Bedrohung für den Weltfrieden - ERH-Donau

Magazin des Deutschen BundeswehrVerbandes
www.dbwv.de 10/2015
Flüchtlinge
Weißbuch
Bundeswehr
springt in die
Bresche
Die finale Phase
wird eingeläutet
Terror-Miliz ISIS
Bedrohung
für den
Weltfrieden
Die Bundeswehr Oktober 2015
1
Zur Sache
Oberstleutnant
André Wüstner,
Bundesvorsitzender
Flüchtlinge, Nabelschau und mehr
F
lüchtlingskrise“ – die Dimensionen dieser
Herausforderung haben endgültig alle
Winkel unseres Landes erreicht. Politik
und Medien sehen uns in einer der größten
europäischen Krisen seit Ende des Zweiten Weltkriegs und sprechen von gewaltigen Aufgaben,
die in den kommenden Jahren zu bewältigen
sind.
Und wie immer, wenn es richtig ernst wird:
Die Bundeswehr muss als verfügbares, höchst
leistungsfähiges und flexibles Instrument mit in
die Bresche springen, um den völlig überforderten Bundesländern und dem Bund logistisch,
organisatorisch und personell zur Seite zu stehen. Das ist für die Menschen der Bundeswehr
selbstverständlich und Teil ihrer soldatischen
Identität. Allerdings ist darauf zu achten, dass
wichtige und einsatzrelevante Ausbildungsabschnitte nicht beeinträchtigt werden.
Politik und Gesellschaft müssen wieder einmal erkennen, dass die Bundeswehr nicht nur als
sicherheitspolitisches Instrument, sondern auch
als zentraler und belastbarer Träger nationaler
Risikovorsorge und Krisenbewältigung auch
künftig durchhaltefähig sein muss und eine entsprechende Ausstattung benötigt. Es ist erfreulich, dass der Bundeswehr bei der Ersten Lesung
zum Haushaltsgesetz im Bundestag für das
unkomplizierte Anpacken unter dem Stichwort
„Helfende Hände“ wiederholt „von Herzen“
gedankt wurde.
11111
Wer der Rede der Verteidigungsministerin bei
der ersten Befassung des Bundestags mit dem
Entwurf des Bundeshaushalts 2016 am 9. September folgte, konnte Ursula von der Leyens ausdrückliches Ansinnen erkennen, auch in der
zweiten Halbzeit der laufenden Legislaturperiode die Bundeswehr weiter nach vorne zu brin-
gen. Mit einer „kritischen Nabelschau“ will sie
überprüfen, ob die Bundeswehr „gut genug aufgestellt“ ist. Dabei zielt sie auf Nachsteuerung
und Optimierung ab. So soll im Zuge einer Organisationsanalyse im Ministerium und im unmittelbar nachgeordneten Bereich eine auf den
Punkt gebrachte Aufgabenkritik erfolgen, um
insbesondere Prozesse, Strukturen sowie Personalzuordnung und -bedarf überprüfen zu können.
Der Personalkörper soll umfassend mit Blick
auf seine Größe und seine Ausrichtung durchleuchtet werden – dies im Zusammenhang mit
der in Entwicklung befindlichen Personalstrategie. Unmittelbar in Auftrag gegeben wurde beispielsweise bereits die Erarbeitung einer „FWDKonzeption“ – das hatte unsere DBwV-Arbeitsgruppe „Junge Soldaten“ vorgeschlagen und
gefordert.
Auch bei der „Rüstung“ scheint es stringent
voranzugehen. Den Begriff der „Vollausstattung“ hat man hier übrigens durch die Formel
einer „an den Aufgaben orientierten, strukturund bedarfsgerechten Ausstattung“ ersetzt – was
auch immer sich dahinter im Detail verbergen
mag.
11111
All das kostet Geld. Deswegen ist es gut, dass die
Bundesregierung sich auf die Verstetigung des
Verteidigungshaushalts auf mindestens 1,17
Prozent des Bruttoinlandsprodukts verständigt
hat. Und es ist richtig, dass die Ministerin mittelfristig einen 20-prozentigen Anteil des Einzelplans 14 für die materielle Modernisierung der
Bundeswehr erreichen – und halten – will. Im
Klartext heißt das: Der Verteidigungshaushalt
soll bis 2021 auf mindestens 41 Milliarden Euro
anwachsen, damit die materiell hohlen Strukturen geschlossen und die dringend notwendige
weitere Modernisierung der Bundeswehr vorangetrieben werden kann. Ich bin erleichtert, dass
Ursula von der Leyen viele Anregungen aus zahlreichen Gesprächen aufgenommen hat und die
Pessimisten Lügen straft. Viele meinten nämlich,
sie werde nach der Sommerpause in der zweiten
Hälfte der Amtsperiode in den Status-Quo-Verwaltungsmodus übergehen.
Uns allen ist klar, dass die Schwierigkeit im
Detail der Nachsteuerung liegt, die wir kritisch
begleiten. Aber immer mehr zahlt es sich aus,
offen und ehrlich miteinander zu reden, manchmal auch heftig zu streiten. Die Auseinandersetzung um die gemeinsame Sache wird es ganz
sicher weiterhin geben, aber auch mit Blick darauf bleibe ich wie immer optimistisch.
11111
Da Sicherheitspolitik der Rahmen für all das ist,
worin sich die Bundeswehr und ihre Menschen
bewegen, beschäftigt sich diese Ausgabe des Verbandsmagazins unter anderem mit einer der
großen Aufgaben der Staatengemeinschaft: dem
Kampf gegen den IS. Ob und wie das internationale Engagement dieser Herausforderung gerecht wird, muss gerade mit Blick auf die Ursachen der uns unmittelbar betreffenden Flüchtlingsbewegungen mehr denn je mutig und klar
unter die Lupe genommen werden.
Mit kameradschaftlichen und
kollegialen Grüßen
Notiert
Die Bundeswehr Oktober 2015
Foto: Bundeswehr
2
Deutsche Soldaten mit
geretteten Flüchtlingen.
Nun soll die Bundeswehr
die Schleuserkriminalität
bekämpfen.
gegebenenfalls mit neuen Maßnahmen wie EUNAVFOR MED
aktiv zu werden.“
Die Opposition lehnt die
Ausweitung des Einsatzes ab.
Für die Grünen lässt sich das
Flüchtlingsdrama im Mittelmeer nicht militärisch lösen.
„Der Versuch, mit Waffen
Flüchtlingsströme aufzuhalten,
ist unmenschlich und brandgefährlich. Stattdessen braucht es
mehr legale und sichere Fluchtwege – damit würde die
Geschäftsgrundlage
der
Schlepper zerstört“, so die Fraktion in einem Statement.
Die Ausweitung des Einsatzes ist international umstritten.
Eine UN-Resolution für die
Ausweitung ist ungewiss. UNGeneralsekretär Ban Ki-moon
gab zu bedenken, dass durch die
Zerstörung von Booten sogenannter Schleuser „Menschen
womöglich ihrer ohnehin sehr
geringen Mittel“ beraubt wer-
Schleuserkriminalität stoppen:
Kabinett beschließt Phase 2 bei
EUNAVFOR MED
Berlin. Zukünftig sollen in der Phase 2 der EUMission bis zu 950 Bundeswehrsoldaten im Mittelmeer Schiffe von Schleusern stoppen, beschlagnahmen und auch zerstören dürfen. Ziel soll es
sein, Schleuserstrukturen zu zerschlagen – auch
unter Einsatz von Waffen. Einsatzgebiet der
Schiffe bleiben die internationalen Gewässer.
Die Mission EUNAVFOR MED auf die Phase 2 auszuweiten, hatte das Bundeskabinett am
16. September beschlossen. Einen entsprechenden Antrag für ein Bundestagsmandat sollte
dem Parlament in den Tagen darauf vorgelegt
werden.
Trotz der Verdreifachung der Mandatsobergrenze plant die Marine die Mission weiterhin
mit zwei Schiffen und rund 300 Soldatinnen und
Soldaten.
Die Zustimmung des Bundestags gilt als
sicher. So sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion und frühere
Verteidigungsminister Franz Josef Jung in seiner
Rede vor dem Bundestag am 9. September 2015:
„Es ist sinnvoll und notwendig, alle Anstrengungen zu unternehmen, um diese kriminellen Aktivitäten, diesen brutalen Menschenhandel, der
von libyscher Seite ausgeht, zu unterbinden und
den würden, da die Boote „in vielen Fällen
unverzichtbare Lebensgrundlage“ seien.
Zurzeit sind die Fregatte „Schleswig-Holstein“ und der Tender „Werra“ zusammen mit
anderen Nationen im Mittelmeer bei EUNAVFOR MED im Einsatz. Neben der Rettung von in
Seenot geratenen Flüchtlingen klärt die Marine
auf. Nach Informationen des Verteidigungsministeriums entsteht dabei ein verdichtetes Lagebild
über die Schlepper und ihre Netzwerke. Dazu
werden die Geretteten von den Soldaten befragt.
Insgesamt hat die Marine bereits mehr als 7500
Flüchtlingen das Leben gerettet.
rr
Ministerin lädt zum „Tag der Standorte“ Verteidigungsministerin gegen Einsatz
wissen, ob Attraktivität ten und Dienststellenverantwortli- von Bodentruppen in Syrien
wird: Verteidi- chen. In neun Panels sollen MaßSieauchwillspürbar
gungsministerin Ursula von der
Leyen lädt für den 22. Oktober zum
„Tag der Standorte“ in ein Berliner
Hotel ein. Ziel ist es, die Auswirkungen der Attraktivitätsoffensive
zu bewerten, nachdem Artikelgesetz und ein großer Teil der untergesetzlichen Maßnahmen auf den Weg
gebracht sind. Dafür versammelt
die Ressortchefin die Standortältes-
nahmen erörtert werden, die standortbezogen umgesetzt werden. Am
Ende soll dann der Stand dieser
Umsetzung deutlich werden.
Im Mitarbeiterforum können
Bundeswehrangehörige bereits vorher mitdiskutieren. Dafür gibt es
einen Link unter der Rubrik „Bundeswehr in Führung“ auf der Internetseite www.bundeswehr.org fh
Korrektur: Das Titelbild unserer September-Ausgabe zeigt, entgegen der im Foto
gespeicherten Bildinformationen, nicht den Besuch des damaligen Generalinspekteurs der Bundeswehr, Admiral Dieter Wellershoff, beim Bundeswehrkommando Ost
in Strausberg, sondern seinen Truppenbesuch in Stahnsdorf am gleichen Tag.
Berlin.
Verteidigungsministerin
Ursula von der Leyen (CDU) hat
sich gegen einen Einsatz von
Bodentruppen in Syrien ausgesprochen. „Wenn man – was wir nicht
wollen – theoretisch mit Bodentruppen reingehen würde, man würde immer die Falschen treffen“, sagte sie im ZDF-“Morgenmagazin“.
Angesichts der Vielzahl kämpfender Parteien im Land ist ihren Worten nach eine große diplomatische
Lösung nötig.
Mit Blick auf die UN-Vollversammlung forderte sie Gespräche,
in denen geklärt wird, welche Gruppen im Land unterstützt werden.
Diese sollten dann ausgerüstet und
für den Kampf im Land ausgebildet
werden.
Die Ministerin bot außerdem
erneut weitreichende Hilfe bei der
Aufnahme von Flüchtlingen an.
„Ehrlich gesagt, nach oben hin ist die
Skala offen“, sagte sie im Hinblick
auf die Bereitstellung von Personal.
Sie habe das Angebot gemacht, die
Betreuung und den Betrieb in den
Verteilzentren des Bundes zu übernehmen, so von der Leyen.
dpa
Inhalt
Die Bundeswehr Oktober 2015
3
Inhalt
Impressum
ISSN 0007-5949
Herausgeber:
Deutscher BundeswehrVerband e.V.
Kapelle-Ufer 2, 10117 Berlin
Oberstleutnant André Wüstner,
Bundesvorsitzender
Verbandschef André Wüstner begleitete
Frank-Walter Steinmeier nach Afghanistan
und Pakistan. Der Außenminister warb in
dieser spannungsgeladenen Region für
Frieden und Annäherung.
Seite 22
Jan Meyer, Leiter Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Redaktion:
Kapelle-Ufer 2, 10117 Berlin
Internet: www.dbwv.de
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5. eines Vormonats. Es gilt derzeit
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Redaktionsschluss
November-Ausgabe:
Montag, 5. Oktober 2015
Verbandspolitik
Justitia
Zur Sache: Flüchtlinge, Nabelschau und mehr
1 Degradierung: Besoldungsgruppe A7 zulässig
Kundus 2009: Verfassungsbeschwerde erfolglos
Titel
6
Reportage: Im Trainingscenter der Peschmerga
8 Jahresprogramm 2016
Historie: Werdegang der Terror-Miliz
14
Berichte, Reportagen, Interviews
18
Flüchtlinge: Bundeswehr packt mit an
20
Weißbuch I: Möglichkeiten des Dokuments
30
Fög-News
Neuer Partner: Energiegenossenschaft
Alles zur Sterbegeldversicherung
Auslandseinsatz
23 Briefe an die Redaktion
24
86
87
Sanitätsdienst: Zwei Studiengänge eingerichtet
Marine: Arbeitszeitverordnung begleiten
43
Luftwaffe: Vorstand besucht Kameradschaften
50
Streitkräftebasis: Abschied des Inspekteurs
52
Rund um den Bund
46
Ansprechpartner
Auslandseinsatz
36 Verband intern
40
Berufsförderungsverordnung: Was ist neu?
89
Leserforum
Teilstreitkräfte/Organisationsbereiche
Heer: Neues Denkmal für Gebirgssoldaten
85
Personalia/Gedenken
Gedenken
Weißbuch II: Interview mit dem Befehlshaber der
niederländischen Streitkräfte
32 Ehrungen und Auszeichnungen
Südsudan: Ein UN-Soldat berichtet
48
FöV
Haushalt 2016: Verteidigungsetat steigt
Baltikum: Beitrag der Bundeswehr
71
KTMS
Gastbeitrag: Bedrohung durch den ISIS
Interview: Kommandeur Einsatzkontingent Erbil 10
70
26
72
Magazin
Freizeit & Multimedia: Snowden-Film auf DVD 92
Kino: Justizdrama um Eichmann-Verfolgung
94
Auto: Ford Mondeo 1,5-l-EcoBoost
95
Rätsel
96
63
Pilotprojekt: Vom Feldjäger zum Polizeibeamten 66
Europa
EUROMIL: Northern Group zu Gast in Berlin
35
Versorgung und Ehemalige
Versorgungsausgleich: Petitionsverfahren läuft
55
Vertrauenspersonen/Personalräte
Personalratswahlen: Jetzt Kandidat werden!
56
Zivile Beschäftigte: Leistungsentgelt in Kraft
57
DBwV regional
Aus den Landesverbänden
Zu unserem Titelbild: ISIS setzt den mittleren Osten in Brand, die
Welt ist von den Terroristen unter schwarzer Flagge und ihren Gräueltaten entsetzt. Mittlerweise haben rund 60 Staaten den Kampf ge75 gen die Jihadisten aufgenommen. Fotos: Reuters/dpa, Collage: DBwV
Historisches Kalenderblatt
Die Bundeswehr Oktober 2015
Der Tag, als die deutsche
Teilung endete
I
Foto: dpa
n der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990
trat die Deutsche Demokratische Republik
um 0.00 Uhr dem Geltungsbereich des
Grundgesetzes nach Artikel 23 bei. Damit endete nach 45 Jahren der Teilung Deutschlands die
Existenz des zweiten deutschen Staates.
Vor dem Reichstagsgebäude und dem
benachbarten Brandenburger Tor feierten im
Beisein höchster Vertreter der Bundesrepublik
Deutschland und der ehemaligen DDR Hunderttausende die Wiedervereinigung. Um Mitternacht wurde erstmals die „Fahne der Einheit“
gehisst, die Nationalhymne gesungen und ein
großes Feuerwerk entzündet. Der 3. Oktober, der
sich in diesem Jahr zum 25. Mal jährt, wurde
durch den Einigungsvertrag als „Tag der Deut-
schen Einheit“ zum gesetzlichen Feiertag
erklärt. Die Regierungschefs der Bundesländer
und des Bundes vereinbarten, dass die jährlichen
Feierlichkeiten zum 3. Oktober jeweils von dem
Land ausgerichtet werden, das den Vorsitz im
Bundesrat hat.
Bereits einen Tag nach der deutschen Wiedervereinigung kam am 4. Oktober 1990 im Berliner Reichstag der gesamtdeutsche Bundestag
zu seiner ersten Sitzung zusammen. An ihr nahmen neben den westdeutschen Bundestagsabgeordneten auch die 144 Abgeordneten der ersten
frei gewählten Volkskammer der ehemaligen
Deutschen Demokratischen Republik teil. Der
gesamtdeutsche Bundestag umfasste 663 Volksvertreter: 305 von CDU/CSU/DSU, 226 der
SPD, 57 der FDP, 49 von den Grünen und Bündnis 90, 24 der PDS sowie zwei fraktionslose
Abgeordnete.
In seiner konstituierenden Sitzung wurden
die letzte Präsidentin der Volkskammer und in
dieser Funktion gleichzeitig letztes Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik,
Sabine Bergmann-Pohl (CDU), der letzte Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen
Republik, Lothar de Maizière (CDU), sowie die
Volkskammerabgeordneten Günther Krause
(CDU), Rainer Ortleb (LDPD/FDP) und Hansjoachim Walther (1939 bis 2005, CDSU/CDU)
zu Bundesministern für besondere Aufgaben
ernannt und vereidigt.
Quelle: bundestag.de
Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins
V
om 15. bis 18. Oktober 1865 versammelten sich in Leipzig auf
Einladung des örtlichen Frauenbildungsvereins 120 Frauen zur ersten
gesamtdeutschen Frauenversammlung, bei der am 18. Oktober der „Allgemeine Deutsche Frauenverein“
(ADF) gegründet wurde. Der Verein
trat für das Recht auf Bildung und
Erwerbsarbeit für bürgerliche Frauen ein.
Er setzte sich dazu unter anderem
ein für die Gewerbefreiheit für
Frauen, die Zulassung der Berufstätigkeit für unverheiratete Frauen zur Einkommenssicherung
sowie die Einführung von
Mädchenschulen.
Zu den Gründungsmitgliedern
des Vereins gehörte Louise OttoPeters (1819 bis 1895, Foto), die meh-
rere Jahrzehnte an der Spitze des ADF stand. Der
Verein war über Jahrzehnte hinweg der Hauptträger
der Frauenbewegung in Deutschland.
Um einer Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, löste er sich 1933
selbst auf. 1947 nahm er seine bis heute andauernde Tätigkeit unter dem Namen Deutscher
Staatsbürgerinnen-Verband wieder auf.
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Foto: dpa
4
Die Bundeswehr Oktober 2015
5
Notizen aus der Hauptstadt
„CIRK“ – ein neues Kommando
für den Cyber-Raum
M
sagte er: „Das hätte auch einer von uns sein
können!“
Was bei der Tagung mit Berufssoldaten allerdings genauso auffiel wie bei vielen anderen
Gelegenheiten in Berlin: Das Spektrum der Meinungen war einmal mehr viel breiter als das veröffentlichte. Mein Eindruck ist: Wer seine Informationen hauptsächlich aus dem Fernsehen
bezieht, muss glauben, dass es nur zwei Haltungen in der Flüchtlingsfrage gibt. Applaudierende
und fahnenschwenkende „Willkommenskultur“
Jan Meyer,
Herausgeber
Foto: Getty Images
Foto: Fotalia
anche Gegner sind unsichtbar und geradezu körperlos – aber deswegen nicht
minder gefährlich! Verteidigungsministerin
Ursula von der Leyen will die Bundeswehr
deswegen auch im Cyber-Raum zukunftsfähig
aufstellen. In ihrem Tagesbefehl erläutert sie,
der Cyber-Raum stelle eine „eigene Dimension
dar – wie bislang Land, Luft, See und Weltraum“, zudem müsse sich die Bundeswehr als
digitalisierte Großorganisation schützen. Dazu
sollen die Fähigkeiten jetzt gestärkt und gebün-
Schlachtfeld Cyber-Raum: Ein neues Kommando soll die Bundeswehr zukunftsfähig
machen.
delt sowie ein Cyber- und Informationsraumkommando, abgekürzt CIRK, geschaffen werden. Unter Leitung von Staatssekretärin
Dr. Suder macht ein Aufbaustab den Anfang.
Seine Arbeit soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein, die Ergebnisse sollen in das neue
Weißbuch einfließen.
✶✶✶✶✶
Man kommt dieser Tage beinahe gar nicht
mehr hinterher, so schnell folgt eine Nachricht der anderen. Nachrichtensendungen und
Talkshows sind seit Wochen auf das Thema
Flüchtlinge abonniert, und wo immer Menschen zusammen kommen, sprechen sie über
die Flüchtlingskrise, ihre schrecklichen Auswirkungen und großen Herausforderungen.
Natürlich sind da die Angehörigen der Bundeswehr keine Ausnahme – nicht nur die, die
ganz unmittelbar betroffen sind, weil sie helfen oder ganz einfach enger zusammen
rücken müssen. Neulich, bei einer Tagung mit
Berufssoldatinnen und Berufssoldaten im Landesverband Ost, war es den Teilnehmern ein
Anliegen, über das Thema zu sprechen. Und das
Meinungsbild war so vielschichtig wie die Teilnehmerschaft. Beinahe alle waren sich einig in
einem Punkt – der Notwendigkeit zu helfen. Viele stellten aber auch die Frage an die Politik nach
einem Konzept für die Zukunft, andere äußerten
Sorge angesichts von Risiken und mangelnder
Kontrolle, sahen mittelfristig die Ausbildungsfähigkeit in Gefahr. Offen wurden auch Vorurteile in den Köpfen mancher junger Soldaten angesprochen.
Hauptmann Uwe Köpsel, als Landesvorsitzender Ost Gastgeber der rund 60 Soldatinnen
und Soldaten, zeigte sich emotional tief bewegt
vom Foto eines türkischen Polizisten, der die Leiche eines ertrunkenen Kindes im Arm hält. Mit
Blick auf den deutschen Einsatz im Mittelmeer
Ein Bild
erschüttert
die Welt. Auch
deutsche Soldaten sind bei
der Flüchtlingshilfe mit Leid
und Elend
konfrontiert.
auf der einen Seite – und rechtsradikale Dumpfbackigkeit und Fremdenfeindlichkeit auf der
anderen.
✶✶✶✶✶
Ein alter Wegbegleiter tritt einen spannenden
neuen Job an … Phantom II, MiG 29, Tornado,
Eurofighter – in seiner Zeit als Pilot und Kommodore hat Ingo Gerhartz alle aufregenden Jets
der Luftwaffe geflogen. Der Oberst ist offensichtlich ein geschickter und einigermaßen
furchtloser Mann – und ein „kampferprobter“
Soldat dazu: 2006 stand er im Presse- und Informationsstab die Totenschädel-Affäre durch, er
führte als Kommodore das Einsatzgeschwader
Masar-e-Sharif, und in seiner letzten Verwendung als stellvertretender Sprecher des Verteidigungsministeriums beantwortete er in der Regierungspressekonferenz unzählige Fragen zur
Attraktivitätsoffensive, zu MAEDS oder zum
G36. Beste Voraussetzungen also, um künftig auf
einem echt heißen Posten durchzustarten – als
neuer Büroleiter des Generalinspekteurs. Den
dazugehörigen Goldstern soll es auch bald
geben. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch
und viel Erfolg!
Die Bundeswehr Oktober 2015
Titel: Bedrohung durch den ISIS
Foto: action press
6
Eines von vielen Propaganda-Fotos des
Islamischen Staats
Ziel muss die Zerschlagung
des ISIS sein
Von Guido Steinberg
m Juni 2014 gelang es dem „Islamischen
Staat im Irak und Syrien“, die Millionenstadt
Mossul im Norden des Iraks im Handstreich
zu erobern und anschließend weite Teile des
Nordwestiraks einzunehmen. Dies war insofern
überraschend, da niemand davon ausgehen
konnte, dass wenige Tausend Kämpfer es schaffen würden, mehrere Zehntausend irakische Soldaten und Polizisten in die Flucht zu schlagen.
Viel dramatischer als diese verständliche Fehleinschätzung war, dass Deutschland und seine
Verbündeten die zahlreichen Warnzeichen nicht
gesehen hatten oder aber nicht in der Lage waren,
sie richtig einzuordnen.
I
Warnzeichen
So hatte die US-Regierung ihre letzten Truppen
Ende 2011 aus dem Irak abgezogen, obwohl
amerikanische Fachleute immer wieder darauf
hingewiesen hatten, dass die einheimischen
Truppen nicht in der Lage waren, den Kampf
gegen den „Islamischen Staat Irak“, wie der ISIS
damals hieß, ohne auswärtige Unterstützung zu
führen. Prompt überzog der ISI das Land mit
regelrechten Anschlagswellen, die immer häufiger kamen und die schon 2012 immer mörderischer wurden. Dies ging auch darauf zurück,
dass der Gruppierung wieder mehr Selbstmordattentäter zur Verfügung standen. Ausländische
Kämpfer fanden ihren Weg ab 2013 immer häu-
Guido Steinberg
figer nach Syrien und von dort in den Irak und
opferten ihr Leben für den ISIS.
Im Vorderen Orient insgesamt nahmen die
Spannungen parallel zum (erneuten) Zusammenbruch des Iraks zu. Dies betraf vor allem
Saudi-Arabien und den Iran, die seit Jahrzehnten
um die Hegemonie in der Golfregion und darüber
hinaus konkurrieren, deren Verhältnis jedoch seit
2003 immer schlechter wurde. Der Grund war
der Irak-Krieg der USA, der 2005 die schiitische
Bevölkerungsmehrheit an die Macht brachte.
Saudi-Arabien betrachtete dies als eine feindliche Übernahme des Nachbarlandes durch den
Iran und bemühte sich in den folgenden Jahren,
den Einfluss des Irans in der arabischen Welt
zurückzudrängen. Da der Iran besonders über
schiitische Gruppierungen, wie die libanesische
Hizbullah, Macht projiziert, hatte diese Politik
eine Verschärfung der konfessionellen Spannungen in der gesamten Region zur Folge – mit
einem besonders wichtigen Schwerpunkt im
Irak, wo der ISIS von ihnen profitierte.
Das dritte Warnzeichen war die Schwäche
vieler Staaten, die sich infolge der Proteste des
„arabischen Frühlings“ von 2011 ganz deutlich
zeigte. Dies betraf in erster Linie die ressourcenarmen Republiken, in denen nationalistische
Offiziere in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren die Macht übernommen hatten. Die Regime
in Ägypten, Tunesien, Libyen, dem Jemen und
Syrien hatten sich als unfähig erwiesen, den
Bevölkerungen in ihren Ländern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und brachen
2011 unter dem Druck der Straße zusammen. In
Syrien brach ein Bürgerkrieg aus, in dessen Folge das Land fast vollkommen zerfiel und jihadistischen Gruppierungen ein fast ideales Tummelfeld bot, auf dem seit Ende 2011 auch der ISI
stark vertreten war. Es ist kein Zufall, dass die
Organisation 2014 auch in den anderen geschei-
Titel: Bedrohung durch den ISIS
Eine Terrorgruppe neuer Art
Um auf weitere Überraschungen zumindest vorbereitet zu sein, empfiehlt sich ein genauerer
Blick auf den ISIS. Seit dem Sommer 2014 hat
er immer wieder gezeigt, dass er mehr als nur
eine herkömmliche terroristische Organisation
ist. Schon 2014 verfügte die Gruppierung über
Einheiten, die reiche militärische Erfahrung hatten und in Gefechten gegen (zugegeben sehr
schwache) irakische und irakisch-kurdische
Truppen bestehen konnten. Es gelang den ISISKämpfern sogar, fast alle ihre Eroberungen von
2014 in den nächsten Monaten zu behaupten und
in Syrien und im Irak quasi-staatliche Strukturen
aufzubauen. Dies waren Belege für eine organisatorische Wandlungsfähigkeit, die ein mindestens ebenso wichtiges Merkmal vom ISIS ist wie
seine ideologische Kompromisslosigkeit und
religiös begründete Brutalität.
Denn 2004 hatte sich der Gründer der Gruppierung, die sich heute der ISIS nennt, Abu Musab az-Zarqawi, der al-Qaida angeschlossen und
seine Gruppe „al-Qaida in Mesopotamien“
genannt. Doch führte er eine sehr eigenständige
Organisation an, deren Kontakte zur al-QaidaFührung in Pakistan schwach waren. Es gelang
Osama Bin Laden und seinem Nachfolger Aiman
az-Zawahiri nie, Zarqawi und die irakische alQaida-„Filiale“ tatsächlich zu kontrollieren.
Dies betraf sogar wichtige strategische Fragen
wie die, ob Schiiten legitime Ziele jihadistischer
Gewalt sind und wie sich die irakische al-Qaida
zu konkurrierenden aufständischen Gruppierungen stellt. Zarqawi und seine Nachfolger beharrten darauf, dass die Schiiten im Irak und in Syrien
mit allen Mitteln bekämpft und vernichtet werden müssen und sie haben mittlerweile auch in
Kuwait, Saudi-Arabien und Jemen fürchterliche
Anschläge auf schiitische Zivilisten verübt.
Zwar sind alle Jihadisten der Meinung, dass
Schiiten Ungläubige sind, doch lehnt die al-Qaida Angriffe auf sie vor allem aus strategischen
Gründen ab. Ihr ging es immer um den Kampf
gegen die USA und der Krieg gegen die Schiiten
im Vorderen Orient schien sie von diesem Ziel
abzulenken. Die Kompromisslosigkeit vom ISIS
beschränkt sich aber nicht nur auf die Schiiten,
sondern auch auf die Sunniten. Denn von denen
fordert er bedingungslose Unterwerfung unter
die Herrschaft des einzig wahren „islamischen
Staates“ und wer sich nicht fügt, wird als Ungläubiger bekämpft. Auch hier war die al-Qaida
immer anders vorgegangen, indem sie Verbündete wie die Taliban suchte, denen sie sich sogar
unterordnete, wenn es ihr half, ihre Ziele durchzusetzen. Dieser kühle Pragmatismus war Zarqawi und dem ISIS vollkommen fremd.
Die weltanschaulichen Konflikte führten
2014 zum Bruch zwischen dem ISIS und der alQaida. Der ISIS entschied sich, eine Welt von
Feinden gleichzeitig zu bekämpfen – die Regierungen im Irak und Syrien, die Schiiten, Christen, Jesiden, Drusen und die Kurden und die
gesamte westliche Welt noch dazu. Doch anstatt
an der eigenen Hybris zu scheitern, feierte die
Organisation einen Erfolg nach dem anderen und
schaffte es sogar, einen Quasi-Staat zu erobern
und gegen alle äußeren Feinde zu halten. Dass
dies gelingen konnte, hatte vor allem mit der
Schwäche des syrischen und des irakischen
Staats und mit der mangelnden Entschlossenheit
der USA und ihrer Verbündeten zu tun. Im Irak
hatte die schiitische Regierung unter Führung
des Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki 2011
eine regelrechte Verfolgungswelle gegen Sunniten gestartet, die diese in die Arme der Jihadisten
trieb. In Syrien sorgte der Vernichtungsfeldzug
des Regimes von Präsident Assad dafür, dass im
vorwiegend sunnitisch besiedelten Norden und
Osten des Landes jegliche staatliche Strukturen
zerstört wurden und der ISIS freie Hand hatte.
Die USA hatten aus der Erfahrung mit der irakischen al-Qaida gelernt, dass ihre Bodentruppen
verwundbar sind und beschränkten sich deshalb
auf Luftangriffe, die den ISIS zwar schwächen
und an einigen Orten zurückdrängen, aber nicht
zerschlagen konnten. So gelang es der Organisa-
7
und auch mit den syrischen Kurden zusammenzuarbeiten. Doch können diese Maßnahmen nur
zu einer Eindämmung des ISIS beitragen,
während es dem Westen um die Zerschlagung
der Organisation gehen muss. Denn die Jihadisten gefährden schon jetzt die innere Sicherheit
der Nachbarländer, indem sie dort Anschläge
verüben und werden auch zu einer wachsenden
Gefahr für den Westen, je länger sie in Syrien und
im Irak mehr oder weniger ungestört wirken dürfen. Um den ISIS zu vernichten, werden jedoch
Verbündete unter den arabischen Sunniten im
Irak und in Syrien gebraucht, die genau dort operieren können, wo der ISIS stark ist. Auf diese
Weise gelang es den US-Truppen schon 2006 bis
2008, den Aufstand im Irak niederzuschlagen.
2015 haben sich die Voraussetzungen jedoch
enorm verschlechtert, denn die Regierung in
Bagdad macht nur halbherzige Versuche, Sunniten für den gemeinsamen Kampf zu gewinnen
Foto: dpa
terten Republiken mit Anschlägen auf sich aufmerksam machte.
Die Bundeswehr Oktober 2015
Bild aus einer Videobotschaft des ISIS vom
Februar 2015
tion trotz ihrer irrwitzigen Strategie des Kampfes
gegen die ganze Welt, sich bis heute zu halten.
Was tun?
Es spricht einiges dafür, dass die Luftangriffe
den ISIS geschwächt haben. Dies vor allem, weil
sie die Produktion und den Schmuggel von Öl
aus dem syrischen Osten behindern, so dass die
Finanzierung „staatlicher“ Aktivitäten immer
schwieriger wird. Ein Problem bleibt aber, dass
die Bevölkerung in den vom ISIS beherrschten
Gebieten kaum Anstalten macht, sich gegen die
Jihadisten zu erheben. Dies geht zum einen darauf zurück, dass der ISIS mit großer Brutalität
gegen potenzielle Gegner vorgeht und die Furcht
vor seiner Rache groß ist. Zum anderen fehlt der
lokalen Bevölkerung die Alternative, denn die
Regierungen in Bagdad und Damaskus hassen
sie mindestens ebenso sehr wie den ISIS. Dies
bedeutet, dass der ISIS trotz aller finanziellen
Probleme ein wichtiger Akteur bleiben wird.
Aufgrund dieser schlechten Ausgangslage
sind alle Maßnahmen gefragt, die zu einer
Schwächung des ISIS beitragen können. Die
Luftangriffe mögen keinen durchschlagenden
Erfolg haben, aber sie verhindern, dass der ISIS
weiter expandieren kann. Ebenso richtig ist es,
regionale Verbündete wie die irakische Kurdenregierung im Kampf gegen den ISIS zu stärken
und in Syrien haben sich die meisten sunnitischen Kämpfer salafistischen und jihadistischen
Gruppierungen angeschlossen.
Dennoch dürfte die Mobilisierung einheimischer Bodentruppen der einzige gangbare Weg
sein, den ISIS zu zerschlagen und es ist nicht einzusehen, warum die USA hier alleine handeln
müssen. Die von den Jihadisten ausgehende
Gefahr ist für Deutschland und Europa viel größer
als für die weit entfernten USA, so dass auch wir
uns stärker an der Bekämpfung beteiligen sollten.
Dies gilt für die Luftangriffe im Irak und Syrien
ebenso wie für Waffenlieferungen an die irakischen Kurden und die Ausbildung prowestlicher
syrischer Aufständischer. Eine wichtige Voraussetzung für ein aktiveres und erfolgreicheres Vorgehen gegen den ISIS ist jedoch, dass wir uns nicht
mehr wie im Juni 2014 überrumpeln lassen. Die
Organisation ist so wandlungsfähig, dass sie vermutlich noch viele Überraschungen für ihre Gegner bereithält. Niemand kann heute aber mehr
sagen, dass die Warnzeichen zu übersehen waren.
Guido Steinberg ist promovierter Islamwissenschaftler und Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. 2001 bis 2005
arbeitete er als Terrorismusreferent im Bundeskanzleramt. Sein aktuelles Buch heißt „Kalifat des
Schreckens“, München: Droemer Knaur 2015.
8
Die Bundeswehr Oktober 2015
Titel: Allianz gegen ISIS
Wie die Peschmerga den
Häuserkampf proben
Die Vereinigten Staaten fliegen gegen den „Islamischen Staat“ Luftangriffe,
die Deutschen bilden kurdische Straßenkämpfer aus. Eine Reportage aus
dem Trainingscenter der Peschmerga in Erbil.
Von Oliver Becker
Erbil. Man kann in den Betongerippen und Rohbauten am Stadtrand Zeichen reger Bautätigkeit
sehen. Oder stumme Zeugen von Angst, Flucht
und Zerfall. Beides trifft auf das „Kurdistan Training Cooperation Center“ (KTCC) zu. Außerhalb
der kurdischen Metropole Erbil dient ein verlassenes Wohngebiet als imaginäres Schlachtfeld für
„urban warfare“ – für Häuser- und Straßenkampf.
Als 2014 die Milizen des „Islamischen Staats“
(IS oder ISIS) bis auf etwa 20 Kilometer an Erbil
herangerückt waren, machte sich Angst unter den
Bewohnern breit. Die Bauherren der Siedlung
ergriffen die Flucht. Zurück blieben Rohbauten
und Schotterpisten, die nun als Ausbildungszentrum dienen.
Hier lernen Peschmerga, wie man in bebautem
Gebiet kämpft, es erobert und sichert. Ausgebildet
werden sie von 150 handverlesenen Soldaten aus
Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Norwegen und der Bundesrepublik. Vier Wochen sind
für die Ausbildung im KTCC angesetzt, dann geht
es zurück in den Fronteinsatz gegen die Terrormilizen irgendwo im Norden des Irak.
Die Türen eines zerschossenen Autowracks
stehen offen. Eine Barrikade gestapelter Reifen
geht davor lodernd in Flammen auf. Wind treibt
schwarz beißende Schwaden über staubige Pisten
voller Bauschutt. Feuerstöße automatischer Gewehre krachen auf der Straße, unterbrochen von
explodierenden Sprengfallen und Wortfetzen
knapper Kommandos in mehreren Sprachen. Alles
inszeniert, aber der Stress ist echt. Dafür sorgt das
Trainingsprogramm der Internationalen, dafür sorgen aber auch die Frontberichte der kurdischen
Soldaten, wenn sie von den Grausamkeiten des IS
erzählen.
Bewegung unter Feuer
Die Berichte ähneln sich – was sie keinen Deut
weniger schrecklich macht: Sobald der IS einen
Ort eingenommen hat und seine schwarze Flagge
gehisst hat, droht den Bewohnern – Kombattanten
wie Zivilisten – Kreuzigung, Vergewaltigung, Geiselnahme und Enthauptung; Frauen und Kinder
werden verkauft oder versklavt.
Horror und Abscheu vor den Islamisten tun
ihre Wirkung. Auch bei den Europäern. Als das
System des islamistischen Terrors erstmals als solches im Westen erkannt wurde, da erübrigte sich
alle Besserwisserei, Schuldzuweisungen und
nationalstaatliche Befindlichkeiten – und nach
dem Fall von Mossul im Juni 2014 war auch kein
europäischer Verhandlungsmarathon nötig, um
den Kurden handfest Beistand zuzusichern. Die
Europäer arbeiten im KTCC in Erbil eng zusammen. Zurzeit haben die Italiener das Kommando,
vorher waren die Deutschen dran. „Wir arbeiten
mit den Niederländern, Briten, Norwegern und Italienern sehr gut zusammen, das Verhältnis unter-
einander würde ich schon freundschaftlich nennen“, meint ein Ausbilder der Bundeswehr. Mit
den zehn Mann seines Teams bringt er den Kurden
„Bewegung unter Feuer“ bei.
Ein Zug der Peschmerga – etwa 30 Mann –
schleicht, jede Deckung nutzend, an der Rückseite
einer Häuserzeile entlang. Das ganze Spektrum an
Typen scheint vertreten, Haudegen, wettergegerbte Veteranen, Alte, Junge, ein paar ziemlich Müde,
ein paar wild Entschlossene. Manche tragen uralte
AK 47, die schon 20 oder 30 Vorbesitzer gehabt
haben müssen, so abgeschabt wirken sie, andere
schultern stolz neue westliche Sturmgewehre. Die
einen tragen nagelneue Kampfstiefel, die anderen
nur Turnschuhe. Uniformität gibt es nicht mal bei
einzelnen Peschmerga: Man nimmt, was man
kriegt, möglichst nach Militär soll es aussehen.
Einheitlichkeit ist Nebensache.
„Noch nie das Haupt gebeugt“
Die Peschmerga sind offiziell Teil der irakischen
Streitkräfte, aber sie kämpfen zuerst einmal für
ihre Heimat, das halbautonome Kurdistan im
Nordirak, sie kämpfen mit allem, was sie haben,
mit ihrer Erfahrung und mit dem Material, das
ihnen zur Verfügung steht. „Wir haben noch nie
das Haupt vor einem Feind gebeugt und werden
das auch diesmal nicht tun“, sagt einer der
Peschmerga während einer Kampfpause im
Schutz einer Hauswand. „Wir verteidigen unsere
Fotos: Bundeswehr
Titel: Allianz gegen ISIS
Beim Häuserkampf kommt es auf Kleinigkeiten an. Ein nicht verborgener Gewehrlauf kann die eigene Position verraten.
fach verblutet, weil sie zwar abtransportiert, aber
nicht richtig versorgt wurden.“
Straßen- und Häuserkampf, wie er im KTCC
simuliert wird, ist im Ernstfall äußerst mühsam,
gefährlich und langwierig: Was wie ein Haufen
Bauschutt aussieht, verdeckt in Wahrheit zwei
regungslose Scharfschützen unter Planen. Kaum
sichtbare Drähte, in Fußhöhe einer Tür gespannt,
lösen beim Betreten eines Hauses Sprengfallen
aus. Hinter jeder Hausecke, in jedem Eingang, auf
jedem Dach, den Fenstern und Erdlöchern lauern
Gefahren. Haus um Haus, Straße um Straße – eine
Ortschaft oder eine Stadt so einnehmen zu müssen,
ist ohne das richtige Wissen für viele Soldaten
gefährlich, für manche tödlich.
Um den Schock, den Verwundete, Sterbende
und Tote jedem Kombattanten zufügen, so weit
abzumildern, wie es eben geht, versuchen die
europäischen Ausbilder die Kurden immer wieder
damit zu konfrontieren: Plötzlich hat einer von
Die Bundeswehr Oktober 2015
9
donnert ein neues Loch in die Wand, kleiner und an
einer anderen Stelle. Sein Kamerad erklärt den
umstehenden Kurden via Dolmetscher, warum das
Loch wie und wo in die Wand muss. Die beiden
Niederländer demonstrieren, wie ein Scharfschütze durch ein kleineres unauffälligeres Loch Straße
und Gebäude kontrollieren und unter Feuer nehmen kann. Die beiden sprechen über die richtige
Position und Körperhaltung des Schützen, machen
den Peschmerga klar, dass der Lauf des Gewehrs
nicht aus der Wand herausschauen darf, da der
Schütze sonst vom Gegner schnell entdeckt würde.
Wenn die Peschmerga aus einem Gebäude Hammerschläge hören und plötzlich Steine aus der
Hauswand fallen sehen, so könnten sie daraus Vorbereitungen eines Heckenschützen vermuten,
auch daran mögen sie denken. Die beiden Niederländer überwachen jeden Schritt der Aktion, bis der
Peschmerga die richtige Position eingenommen
hat und über Stunden hinweg reglos lauern kann.
Deutsche Soldaten zeigen
den Peschmerga-Kämpfern
die richtige Haltung beim
Orts- und Häuserkampf.
Frauen, Kinder und Familien gegen die Terroristen des ISIS.“
Die Hilfe, die sie aus dem Westen erreicht –
deutsche Milan- und italienische Folgore-Panzerabwehrraketen, Sanitätsausrüstung und auch G36Gewehre –, ist hoch willkommen. Mindestens
ebenso begehrt ist das Know-how der Europäer:
die Grundlagen des Kämpfens im städtischen
Raum, wie man IEDs, die selbstgebauten Sprengfallen (Improvised Explosive Devices), entschärft,
aber auch die medizinische Erstversorgung verletzter Kameraden.
„Mein Auftrag ist die Ausbildung der
Peschmerga in Erster Hilfe und in sanitätsdienstlicher Versorgung bei Kampfhandlungen“, sagt
eine junge deutsche Stabsärztin, während hinter
ihr zwei Kurden einen „Verwundeten“ über die
Straße schleppen. „Die Peschmerga-Armee
blickt sicher auf eine erfolgreiche Militärhistorie
zurück (der Name geht auf die Sassaniden aus
der Römerzeit zurück; seit 1919 sind die Kurden
fast ununterbrochen in Konflikten engagiert, d.
Red.), aber die Versorgung von Verwundeten
noch auf dem Schlachtfeld oder wie man eine
Rettungskette organisiert, damit Verwundete
hinter den Linien sanitätsdienstlich versorgt werden können, da fangen wir hier bei null an“, sagt
die Ärztin weiter. „Man muss heute an einem
Durchschuss nicht mehr sterben, aber viele
Peschmerga sind bei Kämpfen gegen den IS ein-
ihnen ein Foto mit einer Schussverletzung in der
Hand. Der „Verwundete“ muss dann von Kameraden versorgt und abtransportiert werden. In diesem
Fall erhält ein eher schwergewichtiger Soldat das
Foto eines Knöcheldurchschusses. Er will seinen
schweißtriefenden Kameraden helfen, macht sich
leicht, tritt humpelnd mit dem „verletzten“ Fuß
auf. „Nein, nicht so! Ihr müsst ihn tragen, sonst verblutet er“, ruft ein deutscher Ausbilder. Ein Dolmetscher greift ein, sorgt dafür, dass der 100-KiloMann wie bei einer echten Verletzung unter echten
Kampfbedingungen von den Kameraden aus dem
Fenster gewuchtet wird. Schwerstarbeit für die
Kameraden, lebensrettend im Notfall.
„Klassischer“ Häuserkampf
Ein anderer Zug soll eine strategisch wichtige
Straßenkreuzung besetzen. Erstes Ziel ist ein verfallener Rohbau. Einige drängen durch die eingetretene Tür ins Innere. Weitere Peschmerga klettern
über eine Leiter schnell in die Fenster. Einige tragen Vorschlaghämmer und Brecheisen mit sich.
Nachdem sie das Gebäude Stock für Stock gesichert haben, erzittert eine Wand im ersten Stock
unter dumpfen Schlägen. Zwei baumlange, blonde
Soldaten sehen sich die Szene von innen nur kurz
an. Sie wechseln ein paar Worte auf Niederländisch und intervenieren, als die ersten Steine aus
der Hauswand auf die Straße fallen.
Einer von beiden lässt sich den Hammer geben und
Das zählt zum „klassischen“ Häuserkampf.
Und wie ist es mit dem terroristischen Anteil des
Konflikts, der, der sich nicht in „offener Feldschlacht“ abspielt? Ein deutscher Presseoffizier
skizziert die Lage für eine andere Trainingseinheit
in der Manöversiedlung vor Erbil: „Ein Selbstmordattentäter, der einen mit Sprengstoff beladenen
Lkw absichtlich in einen Checkpoint fährt, sucht
den Tod. Wir wissen, dass die IS-Terroristen Stahlplatten und alle möglichen Ramm- und Schutzvorrichtungen an solche ‚Mad-Max-Fahrzeuge‘
schweißen, um nicht gestoppt zu werden. Insofern
ist der IS ein schwer zu bekämpfender Gegner in
einem asymmetrischen Krieg.“
Auf der Rückseite eines Hauses hieven sechs
Peschmerga eine italienische Folgore-Panzerabwehrkanone auf ein Hausdach. Die italienischen
Ausbilder beobachten den Trupp, überwachen
Aufbau und Ausrichtung der Waffe. Mit der Folgore („Blitz“ auf Italienisch) wie mit der deutschen
Milan lassen sich eben diese mit Sprengstoff beladenen Fahrzeuge wirksam bekämpfen – aus bis zu
zwei Kilometern Entfernung. Nur zu verständlich,
dass solches Gerät ganz oben auf der Wunschliste
der Peschmerga steht. „Jede Armee will mehr Waffen und bessere Ausrüstung. Aber sie muss eben
auch oft lernen, mit dem auszukommen, was zur
Verfügung steht,“ kommentiert der Presseoffizier
die Frage nach weiteren Waffenlieferungen aus
Deutschland trocken.
I
Die Bundeswehr Oktober 2015
Titel: Interview
Foto: dpa
10
„Die Peschmerga sind
ausgesprochen motiviert.“
Oberst i.G. Stephan Spöttel ist seit Juni 2015 Kommandeur des deutschen Einsatzkontingents der Ausbildungsunterstützung im Nordirak. Im Interview mit „Die Bundeswehr“ berichtet er über den Verlauf der Ausbildung kurdischer Kämpfer und über die Einsatzrealität
der Bundeswehrsoldaten in Erbil.
Die Bundeswehr: Zunächst eine Frage zu den
äußeren Bedingungen des Einsatzes, die uns als
Verband natürlich sehr interessieren. Sind die
deutschen Soldaten in Erbil gut untergebracht,
werden sie gut verpflegt, funktionieren die Verbindungen in die Heimat?
Oberst i.G. Stephan Spöttel: Ja, da gibt es im
Moment überhaupt nichts zu bemängeln. Wir werden am 20. September in unser neues Camp
umziehen, das unmittelbar vor der Fertigstellung
steht. Am Anfang werden wahrscheinlich noch
nicht alle Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, da beispielsweise die Sporteinrichtungen noch ein paar Tage brauchen. Aber auch
dort ist zumindest garantiert, dass wir Kommunikation nach Hause haben.
Die Bundeswehr: Derzeit sind Sie noch im Hotel
untergebracht. Ist das bisher okay gewesen?
Stephan Spöttel: Gut, damit gehen bestimmte
Einschränkungen einher, so haben wir hier eine
eigene Bewachung zu stellen. Aber um es kurz zu
machen: Im Camp wären wir mit Sicherheit noch
besser aufgehoben als hier im Hotel.
Kurdische PeschmergaKämpfer werden in Erbil
durch Soldaten der Bundeswehr ausgebildet.
Die Bundeswehr: Ist Erbil ein sicheres Umfeld
für das Ausbildungsvorhaben? Wie verhält sich
die dortige Bevölkerung den deutschen Soldaten
gegenüber?
Stephan Spöttel: Erbil wird von uns derzeit als
relativ stabil und sicher bewertet. Vor allem deutschen Soldaten gegenüber ist man hier besonders
freundlich und dankbar eingestellt, weil die deutsche Bevölkerung in der Auffassung der Kurden
sehr viel für das Land getan hat.
gens sehr früh auf, so gegen 3:30 Uhr, frühstücken
dann, bereiten sich vor und um 5 Uhr geht schon
die Ausbildung los. Das ist dem Umstand geschuldet, dass wir hier teilweise sehr hohe Tagestemperaturen hatten und die Ausbildung so gegen 14
Uhr einstellen mussten, manchmal auch schon
etwas früher. Das hängt immer davon ab, wie
unsere Peschmerga, unsere auszubildenden kurdischen Sicherheitskräfte, mitmachen können. Im
Moment wird es etwas kühler, so dass wir demnächst den Ausbildungstag etwas verschieben
können, also später anfangen und abends so lange
ausbilden, wie noch Licht da ist.
Die Bundeswehr: Wie groß ist die Einsatzbelastung der deutschen Soldaten vor Ort?
Stephan Spöttel: Grundsätzlich haben wir hier
eine Sieben-Tage-Woche. Ich habe versucht,
irgendwo einen freien Tag herauszuschälen, aber
jetzt nach drei Monaten können wir sagen, dass
das aufgrund der besonderen Bedingungen nicht
geht. Unsere Ausbilder stehen in der Regel mor-
Die Bundeswehr: Wie sieht es mit Betreuungseinrichtungen aus? Was steht den Soldaten zur Verfügung?
Stephan Spöttel: Im Hotel haben wir die Betreuungseinrichtungen so weit es geht nach unseren
Wünschen ausgebaut. Wir haben hier Fitnessmöglichkeiten, Tischtennisplatten, eine Dartscheibe und einen vom Deutschen Bundeswehr-
Titel: Interview
Die Bundeswehr: Sind Sie mit dem Verlauf der
Ausbildung zufrieden? Und wie klappt die Verständigung mit den kurdischen Kämpfern?
Stephan Spöttel: Die kurdischen Kämpfer kommen direkt aus der Front, die haben zunächst zwei,
drei, vier Tage frei und kommen dann zu uns in die
Ausbildung. Wir wissen aber schon vorher, wo es
bei den Bataillonen im Besonderen fehlt und was
auf uns zukommt. Wir nehmen vorher Verbindung
mit den Vorgesetzten auf und verschaffen uns ein
Bild in den jeweiligen Verteidigungspositionen.
