieren. Wir sind bestrebt, den Bewohnern auch den letzten Teil des Lebens – Sterben und Tod – in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Sie haben ein lebenslanges Wohnrecht, wobei Ausnahmen zu begründen sind. 4.1. Wohnen Die Bewohner werden an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr betreut. Obwohl Einzelzimmer bei uns zum Standard gehören, können Bewohner auf Wunsch auch im Doppelzimmer wohnen. Alle Zimmer sind wohnlich und bewohnerorientiert möbliert. Auf Wunsch benutzt der Bewohner eigenes Mobiliar und bestimmt die Gestaltung/Dekoration des Zimmers. Die Bedürfnisse der Bewohner sind vielfältig und werden unter Berücksichtigung des Wohls der Gemeinschaft berücksichtigt. Unser Angebot entspricht dem Leben in Wohngemeinschaften und ist somit mit entsprechenden Rechten und Pflichten verbunden. 4.2 Tagesstruktur ohne Lohn (ToL) Unser ToL-Konzept regelt die Arbeiten in den Ateliers, in den Wohngruppen, im hauswirtschaftlichen Bereich, in der Garten-/Tierpflege, bei Holzarbeiten und im Kreativ-Atelier sowie die externen Angebote. In allen Bereichen vermitteln wir Beziehungen zur Tätigkeit und zum Material, wobei wir angepasste Hilfsmittel einsetzen. Die Bewohner arbeiten in verschiedenen Ateliers. Ziel ist, mit der Arbeit ganzheitliche Lern- und Entwicklungsprozesse zu begünstigen, abgestützt auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten eines jeden Einzelnen. Hierfür hat jeder Bewohner einen auf ihn abgestimmten Wochenplan. In den Ateliers umfassen unsere Angebote die Stufen Animation, Aktivierung, Förderung und Arbeiten. Durch eine abwechslungsreiche Gestaltung des Alltags werden die Bewohner motiviert, möglichst aktiv und eigenständig zu sein. Ihre vorhandenen Fähigkeiten werden gefördert (Entwicklungsplanung). In der jährlichen Zufriedenheits-Erfassung werden die Angebote überprüft und weiterentwickelt. Ressourcenorientierte und auf die Persönlichkeit zugeschnittene Tätigkeiten sollen die Lebensqualität der Bewohner erhöhen. Ziel ist, dass eine grosse Vielfältigkeit im eigenen Tun erfahren werden kann. Die zuverlässige Durchführung des vereinbarten Atelierangebots hat hohe Priorität. Soziale Kontakte innerhalb der Ateliers werden gefördert und gepflegt. Externe Angebote, z.B. Musik-, Mal- und Reittherapie, Massagen und Fusspflege etc., haben das Ziel, die Bewohner in ihrer sensitiven und emotionalen Erfahrungswelt zu bereichern. Version 19.8.2015 3000-0000-00-Agogisches-Konzept.docx Seite 3 von 4 4.3 Freizeit / Ferien Zur Unterstützung eines sinnvollen und notwendigen Wechsels zwischen Arbeit und Freizeit bieten wir den Bewohnern ein abwechslungsreiches Freizeitangebot an. Den individuellen Wünschen wird soweit möglich Rechnung getragen. Freiwilligkeit ist bei der Nutzung der Freizeitangebote garantiert. Jedes Wohnheim hat einen Saal, der für den Wochenstart und Festivitäten genutzt wird. Im Aussenbereich laden grosszügig gestaltete Gartenareale und Balkone zum Verweilen ein. Stiftungsinterne Festlichkeiten wie «Blochmäntig», das jährliche Bewohnerfest, das Fest am Tag des behinderten Menschen an jedem 3.12. sind ein fester Bestandteil in unserem Jahresprogramm. Zudem führt jedes Wohnheim einmal pro Jahr eine Projektwoche durch, in der themenspezifisch gearbeitet wird. Wir nutzen die vielfältigen Angebote in Landschaft und Natur. Die idyllische Lage unserer Wohnheime und ihre Umgebung, teilweise in unmittelbarer Nähe des Waldes, bieten vielfältige Erlebnismöglichkeiten, die von den Bewohnern aktiv genutzt werden können. Zur Ermöglichung eines «Tapetenwechsels» und im Sinne eines abwechslungsreichen Jahresablaufs organisieren die Wohngruppen nach Bedarf und Möglichkeit einmal jährlich externe Ferien oder führen Tagesausflüge durch. Auch Ferienangebote von «insieme» oder anderen Anbietern und Ferien in der Verwandtschaft werden unterstützt. 5 Wirksamkeit Die Umsetzungsfortschritte und die Wirksamkeit dieses Konzeptes werden durch die Geschäftsleitung alle zwei Jahre überprüft. 6 Weiterführende Dokumente Bezüglich der in diesem Konzept gemachten Aussagen liefern bzw. enthalten die nachfolgend genannten Dokumente Grundlagen und Präzisierungen. - Stiftungs-Urkunde Leitbild Heimordnung (auch in Leichter Sprache verfügbar) Konzept Zusammenarbeit mit Angehörigen und Versorgern ToL-Konzept Konzept Umgang mit Sexualität Konzept zum Umgang mit Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen Konzept zum Umgang mit Gewalt und Zwang Bewegungseinschränkende Massnahmen Fachkonzept Unterstützte Kommunikation Fachkonzept Snoezelen Palliative-Care-Konzept Ärztliche Versorgung Aufgaben für Bezugspersonen Ernährungsgrundsätze Lebensmittelhygiene Diese Aufzählung ist nicht abschliessend. In Kraft gesetzt am 1. Juli 2008 Revisionen: Januar 2012; Oktober 2014; August 2015 Version 19.8.2015 3000-0000-00-Agogisches-Konzept.docx Seite 4 von 4
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