Die Bataillone, die auf uns zukommen, sind unterschiedlich, meist kommen 500 bis 600 Mann zu
uns. Die sprachliche Verständigung klappt dank
unserer Dolmetscher sehr gut. Die Kämpfer sind
auch ausgesprochen motiviert und wollen lernen
– das macht es unseren Ausbildern leicht, die
Inhalte an den Mann zu bringen. Man muss natürlich auch sagen, dass die Kurden, die Peschmerga,
die zu uns kommen, nicht alle des Lesens und des
Schreibens mächtig sind. Da müssen wir einfallsreich sein und den wesentlichen Inhalt durch
Erklären und Vormachen und Aufzeigen vermitteln. Aber auch das können unsere Soldaten hervorragend. Also zusammenfassend: Die Verständigung ist hier überhaupt kein Problem.
Foto: Bundeswehr/PAO Erbil
Die Bundeswehr: Wie kommen die einheimischen Kräfte mit der von Deutschland gestellten
Ausrüstung zurecht?
Stephan Spöttel: Gut. Die Ausrüstung ist ja
zunächst einmal an das hiesige Verteidigungsministerium geliefert worden, also an die kurdische
Regionalregierung. Die haben das zunächst eingelagert in einem großen Lager und dann sukzes-
Oberst i.G. Stephan Spöttel (r.):
„Die Ausbildung richtet sich nach dem
Bedarf der Peschmerga.“
Foto: Bundeswehr/Wilke
Verband gesponserten neuen Kicker. Ansonsten
gibt es natürlich auch Möglichkeiten wie eine Wii,
die aber selten genutzt wird, und jede Menge Filme zum Ausleihen, aber auch dort ist der Andrang
relativ gering. Es gibt einmal die Woche einen
sogenannten Kino- oder Fernsehabend, an dem
man sich auf einen bestimmten Film einigt.
Ansonsten sind die Soldaten, wenn sie von der
Ausbildung kommen, in der Regel meistens
müde, machen etwas Sport, essen und gehen ins
Bett.
Die Bundeswehr Oktober 2015
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Die Bundeswehr: Also müssen Sie in
der Ausbildung nicht nachsteuern?
Stephan Spöttel: Nein, wir versuchen
vorher schon so flexibel zu sein, dass wir
auf die Bedürfnisse der Peschmerga reagieren können. Diese haben zum Teil
sehr unterschiedliche Ausstattungen,
wenn wir das vorher wissen, können wir
uns schon die Ausbildungsunterlagen
für spezielle Ausrüstungsgegenstände
besorgen und an diesen Ausrüstungsgegenständen ausbilden. Und ansonsten
ist man mit den vermittelten Inhalten in
der Infanterieausbildung sehr zufrieden.
Orts- und Häuserkampf im Rahmen der
militärischen Ausbildung der Peschmerga durch die Bundeswehr im Nordirak
sive an die Truppenteile verteilt. Die deutsche
Ausrüstung ist hier sehr hoch angesehen, vor
allem unsere Panzerabwehrwaffe „Milan“, aber
auch alle anderen deutschen Ausrüstungsgegenstände, wie die Sanitätsausstattung. Insbesondere
die gelieferten Waffen sind von deutlich besserer
Qualität als das, was die Peschmerga als Ausrüstung haben.
Die Bundeswehr: Haben Sie auch Rückmeldungen von den Kämpfern über den Verlauf des Kampfes gegen den IS?
Stephan Spöttel: Natürlich! Das gehört mit zu
dem Bild, das wir uns vor der Ankunft der Kämpfer machen. Wir schauen uns genau an, aus welchem Frontsektor das Bataillon kommt, wie dort
die Gegebenheiten sind, wie oft sie angegriffen
werden, ob das eher am Tag oder in der Nacht ist,
ob das mit direktem oder indirektem Feuer passiert. All das wissen wir eigentlich, bevor sie zu
uns kommen. Unser Konzept beinhaltet auch, dass
wir dem Bataillon nach der Ausbildung nochmal
einen Besuch abstatten. In der Regel mache ich
mir dann mit einem der Ausbilder ein Bild vor Ort.
Dabei sprechen wir auch mit dem Vorgesetzten
des ausgebildeten Bataillons, um zu erfahren, ob
wir mit unseren ausgebildeten Inhalten im Ziel
lagen. Und die Resonanz ist eindeutig positiv.
Die Bundeswehr: Sie bilden auch
Kämpfer eines jesidischen Bataillons
aus. Ist es sinnvoll, dass die einzelnen
Kompanien von Ausbildern verschiedener Nationen trainiert werden?
Stephan Spöttel: Das Jesiden-Bataillon haben
wir hier ausgebildet, das ist richtig, und dabei sind
natürlich die Kompanien auch durch unterschiedliche Nationen ausgebildet worden. Aber wir
haben für viele dieser unterschiedlichen Nationen
ein kleines Dach, das ist das Kurdistan Training
Coordination Center, das Ausbildungskoordinierungszentrum hier für den Nordirak, dort bin ich
auch mit meinem zweiten Hut der stellvertretende
Kommandeur. Das Zentrum wird derzeit von
einem italienischen Oberst geführt. Dort wird sehr
sorgfältig abgestimmt, wie die Ausbildung durchgeführt und was vermittelt wird. Deswegen macht
es im Grunde keinen Unterschied, ob eine Kompanie von einem italienischen Ausbilder ausgebildet wird und eine andere von einem deutschen.
Die Inhalte sind die gleichen. Und auch die Vorschriften, auf deren Grundlage ausgebildet wird,
sind gleich. Insofern haben wir ein hohes Maß an
Standardisierung und deswegen sind auch die
Jesiden aus unterschiedlichen Kompanien dennoch gleich ausgebildet.
Die Bundeswehr: Die Ausbildungsmission im
Irak ist zunächst bis 31. Januar 2016 befristet.
Wird die Bundeswehr nach Ihrer Ansicht dort auch
über diesen Zeitpunkt hinaus gebraucht werden?
Stephan Spöttel: Daran, dass sie gebraucht wird,
besteht für mich kein Zweifel, denn der Ausbildungsbedarf ist sehr groß. Das kann man an folgenden Zahlen deutlich machen: Wir haben jetzt
etwa 3500 Peschmerga ausgebildet, was bedeutet,
dass es noch rund 130 000 nicht ausgebildete
Kämpfer gibt. Es kann natürlich nicht das Ziel
sein, jeden einzelnen Schützen in jedem Bataillon
durch deutsche Soldaten oder Koalitionskräfte
auszubilden. Wir müssen vielmehr die Peschmerga mit unserer Ausbildung dazu befähigen, selbst
in der Lage zu sein, die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Wir sind auch schon dabei: Wir bilden
parallel zu den Bataillonen bereits Ausbilder aus,
die dann ihr Wissen an andere Ausbilder weitergeben. So erreichen wir einen Multiplikator-Effekt
und damit auch eine langfristige Wirkung. Das
Ziel geht also eindeutig dahin, die Ausbildungsfähigkeit der Peschmerga zu verbessern, sodass
sie selbst in der Lage sind, ihre Ausbildung zu
bestreiten.
Die Bundeswehr: Vielen Dank für das Gespräch.
Die Bundeswehr Oktober 2015
Titel: Kampf gegen den IS
Foto: xxxxxxx
Fotos: dpa
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Nur beim gemeinsamen
Gegner besteht Einigkeit
Mehr als 60 Staaten haben sich zum Kampf gegen den IS
entschlossen – von einer Allianz kann aber nicht die Rede sein.
Die Lage im Nahen Osten war selten unübersichtlicher.
N
achdem der Islamische Staat zwei Jahre
lang nahezu ungehindert sein Einflussgebiet in Syrien und im Irak ausdehnen
konnte, stellt sich ihm mittlerweile eine breite
Front entgegen: Mehr als 60 Staaten haben den
Kampf gegen die Terrororganisation aufgenommen. Das hört sich zunächst einmal beeindruckend an, doch zu unterschiedlich sind die
Interessen, die die beteiligten Nationen in der
Region verfolgen – so konnte der Vormarsch der
Islamisten zwar mancherorts gestoppt werden,
aber entscheidend geschwächt sind die Kämpfer
mit dem schwarzen Banner bislang nicht.
Als im Sommer 2014 Bilder von der Volksgruppe der Jesiden um die Welt gingen, die im
Sindschar-Gebirge im Norden des Iraks von den
Islamisten eingekesselt waren, zeichnete es sich
bereits ab, dass die internationale Gemeinschaft
nicht länger tatenlos dem Treiben des IS
zuschauen wollte. Es waren die USA, die im
August vergangenen Jahres erste Luftschläge
gegen die Terrorgruppe flogen, um kurdische
Kämpfer in der Region zu unterstützen. Am
5. September 2014 nutzten die Vereinigten Staa-
ten den Nato-Gipfel im walisischen Newport, um
eine internationale Allianz gegen den IS zu
schmieden. Neben den USA schlossen sich
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Dänemark, die Türkei sowie Kanada
und Australien dem Bündnis an. Kurz darauf
berief US-Präsident Barack Obama den früheren
ISAF-Kommandeur John Allen zum Sonderbeauftragten für die Allianz gegen den IS. Ziel war
es, die sunnitische Terrorgruppe militärisch zu
schwächen und die Finanzströme der Organisation zu kappen. In diesem Zusammenhang hatten
die Vereinten Nationen bereits am 15. August
2014 eine Resolution verabschiedet, die jegliche
Wirtschaftskontakte zum IS verurteilte.
Ein weiteres Ziel der Mission ist es, den ständigen Zufluss an neuen Kämpfern aus anderen
Staaten zu stoppen. Vor allem die Türkei stand
lange Zeit dem IS als Drehscheibe für die Nachwuchsgewinnung zur Verfügung – die ErdoganRegierung ließ die Mittelsmänner der Organisation lange Zeit auf eigenem Boden gewähren.
Auch Waffen gelangten in großen Mengen über
die türkische Grenze nach Syrien.
Ein Kampfjet vom Typ „Super
Étendard“ startet vom französischen Flugzeugträger
Charles de Gaulle zum Einsatz
über dem Irak. Seit Herbst 2014
beteiligt sich Frankreich am
Kampf gegen den IS.
Mitte September traten weitere Akteure der
Allianz bei. Nun beteiligten sich auch arabische
Staaten wie Jordanien, Ägypten, Kuwait, SaudiArabien und die Vereinigten Arabischen Emirate
und somit Sunniten am Kampf gegen den IS.
Nicht alle Staaten fliegen Luftangriffe – der Einsatz gegen den IS umfasst ebenso die militärische Unterstützung irakischer oder kurdischer
Kämpfer am Boden sowie logistische Hilfe. So
lieferte Deutschland kurdischen PeschmergaEinheiten Ende 2014 Waffen, darunter Sturmgewehre und Milan-Panzerabwehrwaffen. Beinahe
zeitgleich startete die Ausbildungsmission der
Bundeswehr für die kurdischen Kämpfer im
nordirakischen Erbil.
Die meisten Luftangriffe auf den IS fliegen
die USA. Dafür nutzen sie Basen in Jordanien,
Saudi-Arabien und am Persischen Golf. An den
Luftschlägen beteiligten sich bislang auch Großbritannien, Frankreich, Dänemark, die Niederlande, Australien, Kanada und Jordanien.
Anfang 2015 hatte die Koalition das erste Opfer
zu beklagen: Ein jordanischer F-16-Kampfjet
stürzte über IS-kontrolliertem Gebiet ab. Der
Titel: Kampf gegen den IS
Pilot wurde von der Terror-Miliz gefangen
genommen und später hingerichtet. Als Vergeltung intensivierte die jordanische Luftwaffe ihre
Luftschläge und tötete nach eigenen Angaben
innerhalb weniger Tage zwischen 5000 und 7000
IS-Kämpfer in Syrien und im Irak. Diese Zahlen
sind aber vermutlich weit übertrieben, da Ende
Februar 2015 der US-General Lloyd Austin
bekanntgab, dass seit Beginn der Luftschläge
insgesamt rund 8500 IS-Milizionäre getötet worden seien.
Im Sommer 2015 flog auch die Türkei erste
Luftangriffe auf den IS, nachdem dieser einen
Anschlag mit 32 Toten im Südosten der Türkei
verübt hatte. Ankara gestattete es nun auch USKampfjets, von der Basis Incirlik zu Einsätzen
gegen den IS zu starten. Gleichzeitig flammte
jedoch auch der Konflikt der türkischen Regierung mit der kurdischen PKK wieder auf. Das
türkische militärische Engagement richtet sich
nun in erster Linie gegen die kurdischen Kämpfer.
Anfang September kündigte Frankreich an,
seinen Luftkrieg gegen den IS zu intensivieren.
Bislang waren französische Jets nur über dem
Irak zum Einsatz gekommen, nun soll die
„Opération Chammal“ auf Syrien ausgeweitet
werden Seit einigen Wochen gibt es zudem
Anzeichen, dass auch Russland stärker in den
Konflikt eingreifen will. Meldungen machen die
Runde, dass Moskau die Militärhilfe für seinen
Verbündeten in der Region, dem syrischen
Machthaber Baschar al-Assad, signifikant
erhöhen will. Auch Spekulationen über einen
russischen Militäreinsatz in Syrien werden lauter.
Ein weiterer wichtiger Akteur im Kampf
gegen den IS ist der Iran, der seit Jahren die schiitische Regierung im Irak unterstützt. So sollen
schon iranische Drohnen über dem Irak eingesetzt worden sein. Zudem rüstet der Golfstaat
schiitische Milizen aus, die gegen den IS kämpfen. Auch iranische Soldaten der Revolutionsgarden sollen in den Reihen dieser Milizen
kämpfen.
Der Kampf gegen den IS ist indes nicht auf
Syrien und den Irak beschränkt. Im Sommer
2014 fielen IS-Kämpfer im Libanon ein und
konnten nur durch den massiven Einsatz der libanesischen Streitkräfte zurückgedrängt werden.
Vom Libanon aus operiert auch die schiitische
Organisation Hisbollah, ebenfalls ein Verbündeter der syrischen Assad-Regierung, gegen den IS.
In Libyen nutzte der IS den Machtkampf zwischen verfeindeten Milizen, um dort ebenfalls
Fuß zu fassen. Ägypten hat mehrfach seine Luftwaffe eingesetzt, um den Vormarsch der Islamisten in seinem Nachbarland zu stoppen.
Die Lage im Nahen Osten ist unüberschaubarer denn je – man ist weit davon entfernt, einen
Sieg über den hoch gerüsteten und gut organisierten IS vermelden zu können. Ob Luftangriffe
allein ausreichen, die Terrorgruppe entscheidend
zu schwächen, ist mehr als fraglich. Doch ein
Einsatz von Bodentruppen, abgesehen von punktuellen Operationen amerikanischer und britischer Spezialkräfte, ist bislang nicht vorgesehen.
yb
Ein US-Soldat beim Training mit einem irakischen Soldaten
in der Nähe von Bagdad. Auf dem Boden kommen zum Kampf
gegen den IS nur einheimische Kräfte zum Einsatz.
Im Oktober 2014 beobachten Zivilisten einen
Luftangriff der internationalen Koalition auf Stellungen des IS in der syrischen Stadt Kobane.
Die Bundeswehr Oktober 2015
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Die Bundeswehr Oktober 2015
Titel: Entstehung des ISIS
Fotos: dpa
ISIS-Sympathisanten in Falludja
im März 2014. Der Siegeszug
der Terror-Miliz überraschte die
meisten politischen Beobachter.
Vom Werdegang einer Terror-Miliz
ISIS: Sammlungsbewegung für Jihadisten wird zur Bedrohung
für den Weltfrieden – Radikalität und
Alleinvertretungsanspruch prägen die Organisation
Die Welt ist entsetzt: Über die Fernsehbildschirme flimmern Videos von marschierenden
Kämpfern unter schwarzer Flagge und unfassbaren Gräueltaten. Die Islamisten vom ISIS
(Islamischer Staat im Irak und in Syrien) haben
eine ohnehin schon unruhige Region erst richtig in Brand gesteckt. Woher kommt die militante Gruppe, gegen die mittlerweile rund 60
Staaten kämpfen? Welche Rolle
spielt sie im Syrien-Krieg? Und
was hat al-Qaida mit ihr zu tun?
I
m Juni 2014 nahm der Islamische Staat im Irak und in Syrien
(ISIS) weite Teile des West- und
Nordwestirak einschließlich der
Millionenstadt Mosul ein. Kurz darauf erklärte sich ihr Anführer Abu
Bakr al-Baghdadi zum Kalifen aller
Muslime und nannte seine Organisation kurzerhand in „Islamischer
Staat“ (IS) um. Tatsächlich besteht
die Organisation unter häufig geänderten Namen erst seit dem Jahr
2000 und erlebte im Jahre 2014
einen ungeahnten Aufschwung. Ihr
Gründer war der jordanische Terrorist Abu Musab al-Zarqawi (1966 bis
2006), der seine Anhänger 2003 in den Irak führte,
wo er und seine Nachfolger die amerikanischen
Besatzungstruppen und den neuen irakischen
Staat bekämpften. Trotz zahlreicher Rückschläge
gelang es der Organisation, nach dem Rückzug der
USA Ende 2011 wieder zu erstarken, ihre Aktivitäten auf Syrien auszuweiten und 2014 auch im Irak
in die Offensive zu gehen.
Die Entstehung des ISIS
Die Ideologie und Strategie des ersten Anführers
Abu Musab al-Zarqawi prägt die Geschichte von
ISIS bis heute. Der Jordanier gründete 2000 die
Organisation „Tauhid“ (Bekenntnis zur Einheit
Gottes) als Sammlungsbewegung für Jihadisten
aus Jordanien, Palästina, Syrien und dem Libanon.
Er hatte sein Hauptquartier in Afghanistan und
durfte ein Trainingslager nahe
Herat errichten. Obwohl er enge
Verbindungen zur al-Qaida unterhielt, vermied er es, sich der Organisation anzuschließen. Zarqawis
Ziele waren zunächst begrenzt und
spiegelten die Zusammensetzung
seiner Gruppierung wider: Er wollte das Königshaus in seinem Heimatland Jordanien stürzen und
Eines der wenigen Bilder von Abu Musab alZarqawi, dem ersten
Anführer der Gruppierung, aus der später
ISIS hervorgehen sollte.
Titel: Entstehung des ISIS
anschließend Jerusalem „befreien“. Ende 2001
flohen Zarqawi und seine Anhänger aus Afghanistan. Sie reisten über den Iran in den Nordirak. Dort
brach nach der amerikanisch-britischen Invasion
im Sommer 2003 ein Aufstand gegen die fortgesetzte amerikanische Präsenz aus, der von zahlreichen sunnitischen Gruppen unterschiedlicher
ideologischer Ausrichtung getragen wurde.
Eine der größten führte Zarqawi an, dem es
gelang, zahlreiche Iraker in seine Organisation zu
integrieren, die er nun „at-Tauhid wal-Jihad“ (Einheitsbekenntnis und Heiliger Krieg) nannte. Im
Oktober 2004 leistete Zarqawi einen Gefolgschaftseid auf al-Qaida-Führer Osama Bin Laden
und firmierte fortan als Emir von „al-Qaida im
Zweistromland“ (al-Qaida fi Bilad ar-Rafidain).
Die Integration vieler Iraker in die Gruppierung
führte auch zu einer Ausweitung der Ziele der irakischen al-Qaida: Zunächst sollten die amerikanischen Truppen aus dem Irak vertrieben und ein
islamischer Staat aufgebaut werden. Anschließend
wollten die Jihadisten den bewaffneten Kampf in
die Nachbarländer Syrien, Libanon und Jordanien
tragen, um Israel zu bekämpfen und Jerusalem zu
erobern.
Zarqawis Strategie: möglichst viele Aufsehen
erregende, brutale und opferreiche Anschläge auf
schiitische Würdenträger, Heiligtümer, Sicherheitskräfte und Zivilisten durchführen. Dadurch
wollte er Gegenschläge gegen die sunnitische
Bevölkerung provozieren und sich im folgenden
Bürgerkrieg zum wichtigsten Verteidiger der Sunniten aufschwingen. Der Bürgerkrieg brach
tatsächlich aus, nachdem die irakische al-Qaida im
Februar 2006 die den Schiiten besonders geheiligte Askariya-Moschee in Samarra bei einem Bombenanschlag zerstörte. Es zeigte sich jedoch
schnell, dass al-Qaida nicht in der Lage war, die
Sunniten vor den schiitischen Milizen zu schützen
Die Bundeswehr Oktober 2015
15
Eine Gruppe von Milizionären steht vor einer Polizeistation in der Ninive-Provinz im
Irak. Die Terrororganisation versucht, in den eroberten Gebieten im Irak und in Syrien staatsähnliche Strukturen zu etablieren.
– schon allein deshalb, weil Schiiten rund 60 Prozent und arabische Sunniten weniger als 20 Prozent der irakischen Bevölkerung stellen. Viele sunnitische Gruppierungen gaben ab September 2006
den bewaffneten Kampf auf, machten Frieden mit
den amerikanischen Besatzern und wandten sich
gegen al-Qaida. Zarqawi selbst erlebte den Niedergang seiner Schöpfung nicht mehr – im Juni 2006
wurde er bei einem amerikanischen Luftangriff
getötet.
Obwohl Zarqawi der al-Qaida 2004 öffentlichkeitswirksam Gefolgschaft geschworen hatte, handelte es sich bei seiner Gruppe (und später auch bei
ISIS) um eine unabhängige Organisation, die eine
grundsätzlich andere jihadistische Denkschule
vertrat als die al-Qaida-Zentrale in Pakistan. Beide
Gruppierungen teilten zwar wichtige Ziele wie die
Bekämpfung der US-Präsenz im Mittleren Osten,
doch konnten sie sich nie auf eine gemeinsame
Vorgehensweise einigen. Streitpunkte waren vor
Nahe Tal Afar im Juni 2006: US-Soldaten
rennen zu einem „Black-Hawk“-Transporthubschrauber. Es war die Zeit erbitterter Gefechte zwischen der US-Armee
und aufständischen Islamisten.
16
Die Bundeswehr Oktober 2015
Titel: Entstehung des ISIS
Kurdische Kämpfer im Süden
von Kirkuk. Die Peschmerga
haben inzwischen einige Erfolge gegen ISIS erzielt.
allem Zarqawis antischiitische Strategie, sein
kompromissloser Führungsanspruch gegenüber
anderen sunnitischen Gruppen und das Ausmaß
seiner brutalen Gewalttaten allgemein.
Dass Zarqawi sich überhaupt al-Qaida
anschloss, dürfte ganz profane Gründe gehabt
haben. Die al-Qaida verfügte über Finanzierungsund Rekrutierungsnetzwerke in den arabischen
Golfstaaten, zu denen Zarqawi mit der Umbenennung Zugang erhielt.
Es zeigte sich jedoch schon 2005, dass die
Beziehungen zwischen der irakischen al-Qaida
und der Zentrale gespannt waren. Zwar hielten
auch Osama Bin Laden und seine Anhänger die
Schiiten für Ungläubige. Dennoch lehnten sie
direkte Angriffe auf die Schiiten ab, weil sie in
erster Linie die USA bekämpfen und nicht unnötig
einen weiteren Gegner provozieren wollten. Bin
Laden-Stellvertreter Aiman az-Zawahiri machte
dies 2005 in einem Brief an Zarqawi deutlich, als
er den Jordanier ermahnte, dass seine antischiitische Strategie und die enthemmte Gewalt gegen
Zivilisten al-Qaida die öffentliche Unterstützung
raubten.
Zarqawi weigerte sich jedoch, dem Rat aus
Pakistan zu folgen. Die al-Qaida-Zentrale sah wiederum keine Möglichkeit, ihre Linie im Irak
durchzusetzen und fand sich stillschweigend mit
Milizionäre in einem Pick-up-Geländewagen passieren einen Checkpoint des
Islamischen Staates nahe Kirkuk rund 300 Kilomter von Bagdad entfernt. Die
Islamisten kontrollieren weite Gebiete im Irak.
der Strategie ihrer dortigen „Filiale“ ab. Zudem
hatte der Anschluss der Zarqawi-Gruppe den Vorteil, dass diese neben den Irakern vor allem Jordanier, Palästinenser, Syrer und Libanesen an al-Qaida band. Al-Qaida hatte zuvor mehrheitlich aus
Saudi-Arabern, Jemeniten, Kuwaitis und Ägyptern bestanden und galt als eine ägyptisch-golfarabische Organisation.
Zum Bruch kam es erst 2013/14, als die bis
dahin latente Konkurrenz zwischen der al-QaidaZentrale und der irakischen al-Qaida (ISI) über die
Frage, wer in Syrien das Kommando haben solle,
zu einem offenen Konflikt wurde. ISI beharrte auf
einem unbedingten Alleinvertretungsanspruch
und bekämpfte alle anderen Aufständischen. Der
neue al-Qaida-Führer Zawahiri wollte hingegen
auf den Kriegsschauplätzen Verbündete suchen
und pragmatisch mit ihnen zusammenarbeiten.
Niederlage im Irak
Nach Zarqawis Tod 2006 konnte die Organisation
ihren charismatischen Führer zunächst nicht adäquat ersetzen. Sein Nachfolger wurde der weithin
unbekannte Ägypter Abu Ayyub al-Masri (alias
Abu Hamza al-Muhajir), der die Organisation bis
zu seinem Tode im April 2010 faktisch führte. Ihm
wurde jedoch mit Abu Umar al-Baghdadi
(ursprünglich Hamid az-Zawi) ein Iraker zur Seite
gestellt. Hier ging es vor allem darum, gegenüber
der einheimischen Bevölkerung den irakischen
Charakter des ISI hervorzuheben, der im Ruf
stand, von ausländischen Jihadisten dominiert zu
sein. Mit Beginn des Bürgerkriegs war die Organisation in die Defensive geraten. Sie konnte die sunnitische Bevölkerung nicht vor den Gegenschlägen schiitischer Milizen schützen. Hinzu kam,
dass ISI gewaltsam gegen andere sunnitische Aufständische vorging, die sich seinem Führungsanspruch nicht beugen wollten. Viele nichtjihadisti-
Titel: Entstehung des ISIS
sche Aufständische verhandelten deshalb ab September 2006 mit den US-Truppen. Sie stellten die
Angriffe auf US- und irakische Truppen ein und
gingen fortan gegen ISI vor. Im Gegenzug versorgten die US-Truppen ihre neuen Verbündeten mit
Geld und Waffen. Ende 2007 zählten die Mitglieder dieser Milizen, die sich „Räte des Erwachens“
(sahawat) nannten, bereits mehr als 70 000
Angehörige.
Der ISI wurde immer schwächer, die sunnitische Aufstandsbewegung löste sich auf. Eine weitere Schwächung bedeutete der Tod der beiden
Anführer, Masri und Abu Umar al-Baghdadi, in
einem Gefecht mit irakischen und amerikanischen
Truppen im April 2010.
Der syrische Bürgerkrieg und das
Wiedererstarken von ISIS
Im Nachbarland Syrien setzte 2011 zunächst ein
Aufstand gegen das Regime des Präsidenten Bashar al-Assad ein, der schnell in einen Bürgerkrieg
mündete. Abu Bakr al-Baghdadi (ursprünglich
Ibrahim al-Badri) schickte im Sommer 2011 eine
Gruppe syrischer Kämpfer in ihr Heimatland, die
im Auftrag des ISI dort die Hilfsfront für die Menschen Syriens (Jabhat an-Nusra li-Ahl ash-Sham)
gründeten. Unter der Führung des Syrers Abu
Muhammad al-Jaulani wurde die Nusra-Front im
Laufe des Jahres 2012 zu der mit Abstand wichtigsten jihadistischen und auch zu einer der stärksten
aufständischen Gruppierungen. Die Organisation
profitierte davon, dass Syrer im Aufstand im Irak
ab 2003 eines der größten ausländischen Kontingente gestellt hatten und fast alle ausländischen
Kämpfer über Syrien anreisten.
Je stärker die Nusra-Front wurde, desto
schlechter wurde das Verhältnis zwischen Baghdadi und Jaulani, weil der Syrer versuchte, sich der
Kontrolle durch den ISI zu entziehen. Der Konflikt
hatte auch eine ideologische Dimension, denn die
Nusra-Front folgte nicht dem Vorbild ihrer irakischen Mutterorganisation. Vielmehr orientierte sie
sich an den Vorgaben der al-Qaida-Führung und
baute auf enge Kontakte zu den nichtjihadistischen
Aufständischen, um so Assad möglichst rasch zu
stürzen. Baghdadi fürchtete, die Kontrolle über
Jaulani vollends zu verlieren und erklärte in einer
Audiobotschaft vom 8. April 2013, dass die Nusra-Front lediglich der verlängerte Arm des ISI und
ein integraler Bestandteil desselben sei. Die
Bezeichnungen „Nusra-Front“ und „Islamischer
Staat Irak“, so Baghdadi, würden zugunsten des
neuen gemeinsamen Namens „Islamischer Staat
im Irak und in Syrien“ (ISIS) abgeschafft. Fortan
gab es einen Machtkampf zwischen der NusraFront, Baghdadi und der al-Qaida-Zentrale unter
Aiman az-Zawahiri. Zunächst weigerte sich Jaulani, die Nusra-Front Baghdadi zu unterstellen. Vielmehr suchte er Unterstützung bei Zawahiri, indem
er ihm Gefolgschaft schwor. Der al-Qaida-Führer
griff nun in den Konflikt zwischen den beiden
„Filialen“ ein. Er stützte die Position Jaulanis,
indem er dekretierte, dass der ISIS aufzulösen sei
und der ISI und die Nusra-Front unabhängig voneinander und unter dem Oberbefehl der al-QaidaZentrale in ihrem jeweiligen Heimatland operieren
sollten. Baghdadi weigerte sich aber, dem Folge zu
leisten, so dass Zawahiri ihn im Januar 2014 aus
dem al-Qaida-Verbund ausschloss.
Zugleich übernahmen ISIS-Einheiten ab Früh-
sommer 2013 schrittweise Stützpunkte der NusraFront im Osten und Norden des Landes. Sie profitierten davon, dass viele Nusra-Führer und Mitglieder zu ihnen überliefen. ISIS kämpfte zwar
gelegentlich gegen Regimetruppen, konzentrierte
sich aber darauf, seinen Einfluss in dem bereits von
Rebellen gehaltenen Gebiet auszuweiten. Ab Sommer nahmen die Konflikte zu, weil ISIS immer
häufiger Gewalt anwandte und zahlreiche Kommandeure konkurrierender Gruppen ermordete.
Im Dezember eskalierten die Spannungen vor
allem zwischen ISIS und der Islamischen Front –
einem Bündnis islamistischer und salafistischer
Gruppierungen unter der Führung der Freien Männer von Syrien (Ahrar ash-Sham) – und mündeten
in heftige Kämpfe. Der ISIS musste sich daraufhin
aus Aleppo und seiner Umgebung Richtung Osten
zurückziehen.
Die Bundeswehr Oktober 2015
17
Baghdadi zu einer ernsthaften Konkurrenz für alQaida-Führer Zawahiri. Dies zeigte sich vor allem
an der großen Zahl der ausländischen SyrienKämpfer, die sich von anderen Gruppen abgewandt und ISIS angeschlossen haben. Unter ihnen
sind besonders Saudi-Araber, Marokkaner und
Tunesier stark vertreten, doch auch Libyer, Jordanier und Türken stellen starke Kontingente. Hinzu
kommen zahlreiche Tschetschenen, Aserbaidschaner und auch Europäer. Für sie scheinen Baghdadis Schiitenhass, die hemmungslose Brutalität
und die Fixierung auf die „Befreiung“ Jerusalems
eher dem Wesenskern der salafistisch-dschihadistischen Ideologie zu entsprechen als Zawahiris
politischer Pragmatismus.
Hinzu kommt die sehr gute finanzielle Ausstattung der Gruppierung. Sie erhält zwar keine
staatliche Unterstützung, doch hat sie auf ihrem
2007: US-Soldaten auf der Suche
nach Waffen und
Aufständischen in
Baqubah im Irak.
Zu dieser Zeit
begann die
Strategie der USFührung langsam
Erfolge zu zeigen.
Streit um die Führung der
Jihadisten-Bewegung
Schon mit der Umbenennung in „Islamischer Staat
im Irak“ (ISI) im Oktober 2006 untermauerte der
irakische al-Qaida-Ableger seinen Anspruch, an
der Spitze der jihadistischen Bewegung zu stehen.
Abu Umar al-Baghdadi nahm folgerichtig auch
den Titel „Befehlshaber der Gläubigen“ (Amir alMu’minin) an – was einen Führungsanspruch für
die gesamte Gemeinschaft der (sunnitischen)
Muslime impliziert. Der ISI konnte den Konflikt
mit der al-Qaida-Zentrale jedoch erst forcieren, als
er unter der Führung von Abu Bakr al-Baghdadi im
Irak nach dem amerikanischen Abzug wieder stärker wurde. Schon Ende 2013 eroberten ISI/ISISKämpfer ihre alte Hochburg Falludja und auch Teile von Ramadi westlich von Bagdad. Im Sommer
2014 folgte dann der Siegeszug in Mossul. Anschließend ging ISIS zweigleisig vor: Zum einen
kämpfte er im benachbarten Syrien, wo es ISIS im
Juni und Juli gelang, die Nusra-Front aus ihren verbliebenen Stellungen im Osten des Landes zu vertreiben und wo es immer häufiger zu schweren
Gefechte zwischen ISIS und Regimetruppen kam.
Zum anderen griff ISIS im Norden und Westen von
Mossul stationierte Truppen der kurdischen
Regionalregierung an – woraufhin die US-Regierung Luftangriffe auf ISIS-Einheiten anordnete.
Durch die Erfolge im Irak und in Syrien wurde
Siegeszug im Irak Hunderte Millionen Dollar
erbeutet. Hinzu kommen Spenden reicher Privatleute aus den Golfstaaten, Einnahmen aus Steuern
und Zöllen und Einkünfte aus dem Verkauf von
Gas und Öl, die es ISIS sogar erlauben, seinen
Kämpfern Gehälter zu zahlen und zahlreiche neue
Rekruten auszuheben.
Es wird sich erst in den kommenden Jahren
zeigen, ob die jihadistische Denkschule von Zarqawi und Baghdadi sich gegen die von Zawahiri
und al-Qaida durchsetzen wird. Viel wird davon
abhängen, ob ISIS wirklich über längere Zeit ein
größeres Territorium halten und dort ein staatsähnliches Gebilde aufbauen kann. Gegen ISIS spricht
seine Neigung, alle seine zahlreichen Feinde zur
gleichen Zeit zu bekämpfen, was im Irak schon
2007/2008 zur Niederlage führte. Für ihn spricht
die offenkundige Schwäche der Staaten im Irak
und in Syrien, die auf Jahre hinaus instabil bleiben
werden. In jedem Fall wird ISIS im Irak und in
Syrien noch lange präsent bleiben, sodass brutale
Gewalttaten gegen Schiiten, Alawiten, Christen
und andere Minderheiten und Konflikte unter
Rebellenorganisationen in den beiden Ländern an
der Tagesordnung bleiben werden.
Mit Material der Bundeszentrale für
politische Bildung/Guido Steinberg
18
Die Bundeswehr Oktober 2015
Haushalt 2016
Foto: dpa
Finanzminister Wolfgang
Schäuble bei der Beratung
des Haushaltsentwurfs für
2016. Für die Bundeswehr
will die Bundesregierung
nun mehr Geld locker
machen.
Maßnahmen zur Reform des
Sicherheitssektors in unseren
Nachbarregionen. Das ist
moderne Sicherheitspolitik“,
sagte die Grünen-Politikerin
Doris Wagner. Der Abgeordnete Alexander Neu von der
Fraktion Die Linken wollte
indessen mit Zahlen ganz
anderer Art Aufmerksamkeit
erregen, als er erklärte: „Sehr
geehrte Steuerzahlerinnen und
Steuerzahler oben auf den
Tribünen, Sie zahlen im Jahr
2016 450 Euro pro Nase in die-
Gestiegener Haushalt: Ursula von der Leyen sieht eine „Trendwende“ für die Bundeswehr
Mehr Geld, viel Lob und das Personal
auf dem Prüfstand
N
ach der parlamentarischen Sommerpause hat sich der Deutsche Bundestag nun
mit der Beratung zu dem von der Bundesregierung eingebrachten Haushaltsentwurf
2016 zurückgemeldet. Der den Verteidigungsetat enthaltenden Einzelplan 14 stand am Nachmittag des 9. Septembers auf der Tagesordnung.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende, Hauptmann Andreas Steinmetz, verfolgte die Debatte
von der Zuschauertribüne aus.
Der Entwurf sieht einen Verteidigungshaushalt in Höhe von 34,37 Milliarden Euro vor. Im
Vergleich zum Vorjahr ist er damit um 1,4 Milliarden Euro gewachsen. Sein Etat entspricht
damit elf Prozent des gesamten Haushaltsvolumens 2016. Im Jahr 2019 soll der Verteidigungsetat auf 35.18 Milliarden Euro anwachsen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen
(CDU) begrüßte den größeren Verteidigungshaushalt als eine „Trendwende“. Angesichts der
aktuellen und künftigen Herausforderungen seien modern aufgestellte und vielseitig einsetzbare
Streitkräfte nötig, was nur mit einer soliden
Finanzierung einhergehen könne. Eine gute
Absicherung und Ausstattung sei Deutschland
sowohl seinen Soldaten als auch seinen NatoVerbündeten schuldig, damit diese sich auf unser
Land verlassen können. Von der Leyen versprach, dass der Verteidigungshaushalt in Höhe
von 1,17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts
auch künftig gehalten wird. In 2021 wären das
laut Prognosen 41 Milliarden Euro.
Die Gründe für einen größeren Verteidigungsetat liegen in der Umverteilung finanziel-
ler Mittel aus anderen Einzelplänen. Einzelne
Haushaltstitel sind: 11,39 Milliarden Euro für
Personal, knapp 2,9 Milliarden Euro für Materialerhaltung und 2,85 Milliarden Euro für sonstige Betriebsausgaben wie Aufwendungen für
Liegenschaften. Rüstungsinvestive Ausgaben
sind mit 5,48 Milliarden Euro veranschlagt. Für
Versorgungsausgaben – zum Beispiel die Pension von Berufssoldaten und Beamten im Ruhestand – stehen 5,67 Milliarden Euro bereit. Die
Ausgaben für die Agenda Attraktivität belaufen
sich für das Jahr 2016 für die untergesetzlichen
Maßnahmen auf 32,25 Millionen Euro und für
die Maßnahmen im Rahmen des Attraktivitätsgesetzes auf 328,7 Millionen Euro.
Neu war die Ankündigung der Verteidigungsministerin, die Personalstruktur der Bundeswehr auf den Prüfstand zu stellen: „Wenn auf
Dauer unser oberstes Ziel ist, einsatzbereit, stark
und den Aufgaben gewachsen zu sein, dann müssen wir unseren Personalkörper so aufstellen,
dass die Menschen diese Aufgaben auch bewältigen können“. Der Deutsche BundeswehrVerband hatte dies schon im März gefordert.
Rückendeckung bekam die Ministerin nicht
nur aus eigenen Reihen, sondern auch von der
SPD. Karin Evers-Meyer sprach von einem
erkennbaren Bedarf der Bundeswehr an Personal
und Ausstattung: „Für jeden ist offensichtlich,
dass einige Sparentscheidungen der letzten Jahre
schlichtweg falsch waren.“ Bündnis 90/Die Grünen kritisierten die Ausgaben für weitere Waffenlieferungen. „Viel besser wäre unser Geld
doch investiert in Bildung, in Infrastruktur, in
sem Land für die Bundeswehr.“ Der Versuch
ging nicht ganz auf: Sowohl der stellvertretende
Bundesvorsitzende als auch die anderen Anwesenden auf der Zuschauertribüne blieben angesichts der Zahlen unbeeindruckt.
Zur Debatte des Verteidigungsetats fand der
Bundesvorsitzende, Oberstleutnant André Wüstner, klare Worte: „Es ist gut, dass die Ministerin
sich zum Verteidigungshaushalt klar positioniert
und vor allem die Verstetigung bei 1,17 Prozent
des Bruttoinlandsprodukts für die nächsten Jahre
festgelegt hat. Allerdings sind auch diese 1,17
Prozent zu wenig, wenn man sich die ständig
neuen Aufgaben wie bei der Flüchtlingshilfe
anschaut und außerdem die Nato-Festlegung von
zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts im
Blick hat. Wer außerdem genau hingehört hat,
wird erkannt haben, dass die Ministerin auch in
der zweiten Halbzeit der Legislaturperiode noch
viel vorhat. Zum Beispiel durch die Ankündigung, das Personal der Bundeswehr prüfen zu
lassen, zeigt sie: Sie will weiterhin gestalten und
nicht verwalten“. Auch Steinmetz befürwortete
den Einzelplan 14: „Die Ankündigungen von
Ministerin von der Leyen sind Ergebnis einer
umfassenden Aufgabenkritik. Der Verband hat
schon 2012 gesagt, dass eine Aufgabenkritik am
Anfang stehen muss. Nun passiert dies endlich.“
Fast alle Redner lobten die Arbeit der Bundeswehr. Insbesondere im Rahmen der Flüchtlingshilfe haben die Soldaten schnell, unkompliziert und mit freiwilligem Engagement angepackt, lobte die Verteidigungsministerin.
Anika Scharlau
Berlin. Diese Meldung sorgte für
Aufsehen: Die Bundeswehr soll
5000 Berufssoldaten mehr als bisher bekommen. Das bedeutet aber
nicht, dass die Streitkräfte insgesamt mehr Personal haben werden –
es bleibt bei den maximal 185 000
Soldaten. Verändert wird lediglich
das Verhältnis von Berufssoldaten
zu Soldaten auf Zeit. Bisher gibt es
rund 125 000 Zeit- und ca. 45 000
Berufssoldaten, was zusammen mit
den bis zu 15 000 Freiwillig Wehrdienstleistenden und sogenannten
Schülerstellen 185 000 ergibt. Nun
Mehr Soldaten für die Bundeswehr? So einfach ist es nicht – es wird
zwar mehr Berufssoldaten geben, dafür aber weniger SaZ.
Die Bundeswehr Oktober 2015
19
hang der Streitkräfte. Dieser Überhang, der unter anderem zum Personalabbau durch das Bundeswehrreform-Begleitgesetz geführt hat,
betrifft die älteren Jahrgänge unter
den Berufssoldaten. Die Übernahme von etwas mehr jüngeren Kameraden zum Berufssoldat nützt hier
nichts. Deshalb besteht auch weiterhin der Bedarf an einer Folgeregelung zum BundeswehrreformBegleitgesetz.
Wie geht es weiter? Nach der
Entscheidung der Ministerin geht es
an die dritte Überarbeitung des „Per-
Ministerium erfüllt Verbandsforderung
5000 Berufssoldaten mehr – was bedeutet das?
hat Ministerin Ursula von der Leyen
entschieden, 50 000 Berufssoldaten
und 120 000 Soldaten auf Zeit zu
haben, und erfüllt damit zugleich
eine Forderung des Deutschen BundeswehrVerbands.
Das hat zwei Folgen: Erstens
steigt die Chance, zum Berufssoldaten ernannt zu werden. Damit
haben die Streitkräfte mehr Dienstverhältnisse auf Lebenszeit. Was im
übrigen öffentlichen Dienst selbstverständlich ist – das nahezu
unkündbare
Beschäftigungsverhältnis auf Lebenszeit – fehlt den
Streitkräften zu einem großen Teil.
Immerhin gibt es künftig etwas
mehr Möglichkeiten, gutem Personal eine Berufsperspektive in den
Streitkräften zu geben.
Zweitens sinkt der Regenerationsbedarf bei den Zeitsoldaten: Da
weniger Soldaten auf Zeit die Bundeswehr schnell wieder verlassen,
müssen weniger Nachfolger eingestellt werden. In Zeiten angespannter
Nachwuchsgewinnung kann das nur
nützlich sein.
Wegen des gleich doppelt positives Effekts hatte der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner
diese Änderung bereits im März
gefordert. Er sagte: „Nur so können
Fachkräfte, die bereits heute schwer
zu rekrutieren sind, auf Dauer in der
Bundeswehr gehalten werden.“
Keine Auswirkung haben die
5000 zusätzlichen Berufssoldaten
allerdings auf den Personalüber-
sonalstrukturmodells 185“, die wiederum gebilligt werden muss. Dann
erst steht fest, in welchen Verwendungsreihen genau es mehr Berufssoldaten geben wird. Die Planungen
betreffen die Feldwebellaufbahn im
Allgemeinen Fachdienst, Genaueres
fehlt noch.
Wir rechnen damit, dass die neuen Quoten für den Einstellungstermin 1. Januar und für das Übernahmeverfahren zum Berufssoldaten ab
Frühjahr 2016 gelten.
fw I
G36 wird ausgemustert – Zehntausende Bundeswehr bekommt neues Maschinenneue Gewehre für die Bundeswehr
gewehr erst mit Verspätung
Berlin. Das G36 gehört bald zum
alten Eisen: 167 000 Standardgewehre der Bundeswehr werden ausgemustert. Die Truppe kann sich über
Ersatz freuen.
Verteidigungsministerin Ursula
von der Leyen mustert das Standardgewehr G36 aus und begründete die
Entscheidung: „Wir haben uns im
Einvernehmen mit der militärischen
Führung für einen klaren Schnitt entschieden“, erklärte die CDU-Politikerin. „Nach fast 20 Jahren G36 wollen wir eine neue Generation Sturmgewehr für die Bundeswehr beschaffen.“ Der Auftrag soll europaweit
ausgeschrieben werden.
Die Ministerin hatte bereits Anfang April erklärt, dass das Gewehr
von Heckler & Koch wegen Präzisionsproblemen in seiner jetzigen
Form keine Zukunft in der Bundeswehr hat. Offen war aber noch, ob die
167 000 Waffen ausgemustert oder
nachgerüstet werden.
Auch DBwV-Chef Oberstleutnant André Wüstner hatte sich deutlich geäußert: „Die Untersuchungsergebnisse zeigen eindeutig, dass
jetzt umgehend der Entwicklungsund Beschaffungsprozess für ein
neues System Sturmgewehr eingelei-
tet werden muss.“ Wüstner mahnte
jedoch auch an, die Übergangsphase
nicht aus den Augen zu verlieren:
„Für die Zwischenzeit muss sicherstellt werden, dass Regeneration und
Instandhaltung des G36 und damit
der Ausbildungsbetrieb als wesentlicher Grundbaustein für die Einsatzbereitschaft von Streitkräften gewährleistet bleibt.“
Auslieferung ab 2019
Die ersten Exemplare sollen
2019 ausgeliefert werden. Für die
Übergangsphase will die Bundeswehr 600 Sturmgewehre anderen
Typs (G27P) und 600 leichte Maschinengewehren (MG4) anschaffen.
Zusammenfassend sagte André
Wüstner: „Es ist gut und richtig, dass
das Thema Ausrüstung der Bundeswehr die entsprechende Aufmerksamkeit des Parlaments erfährt. Die
Soldatinnen und Soldaten brauchen
die bestmögliche Ausrüstung. Das
gilt allerdings nicht nur für die Handwaffen, sondern für die gesamte Ausstattung der Bundeswehr. Sie leidet
unter einem enormen Modernisierungsstau, der seinen Grund in den
strengen Sparauflagen der vergangenen Jahre hat.“
dpa/eb
Das MG5 soll das neue Standard-Maschinengewehr der
Truppe werden. Doch bei einer abschließenden Prüfung gibt
es Unregelmäßigkeiten. Droht nach den Problemen mit dem
Sturmgewehr G36 die nächste Panne?
Berlin. Nach den Schwierigkeiten
mit dem Sturmgewehr G36 hat die
Bundeswehr auch Ärger mit dem
neuen Maschinengewehr MG5 eingeräumt. Wegen der Probleme werde sich die ursprünglich für diesen
Sommer geplante Auslieferung voraussichtlich bis 2016 verzögern,
sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. An der
grundsätzlichen Tauglichkeit des
Gewehrs – das wie das G36 von
Heckler & Koch hergestellt wird –
ändere dies jedoch nichts: „Wir
gehen davon aus, das MG5 ist
geeignet. „Über die Lieferverzögerung hatte zuerst die „Bild am Sonntag“ berichtet.
Dem Sprecher zufolge hatte das
Heer die Waffe im Januar 2015 als
„bedingt geeignet“ bewertet und
Änderungswünsche formuliert, die
berücksichtigt wurden. Dafür habe
es „Unregelmäßigkeiten“ gegeben
bei der abschließenden Typ- und
Ablieferungsprüfung, bevor die
Waffe in Serienfertigung geht.
Nähere Details nannte der Sprecher
nicht. Die Prüfung dauere noch an.
Das MG5 soll das neue Standard-Maschinengewehr der Truppe
werden. Insgesamt 12 733 Exemplare orderte das Verteidigungsministerium im Juli 2013 bei Heckler
& Koch. Als Kosten sind rund 200
Millionen Euro veranschlagt.
Mit dem Hersteller streitet die
Bundeswehr derzeit vor Gericht
darüber, ob die Standardwaffe, das
Sturmgewehr G36, Mängel aufweist oder nicht (siehe nebenstehenden Bericht).
dpa
Fotos: Bundeswehr, Heckler & Koch
Notiert
Die Bundeswehr Oktober 2015
Bundeswehr und Flüchtlinge
Fotos: dpa
20
Soldaten der Bundeswehr bauen im August in Hamburg auf dem Ohlstedter Platz Zelte für Flüchtlinge auf. Die Zeltstadt sollte Schlafplätze für bis zu 420 Menschen bieten. Wie hier in Hamburg
war die professionelle Hilfe der Soldaten häufig gefragt.
tes Hab und Gut in einer Plastiktüte.“ Alles erledigten die Celler Soldaten bei laufendem Betrieb:
„Der Flugbetrieb in der Kaserne konnte die ganze
Zeit weiterlaufen. Die Organisation hat hervorragend funktioniert“, lobt David das Zusammenspiel der Kräfte.
Es war bereits abzusehen, dass die Kapazitäten in der Notunterkunft nicht ausreichen würden.
Die Bundeswehr stellte also zusätzlich zwei
Gebäude in Wietzenbruch zur Verfügung.
Zwar ist die Unterbringung und Erstversorgung die dringendste Aufgabe bei der ersten Hilfe
für die Flüchtlinge. Doch die Bundeswehr unterstützt auch mit Material wie mobilen Röntgengeräten und mit der Abstellung von Personal. Auf
freiweilliger Basis bearbeiten zudem bis zu 150
Angehörige der Bundeswehr zeitweise für drei
Monate Asylbewerberanträge beim Bundesamt
für Migration und Flüchtlinge.
Wenn’s eng wird, ist die Bundeswehr da
Und eng wird es überall – in den Erstanlaufstellen, in den provisorischen Unterkünften in den
Kommunen, auf den Schreibtischen der Bearbeiter für die Asylanträge: Die Bewältigung des
Zustroms von Flüchtlingen ist in den vergangenen Wochen zur nationalen Aufgabe geworden.
Und wie immer packen die Menschen in der Bundeswehr tatkräftig mit an.
V
erteidigungsministerin Ursula von der
Leyen hatte bei einem Besuch der Grüntenkaserne in Sonthofen „maximale
Kulanz“ zugesagt, was die Unterstützung bei der
Unterbringung und Versorgung angeht: „Wir helfen den Flüchtlingen mit allen uns zur Verfügung
stehenden Mitteln.“ Tatsächlich sind allein in dieser Kaserne rund 250 Menschen zunächst untergekommen. Hier zeigt sich zudem, wie konkrete
Hilfe funktionieren kann: So wurde ein Teil der
Fläche der Grüntenkaserne abgetrennt und an die
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
übergeben, die das Areal der Stadt Sonthofen für
die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbegehrenden zur Verfügung stellt.
Insgesamt sind es inzwischen jedoch rund
21 000 (Stand 17. September), denen die Bundeswehr in 48 Liegenschaften ein vorläufiges Domizil verschafft hat. Der überwiegende Teil der
Flüchtlinge ist in Kasernen oder auf Flächen
beherbergt, die die Bundeswehr nach dem Sonthofener Vorbild an die BImA komplett oder teilweise vorzeitig zurückgegeben hat. Zusätzlich stehen
zahlreiche Plätze in Liegenschaften der Bundeswehr zur Verfügung, die zur Unterbringung von
Flüchtlingen zeitlich befristet mitbenutzt werden.
So wird etwa seit dem 15. August das Lager
„Übende Truppe“ am Standort Ohrdruf dazu
genutzt, 180 Flüchtlinge unterzubringen. Weiter
stellt die Bundeswehr unter anderem in Hamburg,
in Halberstadt in Sachsen-Anhalt und DoberlugKirchhain in Brandenburg Zelte bereit, die Platz
für mehr als 1000 Menschen bieten.
Die Liste der Standorte für Flüchtlingsunterkünfte wird immer länger, es sind mittlerweile 48.
In der Lüneburger Heide etwa ist eine vorläufige
Notunterkunft auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Celle-Scheuen eingerichtet worden. In Empfang nahmen die Neuankömmlinge
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen
beim Besuch der Sonthofener Grüntenkaserne.
Sie versprach großzügige Hilfe.
Notunterkunft in einer ehemals von der Bundeswehr genutzten Sporthalle in Stern-Buchholz bei Schwerin
die Soldaten und das Deutsche Rote Kreuz in der
Heeresflieger-Kaserne in Celle-Wietzenbruch.
Denn die Bundeswehr sorgte für die Erstverpflegung und führte den medizinischen Erstcheck
durch. Zudem wurden die Flüchtlinge zunächst in
der Turnhalle auf dem Heeresflugplatz untergebracht.
Nicht nur dienstliche Aufgabe, sondern
Ehrensache ist eine solche Mitarbeit für Hauptfeldwebel Michael David, Vorsitzender der Truppenkameradschaft Flugbetriebsstaffel in Celle:
„Es gab unter den Soldaten eine überwältigende
Bereitschaft zu helfen.“ Dafür opferten die Soldaten auch gern den Sonntag. Vom Nachmittag
bis spät in die Nacht bereiteten die Bundeswehrangehörigen alles vor, inklusive Bettenlager in
der Turnhalle. „Es war klasse, mit welcher Motivation alle Beteiligten zu Werke gegangen sind.“
Vielen seien die Strapazen der Flucht anzusehen gewesen, sagte David zum Erscheinungsbild
der Flüchtlinge. „Die meisten hatten nur dabei,
was sie am Leib tragen. Andere trugen ihr gesam-
Dazu gibt es zahlreiche private Initiativen der
Staatsbürger in Uniform. So haben Mitglieder
des Vereins Deutscher Soldat e.V. auf dem Gelände des Landesamts für Soziales und Gesundheit
in Berlin-Moabit Spenden an die dort lagernden
Bürgerkriegsflüchtlinge übergeben.
Von der Leyen hatte die Unterbringung und
Versorgung von Flüchtlingen und Asylbegehrenden als eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe bezeichnet. „Für uns in der Bundeswehr ist
es selbstverständlich, dabei zu helfen, wo immer
wir können.“
Die Verteidigungsministerin sieht allerdings
das Flüchtlingsproblem nicht allein durch deutsche Unterstützung als gelöst an. So sei auf den
Fluchtwegen weiterhin Hilfe notwendig, außerdem müssten die Ursachen für die Flucht in den
Heimatländern dringend beseitigt werden.
Weitere Informationen, eine Liste der Standorte und den aktuellsten Stand der Flüchtlingshilfe durch die Bundeswehr gibt es unter
www.bit.ly/1HU4ri8
fh I
Bundeswehr und Flüchtlinge
Die Bundeswehr Oktober 2015
21
Von der Leyen fordert Unterstützung –
„wo immer möglich und vertretbar“
on rund 800 000 Flüchtlingen und Asylsuchenden ging Verteidigungsministerin
Ursula von der Leyen in ihrem Tagesbefehl vom
26. August noch aus. Schon bald war diese Zahl
überholt: Kurz darauf nannten Regeriungsmitglieder die Zahl von einer Million Menschen, die
in diesem Jahr in Deutschland Zuflucht finden
wollen.
Umso mehr ist auch der Einsatz der Bundeswehr gefordert. In ihrem Tagesbefehl vom 26.
August formuliert es Ursula von der Leyen so:
„Ich bitte Sie alle, im gesamtgesellschaftlichen
Interesse, die Ersuchen von anderen Bundesbehörden, Ländern und Kommunen vorbehaltlos
aufzunehmen und diese auf den eingespielten
Wegen zur schnellen Entscheidung zu bringen.
Meine Absicht ist es, diese wo immer möglich
und vertretbar zu realisieren.“
Auf Bitten des Bundesinnenministers sei
zudem eine Anfrage auf personelle Unterstützung an die Verteidigungsministerin herangetragen worde. Gesucht würden Verwaltungsbeamte
sowie ziviles und technisches Personal aus den
Bereichen IT-Infrastruktur und Liegenschaftsmanagement. Die Kräfte werden zum Aufbau der
vier neuen Entscheidungszentren in Berlin,
Nürnberg, Unna und Mannheim gebraucht. Als
Ansprechstelle gab die Ministerin das Bundesamt für Personalmanagement an.
Von der Leyen dankte in dem Schreiben allen
Helfern der Bundeswehr, die bis dahin schon in
der Flüchtingshilfe aktiv geworden sind. Tausenden Menschen habe man durch die Unterbringung in Kasernen oder in Zelten der Bundeswehr
Foto: imago/Christian Mang
V
Soldaten errichten auf einem ehemaligen Kasernengelände in Doberlug-Kirchhain im brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis ein Zelt für Flüchtlinge.
eine erste Unterkunft nach ihrer Flucht bieten
können.
Für die Unterstützung von Bund, Ländern
und Kommunen bei der Flüchtlingshilfe sind die
Landeskommandos zuständig. Sie sind in der
Fläche präsent und dienen als die jeweiligen
Ansprechstellen für Unterstützungsleistungen,
die die Bundeswehr im Rahmen der Amtshilfe
erbringt. Die Landeskommandos unterstehen
direkt dem Kommando Territoriale Aufgaben in
Berlin, das zur Streitkräftebasis gehört.
Zum 1. September hatte Staatssekretär Gerd
Hoofe mit sofortiger Wirkung die „Steuergruppe
Unterstützung Flüchtlingshilfe“ unter der Leitung des Unterabteilungsleiters I der Abteilung
Führung Streitkräfte, Generalmajor Klaus von
Heimendahl, eingesetzt. Sie steuert und begleitet
auf ministerieller Ebene die Unterstützungsleistungen und unterrichtet die Leitung des BMVg
zur Lage der Flüchtlingshilfe in Deutschland.
Die Steuergruppe dient zugleich als res-sortübergreifende Ansprechstelle.
BMVg/eb
„Eine Erfahrung, die mein Leben bereichert hat“
Die Kameradschaft ERH Gießen hat Zelte für Flüchtlinge aufgebaut – im Interview schildert der SaZBeauftragte im Landesverband West, Oberstabsfeldwebel a.D. Jürgen Gemmer, wie der Einsatz verlief
Die Kameraden der ERH Gießen haben sich an
der Flüchtlingshilfe beteiligt. Wie ist es dazu
gekommen?
Oberstabsfeldwebel a.D. Jürgen Gemmer:
„Dringend Helfer gesucht“ – diese Bitte der
Stadt Darmstadt erreichte uns über den Kameraden Jens Mansmann, Kreisorganisationsleiter
der Geschäftsstelle Darmstadt des VdRBw. Wir
haben alle kurzfristig erreichbaren Mitglieder
kontaktiert und spontan mit der Hilfe begonnen.
Was wurde konkret geleistet? Wie verlief der Einsatz?
Gemmer: Überall, wo wir gebraucht wurden,
haben wir angepackt, etwa beim Aufbau und der
Inbetriebnahme der Außenstelle der hessischen
Erstaufnahmeeinrichtung in Darmstadt. Dazu
gehörte auch aufbauen, einräumen, umräumen
und vorbereiten der Erstaufnahme für Frauen
und Kinder aus dem überfüllten Lager aus
Gießen. Die neue Einrichtung besteht aus einer
Zeltstadt und Gebäuden mit festen Unterkünften
Jürgen Gemmer
für 600 Personen in
der Starkenburgkaserne.
Die
Flüchtlinge waren
mit der Einrichtung zufrieden, bis
ein kurzer, aber
heftiger
Sturm
über
Darmstadt
hinweggefegt ist.
Einhergehend mit
heftigem
Regen
wurden einige Zelte umgerissen und unterspült.
Jetzt war unsere Unterstützung für eine schnelle
Wiederherstellung der Einrichtung gefordert.
Die Arbeitsunterstützung durch die Füchtlinge
selbst hat bei diesen schweren Arbeiten noch
Wünsche offen gelassen. Der Einsatz der ehemaligen Soldaten und Reservisten mit den örtlichen
Hilfsorganisationen wie DRK, Feuerwehr und
THW verlief duch den guten Leitungsstab sehr
geordnet und zielführend.
Welche Bilanz ziehen Sie für sich aus diesem Einsatz?
Gemmer: Asylrecht kann sicher nicht die
Armutsprobleme der Welt lösen. Meine christliche und soziale Verantwortung verlangen
jedoch, den Menschen in Not, hier vor Ort, das
Mögliche zu bieten, um ihnen aus dieser Situation zu helfen. Es war eine Erfahrung, die mein
Leben auf eine besondere Art bereichert hat.
Würden Sie nochmal auf dieser Art und Weise
freiwillig unterstützen?
Gemmer: Ja, ich bin wieder dabei, wenn es darum geht, Menschen hier Hilfe zu leisten. Unser
erfolgreicher Einsatz hat gezeigt, das die Kooperation mit dem Reservistenverband auch zu der
Erfüllung wichtiger Aufgaben in diesem Land
dient. Jederzeit würde ich in dieser Art und Weise
wieder mit anpacken.
I
Die Bundeswehr Oktober 2015
Auslandseinsatz
Foto: dpa
22
Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Afghanistans Präsident Aschraf Ghani im Präsidentenpalast von Kabul
Wie geht’s weiter in AfPak?
Außenminister Steinmeier
in der Krisenregion
von der aktuellen Entwicklung zu machen und für
Frieden und Annäherung zu werben.
„100 Jahre deutsch-afghanische Freundschaft“ war der offizielle Anlass für die Reise. Eine
Freundschaft, für die es keinen „Endtermin“ gebe,
wie der Minister versicherte, aber eine Beziehung
in unsicherer Zeit. Im Präsidentenpalast von Kabul
versprach Steinmeier seinen Gastgebern die weitere Unterstützung Deutschlands – beim zivilen
Wiederaufbau ebenso wie bei der Ausbildung der
Sicherheitskräfte. Wie es mit dem Einsatz der
Foto: photek
Foto: photek
Berlin. AfPak –die Chiffre für eine der gefährlichsten und spannungsgeladensten Regionen der
Welt. In den Nachbarstaaten Afghanistan und
Pakistan tobt ein erbitterter Kampf zwischen den
jeweiligen Regierungen und radikal-islamistischen Kräften. Afghanistan ist auch nach dem
Ende der ISAF-Mission weit entfernt von Ruhe
und Stabilität. Noch immer muss Frank-Walter
Steinmeier am Flughafen von Kabul Schutzweste
und Helm tragen. Der Außenminister besuchte
Ende August die Region, um sich einen Eindruck
Bundeswehr am Hindukusch
allerdings konkret weiter gehen soll, steht noch nicht fest.
Für die Bundesregierung gilt
das Prinzip „gemeinsam
rein, gemeinsam raus“, und
noch gilt die Ankündigung
von US-Präsident Barack
Obama, das Mandat für die
ISAF-Folgemission „Resolute Support“ werde Ende
2016 auslaufen. Ob die Amerikaner ihre Haltung ändern,
darüber erwartet der deutsche Außenminister erst im
Laufe des Oktobers Klarheit.
Umso wichtiger sind für
Steinmeier offenbar die Friedensgespräche mit den Taliban. Die liegen leider seit
dem Tod des Taliban-Anführers Mullah Omar allerdings
auf Eis, in der Terror-Organisation tobt der Streit um seine
Nachfolge. Steinmeier forderte die afghanische Regierung zum geschlossenen Handeln auf, der Friedensprozess sei der „einzig vernünftige Weg“ zur
Beendigung des Konflikts. Präsident Aschraf Ghani rechnet erst im Winter, wenn die Kämpfe nachlassen, mit einer Fortsetzung der Gespräche.
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad
rief Steinmeier die Regierung von Premierminister Nawaz Sharif zur Aussöhnung mit Afghanistan auf. Beide Länder müssten im Kampf gegen
den Terror zusammenarbeiten. Pakistan hatte in
den Neunziger Jahren die Taliban unterstützt, die
afghanische Regierung wirft Islamabad vor, das
noch immer zu tun, um Einfluss im Nachbarland
auszuüben.
Ohne Erfolg blieb Steinmeiers Appell an die
pakistanische Regierung, auf die Vollstreckung
weiterer Todesurteile zu verzichten. Pakistan hat
nach einem Terroranschlag auf eine Armeeschule
im Dezember 2014 rund 200 Menschen hingerichtet.
Der Außenminister wurde begleitet von den
Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (GrünenParteichef, stellvertretendes Mitglied des Auswärtigen Ausschusses) und Dr. Ute Finckh-Krämer
Ankunft am Flughafen Kabul: Frank-Walter Steinmeier steigt aus der Transall
Geschützt mit Helm und Weste: Grünen-Chef
Cem Özdemir (M.) und Oberstleutnant André
Wüstner (l.)
Auslandseinsatz
23
die Einsatzregionen haben.“ Nach den verheerenden Entwicklungen in Libyen und Syrien sei nun die
Kernfrage, ob der Westen an dieser Stelle auch wieder ein Machtvakuum zulasse, das die ganze Region
destabilisiere.
I
Foto: dpa
(SPD, stellvertretende Vorsitzende im Unterausschuss Abrüstung und Mitglied des Auswärtigen
Ausschusses), sowie vom Bundesvorsitzenden
Oberstleutnant André Wüstner. Sein Fazit der Reise: „Es ist für uns immer wieder wertvoll, Zeit mit
dem Minister und den Abgeordneten zu verbringen, beispielsweise auf den langen Flügen, und den
hoch spannenden Hintergrundgesprächen beizuwohnen. Ich bin auch nach wie vor dankbar, dass
wir über die Ansprechpartner und die Attachés an
den Botschaften hervorragende Verbindungen in
Die Bundeswehr Oktober 2015
Der deutsche Außenminister (l.) warb
bei Pakistans Premier Nawaz Sharif
um Frieden und Aussöhnung mit den
Nachbarländern.
Foto: Baumann
kretär Grübel und seine Delegation trafen bei
ihrem Besuch in Tartu auch auf den von Deutschland gestellten stellvertretenden Kommandeur,
Oberst Axel Pfaffenroth und den Lehrstabsoffizier Fregattenkapitän Jörg Lehmann. In Tallin
informierte sich die Gruppe im „Nato Cooperative
Cyber Defense Centre of Excellence“, einem
Fachinstitut zur Analyse von Bedrohungen im
Cyberspace. Deutschland ist auch hier seit der
Gründung 2008 beteiligt. Oberstleutnant Wüstner
nahm von dieser Reise einmal mehr die Erkenntnis mit: Ob Air Policing oder Stabsoffizier-Ausbildung – auch an der Nord-Ost-Flanke ist die
Bundeswehr für ihr Engagement hoch anerkannt.
Die Truppe leistet außerordentliches, im Mittelmeerraum, im Nahen Osten, in Afrika, im Baltikum. Es ist ein Unterschied, ob man sich wie
Frankreich auf Afrika beschränkt oder wie das
Foto: Baumann
Berlin. Sie sind der sichtbarste Beitrag der Bundeswehr zur Sicherheit der baltischen Staaten –
und auch der eindrucksvollste: Wenn die Eurofighter der Luftwaffe auf dem estnischen Fliegerhorst Ämari alarmiert werden, sind sie in weniger
als acht Minuten in der Luft. Doch die Nato – und
mit ihr die Bundeswehr – tut über das „Air Policing Baltikum“ hinaus noch viel mehr für die kleinen Partnerländer im Nordosten. Verteidigungsstaatssekretär Markus Grübel und DBwV-Chef
Oberstleutnant André Wüstner reisten im August
ins Baltikum, um sich mit eigenen Augen zu überzeugen. Beim Air Policing stellt die Luftwaffe turnusmäßig vier bewaffnete Eurofighter, mittlerweile schon zum sechsten Mal. Eine Alarmrotte
wird dabei durchgängig in 15-Minuten-Bereitschaft gehalten. Zum deutschen Kontingent
gehören rund 100 Soldaten. Notwendig geworden
sind die Aktivitäten durch die Ukraine-Krise und
das zunehmend bedrohliche Auftreten des Nachbarn Russland. Die Balten haben Sorge, dass Russland versucht, den Einflussbereich der früheren
Sowjetunion wieder herzustellen. Um sie zu
unterstützen, wurde auf dem Nato-Gipfel 2014 in
Wales der „Readiness Action Plan“ beschlossen –
die „Rückversicherungsmaßnahmen“. In diesem
Rahmen beteiligt sich Deutschland nicht nur am
Air Policing, sondern auch an AWACS-Aufklärungsflügen über Polen und Rumänien und hat
weitere Kräfte, auch von Marine und Streitkräfte-
Foto: Baltic Defence College
Die Alarmrotte: Bewaffnete Eurofighter der
Luftwaffe sichern den Luftraum der baltischen
Staaten.
Air Policing Baltikum:
Hilfe für die Nato-Partner
im Nord-Osten
Generalmajor Vitalijus Vaiksnoras (3. v. r.),
Kommandeur des Baltic Defense College, mit
Staatsekretär Markus Grübel (3. v. li) und
Oberstleutnant Wüstner (l.)
Kontingentführer Oberstleutnant Kai Ohlemacher (l.) erläutert dem Staatsekretär und seiner
Delegation die Nachtsichtausstattung der Piloten.
basis, im Einsatz. Und was hier kaum jemand
weiß: Deutschland unterstützt seit Jahren das
„Baltic Defense College“ in Tartu, eine gemeinsame Einrichtung aller drei baltischen Staaten. Dort
werden Stabsoffiziere und zivile Mitarbeiter ausgebildet, auch aus den Nato- und EU-Nationen .
Weil die Streitkräfte der baltischen Staaten so
klein sind, können sie nicht alleine genügend qualifiziertes Lehrpersonal bereitstellen und sind
daher auf Zusammenarbeit angewiesen. Staatse-
Baltikum auf Russland – Deutschland stellt sich
überall der Verantwortung. Wüstner: „Deshalb ist
es ganz besonders erfreulich, dass seit Kurzem
auch für die Kräfte im Baltikum, obwohl sie in
einem nicht mandatierten Einsatz sind, die gleichen Bedingungen gelten wie für die Kameraden
in den klassischen Einsätzen – mit Ausnahme des
Auslandsverwendungszuschlags. Auch, wenn wir
noch nicht am Ziel sind, haben wir damit einen
großen Schritt nach vorne gemacht!“
I
24
Die Bundeswehr Oktober 2015
Auslandseinsatz/UNMISS
Warum die Vereinten Nationen das UNMISS-Mandat beschlossen
A
m 9. Juli 2011 wurde der Südsudan mit seiner Hauptstadt Dschuba (Juba) als 54. Staat
Afrikas unabhängig. Bereits am 14. Juli wurde
das Land als 193. Staat in die Vereinten Nationen
aufgenommen.
Am 15. Dezember 2013 brach im Südsudan
ein Bürgerkrieg aus, der sich von einem
ursprünglich politisch motivierten Machtkampf
immer mehr zu einem Kampf entlang ethnischer
Linien entwickelte (Dinka versus Nuer). Friedensverhandlungen unter Schirmherrschaft der
ostafrikanischen Regionalorganisation IGAD in
Addis Abeba führten nach massivem internatio-
nalen Druck zu Waffenstillstandsabkommen am 9.
Mai 2014. Am 10. Juni einigten sich die Anführer
der Konfliktparteien – Präsident Kiir und Ex-VizePräsident Machar – auf die Bildung einer Übergangsregierung binnen 60 Tagen sowie auf einen
inklusiven Dialogprozess. Die gesetzte Frist verstrich ohne Ergebnis.
Seit Ausbruch des Konflikts wurden von allen
Konfliktparteien schwerste Menschenrechtsverletzungen verübt. Laut UN-Schätzungen gab es mehrere Tausend Todesopfer, darunter vor allem Zivilisten. Die humanitäre Lage ist katastrophal: Vier
Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen;
über eine Million intern vertrieben, über 400000
Flüchtlinge suchen Schutz in Nachbarländern.
Die Vereinten Nationen mit der Friedensmission UNMISS (United Nations Mission in
South Sudan) schützen in dieser Situation vor
allem das Leben unschuldiger Zivilisten Über
95 000 Personen haben in den Lagern von
UNMISS Schutz gesucht. Bis zu 12 000 internationale Soldaten und 3000 Polizisten können
in der Mission eingesetzt werden, darunter auch
bis zu 50 deutsche Soldaten und bis zu zehn
deutsche Polizeikräfte.
Quelle: Auswärtiges Amt
„Kein Zweifel – ich wäre nochmal dabei“
Oberstabsbootsmann Sven Trousil über seinen Einsatz bei UNMISS im Südsudan
V
on November 2014 bis
Juni 2015 habe ich eine
der prägendsten Erfahrungen meiner Dienstzeit gemacht: Ich war in der Verwendung als „Warrant Officer Asst
Admin“ im „Deputy Chief Military Liaison Office“ (DCMLO)
im Rahmen der friedenserhaltenden Mission der Vereinten Nationen
(VN)
im
Südsudan
(UNMISS) im Hauptquartier
(FHQ) in Juba, der Hauptstadt
des Südsudan, eingesetzt.
Auf nationaler Seite habe ich
gleichsam in Nebenfunktion die
Aufgaben des National Support
Element Fw (NSE-Fw) für den
deutschen Anteil UNMISS (insgesamt 16 Soldaten) wahrgenommen. Die Verlegung in das Einsatzgebiet erfolgte am 28 November 2014 vom
Flughafen Berlin mit Zielflughafen Entebbe, in
Uganda. Dies ist der sogenannte „entry point“ für
alle Neuankömmlinge bei UNMISS. Nach der
generellen Einweisung im Regional Service Centre Entebbe (RSCE) der VN, die üblicherweise
fünf Tage dauert, erfolgte der Weiterflug nach
Juba in den Südsudan.
Die Unterbringung in Juba erfolgt in der
Regel im Einzelcontainer (rund zwölf Quadratmeter), standardmäßig eingerichtet mit Klimaanlage, Kühlschrank, Bett, Tisch, Stuhl und
Schrank. Glücklicherweise konnte ich, wie
geplant, nützliche Dinge von meinem Vorgänger
übernehmen etwa Brotbackautomat, Elektrokocher, Töpfe und Pfanne. Diese Utensilien haben
deswegen einen besonderen Wert, weil die Mission keine Verpflegung bereitstellt und sich folglich jeder selbst versorgen muss. Fairerweise sei
erwähnt, dass innerhalb des Containerkomplexes
(compound) der UNMISS selbstständige Unternehmen Restaurantbetriebe (caterer) unterhalten,
die von UNMISS Angehörigen, VN-Agenturen
und weiteren vor Ort ansässigen internationalen
Organisationen gemeinsam gegen Bezahlung
genutzt werden können. Abhängig von der jewei-
Zwei Kameraden im Einsatz bei UNMISS:
Oberstleutnant Volodymyr H. (Ukraine, l.)
und Oberstabsbootsmann Sven Trousil.
ligen Sicherheitslage in Juba können ausnahmslos alle Grundnahrungsmittel auch auf dem heimischen Markt gekauft werden.
In meiner kleinen Welt – dem Büro des Stellvertreters des Leiters der militärischen Verbindungsorganisation (DCMLO), bestehend aus ca.
171 internationalen Offizieren, eingesetzt als
Military Liaison Officer (MLO) – waren Kameraden aus Schweden, Indien, Kirgisistan, der
Ukraine, Benin und Rumänien vertreten, die
unter der Führung eines deutschen Oberst die
umfangreichen Aufgaben des Tagesgeschäfts
kompetent meisterten.
Das Team bestand aus hoch motivierten Soldaten. Sie hatten allesamt Einsatzerfahrung,
wenn auch in unterschiedlichem Maße, sowie
Erfahrung, Ausbildung und Training. Nicht zu
vergessen sind die Mentalitätsunterschiede und
kulturellen Einflüsse. Die ständige Herausforderung besteht darin, diese Vielfalt in die Arbeitsabläufe konfliktfrei zu integrieren.
Meinem persönlichen Empfinden nach sollte man sich auf
die dortige Arbeitsgeschwindigkeit einlassen, die nicht zuletzt
auf den vorgenannten Facettenreichtum zurückzuführen ist. Der
Ausspruch „Viele Wege führen
nach Rom“ bedeutet auch hohes
interkulturelles Einfühlungsvermögen und Respekt, Problembewusstsein oder Lösungsansätze
von Angehörigen der Mission
gutzuheißen, die möglicherweise
unter Anlegung sogenannter
„deutscher“ Maßstäbe umständlich und wenig effizient erscheinen mögen.
In Deutschland hätte ich viele
Aufträge viel schneller und effizienter erledigen können, nur die
Rahmenbedingungen gestalten
sich anders. Wer einmal Afrika erleben durfte und
darüber hinaus die einzigartige Gelegenheit hatte, in einem fast 60 Nationen umfassenden internationalen Stab mit dominierendem zivilen und
humanitären Anteil zu arbeiten, wird verstehen,
dass der größte gemeinsame Nenner sich viel
kleiner darstellt als gedacht.
Alles in allem stellt aber gerade diese Multinationalität sowie die überproportional hohe Teilnahme afrikanischer Länder das Besondere an
VN-Einsätzen in Afrika dar.
Mit ein wenig mehr Gelassenheit, als sie Mitteleuropäer üblicherweise mitbringen, stellt aber
gerade das Sich-Einlassen auf Neues, Fremdes
und zutiefst Ungewohntes eine Bereicherung der
besonderen Art dar. Andere Kulturen und Lebensweisen verstehen und im besten aller Fälle
akzeptieren zu können, scheint mir die besondere
Herausforderung unserer Gegenwart zu sein.
Der Südsudan gilt als
Malaria-Hochrisikogebiet
Besonders in der Regenzeit (Mai bis Oktober)
steigt die Zahl der Moskitos in astronomische
Höhen und die ständige Gefahr, an Malaria,
Typhus und anderen Erregern zu erkranken, ist
Auslandseinsatz/UNMISS
latent. Mehrfach sind im näheren
internationalen Umfeld Angehörige der Mission an Malaria
und Typhus erkrankt.
Die größte Gefährdung in
Juba geht jedoch vom Straßenverkehr aus. Es ist abenteuerlich,
wie und womit man sich am
öffentlichen
Straßenverkehr
beteiligt – selbstverständlich
denke ich hier in erster Linie an
die einheimische Bevölkerung.
Die Gefahr eines Unfalls ist allgegenwärtig, da Regeln der
Straßenverkehrsordnung, wie
sie in Deutschland vorherrschen,
nicht vorhanden sind. Den Rest
besorgen dann noch die Mitleid
erregenden
und
desolaten
Straßenverhältnisse im Land.
Aber auch die von uns genutzten
von den VN zur Verfügung
gestellten Fahrzeuge, etwa Nissan Patrol oder
Toyota Prado, entsprechen in keiner Weise deutschen Standards (TÜV). Gesprungene Frontscheiben, ausgeschlagene Spurstangenköpfe,
Lenkradspiel von mehreren Zentimetern,
Stoßdämpfer, die den Anspruch auf diesen
Namen schon lange verwirkt haben, und häufig
leere Batterien sind nur einige Beispiele, vor der
die logistische Herausforderung UNMISS tagtäglich steht und für jeden erfahrbar ist. Einen
Reparaturauftrag zu schreiben, ergibt deshalb
keinen Sinn, da nur das Nötigste instandgesetzt
wird, um das Fahrzeug so schnell wie möglich
wieder nutzen zu können. Das Nötigste in Afrika
ist nicht allzu viel.
Bis auf ganz wenige Ausnahmen muss alles
was die Mission benötigt, auf dem Luft- oder Seeweg herbeigeschafft werden. Der Straßentransport reduziert sich nur auf die Route Juba-Nimule
(Grenzstadt zu Uganda), da diese die einzige
geteerte Straße außerhalb der Hauptstadt Juba ist.
Die hohe Frequenz des Güterverkehrs hat bereits
deutliche Spuren der Abnutzung auf dieser einzigen Verkehrsader des Landes, die kaum bis gar
nicht instandgehalten wird, hinterlassen.
Vorsicht im Straßenverkehr
Bei Unfällen muss mit teilweise sehr aggressiven
und auch unberechenbarem Verhalten durch die
lokale Bevölkerung gerechnet werden. Gerne
erfolgt die Schuldzuweisung an den Lenker des
weiß lackierten UN-Fahrzeugs, immer in der
Hoffnung, auf diese Weise hohe Entschädigungssummen zur Aufbesserung der eigenen finanziellen Situation zu erhalten.
Mehrfach kam es in meiner Zeit zu Übergriffen Einheimischer auf Personal der VN, meistens
verbunden mit einem, wie sich anschließend im
Rahmen der polizeilichen und missionsinternen
Ermittlungen herausstellte, unverschuldeten Verkehrsunfall. Provokationen Einheimischer im
Straßenverkehr gegenüber VN-Fahrzeugen sind
keine Seltenheit. Gerade bei Fahrzeugen, die der
Sudan People’s Liberation Army (SPLA) (Südsudanesischen Streitkräfte) zugehörig sind, sollte es
an ausreichendem Abstand nicht mangeln.
In der Region Juba war die Beweglichkeit bis
an die Stadtgrenzen im Rahmen der durch die
Ansprechpartner des DBwV: Oberstabsbootsmann Sven Trousil.
Missionsführung festgelegten Ausgangszeiten
(Sperrstunde 21 bis 6 Uhr) gegeben.
Ich bewegte mich regelmäßig/täglich innerhalb Jubas, nur in Ausnahmefällen alleine. Es gibt
einem doch ein höheres Sicherheitsgefühl,
eine(n) Kameraden(in) an der Seite zu haben.
Vorgeschrieben von der Mission war dieses Verhalten nicht. In unserer Sektion aber war es die
Regel, wenn immer möglich.
Verbindungen sind gut, der Komfort nicht
Regelmäßige Flugverbindungen von Juba nach
Entebbe, Addis Abeba und Nairobi sind vorhanden. Der „International“ Airport Juba stellt aufgrund der nicht besonders gut ausgeprägten
Infrastruktur der Ankunfts- und Abflughalle eine
Herausforderung für sich dar. Bei gefühlten 50
Grad Celsius, angesichts nicht funktionierender
Deckenventilatoren und nicht vorhandener Klimaanlagen, war es schwierig, einen im wahrsten
Sinne des Wortes „kühlen Kopf“ zu bewahren.
Flugbuchungen für deutsche Soldaten für
Familienheimfahrten, die durch das Einsatzführungskommando vorgenommen werden,
funktionieren problemlos und sind eine hervorragende und lobenswerte Fürsorgemaßnahme des
Dienstherrn. Gleiches gilt für die vorhandene
Die Sektion „Deputy Chief Military Liaison
Office“ (DCMLO) im Hauptquartier in Juba
Die Bundeswehr Oktober 2015
25
Feldpostversorgung, die reibungslos über DHL abgewickelt
wird. Insbesondere für die
außerhalb der Hauptstadt eingesetzten deutschen Soldaten, die
als sogenannte Military Liaison
Officer (MLO) über das gesamte
Territorium des Südsudan verteilt sind, stellen die Pakete der
Feldpost aus der Heimat eine
verlässliche und zutiefst willkommene Möglichkeit dar, das
eingeschränkte Angebot an Nahrungsmitteln im Feld durch heimische Produkte zu ergänzen.
Das hat nicht zuletzt auch zweifelsfrei Auswirkungen auf die
persönliche Motivation des Einzelnen.
Die durch mich in Nebenfunktion wahrgenommenen und
vielfältigen Aufgaben des NSEFw wären ohne die Unterstützung des DCMLO
/DDO, der mir, als mein direkter Vorgesetzter, den
zeitlichen Spielraum und auch die Unterstützung
eingeräumt hat, nicht möglich gewesen. Ich habe
diese zusätzliche Verantwortung gerne übernommen und immer versucht, ein kompetenter
Ansprechpartner zu sein. Manchmal aber bin ich
an die Grenzen meines soldatischen Verständnisses geführt worden, wenn ich erleben durfte –
mehr als einmal –, mit welcher persönlichen Vorbereitung einige Kameraden in diesen Art Einsatz
verlegen.
Kein Einsatz wie jeder andere
Diese Art Einsatz unterscheidet sich grundlegend
von den mir bekannten Einsätzen bei ISAF oder
Kfor, die ich ebenfalls aus eigener Erfahrung kenne. Wer als Soldat mit den Vereinten Nationen in
den Einsatz zieht, ist in der Regel auf sich gestellt
und auch für sich selbst verantwortlich. Die Einsatzorte von deutschen Soldaten sind oft überall
im Land verteilt. Die Unterstellung von einzelnen
deutschen Soldaten unter eine internationale
Führung und der damit verbundene Führungsstil
ist für einige ein bleibendes Erlebnis.
Die Selbstverantwortung beginnt beim
Kochen, Wäschewaschen, bei der Organisation
und Einrichtung der Unterkunft. Dazu heißt es,
auf den lokalen Märkten einzukaufen, sich medizinisch selbst zu versorgen, sich eventuell eine
Unterkunft und/oder die Sanitäreinrichtungen
mit verschieden Nationen zu teilen – mit all den
daraus resultierenden Besonderheiten. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass dieser Umstand
gerade zu Beginn des Einsatzes für einige Kameraden eine besondere Herausforderung darstellte
und nicht immer mit Verständnis aufgenommen
wurde.
Ich danke allen Kameraden und Mitarbeitern,
die mich und meine Kameraden im Einsatz
UNMISS unterstützt und mir zur Seite gestanden
haben.
Sollte ich noch einmal die Möglichkeit erhalten, erneut an einem VN-geführten Einsatz teilzunehmen, kein Zweifel, ich wäre dabei.
Sven Trousil
Oberstabsbootsmann
Ansprechpartner des DBwV im Ausland
26
Ansprechpartner Ausland
Die Bundeswehr Oktober 2015
Oberstleutnant
Christoph Auer
Liebe Kameradinnen,
liebe Kameraden,
Ansprechpartner ersetzen in den Einsatzgebieten die Basisorganisation des
Verbands. Statt bei den Truppen- und
Standortkameradschaften finden die
derzeit über 2500 Soldaten im Auslandseinsatz in den Ansprechpartnern einen
ersten Kontakt zum Verband.
Der Bundeswehrverband als Ihr
Einsatzverband nimmt die Belange der
Soldatinnen und Soldaten im Einsatz
sehr ernst und transportiert deren
berechtigte Anliegen bei Bedarf rasch
und auf kurzen Wegen an die politischen
Entscheidungsträger.
Daher ist es notwendig, in den Kontingenten Ansprechpartner vor Ort zu
haben: Für den neuen Einsatz im Mittelmeer, EUNAVOR MED und in Termes
bestehen da noch Lücken, die ich gerne
schließen würde.
Falls Sie als Mitglied des DBwV an
einer Tätigkeit als Ansprechpartner im
Auslandseinsatz Interesse haben, nehmen Sie bitte Verbindung mit mir auf.
Die Einweisung in die Tätigkeit wie
auch die Auswertung der Erfahrungen
als Ansprechpartner nach Rückkehr
erfolgt üblicherweise in Seminarform in
Berlin. Der nächste Termin ist der 24. bis
25. November in Berlin Dahlewitz. Dort
treffen Sie dann mit erfahrenen
Ansprechpartnern nach deren Einsatz
zusammen. Für diese Seminare wird
regelmäßig Sonderurlaub gewährt.
Ich würde mich freuen, Sie anlässlich dieses Seminars in die Aufgaben
eines Ansprechpartners einweisen zu
dürfen. Wenn Sie also sicher oder voraussichtlich in 2016 in den Einsatz
gehen werden und dort als Ansprechpartner tätig werden möchten, nehmen
Sie bitte Verbindung mit mir auf, gerne
informiere ich Sie vorab über die Aufgaben eines Ansprechpartners.
Der BundeswehrVerband hat in der
Vergangenheit schon viel für uns Soldaten, aber auch Beamte und zivile Mitarbeiter erreicht; wir alle profitieren
davon unabhängig von einer Mitgliedschaft.
Sie als Mitglied des DBwV kennen
aber auch die großen persönlichen Vorteile: Rechtsschutz in dienstlichen
Angelegenheiten und Rechtsauskunft in
allen nicht beruflichen Angelegenheiten
sowie die Diensthaftpflichtversicherung, die auch bei grober Fahrlässigkeit
oder bedingtem Vorsatz für die verursachten Schäden aufkommt.
Wenn mit Ihnen Kameraden in den
Einsatz gehen, die noch kein Mitglied
im DBwV sein sollten, machen Sie diese auf die Leistungen des Verbands aufmerksam!
Ich freue mich, von Ihnen zu hören
unter:
[email protected]
90-5460-1430
0176-81675108
Mit kameradschaftlichem Gruß,
Ihr
Christoph Auer
Ansprechpartner der Auslandskontingente 2015
in Verantwortung des Landesverbands Süddeutschland
Der Landesverband Süd hat am 5. Februar 2015 die Verantwortung für die Betreuung der Einsatzverbände und die
Ansprechpartner im Einsatz übernommen. Die Ansprechpartner des DBwV im Auslandseinsatz werden durch Oberstleutnant Christoph Auer ([email protected]) betreut.
Zu Ansprechpartnern, an die sich alle Soldaten vor Ort wenden können, wurden bestellt:
Ansprechpartner DBwV im Auslandseinsatz:
Einsatz
Einsatzort
Stand: 04.09.2015
Einsatzeinheit
DstGrd/Name
Einsatz ab
RS
Masar-e-Sharif
Hauptansprechpartner RS
LogKp
HptFw Oliver Diefert
22.06.15 – 15.11.15
RS
Masar-e-Sharif
Stab TAACN
Maj Thomas Peiker
13.05.15 – 17.10.15
RS
Masar-e-Sharif
UstgVbd MeS - Stab
StFw Steffen Wenisch
22.07.15 – 30.11.15
RS
Masar-e-Sharif
UstgStff EG RS
HptFw Markus Löffler
25.08.15 – 28.10.15
RS
Masar-e-Sharif
UstgVbd MeS - Stab
HptFw Patrick Giesecke
01.07.15 – 31.10.15
RS
Masar-e-Sharif
SanEinsKp MeS
StFw Dirk Kaiser
06.07.15 – 14.11.15
RS
Kabul
UstgKp Kabul
StFw Joachim Becker
10.07.15 – 30.11.15
RS
Kabul
Dt Botschaft KBL
Oberstlt Wolfgang Bauerschmidt 04.09.14 – 31.08.16
RS
Kabul
HQ RS
Oberstlt Michael Breuer
06.08.15 – 21.11.15
UNAMA
Kabul
Military Advisory Unit
Oberstlt Rüdiger Tillmann
20.10.14 – 05.10.15
KFOR
Prizren
Hauptansprechpartner KFOR
SanEinsKp
StHptm Walter Proneth
28.05.15 – 05.10.15
KFOR
Prizren
StabsKp DEU EinsKtgt
OMaat Susan Nagel
04.06.15 – 05.10.15
KFOR
Prizren
StabsKp DEU EinsKtgt
HptFw Kathrin Schlanghaufer 24.09.15 – 30.01.16
AFTUR
Kahramanmaras
Hptm Alexander Moos
02.09.15 – 16.12.15
AFTUR
Kahramanmaras
HptFw Andreas Philipp
19.10.15 – 15.02.16
UNMISS
Südsudan
DEU Anteil UNMISS
Oberstlt Bernd Weiser
06.06.15 – 20.12.15
UNAMID Sudan
FHQ, El Fasher
Hptm Dennis Stephan
15.06.15 – Feb. 2016
UNAMID Sudan
FHQ, El Fasher
OStFw Harald Quandt
23.09.15 – 30.03.16
UNIFIL
StKp UNIFIL
StBtsm Gydan Bogensee
12.08.15 – 16.12.15
S 80 Hyäne
HptBtsm Sven-Richard Mühlstädt 17.08.15 – 01.12.15
Limassol
UNIFIL
UNIFIL
Limassol
KptLt Olaf Gawron
05.10.15 – 16.12.15
ATALANTA Djibouti
EUNAVFOR
HptFw Frank Lörchner
01.07.15 – 24.10.15
ATALANTA Djibouti
EinsGrp 1 P - 3C
HptBtsm Andre Gerken
07.09.15 – 14.12.15
EUTM MALI Koulikoro
DEUEinsKtgt
StFw Marc von Mandel
25.07.15 – 30.11.15
AusbUstg Irak
KTCC
AusbFw
01.09.15 – Jan.2016
AusbUstg Irak
KTCC
StBtsm Ralf Pätzold
15.07.15 – 20.12.15
Ihre zentrale E-Mail-Adresse: [email protected]
Auf Bundes- und Landesebene stehen für die Betreuung der Kameraden im Einsatz bereit
Beauftragter für Ansprechpartner DBwV im Auslandseinsatz: Oberstleutnant Christoph Auer
Landesbeauftragte für Auslandseinsätze:
LV Nord: Kapitänleutnant Peter Braunshausen
(Pe[email protected])
stv. Landesvorsitzender Nord
LV West: OStFw a.D. Rudolf Schmelzer
([email protected]),
stv. Landesvorsitzender West
LV Ost:
OStFw a.D. Thomas Bielenberg
([email protected]),
stv. Landesvorsitzender Ost
LV Süddeutschland: Oberstlt Josef Rauch
([email protected]),
stv. Landesvorsitzender Süddeutschland
Auslandseinsatz
Die Bundeswehr Oktober 2015
27
DBwV-Kicker im Nordirak eingetroffen
Kickern geht immer: Der vom Verband gestiftete Tischkicker kam sofort zum Einsatz.
D
ie C-160 Transall, die am 20. August um kurz
vor Mitternacht pünktlich in Erbil/Nordirak
landete, wurde von einem Kameraden besonders
erwartet. Oberstabsfeldwebel Matthias S. war persönlich zum Flughafen geeilt, um ein besonderes
Frachtstück entgegenzunehmen: einen Tischkicker für das Kontingent, gestiftet vom Deutschen
BundeswehrVerband. Oberstabsfeldwebel S. ist
auch der Ansprechpartner des Deutschen BundeswehrVerbands im Einsatzland und führt die Ver-
bandsarbeit im Nordirak. Beim Besuch des
Befehlshabers des Einsatzführungskommandos
der Bundeswehr, Generalleutnant Hans-Werner
Fritz, der vom Verbandsvorsitzenden, Oberstleutnant Andre Wüstner, Anfang April begleitet wurde,
war die Idee geboren worden, das Kontingent mit
einer Freizeitmöglichkeit auszustatten. Ziel war es,
etwas Ablenkung und Entspannung vom fordernden und intensiven Einsatz zu finden.
Oberstabsfeldwebel S., zugleich auch „Spieß“
im Kontingent, kam spontan der Gedanke, einen
Kicker aufzustellen. Oberstleutnant Wüstner hatte
noch vor Ort zugesagt, diesen Wunsch zu realisieren.
Bei einer gemeinsamen Reise in den Nordirak
Anfang Juli trafen der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, und der Bundesvorsitzende des DBwV erneut auf den Ansprechpartner des Verbands vor Ort. Hierbei kündigte
Wüstner das baldige Eintreffen des Spielgeräts an.
Nachdem der Kicker schnell aufgebaut war,
spielten der Kommandeur des Deutschen Kontingents, Oberst Stephan Spöttel, der Führer Deutsche Kräfte, Oberstleutnant Silvio M., Hauptmann
M. und Oberstabsfeldwebel Matthias S., die erste
Partie. Über das Ergebnis wurde Stillschweigen
vereinbart.
I
Bei Kfor war Geschicklichkeit gefragt
Der Technische Zug veranstaltete anspruchsvollen Wettbewerb – Sachpreise wurden unter
anderem vom Deutschen BundeswehrVerband gestiftet
E
insatz im Kosovo: Vier
Monate sind die Soldaten
dort, fernab der Heimat.
Da hatte Hauptmann Martin W.
eine besondere Idee, um etwas
Abwechslung in das Einsatzleben zu bringen: An einem Samstagnachmittag veranstaltete der
Technische Zug unter Leitung
von W. zusammen mit Oberfeldwebel Oliver R. einen Wettbewerb, der den Soldaten alles
abverlangte. Ereignisreich, herausfordernd und nass wurde es.
Es gab einen Geschicklichkeitsparcours aus zehn Stationen –
nicht nur Kraft, Ausdauer und
Geschick, auch technisches Verständnis waren gefordert. Gefreut haben sich die Veranstalter
über die Teilnahme zweier Teams
aus Österreich, die viel gute Laune mitbrachten und alles gegeben haben.
Doch was wäre ein Wettkampf ohne Preise
für die Besten? Zu gewinnen gab es diverse Sachpreise, die von BundeswehrVerband, Militärseelsorge und Einsatzwehrverwaltungsstelle
bereitgestellt wurden. Die Preisverleihung wurde durch den Kommandeur des 41. Deutschen
Einsatzkontingentes Kfor, Oberst i.G. Jörn Vill-
Das Siegerteam: Oberfeldwebel Vivian A., Stabshauptmann Walter P., Hauptfeldwebel
Sascha B., Oberstabsgefreiter Marcel S. (v.l.n.r.), liegend: Oberfeldwebel M.
mann, durchgeführt. Viele glückliche Gesichter
schauen nun nach vorn – ihrem Einsatzende entgegen – und sagen Danke für die Unterstützung.
Im Kosovo sind derzeit rund 700 Soldaten im
Auslandseinsatz für die Kosovo Force (Kfor).
Das Deutsche Einsatzkontingent trägt mittlerweile die Zahl 41. Doch für viele der Kontingentangehörigen ist die Zeit bald vorbei und sie können sich auf ihr Zuhause freuen.
I
28
Die Bundeswehr Oktober 2015
Verbandspolitik
Gemeinsam – für die Menschen der Bundeswehr!
I
n den Sitzungsräumen des Deutschen Bundestags im Paul-LöbeHaus tagten die beiden Bundesvorstände der Arbeitsgemeinschaften der Christlich-Demokratischen
Arbeitnehmerschaft Deutschland
(CDA), des Deutschen BundeswehrVerbands und des Deutschen Beamtenbunds, um ihre Forderungen an
die CDA-Bundestagung im November 2015 zu formulieren.
An dem gemeinsamen Gespräch
nahmen auch die beiden Bundestagsabgeordneten Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitnehmergruppe der
CDU/CSU – Bundestagsfraktion
und Ausschussmitglied für Arbeit
und Soziales, sowie Bettina Hornhues, Mitglied des Ausschusses für
Familie, Senioren, Frauen und
Jugend, teil. Beide zeigten Verständnis für die Sorgen und Nöte der Bundeswehrangehörigen. Als Ehefrau
eines Berufssoldaten weiß Frau MdB
Hornhues genau, welche täglichen
Herausforderungen
von
den
Angehörigen der Bundeswehr sowie
deren Familien verlangt werden.
MdB Weiß hob die Wichtigkeit der
beiden Arbeitsgruppen in der CDA
hervor und bot die Unterstützung der
Die Bundesvorstände der Arbeitsgemeinschaften der ChristlichDemokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschland (CDA) tagten in
den Sitzungsräumen des Deutschen Bundestages im Paul-LöbeHaus.
Arbeitnehmergruppe der CDU/
CSU-Fraktion im Bundestag bei den
anstehenden Themen an.
Mit Blick auf die aktuellen
Geschehnisse rund um die Flüchtlingsproblematik wurden Möglichkeiten erörtert, wie die Bundeswehr
in Deutschland, aber auch in der
Welt unterstützen kann. Dabei kam
die Sorge um den sozialen Frieden in
Deutschland zur Sprache. Festgehalten wurde, dass der seit Wochen
und Monaten anhaltende Zustrom
von Flüchtlingen nach Deutschland
nur gemeinsam mit Bund, Länder
und Kommunen bewältigt werden
kann und die Fluchtursachen
bekämpft werden müssen, um eine
Stabilisierung der jeweiligen Nachbarstaaten zu erzielen. Er verwies
dabei auf das Koalitionspapier vom
6. September 2015, das die Flüchtlingsproblematik ausführlich beleuchtet.
CDA Bundestagung im November
2015 in Berlin
Die Arbeitsgemeinschaft des dbb
unter der Leitung des Vorsitzenden
ParlSts Dr. Ralf Brauksiepe, Mitglied des Bundestags, brachte das
Thema der Übertragung zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf auf Beamten sowie Sol-
daten zur Aussprache. Von der
Arbeitsgemeinschaft DBwV, unter
der Leitung des Vorsitzenden Andreas Hubert, wurden unter anderem
Themen wie die Anerkennung der
Pendlerarmee und die damit verbundenen Wünsche der Angehörigen
der Bundeswehr, der Wahlmöglichkeit zwischen Umzugskosten oder
Trennungsgeld, Nachteile von Berufssoldaten und Beamten im Ruhestand beim Versorgungsausgleich
und die Aufhebung der Hinzuverdienstgrenze für Fachkräfte der Bundeswehr im Ruhestand eingebracht,
die für den öffentlichen Dienst bei
der CDA-Bundestagung beschlossen werden sollen.
Die Arbeitsgemeinschaften einigten sich darauf, diese Kernforderungen als gemeinsame Anträge in
die Bundestagung einzubringen. Die
beiden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaften hoben nochmals hervor, das es viele Gemeinsamkeiten
zwischen dem Berufsbeamten auf
der einen Seite und dem Soldatenberuf auf der anderen Seite gebe und es
nur konsequent sei, wenn die beiden
Arbeitsgemeinschaften weiterhin
eng zusammenarbeiteten.
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Die Bundeswehr Oktober 2015
Fotos: Türcksch/AA
30
Weißbuch: Interview
Weißbuch 2016:
Thomas Bagger, Leiter Planungsstab im
Auswärtigen Amt, über Möglichkeiten
und Grenzen eines Grundsatzdokuments –
Fähigkeiten zur Krisenfrüherkennung und
Flexibilität sind gleichermaßen gefragt
auch seine Auffassungen, seine Perspektiven und
seine Schwerpunkte. Die werden wir einbringen,
dann aber auch mit dem Verteidigungsministerium, den Kollegen der Arbeitsgruppe dort und mit
der politischen Leitung so lange arbeiten, dass
innerhalb der Bundesregierung eine abgestimmte
Haltung zustande kommt.
„Wir müssen weiterhin
selbst Antworten
geben“
Die Bundeswehr: Es gibt sicherlich viel, was man
den Leiter des Planungsstabs im Auswärtigen Amt
fragen könnte. Uns interessiert aber der Weißbuchprozess. Zunächst einmal eine eher atmosphärische Frage: Haben Sie schon einmal ein Grundsatzdokument erarbeitet, an dem derart viele
Experten unterschiedlicher Disziplinen beteiligt
waren?
Thomas Bagger: Wir haben im vergangenen Jahr
die von Außenminister Steinmeier selbst angestoßene „Review 2014“-Kampagne durchgeführt.
Auch die war natürlich viel auf eine Debatte, auf
die Einbeziehung sowohl ausländischer wie deutscher Experten und der Öffentlichkeit ausgerichtet. Am Ende haben wir auch ein Abschlussdokument erarbeitet. Was dieses Weißbuch aber davon
unterscheidet, ist: „Review 2014“ war ein vom
Auswärtigen Amt gesteuerter und auch verantworteter Prozess. Für das Ergebnis steht am Ende der
Außenminister. Das Weißbuch 2016 hingegen
wird ein verbindliches Dokument, das das Bundeskabinett im nächsten Jahr insgesamt verabschieden soll. Es beansprucht dann natürlich auch einen
anderen Grad an Verbindlichkeit für die Bundesregierung. Die umfassenden Beiträge von ganz vielen Experten haben wir bei „Review 2014“ auch
gehabt. Aber diesen „Input“ am Ende auf einen
Konsens zu verdichten, auf den sich auch innerhalb
der Bundesregierung alle Akteure verständigen
können, ist auch für mich eine neue Erfahrung.
Die Bundeswehr: Das wäre unsere nächste Frage: Wie gelingt es denn, in solch großen Runden zu
einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen, das
dann auch in der redaktionellen Endfassung von
allen geteilt wird?
Thomas Bagger: Das Ziel eines solchen Strategieprozesses ist ja eigentlich immer ein doppeltes:
zunächst Konsens herzustellen unter denen, die da
debattieren. Es gibt also einen Verständigungsprozess im Gespräch und bei den Veranstaltungen, bei
den Workshops etc.. Und wenn es danach um das
verbindliche Dokument geht, kommt zweitens der
Abstimmungsprozess in Gang. Dafür gibt es aber
in der Bundesregierung seit langem eingespielte
und auch niedergeschriebene Regeln zwischen
den Ministerien, formelle Abstimmungsverfahren. In dieser Phase sind wir jetzt noch nicht. Aber
wenn es dann tatsächlich um Formulierungen geht,
da wird es auch viel Gefeile – hoffentlich nicht
Gefeilsche – zwischen den beteiligten Ministerien
geben.
Es heißt im übrigen „Weißbuch zur Sicherheitspolitik und Zukunft der Bundeswehr“. Und gerade
beim ersten Teil „zur Sicherheitspolitik“ hat das
Auswärtige Amt seine Zuständigkeiten und damit
Die Bundeswehr: Kommen wir zu den Inhalten:
Krisenfrüherkennung ist eine echte Herausforderung, wie die zahlreichen Konflikte der jüngeren
Vergangenheit zeigen. Wohin geht die Tendenz?
Sollen wir für alle Fälle gewappnet sein oder verlassen wir uns auf unsere Vorhersagefähigkeiten?
Thomas Bagger: Für mich hat das immer zwei
Seiten. Ich glaube, wir sollten nicht aufhören zu
versuchen, besser zu werden, was Krisenfrüherkennung angeht. Wir dürfen dabei aber nicht den
Fehler machen zu glauben, dass wir tatsächlich
wissen können, wo, wann und wie uns die nächste
Krise erreicht. Insofern gehören für mich diese
Dinge immer zusammen. Krisenfrüherkennung
heißt ja auch: Wie sind eigentlich die Mechanismen, um von „early warning“ zu „early action“ zu
kommen? Es geht darum, den politischen Willen
zu mobilisieren, zu sagen: „Wir setzen tatsächlich
die Instrumente ein, die die Bundesregierung zur
Verfügung hat, bevor solch eine Krise voll ausgebrochen ist.“ Der zweite Punkt ist für mich aber
genauso wichtig: Wir wissen nicht genau, wann
und wo, aber wir wissen, dass die nächste Krise
kommt. Wir müssen deshalb besser vorbereitet
sein, als Auswärtiges Amt, als Verteidigungsministerium, als Bundesregierung insgesamt. Das hat
eher etwas zu tun mit dem, was die Fachleute „die
Resilienz der Organisation“ nennen. Also: Wir
müssen flexibel genug sein, um schnell Schwerpunkte zu bilden. Wir müssen quasi einen Krisenpool vorhalten an Personal, an Ressourcen, an
Know-how, den man dann innerhalb kurzer Zeit
einsetzen kann. Diese Flexibilität ist genauso
wichtig wie der Versuch, die Signale richtig auszuwerten und Krisen vorherzusagen. Diese beiden
Dinge gehören zusammen.
Die Bundeswehr: Der Einsatz militärischer Mittel gilt als Ultima Ratio. Wird es gelingen, die Szenarien für diesen letzten Schritt zur Konfliktbewältigung genauer als bisher einzugrenzen? Es geht
natürlich um die Frage: Wofür Bundeswehr? Wann
wird sie eingesetzt?
Thomas Bagger: Das wird sicherlich eine der
schwierigeren Herausforderungen sein – auch,
weil das oft eine politisch sehr aufgeladene Diskussion ist. Ich hoffe, dass wir eines deutlich
machen können, wie es uns eigentlich schon im
vergangenen Jahr mit Blick auf die ganz konkreten
Krisen – Ukrainekrise, Konflikt mit Russland, IS –
Weißbuch: Interview
gelungen ist: Es geht eben nicht um eine SchwarzWeiß-Entscheidung, sondern um die Frage: „Was
für Instrumente haben wir zur Verfügung? Welche
funktionieren in welcher Situation? Und welche
Rolle spielt dann dabei auch der Einsatz der Bundeswehr?“ Dieser Einsatz hat zudem ein breites
Spektrum, von der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer über die Herstellung von Sicherheit, Stabilisierung bis hin zum Kampfeinsatz. Und das ist
noch nicht alles. Wir sollten also ein bisschen wegkommen von dieser Schwarz-Weiß-Diskussion,
die wir meines Erachtens in Deutschland zu lange
gehabt haben.
Ich glaube, dass wir keinen fest definierten Kriterienkatalog erstellen können, in den sich dann alle
künftigen Situationen pressen lassen. Man würde
die Bedeutung von Strategiedokumenten überhöhen, wenn man von ihnen Antworten auf alle
Situationen der Zukunft erwartete. Wir müssen
also weiterhin in der dann gegebenen, konkreten
Situation selbst Antworten geben auf die politisch
ganz schwierige Frage: „Ist es richtig? Ist es sinnvoll? Ist es verantwortbar, deutsche Soldaten in
einen bewaffneten Einsatz außerhalb der Landesgrenzen, außerhalb der Bündnisgrenzen zu
schicken?“
Die Bundeswehr: Der vernetzte Ansatz scheint ja
für zahlreiche Krisensituationen von den meisten
Experten als eine Art Königsweg angesehen zu
werden. Welchen Stellenwert hat dieses Kapitel im
neuen Weißbuch?
Thomas Bagger: Noch sind wir nicht so weit, dass
ich sagen könnte, welchen Raum dieser Ansatz im
künftigen Weißbuch einnehmen wird. Er war ja die
Hauptüberschrift des Weißbuchs 2006 – als Reflexion der Erfahrungen gerade auch beim Einsatz in
Afghanistan. Wir haben hier in den vergangenen
zehn Jahren noch viel dazugelernt. Ich denke nicht,
dass jemand den Sinn dieses Ansatzes grundsätzlich in Frage stellt. Deswegen wird sich das auch
im neuen Weißbuch widerspiegeln. Aber das Konzept ist natürlich kein Allheilmittel. Und es ist auch
nicht die Antwort auf all das, was sich in unserem
außen- und sicherheitspolitischen Umfeld verändert hat. Wir werden diesen vernetzten Ansatz also
wiederfinden im neuen Weißbuch, aber wo und
wie genau, ist noch unklar.
Die Bundeswehr: Trotzdem noch eine Frage: Die
Diskrepanz zwischen dem Einsatz der finanziellen
Mittel für die militärische Seite und für den zivilen
Aufbau war oft erstaunlich. Wird es Ansätze geben,
dieses Ungleichgewicht etwas auszutarieren bei
künftigen Krisenbewältigungsszenarien?
Thomas Bagger: Wir im Auswärtigen Amt haben
– als Folge des „Review 2014“-Prozesses – der Tatsache Rechnung getragen, dass auch Außenpolitik
eben immer mit finanziellen Mitteln zu tun hat.
Etwa mit der Einrichtung der Abteilung „Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge“,
Abteilung S, wie sie bei uns intern heißt. Da geht
es eben nicht nur um Verhandlungen, Gesprächsrunden und so weiter. Sondern es geht auch um Stabilisierungsprojekte und weitere Dinge, die wir am
Ende mit finanziellen Mitteln unterlegen müssen,
um zum Erfolg zu kommen. Das ist immer mehr
ein Teil unserer Diplomatenrealität im Auswärtigen Amt. Afghanistan ist dafür ein Beispiel. Aber
es ist auch die Erfahrung, die wir schon mit dem
Stabilitätspakt auf dem Balkan gemacht haben.
Als Auswärtiges Amt haben wir häufig ad hoc eine
Struktur aufgebaut, die solche Projekte koordiniert. Und beim nächsten Mal haben wir sie für
einen anderen Krisenherd erneut aufgebaut. Dann
fingen wir sozusagen wieder bei Null an. Um den
Lernprozess zu verkürzen, wollen wir diese Strukturen, dieses Expertenwissen und das entsprechende Personal vorhalten. Insgesamt gilt jedoch
auch: Die Bundeswehr ist, wie jede moderne
Streitkraft, ein teures Instrument. Deshalb ist der
Vergleich der Kosten von einem Jahr Bundeswehrmandat mit den 180 Millionen Euro, die das Auswärtige Amt in Afghanistan ausgibt, und den 250
Millionen, die das Entwicklungsministerium beisteuert, zu kurz gegriffen. Vieles von dem, was die
Bundeswehr da zur Verfügung stellt, schafft ja
zudem gerade die Sicherheit, in der diese zivilen
Aktivitäten sich abspielen können.
Die Bundeswehr: Das Weißbuch soll nicht nur auf
möglichst breiter Expertise beruhen, sondern auch
die Bürger der Republik einbinden. Gelingt das
aus Ihrer Sicht?
Thomas Bagger: Das fragen Sie besser die Kollegen von der Projektgruppe Weißbuch im Verteidigungsministerium, denn das ist die schwierige
Aufgabe, die ihnen gestellt war. Ich weiß das aus
eigener Erfahrung, auch mit Blick auf den
„Review“-Prozess im vergangenen Jahr mit ca. 60
öffentlichen Veranstaltungen: Es ist möglich, eine
breitere Öffentlichkeit zu erreichen, aber nicht einfach. Schwierig ist vor allem, das Interesse über die
Kreise hinaus auszuweiten, die sich professionell
mit Sicherheitspolitik, mit Außenpolitik beschäftigen. Ich würde das eher als Daueraufgabe verstehen.
Nach einem halben Jahr öffentlicher Debatte über
dieses Weißbuch kann man nicht sagen, wir hätten
den sicherheitspolitischen Diskurs entscheidend
verändert. Ich denke jedoch, dass Menschen sich
für das Themenfeld mehr interessieren, weil sie das
Gefühl haben, dass die Krisen der Welt näher an
Deutschland heranrücken und eine Antwort darauf
haben wollen. Ob Ukrainekrise, der Krieg im
Nahen Osten in Syrien/im Irak oder Flüchtlings-
Die Bundeswehr Oktober 2015
31
krise: Wenn man deutlich macht, welche Instrumente die Politik dafür anbieten kann, wenn man
es an dieser Stelle also konkret macht, dann ist das
Interesse auch in der breiteren Öffentlichkeit da.
Das ist nicht einfach, aber wir haben es für das Auswärtige Amt als ständige Aufgabe definiert, deutsche Außenpolitik eben auch im Inland zu vermitteln. Denn letztlich hängt die Frage „Wie aktiv
können wir sein? Außenpolitisch, sicherheits- und
verteidigungspolitisch sowie bündnispolitisch?“
auch davon ab, wie groß das Verständnis und die
Zustimmung im eigenen Land ist.
Die Bundeswehr: Kann der Weißbuchprozess
dazu beitragen, die Ressorts der Bundesregierung
in der Krisenbewältigung und der außenpolitischen Handlungsfähigkeit allgemein besser
zusammenzuführen?
Thomas Bagger: Ja, ich hoffe das. Und das ist
einer der Gründe, warum wir den Workshop, den
das Auswärtige Amt gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium organisiert hat, mit dem Thema
„Krisenfrüherkennung“ überschrieben haben. Wir
haben uns zum Ziel gesetzt, Krisenprävention und
Krisenmanagement zu verbessern, auch von den
Strukturen her. Mein Ausgangspunkt ist dabei das
Krisenreaktionszentrum im Auswärtigen Amt, das
hier unten im Keller in den Tresoren der alten
Reichsbank zu Hause ist. An diesem Tisch sitzen
in Entführungsfällen, bei Naturkatastrophen oder
Evakuierungen alle, die etwas in der Bundesregierung beizutragen haben: die anderen Ressorts, aber
auch das Bundeskriminalamt, das Technische
Hilfswerk etc.. Auch für politische Krisen muss es
gelingen, eine solche Plattform zur Verfügung zu
stellen. Wir glauben, dass wir mit der „Abteilung
S“ dazu ein sinnvolles Angebot machen. Inwieweit
sich das am Ende im Weißbuch selbst niederschlägt, werden wir sehen. Über die Notwendigkeit, dass wir die verschiedenen Instrumente innerhalb der Bundesregierung besser zusammenführen, sind sich jedenfalls alle Akteure einig.
Die Bundeswehr: Herr Dr. Bagger, wir danken
Ihnen für das Gespräch.
Mit Thomas Bagger (r.), seit 1992 im Diplomatischen Dienst und Sohn des früheren Generalinspekteurs Hartmut Bagger, sprachen Herausgeber Jan Meyer (l.) und Chefredakteur Frank Henning.
Die Bundeswehr Oktober 2015
Weißbuch: Interview
Fotos: dpa
32
„Manchmal ist ein
wirkungsvoller Schlag
erforderlich“
Die Bundeswehr: Verfügen die Niederlande über
eine grundlegende Direktive zur Sicherheitspolitik, wie zum Beispiel ein Weißbuch, das der Regierung als Orientierungshilfe dient?
Tom Middendorp: In den Niederlanden gibt es die
sogenannte Internationale Sicherheitsstrategie, in
der drei strategische Interessen der Niederlande
erwähnt werden. Zu denken ist an die Sicherheit
unserer Bündnispartner und unseres eigenen Territoriums, eine gut funktionierende internationale
Rechtsordnung und wirtschaftliche Sicherheit.
Unter dieser Perspektive wird beispielsweise Krisenherden und instabilen Regionen in der Nähe
Europas besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht.
Die Sicherheitsstrategie ist ein Fundament der
niederländischen Verteidigungspolitik und richtungsweisend für den Einsatz der Streitkräfte. Das
ist deutlich an den strategischen Plänen zu erkennen, die der Verteidigungsminister zu Beginn jeder
Legislaturperiode aufstellt.
Die niederländischen Streitkräfte müssen
modern und effektiv sein, mit einem Haushalt, der
den Anforderungen entspricht. Das realisieren wir
sowohl international mit unseren Nato- und EUVerbündeten wie auch national zur Gewährleistung der Sicherheit. Das Ambitionsniveau ist aller-
General Tom Middendorp, damals Kommandeur der niederländischen Landstreitkräfte,
begleitet eine Patrouille
in den Straßen von Kundus im August 2012.
Die Initiatoren des Weißbuch-Prozesses wollen über den
Tellerrand schauen: Tom Middendorp, Befehlshaber der
niederländischen Streitkräfte, ist einer der beteiligten Experten. Mit ihm sprach „Die Bundeswehr“ über internationale
Verantwortung und das Selbstverständnis von Streitkräften
dings von den verfügbaren Budgets abhängig. So
haben die Niederlande ihre Ambitionen wegen der
Einsparungen leicht nach unten korrigiert,
wodurch dem Umfang und der Dauer unserer
Beiträge Grenzen gesetzt sind. Internationale
Zusammenarbeit ist hierbei ein wichtiger Schlüssel. Zusammen mit Deutschland sind wir Vorreiter
auf dem Gebiet der Zusammenarbeit. Schauen Sie
sich nur die Very High Readiness Joint Task Force
(VJTF) an. Sie zeigt, wie stark der binationale
Motor ist, wobei wir einen soliden Kern bilden,
dem andere Länder sich anschließen können.
Tom Middendorp, Befehlshaber
der niederländischen Streitkräfte
Die Bundeswehr: Glauben Sie, dass die Erstellung eines Weißbuchs das richtige Instrument ist,
eine breite öffentliche Debatte über die Sicherheitspolitik in Deutschland zu entfachen?
Tom Middendorp: Die Streitkräfte stehen für Frieden, Sicherheit und Stabilität. Diese sind momentan nicht selbstverständlich. Es herrscht große
Unruhe an den Grenzen Europas. Das zeigen die
Weißbuch: Interview
Flüchtlingsströme aus Nordafrika und dem Nahen
Osten. Jedoch auch die zugenommene Aggression
Russlands und der Vormarsch des IS in Syrien und
im Irak stellen uns vor neue Herausforderungen.
Die Unsicherheit in der Welt beschäftigt alle. Die
Mischung und Anhäufung der Probleme macht
auch deutlich, dass eine weitere Reduzierung der
Budgets für die Streitkräfte nicht mehr zumutbar
ist.
Ein Weißbuch weist die Richtung und liefert
eine Zukunftsvision. Es war denn auch eine große
Ehre für mich, in Berlin während der Auftaktsitzung für die Erstellung des Weißbuchs einen Vortrag zu halten. Ich finde es ein interessantes, jedoch
vor allem wichtiges Projekt, und ich bin gespannt
auf das Ergebnis. Es ist auch wichtig, dass die
Gesellschaft sich in einem Weißbuch wiedererkennt und dass dies eine Antwort gibt auf die bestehenden Sorgen um die Sicherheit. Insbesondere
das Warum der eingeschlagenen Linie und die Art
der Streitkräfte müssen dabei klar sein. Das erfordert eine gute Interaktion mit der Gesellschaft.
Die Bundeswehr: Was Einsätze wie in Afghanistan oder Mali anbelangt: Gehört es zum Selbstverständnis der Niederlande, internationale Verantwortung zu tragen?
Tom Middendorp: Ja, das ist sogar im Grundgesetz festgeschrieben. In diesem Punkt sind die Niederlande ziemlich einzigartig. Artikel 97 nennt die
„Förderung der internationalen Rechtsordnung“
als eine der Zielsetzungen der Streitkräfte. Darunter verstehen wir beispielsweise die Beteiligung an
internationalen Einsätzen mit einem UN-Mandat.
Darüber hinaus haben die Streitkräfte natürlich
auch Aufgaben in den Niederlanden zu erfüllen.
Eigenständige Aufgaben, aber auch Aufgaben zur
Unterstützung der zivilen Behörden. Dafür muss
immer Kapazität verfügbar sein. Inzwischen ist ein
wesentlicher Teil der niederländischen Streitkräfte
mit einem Einsatz, der Vorbereitung darauf oder
der Regeneration beschäftigt.
Es handelt sich jedoch nicht nur um eine Verpflichtung, sondern auch um das Übernehmen von
Verantwortung. Das tun andere auch. So waren
Deutschland und die Niederlande zusammen Leitnation in der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) für Afghanistan. Alle UN-,
EU- oder Nato-Missionen setzen sich aus verschiedenen Nationalitäten zusammen. Auch
wächst in den Niederlanden die Erkenntnis, dass
die Sicherheit im eigenen Land völlig von der
Sicherheit außerhalb der Niederlande abhängt und
dass man Bedrohungen bisweilen an der Quelle
bekämpfen können muss.
Die Bundeswehr: Wenn wir uns die niederländischen Auslandseinsätze anschauen, wie die Mission in Afghanistan oder den derzeitigen Einsatz in
Mali, fällt es auf, dass die Niederländer ihre
Einsätze auf ziemlich robuste Art und Weise durchführen, so werden beispielsweise von Anfang an
Kampfhubschrauber eingesetzt. Ist dies ein
Bestandteil der Philosophie der niederländischen
Streitkräfte?
Tom Middendorp: Es geht darum, welche Wirkung der Einsatz erzielen soll und was dafür erforderlich ist. Internationale Zusammenarbeit ist hierbei der Schlüssel. Verschiedene Länder bringen
Fähigkeiten ein. Die Niederlande erwägen auch,
was erwünscht und machbar ist. Bei der Gestaltung
des Beitrags wird natürlich auch die Selbstversorgung in Betracht gezogen. Das ist nicht umsonst.
Wir haben in der Vergangenheit Lehrgeld gezahlt
und daraus unsere Schlüsse gezogen. Unseres Soldaten müssen gut vorbereitet sein und mit genügend Mitteln ausgestattet werden, sodass sie ihre
Aufgabe ausführen, aber nötigenfalls auch eingreifen können.
Manchmal ist ein wirkungsvoller Schlag erforderlich. Die derzeitige Mission im Irak gegen den
IS ist dafür ein gutes Beispiel. Dort bombardieren
niederländische F-16-Kampfflugzeuge die Stellungen dieser barbarischen Terrororganisation.
Aber die F-16 sind auch ungemein zu Beobachtun-
Die Bundeswehr Oktober 2015
33
weiter ausgebaut. Unser Wunsch ist natürlich, dass
wir über die binationale Kraft wachen und diese
weiterentwickeln. Das gereicht uns beiden zum
Vorteil, auch deshalb, weil wir viele Sicherheitsinteressen teilen. Unsere Armeen sind inzwischen so
gut miteinander bekannt, dass die Zusammenarbeit in zukünftigen Missionen immer reibungslos
verlaufen wird.
Die Bundeswehr: Kann die Bundeswehr etwas
von den niederländischen Streitkräften lernen?
Tom Middendorp: Wenige Armeen arbeiten
schon jahrelang so eng miteinander zusammen wie
die niederländische und die deutsche. Wir sammeln beide viel Erfahrung, von der Anwerbung bis
Tom Middendorp (M.)
spricht bei
einem Überraschungsbesuch mit Soldaten im
malischen
Gao im Mai
2014.
gen und dem Sammeln von Informationen geeignet. Damit haben wir in Afghanistan gute Erfahrungen gemacht. In Mali spielen die Niederlande
derzeit beim Sammeln und Auswerten von Informationen für die UN-Mission MINUSMA eine
wichtige Rolle. Die Apache-Kampfhubschrauber
eignen sich dazu hervorragend. Darüber hinaus
können sie bei drohender Gefahr hart eingreifen.
Die Bundeswehr: Was wünschen sich die Niederlande im Hinblick auf zukünftige Einsätze von den
deutschen Streitkräften?
Tom Middendorp: Deutschland und die Niederlande waren in den vergangenen Jahren gemeinsam an einer Reihe von Auslandseinsätzen beteiligt. Ich nenne die ISAF-Mission in Afghanistan,
aber auch die Patriot-Mission in der Türkei und die
Bekämpfung der Piraterie bei Somalia. Ein anderes gutes Beispiel ist das niederländische Boarding-Team, das zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres im Rahmen der EU-Mission „Atalanta“
auf einer deutschen Fregatte stationiert war.
Wir können einander viel bedeuten. Das tun
wir schon 20 Jahre mit dem Ersten Deutsch-Niederländischen Korps. Die niederländische Luftbewegliche Brigade wurde der deutschen Division
Schnelle Kräfte unterstellt. Beide Länder bringen
dabei ihre spezifischen Kenntnisse ein: Deutschland verfügt über umfangreiche Kenntnisse über
den Einsatz von Fallschirmjägern, und die Niederlande haben viel Erfahrung mit dem Einsatz von
Hubschraubern. Wir haben einander in den vergangenen Jahren wirklich gut kennen- und vertrauen gelernt. Unsere Zusammenarbeit wird auch
hin zur Ausbildung und zum Einsatz. Die Tatsache,
dass wir einander schätzen und respektieren
gelernt haben, bietet ständig Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Soldaten auf allen Ebenen,
vom einfachen Soldaten bis zum Befehlshaber der
Streitkräfte, vom Generalisten bis zum Spezialisten, kennen sich persönlich und lernen voneinander. Das gilt nicht nur für das Heer, sondern auch
für die Luftwaffe und die Marine. Internationale
Zusammenarbeit ist auch notwendig. Keine einzige Armee kann es sich mehr erlauben, allein aufzutreten. In der heutigen instabilen und unsicheren
Welt übernehmen Staaten ihre Verantwortung.
Die Bundeswehr: Welche Rolle sollte Deutschland in einer zukünftigen globalen Sicherheitsarchitektur übernehmen?
Tom Middendorp: Das ist eine Frage, die ich als
niederländischer General nicht beantworten kann,
das liegt in der Verantwortlichkeit der deutschen
Politik. Deutschland ist eines der größten und
wichtigsten Mitglieder sowohl der Nato wie auch
der EU. Das wird von allen Ländern anerkannt und
bietet Deutschland die Möglichkeit, seine Rolle
weiterzuentwickeln. Ich bin denn auch voller
Zuversicht, dass Deutschland ein zuverlässiger
internationaler Partner bleibt. Ich verfolge die politische Diskussion mit großem Interesse. Durch
unsere Zusammenarbeit sind unsere Armeen tief
miteinander verbunden, und das bauen sie in
Zukunft auf militärischem Gebiet weiter aus.
Die Bundeswehr: Viele Dank, Herr General.
Die Bundeswehr Oktober 2014
Weißbuch: Kolloquium
Foto: gr. Darrelmann
34
Zum Kolloquium „Perspektiven der Bundeswehr in der Gesellschaft“ kamen zahlreiche Experten zusammen, um den Weißbuchprozess voranzutreiben.
Es geht nicht um Integration,
sondern um Anerkennung
Experten-Workshop zum Weißbuch 2016
D
er Generalinspekteur brachte es auf den
Punkt: General Volker Wieker sagte in
seiner Rede zum Weißbuch-Kolloquium
„Perspektiven der Bundeswehr in der Gesellschaft“, es gehe nicht um Integration in die
Gesellschaft, „denn da kommen wir alle her, sondern es geht um Anerkennung.“ Damit skizzierte
der Generalinspekteur das Verhältnis von Streitkräften und Bevölkerung. Und es gehe nun darum, Verbündete und Solidarität in der Gesellschaft zu finden. Also unter denen, „deren Recht
und Freiheit zu verteidigen, wir alle geschworen
haben.“
Das Kolloquium war der öffentliche Teil, der
an den nicht-öffentlichen Experten-Workshop
anknüpfte. Beides ist Teil der sogenannten Parti-
zipationsphase zum Weißbuch 2016, in der möglichst viele Fachleute disziplinübergreifend miteinander debattieren. Es trafen also ehemalige
Bundestagsabgeordnete wie Jörn Thießen, jetzt
Fachbereichsleiter an der Führungsakademie der
Bundeswehr, auf Historiker wie Klaus Naumann
vom Hamburger Institut für Sozialforschung oder
auf vormalige Generale wie Generalleutnant
a.D. Rainer Glatz, den langjährigen Befehlshaber des Einsatzführungskommandos.
Die Diskussionen in den Panels waren bunt.
Zwei Beispiele: Thießen berichtete von der
öffentlichen Wahrnehmung, die sich immer wieder nur auf die Bundeswehr konzentriere. Dabei
seien zehnmal mehr deutsche zivile Kräfte im
Ausland unterwegs als Uniformierte.
Und Glatz beleuchtete während des Kolloquiums auch den „vernetzten Ansatz“: Der vorherigen Diskussion entnahm er die Anregung,
das „tribal thinking“ zu stärken, also die stärkere
personelle Vernetzung zwischen den Bundesministerien. Bestes Beispiel dafür war übrigens der
Leiter von Workshop und Kolloquium: Geza von
Geyr, Abteilungsleiter Politik im Verteidigungsministerium und vorher Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt. Er warf die wichtige Frage auf, ob
die Gesellschaft auf das Paradoxon „die Unsicherheit mit der Sicherheit“ vorbereitet sei. Er
selbst gab die Antwort: „Geht so.“
Für den Deutschen BundeswehrVerband war
Oberstleutnant i.G. Detlef Buch, Vorsitzender
Luftwaffe, dabei.
I
Zahlreiche Workshops und weitere Veranstaltungen dienen dazu, das Expertenwissen im Weißbuchprozess zu bündeln.
Die Bundeswehr Oktober 2015
35
Foto: DBwV
✶✶✶✶✶✶ Europa ✶✶✶✶✶✶
EUROMIL-Vizepräsident Flemming Vinther, Hauptmann Jörg Greiffendorf, Kapitän zur See Kay-Achim Schönbach und Hauptmann a.D. Albrecht Kiesner (Kopfende, v. l. n. r.)
Die Northern Group zu Gast beim DBwV
Tagung der skandinavischen, irischen und Benelux-Mitgliedsverbände von EUROMIL in Berlin
D
ie EUROMIL Northern
Group hat Ende August
zum ersten Mal in
Deutschland getagt. Die derzeit auf
europäischer Ebene geführten
spannenden und kontroversen
Debatten spiegelten sich auch in
der Tagesordnung wider. Ziel der
Tagung war ein gemeinsamer Meinungsaustausch zu den Themen
strukturierte
Partnerschaften,
Zukunft und Realität einer europäischen Armee sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb der Northern Group.
Die Vortragsrunde eröffnete
Bernd Hüttemann. Mit Blick auf
die politische Zusammenarbeit
warf der Vize-Präsident des Verbands „European Movement International“ die Frage auf, wann eine
europäische Armee Realität wird.
Hüttemann betonte, dass schon in
den 1960er Jahren eine europäische
Verteidigungsgemeinschaft scheiterte und als Folge dessen die Nato
als kollektives Sicherheitsbündnis
etabliert wurde. Die Frage, die man
sich jetzt stellen sollte, ist nicht,
was die Europäische Union nun tun
könne, sondern inwieweit die
Nationalstaaten bereit sind, am
Thema europäische Armee zu
arbeiten.
Der Vize-Präsident sieht dies
allerdings sehr kritisch, da schon
beim Thema Flüchtlingspolitik
erhebliche Kooperationsprobleme
zwischen den Mitgliedsländern
auftreten – es werde nicht mit einer
Stimme gesprochen. Hüttemann
plädierte für eine Stärkung der
europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Einig waren sich
die Verbände über die notwendigen
Anpassungen im Hinblick auf eine
europäische Armee. Dafür müssten
nicht nur die Arbeits- und sozialen
Bedingungen harmonisiert, sondern auch die Dimension der Menschenrechte miteinbezogen werden.
Im Anschluss hielt Oberstleutnant Jörg Bestehorn des Kommandos SKB einen Vortrag zum Thema
„Strukturierte Partnerschaften der
Streitkräftebasis (SKB)“. In seinem
Vortrag verdeutlichte Bestehorn die
Kooperationsmöglichkeiten seines
Organisationsbereichs und ihre
Einmaligkeit in der militärischen
Welt. Die teilnehmenden Verbände
waren überrascht von der unterschiedlichen Einsetzbarkeit der
SKB und von der Tatsache, dass
nach heutigem Stand mehr als 100
Maßnahmen mit Partnernationen
durch die SKB im Rahmen von bilateralen Jahresprogrammen durchgeführt werden.
Mit Blick auf die militärpolitische und einsatzbezogene Zusammenarbeit sprach Kapitän zur See
Kay-Achim Schönbach aus seiner
Sicht über die Zukunft einer
europäischen Armee. In seinem
Vortrag beurteilte er die Zusammenarbeit der europäischen Partner
in den Einsatzgebieten der Bundeswehr und betonte, dass vor allem die
Kooperationen hervorragend funktionieren, weil vieles – etwa Sprache, Philosophie und Material –
annähernd gleich sei. Er sprach sich
für weitere Standardisierungen aus,
um zukünftig noch erfolgreicher zu
sein. Jedoch wird in seinen Augen
kein Mitgliedsland bereit sein, seine
Souveränität für die Gründung
einer europäischen Armee zu
opfern.
Im Anschluss an den informativen und lebhaften Austausch fand
ein Besuch im Deutschen Bundestag statt. Den Teilnehmern wurden
während einer spannenden Führung
die politischen Strukturen und for-
malen Abläufe im Rahmen eines
historischen Abrisses nahegebracht. Mit einem herrlichen Blick
über Berlin ließ die Gruppe die Veranstaltung in der Kuppel des Bundestags ausklingen.
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Die Bundeswehr Oktober 2015
Heer
Fotos (4): Bundeswehr
36
Das bestehende Denkmal am Hohen Brendten wurde durch einen Gedenkstein für die
Gebirgssoldaten der Bundeswehr ergänzt.
Generationen im
Gedenken verbinden
Denkmal am Hohen Brendten erinnert nun auch
an die Gebirgssoldaten der Bundeswehr
Mittenwald. Premiere für die Bundeswehr:
Erstmals wurde einem bestehenden Denkmal
eine Erweiterung angefügt. Das seit 1957 bestehende Denkmal am Hohen Brendten erinnert an
die Toten der beiden Weltkriege. Nun wurde das
Denkmal um einen Gedenkstein erweitert, der
„den Gebirgssoldaten der Bundeswehr, die für
Frieden, Recht und Freiheit ihr Leben ließen“,
gewidmet ist.
Jedes Jahr findet am Hohen Brendten in Mittenwald eine Feier zum Gedenken an die Toten
der deutschen Gebirgstruppe in den beiden
Weltkriegen, an alle Opfer von Krieg und
Gewalt und im Besonderen an die Angehörigen
der Gebirgstruppe der Bundeswehr, die bei der
Ausübung ihres Dienstes ihr Leben verloren,
statt. Mit dem zusätzlichen Element erhalten die
toten Gebirgssoldaten der Bundeswehr nun auch
ein optisches Denkmal.
Zur Einweihung am 13. September hatten
sich viele ehemalige und aktive Angehörige der
Gebirgstruppe, Traditions-, Reservisten- und
Kameradschaftsvereine sowie zahlreiche Fahnenabordnungen rund um die großen Türme des
Denkmals am Hohen Brendten versammelt.
Nach der Weihe des Gedenksteins durch einen
katholischen und einen evangelischen MilitärDekan wurden viele Kränze abgelegt. Eine der
Abordnungen wurde von Hauptmann a.D.
Hans-Walter Tessler, Bezirksvorsitzender
Oberbayern, geführt: „Seit 2006 bin ich jedes
Jahr an diesem besonderen Ort. Mir ist seit Langem der Wunsch bekannt gewesen, dieses Denkmal zu erweitern und ich bin beeindruckt von der
Umsetzung dieser Idee.“ Für die Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ legte der Kommandeur,
Brigadegeneral Alexander Sollfrank, einen
Kranz nieder. „Ich finde es richtig und wichtig,
dass die Soldatinnen und Soldaten der Gebirgstruppe der Bundeswehr, mit ihrer mittlerweile
langen Geschichte, auch in den Auslandseinsätzen, hier jetzt einen Ort des Gedenkens bekommen haben“, so der General.
Nach der Weihe des Gedenksteins wurden zahlreiche Kränze davor abgelegt, hier von Generalleutnant Erich Pfeffer (r.).
Heer
Die Bundeswehr Oktober 2015
37
Sichtlich stolz auf den neuen Gedenkstein: Oberstabsfeldwebel Gerhard Kaiser, Oberstleutnant Thomas Behr, Generalmajor Bernd Schütt,
Generalleutnant Erich Pfeffer, Brigadegeneral Alexander Sollfrank und Brigadegeneral Michael Matz (v.l.n.r.)
An der Finanzierung des sechs Tonnen schweren
Granitblocks beteiligten sich auch der Deutsche
BundeswehrVerband und die Soldaten und Veteranen Stiftung (SVS). Oberstleutnant Thomas
Behr, Vorsitzender Heer im DBwV und Vorsitzender der SVS, sagte dazu: „Heute ist ein
besonderer Tag: Wir können hier gemeinsam
einen Gottesdienst in Frieden feiern und gleichzeitig unter Anteilnahme einer großen Öffentlichkeit aus dem In- und Ausland eine Erweiterung des bereits bestehenden Denkmals erleben.
Das Gedenken an unsere Kameraden zu bewahren ist auch eines der Stiftungsziele der Soldaten
und Veteranen Stiftung unseres Verbands, mit
der wir das Projekt gerne unterstützt haben. Das
Ehrenmal kann als Vorbild dienen, vielleicht
leichter Generationen miteinander zu verbinden
Die seitliche Inschrift des neuen Gedenksteins, dessen Herstellung vom DBwV und
von der SVS unterstützt wurde.
und die Bedeutung von Trauer und Gedenken
auch für eine jüngere Generation herauszustellen. In der heutigen Bundeswehr sind
es oftmals die jungen Soldaten, die den Krieg
hautnah erleben. Es ist hier ein Ort geschaffen
worden, an dem man vermutlich in Zukunft auch
vielen jüngeren Menschen begegnen wird. Es
war bewegend mitzuerleben, wie Jung und Alt in
Andacht verbunden waren.
Für mich ist dieser Ort ein würdiger Ort, der
Trauer und Gedenken öffentlich, aber dennoch
geschützt ermöglicht. Mein Dank richtet sich
vor allem an den Präsidenten des Kameradenkreises der Gebirgstruppe e.V., Horst-Dieter
Buhrmester, unter dessen Führung viele engagierte Menschen diese Idee zielstrebig verfolgt
haben.“
I
Königsetappe der
„I Can Radtour“
startete in
Mittenwald
Oberstleutnant Thomas Behr
mit Veteran Tino Käßner (r.)
Von Mittenwald über den
Brenner nach Südtirol – am
13. September startete in Mittenwald die 12. Etappe der „I
Can Radtour Doorn Sarajevo
2015“ (lesen Sie dazu auch
den Bericht auf Seite 60).
Unter den radelnden Veteranen war auch Tino Käßner
aus Deutschland, der im
Afghanistan-Einsatz seinen
rechten Unterschenkel verlor.
Er trat für die Königsetappe
im SVS-Trikot an.
I
Die Bundeswehr Oktober 2015
Heer
Fotos: Bundeswehr
38
Königlicher Besuch in Münster
König Willem-Alexander der Niederlande
(3.v.l.), Ministerpräsidentin Hannelore Kraft
(4.v.l.), Oberbürgermeister Markus Lewe
(2.v.r.) sowie der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker (r.)
H
öchste Sicherheitsvorkehrungen im
westfälischen Münster: Der niederländische König Willem-Alexander und
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft
nahmen am 27. August an den Feiern des
Deutsch-Niederländischen Korps teil. Der
Truppenverbund begeht in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen. Außerdem wurde die seit
zehn Jahren bestehende Patenschaft mit der
Stadt Münster gefeiert.
Rund 250 geladene Gäste, darunter die
Generalinspekteure der niederländischen und
deutschen Streitkräfte sowie die Inspekteure der
Heere beider Länder, hatten sich im historischen
Rathaus von Münster eingefunden. Den Deutschen BundeswehrVerband vertraten der Landesvorsitzende West, Oberstleutnant a.D. Thomas Sohst, und der Vorsitzende Heer, Oberstleutnant Thomas Behr. „Das I. Deutsch-Niederländische Korps ist ein gelungenes Beispiel
für multinationale Zusammenarbeit – es arbeitet
nicht nur gemeinsam, es lebt auch in enger
Gemeinschaft. Mit keinen Streitkräften arbeitet
das deutsche Heer derzeit so eng zusammen wie
mit den Niederländern“, sagte Behr.
Das I. Deutsch-Niederländische Korps
feierte 20-jähriges Bestehen
Unformen gehören zum Stadtbild
Oberbürgermeister Markus Lewe betonte in
seiner Festrede, dass Münster auf eine 1200jährige Geschichte zurückblicken könne und
eine wirklich stolze Garnisonsstadt sei.
„Besonders stolz sind wir darauf, dass die Soldaten des I. Deutsch-Niederländischen Korps
auch in Uniform in der Stadt sichtbar sind.
Außerdem ist es ein schönes Beispiel und eine
gute Tradition zugleich, dass die neu zum I.
Deutsch-Niederländischen Korps versetzten
Soldaten zuerst zum Rathaus kommen, in dem
sie empfangen und mit der Stadt bekanntgemacht werden.“
Test als Speerspitze bestanden
Generalleutnant Volker R. Halbauer, Kommandierender General des I. Deutsch-Niederländischen Korps, hieß ebenfalls alle Gäste
herzlich willkommen. In seiner Rede ging er
auch auf die veränderte sicherheitspolitische
Situation in Europa und die damit verbundenen
Einflüsse auf seinen Großverband in dessen
Rolle als Nato Response Force (NRF) ein:
„Wenn Sie mich ansehen, dann müssen Sie sich
vorstellen, dass ich drei Hüte trage: einen deutschen, einen niederländischen und einen NatoHut. Speziell die Nato hat für uns in diesem Jahr
einige Herausforderungen zu bieten. Wir muss-
ten die sogenannte Speerspitze aufstellen und
diese mit der Verlegung sowie einer Übung in
Polen testen. Diesen Test haben wir bestanden.“
Verleihung des Fahnenbands
Im Rahmen eines Militärappells auf dem Prinzipalmarkt vor dem Rathaus verlieh Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dem I. Deutsch-Niederländischen Korps das Fahnenband des Landes
Nordrhein-Westfalen. Die Münsteraner Bevölkerung nahm daran in beachtlicher Zahl teil und
kommentierte diese Auszeichnung mit einem
kräftigen Applaus. Die Verleihung des Fahnenbands ist für jeden militärischen Verband eine
ganz besondere Auszeichnung. Es steht für die
enge Verbundenheit zwischen Bundesland und
Soldaten. „Das Fahnenband des Landes Nordrhein-Westfalen, das ich Ihnen heute verleihen
darf, ist ausdrücklich kein Geburtstagsgeschenk!
Es ist eine Auszeichnung, die Sie alle verdient
haben“, so Kraft.
Richtungsweisendes Modell
Beim anschließenden Korps-Biwak auf dem
Gelände des Hauptquartiers am Schlossplatz
hatten die hochrangigen Gäste die Möglichkeit,
mit Angehörigen des multinationalen Korps ins
Gespräch zu kommen. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, sagte bei
Heer
„Communitate Valemus – Gemeinsam sind wir stark!“ ist das Motto
des I. Korps.
Volker Halbauer trat 1975 als Offizieranwärter in den Dienst der Bundeswehr. Es
folgte die Offizierausbildung und ein Studium an der Helmut-Schmidt-Universität
in Hamburg zum Diplom-Kaufmann. Von
1987 bis 1989 war er Teilnehmer des 30.
Generalstabslehrgangs an der Führungsakademie in Hamburg. Nach dem Besuch
des Command and General Staff College
in Fort Leavenworth, USA, war Halbauer
im Auslandseinsatz in Somalia und diente anschließend unter anderem als Kommandeur des Fallschirmjägerbataillons
283 in Münsingen, Leiter des Generalstabslehrgangs in Hamburg, Chef des
Stabes der 10. Panzerdivision in Sigmaringen, als Kommandeur der Luftbeweglichen Brigade 1 in Fritzlar und als Chef
des Stabs im Führungsstab des Heeres.
Von 2012 bis 2013 war Volker Halbauer
Commander KFOR, bevor er im September 2013 als Kommandierender General
das I. Deutsch-Niederländischen Korps in
Münster übernahm.
39
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft heftet das Fahnenband des
Landes Nordrhein-Westfalen an die Truppenfahne.
dieser Gelegenheit: „Mit der Aufstellung des I.
Deutsch-Niederländischen Korps im Jahr 1995
begann eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Heer und der Koninklijken
Landmacht (Königliches Heer). Eine Erfolgsgeschichte, die mit der Integration der niederländischen 11. Luchtmobielen Brigade (11. Luftbewegliche Brigade) in die Division Schnelle Kräfte im Juni 2014 fortgeschrieben wurde. Diese
intensive Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Niederlanden ist für mich ein richtungsweisendes Modell für eine erfolgreiche
militärische Zusammenarbeit in Europa.“
Generalleutnant Volker R. Halbauer
Die Bundeswehr Oktober 2015
Hintergrund
Das I. Deutsch-Niederländische Korps besteht
seit August 1995. In ihm bündelt sich die enge
militärische Zusammenarbeit Deutschlands
und der Niederlande. Als Korpskommando
hoher Einsatzbereitschaft (High Readiness
Headquarters) stellen die beiden Führungsnationen Deutschland und Niederlande sowie elf
weitere Staaten seine Soldaten binnen weniger
Tage der Nato und der EU für mögliche Einsätze zur Verfügung. So führte das Kommando
bereits 2003 und 2009/10 den internationalen
ISAF-Einsatz in Afghanistan, sowie 2005 und
2008 den Bereitschaftsdienst Nato Response
Force (NRF) 4 und 10. Von Juli 2013 an befand
sich das Korps bis Februar 2014 als ISAF Joint
Command erneut in Afghanistan. Für das Jahr
2015 stellt es wiederholt die Nato Response
Force und ist somit vorbereitet, innerhalb von
30 Tagen weltweit einsatzbereit zu sein. Die
Beziehung zwischen den Soldaten des Korps
und der Bevölkerung von Münster ist sehr eng,
seitdem die Truppe beim Hochwasser 2013 den
zivilen Katastrophenschutz unterstützte.
I
Der Inspekteur des
Heeres,
Generalleutnant Jörg
Vollmer (r.),
im Gespräch
mit dem niederländischen
Inspekteur
des Heeres,
Generalleutnant Mart
de Kruif
40
Sanitätsdienst
Die Bundeswehr Oktober 2015
Kurze Wege auch für die Zukunft vereinbart
Erstes Gespräch mit dem neuen Inspekteur Sanitätsdienst
Koblenz. Mitte August fand das
erste Gespräch des neuen Inspekteurs des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Michael
Tempel, mit dem Vorstand
Sanitätsdienst im DBwV statt.
Oberstabsfeldwebel
Stefan
Sprengers und Hauptmann
Petra Böhm waren dazu in das
Kommando Sanitätsdienst in
Koblenz geladen worden.
Hauptmann Böhm als Angehörige
des
Kommandos
Sanitätsdienst und Mitglied im
örtlichen Personalrat sowie
Oberstabsfeldwebel Sprengers
als Vorsitzender des Bezirkspersonalrats im Kommando hatten
bereits in der Vergangenheit häufig mit dem neuen Inspekteur in
Petra Böhm und Stefan Sprengers mit Dr. Michael Tempel
(v.r.n.l.)
Angelegenheiten der Personalvertretung zusammengearbeitet – man kennt
und schätzt einander bereits.
Während ihres Treffens vereinbar-
ten beide Seiten, die bisherige gute
Zusammenarbeit des DBwV mit dem
neuen Amtsinhaber weiter auszubauen. Es liegt im Interesse der Verbands-
mitglieder, dass die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung
beibehalten wird und es keine
Verschlechterungen in der Versorgung gibt. In einer der kommenden Ausgaben des Verbandsmagazins werden wir ein Interview mit dem Inspekteur zu diesen und weiteren Schwerpunkten
seiner Amtszeit veröffentlichen.
Für die Möglichkeit eines so
kurzfristigen Termins gleich zu
Beginn seiner Amtszeit möchte
sich der Vorstand Sanitätsdienst
an dieser Stellen herzlich beim
neuen Inspekteur bedanken. I
Fotos (2): Bundeswehr
Neu im Sanitätsdienst der Bundeswehr:
Rettungsingenieure und Pflegemanager
Rettungskette im Einsatz: Koordination und Zusammenarbeit retten
Menschenleben.
T
ödliche
Terroranschläge,
Naturkatastrophen, Epidemien, Industrieunfälle an
Kernreaktoren, aber auch Genozid
in Kriegsgebieten sind mögliche
Szenarien des fordernden Arbeitsumfelds für Rettungsingenieure. An
der Hochschule für Angewandte
Wissenschaften Hamburg studieren
besonders qualifizierte Offizieranwärter des militärfachlichen Dienstes (OffzMilFD) im Vollzeitstudium diesen neuen Studiengang für
Soldaten. Das Vollzeitstudium
umfasst 42 Monate und endet mit
dem Abschluss „Bachelor of
Engineering“. 75 neu geschaffene
Dienstposten wird es künftig für die
Sanitätsdienstoffiziere im Rettungsingenieurwesen geben. Einge-
setzt werden sollen die Fachdienstoffiziere und Rettungsingenieure
künftig als Zugführer in Sanitätsregimentern, als Einheitsführer oder
im Kommando Sanitätsdienst der
Bundeswehr.
An der Alice Salomon Hochschule in Berlin studieren ebenfalls
ausgewählte
Studenten
des
Sanitätsdienstes. Im Bachelorstudiengang Gesundheits- und Pflegemanagement, ähnlich wie beim Studium „Rettungsingenieurwesen“,
haben die angehenden OffzMilFD
des Sanitätsdienstes der Bundeswehr neben der bereits absolvierten
Ausbildung zum Gesundheits- und
Krankenpfleger ein besonderes
Auswahlverfahren durchlaufen und
sich für das Studium qualifiziert. In
36 Monaten Studienzeit erwerben
derzeit die ersten angehenden Oberfähnriche
die
Qualifikation
Gesundheits- und Pflegemanager.
Insgesamt 48 Sanitätsdienstoffiziere im Krankenpflegemanagement
werden in Zukunft in den Bundeswehrkrankenhäusern als Einheitsführer, in Zugführerfunktionen und
weiteren Fachverwendungen eingesetzt werden.
Die Ausbildung zum OffzMilFD im Sanitätsdienst umfasst
neben dem Studium in den Bereichen Krankenpflegemanagement
und Rettungsingenieurstudium den
sechsmonatigen Offizierlehrgang
an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München, einen intensiven Sprachlehrgang Englisch und
die Ausbildung zum Sportübungsleiter. Neben diesen beiden neugeschaffenen akademisierten Ausbildungsgängen für OffzMilFD bleiben die bereits bestehenden nicht
akademischen Ausbildungsgänge
bestehen.
Mit der Akademisierung der
Ausbildung und bestimmter herausgehobener Dienstposten ist es nun
erstmalig in der Bundeswehr den
besonders qualifizierten Feldwebeldienstgraden möglich, ein Hochschulstudium (Bachelor) zu absolvieren. Der Sanitätsdienst hat bei
diesem hochwertigen Ausbildungskonzept die Vorreiterrolle unter den
Militärischen Organisierungsbereichen eingenommen.
reinecke, eb
Herausforderung: Evakuierung von Verletzten
Sanitätsdienst
Die Bundeswehr Oktober 2015
41
Diez. Acht Monate nach der
Neuausrichtung der Arbeit des
Sanitätsdienstes im Inland zog
Generalstabsarzt Dr. Dirk
Raphael am 27. August Bilanz. In
Diez stellte der Kommandeur des
Kommandos Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung vor hochrangigen Gästen fest, dass sich die
Neuausrichtung der medizinischen
Versorgung innerhalb der Bundeswehr glanzvoll „entfaltet“ hat.
Zum Empfang auf Schloss Oranienstein waren neben dem Bürgermeister sowie Landtags- und Bundestagsabgeordneten und Mitgliedern der Landesregierung Rheinland-Pfalz
auch
hochrangige
Militärs wie der Inspekteur des
Sanitätsdienstes,
Generaloberstabsarzt Dr. Michael Tempel, an
die Lahn gekommen.
Dr. Raphael verwies darauf,
dass die Bundeswehr zum Jahresbeginn bundesweit 13 Sanitätsunterstützungszentren mit zahlreichen
Außenstellen eingerichtet habe.
Jeder Bundeswehrangehörige müs-
Foto: Bundeswehr/Zeiler
Regionale medizinische Versorgung erfolgreich entfaltet
se unbedingt in der Lage sein, innerhalb von maximal 30 Minuten einen
Arzt aufsuchen zu können. „Wo die
sanitätsdienstliche Versorgung vor
Ort nicht mehr möglich ist, haben
wir mit der Zusammenarbeit mit
beauftragten Ärzten begonnen“,
erläuterte Generalarzt Raphael.
Zivile, in eigenen Praxen niedergelassene Ärzte, schlössen nunmehr
besondere Verträge mit der Bundeswehr ab und übernähmen die ambulante Behandlung akuter Gesundheitsprobleme, um Soldaten bei
Erkrankungen lange Fahrtwege zu
ihrem Truppenarzt zu ersparen.
In seiner Rede erläuterte
der Diezer Kommandeur,
Generalstabsarzt Dr. Dirk
Raphael, die truppenärztliche Versorgung der
Soldaten.
„Dagegen werden militärspezifische Besonderheiten,
wie umfangreiche Impf- und
Vorsorgeprogramme sowie
die Begutachtungen – auch
unter Inkaufnahme längerer
Wege – weiterhin in den eigenen Einrichtungen durchgeführt.“ Der Sanitätsdienst der
Bundeswehr
beschreite,
betonte der Generalstabsarzt
vor seinen 100 Gästen, neue
Wege bei der Zusammenarbeit mit
dem zivilen Gesundheitssystem:
„Auch in Diez, wo ein niedergelassener Arzt ab September die akutmedizinische Versorgung unserer Soldatinnen und Soldaten übernehmen
wird.“
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Die Bundeswehr Oktober 2015
Sanitätsdienst
Foto: Bundeswehr/Skopnick
42
PIZ Sanitätsdienst: Frau Oberstarzt, warum
fiel Ihre berufliche Wahl auf die Bundeswehr?
Almut Nolte: Wie so oft spielen verschiedene
Gründe eine Rolle. Zunächst lockte mich das
Medizinstudium bei der Bundeswehr. Ein Studium, das nicht durch eine Nebentätigkeit finanziert werden muss, ist natürlich eine gute und
attraktive Chance, auf eigenen Beinen zu stehen
und unabhängig vom Elternhaus zu werden. Die
Bundeswehr bot mir diese Möglichkeit. Und dies
beinhaltete für mich den Gedanken, einen nicht
so alltäglichen Beruf ausüben zu können. Dann
hat mich die einzigartige Verbindung der Medizin mit dem Beruf eines Offiziers sehr gereizt.
Ich zähle zum Einstellungsjahrgang 1990 und
hatte damals gehört, dass die ersten Frauen 1989
die Möglichkeit hatten, in die Bundeswehr einzutreten. Und da ich unbedingt einen Beruf
Im Gespräch mit
Oberstarzt Almut Nolte
ergreifen wollte, der mir Herausforderungen und
den Umgang mit vielen Menschen bietet, war das
genau das Richtige für mich. Ich fand es spannend, in eine für mich unbekannte Domäne vorzudringen. Und so war das die ideale Kombination für mich: Offizier und Ärztin.
PIZ Sanitätsdienst: Gehörte Karriereplanung
fest in Ihren dienstlichen Weg?
Almut Nolte: Also, ich habe nie meinen nächsten
Schritt geplant. Dadurch, dass ich die Personalführung von innen heraus kennengelernt habe,
hatte ich auch Vertrauen in unser System. Ich
habe immer interessante Dienstposten angeboten bekommen. Bisher musste ich nie selber
sagen, ich will dieses oder jenes unbedingt. Die
Aufgabe in Andernach allerdings wollte ich sehr
gern übernehmen. Aber im Grunde haben meine
Karriere andere geplant, und ich bin immer gut
beraten gewesen. Vieles war auch einfach „zur
richtigen Zeit am richtigen Ort“.
PIZ Sanitätsdienst: Die Arbeit mit Menschen
durchzieht Ihr ganzes Berufs- aber auch Privatleben. Ihr jetziger, neuer Dienstposten als Leiterin Chancengerechtigkeit im Ministerium hat
aber eher abstrakte Bezüge zum Menschen, mit
dem Sie arbeiten – verstehe ich das richtig?
Almut Nolte: Nein, nicht unbedingt. Zum einen
habe ich ja hier ein kleines Team. Natürlich ist das
nicht mit der Leitung eines Instituts oder Ähnlichem vergleichbar, aber wir müssen ja sehr, sehr
viel kommunizieren. Chancengerechtigkeit ist
kein Thema, das Sie vom Rechner aus bewerkstelligen können. Die vielen Gespräche mit Betroffenen, aber auch mit Vorgesetzten, sind wichtig. Wir
diskutieren zum Beispiel viel mit Frauen, wie ihre
Wahrnehmungen sind, mit der Personalführung,
wie sich Personalentwicklung vollzieht, und mit
den beurteilenden Vorgesetzten. Das Stabselement soll die ganzen guten Ansätze, die es im
Bereich Chancengerechtigkeit schon gibt, bündeln, koordinieren und weiterentwickeln.
Ganz frisch versetzt in ein
völlig neues Element beim
Verteidigungsministerium
richtet sich Oberstarzt Almut Nolte gerade im Kreuzbau auf
der Hardthöhe ein. Seit Mai führt die 47-Jährige das Referat
Chancengerechtigkeit.
Im Gespräch mit der PIZ Sanitätsdienst wird deutlich: Sie hat
ein Faible für Menschen, ganz gleich ob als Patient oder als
Mitarbeiter – sie liebt den Umgang mit Menschen und ihren
unterschiedlichen Charakteren.
Wir behandeln die Thematik „Karriere zwischen
den Geschlechtern“– so ist es definiert. Aber
nicht falsch verstehen, hier geht es nicht nur um
Frauen, hier geht es beispielsweise auch um
Männer mit Kindern gegenüber Männern ohne
Kinder. Oder nochmal anders: Die genaue Definition lautet „Beschleunigung der Herstellung
der Chancengerechtigkeit in der Karriere zwischen den Geschlechtern“. Es geht um alle Laufbahnen und alle Statusgruppen. Überall dort, wo
ein erkennbares Ungleichgewicht herrscht,
machen wir uns selbst ein persönliches Bild und
sprechen mit den Beteiligten. Es werden Daten
erhoben und im Folgenden nach Ursachen
gesucht, die eventuell bestimmte Gruppen systematisch benachteiligen. Mir ist wichtig, die Diskussion zu versachlichen. Aber wir stehen noch
ganz am Anfang und müssen den Workflow
sowie den Umgang mit den Erkenntnissen aus
den Gesprächen und erhobenen Daten noch weiterentwickeln und auswerten.
PIZ Sanitätsdienst: Liegt Ihnen in dieser Funktion etwas besonders am Herzen?
Almut Nolte: Ich möchte einfach einmal völlig
wertfrei anmerken, dass ich glaube, dass die
Bundeswehr in dem letzten Vierteljahrhundert,
das ich miterlebt habe, schon viel Öffnung
geschafft hat. Der Door-opener für Frauen in den
Streitkräften war der Sanitätsdienst. Hier haben
wir schon vor Jahrzehnten Erfahrungen mit Entwicklungen gemacht, die sich nun im Truppendienst in Teilen wiederholen. Ich habe diese
Erfahrungen auch als Personalführerin hautnah
miterleben dürfen, gute wie schlechte, und habe
meine Schlüsse daraus gezogen. Natürlich muss
vieles überall noch besser werden, insbesondere
bei den Führungspositionen, einer familienfreundlicheren Führungskultur und vielleicht in
der Kampftruppe, aber aus meiner persönlichen
Sicht ist die Bundeswehr auf einem guten Weg.
Ich finde, wir als Bundeswehr brauchen uns im
Vergleich mit anderen Institutionen im Bereich
der Chancengerechtigkeit nicht zu verstecken.
Allerdings liegen wir im Bereich von Teilzeit und
mobilen, flexiblen Arbeitsmodellen noch weit
hinter anderen Institutionen und der freien Wirtschaft zurück. Es ist deshalb wichtig, Frauen und
der noch kleineren, aber stetig wachsenden
Anzahl an Männern mit familiärem Engagement
gerechte Karriereperspektiven zu eröffnen. Und
über die Lastenverteilung bei den Einsatzverpflichtungen muss in diesem Zusammenhang
auch ehrlich gesprochen werden. Hier brauchen
wir vielleicht neue Denkansätze.
Das Gespräch führte Claudia Skopnick. Hier
wurden nur Auszüge daraus abgedruckt, das
vollständige Gespräch können Sie unter dem folgenden Link nachlesen: bit.ly/1Nlscq6
Marine
Die Bundeswehr Oktober 2015
43
Neues vom
Vorstand Marine
Oberstabsbootsmann
Roy Meinhard
Fregattenkapitän
Marco Thiele
L
Foto: Bundeswehr/Olbricht
iebe Kameradinnen und Kameraden, die
Flüchtlingsströme nach Europa überstrahlen in den Nachrichten alles. Unsere
Soldaten im Mittelmeer sind auch immer noch
mittendrin.
Vorweg aber noch ein paar Worte zur „Soldaten-Arbeitszeitverordnung“ (SAZV), wie die
Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie nach
einer internen Korrektur jetzt heißt: Offenbar ist
bei einigen Lesern der letzten Ausgabe der Eindruck entstanden, wir würden hier Durchhalteparolen verbreiten nach dem Motto: „Nun hört
mal auf zu jammern!“ Dem ist definitiv nicht so.
Natürlich sind wir uns der Problematik und der
individuell wahrgenommenen Einschnitte bewusst. Es gibt Kameraden, die finanzielle Einbußen hinzunehmen haben. Teilweise sind diese
Einbußen existenzgefährdend. Zusammen mit
der Marineführung unterstützen wir auch dort
und helfen, wo Hilfe benötigt wird. Uns ist vor
allem bewusst, dass über lange Jahre das „Wohnen“ an Bord und die damit verbundenen finanziellen Vorteile durchaus attraktiv waren und
man sich daran gewöhnt hatte. In der letzten Ausgabe haben wir in erster Linie darauf hingewiesen, wie risikoreich die Planung mit derartigen
„Zusatzeinnahmen“ war und ist. Das hat nichts
mit Durchhalteparolen zu tun.
Oft kommt die Frage auf: Wie gehen denn die
anderen damit um? Nehmen wir einmal die
Königliche Niederländische Marine: Dort wird
schon seit Jahr und Tag nach Dienstschluss der
„Schlüssel unter die Matte gelegt“ und alle gehen
nach Hause. Das Schiff wird fernüberwacht,
Feuer gegebenenfalls automatisch bekämpft.
Deshalb war die Umsetzung der EU-ArbeitszeitRichtlinie dort kein Problem. Ähnlich funktioniert es in Dänemark.
Wir sind weiter im Dialog mit der Marineführung, um dabei zu unterstützen, eventuelle
Härten abzumildern. Die Anmietung von Woh-
nungen durch den Dienstgeber in Wilhelmshaven ist aus unserer Sicht ein guter Lösungsansatz. Dazu berichten wir detaillierter, wenn die
Verhandlungen abgeschlossen sind.
Um es noch einmal klarzustellen: Wir haben
die Arbeitszeitverordnung nicht erfunden. Sie
gilt in der Europäischen Union und sie gilt auch
für Soldaten. Wir begleiten weiterhin die Umsetzung und Einführung im Sinne der Soldaten. Der
Gesundheitsschutz und die tatsächlich wahrgenommene Attraktivität sind die Themen, die uns
dabei insbesondere beschäftigen. Aber gerade
der Attraktivitätsgrad wird sehr individuell
wahrgenommen und lässt sich nicht pauschal
bewerten. Deshalb kann es auch an dieser Stelle
keine allumfassenden Lösungen geben. Aber wir
stellen uns jedem Gespräch zu diesem Thema
und kommen gerne zu Euch und Ihnen. Hier gilt
wie immer: Mail an „[email protected]“ und
wir werden einen Termin finden!
Zurück zum Thema Flüchtlinge. Primär geht
es in der Presse momentan um die, die auf dem
Landweg über die sogenannte „Balkan-Route“ zu
uns kommen. Auch die Bundeswehr hilft bei der
Aufnahme jener Menschen, die keine Möglichkeit
mehr sehen, in ihrer Heimat bleiben zu können.
Doch auch der Weg über das Mittelmeer bleibt
eine Fluchtroute. Die Marine unterstützt hier weiterhin mit der Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN und dem Tender WERRA mit jeweils eingeschifften Anteilen des Seebataillons und der
Feldjäger. Gleichzeitig versucht die EU, diesem
Strom über See Herr zu werden, indem die Schlepper-Aktivitäten unterbunden werden sollen. Die
Operation EUNAVFOR MED soll jetzt in Phase
zwei übergehen. Bisher haben die teilnehmenden
Einheiten beobachtet und gemeldet – Aktivitäten,
die ohne Mandat möglich waren. Die Erweiterung
der Operation soll jedoch auch die Durchsuchung
und „vorübergehende Gewahrsamnahme“ von
Schleppern umfassen. Dies beinhaltet gegebenenfalls auch den Waffengebrauch zur Durchsetzung,
und das geht nur mit einem Mandat des Deutschen
Bundestags. Das aus deutscher Sicht dafür erforderliche Mandat des Sicherheitsrats der Vereinten
Nationen zeichnet sich ebenfalls ab, die Russische
Föderation ist auf dem Wege, ihre Vorbehalte abzulegen und dem zuzustimmen. Das klingt alles sehr
vage, aber zum Zeitpunkt der Drucklegung gab es
noch nicht mehr Informationen.
Sicher ist hingegen, dass wir weiterhin darauf
bestehen, dass sich die politische Führung Gedanken über ein Operationsziel macht und dieses auch
artikuliert! Als Soldaten haben wir im Rahmen der
militärischen Planung gelernt, dass wir immer
„Task“ und „Purpose“ brauchen – also die Aufgabe
und ihren Zweck. Und dieser Zweck, dieser zu
erreichende Endzustand der Einsätze der Bundeswehr war in der Vergangenheit nicht immer ersichtlich oder zu ungenau formuliert. Natürlich treten
nach Beginn einer Operation kurzfristige Effekte
auf – die Angriffe von Piraten am Horn von Afrika
haben beispielsweise deutlich nachgelassen. Aber
wie schon in der letzten Ausgabe erwähnt, können
wir trotzdem nicht einfach die Kriegsschiffe abziehen. Die Piraterie würde sofort wieder zunehmen.
Bezogen auf die Lage im Mittelmeer heißt
das: Wie lange wollen wir dort Schiffe zur
Flüchtlingshilfe und gegebenenfalls Unterbindung von Schlepper-Aktivitäten stationieren?
Deshalb die Forderung an die politische
Führung, ein Operationsziel entweder von der
EU abzufordern oder selbst zu formulieren oder
zumindest einen Zeitrahmen vorzugeben. An
dessen Ende muss eine Zwischenbilanz gezogen
und eine echte Neubewertung des Auftrags
durchgeführt werden, statt den Einsatz einfach
nur von Jahr zu Jahr zu verlängern.
Wir bleiben auf Kurs und halten Euch und Sie
auf dem Laufenden,
Euer und Ihr Vorstand Marine
Unsere Marine im Einsatz
Operation ATALANTA
G Korvette ERFURT
G 1 P-3C ORION
Operation UNIFIL
G Schnellboot S80 HYÄNE
EU NAVFOR MED/
Seenotrettung Mittelmeer
G Fregatte SCHLESWIG-HOLSTEIN
G Tender WERRA
G Seebataillon (2 BET/VPD)
Ständige Einsatzverbände der Nato
Schiffbrüchige auf dem
Flugdeck der Fregatte
SCHLESWIG-HOLSTEIN
G Fregatte HAMBURG
G Minenjagdboot WEILHEIM
G Tauchereinsatzboot BAD RAPPENAU
44
Die Bundeswehr Oktober 2015
Marine
gen Vorsitzenden Marine, der dort damals Kommandant war. Die nächste Station in der Laufbahn von „Hotel Lima“ war erneut die Marineschule Mürwik, an der er ein Jahr als Kommandeur der Lehrgruppe Ausbildung und stellvertretender Schulkommandeur verbrachte. Nach
einer zweijährigen Verwendung als Referatsleiter im Führungsstab der Marine in Bonn und weiteren drei Jahren als Dezernatsleiter bei der
Deutschen Militärischen Vertretung beim
Militärausschuss der Nato/EU/WEU in Brüssel
kehrte Heinrich Lange zurück in seine seemännische Heimat und wurde 2004 Kommandeur
der Schnellbootflottille in Warnemünde. Leider
war er auch der letzte Kommandeur – in seine
Zeit fiel die Umstrukturierung der Flotte. Aus
den Typ-Flottillen, die sich nach den jeweiligen
Vizeadmiral Heinrich Lange
Ciao, Herr Admiral
A
m 30. September übergab Vizeadmiral Heinrich Lange die Abteilung
Führung Streitkräfte (FüSK) an seinen
Nachfolger Generalmajor Eberhard Zorn
und wechselte nach 41 Dienstjahren in den
Ruhestand. Vizeadmiral Lange ist nicht nur seit
über 39 Jahren Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband, sondern hat den Vorstand Marine
im Besonderen und den DBwV im Allgemeinen immer aktiv unterstützt. Im Zuge seiner
Zurruhesetzung bedankt sich der Vorstand
Marine auf diesem Wege ganz herzlich für die
stets sehr gute Zusammenarbeit und den offenen und ehrlichen Umgang. An dieser Stelle
möchten wir kurz auf den Weg des Matrosen
OA Lange bis zum Abteilungsleiter Führung
Streitkräfte zurückblicken.
Heinrich Lange trat 1974 in die Marine ein
und begann mit der Offizierausbildung im
„Roten Schloss am Meer“, der Marineschule
Mürwik in Flensburg. Nach seiner „grünen“ an
Land und seemännischen Grundausbildung auf
der GORCH FOCK und dem Schulschiff
DEUTSCHLAND studierte er Wirtschaftsund Organisationwissenschaften an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg.
Seine aktive Seefahrtszeit begann Heinrich
Lange im 3. Schnellbootgeschwader in Flensburg. Auf den „schnellen schlanken Booten“
der TIGER-Klasse diente er sowohl als Wachoffizier als auch als Kommandant der Schnellboote S50 PANTHER und S45 LEOPARD bis
1985. Dieser Zeit schloss sich ein weiteres Studium an, in Monterey/Kalifornien erwarb er
einen Abschluss in Operations Analysis.
Zurück in Deutschland übernahm er die
Geschäfte des S3-Stabsoffiziers im 5. Schnellbootgeschwader in Olpenitz, auch dort fuhren
die Schnellboote der Klasse 148.
Erneut ging es 1989 in die Aus- und Weiterbildung, diesmal auf den 31. Admiralsstabsoffizier-Lehrgang an der Führungsakademie in
Hamburg. Seine erste Referentenzeit im Verteidigungsministerium führte ihn in die Abteilung
Personal. Danach ging Heinrich Lange erneut
zurück zu den Schnellbooten. Von 1995 bis 1997
war er Kommandeur des 5. Schnellbootgeschwaders, damit auch Kommandeur des jetzi-
Waffensystemen ausgerichtet hatten, wurden die
beiden Einsatzflottillen (EF). Die Schnellboote
wurden dabei der EF1 in Kiel unterstellt.
2005 übernahm Heinrich Lange dann die
Aufgaben des Kommandeurs der Marineschule
in Flensburg-Mürwik. Zu dieser Zeit nahm
Deutschland auch an der Operation ENDURING FREEDOM am Horn von Afrika teil und
stellte mehrfach den „Commander Task Force“
(in diesem Fall war das der Seebefehlshaber
über die teilnehmenden Einheiten). In der zweiten Jahreshälfte 2006 war es Heinrich Lange,
der diese Aufgabe übernahm.
Von 2007 bis 2012 schloss sich eine Zeit im
Ministerium in Bonn an. Zunächst für zwei Jahre im Fü S VI als zuständiger Stabsabteilungsleiter für die Themen Konzeption und Bundeswehrplanung sowohl auf nationaler als auch auf
internationaler Ebene. 2009 übernahm er dann
die Aufgaben des Stellvertreters Inspekteur der
Marine im Fü M erst in Bonn und nach der
Neuausrichtung der Streitkräfte im Marinekommando in Rostock.
Seit August 2013 war Vizeadmiral Lange
Abteilungsleiter Führung Streitkräfte. Sowohl
mit dem Hauptpersonalrat als auch dem
Gesamtvertrauenspersonenausschuss arbeitete
er eng und kooperativ zusammen. Naturgemäß
gibt es eine enge Verzahnung der beiden großen
Beteiligungsgremien mit der von Heinrich Lange geleiteten Abteilung. Auch wenn nicht jedes
Thema unmittelbar mit dem Abteilungsleiter
besprochen wurde, so ließ er keinen Zweifel
daran, dass der direkte Dialog mit seinen Mitarbeitern der zielführende Weg sei. In seine Amtszeit fällt unter anderem die Verabschiedung der
Teilkonzeption Betreuung und Fürsorge, ein
großer Schritt auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Betreuung in den Streitkräften. Aber auch
die Einführung der Soldatenarbeitszeitverordnung hat Heinrich Lange mit begleitet und
sowohl den Gremien als auch dem DBwV die
gute Zusammenarbeit ermöglicht.
Herr Admiral, nochmals vielen Dank für
die jederzeit offene und sehr gute Zusammenarbeit, Ihnen und Ihrer Frau alles erdenklich
Gute für die Zukunft. „Fair winds and following
seas“ wünscht Ihr Vorstand Marine.
I
An dieser Stelle wollen wir in loser
Folge die Vereinigungen in und um
die Marine vorstellen. Es gibt zahlreiche Verbände, die sich der Marine verbunden fühlen und ihre Interessen unterstützen sowie den
maritimen Gedanken fördern.
Wir beginnen mit der mitgliederstärksten Organisation, dem
Deutschen Marinebund.
F
ront nach Backbord“ – so lautet des Kommando zur Ehrerweisung deutscher
Kriegsschiffe gegenüber dem MarineEhrenmal in Laboe beim Einlaufen in die Kieler
Förde. Aber wem „gehört“ dieses Ehrenmal
eigentlich? Der deutschen Marine? Der Bundesrepublik Deutschland? Weit gefehlt – Eigentümer des Ehrenmals und des dazugehörigen
Geländes ist der Deutsche Marinebund (DMB).
Aber das ist natürlich nicht die Hauptaufgabe des
DMB. Vielmehr ist er der Dachverband von über
300 örtlichen Vereinen, Clubs und Marinekameradschaften, in denen aktive und ehemalige
Angehörige der Marine organisiert sind. Der
Marinebund hat 16 Landesverbände. Sein Sitz ist
in Laboe, direkt am Ehrenmal bei Kiel.
Am 14. März 1891 wurde als Vorläufer der
„Bund Deutscher Marinevereine“ in Kiel konstituiert. Die Mitgliedschaft war aktiven und ehemaligen Marineangehörigen aller Dienstgrade vorbehalten. Die Pflege der Kameradschaft, der Gedan-
Die Bundeswehr Oktober 2015
Foto: W. Schumacher
Marine
45
Das MarineEhrenmal Laboe
ist die Gedenkstätte für auf
See Gebliebene
aller Nationen
und zugleich
Mahnmal für
eine friedliche
Seefahrt auf
freien Meeren.
Vereinigungen in und um die Marine
Der Deutsche Marinebund
kenaustausch über das gemeinsam Erlebte und
Wohlfahrtseinrichtungen für die Mitglieder standen dort im Mittelpunkt. 1926 wurde der Verein
„Jugend im Deutschen Marinebund“ gegründet.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs entstand
unter den Mitgliedern die Idee, eine Gedenkstätte
für die gefallenen Marinesoldaten zu errichten –
das Marine-Ehrenmal, das 1936 in Laboe eingeweiht wurde.
In der Zeit des Nationalsozialismus verlor der
Marinebund seine Selbstständigkeit, er wurde
1935 gleichgeschaltet unter dem neuen Namen
„Nationalsozialistischer Deutscher MarineBund“. Der Bund war dem Oberbefehlshaber der
Kriegsmarine unterstellt, hatte seinen Sitz in Bremen und gab die „Deutsche Marinezeitung“ heraus. Erklärtes Ziel war zum damaligen Zeitpunkt
die „Verbreitung und Erhaltung des Glaubens an
die Notwendigkeit deutscher Seegeltung und des
Willens zu Seegeltung“, also die Stärkung des
nationalsozialistischen Expansionsstrebens.
Die Neugründung des Vereins Deutscher
Marinebund als Dachverband aller Marine-Vereine und -Kameradschaften erfolgte am 20. Dezember 1952 in Wilhelmshaven. Es konnten nun auch
Nicht-Marineangehörige als Mitglieder aufgenommen werden, wenn sie sich dem maritimen
Gedanken verpflichtet fühlten. Und so lautet auch
das Ziel des DMB heute: „Der DMB hat es sich zur
Aufgabe gemacht, das maritime Bewusstsein in
Deutschland zu fördern.“ Aus diesem Ziel folgt
unter anderem auch der Wille, sich für die sozialen
Belange seiner Mitglieder einzusetzen. Mitglieder,
die auch Angehörige der Marine und des Deutschen BundeswehrVerbands sind. Vor diesem Hin-
tergrund haben bereits 1978 der DMB und der
DBwV einen Kooperationsvertrag abgeschlossen.
Inhalt sind der Wille zur Zusammenarbeit und der
Austausch untereinander, aber auch das gemeinsame Wirken nach außen.
Bei unserem Antritts-Besuch beim Präsidenten des DMB im August dieses Jahres wurde vereinbart, diese Zusammenarbeit wieder aufleben
zu lassen. Der Vorsitzende Marine, Fregattenkapitän Marco Thiele, und sein Stellvertreter,
Oberstabsbootsmann Roy Meinhard, ließen
sich außerdem vom Präsidenten, Oberstabsbootsmann a.D. Karl Heid, das Gelände des
DMB in Laboe zeigen. Zu diesem zählt neben
dem bereits erwähnten Ehrenmal auch das Hotel
„Admiral Scheer“ mit integriertem Restaurant
„Heimathafen“. Karl Heid erläuterte uns
außerdem die Arbeitsweise des DMB in
der Fläche und verwies auf die im ganzen
Land beheimateten Marinekameradschaften.
Mit der Deutschen Maritimen Akademie (DMA) verfügt der Marinebund auch
über ein eigenes Bildungsinstitut. Regelmäßig veranstaltet die DMA in Berlin ein
„Parlamentarisches Maritimes Frühstück“
in der Nähe des Deutschen Bundestags.
Zuletzt sprach dort der Generalinspekteur,
General Volker Wieker, zum Thema
„Maritime Abhängigkeiten“. Gäste sind
viele Abgeordnete aller Fraktionen, aber
auch die Marineführung nutzt diese Plattform für den Austausch, ebenso wie der
Vorstand Marine.
Der Vorstand Marine freut sich auf die
weitere Zusammenarbeit mit dem Deutschen Marinebund, die bisher ausgemachten Schnittmengen sind sehr groß.
mt
Fregattenkapitän Marco Thiele (l.)
und Oberstabsbootsmann Roy Meinhard mit DMB-Präsident Oberstabsbootsmann a.D. Karl Heid (M.)
46
Leserforum
Die Bundeswehr Oktober 2015
Briefe an die Redaktion
Augenwischerei
Zu den Auslandseinsätzen
Auch wenn die Bundeswehr in der
Presse ständig als „Parlamentsarmee“ bezeichnet wird, halte ich dies
für völlig falsch und eine Augenwischerei. Abgesehen davon, dass eine
Armee ein Großverband des Heeres
ist, muss die Bundeswehr der Exekutive (Regierung) zugerechnet werden, und nicht der Legislative (Bundestag). Oberbefehlshaber – oder wie
das Grundgesetz sagt: Inhaber der
Befehls- und Kommandogewalt – ist
ein Bundesminister, ein Angehöriger
der Regierung. Im Krieg geht dieser
Oberbefehl sogar an den Chef der
Exekutive, den Bundeskanzler, über.
Aus der Tatsache, dass im Frieden der
Bundestag – so heißt nämlich unser
Parlament – Auslandseinsätzen zustimmen muss, zu schließen, es handele sich also um eine „Bundestagsarmee“, eine „Armee“, die unter der
Befehls- und Kommandogewalt des
Bundestags stehe, ist in meinen Augen falsch.
Ohnehin sind Kampfeinsätze im
Frieden, das heißt ohne Erklärung
des Spannungs- oder Verteidigungsfalls, aus meiner Sicht absurd, stellt
der Bund doch nach Artikel 87a
Grundgesetz „Streitkräfte zur Verteidigung auf“, weder aus humanitären
noch aus wirtschaftlichen Gründen
und auch nicht für Ausbildungsmissionen in anderen Erdteilen. Wenn
das wirklich auf Dauer so gewollt ist,
sollte der Bundestag endlich das
Grundgesetz entsprechend anpassen
oder noch besser endlich den Artikel
146 anwenden: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit
und Freiheit Deutschlands für das
gesamte deutsche Volk gilt, verliert
seine Gültigkeit an dem Tage, an dem
eine Verfassung in Kraft tritt, die von
dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“
Zum Verständnis meiner – heute
wohl als abweichend zu bezeichnenden – Meinung möchte ich anfügen,
dass ich auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, kurz nach der Kuba-Krise Soldat geworden bin, als die heutigen Auslandseinsätze der Bundeswehr völlig undenkbar waren.
Fregattenkapitän a.D.
Bernhard Abbass, Wilhelmshaven
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Spannend und interessant
Zu „25 Jahre Armee der Einheit“
Ich bin 1990 als Oberstleutnant und
Referent im Führungsstab Luftwaffe
mehrfach mit einigen Kameraden im
Hubschrauber nach StrausbergEggesin geflogen, um mit NVAObristen über die mögliche Vereinigung der Streitkräfte Ost und West zu
verhandeln. Uns gegenüber saßen
Obristen des Führungsstabs der
NVA, niedere Dienstgrade der NVA
waren anscheinend nicht zugelassen.
Wenn ich mich recht erinnere bestand
die NVA damals aus etwa 100 000
Berufssoldaten. Wir waren angewiesen, maximal etwa 20 000 zu übernehmen, aber keine Stabsoffiziere.
Eine Degradierung der zu Übernehmenden war auch vorgesehen. Die
Stimmung war „nüchtern“, aber auch
sachlich und nicht unfreundlich. Wir
erhielten nach damaliger Überzeugung sachlich korrekte Informationen auf alle unsere Fragen nach Organisation und Gliederung der NVA.
Aber wenn wir abends unsere Gesprächspartner zum Bier einluden,
erhielten wir nur Absagen, sie fühlten
sich uns gegenüber als Verlierer.
Wir übernachteten in NVA-Kasernen, die nach meiner Erinnerung
nicht beheizbar waren, während die
Panzer in betriebswarmen Hallen jederzeit einsatzbereit waren. Ich erinnere mich auch an Besichtigungen
drüben, z.B. an das Flugmedizinische
Institut der NVA. Das war eine
unglaublich moderne Einrichtung, in
der in der Humanzentrifuge auch russische Astronauten geschult wurden.
Das war sehr viel besser als unser
Flugmedizinisches Institut in Fürstenfeldbruck, das ich als Hubschrauberpilot kannte. Leider klappte die
komplette Übergabe nicht, weil der
Leiter u.a. IM war. Aber es gab auch
sonst Schwierigkeiten. Wenn ich
mich recht erinnere, wurde in der
Übergangszeit bei der Übernahme
kompletter Verbände dem NVAKommandeur vorübergehend ein
Bundeswehroffizier zur besseren
Eingliederung zugeteilt. Das ließen
sich einige Kommandeure nicht bieten und sich sofort pensionieren. Es
war für mich eine spannende und
interessante Zeit, aber viele NVASoldaten taten mir einfach auch leid.
Oberstleutnant a.D.
Gotthard Häusler, Erftstadt.
Wenn man es ehrlich will
Es ist alles schon wieder 25 Jahre und
länger her – die friedliche Revolution
in der ehemaligen DDR und die darauf folgende deutsche Einheit.
Anlass genug, sich zu erinnern, die
Ereignisse mit Abstand zu bewerten
und natürlich zu würdigen. So auch
geschehen beim Besuch von Generalleutnant a.D. Schönbohm jüngst
im Landesverband Nord, wo er anlässlich der dortigen Landesversammlung eine aus seiner Sicht
beeindruckende Bilanz zog. Seinen
Worten als Vater der Armee der Einheit und damaligen Befehlshaber in
den neuen Bundesländern gibt es
eigentlich nichts hinzuzufügen.
Doch halt! Eine sehr wichtige Feststellung hat gefehlt: Nur durch das
überaus besonnene Verhalten der
NVA-Soldaten und aller damaligen
bewaffneten Kräfte, nämlich die
gewaltfreie Begleitung der vom
Volke eingeleiteten friedlichen Revolution bis hin zum geordneten Ablegen der Waffen, machte diesen Verlauf erst möglich.
Es war ein Stück politische Kultur.
Gab es das schon einmal in der
Geschichte ? Wenn ja, wo? Es hätte
eigentlich unter sich fair begegneten
Soldaten, der Wahrheit verpflichtet,
erwähnt werden können, ja müssen.
Für alle damals daran Beteiligten
wäre es auch ein Schuss Balsam auf
die oft belasteten Seelen gewesen.
Macht nichts. Gedenktage und
Jubiläen kommen noch so manche.
Bei diesen späteren Gelegenheiten
kann man es ja vielleicht nachholen,
wenn man sich erinnert und es ehrlich
will. Nur werden dann einige von
heute „fehlen“.
Major a.D.
Gerd Müller, Teltow
Das verstehe, wer will
Zum Ausbildungseinsatz im Irak
Die Bevölkerung wird über die zunehmenden türkischen Fliegerangriffe, auch auf kurdische Stellungen, informiert. Weltweiter Protest
und Abscheu sind die Folge, denen
ich mich anschließe. In der „Die Bundeswehr“-Ausgabe ist andererseits
nachzulesen, „...Das deutsche Engagement wird seitens der internationalen Gemeinschaft sowie der Iraker –
insbesondere der Kurden – enorm
anerkannt und wertgeschätzt”.
Mit anderen Worten: Die Bundeswehr hat großen Anteil an der militärischen Ausbildung kurdischer
Streitkräfte, die im Kampf gegen den
IS ihr Leben einsetzen und in der
Endkonsequenz von türkischen
Kampfjets bekämpft werden?!?
Das verstehe, wer will! Hier ist meiner Meinung nach die Bundesregierung, im Bündnis mit der Nato, gefordert, diesem Konflikt ein Ende zu
bereiten.
Oberstleutnant a.D.
Gerhard Friedrich, Dresden
Bildungswerk
Oktober 2015 Die Bundeswehr
47
Jahresprogramm 2016 des Bildungswerkes des
Deutschen BundeswehrVerbands e.V.
Karl-Theodor-Molinari-Stiftung e.V
Geschäftsstelle: Kapelle-Ufer 2 . 10117 Berlin . Tel. +49 (030) 805865-70 . Fax +49 (030) 805865-80 . E-Mail: [email protected] . Internet: www.molinari-stiftung.de
Politische Bildung – ein interessantes und informatives Angebot
für die Mitglieder des Deutschen BundeswehrVerbands
nehmerbeiträgen und -bedingungen führen wir
auch Seminare in den europäischen „Hauptstädten“
Brüssel und Straßburg durch.
Dazu bieten wir Ihnen ein strukturell ausgewogenes Programm mit hochwertigen Inhalten
und sorgfältig ausgesuchten Referenten. Mit
unseren Veranstaltungen bleiben wir am „Puls der
Zeit“ und orientieren uns an den Bedürfnissen
unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Damit Sie wissen, um wen es sich bei dem
„Wir“ handelt, geben wir Ihnen heute – passend
zum Erscheinen des neuen Jahresprogramms
2016 – die Möglichkeit, sich einen kleinen
Überblick über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bildungswerks des DBwV, der KarlTheodor-Molinari-Stiftung e. V., zu verschaffen.
Sie können sich auch gerne direkt an die einzelnen
Mitarbeiter wenden:
A
uch im Jahr 2016 wollen wir weiterhin als
IHR kompetenter Ansprechpartner in der
politischen Bildung für Bundeswehr und
Gesellschaft auftreten. Dazu bieten wir im
Schwerpunkt nicht nur gesellschaftspolitische
Seminare zu topaktuellen Themen mit hochkarätigen Referenten an, sondern auch Seminare
für ausscheidende Berufssoldaten und deren
Lebenspartnern oder aber auch Tagungen für Soldaten auf Zeit und Offizieranwärter, um nur eine
kleine Auswahl unseres Angebots zu nennen.
Insbesondere unsere Seminare „Bundeshauptstadt Berlin“ und „Lernort Dresden“, speziell für
Verbände, Einheiten und Schulen der Bundeswehr,
wollen wir auch im Jahr 2016 attraktiv gestalten und
auf IHRE Bedürfnisse der politischen Bildung ausrichten. Nach Absprache und zu gesonderten Teil-
Geschäftsführer
Dr. Michael Rudloff
+49 (030) 805865-70
Seminarleiter
Alterssicherungssysteme
Günther Rink
+49 (030) 805865-73
Stv. Geschäftsführer
Seminarleiter/Veranstaltungsorganisation
Wolfgang Bender
+49 (030) 805865-78
Seminarleiter
Politische Bildung
Christian Ziegler
+49 (030) 805865-77
Seminarleiterin
Politische Bildung
Tanja Kilper
+49 (030) 805865-74
Seminarleiter
Berlin/Dresden
Josef Pongratz
+49 (030) 805865-75
Sekretariat KTMS
Sekretariat KTMS
Claudia Krämer
Sophie Raimund
+49 (030) 805865-70 +49 (030) 805865-79
Seminarleiter/
Veranstaltungsorganisation
Karl Sedlmaier
+49 (030) 805865- 70
Sekretariat
Soldaten und Veteranen Stiftung
Jessica Frömbgen
+49 (030) 805865-76
Nähere Informationen zu unserem Team und Programm können Sie selbstverständlich auch auf unserer Homepage unter www.molinari-stiftung.de in Erfahrung bringen.
48
Die Bundeswehr Oktober 2015
Bildungswerk
Es lohnt sich für die Teilnehmer an Seminaren der KTMS Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband zu sein oder aber Mitglied in der Interessenvertretung für Soldatinnen und Soldaten zu werden! Es reduziert sich nicht nur der Teilnehmerbeitrag, Sie werden auch Teil einer wichtigen Gemeinschaft für unsere Soldatinnen und Soldaten, Ehemaligen und Hinterbliebenen.
Der Teilnehmerbeitrag für die ausgeschriebenen Seminare berechnet sich wie folgt:
Mitglieder des DBwV
135,00 Euro
Ehe-/Lebenspartner von Mitgliedern des DBwV
250,00 Euro
Nichtmitglieder des DBwV
300,00 Euro
Einzelzimmerzuschlag
55,00 Euro
Der Teilnehmerbeitrag beinhaltet Seminarkosten, Unterkunft, Verpflegung (bei den Seminaren „Bundeshauptstadt Berlin“ und „Lernort Dresden“
ist grundsätzlich nur Frühstück und Mittagessen enthalten.)
Gesellschaft / Staat / Politik / Internationale Beziehungen (10er-Reihe)
Krisenbündnis Europa? – Die Herausforderungen und die Zukunft der Europäischen Union
Seminar-Nr.: 10 04 16
13587 Berlin-Spandau
11.04. bis 15.04.2016
Terrororganisationen und religiöser Fundamentalismus – Bedrohung für die „westliche“ Welt und Handlungsoptionen
Seminar-Nr.: 10 05 16
82431 Kochel am See
30.05. bis 03.06.2016
(Kooperationsveranstaltung mit der Georg-von-Vollmar-Akademie)
Bundeshauptstadt Berlin – Politische Metropole im Herzen Europas
Seminar-Nr.: 10 06 16
10789 Berlin
Politische Bildung für Einheiten und Verbände – das Weißbuch 2016 der Bundesregierung
Seminar-Nr.: 10 08 16 bis 10 12 16
Ort: flexibel
20.06. bis 24.06.2016
Termin: gemäß Absprache
Bundeshauptstadt Berlin – Politische Metropole im Herzen Europas bzw. Lernort Dresden und das militärhistorische Museum der Bundeswehr
Seminar-Nr.: 10 26 16 bis 10 36 16
Berlin / Dresden
Termin: gemäß Absprache
(Für Verbände, Einheiten und Schulen der Bundeswehr gemäß individueller Absprache)
Sozialpolitik – Alterssicherungssysteme (20er-Reihe)
Alterssicherungssysteme und die nachberufliche Lebensphase – sozial- und gesellschaftspolitische Herausforderungen
Seminar-Nr.: 20 01 16
13587 Berlin-Spandau
25.01. bis 28.01.2016
Seminar-Nr.: 20 02 16
53604 Bad Honnef
15.02. bis 18.02.2016
Seminar-Nr.: 20 03 16
93339 Riedenburg-Buch
07.03. bis 10.03.2016
Seminar-Nr.: 20 05 16
49406 Barnstorf
18.04. bis 21.04.2016
Seminar-Nr.: 20 06 16
13587 Berlin-Spandau
09.05. bis 12.05.2016
Seminar-Nr.: 20 08 16
49406 Barnstorf
20.06. bis 23.06.2016
Seminar-Nr.: 20 09 16
93339 Riedenburg-Buch
04.07. bis 07.07.2016
Seminar-Nr.: 20 10 16
53604 Bad Honnef
25.07. bis 28.07.2016
Seminar-Nr.: 20 11 16
49406 Barnstorf
05.09. bis 08.09.2016
Seminar-Nr.: 20 12 16
93339 Riedenburg-Buch
26.09. bis 29.09.2016
Seminar-Nr.: 20 13 16
49406 Barnstorf
10.10. bis 13.10.2016
Seminar-Nr.: 20 15 16
53604 Bad Honnef
28.11. bis 01.12.2016
SaZ-Seminar zum Berufseinstieg OA und FwA sowie junge Berufssoldaten (25er-Reihe)
Die Seminarreihe wendet sich an Fw-Anwärter, Offz-Anwärter sowie junge Berufssoldaten. Mit dieser Seminarreihe wollen wir Informationen und
Hilfestellug für den Beruf geben, individuelle und persönliche Angelegenheiten klären und offen zu den Fragen des Berufsbilds Soldatin und Soldat in
der Bundeswehr diskutieren.
Die Veranstaltungen werden individuell organisiert und können zeitlich flexibel arrangiert werden. Gerne führen wir eine solche Veranstaltung
auch bei Ihnen am Standort vor Ort durch.
Bitte setzen Sie sich bezüglich der Organisation eines solchen Seminars mit der KTMS unter den angegebenen Kontaktmöglichkeiten in Verbindung.
Die Teilnahme am Seminar ist für die Teilnehmer/-innen kostenfrei!
Seminar-Nr.: 25 01 16
Ort: flexibel
Termin: gemäß Absprache
Information für Standort- und Truppenkameradschaften!
Wir werden unser Jahresprogramm zunächst nicht an alle Standort- und Truppenkameradschaften auf den Postweg verschicken. Nutzen Sie die Möglichkeit, unser Programm auf unserer Internetseite herunterzuladen (www.molinari-stiftung.de).
Bei Bedarf versenden wir unser Jahresprogramm 2016 jedoch gerne auf Anfrage als „Flyer“ und „Wandzeitung“ auch postalisch an SIE!
Zögern Sie nicht sich mit uns in Verbindung zu setzen! Sie erreichen uns unter:
Bildungswerk des DBwV – KTMS
Tel: +49 (030) 805865-70
Fax: +49 (030) 805865-80
E-Mail: [email protected]
Internet: www.molinari-stiftung.de
Wir sind für SIE da!
Bildungswerk
Oktober 2015 Die Bundeswehr
49
Anmeldung
Hiermit melde ich mich für das Seminar-Nr.:
in
vom
bis
verbindlich an.
Name
Name Partner
Vorname
Vorname Partner
Geb.Datum
Geb.Datum Partner
Personalausweis-Nr.:
Personalausweis-Nr. Partner:
(Angabe nur bei Bundeshauptstadt Berlin erforderlich)
(Angabe nur bei Bundeshauptstadt Berlin erforderlich)
DBwV-Mitglieds-Nr.:
DBwV-Mitgl.-Nr. Partner:
■ ja ■ nein
FöV- Mitglied (Sterbegeldversicherung)
Dienstzeitende
(Angabe nur bei 20er-Seminaren erforderlich)
Dienstl.Funktion/
Tätigkeit:
Dienstgrad/
Berufsbezeichnung
Telefon
(dienstlicher Postanschluss, nicht Bw-Kennzahl)
Einheit/Dienststelle
Privatanschrift:
Straße, PLZ, Wohnort
Telefon (privat)
ggf. Telefax
E-Mail-Adresse
■ Ich bin mit der Unterbringung im Doppel-/Zweibettzimmer einverstanden.
■ Ich wünsche ein Einzelzimmer und zahle den Zuschlag von 55,– Euro
■ Die Teilnahmebedingungen des aktuellen Jahresprogramms habe ich zur Kenntnis genommen und erkenne diese mit meiner Unterschrift verbindlich an. Mit der elektronischen Speicherung und Weiterverarbeitung meiner personenbezogenen Daten bin ich mit Leistung meiner Unterschrift einverstanden.
Datum
Unterschrift
50
Die Bundeswehr Oktober 2015
Luftwaffe
Neues vom Vorstand Luftwaffe
Dr. Detlef Buch
Fotos (3): Olaf Kyeck
Heiko Stotz
Oberstleutnant Detlef Buch informierte während seines Besuchs in
Husum über die sicherheitspolitische „Großwetterlage“.
Stabsfeldwebel Bernd Bliesmer, TruKa-Vorsitzender der Fliegerhorstkaserne in Husum, hatte den Vorsitzenden Luftwaffe eingeladen.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit
den Kameradschaften
D
ie Nachfrage ist groß, der Informationsbedarf hoch. Ob Weiterführung der Luftwaffenreform, Einführung der gesetzlichen Arbeitszeit für Soldaten oder die sicherheitspolitische „Großwetterlage“ – viele örtliche
Kameradschaften der Luftwaffendienststellen
haben in den letzten Wochen Besuch vom Vorstand Luftwaffe im Deutschen BundeswehrVerband bekommen. So war Oberstleutnant Detlef
Buch unter anderem zu Gast bei der Kameradschaft Ehemalige, Reservisten und Hinterbliebene am Standort Köln Porz/Wahn und bei den
Truppenkameradschaften des Flugabwehrraketengeschwaders in Husum sowie des Luftwaffentruppenkommandos in Köln/Wahn.
Die Gesprächsrunden und Vorträge fanden
stets in einer absolut offenen und kameradschaftlichen Atmosphäre statt und sind Ausdruck des
gegenseitigen Vertrauens und der guten Zusammenarbeit der örtlichen Ebene mit dem Bundesvorstand. Dies unterstrich insbesondere die Einladung der Husumer Kameraden, die kurzerhand
die Vorstandssekretärin Ute Brückner gleich
mit einluden, um sich für die gute und freundliche Zusammenarbeit zu bedanken.
Das Angebot von Oberstleutnant Buch und
Hauptfeldwebel Heiko Stotz zu Informationsbesuchen richtet sich natürlich auch an alle ande-
ren Kameradschaften. Gilt es doch nach wie vor,
Informationsdefizite seitens der militärischen
Führung und politischen Leitung auszugleichen
und Bedürfnisse der Basis in die Leitungsebenen
der Bundeswehr erfolgreich zu transportieren.
Für Terminabsprachen und Rückfragen einfach
Kontakt aufnehmen unter [email protected]
db
Vortrag vor Mitgliedern der Truppenkameradschaft des Flugabwehrrakentengeschwaders
in Husum.
Luftwaffe
Empfang der Radler am Etappenziel Hochstetten-Dhaun
Das Netzwerk in der
Luftwaffe funktioniert!
S
o könnte das Fazit von
Oberst a.D. Jürgen Reinhard zu seinem aktuellen
sozialen Projekt lauten. Der seit
2004 im „Un“-Ruhestand befindliche ehemalige Kommandeur der
technischen Gruppe des Jagdbombergeschwaders 35 (JaBoG 35) ist
durch sein enormes ehrenamtliches
Engagement nicht nur in und um
seinen Wohnort Monzingen mehr
als anerkannt. Neben den unzähli-
gen Aktivitäten im politischen und
sozialen Bereich und dem Vorsitz
der KERH Sobernheim im DBwV
ist Reinhard Mitbegründer der Aktion „Hilfe für Bundeswehrkinder in
Not“. Diese Aktion unter der
Schirmherrschaft der SoonwaldStiftung unterstützt Kinder von
unverschuldet in Notsituationen
geratenen Bundeswehrsoldaten.
Diese Aufgaben bieten dem Oberst
a.D. das notwendige Handwerkzeug
und Netzwerk für ein weiteres
Betätigungsfeld: Als Fallmanager
im Bund Deutscher Veteranen kümmert er sich um einsatzgeschädigte
Kameraden sowie deren Angehörige.
Als für die Organisation einzelner Etappen der „I Can Radtour
2015“, die auf das Thema PTBS
aufmerksam machen soll (siehe
dazu auch den Bericht auf Seite 60),
nach Freiwilligen gesucht wurde,
wusste Jürgen Reinhard sein Netzwerk hinter sich und stellte sich als
Verantwortlicher für die sechste
Etappe von Hochstetten-Dhaun
nach Ramstein zur Verfügung.
Neben dem Verein der ehemaligen
Geschwaderangehörigen JaBoG
Die Bundeswehr Oktober 2015
51
35, der KERH und Helfern der
Soonwald-Stiftung
unterstützte
auch der stellvertretende Vorsitzende Luftwaffe, Hauptfeldwebel
Heiko Stotz, dieses Vorhaben. So
konnten Zielempfang und Start in
Hochstetten-Dhaun sowie die Übernachtung im Schloss Dhaun realisiert werden.
Neben dem RC Meisenheim
wurden die Veteranen auf der
Strecke ab Koblenz auch von Politprominenz wie den rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten Denis
Alt und Bettina Dickes sowie dem
Landrat des Kreises Bad Kreuznach,
Franz-Josef Diehl, begleitet. Den
Zielempfang komplettierten dann
neben MdB Antje Lezius auch der
Ortsbürgermeister und Hauptfeldwebel Stotz. Damit war die Grundlage für ein ausgewogenes Presseinteresse gegeben und die Organisatoren
der Tour konnten am folgenden Morgen feststellen, dass alle Ziele
erreicht wurden: unvergessliche
Momente für die teilnehmenden
Veteranen, medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit und, dank vielen Helfern, ein reibungsloser Ablauf.
Dies alles ist dem besonderen
Engagement eines beispielhaften
Luftwaffenoffiziers und seinem
auch nach einem Jahrzehnt im
Ruhestand noch funktionierenden
Netzwerks zu verdanken.
hs
Neue „Jet News“
erschienen
K
ontrovers, offen und problemorientiert – so will die
neue „Jet News“ sein. Das
neue, unabhängige und überparteiliche Organ des Forums
Militärische Luftfahrt ist vor
Kurzem erschienen. Herausgeber ist der Präsident des
Forums, Thomas Wassmann.
Die Erstauflage umfasst 2500
Exemplare und wird an Interessierte aus Politik, Medien,
Militär und Wissenschaft
verteilt.
In dem rund 40 Seiten
umfassenden Magazin werden viele aktuelle Themen aus der
militärischen Luftfahrt behandelt –
von der Flugstundenreduzierung
und ihren Auswirkungen auf die
Militärische Flugsicherung über die
Einführung
der
gesetzlichen
Arbeitszeit für Soldaten der Bundeswehr bis hin zu Problemen rund
um den sogenannten Fähigkeitstransfer bei Hubschraubern. Ein
lesens- und bemerkenswertes
Magazin. Wer die neue „Jet
News“ lesen will, aber keine
abbekommen hat, meldet sich bitte unter [email protected] Die
nächste Ausgabe ist übrigens für
das Frühjahr 2016 geplant. db
Hauptfeldwebel Heiko Stotz (r.) mit Oberst a.D. Jürgen Reinhard (M.)
und Verbandsmitglied Klaus Schroedter
Die Bundeswehr Oktober 2015
Streitkräftebasis
Foto: PIZ SKB/Alpers
52
Vizeadmiral Manfred Nielson im
Abschiedsgespräch
Der Kapitän verlässt die Brücke
A
m 6. Oktober verlässt Vizeadmiral
Manfred Nielson das Kommando
Streitkräftebasis. Nach dreieinhalb Jahren endet damit seine Amtszeit als Inspekteur des
zweitgrößten Organisationsbereichs der Bundeswehr. In einem Gespräch mit Stabsfeldwebel
Ralf Wilke ließ er seine Zeit in „einem der tollsten Bereiche der Bundeswehr“ – so Nielson –
Revue passieren. „Nirgendwo sonst gibt es so
viele militärische und zivile Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter, die an einem Strang ziehen; die Streitkräftebasis ist ein Schmelztiegel der unterschiedlichen Kulturen aus Luftwaffe, Marine und Heer.
Diese Menschen sind die DNA der Streitkräftebasis“, betonte der scheidende Inspekteur.
Die Streitkräftebasis sei als „Spinne im Netz“
in vielen Bereichen vertreten, zum Beispiel bei den
Hochwassereinsätzen und aktuell bei der Flücht-
lingshilfe. Gerade im Unterstützungs- und
Dienstleistungssektor gebe es zudem herausragende Karrieremöglichkeiten.
Mit dem Dank an „seine“ Frauen und Männer
verabschiedete sich Vizeadmiral Manfred Nielson aus der Streitkräftebasis: „Bei mir bleibt die
Erinnerung an viele tolle Erlebnisse und das
Gefühl: Hier kannst Du etwas gestalten!“
andreas beu
Klare Worte in bewegten Zeiten
F
lüchtlingshilfe, Auslandseinsätze, Arbeitszeitrichtlinie, Nachwuchsgewinnung – das
waren die Themen des halbjährlichen Spitzengesprächs des Vorsitzenden Streitkräftebasis,
Hauptmann Jörg Greiffendorf, und seines
Stellvertreters, Oberstabsfeldwebel Achim
Dunker, beim Kommando
SKB. Auf der Hardthöhe
empfing
Generalmajor
Peter Bohrer die Mandatsträger und die Mitarbeiter des
Referats 6 der Abteilung
Recht des DBwV.
Zu Beginn des Gesprächs
hatten die Besucher noch die
Gelegenheit, sich mit dem
designierten Nachfolger von
Vizeadmiral Manfred Nielson als Inspekteur der SKB,
Generalleutnant Martin
Schelleis,
bekannt
zu
machen, der sich in einer Einweisungswoche im Kommandostab befand.
Schon während der „Tour
de Horizon“ unter dem Motto: „Was treibt die SKB um?“
durch Generalmajor Bohrer
und
Flottillenadmiral
Michael Busse, Abteilungsleiter Führung, ging
das Gespräch mit den Vertretern des DBwV
schnell ins Detail. Eindrucksvoll war die Schilderung des Engagements der Bundeswehr – und hier
vor allem der SKB – bei der Bewältigung der sich
wöchentlich steigernden Flüchtlingszahlen.
Die organisatorischen Vorbereitungen auf das
Inkrafttreten der neuen Arbeitszeitregelungen und
die erwartbaren Auswirkungen auf den Dienstalltag in den verschiedenen Dienststellen sorgten
ebenfalls für viel Gesprächsstoff.
In puncto Nachwuchsgewinnung waren sich alle
Beteiligten einig: Die Frage
nach der Attraktivität der
Bundeswehr wird sich auch
nach der Verabschiedung
des
Attraktivitätssteigerungsgesetzes jedes Jahr
aufs Neue stellen. Bewerber
sollten einen Platz in der
Grundausbildung finden,
die Möglichkeiten dazu
wurden im Kommandobereich aufgestockt.
Weitere Fragen aus dem
Kreise der Truppenkameradschaften und der Vertreter
der Teilstreitkräfte- und OrgBereichs-Versammlungen
während der Landesversammlungen des Jahres wurden angesprochen, die
Ergebnisse werden den Fragestellern direkt übermittelt.
jg
Fotos (2): Bundeswehr/Funk
Personal/AIN/IUD
Staatssekretärin
Katrin Suder:
Cyber-Angriffe sind
bereits „seit
gestern“ Realität
Digitalen Wandel organisieren –
aber sicher!
Koblenz. Anfang September hat zum elften Mal die
Koblenzer IT-Tagung in der Rhein-Mosel-Halle
stattgefunden. Die beiden Veranstalter, das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und das
Anwenderforum für Fernmeldetechnik, Computer,
Elektronik und Automatisierung Bonn (AFCEA),
beleuchteten aus verschiedenen Perspektiven das
Thema „Digitaler Wandel – IT ‚organisiert‘“.
„Die Veranstaltung hat eine lange Tradition und
eine gute Unterstützung“, eröffnete Generalmajor
Erich Staudacher, Vorsitzender AFCEA Bonn die
Tagung. „Sie hat sich konsequent weiterentwickelt
und innovative Themen aufgegriffen“, ergänzte
Generalmajor Klaus Veit, Vizepräsident
BAAINBw. Für den Deutschen BundeswehrVerband waren der Verbandsvize Oberstabsfeldwebel
Jürgen Görlich und der Vorsitzende SKB, Hauptmann Jörg Greiffendorf, in Koblenz dabei.
Zielsetzung der kommenden IT-Strategie
Im Verteidigungsministerium beschäftige man
sich bereits seit dem vergangenen Jahrtausend mit
dem Thema digitaler Wandel, stellte Dietmar
Theis, IT-Direktor beim BMVg, fest. Seither gehe
es um die Frage, wie „der Moloch IT“ beherrscht
werden könne. Die Bundeswehr habe hier sehr viel
Erfahrung und vieles ausprobiert – und wieder
geändert. Die Treiber für die Entwicklungen seien
unterschiedlich: Theis nannte unter anderem den
Siegeszug von PCs, Smartphones oder aktuell Big
Data und Industrie 4.0.
Für die Bundeswehr sei es sehr schwer, bei den
schnellen Entwicklungszyklen der IT mitzuhalten, daher seien Änderungen bei Entwicklung und
Beschaffung unumgänglich. Theis stellte Grundzüge der neuen IT-Strategie des BMVg vor, die
Ende des Jahres fertigstellt werden soll. Zielsetzung sei eine modulare, serviceorientierte Architektur, die Transformation von Führungsinformationssystemen und die weitere Einführung von
SASPF – wenn auch mit Anpassungen. Man wolle
mehr mobile IT und unter anderem damit auch die
Die Bundeswehr Oktober 2015
53
Vernetzung führe zu Herausforderungen, die heute
noch nicht überschaut werden könnten, blickte Theis
in die Zukunft. Er nannte als Beispiel RoboterArmeen, die sich verselbstständigen könnten. Oliver Edinger, Vizepräsident, Head of Internet of
Things/Industrie 4.0, SAP Deutschland, bestätigte
mit seinen Ausführungen dieses Szenario: „Bis zum
Jahr 2020 werden etwa 50 Milliarden Geräte vernetzt sein.“ Die kostengünstige und schnelle Verfügbarkeit von Rechenleistung, Bandbreite und Auswertemöglichkeiten würden diese Entwicklungen
weitertreiben – die Anforderungen an die IT-Sicherheit erhöhten sich dafür ebenfalls. „Es geht nur noch
um Daten“, ergänzte Ingolf Wittmann, Technischer Direktor IBM Deutschland. „Sie bestimmen
unser Leben und unser Verhalten.“
Bedeutung von Cyber- und IT-Sicherheit wächst
Einigkeit herrschte bei allen Vortragenden, dass die
Bedeutung von IT-Sicherheit weiter wachsen werde.
Hans-Georg Engelke, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, sieht Gesellschaft und Staat
am Beginn einer neuen Digitalisierungswelle, in der
Von links: Generalmajor Klaus Veit, Flottillenadmiral Thomas Daum, Oberstabsfeldwebel
Jürgen Görlich, Generalmajor Erich Staudacher und Hauptmann Jörg Greiffendorf
Attraktivität der Bundeswehr unterstützen.
Für eine bessere Reaktion der Bundeswehr auf
neue IT-Entwicklungen müssten laut Katrin
Suder, Staatssekretärin im BMVg, Beschaffungsprozesse angepasst werden. Weiter fehle eine
Gesamtarchitektur und Strategie, aus der man
schnell Bedarfe ableiten könne. Noch immer seien
die IT-Zuständigkeiten in der Bundeswehr zersplittert. Theis setzte hier auf die Weiterentwicklung der BWI nach dem Wechsel in die InhouseGesellschaft Ende 2016. Nach der von der Staatssekretärin gebilligten BWI-Strategie soll diese
künftig zum IT-Systemhaus der Bundeswehr und
als Dienstleistungszentrum des Bundes ausgebaut
werden, mit zusätzlichen Aufgaben und einem
eigenen Innovationsmanagement.
IT muss Führungsfähigkeit herstellen
„Wir haben verstanden, wo wir hinmüssen“, sagte
Johannes Nagel, Sprecher der Geschäftsführung
der BWI Systeme. Nach der Modernisierung und
im aktuellen Betrieb der nichtmilitärischen IT sei
man auf einem guten Stand, doch niemand dürfe
sich darauf ausruhen. „IT muss die Führungsfähigkeit sicherstellen“, sagte Nagel. Darum seien
hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und die Möglichkeit zur schnellen Entstörung entscheidend und
würden künftig weiter an Bedeutung zunehmen.
Gerade das Internet mit seiner Autonomie und
der Staat den Auftrag habe, Freiheit und Sicherheit
seiner Bürger zu schützen. Hier müssten staatliche
Institutionen noch enger zusammenarbeiten. Trotz
NSA-Skandal und massenhafter IT-Angriffe für
Wirtschaftsspionage gebe es nach wie vor eine verbreitete „digitale Sorglosigkeit“ in der Gesellschaft.
Katrin Suder betonte, dass Cyber-Angriffe bereits
„seit gestern“ Realität seien und die Möglichkeiten
sich zugunsten von asymmetrischen Kräften entwickelten. Auch sie forderte eine intensivere
Zusammenarbeit zwischen den Ressorts und lobte
ausdrücklich die ersten Konsolidierungsschritte des
Bundes – auch wenn es noch ein weiter Weg sei.
Koen Gijsbers, General Manager, Nato Communications and Information Agency, stellte den
Stand der Reform in seiner Agentur vor und die
Anforderungen an die Lösungen. In ein bis zwei
Jahren werde man einen vollständig bepreisten
Servicekatalog haben. Zielsetzung aller IT-Lösungen für die Alliierten seien „Mobilität und dabei
sicher, Konnektivität bei geringen Bandbreiten
und Interoperabilität“. Hieran sollten sich auch
die Industrielösungen orientieren.
Auch in diesem Jahr wurden bei der Koblenzer
IT-Tagung wieder herausragende Studienarbeiten
im Themenbereich Informatik, Nachrichten- und
Automatisierungstechnik mit einem Gesamtvolumen von rund 15 000 Euro ausgezeichnet.
afcea, eb
54
Versorgung und Ehemalige
Die Bundeswehr Oktober 2015
Vorstand
ERH
Hauptmann a.D. und
Stabshauptmann d.R.
Albrecht Kiesner, Vorsitzender ERH
Oberstabsfeldwebel a.D.
Armin Komander, Stellvertretender Vorsitzender ERH
Werte Mitglieder,
„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“. Zumindest jedem Fußballfan ist
dieser „Schlachtruf“ bestens bekannt. Er tönt in jedem DFB-Pokalspiel
von den Rängen, aber nur einmal im Jahr können ihn die Fans tatsächlich
dort erschallen lassen. Der Vorstand ERH könnte diesen Ruf wesentlich
häufiger hören lassen, ist er doch nahezu alle 14 Tage in der Bundeshauptstadt.
Im Gegensatz zum Pokal-Endspiel gibt es bei unseren Besuchen nicht jedes
Mal einen Sieger. Manchmal enden unsere Gespräche unentschieden,
manchmal hat man das Gefühl, etwas erreicht zu haben, und im günstigsten
Fall haben alle etwas gewonnen – dann gibt es gleich mehrere Sieger.
So haben wir in den zurückliegenden Wochen unter anderem mit dem Deutschen Beamtenbund (dbb) Gespräche geführt. Thema war unser gemeinsames Ziel, die Beihilfe und die Beihilfebearbeitung zu verbessern und
zukunftssicher zu gestalten. Weitere Treffen sind dazu terminiert.
Mit den Mitgliedern des Bündnisses für die Rentenangleichung Ost haben
wir uns über das weitere Vorgehen in der Sache ausgetauscht und mit den Vertretern der Seniorengruppe in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben wir
die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit besprochen. Die Bereitschaft ist auf beiden Seiten vorhanden, nun gilt es, loszulegen.
In den nächsten Wochen führen wir mehrere Gespräche mit Mitgliedern
des Petitionsausschusses. Bei ihnen wollen wir dafür werben, dass die für
einige Personengruppen nach wie vor vorhandenen Benachteiligungen in
der Versorgungsausgleichsregelung überprüft wird. Erstes Ziel ist dabei,
eine öffentliche Anhörung zu erreichen, damit die Betroffenen die Gelegenheit bekommen, ihre Situation unmittelbar den Ausschussmitgliedern zu
schildern. Wenn es dann gelingt, eine Empfehlung an den Gesetzgeber mit
dem Hinweis zur Überprüfung zu erreichen, dann könnte es hier mehrere
Sieger geben.
Bei weiteren Gesprächen im Bundesfinanzministerium (BMF) werben
wir um Unterstützung für die Realisierung einer Direktabrechnungsmöglichkeit in der Beihilfe.
Dass daneben routinemäßig Beihilfegespräche im Bundesinnenministerium (BMI) und im Bundesamt für zentrale Dienstleistungen (BADV)
stattfinden, sei hier nur am Rande erwähnt.
Es bleibt festzustellen, dass Gespräche nützlich sind, man muss sie nur
führen.
Wir tun das für Sie. Nicht immer, aber immer öfter, in Berlin.
Ihr
Kiesner Albrecht
Beschädigtenversorgung:
Verzögerungen bei der Kostenübernahme
im Rahmen der orthopädischen Versorgung
I
n den letzten Wochen wurde der
DBwV aus Kreisen der Mitgliedschaft über Probleme im
Zusammenhang mit der Kostenübernahme bei orthopädischer
Versorgung im Falle anerkannter
Wehrdienstbeschädigungen informiert. Das nunmehr zuständige
Bundesamt für das Personalmana-
gement der Bundeswehr (BA
PersBw) hat dem DBwV daraufhin auf entsprechende Nachfrage
nachfolgende Information zukommen lassen. Die Kernaussage ist,
dass die Problematik in Düsseldorf
erkannt ist und entsprechende
Schritte zum Abbau des Antragsstaus eingeleitet sind.
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Danke.
Anzeigen und Beilagen im Magazin DIE BUNDESWEHR sind nicht als Empfehlung des Deutschen BundeswehrVerbandes anzusehen.
Versorgung und Ehemalige
Die Bundeswehr Oktober 2015
55
Petition zur Rechtsstellung der Soldaten im Versorgungsausgleich
A
Wir hatten im Verbandsmagazin 07/2015
auf den Seiten 46 und 47 darüber berichtet,
dass es aus Sicht des DBwV im Ergebnis
als nicht nachvollziehbar und ungerecht erscheint,
die durch das Attraktivitätssteigerungsgesetz herbeigeführten Verbesserungen beim Versorgungsausgleich nicht auf die Fälle der vorgezogenen Zurruhesetzung unter Inanspruchnahme des Personalanpassungsgesetzes beziehungsweise des
Streitkräftepersonalstruktur-Anpassungsgesetzes
zu erstrecken. Gleiches gilt im Grunde für die Zurruhesetzung wegen Dienstunfähigkeit.
Kernargument für diese Auffassung ist einerseits der Umstand, dass gerade der Dienstherr ein
vorrangiges Interesse am Abbau des militärischen
Personalkörpers und somit an den vorgezogenen
Zurruhesetzungen hatte oder hat. Betroffene konnten lediglich eine sogenannte Interessensbekundung abgeben. Ein Antragsverfahren im eigentlichen Sinne war beziehungsweise ist von Gesetzes
wegen nicht vorgesehen. Insbesondere gibt es keinen zwingenden Rechtsanspruch auf eine vorgezogene Zurruhesetzung.
Hinzu tritt, dass Betroffene im Grundsatz
davon ausgehen konnten, bei vorgezogener Zurruhesetzung die Versorgungsbezüge zu erhalten, die
ihnen auch bei regulärer Zurruhesetzung zustehen
würden.
Dieses Vertrauen ist im Nachhinein enttäuscht
worden, da die Grundlage der Entscheidungsfindung nachträglich einseitig verändert wurde.
Zwischenzeitlich ist zu dieser Frage auch mit
großem Erfolg ein Petitionsverfahren auf den Weg
gebracht worden. Trotz Urlaubszeit und sommerlicher Hitzeperioden konnte ein überragendes
Ergebnis von 1051 Mitzeichnungen und 61 Diskussionsbeiträgen erzielt werden. Die vorliegende
Petition liegt insbesondere bei den Mitzeichnungen
in den oberen 14 Prozent aller seit 2007 öffentlich
gestellten Petitionen (3490).
Der DBwV, der auch bereits frühzeitig auf seiner Homepage über das Petitionsverfahren berichtet und zur Mitzeichnung aufgerufen hatte, wird
dieses Verfahren wie bisher weiter sehr aktiv
begleiten.
Es sind bereits vier Gesprächstermine mit Mitgliedern des Petitionsausschusses vereinbart. Hier
wird der Vorsitzende ERH (Hauptmann a.D. und
Stabshauptmann d.R. Albrecht Kiesner) für eine
öffentliche Anhörung werben und mit Nachdruck
für eine Nachbesserung des Gesetzes eintreten.
Ebenfalls sind bereits Gespräche mit Mitgliedern des Petitionsausschusses vereinbart, um
nochmals mit Nachdruck für eine entsprechende
Nachbesserung des Gesetzes einzutreten.
Am 2. September 2015 wurde diese Thematik
auch eingehend mit dem Büro des Wehrbeauftragten erörtert.
Wir werden an dieser Stelle über den Fortgang
der Angelegenheit weiter informieren.
■
Schwierigkeiten bei der Entscheidung über Anträge
auf Hörgeräteversorgung durch das BAPersBw?
Düsseldorf. Mit dem Gesetz zur „Übertragung
der Zuständigkeiten der Länder im Bereich der
Beschädigtenversorgung nach dem Dritten Teil
des Soldatenversorgungsgesetztes auf den
Bund“ vom 15. Juli 2013 sind die Zuständigkeiten für die Versorgung der Wehrdienstbeschädigten nach Beendigung des Wehrdienstverhältnisses sowie der Versorgung ihrer Hinterbliebenen
von den Ländern zum 1. Januar 2015 auf die
Bundeswehrverwaltung übergegangen. Ein Teil
der heute durch das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw)
wahrzunehmenden Aufgaben ist die orthopädische Versorgung – noch spezieller – die Versorgung mit Hörgeräten.
Das Arbeitsaufkommen des zuständigen
Sachgebiets – insbesondere die Anzahl der
Anträge auf Kostenübernahme für Hörgeräte –
ist weit höher als erwartet. Hinzu kam, dass in
einigen Bundesländern bereits mehrere Monate
vor Aufgabenübergang die Akten geschlossen
und so etliche Anträge nicht mehr vollständig
bearbeitet worden sind.
Um mit der Antragsbearbeitung beginnen zu
können, müssen die entsprechenden Akten vorliegen. Erforderlich sind
• die Wehrdienstbeschädigtenakten,
• die Versorgungsakten mit der Grundent-
scheidung über die Anerkennung von Wehrdienstbeschädigungsfolgen und
• sofern bereits in der Vergangenheit Hörgeräte oder andere Hilfsmittel über eine Orthopädische Versorgungsstelle der Bundesländer
nach dem Soldatenversorgungsgesetz bewilligt worden sind, die entsprechenden
Orthopädieakten.
Die Versorgungsakten und die Orthopädieakten
haben historisch bedingt in allen Bundesländern
jeweils eigene, voneinander abweichende Aktenzeichen; eine elektronische Erfassung dieser
Akten hat es in den Ländern nicht oder nicht vollständig gegeben.
Dem BAPersBw wurden seit November
2014 insgesamt rund 8000 laufende Aktenmeter
(über 12 000 Umzugskartons) – meist ohne entsprechende Listen oder Karteikarten – übergeben. Die letzten Kartons mit Orthopädieakten
sind diese Woche (Mitte August 2015) in Willich
eingelagert worden. Die Akten werden aktuell
gesichtet, erfasst und auf das Ablagesystem der
Bundeswehr (sortiert nach Personenkennziffer)
umgestellt. Dies wird noch einige Zeit in
Anspruch nehmen.
Gleichwohl werden die Anträge auf Hörgeräteversorgung bearbeitet. In nahezu allen Fällen
ist – wie bei den Orthopädischen Versorgungs-
Bearbeitungszeiten in der Beihilfe
Partielle Verlagerung von Beihilfeakten
B
ereits seit einigen Tagen werden wieder Beihilfeakten von beihilfeberechtigten Versorgungsbezügeempfängern aus der Beihilfestelle
des BADV in Düsseldorf in die Beihilfestelle nach
Stuttgart versandt. Der Grund ist, dass aufgrund
personeller Probleme die Bearbeitungszeiten in
der Beihilfestelle in Düsseldorf leider gegenwärtig
das gewünschte und geforderte Maß von nicht
mehr als 15 Arbeitstagen überschreiten.
Bei der nunmehr eingeleiteten Verlagerung von
Beihilfeakten handelt es sich um eine jener Maßnahmen, die uns von Seiten der Leitung des BADV für
den Fall zugesagt wurden, dass erneut Engpässe und
infolgedessen längere Bearbeitungszeiten entstehen
könnten. Die Verlagerung als solche kann also
durchaus als positiv betrachtet werden, da sie aufzeigt, dass Vereinbarungen eingehalten werden und
die Interessen der Beihilfeberechtigten zählen. Die
stellen der Länder auch – eine Stellung-nahme
des Ärztlichen Dienstes und gegebenenfalls die
Erstellung von Gutachten zur Klärung der
Zusammenhangsfrage (Hörschaden zurückführbar auf die Wehrdienstbeschädigung) erforderlich. Auch diese Arbeitsschritte benötigen Zeit.
Um möglichst viel Zeit für die Abarbeitung
der aufgelaufenen Anträge zu haben, ist die telefonische Erreichbarkeit der Bearbeiter momentan eingeschränkt. Eine Kontaktaufnahme ist in
jedem Fall per E-Mail möglich:
[email protected]
An einer Verbesserung der Bearbeitungssituation wird mit Nachdruck gearbeitet. Eingerichtet
wurden zusätzliche Dienstposten; weiteres Per■
sonal ist im Zulauf.
von dieser kurzfristig umgesetzten Maßnahme
betroffenen Beihilfeberechtigten werden über die
Änderung der zuständigen Beihilfestelle schriftlich
informiert und auf diesem Wege auch über die neuen
Ansprechpartner und Anschriften in Kenntnis
gesetzt.
Bei der aktuell laufenden Verlagerung handelt
es sich um eine kurzfristige Unterstützungsaktion.
Es ist daher davon auszugehen, dass zu gegebener
Zeit die Akten von Stuttgart zurück nach Düsseldorf gegeben und die Betroffenen auch hierüber
■
wieder informiert werden.
56
Die Bundeswehr Oktober 2015
Oberstabsfeldwebel
a.D.
Andreas
Hubert
Fachbereich Beteiligungsrechte
Vom getrennten Marsch zum
gemeinsamen Erfolg!
Die Wahlen zum Hauptpersonalrat 2016 werfen ihre Schatten voraus
Sehr geehrte Leserinnen
und Leser,
die Sommerpause ist zu Ende, der
Betrieb fährt wieder hoch und wir
bereiten uns auf die Personalratswahlen 2016 vor.
Ja, in der Tat! Mai 2016 ist noch ein
Stück weit hin, aber was ist schon
Zeit in dieser schnelllebigen Zeit.
Wenn wir durch den Supermarkt gehen, kommen wir nicht
umhin, Weihnachtsgebäck zur
Kenntnis zu nehmen und der ein
oder andere greift auch zu … ist
halt frisch und das scheint sicher.
Mit Blick auf die anstehenden
Wahlen zum Hauptpersonalrat, zu
den Bezirkspersonalräten und
natürlich zu den vielen Personalräten vor Ort kann es auch für uns
nicht früh genug sein, um Sie/Euch
zu motivieren, an den Wahlen aktiv
und passiv teilzunehmen.
Jetzt, wo Sie wieder im Alltag
der Dienststellen dem Tagesdienst
die Stirn bieten, kommen wir aus
der Sonne und fordern Sie auf mitzumachen. Alle vier Jahre die
Chance auf „Neues“.
Dem alten Leitspruch folgend
„Wer nicht gestaltet, wird gestaltet“ bietet der Deutsche BundeswehrVerband seinen Mitgliedern in
Dienststellen mit zivil/militärisch
besetzten Personalräten Gestaltungsmöglichkeiten an. Der Blick
auf die positiven Veränderungen im
sozialen Gefüge unserer Bundes-
wehr lässt den Personalräten jede
Menge Gestaltungsraum zur Begleitung des täglichen Dienstbetriebs
offen.
Ihr Deutscher BundeswehrVerband war nicht unerheblich an der
Verbesserung der sozialen Rahmenbedingungen beteiligt. Mehr geht
immer. aber das Erreichte zu sichern
ist die Aufgabe unserer Beteiligungsgremien.
An der Basis wird das erlebt, was
im Bundesministerium der Verteidigung veranlasst wird, die Inspekteure der TSK und OrgBereiche umsetzen oder eigenständig auf den Weg
bringen.
Da wollen wir mit unseren Beteiligungsgremien als Partner im Prozess nicht abseitsstehen. Von der
Umsetzung der gesetzlichen Arbeitszeit über die Vereinbarkeit von Familie und Dienst, in all ihren Facetten
und vieles mehr, sind unsere Mitglieder, sind Sie unmittelbar betroffen.
Es gilt also die Sicherung weiterer
Erungenschaften durch Gremien mit
einem gesetzlich geschützten Auftrag.
Der Hauptpersonalrat ist für
unsere Soldatinnen und Soldaten
sowie für zahlreiche Kolleginnen
und Kollegen die erste Adresse, wenn
es um Mitgestaltung des Betriebs in
der Bundeswehr geht.
Gemeinsam für alle – „Für die
Menschen in der Bundeswehr“ wird
hier an der Spitze schon mal
Geschichte geschrieben.
Das funktioniert aber nur, wenn
auch Sie sich auf den Weg machen
und für den Deutschen BundeswehrVerband zur Verfügung stehen. Wir
brauchen die Erfahrungen aus der
Praxis, wir brauchen Frauen und
Männer in und ohne Uniform, die die
Bundeswehr kennen und uns helfen,
die Bundeswehr auch weiterhin ein
Stück besser zu machen.
Attraktivität wächst auch durch
Gestaltung von innen.
Ihre Bewerbung, ob als Soldatin
oder Soldat, als Arbeitnehmer oder
Beamter, für eine Kandidatur zum
Hauptpersonalrat wäre ein weiterer
guter Schritt in die richtige Richtung.
Wahlbewerbung ist so einfach:
•
•
•
•
•
•
•
Sie sind Mitglied im DBwV!
Sie sind Angehörige/-r einer
Dienststelle mit Soldaten in
Ihrem Personalrat!
Sie haben Personalratserfahrung!
Sie sind flexibel und scheuen
sich nicht, in Bonn oder Berlin
an Sitzungen des Hauptpersonalrats beim Bundesministerium der Verteidigung teilzunehmen!
Sie wollten schon immer einmal der Führung unserer
Bundeswehr die Probleme an
der Basis mitteilen!
Name, Vorname,
Dienstgrad oder Status mit gegebenenfalls Amtsbezeichnung
Mitgliedsnummer
•
•
•
Teilstreitkraft/
Organisationsbereich
Dienststelle
Erreichbarkeit:
telefonisch oder per E-Mail
Sprechen Sie Ihren Truppenkameradschaftsvorsitzenden vor Ort an,
sprechen Sie mit Ihren Landesvorsitzenden oder sprechen Sie einfach mich an.
Deutscher
BundeswehrVerband e.V.
Andreas Hubert
Bundesvorstand
Vorsitzender Fachbereich
Beteiligungsrechte
Kapelle-Ufer 2
10117 Berlin
Tel. (030) 80470324
[email protected]
oder:
[email protected]
Ich nehme Ihre Bewerbung entgegen und unser Projektteam Wahlen
kümmert sich um eine schnelle
sachgerechte Bearbeitung.
Große Ereignisse werfen ihre
Schatten voraus. Mittendrin, statt
nur dabei!
Ihr
Vorsitzender Fachbereich
Beteiligungsrechte
Ist die Mitbestimmung des Personalrates erweitert worden?
M
it dem Dienstrechtsneuordnungsgesetz ist das
Besoldungsrecht für die
Beamten an das Tarifrecht für die
Arbeitnehmer (Bund) angepasst
worden, ohne dass die Mitbestimmung der Personalräte nach dem
Bundespersonalvertretungsgesetz
geändert worden ist.
Der Hessische Verwaltungsgerichtshof Fachsenat für Personalvertretungssachen (Bund) hat in
einem Fall beschlossen, dass der
örtliche Personalrat an der Erstfestsetzung der Erfahrungsstufen, die
durch den Leiter der Dienststelle bei
Beamten auf Probe oder auf
Lebenszeit im Zusammenhang mit
ihrer Einstellung vorgenommen
wird, ein Mitbestimmungsrecht
gemäß § 76 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG
hat (Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 16. Oktober 2014, Az. 21 A 99/14.PV).
„Einstellung“ sei die Ernennung eines Beamten unter Begründung eines Beamtenverhältnisses.
Bei § 76 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG
umfasse erstens die „Einstellung“
die „Eingruppierung“ und zweitens
die „Eingruppierung“ die „Erstfestsetzung der Erfahrungsstufen“
gemäß §§ 27 ff. BBesG, weil beides
mit der Ausübung des Amts durch
den Beamten in Verbindung stehe.
Zwar sehe § 75 Abs. 1 Nr. 2
BPersVG für die Arbeitnehmer im
Gegensatz zu § 76 Abs. 1 Nr. 1
BPersVG für die Beamten ein Mitbestimmungsrecht des Personalrats
bei ihrer „Eingruppierung“ vor,
aber das Fehlen einer Regelung
könne keine unterschiedliche Beteiligung zur Folge haben. Die
Angehörigen beider Statusgruppen – das heißt der Arbeitnehmer
sowie der Beamten – seien zu schützen.
Die Begründung des Beschlusses ist gut nachvollziehbar und führt
die Rechtsprechung der Senate des
Bundesverwaltungsgerichts bezüglich der „Eingruppierung“ von
Arbeitnehmern fort.
Ob das Bundesverwaltungsgericht wie der Hessische Verwaltungsgerichtshof Fachsenat für Personalvertretungssachen (Bund) in
anderen Fällen entscheiden wird,
muss abgewartet werden und wird
die Frage, ob die Mitbestimmung
des Personalrats erweitert worden
ist, beantworten.
■
Fachbereich Zivile Beschäftigte
Die Bundeswehr Oktober 2015
Klaus-Hermann
Scharf
Dienstvereinbarung Leistungsentgelt:
Alle Optionen nutzen!
Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,
TVöD, zumindest der Manteltarifvertrag. Seitdem besteht die Möglichkeit,
die Stufenlaufzeiten in einer Entgeltgruppe zu verkürzen – und bei schwachen Leistungen allerdings auch zu
verlängern. Der Gebrauch dieser
Möglichkeit ist bisher jedoch sehr
spärlich und wenn, dann wird glücklicherweise nur die Option der Verkürzung genutzt. Die Dienstvereinbarung bezieht die Verkürzung von Stufenlaufzeiten mit ein, zumindest wenn
es um die Erhöhung des Kreises der
Begünstigten von leistungsbezogenem Entgelt auf 30 Prozent in den
unteren und mittleren Bundesbehörden geht. Zudem sieht die Dienstvereinbarung neben der Prämienzahlung
auch monatliche Zulagen vor.
Es kommt nun darauf an, dass
man beide in der Dienstvereinbarung
vorgesehenen Instrumente zusammen mit der tariflich geregelten Stufenlaufzeitverkürzung auch tatsächlich nutzt. Nur eine Leistungsprämie
wie bei den Beamten und Soldaten zu
gewähren, obwohl auch bei ihnen
mehrere Möglichkeiten in der Bundesleistungsbesoldungsverordnung
vorgesehen sind, verfehlt das arbeitgeberseitig propagierte Ziel eines
Leistungsansporns.
Besonders umstritten während
der Verhandlungen zur Dienstvereinbarung war die Erwirtschaftung des
die am 16. September 2015 unterzeichnete Dienstvereinbarung über
das übertarifliche Leistungsentgelt
für die Tarifbeschäftigten in der
Bundeswehr wird wahrscheinlich
nur die wenigsten zufriedenstellen.
Nicht diejenigen, die dem tariflichen Leistungsentgelt nachtrauern,
bei dem fast jeder Tarifbeschäftigte
etwas bekommen hat. Auch nicht
diejenigen, die die leistungsbezogene Bezahlung am liebsten ganz
abgeschafft und die Gelder hierfür
im Tabellenentgelt gesehen hätten.
Lediglich diejenigen dürften
zufrieden sein, die wirklich herausragende Leistungen honorieren
möchten und keine gleichmäßige
Verteilung auf alle Tarifbeschäftigte wollen. Leistungsbewertung ist
ein schwieriges, äußerst subjektives Thema. Nicht immer transparent und gerecht. Und nicht immer
förderlich für den Betriebsfrieden.
Dennoch muss es etwas geben,
das Leistungsträger honoriert und
andere zu mehr Leistung anspornt.
Dies bedingt jedoch, dass auch
tatsächlich attraktive Leistungsanreize angeboten und bereits bestehende angewendet werden. Seit
genau zehn Jahren existiert der
für das Leistungsentgelt vorgesehenen Budgets im Einzelplan 14. Hier
wurde eine Benachteiligung der
Tarifbeschäftigten gegenüber den
Beamten und Soldaten gesehen, bei
denen eine jährliche Zahlung einer
leistungsbezogenen Besoldung vorgesehen ist. Das Bundesministerium
des Innern stellt jedoch klar, dass das
Bundesministerium der Finanzen
keine Mittel für das Leistungsentgelt
an Tarifbeschäftigten bereitstellt und
daher in den Haushalten der einzelnen Ressorts erwirtschaftet werden
muss. Zumindest wurde der Wille des
BMVg in der Dienstvereinbarung
festgeschrieben, jährlich die für das
Leistungsentgelt benötigten Haushaltsmittel zu erwirtschaften.
Auch an anderer Stelle in der
Dienstvereinbarung spiegelt sich der
Wille der politischen Führung des
BMVg wieder, für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Bundeswehr attraktive Angebote zu
machen. Nicht nur für 2015 soll ein
Leistungsentgelt gezahlt werden sondern auch für das komplette Jahr
2014, obwohl letztes Jahr noch das
tarifliche Leistungsentgelt gezahlt
wurde. Allerdings bezog es sich
eigentlich auf das Jahr 2013, das sich
jedoch aus Gründen der Tarifvertragskonformität hinsichtlich des
Bewertungszeitraums und der Aus-
57
zahlung bis in das Jahr 2014 hineinstreckte. Für beide Jahre erfolgt
die Auszahlung noch im Dezember
2015, ein sportliches Unterfangen
zwar, jedoch sind die Beschäftigungsdienststellen rechtzeitig vom
BAPersBw und den BwDLZ noch
vor der Unterzeichnung der Dienstvereinbarung vorgewarnt worden.
Der Abschluss der Dienstvereinbarung ist aus den eingangs
genannten Gründen kein besonderes freudiges Ereignis für die Tarifbeschäftigten. Die durch das Tarifergebnis zur Entgeltordnung
bedingten Änderung im § 18 TVöD
hat die Lage geschaffen, dass das
Ob und die Art der Zahlung eines
leistungsbezogenen Entgelts vom
Willen des Arbeitgebers abhängt.
Die Alternative wäre die Nichtgewährung eines Leistungsentgelts
im Bereich der Bundeswehr gewesen. Insofern macht das Ergebnis
vielleicht einen nicht glücklich,
jedoch darf man es unter den gegebenen Umständen als zufriedenstellend begrüßen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Vorsitzender Fachbereich Zivile
Beschäftigte
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58
Die Bundeswehr Oktober 2015
Fachbereich Zivile Beschäftigte
Leistungsbezogenes Entgelt für Arbeitnehmer
stungsbesoldungsverordnung
beruht, die für Beamte und Soldaten gilt.
Die Dienstvereinbarung sieht
zwei Instrumente des Leistungsentgelts vor. Zum einen eine Leistungsprämie, die für eine herausragende
besondere Leistung in der Erfüllung
bestimmter Aufgaben oder eines einzelnen Arbeitsergebnisses gewährt
werden. Das andere Instrument ist
eine Leistungszulage, die für in einer
Dauer von mindestens drei Monaten
erbrachte und zukünftig weiterhin
erwartete herausragende besondere
Leistungen vorgesehen sind. Werden
diese herausragenden besonderen
Leistungen von mehreren, auch statusübergreifenden Bundeswehrangehörigen erbracht, kann eine Teamprämie oder -zulage an allen Beteiligten gewährt werden, wobei die Besoldungsempfänger einer Besoldungsgruppe der Bundesbesoldungsordnung A angehören müssen.
Als eine herausragende besondere Leistung wird eine Leistung gesehen, die im Vergleich zu Leistungen
der anderen Tarifbeschäftigten der
gleichen Entgeltgruppe deutlich hervorhebt. Dabei sollen alle Entgeltgruppen, beide Geschlechter, Vollund Teilzeitkräfte, schwerbehinderte
sowie diesen gleichgestellten Menschen angemessen berücksichtigt
werden, jedoch ohne Anspruch auf
Proportionalität.
Ausgeschlossen sind Mehrfachhonorierungen einer Leistung, wenn
sie auf demselben Sachverhalt
beruht. Hierzu zählt auch eine Stufenlaufzeitverkürzung gemäß § 17
Stopp von Beförderungen bei
Beamten BBesGr A8 BBesG
N
achdem uns – dem Deutschen BundeswehrVerband e.V. –
von unseren verbeamteten Mitgliedern die Frage gestellt
worden ist, ob es keine Beförderungen auf Dienstposten gibt, die
nach der BesGr A8 BBesG besoldet werden, nach der Reihungsliste Kap. 1404 gibt, müssen wir sie Ihnen mit „Ja“ beantworten.
Das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr hat sie bundesweit mit einer Verfügung vom 15. Mai 2015
gestoppt, weil es gerichtliche Verfahren gibt.
Die Beamten, die ein berechtigtes Interesse haben, befördert
zu werden, sind in der Situation, dass nicht ausreichend Dienstposten zur Verfügung stehen. Die Situation, dass nicht ausreichend Dienstposten zur Verfügung stehen, wird durch den Stopp
insoweit verschlechtert, dass die Beamten länger warten müssen.
Wir sind dankbar für Hinweise unserer verbeamteten Mitglieder, die der Aufklärung des Sachverhalts dienen! Soweit uns –
dem Deutschen BundeswehrVerband e.V. – nähere Informationen zur Verfügung stehen, werden wir sie veröffentlichen.
■
Absatz 2 TVöD. Zudem wird kein
Leistungsentgelt gewährt neben dem
Entgelt für Überstunden gemäß § 7
Absatz 7 TVöD und einer Zulage für
eine vorübergehende Ausübung einer
höherwertigen Tätigkeit, sofern sie
auf demselben Sachverhalt beruhen.
Über die Vergabe eines Leistungsentgelts entscheidet in der
Regel die Leitung einer Beschäftigungsdienststelle. Für das Kooperationspersonal im Arbeitnehmerstatus ist die Leitung der zivilen
Beschäftigungsdienststelle der Bundeswehr, der es zugeordnet ist, entscheidungsberechtigt. Aus dem an
eine Beschäftigungsdienststelle für
das Leistungsentgelt bereitgestelltes
Budget dürfen bis zu 15 Prozent der
Tarifbeschäftigten eine Leistungsprämie oder -zulage erhalten. Der
Kreis der Leistungsentgeltempfänger kann in Beschäftigungsdienststellen unterhalb von Bundesoberbehörden bis auf 30 Prozent überschritten werden, allerdings werden
unter anderem Verkürzungen von
Stufenlaufzeiten nach § 17 Absatz 2
TVöD mitberücksichtigt. Das Vergabebudget für das Leistungsentgelt
ist auf 0,3 Prozent der gezahlten Entgelte des Vorjahrs begrenzt. Die
Haushaltsmittel hierfür müssen im
Verteidigungshaushalt erwirtschaftet werden. Das BMVg hat sich
jedoch in der Dienstvereinbarung
bereiterklärt, das Ziel einer jährlichen Erwirtschaftung des Vergabebudgets zu verfolgen.
Die Leistungsprämie darf bei
Arbeitnehmern in der EG 1 das Tabel-
lenentgelt der Stufe 2 und bei denen
in der EG 2 bis 15 das Tabellenentgelt
der Stufe 1 nicht überschreiten. Sie
soll mindestens zehn Prozent des
Höchstbetrags ausmachen und ein
durch 25 teilbarer Betrag in vollen
Euro sein. Die Leistungszulage darf
bei Beschäftigten in der EG 1 höchstens sieben Prozent des Tabellenentgelts der Stufe 2 und bei denen in der
EG 2 bis 15 höchstens sieben Prozent
des Tabellenentgelts der Stufe 1 betragen. Sie soll mindestens 50 Euro ausmachen und ein durch 25 teilbarer
Betrag in vollen Euro sein. Die Auszahlung darf rückwirkend bis zu drei
Monaten, mindestens drei Monate
und längstens für ein Jahr erfolgen.
Das Leistungsentgelt unterliegt
der Steuer- und Sozialversicherungs-, jedoch nicht der Zusatzversorgungspflicht. Zudem wird es bei
der Bemessung der Jahressonderzahlung nicht berücksichtigt. Die
Auszahlung ist möglichst zum 31.
Oktober eines jeweiligen Kalenderjahrs vorgesehen. Die Übergangsregelung sieht für das Jahr 2014 neben
dem seinerzeit noch gezahlten tarifvertraglichen Leistungsentgelt eine
übertarifliche Leistungsprämie und
-zulage vor. Sowohl für 2014 als
auch für 2015 wird das Leistungsentgelt im Dezember 2015 ausgezahlt. Vor einer Vergabe ist die Personalvertretung über die Anzahl,
Arten, Stufen, Höhe und Empfänger
der zu gewährenden Leistungsentgelte zu unterrichten und ihr hierfür
Einsicht in entsprechende Listen zu
gewähren.
■
Dienstvereinbarung für Beamte unterzeichnet
Foto: Bundeswehr
N
ach langen Verhandlungen
wurde am 16. September
2015 die „Dienstvereinbarung über die Einführung und Umsetzung eines übertariflichen Leistungsprämien- und Leistungszulagensystems für Arbeitnehmerinnen und
dem
zwischen
Arbeitnehmer“
BMVg und dem Hauptpersonalrat
unterzeichnet. Die Dienstvereinbarung ist notwendig geworden, da sich
die Voraussetzungen der bisherigen
Praxis der Gewährung eines tariflichen Leistungsentgelts erheblich
geändert haben. Mit Einführung der
Entgeltordnung zum 1. Januar 2014
wurde unter anderem auch der § 18
TVöD geändert. Während bis dato
eine jährliche Auszahlung eines Leistungsentgelts zwingend vorgesehen
war, ist nun aus dieser Regelung eine
Kannbestimmung geworden.
Der Dienststellenleiter hat hierfür
ein Entscheidungsrecht. Wird ein
Leistungsentgelt nach § 18 TVöD
gezahlt, dann richtet es sich nach dem
LeistungsTV-Bund. Stattdessen kann
jedoch ein übertarifliches leistungsbezogenes Entgelt nach eigenen
Regeln gezahlt werden. Das Bundesministerium des Innern hat den Bundesressorts eine solche Möglichkeit
eingeräumt, die sich nach den Vorgaben für Besoldungsempfänger richtet. Das BMVg hat für seinen
Geschäftsbereich entschieden, dass
nunmehr ein übertarifliches Leistungsentgelt (LBE) in Form einer
Leistungsprämie oder einer Leistungszulage an Arbeitnehmer ausgezahlt wird, das sich auf der Bundeslei-
Staatssekretär Gerd Hoofe übergibt die Dienstvereinbarung an
den Vorsitzenden des Hauptpersonalrats, Oberstleutnant Rüdiger Spohr.
S
taatssekretär Gerd Hoofe hat am
16. September im Verteidigungsministerium in Berlin eine
Dienstvereinbarung für Beamtinnen
und Beamte unterzeichnet. Ihren
Kern bildet die Erprobung und Nutzung von Langzeitarbeitskonten.
Die Vereinbarung sieht vor, dass die
Beamten in einem Zeitraum von
maximal fünf Jahren ein zusätzliches Zeitguthaben von bis zu 156
Stunden jährlich ansparen können.
Auch angeordnete Mehrarbeit von
maximal 40 Stunden kann dort
gesammelt und zu einem späteren
Zeitpunkt wieder abgebaut werden.
Die Langzeitarbeitskonten können
derzeit von den Beamtinnen und
Beamten im Bundesministerium der
Verteidigung sowie in den zivilen
Dienststellen der Bundeswehr beantragt werden.
Darüber hinaus unterzeichnete
Staatssekretär Hoofe ein Dienstvereinbarung über das übertarifliche
Leistungsprämien- und Leistungszulagensystem für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
■
Manfred-Grodzki-Institut
Die Bundeswehr Oktober 2015
59
Schulungen 2015/ 2016
Termine 2016
Grundschulungen 2016 für JAV:
43. KW
24.10. – 28.10.16
Königswinter
Grundschulungen 2016 für PersRat:
07. KW
15.02. – 19.02.16
Moritzburg
08. KW
22.02. – 26.02.16
Travemünde
10. KW
07.03. – 11.03.16
Königswinter
17. KW
25.04. – 29.04.16
Freising
26. KW
27.06. – 01.07.16
Moritzburg
27. KW
04.07. – 08.07.16
Tossens
27. KW
04.07. – 08.07.16
Königswinter
30. KW
25.07. – 29.07.16
Freising
33. KW
15.08. – 19.08.16
Moritzburg
36. KW
05.09. – 09.09.16
Tossens
37. KW
12.09. – 16.09.16
Travemünde
37. KW
12.09. – 16.09.16
Königswinter
38. KW
19.09. – 23.09.16
Moritzburg
39. KW
26.09. – 30.09.16
Freising
42. KW
17.10. – 21.10.16
Königswinter
43. KW
24.10. – 28.10.16
Moritzburg
45. KW
07.11. – 11.11.16
Freising
45. KW
07.11. – 11.11.16
Tossens
46. KW
14.11. – 18.11.16
Königswinter
47. KW
21.11. – 25.11.16
Freising
49. KW
05.12. – 09.12.16
Freising
49. KW
05.12. – 09.12.16
Travemünde
49. KW
05.12. – 09.12.16
Königswinter
50. KW
12.12. – 16.12.16
Moritzburg
Auskünfte zur Anmeldung und zu freien Plätzen
erhalten Sie direkt über das Manfred-GrotzkiInstitut:
Spezialschulungen 2016:
15. KW
11.04. – 15.04.16
Königswinter
Arbeitssicherheit
38. KW
19.09. – 23.09.16
Königswinter
Geschäftsführung im PersRat
39. KW
26.09. – 30.09.16
Königswinter
Mobbing in der Bw
47. KW
21.11. – 25.11.16
Königswinter
SBG
Wahlvorstandschulungen 2015
LV Nord
10.11.2015
26.11.2015
10.12.2015
15.12.2015
LV Ost
07.01.2016
12.01.2016
28.01.2016
02.02.2016
09.02.2016
Wunstorf
Munster
Celle
Kiel
Munster
11.11.2015
12.11.2015
09.12.2015
17.12.2015
Erfurt
Berlin
Dresden
Potsdam
13.01.2016
18.01.2016
19.01.2016
26.01.2016
03.02.2016
Leipzig
Rostock
Parow
Burg
Erfurt
Manfred-Grodzki-Institut e.V.
Südstraße 123
53175 Bonn
Auskünfte zur Anmeldung und zu freien Plätzen erhalten Sie direkt
über das Manfred-Grotzki-Institut:
Heidemarie Bußar
Glücksburg
Garlstedt
Diepholz
Wilhelmshaven
Telefon: (0228) 3823-103
E-Mail: [email protected]
Fax: (0228) 3823-250
OStBtsm Hauke Pauls,
Handy: 0157-74047389
E-Mail: [email protected]
Landesverband Ost:
Hptm Christoph Pompino,
Handy: 0177-6851205
E-Mail: [email protected]
HptFw Thomas Furkert,
Handy: 0176-70205574
E-Mail: [email protected]
Ingolstadt
München
Mannheim
München
Ingolstad
10.11.2015
11.11.2015
17.11.2015
19.11.2015
24.11.2015
01.12.2015
08.12.2015
Köln-Wahn
Bonn
Koblenz
Idar-Oberstein
Köln-Wahn
Koblenz
Idar-Oberstein
12.01.2016
14.01.2016
19.01.2016
21.01.2016
Köln-Wahn
Koblenz
Idar-Oberstein
Koblenz
LV West
Wahlvorstandsschulung für Stufenvertretung
14. 12 2015
Königswinter
18. 01. 2016
Königswinter
Telefon (0228) 3823103- 195
Fax (0228) 3823-250
E-Mail: [email protected]
Landesverband Süd:
Hptm a.D. Uwe Rossow
Handy: 0171-3694132
E-Mail: [email protected]
Hptm a.D. Heinrich Herbort,
Telefon: (09621) 81426,
Handy: 0151-11124635
E-Mail: [email protected]
Telefon: (0228) 3823-195
E-Mail: [email protected]
Fax: (0228) 3823-250
StFw a.D. Frank Kaiser,
Handy: 0178-9686889
E-Mail: [email protected]
12.01.2016
14.01.2016
20.01.2016
21.01.2016
02.02.2016
Hptm a.D. Egon Lieberum
Telefon: (06764) 5999766
Fax: (06764) 5999379,
E-Mail: [email protected]
OStFw a.D. Ralph Bender,
Handy: 0176-23290790
E-Mail: [email protected]
Bei Fragen zu Programmablauf und -inhalt wenden Sie sich bitte
direkt an den zuständigen Schulungsleiter.
Landesverband Nord:
Stetten
München
Ingolstadt
Ulm
Ulm
Ingolstadt
München
Landesverband West:
Bei Fragen zur Rechnungsstellung und Zahlungsmodalitäten wenden Sie sich bitte an
Hartmut Hirschfeld
LV Süddtl. 03.11.2015
10.11.2015
17.11.2015
19.11.2015
03.12.2015
08.12.2015
15.12.2015
Bei Überbuchungen sind folgende Reservetermine geplant:
Landesverband Nord
16.12.2015 Wilhelmshaven
03.02.2016 Kiel
18.02.2016 Garlstedt
Landesverband Süddt.
11.11.2015 München
14.12.2015 München
Landesverband Ost
17.02.2016 Dresden
02.03.2016 Erfurt
Landesverband West
15.12.2015 Köln-Wahn
17.12.2015 Koblenz
60
Die Bundeswehr Oktober 2015
Vermischtes
Auf dem Bike nach Bosnien
Einsatzveteranen aus acht Nationen fahren von Doorn in den Niederlanden nach Sarajevo –
mit Unterstützung der Soldaten und Veteranen Stiftung
Bonn. 2000 Kilometer mit dem Rad sind eine
Ansage – erst Recht, wenn die Strecke in nur 22
Tagen gefahren wird und über die Alpen führt. Es
sind Veteranen aus acht Nationen, die dieses Vorhaben jetzt in die Tat umsetzen.
Am 3. September ist die Gruppe in Doorn in
den Niederlanden gestartet. Das Ziel: Sarajevo in
Bosnien-Herzegowina. Dort war die Ankunft am
21. September geplant (nach Redaktionsschluss). Am 6. September kamen die rund 30
Radler auf ihrem Weg von Euskirchen nach
Koblenz durch Bonn.
Ehrensache, dass der DBwV die Veteranen
zu einer kleinen Rast in die Bundesgeschäftsstelle in der Südstraße eingeladen hat. Dort wurden
sie vom Verbandsjustitiar Christian Sieh in Empfang genommen. „Es ist eine tolle und bewundernswerte Aktion“, sagte der sichtlich beeindruckte Jurist. Das fand auch Radio Andernach
und schickte ein Reporter-Team auf diese Etappe
– es wurde live aus der Südstraße 123 berichtet.
Die „I Can Tour 2015“ hat es aber auch wirklich in sich: Bis zu 145 Kilometer legen die Biker
täglich zurück, nur zwei Ruhetage sind bis zur
geplanten Ankunft am 21. September in Sarajevo
vorgesehen. Die Herausforderung, die die Teilnehmer dabei suchen, ist nicht nur sportlicher
Natur. Die meisten von ihnen leiden an einer einsatzbedingten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und wollen mit der sportlichen
Extrem-Erfahrung in ein zufriedenes Leben
zurückfinden. Daher auch das Motto der Tour:
„Back 2 Life“ – zurück ins Leben.
Für einige der Teilnehmer wird es eine Rückkehr an einen früheren Einsatzort: Viele Niederländer und auch einige deutsche Fahrer waren in
Auf ihrer dritten Etappe von Kerkrade nach Euskirchen kamen die Veteranen durch Vossenack im Hürtgenwald. Rechts im Bild das langjährige Verbandsmitglied Klaus Schroedter
aus Wolfsburg. Der 67-Jährige fährt die komplette Tour von Doorn nach Sarajevo.
den Neunzigerjahren in Bosnien im Einsatz.
Geplant ist nach der Ankunft in Sarajevo eine
Tour nach Srebrenica, das insbesondere für die
niederländischen Veteranen ein geschichtsträchtiger und aufwühlender Ort ist.
Auf deutscher Seite betreut und organisiert
der Bund Deutscher Veteranen (BDV) die Fahrt.
Über die Soldaten und Veteranen Stiftung (SVS)
unterstützt auch der DBwV die Aktion. Über die
Ankunft der Biker in Sarajevo berichten wir in
der kommenden Ausgabe.
yb
„Wir sagen Danke“ – 4. Soldatentag im Movie Park
Bottrop. Bereits zum vierten Mal fand am 22.
August der Soldatentag im Movie Park Germany
in Bottrop-Kirchhellen statt. Unter Schirmherrschaft des Generalinspekteurs der Bundeswehr
Volker Wieker und bewusst in der Öffentlichkeit,
organisierte die Bundeswehr-Kameradschaft die
Gemeinschaftsveranstaltung mit verschieden
Organisationen, Verbänden, Stiftungen und dem
Movie Park Germany. Klar, dass auch der Deutsche BundeswehrVerband dabei war. Am InfoStand des DBwV stellte sich Oberstabsfeldwebel
Jürgen Görlich, stellvertretender Bundesvorsitzender, den Fragen der Besucher.
Vizeadmiral Manfred Nielson, Inspekteur
der Streitkräftebasis, war in Vertretung von
General Wieker bei der Veranstaltung und von
der gezeigten sowie gelebten Solidarität beeindruckt. „Der Rückhalt in der Familie oder im
Freundeskreis ist eine wesentliche Motivationsstütze. Er ist für die Auftragserfüllung und
Durchhaltefähigkeit unserer Soldaten, Beamten
Ralf Daum (l.), Geschäftsführer der
Bundeswehr-Kameradschaft, und
Jürgen Görlich, stellvertretender
DBwV-Vorsitzender
und zivilen Mitarbeiter extrem wichtig“, betonte
Nielson. „Ich bin von der hier gezeigten Solidarität sehr beeindruckt!“
Der Soldatentag dient dem Solidaritätsgedanken gegenüber den Bundeswehrangehörigen.
„Danke!“ für den Dienst an und in der
Gesellschaft – das ist die Botschaft.
Dabei positionieren sich die Organisatoren eindeutig und beziehen die Familien und Freunde ausdrücklich in den
Dank ein.
„Wir wünschen uns, dass unsere
Kameraden und Kameradinnen einen
entspannten Tag mit ihren Familien
und ein paar unbeschwerten Stunden
verbringen, um gemeinsam Kraft zu tanken“,
definiert Oberstabsfeldwebel Ralf Daum, ehrenamtlicher Geschäftsführer der BundeswehrKameradschaft, das Ziel der Veranstaltung.
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62
SaZ-Kurier
Die Bundeswehr Oktober 2015
ZAW-Maßnahme in Idar-Oberstein
Erfolgreicher Ausbildungsabschluss für 20 Soldaten
Idar-Oberstein. Nach 21 Monaten Vollzeitunterricht haben 20 Soldatinnen und Soldaten nach
erfolgreicher Prüfung am 7. Juli in Idar-Oberstein aus den Händen von Regierungsoberinspektorin Marita Lutz des BFD Saarlouis ihre
Zeugnisse zum staatlich geprüften Assistenten
Fachrichtung Fremdsprachen erhalten. Lutz hatte die Maßnahme gemeinsam mit dem Chef der
3. Batterie des Artillerielehrbataillons 345,
Hauptmann Michael Knobel, dem ZAWBetreungsstellenleiter, Oberstabsfeldwebel Jürgen König, sowie seinem Vertreter, Stabsfeldwebel Fritz Lengler, begleitet.
Dabei gab es auf dem Weg der Zeugnisempfänger einige Hindernisse, die Oberstleutnant
Andreas Orth, stellvertretender Kommandeur
des Artillerielehrbataillons 345, in seiner
Ansprache nach dem Antreten genauer beleuch-
tete – seien es der Unterstellungswechsel der
ZAW-Betreuungsstelle von der Artillerieschule,
der Umzug der 3. Batterie aus Sondershausen
oder die sich in die Länge ziehenden Baumaßnahmen: Orth betonte, wie stolz er auf die Leistungen der Soldaten sei. Für den weiteren vor
ihnen liegenden militärischen Werdegang gab er
einen Rat seines Vorgesetzten weiter: Wer Menschen führt, muss über besonders wichtige
Führungsqualitäten verfügen: Bescheidenheit,
Glaubwürdigkeit durch Vorbild und Menschenliebe.
Präsent für die Prüfungsbeste
Die Prüfungsbeste, Stabsunteroffizier Mandy
Masur, die seit 1. Oktober 2012 ihren Dienst bei
der Bundeswehr in Daun versieht, konnte sich
nicht nur über ihre weit über dem Durchschnitt
liegenden Ergebnisse freuen, sondern auch über
ein Präsent, dass der Behördenleiter des Karrierecenters der Bundeswehr Saarlouis, Regierungsdirektor Hans Peter Breit, ihr neben dem
Abschlusszeugnis überreichte. Auch den anderen glücklichen Teilnehmern gratulierte Breit:
„Auch im Namen aller Mitarbeiter, vor allem des
Berufsförderungsdienstes, beglückwünsche ich
Sie herzlich und ich wünsche Ihnen, dass Sie die
weiteren Sprossen auf der Karriereleiter erreichen und dass Sie es immer schaffen, Familie und
Beruf unter einen Hut zu bringen.“
Mandy Masur verriet im anschließenden
Gespräch ihre „Wunschverwendung“: Die Lehrgangsbeste möchte ihre Fremdsprachenkenntnisse am liebsten in einer Auslandsverwendung
unter Beweis stellen.
KarrC Bw Saarlouis/PIZ Personal
Termine
Oktober
01.10.: 3. Job- und Bildungsmesse des KarrC Bw
Nürnberg; 10–14 Uhr; Saaleck-Kaserne, Sporthalle, Rommelstr. 31, 97762 Hammelburg; Info:
KarrC Bw Nürnberg – BFD, Fr. Löber, DorisLö[email protected], (0911) 4396-233
05.–07.10.: Seminar „Ihre berufliche Zukunft in
der Bundeswehrverwaltung“; Pionierkaserne
auf der Schanz,Ingolstadt; Info: KarrC Bw Nürnberg – BFD, (0911) 4396-280; KarrC Bw München, (089) 1249-5821; KarrC Bw Stuttgart,
(0711) 2540-3554
10./11.10.: 7. Jobmesse am Salzufer in BerlinCharlottenburg; 10–17 Uhr; Mercedes-Welt am
Salzufer, Salzufer 1, 10587 Berlin-Charlottenburg; Info: KarrC Bw Berlin, [email protected], Fr. Dauwitz, (030)
6794-2151, [email protected]
06.–08.10.: Seminar „Binnenarbeitsmarkt“;
Info: KarrCBw Nürnberg – BFD, KarrCBwNü[email protected], Fr. Löber, Tel. (0911)
4396-233
11.10.: Soldatentag auf der Jobmesse des BFD
Berlin; Berlin; Info: Fr. Dauwitz, (030) 67942151, [email protected]
13./14.10.: SaZ-Tagung des LV Nord in Damp;
Info: [email protected]
14.10.: Job- und Bildungsmesse des KarrC Bw
Schwerin – BFD; 10–15 Uhr; Taktisches Luftwaffengeschwader „Steinhoff“, Mehrzwecksaal
der OHG-UHG, Daimler-Benz-Allee 2, 18299
Laage; Info: KarrC Bw Schwerin – BFD, [email protected], Hr. Pöthke,
(038459) 62 2791
14./15.10.: SaZ-Tagung des Landesverbands
Süddeutschland
in
Langenau;
Info:
[email protected]
19.10.: Beratungstag des Beratungszentrum
Bundeswehr – Handwerk und Gewerbe der
Region Leipzig „Elektronik, IT“; 13–16 Uhr; BTZ
der HWK Leipzig, Steinweg 3, 04451 Borsdorf;
Info: www.bundeswehr-wirtschaft-leipzig.de
19.–23.10.: Seminar „Vereinbarkeit von Familie
und Beruf in der freien Wirtschaft“; Bildungs-
werk der Thüringer Wirtschaft e.V., Außenstelle
Erfurt, Magdeburger Allee 4, 99086 Erfurt; Info:
KarrC Bw Erfurt – BFD, [email protected], Hr. Burkert, (0361) 342-85802
21.10.: Jobmesse und Informationsveranstaltung
an der Bundeswehrfachschule München; 10–14
Uhr; Ernst-von-Bergmann-Kaserne, BwFachS,
Neuherbergstr. 11, 80937 München; Info: KarrC Bw
München – BFD, [email protected], Fr. Maier, (089) 1249-5864
26./27.10.: SaZ-Tagung des Landesverbands
West in Nümbrecht; Info: [email protected]
28.10.: Karrieremesse mit Schwerpunkt Gesundheit-Pflege-Soziales; 9-16 Uhr; BwKrhs Ulm,
Oberer Eselberg 40, 89081 Ulm; Info: KarrC Bw
Stuttgart BFD, StOT Dornstadt, [email protected],
Hr.
Botzenhart, (07348) 980-5050, Hr. Middeke,
-5057
29.10.: Soldateninformationstag des KarrC Bw
Nürnberg mit der Handwerkskammer Oberfranken; 14–17 Uhr; Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Bayreuth, Kerschensteiner Straße
7, 95448 Bayreuth; Info: Fr. Löber, (0911) 4396233, [email protected]
November
04.11.: 10. Job- und Bildungsmesse des KarrC Bw
Wilhelmshaven – BFD; 9.30–14 Uhr; Gorch-FockHaus, Viktoriastr. 15, 56382 Wilhelmshaven; Info:
[email protected],
Fr. Amberge (04421) 4838-3223, Hr. van Lessen
-3229
10.11.: Job- und Bildungsmesse „Öffentlicher
Dienst“ des BFD Koblenz; 9.30–12.30 Uhr;
Falckenstein-Kaserne, UHG, Von-Kuhl-Str. 50,
56070 Koblenz; Info: KarrC Bw Mainz – BFD – StoT
Koblenz,
[email protected], Fr. Hans, (0261) 670992-5110
10.11.: Soldatentag „Karriere in der Automobilzuliefererindustrie in Berlin und Brandenburg“;
13.30–18 Uhr; Mercedes Benz Ludwigsfelde
GmbH, Zum Industriepark 10, 14974 Ludwigsfel-
de; Info: KarrC Bw Berlin BFD, [email protected], Fr. Dauwitz, (030)
6794-2151, [email protected]
11.11.: Fachinformationsmesse „Berufe und
Beschäftigungsperspektiven in der Logistik“
des BFD Berlin mit dem LV Ost des DBwV; 13–16
Uhr; Hans-Joachim-von-Zieten-Kaserne, Kinosaal, Husarenallee 1, 14547 Beelitz; Info: [email protected], Fr. Fraustein,
(033204) 485-3653, od. Fr. Dauwitz, (030) 67942151, [email protected]
16.11.: Jobbörse des Beratungszentrum Bundeswehr – Handwerk und Gewerbe der Region Leipzig; 13–16 Uhr; General-Olbricht-Kaserne,
Landsberger Str. 133, 04157 Leipzig; Info:
www.bundeswehr-wirtschaft-leipzig.de
18.11.: BerufsInformationsMesse mit Schwerpunkt Logistik, öffentlicher Dienst und zivile Karriere in der Bundeswehr; 10–15 Uhr; NibelungenKaserne – Nibelungenheim, Dr. August-StumpfStr. 33, 74731 Walldürn; Info: KarrCBwStuttgartBFDStOTWalldu[email protected]; Hr.
Fluhrer, (06283) 228-3380, Fr. Schneider,
(06283) 228-3386
19.11.: Soldatentag auf dem „Forum Berufsstart“; 11–16 Uhr; Messe Erfurt, Gothaer Str. 34,
99094 Erfurt; Info: [email protected], Hr. Stilzebach, (0361) 342-85801
19.11.: Karrieretag für Offiziere 2015; 9–16 Uhr;
Hannover Congress Centrum (HCC), Hannover;
Info: KarrC Bw Hannover – BFD – Job-Service, Fr.
Gräve,
(0511)
6798-428,
[email protected]
24.–26.11.: Informationsseminar für Offiziere auf
Zeit aller Studienfachrichtungen; Info: [email protected]
Dezember
14.12.: Beratungstag des Beratungszentrum
Bundeswehr – Handwerk und Gewerbe der Region Leipzig „Fortbildung zum Meister/Fachwirte/
Unternehmensnachfolge“; 13–16 Uhr; BTZ der
HWK Leipzig, Steinweg 3, 04451 Borsdorf; Info:
www.bundeswehr-wirtschaft-leipzig.de
mk
SaZ-Kurier
hätte
? Ich
da eine
Frage ...
Was ist neu an der Berufsförderungsverordnung (BFöV)?
Seit dem 27. August 2015 gilt die
neue Verordnung zur Durchführung
der Berufsförderung von Soldatinnen und Soldaten (BFöV), in der
wesentliche Veränderungen des
Berufsförderungsrechts für Soldaten
auf Zeit festgelegt sind. In die Ausgestaltung der neuen Verordnung war
der DBwV stark eingebunden.
Verpflichtungszeit
in Jahren
Erstattung von Kostenpauschalen für
Lernmittel und Verbrauchsmaterial
ist zulässig.
Wichtig: Eine Freistellung vom
Dienst ist nur noch ausnahmsweise
und für höchstens drei Monate als
Ermessensfreistellung vorgesehen
und kann jederzeit aus dienstlichen
Gründen widerrufen werden. Regelmäßig sollen Bildungsmaßnahmen
also nach dem Dienstzeitende vorgenommen werden.
Erweitert wurde dafür die Teilnahme an internen Berufsbildungsmaßnahmen nach § 5 SVG Absatz 1
a, die noch bis zu sechs Jahren nach
Dienstzeitende möglich ist, sowie die
Gewährung von Eingliederungshilfen (z.B. Einarbeitungszuschüssen
und Kostenerstattung für Vorstellungsreisen) innerhalb von sieben
Jahren nach Dienstzeitende. Auch
Förderungsanrecht
in Monaten
Höchstbetrag
in Euro
4–5
12
5000
5–6
18
7000
6–7
24
9000
7–8
30
11 000
8–9
36
13 000
9–10
42
15 000
10–11
48
17 000
11–12
54
19 000
12 und mehr
60
21 000
Offz. mit Studium (‹12)
12
5000
Offz. mit Studium (≥ 12)
24
9000
Zunächst ist auf die erweiterten
Höchstbeträge für die berufliche Bildung zu verweisen. Diese sind nunmehr linear gestaffelt nach der Verpflichtungszeit beziehungsweise den
Ansprüchen nach § 5 SVG und liegen
zwischen 5000 und 21 000 Euro,
wobei bestimmte Minderungsgründe, wie zum Beispiel die Teilnahme
an einer ZAW-Maßnahme oder ein
Studium auf Kosten der Bundeswehr
den individuellen Höchstbetrag um
333,33 Euro pro Monat reduzieren.
Ferner erfolgt eine Gleichstellung von Direkt- und Fernunterricht
als förderbare Maßnahmen und die
die Bereitstellung des Job-Services
durch die Karrierecenter zählt zu den
Verbesserungen. In Zukunft wird die
anteilige Förderung einer Maßnahme auch dann noch möglich sein,
wenn diese schon vor Antragstellung
begonnen hat. Gleichzeitig gelten
strengere Mitteilungs- und Meldepflichten für die Antragsteller.
Die Definition der Vollzeitform
von Bildungsmaßnahmen wurde
ebenfalls den Realitäten angepasst:
Waren bisher fünf Tage und 21 Zeitstunden angesetzt, sind nunmehr vier
Tage und 25 Stunden von wenigstens
45 Minuten das Minimum.
jmi
Die Bundeswehr Oktober 2015
63
Abi-Online der Pioniere
überregional positioniert
Beim Hamburger Ausbildungskongress
gab es viele Fragen
zum Mindener AbiOnline-Projekt.
Minden/Hamburg. In Minden
bekannt, jetzt erstmals überregional
vorgestellt: Anlässlich des nationalen
Ausbildungskongresses der Bundeswehr ist das Abi-Online-Projekt der
Mindener Pioniere einer überregionalen Fachöffentlichkeit vorgestellt
worden – und es gab spannende
Reaktionen.
Was für rund 15 Mindener Pioniere Alltag ist – neben der regulären
Dienstzeit in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne am Weser-Kolleg
für das nordrheinwestfälische AbiOnline zu lernen – ist bundesweit in
der Bundeswehr bildungspolitisches
Neuland.
Seit 2013 gibt es eine offizielle
Kooperation zwischen dem AbiOnline zertifizierten Weser-Kolleg
und den Mindener Pionieren. Das
Abi-Online basiert auf zwei Präsenzabenden und einer internetbasierten
E-Learning-Plattform, die Vor- und
Nachbereitungen des Unterrichtsstoffs unabhängig von Zeit und Raum
macht. Im Sinne eines individuellen
Bildungsmentorings ist die Fachhochschule des Mittelstands (FHM)
in das Projekt eingebunden. Prof. Dr.
Jens Große, Leiter des FHM Campus
Hannover, betreut die Abi-Soldaten
in seiner reservistischen Funktion als
Major d.R. regelmäßig.
Und obwohl in Minden – bei
allen Problemen, die ein Pilotprojekt
immer mit sich bringt – das Zusammenspiel zwischen soldatischem Alltag und gymnasialer Bildung mittlerweile gut klappt, gab es anlässlich des
Ausbildungskongresses
in Hamburg viele konkrete Nachfragen:
Wie lässt sich die
schulische Lernbelastung mit dem militärischen Alltag wirklich koordinieren?
Oder auch Fragen in technischer Hinsicht: Läuft die E-Learning-Plattform stabil? Von Interesse war auch:
Wie viel Motivation und Disziplin ist
nötig, um sich drei Jahre lang doppelt
zu belasten? Zwei teilnehmende Soldaten, Stabsunteroffizier Rehfeld
und Hauptgefreite Schünemann,
gaben die Antworten und berichteten
über ihren Alltag, Herausforderungen, aber eben auch über das große
Ziel der angestrebten Hochschulzugangsberechtigung.
Kameradin
Schünemann generell sagte: „Bei
allen flexiblen Lernangeboten und
der digitalen Lernplattform: Man
nimmt sich schon für drei Jahre etwas
vor – das muss man wissen!“
Neben aller individuellen Zielstrebigkeit betonten beide Soldaten,
dass die mittlerweile etablierte kaserneninterne Kommunikation aller
Kompanien (flankierend zum Projekt) in Minden Früchte trägt. Hintergrund: Major d.R. Prof. Dr. Große
trifft sich alle sechs Wochen mit den
Soldaten zum Mentoring und zweimal im Jahr in einer großen Runde
mit allen Vorgesetzten. Dieser projektbezogene Austausch muss sicherlich auch als kommunikatives Neuland für die Bundeswehr bezeichnet
werden, da so dass reservistische
Mentoring optimal angesteuert werden kann. Prof. Große stellt diese
Runde als sehr wertvoll heraus.
„Umso besser ich mit beiden Seiten
im Gespräch bin, umso besser mein
Mentoring.“
Jens Große
Gemeinsam für die Eingliederung unserer Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit
Ihre Ansprechpartner der Landesverbände des Deutschen BundeswehrVerbands
LV Nord
Johann Harms
Stabsfeldwebel a.D.
Johann. [email protected]
LV West
Jürgen Gemmer
Oberstabsfeldwebel a.D.
[email protected]
LV Ost
Peter Götze
Oberstleutnant a.D.
[email protected]
LV Süddeutschland
Jürgen Schreier
Oberstabsfeldwebel a.D.
[email protected]
Für Fragen rund um das Thema SaZ, insbesondere Berufsförderung, Dienstzeitversorgung und Eingliederung, ist in der Bundesgeschäftsstelle
Bonn das Referat R6 zuständig. Erreichbarkeit unter (0228) 3823-222 oder per E-Mail an [email protected]
64
Die Bundeswehr Oktober 2015
SaZ-Kurier
Die Bundeswehr: Frau Dr. Haß, Ihre Doktorarbeit setzt sich mit dem „Freiwilligen Wehrdienst FWD“ auseinander. Wie kamen Sie auf das Thema?
Rabea Haß: Ich bin keine „klassische“ Militärsoziologin und kam eigentlich über das Thema
„Freiwilligkeit“ auf die Bundewehr: An der Hertie
School of Governance arbeitete ich an einer Studie
zum Bundesfreiwilligendienst (BFD), also dem
Nachfolger des Zivildienstes. Dabei stellte ich
fest, dass das Ende des Zivildienstes in der öffentlichen Debatte und in den Medien deutlich präsenter war als die Aussetzung der Wehrpflicht. Und
so beschloss ich, den FWD genauer unter die Lupe
zu nehmen.
Rabea Haß ist Soziologin und promovierte an
der Goethe-Universität
in Frankfurt am Main
zum Freiwilligen Wehrdienst. Sie forschte u.a.
an der Hertie School of
Governance in Berlin
und an der Universität
Heidelberg zu bürgerschaftlichem Engagement, Freiwilligendiensten, Bürgerbeteiligung
und zum Wandel von
Organisationen.
Die Bundeswehr: Was war Ihre Forschungsfrage
und wie sind Sie in Ihrer Untersuchung vorgegangen?
Der Freiwillige Wehrdienst
In ihrer Doktorarbeit hat sich Rabea Haß mit dem Freiwilligen Wehrdienst auseinandergesetzt.
Markus Krämer aus der Abteilung Recht des DBwV hat mit der Soziologin gesprochen
Haß: Meine Ausgangsfrage war: Wer dient
Deutschland? Ich wollte herausfinden, welche
Typen sich für den FWD interessieren, welche
Erwartungen und Motive sie mitbringen. Daraus
ergaben sich dann die Fragen, was dies für die
Organisationskultur der Bundeswehr und für das
zivil-militärische Verhältnis bedeute. Meine Studie ist qualitativ und subjektorientiert angelegt.
Das heißt, ich habe einige wenige FWDL intensiv
befragt. An zwei Standorten, einem Logistikbataillon in Nord-Ost-Deutschland
und einem Gebirgsjägerbataillon in
Süddeutschland, habe ich sie zwischen Juli 2012 und August 2013
jeweils zu drei Zeitpunkten ihres
FWD befragt, um Veränderungen in
der Motivation und im Selbstverständnis der einzelnen Soldaten zu
erfassen.
Die Bundeswehr: Was sind die
wesentlichen
Ergebnisse
der
Arbeit?
Haß: Zunächst hat meine Untersuchung ergeben, dass es sehr unterschiedliche Typen gibt, die den
FWD leisten. Ich habe sie in drei
Haupttypen mit jeweils zwei Untertypen eingeteilt (siehe Abbildung) und werde die Haupttypen
hier kurz skizzieren:
Die Egotaktiker stellen ihren persönlichen
Nutzen in den Vordergrund, identifizieren sich
kaum mit der Bundeswehr und wählen den Dienst
mehr aus utilitaristischen denn aus ideellen Gründen. Das ist nicht untypisch für ihre Generation:
Sie suchen nach Selbstverwirklichung und Individualisierung bei gleichzeitiger finanzieller Absicherung. Obwohl sie wenig Loyalität gegenüber
ihrem Arbeitgeber zeigen und den Dienst bei
Nicht-Gefallen schnell beenden, sind sie trotzdem
wichtig für die Bundeswehr: Meist gut gebildet
und über viele alternative Optionen verfügend,
gehören sie zu der Klientel, die für Berufsarmeen
schwer zu rekrutieren ist.
Die Angepassten sind für die Bundeswehr mit
ihrer derzeitigen Organisationskultur am leichtesten zu bedienen: Sie sind loyal gegenüber der
Organisation und treten den FWD mitunter aus
Pflichtbewusstsein an, ohne große Erwartungen
an den Dienst zu haben. Sie nehmen die Bundeswehr häufig als annähernd normalen Arbeitgeber
wahr und teilen damit eine Berufsauffassung des
Soldat-Seins, die Charles Moskos als „occupation“ bezeichnete. Jedoch fällt es diesem Typ
schwer, Verantwortung zu übernehmen. Er zeigt
in seiner Loyalität mitunter einen fast blinden
Gehorsam und ist daher für das Verständnis eines
Staatsbürgers in Uniform beziehungsweise das
Konzept der Inneren Führung problematisch.
Die idealen Soldaten identifizieren sich
umfänglich mit den Werten und Zielen der Bundeswehr. Sie sind hoch motiviert und haben differenzierte Vorstellungen davon, was einen „richtigen“ Soldaten ausmacht. Allerdings stoßen ihre
klaren Erwartungen – an die Organisation und an
ihre Kameraden – in der Wirklichkeit schnell an
Grenzen. Zudem kommt es bei diesem Typus ver-
einzelt zu einer Überidentifikation, die zu einer
Entfremdung von der zivilen Gesellschaft führt,
da die Identifikation mit der Bundeswehr maßgeblich über eine Abgrenzung vom Zivilen passiert.
Die Vielfalt der Typen zeigt, dass es der Bundeswehr gelingt, mit dem FWD verschiedene
Schichten und Zielgruppen anzusprechen. Allerdings ist diese Vielfalt im Alltag einer auf Nivellierung ausgerichteten Organisation schwer zu
bedienen. Ich illustriere das einmal
kurz am Beispiel „Auslandseinsätze“: Für die einen, meist die Angepassten und Egotaktiker, ist die Verpflichtungserklärung eine Hürde.
Sie wählen entweder eine Dienstzeit
von weniger als zwölf Monaten oder
hoffen, nicht in den Einsatz zu müssen. Diejenigen, die sich länger verpflichten und einen Auslandseinsatz
als Kernaufgabe des Soldat-Seins
miterleben wollen, werden enttäuscht, da FWDL bisher in der
Regel nicht entsandt werden. Das
heißt, die Verpflichtungserklärung
zum Einsatz schreckt die einen ab
und enttäuscht die anderen, weil sie
bei ihnen falsche Erwartungen weckt.
Zudem ließ sich erkennen, dass sich viele
FWDL gegenüber Zeit- und Berufssoldaten
benachteiligt fühlen. Das äußert sich beispielsweise darin, dass sie kaum an Lehrgängen teilnehmen, selten auf die Schießbahn dürfen und ihrem
Empfinden nach kaum spannende und sinnvolle
Aufgaben zugewiesen bekommen. Kurz: Sie werden nicht gefördert, da die Organisation nach
einem Kosten-Nutzen-Kalkül vornehmlich in die
Soldaten investiert, die sich lange an die Bundeswehr binden. Was nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit nachvollziehbar ist, ist für die Funktion des FWD als Rekrutierungsinstrument nachteilig. Denn gerade durch diese Praxis verliert die
SaZ-Kurier
Organisation diejenigen – meist
hoch motivierten und gut gebildeten
– jungen Menschen, die einen hehren Anspruch an den FWD haben
und sich im Verlauf des Diens-tes
aufgrund von Unterforderung von
der Bundeswehr abwenden.
Die Bundeswehr: Welche Empfehlungen können Sie der Bundeswehr
im Umgang mit den FWDL aussprechen?
Haß: Die FWDL leisten ihren Dienst
freiwillig, sie können jederzeit
gehen. Anders als bei der Wehrpflicht, müssen sie sich ihrem sozia-
len Umfeld und sich selbst gegenüber rechtfertigen, warum sie den
Dienst leisten. Daher sollte die Bundeswehr Grundsätze beachten, die
sich in der Arbeit mit Freiwilligen im
sozialen Bereich bewährt haben:
• Den FWD als Lerndienst gestalten: Die FWDL sind meist junge
Menschen in einer Orientierungsphase. Sie wollen sich
fachlich und persönlich weiterentwickeln. Doch die Bundeswehr schafft es bisher kaum,
individuelle
Angebote
zu
machen, obwohl die Vielzahl an
Verwendungsmöglichkeiten
•
durchaus zuließe, Interessen und
Neigungen der einzelnen FWDL
zu berücksichtigen. Das führt
dazu, dass Vorkenntnisse und
persönliche Kompetenzen nicht
ausreichend genutzt werden.
Was aufseiten der Organisation
als eine Vergeudung von Potenzial gewertet werden kann, führt
bei den FWDL zu Frustration.
Keine falschen Erwartungen an
den Dienst vermitteln: Die
Wahrnehmung der FWDL, vor
Dienstbeginn schlecht oder
falsch beraten worden zu sein,
zieht sich durch alle Interviews.
Anzeige
Der Deutsche BundeswehrVerband (DBwV) ist eine überparteiliche und finanziell unabhängige Institution. Er vertritt in
allen Fragen des Dienst-, Sozial- und Versorgungsrechts die Interessen seiner rund 200.000 Mitglieder - aktive
Soldaten, Reservisten, Ehemalige und Hinterbliebene, zivile Angehörige der Bundeswehr sowie fördernde Mitglieder.
Wir suchen ab sofort für unsere Abteilung Recht am Standort Berlin eine(n)
Referatsleiter/-in für den Bereich
Versorgung
Ihre Aufgaben:
• Rechtsberatung und Unterstützung unserer Mitglieder und des Bundesvorstandes u. a. auf den Gebieten
− Dienstzeitversorgung der Berufssoldaten
− Ruhensregelungen (Hinzuverdienst, Renten etc.)
− Einsatzversorgung/ Einsatzweiterverwendungsgesetz
− Beschädigtenversorgung
• Bearbeiten mündlicher und schriftlicher Anfragen sowie Rechtsschutzanträge der Mitglieder
• Anfertigung von Stellungnahmen zu Gesetz- und Verordnungsentwürfen; Umsetzung verbandspolitischer
Forderungen
• Begleitung von Arbeitsgruppen sowie Teilnahme an Gesprächsterminen einschließlich Vor- und Nachbereitung
• Vortragstätigkeit auf verbandlichen Veranstaltungen/Seminaren und Erstellung von Beiträgen für das
Verbandsmagazin
Die Bundeswehr Oktober 2015
65
Die Art und Weise, wie die Bundeswehr für die unterschiedlichen Dienstformate wirbt, mag
dieses wirklichkeitsferne Bild
verstärken, da in der Außendarstellung vornehmlich abwechslungsreiche und fordernde Verwendungsprofile beworben werden, die nur einen Teil der organisationalen – mitunter bürokratischen – Realität abbilden. Enttäuschungen sind so vorprogrammiert.
• Sinnstiftende Tätigkeiten auch
in der Stammeinheit: Meine
Untersuchung zeigt, dass die
Identifikation vieler FWDL in
der
Stammeinheit
sinkt,
während sie die Grundausbildung mitunter noch mit Begeisterung erlebten. Denn die Freiwilligen werden nicht von den
als typisch soldatisch empfundenen Ausbildungseinheiten abgeschreckt, noch von vermeintlicher Härte und zu hohen körperlichen Anforderungen, sondern
sie werden durch Langeweile,
Unterforderung und als sinnlos
empfundenen Tätigkeiten in den
Stammeinheiten desillusioniert.
Werden die hier aufgeführten Punkte
nicht erfüllt, distanzieren sich Freiwillige von der Organisation und
ihren Werten. Das wirkt sich einerseits auf ihre Zukunftsplanung aus
und macht die Bundeswehr als
Arbeitgeber unattraktiv. Andererseits hat es Einfluss auf ihre Botschafterrolle: Sie vermitteln kein
positives Bild der Organisation
(mehr). Dies trifft in hohem Maße
auf die „Besten“ zu, die mit hehren
Erwartungen und großen Zielen
angetreten sind.
■
Ihr Profil:
• Abgeschlossenes Hochschulstudium der Rechtswissenschaften mindestens mit befriedigenden Examina
• Fachkenntnisse, idealerweise Berufserfahrung, in den vorgenannten Aufgabenbereichen
• ausgeprägtes Engagement für die sozialen Belange unserer Mitglieder
• Teamfähigkeit, Flexibilität, hohe Belastbarkeit sowie Freude an eigenverantwortlicher Tätigkeit
• Sicherheit im Umgang mit PC, Internet und entsprechender Standardsoftware
• idealerweise Bundeswehrerfahrung als ehemalige(r) Soldat/-in auf Zeit, aktive(r) Reservist/-in oder vergleichbarer
Tätigkeit im Umfeld der Bundeswehr
Sie haben außerdem die Bereitschaft zu einer mehrwöchigen Einarbeitungszeit in Bonn.
Unser Angebot:
Wir bieten Ihnen im Rahmen einer Vollzeittätigkeit (39 Stunden/Woche) einen Arbeitsplatz mit anspruchsvollen und
vielseitigen Aufgaben in einem hochmotivierten Team und einem angenehmen Arbeitsumfeld. Die Position ist
angemessen dotiert und beinhaltet attraktive Sozialleistungen. Die Einstellung erfolgt zunächst befristet auf 2 Jahre.
Wir freuen uns auch sehr über Bewerbungen von Menschen mit einer (Schwer-)Behinderung.
Interesse?
Bitte richten Sie Ihre Bewerbung unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen und des
frühestmöglichen Eintritts (bitte ausschließlich auf elektronischem Wege) an die
Personalabteilung des DBwV e. V., Südstraße 123, 53175 Bonn [email protected]
Die Publikation erscheint bei
Springer VS unter dem Titel „Der
Freiwillige Wehrdienst in der Bundeswehr. Ein Beitrag zur kritischen Militärsoziologie“, ISBN
978-3-658-11297-4.
66
Die Bundeswehr Oktober 2015
SaZ-Kurier/Reservisten
Vom Feldjäger zum Polizeibeamten
Neues Pilotprojekt des Berufsförderungsdienstes Berlin
Berlin. Am 1. September hat das
Polizei-Präsidium Potsdam 25 ehemalige Feldjägerfeldwebel der Bundeswehr als Beamte auf Probe zum
Zweck der Ausbildung eingestellt.
Diese bisher bundesweit einmalige
Übernahme von Soldaten auf Zeit in
den Polizeivollzugsdienst ist das
Ergebnis eines neuen attraktiven
Eingliederungsmodells des Berufsförderungsdienstes (BFD) Berlin.
Das Sonderprojekt entstand in
enger Zusammenarbeit des Innenministeriums des Landes Brandenburg mit dem Kommando der Feldjäger der Bundeswehr Hannover
und dem BFD des Karrierecenters
der Bundeswehr Berlin. Die Polizei
in Brandenburg benötigt dringend
qualifiziertes Personal. Trotz Aufstockung der Einstellungszahlen
konnte der Bedarf an Nachwuchskräften bisher nicht schnell genug
gedeckt werden. Auf der Suche
nach zusätzlichen Möglichkeiten
soll diese Lücke nun zukünftig auch
durch die kurzfristige Einstellung
gut ausgebildeter Zeitsoldaten
geschlossen werden.
„Feldjäger, in anderen Armeen
werden sie direkt als Militärpolizei
bezeichnet, haben in ihrer Ausbildung und ihren Aufgaben zahlreiche Parallelen zur Polizei“, weiß
Dietmar Keck, stellvertretender
Pressesprecher im Polizeipräsidium
Potsdam. „So sind sie für Sicherheits- und Ordnungsaufgaben und
für strafprozessuale Maßnahmen
innerhalb der Bundeswehr zuständig. Und es gibt immer wieder auch
direkte Arbeitskontakte mit den örtlichen Polizeidienststellen.“
Nach einer entsprechenden
Änderung der Polizeilaufbahnverordnung wurde nunmehr die besondere Möglichkeit geschaffen, ausgebildete und erfahrene Feldjägerfeldwebel
einzustellen.
Eine
Gewinnsituation für beide Seiten.
Den Soldaten bietet sich nach
Dienstzeitende somit eine sichere
Berufsperspektive.
„Das Interesse von ausscheidenden Soldatinnen und Soldaten
an einer anschließenden Beschäftigung im öffentlichen Dienst war
und ist schon immer sehr groß“,
bestätigt Regierungsamtsrat Gerald
Langner, Leiter Kundenservice des
BFD Berlin. „Über 20 Prozent
unserer ‚Kundschaft‘ ging bisher
erfolgreich diesen Weg.“ Deshalb
ist eine Einstellung in den mittleren
Polizeivollzugsdienst des Landes
Brandenburg als Beamte auf Probe
zum Zweck der Ausbildung natürlich ebenso gefragt. Und die erfolgt
für die Zeitsoldaten der Bundeswehr ohne Laufbahnprüfung.
Zudem können sie frühestens nach
der 18-monatigen Ausbildung zu
Beamten auf Lebenszeit ernannt
werden.
Langfristige Jobsicherheit
„Das ist schon ein tolles und attraktives Angebot“, meinte Hauptfeldwebel Andreas Buk, der im Juni an
einem der insgesamt sechs Auswahlverfahren der Polizei an der
Fachhochschule in Oranienburg
teilnahm. „Vor allem die langfristige Jobsicherheit ist für mich lukrativ“, so der 33-jährige Familienvater, der in Kasachstan geboren wurde und zwölf Jahre als Feldjäger bei
der Bundeswehr diente. Ein weiteres Plus: Die Polizei in Brandenburg
erkennt die militärische Ausbildung
der Feldjäger teilweise als Laufbahnbefähigung an. Im Normalfall
dauert die Ausbildung im mittleren
Polizeivollzugsdienst zweieinhalb
Jahre.
Wichtig ist die körperliche Fitness der Bewerber. So muss auch
der Cooper-Test absolviert werden,
ein Ausdauerlauf, bei dem innerhalb von zwölf Minuten eine maximale Strecke absolviert werden
muss.
Das Innenministerium des Landes Brandenburg beabsichtigt, bei
erfolgreichem Verlauf dieses Pilotprojekts, den Feldjägerfeldwebeln
der Bundeswehr zum Dienstzeitende auch zukünftig diese exklusive
Einstellungsmöglichkeit anzubieten. Das Polizeipräsidium in Potsdam setzt darauf, dass sich das Projekt bewährt und die Zusammenarbeit mit dem BFD der Bundeswehr
ausgebaut wird. Es würde allen
Beteiligten zum Vorteil gereichen.
KarrC Bw Berlin / PIZ Personal
Job-Service-Workshop der Bereiche Süd und Mitte
Nürnberg. Der Job-Service wurde
im Zuge der Neuorganisation zur
Aufwertung der bundeswehreigenen Stellenbörse als besonderes
Dienstleistungsangebot des Berufsförderungsdienstes eingerichtet.
Neben der beruflichen Aus- und
Weiterbildung rückte nun die Wiedereingliederung der ehemaligen
Soldaten in den Mittelpunkt. Die
Bearbeiter im Job-Service begleiten den individuellen Bewerbungsprozess und unterstützen die
Arbeitssuchenden mit dem Ziel
ihrer Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis.
Im März trafen sich die Bearbei-
ter Job-Service aus allen 16 Karrierecentern der Bundeswehr zur zweiten Besprechung in Dresden. Viele
der angesprochenen Themen waren
von bundesweiter Bedeutung und
damit von allgemeinem Interesse.
Aber der jeweilige Arbeitsmarkt im
Zuständigkeitsbereich der einzelnen Karrierecenter weist regional
unterschiedliche Strukturen auf.
Daher entstand hier die Idee, die
Zusammenarbeit einzelner JobServices mit engem regionalen
Bezug zueinander mit dem Ziel der
intensiven Betreuung und Vermittlung der ehemaligen Soldaten in ein
Arbeitsverhältnis in einem Works-
hop Süd (Nürnberg, München und
Stuttgart) zu vertiefen. Den ersten
Workshop Süd führte der Job-Service Nürnberg durch.
Die Soldaten leisten ihren
Dienst oft nicht in der Heimatregion. Nach Ende der aktiven Dienstzeit kehren allerdings viele hierhin
zurück. Um den Soldaten nun ein
umfassendes, über die eigene
Zuständigkeit
hinausgehendes
Betreuungs- und Beratungsangebot
anbieten zu können, nahmen auch
die Kollegen aus den angrenzenden
Karrierecentern Kassel, Erfurt,
Dresden und ein Kollege aus
Koblenz am ersten Workshop der
Bereiche Süd und Mitte teil. Themen waren neben den regionalen
Besonderheiten des Arbeitsmarkts
auch die Abstimmung gemeinsamer
Verfahren. Ein Mitarbeiter aus der
in Nürnberg ansässigen Bundesagentur für Arbeit informierte zu
verschiedenen Themen sowie dem
Stand des Kooperationsprojekts
Bundeswehr und Bundesagentur für
Arbeit. Er bot sich als Ansprechpartner in Problemfällen an, stellte
sich auch der kritischen Diskussion
bezüglich der unterschiedlichen
Förderungs- und Vermittlungspraktiken der beiden Kooperationspartner.
Informationen für Reservisten
Haben Sie Fragen zum Thema „Reservisten“? Dann informieren Sie sich im offiziellen Portal der Bundeswehr unter www.reservisten.bundeswehr.de.
Auf dieser Internetseite finden Sie auch die neue Information für Reservisten „RESERVE aktuell“. Diese ersetzt den bisherigen „Informationsdienst für
Reservisten und Reservistinnen“. Telefonisch oder per Mail können Sie sich auch an die zentrale Info-Hotline für Reservisten und Arbeitgeber wenden, Tel.
(030) 18 24 24 24 (Mo.–Do. 8–17 Uhr, Fr. 8–14 Uhr, oder per E-Mail unter [email protected] Ihre Anfragen werden dort schnellstmöglich bearbeitet
bzw. an die zuständigen Stellen weitergeleitet, von denen Sie eine Antwort erhalten. Die Personal bearbeitende Stelle für Reservisten ist seit dem 1. Dezember
2012 die Abteilung VI des Bundesamts für Personalmanagement der Bundeswehr in Siegburg (ehemals SDBw Abt IV bzw. PersABw Abt V), erreichbar
über die Mailadressen [email protected] oder [email protected] (Mannschaften/Unteroffiziere),
[email protected]
(Offiziere),
[email protected]
(Reserveoffizieranwärter)
bzw.
[email protected] (Offiziere als „Seiteneinsteiger“). Nähere Informationen erhalten Sie als Mitglied des DBwV natürlich auch gerne in
der BGSt Bonn, Abteilung Recht, (0228) 3823-222 bzw. [email protected]
Stellenmarkt
Stellvertretende Filialleitung
(m/w)
Stellen-Nr.: 3300/SN/0130/15
Arbeitsort: Bayern, Nürnberger
Land
Stellenbeschreibung:
Unterstützen Sie den Filialleiter,
führen Sie ein hochmotiviertes Team
und profitieren Sie von der sehr guten
übertariflichen Vergütung sowie
Sozialleistungen wie Urlaubsgeld,
Weihnachtsgeld und tariflicher
Altersvorsorge. Als stellvertretender
Filialleiter starten Sie in einem motivierten Team und setzen damit den
ersten Schritt auf Ihrem Karriereweg.
Voraussetzungen:
Hauptschulabschluss, Einzelhandelskaufleute (Abschluss in einem
Mitarbeit an Projekten der ökonomischen Modellierung gefordert.
Voraussetzungen:
Abgeschlossenes Studium der VWL
/ Master of Science in Economics,
ausgeprägtes Zahlenverständnis und
Affinität für datenbasierte Arbeit,
versierter Umgang mit MS Office
(vor allem Excel), selbständiges
Arbeiten, hohes Maß an Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Diskretion,
sehr gute Sprachkenntnisse in
Deutsch und Englisch / Russisch von
Vorteil
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Berlin (Frau Wolarz, 030/ 67942164 oder Bw: 90-8200-2164).
Die Bundeswehr Oktober 2015
67
Der SaZ-Arbeitsmarkt
Die durch das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr zur Verfügung gestellten Anzeigen aus der Stellenbörse BFD richten sich an SaZ, die gem. § 7 SVG einen Anspruch auf Eingliederungsmaßnahmen haben. Bitte lassen Sie sich zur Nutzung der Stellenbörse
als Bewerber registrieren.
Für das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
(BAPersBw) gilt: Keine Bewerbungsunterlagen zusenden!
Wenden Sie sich bei Interesse an den hier veröffentlichten Stellen an
den unter der Stellenanzeige angegebenen Ansprechpartner des BFD
Job-Service. Der Job-Service beantwortet Ihnen alle Fragen zur Stellenanzeige und rund um die Stellenbörse. Bei Fragen zur Berufsförderung wenden Sie sich bitte an das Sie für zuständige BFD Standortteam. Die jeweiligen Kontaktdaten finden Sie im Internet oder Intranet
Bw unter http://bfd.bundeswehr.de (Menüpunkt „Organisation“).
Foto: Fotolia
Zentrale Ansprechstelle für die Stellenbörse:
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
II 4.3 Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit – Herr Zalewski
Brühler Str. 309
50968 Köln
Tel. extern: +49 (0)221 934503 - 4913
Tel. intern: 90 3813 4913
e-mail: [email protected]
Eine Elektrofachkraft wird im saarländischen Völklingen gesucht.
anerkannten
Ausbildungsberuf),
erste Berufserfahrung, Bereitschaft
zu Teilzeit und Schichtdienst.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Nürnberg (Herr Moissl, Tel.-Nr.
0911/4396-275, Bw: 90-6723-275).
Analyst
Stellen-Nr.: 4200/SN/0345/15
Arbeitsort: Berlin
Stellenbeschreibung:
Das unabhängige Beratungsunternehmen berät seine Kunden aus Politik und Wirtschaft zu ökonomischen
Fragestellungen. Der Fokus liegt auf
Transformationsländern in Osteuropa. Es werden Länderrisikoanalysen,
Markteintrittsstrategien und Sektorstudien für private Firmen zu Investitionsentscheidungen
angeboten.
Mitarbeit an Beratungspapieren und
Präsentationen zu ökonomischen
und wirtschaftspolitischen Fragen;
Umgang mit großen Datenmengen.
Triebfahrzeugführer/ -in Sylt
Shuttle
Stellen-Nr.: 1200/SN/0154/15
Arbeitsort: Sylt
Stellenbeschreibung:
Quereinsteiger zum Triebfahrzeugführer auf der Insel Sylt gesucht. Das
Führen der vom Sylt Shuttle eingesetzten V-Lokomotiven nach den
Grundsätzen der Sicherheit und
Wirtschaftlichkeit.
Sicherstellen
eines ordnungsgemäßen und sicheren Betriebsablaufes in Früh-, Tages, und Spätschichten. Vorbereiten und
Überwachen der Zug- und Rangierfahrten. Überwachung der Einhaltung aller Kontroll- und Wartungsarbeiten an der Lok.
Voraussetzungen:
Abgeschlossene gewerblich-technische Berufsausbildung, Interesse an
Technik und die Bereitschaft zum
Erwerb des Eisenbahnführerscheins
Klasse III sowie für die erforderlichen Baureihen. Uneingeschränkte
Tauglichkeit für Triebfahrzeugdienst, Betriebsdienst- und Wechseldiensttauglichkeit. Leistungs- und
Einsatzbereitschaft, Belastbarkeit,
Kundenbewusstsein.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Hannover (Herrn Schmär, Tel.Nr. 0511/6798-422, Bw: 90-2225422).
Deputy Postholder CAMO (m/w)
Stellen-Nr.: 3300/SN/0123/15
Arbeitsort: Nürnberg
Stellenbeschreibung:
Kenntnisse in EASA Part M/145,
mehrjährige Erfahrung in Continuing Airworthiness Management
Organization,
Tätigkeitsschwerpunkt im kaufmännischen bzw. technischen Bereich.
Voraussetzungen:
Mittlerer Schulabschluss, Luftfahrtkaufmann/-kauffrau
(Meisterbrief/Meisterprüfung), Fremdsprache Englisch.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Nürnberg (Herr Moissl, Tel.-Nr.
0911/4396-275, Bw: 90-6723-275).
Junior Berater (m/w)
Stellen-Nr.: 3200/SN/0248/15
Arbeitsort: Pfaffenhofen a. d. Ilm
Stellenbeschreibung:
Akquise von Neukunden, Kontaktierung von Kandidaten aus verschiedenen Online-Stellenbörsen, Durchführung von Auswahlinterviews,
Projektkoordination, Erstellung von
Status- und Schlussberichten, Vorbereitung der Präsentationsunterlagen.
Voraussetzungen:
Pädagogen
(Fachhochschulabschluss), Betriebswirt (e/innen)
(Fachhochschulabschluss), Ingenieur (e/innen).
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD München (Tel.-Nr. 089/1249
5813, Bw: 90-6227-5813).
Elektrofachkraft (m/w)
Stellen-Nr.: 2600/SN/0178/15
Arbeitsorte: Völklingen
Stellenbeschreibung:
Ihre Einsatzgebiete: AutomotiveUmfeld (Sonder-) Maschinenbau mit
Steuerungstechnik; Gewerbekunden; Privatkunden. Ihre Aufgaben:
Aufbau, Verdrahtung und Installation von Schaltschränken und Schaltanlagen im industriellen Sektor; Wartungen an Anlagen, z. B. Brandschutz- und Alarmmeldeanlagen;
Installation, Inbetriebnahme und
Wartung von Videoüberwachungs-
Weitere Stellenangebote finden Sie im geschützten Bereich für
Mitglieder des DBwV unter www.bit.ly/1JMHpNB
68
Die Bundeswehr Oktober 2015
anlagen; Installation im klassischen
Elektrobereich.
Voraussetzungen:
Betriebselektriker/in,
Elektroniker/in für Betriebstechnik
(Abschluss in einem anerkannten
Ausbildungsberuf).
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Saarlouis (Herr Ochs
06831/1271-2532, Bw: 4730-2532).
Geboten wird eine unbefristete Position, in der man eigenständig und
selbstverantwortlich in einem motivierten Team arbeiten kann. Nach der
Einarbeitungszeit soll folgendes
unterrichtet werden: grundlegende
Kenntnisse im Garten- und Landschaftsbau, Motorentechnik, Bodenbearbeitung,
Pflanzenkenntnisse,
Pflanzenschutzgeräte, Freiland- und
Gewächshausbewässerung sowie entwässerung, Gewächshausklimatisierung und Heizungstechnik, spezielle Maschinen des Produktionsgartenbaus.
Voraussetzungen:
Meister/in, Techniker/in oder Ingeni-
Foto: imago
IT-Administrator Microsoft Enterprise Umgebungen
Stellen-Nr.: 2300/SN/0150/15
Arbeitsort(e): Deutschland
Stellenbeschreibung:
Stellenmarkt
Wer auch nach seiner Dienstzeit an der technischen Dokumentation
von Panzern interessiert ist, kann sich in Flensburg bewerben.
Wir suchen Talente und keine Profile: Technikaffin, Zielstrebig, Kundenorientiert und bereit für eine neue
berufliche Herausforderung? Spaß
an der Arbeit mit Mensch und Technik? Wir sind für viele Kunden insbesondere im deutschsprachigen Raum
in IT-Projekten der Kooperationspartner.
Voraussetzungen:
Abgeschlossene Ausbildung zum
Fachinformatiker wünschenswert,
praktische Erfahrungen, HerstellerZertifikate Microsoft,
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Koblenz (Herr Wöll, Tel.-Nr.
0261/679 992 5195, Bw: 90-48135195).
Meister/in, Techniker/in oder
Ingenieur/in Fachrichtung Gartenbau
Stellen-Nr.: 2200/SN/0085/15
Arbeitsort: Werra-Meißner-Kreis
(Witzenhausen)
Stellenbeschreibung:
eur/in Fachrichtung Gartenbau, Teilzeit oder Vollzeit. Die Bezahlung
erfolgt in Anlehnung an TVöD.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Kassel (Frau Fiedler, Tel.
0561/2077-3235, Bw: 90-43513235).
Fahrer / Lader (w/m)
Stellen-Nr.: 2400/SN/0192/15
Arbeitsort: Euskirchen, Düren,
Rhein-Erft-Kreis,
Rhein-KreisNeuss, Wesel, Herne
Stellenbeschreibung:
Durchführung von Transporten mit
entsorgungsspezifischen Fahrzeugen, Führung und Bearbeitung von
Tourennachweisen, Wartung, Pflege
und Störungsbeseitigung am Fahrzeug, bei Kommunalaufträgen:
gemeinsame Entleerung Abfällen
mit dem Lader.
Voraussetzungen:
Führerschein Fahrerlaubnisklasse
C/CE, Nachweis aller Module der
Berufskraftfahrerqualifikation bzw.
Eintrag Schlüsselzahl 95, Fahrerkarte und ADR-Schein, Einsatzbereitschaft, Loyalität, Zuverlässigkeit,
Team- und Kooperationsfähigkeit.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Köln (Herrn Schuth, Tel.-Nr.
0221 / 934503-4322, Bw: 90-38134322).
Leopard 2 Mechaniker (m/w)
Stellen-Nr.: 1300/SN/0178/14
Arbeitsort: Flensburg
Stellenbeschreibung:
Mitarbeit an der technischen Dokumentation für den Berge- und Pionierpanzer Wisent 1 und 2, Erstellung
von Ersatzteilkatalogen für den Berge-und Pionierpanzer Wisent 1,
Erstellung und Betreuung CE-konformer Bedienungsanleitungen.
Voraussetzungen:
Erfolgreich absolvierte technische
Berufsausbildung, Maschinenbautechniker, Landmaschinenmechaniker, Baumaschinenmechaniker, KfzMechatroniker oder Vergleichbares,
Kenntnisse von gepanzerten Radund Kettenfahrzeugen sind wünschenswert, Gabelstaplerschein, Planungs- und Organisationsgeschick,
Flexibilität und Teamfähigkeit,
Selbstständige und zuverlässige
Arbeitsweise, Bereitschaft zu Auslandseinsätzen, Sprachkenntnisse in
Englisch und Dänisch wünschenswert.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Jobservice des
BFD Kiel (Frau Lindemann,
0431/384-7959, 90-7400- 7959).
Systemingenieur Command &
Control (m/w)
Stellennummer:
3400/SN/0104/15
Arbeitsort: Überlingen
Stellenbeschreibung:
Definition von kundenspezifischen
Gefechtsstandslösungen. Vertretung
der Aspekte des Gefechtsstandes im
Kontext der Gesamtsystementwicklung. Definition und Dokumentation
der Funktionalität. Aktive Mitwirkung bei der Erstellung von Abnahmeprozeduren und Testspezifikationen.
Voraussetzungen:
Abgeschlossenes Studium der Ingenieurwissenschaften (Uni/TH) z.B.
Luft- und Raumfahrttechnik, Nachrichten- und Fernmeldetechnik,
Informatik, Elektrotechnik, mehrjährige Berufserfahrung, ein vertieftes
Grundlagenverständnis,
Funktionen, Abläufen, Kommandostrukturen von GBAD Gefechtsständen, sicherer Umgang z.B. Link
16, Link 22 und Asterix und Erfah-
rungen mit Gefechtsstandlösungen
mittels NAF.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Stuttgart (Frau Cihotzki, Tel.Nr. 0711/2540-2541, Bw: 90-58242541).
Kraftfahrer/-in mit C/ CE-Führerschein
Stellen-Nr.: 4200/SN/0352/15
Arbeitsort: Berlin, Magdeburg,
Dresden, München, Worms
Stellenbeschreibung:
Angeboten wird ein langfristig gesicherter, unbefristeter Arbeitsplatz,
Weiterbildungsmöglichkeiten,
abwechslungsreicher Arbeitsalltag,
attraktives Gehalt, 26 Tage Urlaub im
Jahr, angenehmes Arbeitsklima. Das
Gehalt ist abhängig von den gewählten Touren.
Voraussetzungen:
Führerschein C oder CE, inklusive
der Berufsfahrerqualifikation nach
§95, ADR-Schein wünschenswert,
Freude am Fahren und Umgang mit
Menschen, Gute Deutschkenntnisse
in Wort und Schrift. Festanstellung in
Vollzeit. Fehlende Qualifikationen
können nachgeholt werden. Wichtig
ist die Motivation. Ein Berufsorientierungspraktikum ist grundsätzlich
möglich.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Berlin (Frau Wolarz, 030/67942164 oder Bw: 90-8200-2164).
Leiter/in einer Fahrschule
Stellen-Nr.: 2200/SN/0086/15
Arbeitsort: Werra-Meißner-Kreis
(Witzenhausen)
Stellenbeschreibung:
Kundenbetreuung und Beratung,
Theorie- und Praxisausbildung,
Überprüfungs- und Einweisungsfahrten, Anmeldungswesen und
Koordination der Prüfungstermine,
Ansprechpartner für TÜV, RP etc.,
Anweisung der übrigen Fahrlehrer,
Überwachung der Einhaltung der
Vorgaben und Prüfzyklen der Hersteller und des Gesetzgebers, Überwachung der Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen im Rahmen der
Kraftfahrerqualifizierung, Verwaltung- und Organisationsaufgaben.
Voraussetzungen:
Zulassung als Fahrlehrer/in Klasse B,
BE, T, C, CE , Berufserfahrung, ggf.
Zulassung als Fahrschulleiter/in.
Geboten wird eine unbefristete Position, in der eigenständig und selbstverantwortlich in einem motivierten
Team gearbeitet werden kann. Die
Bezahlung erfolgt in Anlehnung an
TVöD.
Bei weiteren Fragen zum Stellenan-
Stellenmarkt
Rezeptionist/- in
Stellen-Nr.: 1200/SN/0165/15
Arbeitsort: Afrika, Asien, Europa
Stellenbeschreibung:
Du heißt unsere Gäste herzlich Willkommen und legst damit den Grundstein für das Eintauchen in die
ROBINSON Atmosphäre. Deine
positive, freundliche Ausstrahlung
wirkt ansteckend für Gäste und für
dein Team!
Voraussetzungen:
Ausbildung zum/zur Hotelfachmann/frau, Qualitäts- und Dienstleistungsorientierung,
überdurchschnittliches Engagement und
Belastbarkeit. Kenntnisse in einem
Hotelreservierungssystem, idealerweise Protel, sowie Spaß am
Umgang mit Gästen.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Hannover (Herrn Schmär, Tel.Nr. 0511/6798-422, Bw: 90-2225422).
Souschef Bankett (m/w)
Stellen-Nr.: 1400/SN/0170/15
Arbeitsort: Ostseebad Boltenhagen
Stellenbeschreibung:
Mitverantwortlich für Catering und
Bankette und den Outlet Bereich.
Führen und Verantworten von Veranstaltungen. Anrichten kulinarischer
Köstlichkeiten mir Raffinesse und
leidenschaftlicher Hingabe. Erstellung von Warenanforderungen. Einhaltung und Durchsetzung der
Hygienestandards nach HACCP.
Kontrolle von Lebensmitteln auf
Qualität, Quantität und Preis.
Voraussetzungen:
Neben der Ausbildung zum Koch/zur
Köchin wird Führungserfahrung
gefordert.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Jobservice des
BFD Schwerin (Herr Altmann, Tel.Nr. 0385/3051-310, Bw: 90-8637310).
Elektroinstallateur (m/w)
Stellen-Nr.: 1300/SN/0001/14
Arbeitsort: Hamburg
Stellenbeschreibung:
Sie sind in den Bereichen Montage,
Installation, Wartung und Instandsetzung tätig. Darüber hinaus überneh-
Schrift, Maskentauglichkeit.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Magdeburg (Herrn Wiese, Tel.Nr. 0391/30015-5307, Bw: 90-82355307).
Außendienstmitarbeiter/innen
im Brandschutz
Stellen-Nr.: 2200/SN/0094/15
Arbeitsort: Frankfurt am Main, Marburg-Biedenkopf, Kassel, Höxter
Stellenbeschreibung:
Neubestückung und Wartung mit
Feuerlöschgeräten und Heimrauchmeldern sowie Brandschutzbedarf.
Betreuung eines Kundenstammes
sowie Akquise von Neukunden. Leistungsgerechte Entlohnung (Fixum
und Provision), da sich die Wartungsintervalle bei gleichem Kundenstamm alle 1 bis 2 Jahre wiederholen.
Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten möglich.
Voraussetzungen:
Abgeschlossene Berufsausbildung
erwünscht evtl. mit Außendiensterfahrung, Deutsch in Wort und Schrift,
sicheres Auftreten und gepflegte
Erscheinung; Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit, Ehrgeiz sowie Spaß am
Verkauf von hochwertigen Markenprodukten. Für Quereinsteiger geeignet.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Kassel (Frau Fiedler, Tel.
0561/2077-3235, Bw: 90-43513235).
Food & Beverage Controller
(m/w) auf einem Kreuzfahrtschiff
Stellen-Nr.: 1500/SN/0184/15
Arbeitsort: Deutschland
Stellenbeschreibung:
Verantwortung für Ergebnisse und
Berichte, in Bezug der Bestandstransaktionen, Kosten- und Lagerverwaltung Lagerbestände und
Inventur. Verwaltung die Daten der
Ab- und Zugänge von Lebensmitteln, Getränken und anderen Lieferungen, sowie Verwaltung von
Kosten und Verbrauch an Bord.
Voraussetzungen:
Führungsqualitäten und Organisationstalent, ein hohes Maß an Zahlenaffinität und unternehmerischem
Denken, gute Teamführung & Teammotivation und eine strukturierte
Arbeitsweise. Erfahrung als F&B
Controller oder in einer vergleichbaren Position (Proviantlagermeister, meister oder -verwalter) auf dem
Schiff, umfangreiche Managementund Fachkenntnisse. Fließende
Deutsch und Englisch Kenntnisse.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Wilhelmshaven (Herrn Leja,
Tel.-Nr. 04421/4838-3235, Bw: 902813-3235)
Hotelfachkräfte haben gute Aussichten auf eine Stelle.
men Sie Aufgaben im Kundenservice.
Voraussetzungen:
Abgeschlossene Ausbildung in der
Elektrotechnik oder verwandten
Berufen, Kenntnisse in der Elektroversorgung, Kälteerzeugung, Klima,
MSR, Schaltschrankbau, Inbetriebnahmen Kälteanlagen, Verbundanlagen, PKW-Führerschein.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Jobservice des
BFD Kiel (Frau Lindemann,
0431/384-7959, Bw: 90-74007959).
Instandhalter (m/w)
Stellen-Nr.: 4500/SN/0171/15
Arbeitsort: Landkreis Anhalt-Bitterfeld
Stellenbeschreibung:
Durchführen von Instandhaltungsund Wartungsarbeiten, Umsetzung
von Neuentwicklungen an Produktionsanlagen; Anlagen optimieren,
Fehlersuche, -erkennung und -behebung, betriebliche und technische
Dokumentation und Kommunikation durchführen, Neuinstallationen
von Fertigungsanlagen, Arbeiten im
Schichtsystem.
Voraussetzungen:
Abgeschlossene Ausbildung vorzugsweise als Mechatroniker,
Kenntnisse in Elektronik, Elektrotechnik und SPS, Kenntnisse in
Pneumatik, Hydraulik und Mechanik, systematische und analytische
Denkweise, Belastbarkeit, Teamfähigkeit, MS Office-Grundkenntnisse, sehr gute Deutsch- und gute
Englischkenntnisse in Wort und
69
Ausbildung zum Elektroniker für
Betriebstechnik (m/w)
Stellen-Nr.: 1500/SN/0126/15
Arbeitsort: Aurich
Einstellung: 01.08.2016
Stellenbeschreibung:
Prüfen, Reparieren und Warten elektrischer Bauteile von der Kaffeemaschine bis zum Bagger. Installation
komplexer Anlagen der elektrischen
Energieversorgung. Programmieren,
Konfigurieren und Prüfen verschiedener Systeme und Sicherheitseinrichtungen (SPS). Nach Abschluss
der Gesellenprüfung ist jeder Azubi
optimal qualifiziert und deshalb vielseitig einsetzbar.
Voraussetzungen:
Realschulabschluss, gute Kenntnisse
in Mathe und Physik, Sorgfalt z.B.
beim Prüfen der Sicherheits- und
Schutzfunktionen elektrischer Anlagen, Flexibilität, logisches, räumliches und vorausschauendes Denken.
Bei weiteren Fragen zum Stellenangebot sowie zur Vermittlung wenden Sie
sich bitte an den Job-Service des BFD
Wilhelmshaven (Herrn Leja, Tel.
04421/4838-3235, Bw: 90-2813-323).
Foto: Fotolia
gebot sowie zur Vermittlung wenden
Sie sich bitte an den Job-Service des
BFD Kassel (Frau Fiedler, Tel.
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Die Bundeswehr Oktober 2015
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Die Bundeswehr Oktober 2015
Justitia | Neue Blätter für Wehr- und Dienstrecht
Änderung der Rechtsprechung: Degradierung
zum Stabsunteroffizier mit A7 zulässig
Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 24. April 2014 – 2 WD 39.12
as Truppendienstgericht hat
mit dem Urteil v… gegen den
Soldaten, einen Feldwebel, wegen
eines außerdienstlich begangenen
Dienstvergehens
(körperliche
Misshandlung eines Menschen) ein
Beförderungsverbot für die Dauer
von 48 Monaten verhängt. Die
Wehrdisziplinaranwaltschaft
hat
gegen dieses Urteil eine auf die
Maßnahmebemessung beschränkte
Berufung eingelegt und die Herabsetzung in den Dienstgrad eines
Stabsunteroffiziers der Besoldungsgruppe A 6 beantragt. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Soldaten in den Dienstgrad eines Stabsunteroffiziers der Besoldungsgruppe
A 7 degradiert und hierzu unter
anderem folgendes ausgeführt: Den
im vorliegenden Fall gewichtigen,
für den Soldaten sprechenden
Aspekten in Gestalt der Nachbewährung, der Bereitschaft, an den
Geschädigten freiwillig Schmerzensgeld zu zahlen, einer besonderen Auszeichnung bei konkretem
Hintergrund (Gefechtsmedaille),
Vertragsanwälte
Klaus Lübke
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des Persönlichkeitsfremden der Tat
und der faktisch entgangenen Beförderung ist dadurch Rechnung zu tragen, dass der rechtliche Rahmen der
bis in den Mannschaftsdienstgrad
möglichen Dienstgradherabsetzung
nicht ausgeschöpft wird. Sie führen
dazu, dass die Herabsetzung im
Dienstgrad zum einen auf einen
Dienstgrad zu begrenzen ist und
dem Soldaten zum anderen weiterhin die Besoldungsgruppe A 7 zuzuweisen ist.
Soweit der Senat bislang den
Rechtsstandpunkt bezogen hat,
einen Unteroffizier mit Portepee in
die Besoldungsgruppe A7 herabzusetzen verbiete sich, weil die Einweisung in diese Besoldungsgruppe Soldaten vorbehalten bleiben
müsse, die sich wegen ihrer dienstlichen Leistungen und ihrer tadelfreien Führung besonders hervorgetan hätten, hält er daran nicht fest.
Die dieser Rechtsansicht zugrunde
liegende Tatsachengrundlage trägt
nicht mehr, nachdem gerichtsbekannt geworden ist, dass Stabsun-
teroffiziere regelmäßig und ohne
den Nachweis besonderer Leistungen in die Besoldungsgruppe A7
befördert werden. Weder § 62 Abs.
1 Satz 4 WDO noch § 62 Abs. 2 Satz
2 WDO schließen eine Degradierung zum Stabsunteroffizier der
Besoldungsgruppe A 7 aus. Vielmehr war es Zweck der Einfügung
von § 62 Abs. 2 Satz 4 WDO durch
Artikel 1 des Zweiten Gesetzes zur
Neuordnung des Wehrdisziplinarrechts und zur Änderung anderer
Vorschriften (2. WehrDiszNOG)
vom 16. August 2001 (BGBl I S.
2093), die bis dahin geltende
gesetzliche Vorgabe einer zwingenden Herabsetzung in die niedrigere
von zwei Besoldungsgruppen eines
Dienstgrads aufzugeben und den
Wehrdienstgerichten die durch die
Umstände des Einzelfalles bestimmte Entscheidung darüber zu
übertragen, in welche Besoldungsgruppe eines Dienstgrads der Soldat zurückzutreten habe.
Für die Annahme eines Verbots
der Herabsetzung in die höhere von
zwei Besoldungsgruppen eines
Dienstgrads bietet das Gesetz deshalb keine Anhaltspunkte.
Anmerkung und Hinweise für die
Praxis
Einer Degradierung in den Dienstgrad eines Stabsunteroffiziers der
Besoldungsgruppe A 7 steht nicht
entgegen, dass diese Besoldungsgruppe Soldaten vorbehalten wäre,
die sich durch besondere Leistungen und tadelfreie Führung besonders ausgezeichnet hätten (Änderung der Rechtsprechung: vergleiche Urteil vom 24. Mai 2012 –
BVerwG 2 WD 18.11, siehe Justitia
Heft März 2013). Ist hiernach unter
Berücksichtigung des Gewichts
von Tat und Schuld die Herabsetzung in die höhere Besoldungsgruppe eines niedrigeren Dienstgrads geboten, widerspräche es
dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, stattdessen in die niedrigere
Besoldungsgruppe des niedrigeren
Dienstgrads zu degradieren.
■
Unsere Vertragsanwälte zeichnen sich durch eine hohe Sachkenntnis in bundeswehrspezifischen Rechtsfragen aus. Bei ihnen können Mitglieder – wie auch über die zuständige Kameradschaft – Rechtsschutz beantragen. Die Vertragsanwälte bieten überdies eine kostenlose Erstberatung in dienstlichen Angelegenheiten an.
Carsten Schwettmann
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Ansprechpartner des DBwV (bundesweit) für psychische Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit
besonderen Auslandsverwendungen (insb. PTBS)
Arnd Steinmeyer
Kleine Johannisstraße 10
20457 Hamburg
Tel.: (040) 41357060
Fax: (040) 41357090
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Stand: 01.08.2015
D
Auslandseinsatz: Rechtsprechung
D
Anspruch auf effektive
Strafverfolgung
Das BVerfG leitet zunächst aus der
staatlichen Schutzpflicht für das
Leben den Anspruch auf eine effektive Strafverfolgung ab. Bei Tötungsdelikten steht dieser Anspruch auch
nahen Angehörigen des Opfers zu.
Für Bundeswehrsoldaten ist von
Bedeutung, dass das BVerfG einen
Fotos: privat, dpa
as Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat mit
Beschluss vom 19. Mai 2015
(Az.: 2 BvR 987/11) die Verfassungsbeschwerde eines Vaters, der im September 2009 zwei Kinder durch den
Luftangriff auf zwei Tanklaster in der
Nähe von Kundus verlor, nicht zur
Entscheidung angenommen. Die
Anstrengungen von Angehörigen
und Opferanwälten, eine strafrechtliche Verfolgung der beteiligten Bundeswehrsoldaten zu erreichen, sind
damit – jedenfalls auf nationaler Ebene – gescheitert. Im Folgenden werden die Kernpunkte des Beschlusses
zusammengefasst und kurz bewertet.
Dr. Manuel Ladiges, LL.M.
(Edinburgh)
Der Autor ist Akademischer Rat
a.Z. an der Universität Göttingen
und forscht unter anderem im
Bereich des Wehrverfassungsund Wehrstrafrechts. Eine längere Fassung dieses Beitrags
erscheint in der Neuen Zeitschrift
für Wehrrecht, Heft 5/2015.
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gemeinen Strafrechts zuständig ist.
Daher konnte der GBA wegen eines
vorsätzlichen oder fahrlässigen
Tötungsdeliktes ermitteln und das
Ermittlungsverfahren auch insoweit
einstellen.
Vorwurf der fahrlässigen Tötung?
Auch wenn man die tatsächlichen
Feststellungen des GBA kritisch
sieht, ist es nachvollziehbar, dass der
notwendige Nachweis der subjektiven Seite des Einsatzes verbotener
Methoden der Kriegsführung nicht zu
führen war. Leider geht das BVerfG –
wie auch schon der GBA – nur sehr
knapp auf die Frage der Strafbarkeit
wegen fahrlässiger Tötung ein. Rich-
Verfassungsbeschwerde
im Kundus-Fall bleibt
erfolglos
Afghanische Soldaten untersuchen nach dem Luftangriff
die ausgebrannten Tanklaster
bei Kundus.
Strafverfolgungsanspruch
stets
bejaht, wenn einem Amtsträger eine
strafbare Handlung bei Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben vorgeworfen wird. Indem aus Grundrechten ein subjektives öffentliches Recht
auf Strafverfolgung begründet wird,
bestätigt das BVerfG implizit, dass
die Grundrechte auch für den Einsatz
der Bundeswehr im Ausland gelten.
Die verfassungsrechtliche Strafverfolgungspflicht reicht dabei noch
weiter als die aus Art. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention
abgeleitete menschenrechtliche Ermittlungspflicht bei staatlichen
Tötungen. Das BVerfG verzichtet
nämlich auf das einschränkende
Merkmal der Ausübung von Hoheitsgewalt im Ausland.
Der Anspruch auf effektive Strafverfolgung bedeutet aber natürlich
nicht, dass stets Anklage gegen den
Beschuldigten erhoben werden
muss. Ergeben die Ermittlungen,
dass eine Straftat nicht vorliegt, oder
kann dem Beschuldigten eine
schuldhafte Tatbegehung nicht mit
hinreichender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen werden, ist das Ermittlungsverfahren einzustellen. Es geht
also nicht um Strafverfolgung an
sich, sondern um die Pflicht zur Aufklärung eines möglicherweise straf-
Die Bundeswehr Oktober 2015
rechtlich relevanten Sachverhalts.
Der Ermittlungsverlauf muss detailliert und vollständig dokumentiert
und die Einstellungsentscheidung
muss nachvollziehbar begründet
werden.
Ermittlungen im Kundus-Fall
verfassungsrechtlich unbedenklich
Das BVerfG hat nun festgestellt, dass
das Ermittlungsverfahren diese
rechtlichen Maßstäbe beachtet hat.
Der Einstellungsbescheid des Generalbundesanwalts (GBA) „verkennt
weder die grundrechtliche Bedeutung des Schutzes des Lebens und die
sich daraus ergebenden Schutzpflichten des Staats, noch die sich aus
der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wie des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ergebenden Anforderungen an
die effektive Untersuchung von
Todesfällen. …Die wesentliche
Annahme, dass sich die Einlassung
nicht widerlegen lasse, der Beschul-
digte K. habe im Zeitpunkt der
Anordnung der Bombardierung und
der Beschuldigte W. bei der Übermittlung dieses Befehls an die Piloten
der Kampfflugzeuge in der Überzeugung gehandelt, bei den sich in der
unmittelbaren Nähe der Tanklastwagen befindlichen Personen habe es
sich um bewaffnete Aufständische
gehandelt, und daher der subjektive
Tatbestand einer Straftat gemäß § 11
Abs. 1 Nr. 3 VStGB nicht gegeben
sei, ist nicht willkürlich und aus verfassungsrechtlicher Sicht daher nicht
zu beanstanden“ (Rn. 27, 28 des
Beschlusses). Es war nicht erforderlich, weitere Zeugen zu befragen, da
diese ohnehin über die Vorstellung
der Beschuldigten keine Angaben
hätten machen können. Das BVerfG
hat weiter entschieden, dass der GBA
nicht nur hinsichtlich der Tatbestände
des Völkerstrafgesetzbuchs ermitteln durfte, sondern dass er auch für
Ermittlung von möglicherweise mitverwirklichten Tatbeständen des all-
tig ist zwar, dass eine Sorgfaltspflichtverletzung der beteiligten Soldaten
abgelehnt werden kann. Allerdings ist
es ein weit verbreitetes Missverständnis, dass Verstöße gegen
Rules of Engagement oder gegen
sonstige Befehle nicht zu einem Fahrlässigkeitsvorwurf führen könnten,
da es sich allein um unverbindliche
„Innenvorschriften“ handele. Bei riskantem Verhalten sind nämlich auch
die für den Amts-, Berufs- oder
Gewerbekreis des Täters geltenden
Rechtssätze und Verkehrsgepflogenheiten maßgeblich. Verstöße können
dann zumindest ein Indiz für eine
Sorgfaltspflichtverletzung sein, auch
wenn nach Auffassung des GBA die
„höherrangige Rechtfertigung“ nach
völkerrechtlichen Regelungen im
Kundus-Fall nicht durch dienstliche
Vorschriften einschränkbar gewesen
ist.
Das BVerfG schafft zumindest
ein Stück Rechtssicherheit für Soldaten im Auslandseinsatz. Einerseits
haben die Karlsruher Richter zutreffend klargestellt, dass die Pflicht zur
Aufklärung von Straftaten gegen das
Leben auch beim Handeln von Soldaten im Ausland gilt, andererseits
beschränkt sich die verfassungsgerichtliche Prüfung der Ermittlungsverfahren auf die sorgfältige Dokumentation und Nachvollziehbarkeit
einer Einstellungsentscheidung. Die
„beschuldigtenfreundliche“ Rechtsauffassung des GBA im Kundus-Verfahren war jedenfalls vertretbar und
ist damit einer Richtigkeitskontrolle
durch das BVerfG entzogen.
I
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DBwV Intern
Die Bundeswehr Oktober 2015
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Montag, Mittwoch und Donnerstag
von 8.00 bis 17.00 Uhr sowie
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haben Anspruch auf Beratung und Auskünfte
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und Strafrecht
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und die Bundesebene
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Auslandseinsätze
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Internet:
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030/8047-0383
Abt.-E-Mail
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Besoldungsnebengebiete
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Auslandseinsätze (Berlin) [email protected]
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Elena Nothelle
Micha Nitsch
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Service-Team
Arbeits- und Beteiligungs- [email protected]
rechte, Angelegenheiten
der zivilen Beschäftigten (Berlin)
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Angelegenheiten der SaZ [email protected]
und Reservisten, Veteranen
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Jöram Miltsch
Service-Team
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Grundlagenarbeit auf dem Gebiet der Beteiligungsrechte und in Fragen des
Arbeits- und Tarifrechts, Unterstützung der Mitarbeitervertretungen
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Fax: 0228/3823-178
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Service-Team
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Abt.-Fax: 030/8047-0319
Abt.-E-Mail: [email protected]
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Ronald Rogge, Anika Scharlau
Oliver Krause
Referat Rechtsschutz DBwV
(Rechtsschutz in dienstlichen Angelegenheiten)
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Fax:
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0228/3823-147
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„Erfassung und Änderung von Mitgliedsdaten“:
Gruppenrufnummer: 0228/3823-330
Beitrittserklärungen, Änderungsanzeigen
(z.B. Ausscheiden aus der Bundeswehr/Dienstgradänderung)
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Grazyna Fitz-Gibbon
[email protected]
„Betreuung Mitgliederlisten aktive
Kameradschaften, Kameradschaften ERH“
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Landesverband Nord und Ausland
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[email protected]
Landesverband West
Edith Gieraths
[email protected]
Landesverband Ost und Süddeutschland
Gudrun Conrad
[email protected]
„Buchung Beitrag/Vers.-Prämien und schriftliche
Kommunikation“
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Beitrags- und Vers.-Prämienzahlungen, Mahnungen
Sandra Fuß
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Florian Hunthe
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Kündigungen, Mitgliedschaftsmodalitäten
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Silvia Roedder
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„Anschriften/Versendung von Infos“
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Anschriftenermittlung, Anschriftenänderung
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Sandra Leven
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Versendung von allgemeinen Informationen an das
einzelne Mitglied, Posteingang
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0228/3823-124
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E-Mail
[email protected]
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Andrea Mertins
Sabine Genuit
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0228 3823-350
[email protected]
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[email protected]
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LV West
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E-Mail
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01522/2626785
[email protected]
LV Süddeutschland Ullrich Seelmann
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LV Ost
01522/2626783
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Lothar Zellmann
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Die Bundeswehr Oktober 2015
Manfred-Grodzki-Institut für angewandte Innere Führung
(Schulungen für Personalräte):
Heidemarie Bußar
0228/3823-103
Hartmut Hirschfeld
0228/3823-195
Fax
0228/3823-250
E-Mail
[email protected]
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030/805865-70
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030/805865-79
[email protected]
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030/805865-77
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[email protected]
Seminarleiterin/ Tanja Kilper
030/805865-74
wiss. Mitarbeiterin
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Seminarleiter:
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030/805865-75
[email protected]
0176/14414485
Seminarleiter:
Günther Rink
030/805865-73
[email protected]
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030/805865-76
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74
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Die Bundeswehr Oktober 2015
Werben Sie Mitglieder
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Nur mit einer großen Zahl von Mitgliedern kann der BundeswehrVerband
als gefragter Partner von Verteidigungsministerium, Regierung und Parlament
etwas für Sie erreichen.
D
er Deutsche BundeswehrVerband kämpft an allen Fronten für seine Mitglieder. Ihm ist es zu verdanken, dass sich die Besoldungs-, Versorgungs- und Einsatzsituation in den vergangenen Jahren maßgeblich verbessert hat. In der Einsatzversorgung war es allein die Interessenvertretung aller Bundeswehrangehörigen,
die den Anstoß zu einer grundlegenden Reform gegeben hat. Heute stehen den Soldaten und zivilen Mitarbeitern, die im Einsatz zu Schaden gekommen sind, und
deren Angehörigen Leistungen zu, von denen bis vor wenigen Jahren nicht zu träumen war.
Wenn es um die Besoldung geht, ist ebenfalls Verlass auf den Verband. Denn
es ist keineswegs selbstverständlich, dass die tariflichen Gehaltssteigerungen für die
zivilen Beschäftigen auch auf den Besoldungsbereich übertragen werden. Dafür macht sich immer der BundeswehrVerband stark – in den vergangenen
Jahren stets mit Erfolg. Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen wurden schnell auf Bundesbeamte und Soldaten übertragen.
Die jüngste Verlängerung des Strukturerlasses gestattet den Pendlern vier Jahre Ruhe. Der Strukturerlass, der die freie Wahl zwischen Trennungsgeld und Umzugskostenvergütung erlaubt, ist wiederum verlängert worden. Die vom Verband hartnäckig verteidigte Verbesserung der Vereinbarkeit
von Familie und Dienst, die auch den Arbeitgeber Bundeswehr attraktiver macht, ist so bis Ende 2018 gesichert.
Egal ob Wanderurlaub, Angelübernachtung oder Ausflüge mit der Familie – jetzt steht einer Übernachtung im Freien nichts mehr im Wege. Das 4-Personen-Kuppelzelt „Southside 4“ von Meru überzeugt durch seine Größe inklusive zweier verschiedener Eingänge, einer sehr großzügigen Apsis sowie allen Anforderungen, die an ein wetterfestes Zelt gestellt werden. Mit 7,5 kg Gewicht samt Heringen, Abspannleinen sowie Packbeutel ist es dabei
immer noch ein Leichtgewicht. Pro geworbenem Mitglied kann ein Coupon eingesendet werden. Mehrere geworbene Mitglieder und eingesendete Coupons erhöhen die Gewinnchancen!
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und senden beides an den jeweiligen Landesverband,
in dem der Werber seinen Dienstort hat. Alle von Ihnen
eingesandten Coupons nehmen an der jeweiligen
monatlichen Verlosung teil.
Der Werber ist damit einverstanden, dass sein Dienstgrad und Name sowie Zugehörigkeit zur Kameradschaft im Verbandsmagazin und im Internet veröffentlicht werden.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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Unterschrift des Werbers
Coupon!
Gültig ab 1. September bis 31. Dezember 2015
Vor- und Zuname, Geb.-Datum geworbenes Mitglied
telefonische Erreichbarkeit des Werbers
Vor– und Zuname, Mitgliedsnummer Werber
✂
Teilnahmebedingungen:
Jahresempfang Landesverband West
Die Bundeswehr Oktober 2015
75
und sagte seine weitreichende Unterstützung zu.
In seinen Schlussbemerkungen
griff auch Sohst das Verbandsmotto
auf „Wir sind für unsere Mitglieder
da“ und dankte allen hauptamtlichen
Mitarbeitern und aktiven Mandatsträgern, die zur seiner Verwirklichung beigetragen haben. Das ehrenamtliche Engagement vieler Soldaten und ziviler Mitarbeiter zeige sich
auch jetzt bei der Hilfe für Flüchtlinge. Bezogen auf die gesellschaftliche
Verankerung der Bundeswehr registriere er positiv, dass nicht mehr nur
die Soldaten selbst als Organisatoren
auftreten, sondern zunehmend Parla-
Oberstabsfeldwebel a.D.
Rudolf Schmelzer begrüßte
zahlreiche prominente Gäste
von Militär und
Politik im Biebricher Schloss.
Fotos: wh
Viel Prominenz beim LV West
Peter Beuth würdigte die Integrationsleistung der Bundeswehr bei der Gestaltung der
deutschen Einheit.
Oberstleutnant a.D. Thomas
Sohst hält einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs zur Zukunft
der Bundeswehr für notwendig.
Brigadegeneral Eckart Klink
sagte, dass gerade eine kleiner
werdende Armee eine starke
Interessenvertretung brauche.
Arno Goßmann lobte die Rolle
des DBwV bei der Wahrung der
Interessen der Soldaten und
ihrer Familien.
Wiesbaden. Zum zweiten Mal nach
2011 war Wiesbaden Ausrichtungsort des Jahresempfangs des Landesverbands West. Die Rotunde des Biebricher Schlosses bot dafür eine
ansprechende und attraktive Kulisse.
Viele Gäste waren der Einladung des
Landesvorsitzenden Oberstleutnant
a.D. Thomas Sohst gefolgt. Prominentester aus dem politischen
Bereich war sicher der ehemalige
Ministerpräsident von RheinlandPfalz, Kurt Beck.
„Mittendrin statt nur dabei“ – mit
diesem Slogan machte Peter Beuth zu
Beginn seiner Festrede klar, wo er die
Bundeswehr in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung verortet sieht.
Als Vertreter der hessischen Landesregierung griff der Minister des
Innern und für Sport damit eine vom
stellvertretenden Landesvorsitzenden, Oberstabsfeldwebel a.D. Rudolf
Schmelzer, bei der Begrüßung der
Gäste angeführte Reihe von Werbeslogans auf, die dieser auch auf die
gegenwärtige Situation der Bundeswehr für anwendbar hielt. Im Weiteren skizzierte Beuth die Entwicklung
der Bundeswehr über 60 Jahre hinweg, in denen auch Hessen im Brenn-
punkt des Gegensatzes Nato – Warschauer Pakt gestanden habe. Er würdigte die Integrationsleistung der
Bundeswehr bei der Gestaltung der
deutschen Einheit und die gegenwärtigen Einsätze unter dem Dach von
UN und Nato sowie bei humanitärer
Hilfe. Bei der Ausrüstung sehe er
jedoch
Nachbesserungsbedarf.
Beuth hob die Rolle des LV West als
mitgliederstärksten Landesverband
hervor und bedankte sich für dessen
Einsatz: „Bei Ihnen sind die Interessen der Soldaten und zivilen
Angehörigen der Bundeswehr gut
aufgehoben“, sagte Beuth.
Grußworte sprachen der Bürgermeister von Wiesbaden, Arno Goßmann und der Kommandeur des Lan-
deskommandos Hessen, Brigadegeneral Eckart Klink. Beide begrüßten
die Wahl Wiesbadens als Veranstaltungsort für den Jahresempfang.
Goßmann betonte die Bedeutung der
Verankerung der Bundeswehr in der
Gesellschaft und die Rolle des Verbands bei Wahrung der Interessen der
Soldaten und ihrer Familien.
Klink sprach darüber hinaus die
Rolle der Stiftungen des Verbands an
und ihre Bedeutung speziell bei
Seminaren zur Nachbereitung von
Einsätzen, wie auch bei Aus- und
Weiterbildung der Soldaten. Gerade
eine geringer werdende Zahl von Soldaten und Mitgliedern brauche eine
starke Interessenvertretung. Klink
lobte das Engagement des Verbands
mente und Parlamentarier initiativ
würden und so zeigten: „Wir stehen
zum Auftrag und den Menschen in
der Bundeswehr“.
Zum gesamtgesellschaftlichen
Diskurs, den er für nötig hält, sagte
Oberstleutnant Sohst: „Wir – Politik,
Gesellschaft, Bundeswehr und
DBwV – sind auf dem richtigen
Weg.“ Trotz aller Freude über das
gelungene Attraktivitätssteigerungsgesetz seien immer noch Forderungen offen, so beim Wahlrecht zwischen Trennungsgeld und Umzugskostenvergütung und der Anpassung
der Beteiligungsrechte an die neuen
Strukturen. Gewachsene Anforderungen im Bereich der Sicherheitspolitik müssten auch durch entsprechende Bereitstellung zusätzlicher
Mittel speziell bei der Ausrüstung
unterfüttert werden. Hierbei bot der
Landesvorsitzende die konstruktive
Begleitung durch den Verband an.
„Wir wollen Gestalten statt Verwalten“, sagte Sohst.
Musikalisch begleitet wurde der
Festakt vom Holzbläserquintett des
Heeresmusikkorps Kassel unter der
Leitung von Hauptfeldwebel Melanie Prante.
as
In der Rotunde
des Biebricher
Schlosses sorgte das Holzbläserquintett des
Heeresmusikkorps Kassel
für den musikalischen Rahmen.
76
Die Bundeswehr Oktober 2015
Landesverband West
Der
Landesvorsitzende,
Oberstleutnant a.D.
Thomas Sohst
Verehrte Mitglieder des DBwV im LV West,
im Oktober dieses Jahres jährt sich der Tag zum
25. Mal, an dem die NVA aufgehört hat zu existieren und Menschen, die in der NVA Dienst
getan haben, begonnen haben, in der Bundeswehr Fuß zu fassen. Manche sind gleich zu
Beginn Mitglied im DBwV geworden. Auch denjenigen, die nicht die Chance hatten, in die Bundeswehr einzutreten oder dies nicht wollten, hat
der DBwV die Chance gegeben, eine kameradschaftliche Heimat zu finden. In der vergangenen
Magazin-Ausgabe haben Zeitzeugen berichtet.
Dass das Thema des Zusammenwachsens ein
Thema für alle Landesverbände ist, haben wir bei
unserem Festakt anlässlich der Landesversammlung im Juni deutlich gemacht. Für alle, die dabei
waren, eine Veranstaltung mit vielen guten Eindrücken. Ganz bewusst haben wir bereits dort
zwei Mitglieder mit NVA-Vergangenheit geehrt.
Denn diese NVA-Vergangenheit lebt auch im
Landesverband West weiter – berechtigterweise
und als Teil unserer Geschichte.
Eine neue Herausforderung bewegt die Menschen der Bundeswehr. Flüchtlinge aus Asien
und Afrika und vom Balkan drängen nach Europa, drängen nach Deutschland. Die Bundeswehr
un-terstützt nach Möglichkeiten. Beeindruckend
das ehrenamtliche Engagement auch von Soldaten, zivilen Beschäftigten und Reservisten – viele
davon auch Mitglieder im DBwV. Das nötigt uns
hohen Respekt ab.
Als DBwV müssen wir uns in dieser Lage auf die
Themen konzentrieren, die unsere Themen sind.
Bei aller Hilfsbereitschaft müssen die grundgesetzlichen Vorgaben beachtet werden. Die Hilfe
darf nicht dazu führen, dass die originären Aufträge der Bundeswehr gefährdet werden. Das
Zusammenleben von Soldaten und Flüchtlingen
in Liegenschaften der Bundeswehr muss so organisiert sein, dass der Dienstbetrieb sichergestellt
ist. Dies alles betrifft das Heute.
Im Rahmen der sicherheitspolitischen Diskussion muss unser Auge auch auf die Maßnahmen
gelenkt werden, die notwendig sind, um langfristig Lösungen zu finden, um diese Herausforderung politisch zu bewältigen. Was kann Deutschland tun, um Konfliktsituationen zu verhindern,
die die Flucht von Menschen nach sich ziehen?
Was kann Deutschland tun, um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf allen Gebieten in
Europa herzustellen, als Grundlage auch für weitere militärische Kooperation? Das Thema
Flüchtlinge hat also auch eine Dimension des
Morgens, der wir uns heute widmen müssen.
Gestalten statt verwalten – oder: über das Verwalten nicht das Gestalten vergessen.
Wir werden drüber reden (müssen).
Ehrlich nach innen – offensiv nach außen.
Ost-West-Erfolgsgeschichte im Westen
Bad Neuenahr-Ahrweiler. 25 Jahre deutsche Einheit – 25 Jahre Mitglied im DBwV: eine ganz persönliche Erfolgsgeschichte für zwei Kameraden aus der ehemaligen NVA. Dafür wurden Fregattenkapitän a.D. Knut Schäfer (r.) und Stabsfeldwebel Gerd Kodura (2.v.r.) während des Festakts der
Landesversammlung West 2015 vom Landesvorsitzenden und seinem Stellvertreter geehrt.
■
Mehr Personal, weniger Bürokratie
Rudolf Schmelzer besucht mit MdB Thomas Hitschler Mayen und Büchel
Der stellvertretende Landesvorsitzende
Rudolf Schmelzer (3.v.l.) war
mit der Delegation um den
Bundestagsabgeordneten Thomas Hitschler
(5.v.r.) unterwegs.
Mayen/Büchel. Der Bundestagsabgeordnete
und Berichterstatter zur Infrastruktur der Bundeswehr im Verteidigungsausschuss, Thomas
Hitschler (SPD), hat sich über den Sachstand der
Infrastrukturprojekte im Standort Mayen und auf
dem Fliegerhorst Büchel informiert. Alleine in
Büchel sollen in den kommenden Jahren rund
120 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert
werden. Der Stellvertretende Landesvorsitzende, Oberstabsfeldwebel a.D. Rudolf Schmelzer,
begleitete die Delegation um Hitschler.
Der Parlamentarier erklärte, dass der Bund in
den vergangenen Jahren zwar genug Geld für
notwendige Bau- und Sanierungsprojekte der
Bundeswehr im Haushalt zur Verfügung gestellt
habe. Diese hätten an rheinland-pfälzischen
Standorten wie Büchel jedoch zum Teil nicht
genutzt werden können, weil es dem Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB)
an Personal gemangelt habe. Außerdem seien die
Verfahren oft zu langwierig und bürokratisch,
stellte Hitschler fest. Hinsichtlich des Fehlens
von Personal habe man in enger Zusammenarbeit
mit der rheinland-pfälzischen Landesregierung
erreichen können, dass acht neue Stellen in der
zuständigen Niederlassung des Landesbetriebs
LBB geschaffen wurden. Diese müssten nun mit
qualifiziertem Personal besetzt werden, so Hitschler.
„Ein ganz neuer Ansatz, die Probleme zu
lösen. Keiner kann versprechen, dass es morgen
losgeht. Aber vielleicht übermorgen“, resümierte Schmelzer. „Attraktivität ist mehr als Stehlampe und Flachbildschirm“, machte Schmelzer
zudem an beiden Standorten deutlich.
■
Neuer Ansprechpartner für Zivile
Bonn. Neuer Ansprechpartner Zivile Beschäftigte
im Landesverband West ist
Edmund Schmitz (Foto).
Schmitz ist Arbeitnehmer
in der Ausbildungswerkstatt Heer des Ausbildungszentrums Technik Landsysteme in Aachen und Mitglied im örtlichen
Personalrat. Er übernimmt im LV West die Funktion von Margitta Wilkowski. Wir sagen: Willkommen im Team des LV West und Dank an Margitta Wilkowski für ihr Engagement!
■
Landesverband West
Die Bundeswehr Oktober 2015
77
WAHLEN 2016
Für den Verein DBwV ist das Jahr 2016 Wahljahr. Deshalb möchten wir unter dieser Überschrift ab jetzt monatlich in einem Extra jeweils
kurze Hinweise geben, woran wir nicht nur denken sollten, sondern auch entsprechend agieren.
Jeder ist gefordert mitzuwirken, nicht nur die
Mandatsträger, denn wir alle sind der Deutsche
BundeswehrVerband.
Kameradschaftswahlen können ab sofort
durchgeführt werden! Wer heute anfängt zu planen und noch in diesem Jahr die Mitgliederversammlung durchführt, kommt im ersten Quartal
2016 nicht unter Zeitdruck. Wer mitmachen will,
meldet sich bei seiner Kameradschaft. Nur wer
bereit ist mitzugestalten, kann seine Ideen unmittelbar einbringen.
Personalratswahlen: Wer mit dem Gedanken
spielt mitzumachen, möge sich jetzt bei dem
örtlichen Projektbeauftragten für die Wahlen,
beim Bezirksvorsitzenden oder beim Landesvorsitzenden melden. Nur wer sich jetzt meldet,
kann in den Wahlvorschlägen des DBwV
berücksichtigt werden – das gilt für Soldaten
und Zivilbeschäftigte.
■
DBwV-Chef besuchte Division Schnelle Kräfte
Neuer Standortbeauftragter in
Minden und Höxter
Stadtallendorf. Zwei Fliegen mit einer Klappe: DBwVChef Oberstleutnant André
Wüstner nutzte eine Sitzung
des Beirats Innere Führung in
Stadtallendorf, um die selbstständige Truppenkameradschaft Stadtallendorf sowie
die angeschlossenen Dienststellen zu besuchen.
Wie es seine Art ist, sammelte er Informationen von
möglichst vielen Gesprächspartnern ein. Zunächst traf er sich mit dem Divisions-Kommandeur Generalmajor Eberhard
Zorn, der eingeladen hatte. Aber auch mit
Dienststellenleitern und Kompaniefeldwebeln,
mit Vertrauenspersonen und Personalräten sowie
mit den örtlichen Mandatsträgern wie dem Vorsitzenden der Truppenkameradschaft Stadtallendorf, Hauptmann Tobias Schöler, setzte sich der
Bundesvorsitzende zu einem ausführlichen Austausch zusammen.
Die Themenliste rund um das Thema Attraktivitätssteigerung war lang: Vom Betreuungskonzept am Standort inklusive der Schwierigkeit
der infrastrukturellen Umsetzung bis hin zur
truppenärztlichen Versorgung. Die Gesprächs-
Minden/Höxter. Der
DBwV verstärkt seine
Präsenz in Ost-Westfalen: In Minden und Höxter gibt es einen neuen
Standortbeauftragten.
Seit Anfang September
steht Oberstabsfeldwebel a.D. Detlef Schlingmann (Foto) allen Mitgliedern, interessierten
Soldaten und zivilen Mitarbeitern als kompetenter Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.
Schlingmann, aus der Pioniertruppe stammend,
ist in der Region kein Unbekannter: Bis zu seiner
Pensionierung war der 55-Jährige viele Jahre als
S3-Feldwebel im Regimentsstab des Pionierregiments 100 tätig und freut sich nun auf seine
neue Tätigkeit in alter Wirkungsstätte. Wir wünschen dem neuen Standortbeauftragten viel
Glück und allseits gutes Gelingen!
■
Aus den Kameradschaften
Der Bundesvorsitzende Oberstleutnant
Wüstner (3.v.l.) mit Vertrauenspersonen und
Personalrätin sowie mit dem Bezirksvorsitzenden 5, Hauptmann a.D. Pries (l.), und
dem TruKa-Vorsitzenden, Hauptmann
Schöler (5.v.l.)
partner monierten Engpässe in der Materialausstattung sowie bei der Infrastruktur, gerade für
die Soldaten in den Bereitschaftsdiensten. Der
Verbandschef notierte alles und berichtete seinerseits von der politischen Arbeit in Berlin. Sein
Besuch war ein erneuter Beleg dafür, dass die
Interessenvertretung immer den Finger am Puls
der Truppe hat.
■
Weitere Berichte im Internet unter www.dbwv.de
über Neuerungen in der StVO. Der
stellvertretende Vorsitzende, Oberstabsfeldwebel a.D. Albert Kuhnert,
wies auf die nächsten Veranstaltungen hin und ehrte Stabsfeldwebel a.D. Walter Grettern und BM
a.D. Peter Vernau für 40-jährige Mitgliedschaft im
Verband.
Um Kriminalität drehte sich alles bei einem
Vortrag bei der KERH Lippe.
Augustdorf. Wirksamer Schutz vor Kriminalität
im Alter stand im Fokus eines Vortrags bei der
KERH Lippe. Der Vorsitzende, Oberstabsfeldwebel Harry Höft, begrüßte als Referenten dazu Kriminalhauptkommissar Joachim Peters von der
Kreispolizei Lippe. Er präsentierte das weite
Betätigungsfeld der Kriminellen, gab aber auch
nützliche Verhaltenstipps. Im Anschluss wurde das
Thema in geselliger Runde beim Grillen vertieft.
Aachen/Eschweiler. Wetterbedingt mussten die
Teilnehmer des Grillfestes der KERH Aachen ihr
Essen diesmal im Saal der BTG Donnerberg in
Eschweiler einnehmen. Die Garzeit überbrückte
ein Vortrag von Hauptmann a.D. Berhard Günzel
Kaiserslautern/Trippstadt. In den Pfälzer Untergrund begaben sich die Mitglieder der ERH Kaiserslautern, um den historischen Brunnenstollen in
Trippstadt zu besichtigen. Nachdem alle wieder
unversehrt das Tageslicht erreicht hatten, überreichte der Vorsitzende, Oberstleutnant a.D. Matthias Nickel, Oberst a.D. Kurt Scharmann für
besondere Verdienste ein Buch mit Widmung des
Landesvorsitzenden und ehrte Oberstleutnant a.D.
Hansjörg Fend für seine 50-jährige Mitgliedschaft
im Verband.
Manderscheid. Beim Sommerfest der ERH
„Eifel“ an der Bleckhausener Mühle wurde
Oberstleutnant a.D. Helmut Heber für seine Verdienste in langjähriger Vorstandsarbeit mit der
Ehrennadel des Verbands in Silber ausgezeichnet
(mehr unter dbwv.de).
■
Termine
● 13.10. Tagung mit Mandatsträgern Bezirk
II/7
● 15.10. Tagung mit Mandatsträgern Bezirk
II/2
● 03.11. Seminar mit ausscheidenden Berufssoldaten, Bezirk II/5
● 04.11. Kompaniefeldwebeltagung Bezirk II/7
● 12.11. Seminar mit ausscheidenden Soldaten,
Bezirk II/2
● 26.11. Seminar mit ausscheidenden Soldaten,
Bezirk II/1
● 03.–05.12. 3. Landesvorstandssitzung
● 09.–10.12. Tagung mit hauptamtlichen
Außendienstmitarbeitern
Landesverband West
Geschäftsstelle
Südstraße 123, 53175 Bonn
Telefon: (02 28) 3823-111
Fax: (02 28) 3823-233
E-Mail: [email protected]
V.i.S.d.P.: Landesvorsitzender
Pressebeauftragter:
Oberstleutnant a.D. Andreas P. Schnellbach
Tel.: (0212) 335338
E-Mail: [email protected]
Coupon-Werbung
Gewinner eines Broil-Master BBQ Gasgrill
3+1 aus der Verlosung im August ist Oberstabsfeldwebel Ralf Oster aus Trier.
78
Die Bundeswehr Oktober 2015
Landesverband Nord
Kleingeld zu stören, sondern es beim Füllen der
Sammelbüchse „lieber rascheln zu lassen“. Die
Aufforderung zog und so kamen denn auch 497
Euro für die SVS zusammen.
Der Landesvorsitzende Nord hatte die Veranstaltung nicht nur geplant und organisiert, sondern
nahm auch selbst daran teil. Aus dem Bundesvorstand des DBwV war außerdem Hauptmann a.D./
Stabshauptmann d.R. Albrecht Kiesner unter den
Startern. Auch die Golf-Nationalmannschaft der
Bundeswehr war dabei, wurde allerdings außer
Konkurrenz gewertet.
Der Wettbewerb fand nach den von Dr. Gordon
Stableford Ende des 19. Jahrhunderts in England
entwickelten Vorgaben statt, die heute Teil der offiziellen Golfregeln sind. Danach erhält jeder Golfer
pro Loch eine unterschiedliche Punktzahl. Diese
hängt von seinem persönlichen Handicap ab, einer
Kennzahl, die seine ungefähre Spielstärke
Warmmachen auf der Driving Range
Aktive und Ehemalige messen sich auf dem Grün
7. Golfturnier der Soldatenbetreuung in Soltau
Soltau. Viele sehen Golf bis heute als teures Hobby
für gutbetuchte ältere Herren. Andere halten es als
besonders geeignet für Banker und Politiker, da es
der einzige Sport ist, den man in Handschellen ausüben kann. Das ist, wenn überhaupt, nur ein ganz
kleiner Teil der Wahrheit. Sicher gibt es elitäre
Clubs, aber auf den meisten Plätzen ist inzwischen
auch „Otto Normalverbraucher“ zu finden. Ein gutes Beispiel dafür ist das alljährliche Golfturnier der
Bundesarbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung
e.V. (BAS) auf dem Hof Loh nahe Soltau.
Anfang September trafen sich dort zum siebten
Mal aktive und ehemalige Angehörige der Bundeswehr, um sich auf der 18-Loch-Anlage zu messen.
Eingeladen hatte dazu der Dachverband in der Soldatenbetreuung engagierter Institutionen. Die BAS
unterstützt und fördert Veranstaltungen und Vorha-
Ehrenmitglied Hennings
ausgezeichnet
Hannover. Oberstleutnant a.D. Hergen Hennings,
Vorsitzender der ERH-Kameradschaft Hannover,
ist seit 40 Jahren Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband. Die entsprechende Ehrung nahm in
Hannover der Landesvorsitzende Nord vor.
Oberstleutnant Andreas Brandes würdigte dabei
das vorbildliche Engagements des Ehrenmitglieds
des DBwV. Hennings hat unter anderem viele Jahre lang als Pressebeauftragter im Norden und bei
Landesversammlungen im Redaktionsausschuss
hervorragende Arbeit geleistet.
■
Landesverband Nord
Landesgeschäftsstelle
Waschpohl 5-7, 24534 Neumünster
Telefon: (04321) 42006
Fax:
(04321) 44233
E-Mail: [email protected]
V.i.S.d.P: Oberstleutnant Andreas Brandes
Pressebeauftragter: Oberstabsfeldwebel a.D. Johann
Fritsch
Telefon: (05864) 987074,
Mobil: 0172-7627910
E-Mail: [email protected]
Andreas Brandes organisierte das Turnier und spielte mit.
ben zur Betreuung von Soldaten der deutschen und
verbündeter Streitkräfte. Dem Verein gehören
neben dem Deutschen BundeswehrVerband die
Evangelische und die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung, der Reservistenverband und das Bundeswehrsozialwerk sowie der
Caritasverband Koblenz an.
Am Vortag des Turniers hatten die Teilnehmer
Gelegenheit, sich während einer Einspielrunde auf
den Platz einzustellen. Der Morgen darauf begann
im sich langsam lichtenden Nebel auf der Driving
Range. Dort standen die Golfer mit wenigen Metern
Abstand in Linie und übten Abschläge. Da flogen
die höchstenfalls knapp 46 Gramm wiegenden
Golfbälle ebenso davon wie mehr oder weniger
große Rasenstücke. Die Zufriedenheit der Sportler
mit ihrem Tun war an Mimik und Wortwahl deutlich
zu erkennen.
In seiner Begrüßung stellte Oberstleutnant
Andreas Brandes anschließend vor den 104 Teilnehmern fest: „Mit dieser Zahl ist dieses Turnier das
größte, das bisher mit aktiven und ehemaligen Bundeswehrangehörigen stattgefunden hat.“ Bei seiner
Einweisung in den Wettbewerb vergaß er auch nicht,
auf die Soldaten und Veteranen Stiftung (SVS) des
Verbands hinzuweisen, für die beim gemeinsamen
Abend gesammelt werden sollte. Brandes gab dazu
den Tipp, die Musik nicht durch das Klimpern von
beschreibt. Verschieden hohe Handicaps werden
gegeneinander aufgerechnet, so dass auch Golfer
unterschiedlicher Spielstärke sich „auf Augenhöhe“ messen können.
Auf dem Hof Loh gingen die Teilnehmer in Vierergruppen („Flights“) an den Start. Der Platz hatte
nach starken Regenfällen in den Tagen davor durchaus seine Tücken, doch davon ließen sie sich nicht
abhalten. Der Ablauf blieb in etwa immer gleich:
Konzentrieren, abschlagen, den Trolley mit den
Schlägern nehmen und dem Ball hinterhergehen.
Das wiederholte sich, je nach Spieler mehrfach, bis
das runde Spielgerät schließlich an der Fahne in
einem kleinen Loch verschwand. Und dann alles
wieder von vorne, bis alle Löcher gespielt waren.
Am späten Nachmittag stand schließlich das
Ergebnis fest. Brandes und Kiesner landeten in
ihren Klassen im Mittelfeld, so wie es sich für Mitveranstalter gehört. Abschließend fasste der Landesvorsitzende Nord den Tag so zusammen: „Das
BAS-Turnier sucht als Bundeswehrturnier seines
Gleichen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
fühlen sich mittlerweile wie eine große Familie, die
sich schon heute auf das nächste Zusammenkommen freut.“
Dementsprechend steht schon jetzt die Planung: Das achte BAS-Golfturnier findet am 29. und
■
30. August 2016 statt.
Landesverband Nord
DBwV beim Ausbildungskongress
Hamburg. Beim 2. (Aus)Bildungskongress der
Bundeswehr unter der Überschrift „@usBILDUNGSzeit“ Anfang September war der Landesverband Nord wieder dabei. Der dreitägige Kongress vereinte mit der „TagungsZeit“ als wissenschaftlicher sowie praxisorientierter Tagung und
der Fachmesse „MesseZeit“ zwei Veranstaltungen
unter dem Dach der Hamburger Helmut-SchmidtUniversität/Universität der Bundeswehr.
Der Ausbildungskongress stellt eine Informationsund Innovationsplattform für Wirtschaft, Wissenschaft, öffentliche Verwaltungen, die Streitkräfte
sowie deutsche und internationale Institutionen
Johann Harms, Markus Krämer, Andreas Steinmetz, Ingo Schönheit und Thomas Harder (v.l.)
Die Bundeswehr Oktober 2015
79
des Bildungswesens dar. Wie viele Firmen, Ausbildungseinrichtungen und Organisationen nutzte der
Deutsche BundeswehrVerband auch in diesem
Jahr die Gelegenheit, sich den Teilnehmern und
Besuchern vorzustellen und selbstverständlich
dazu, Mitglieder zu werben. Diese Aufgabe wurde
an einem eigenen Stand des DBwV von Mitarbeitern des Landesverbands Nord wahrgenommen.
Thomas Harder, Johann Harms, Ingo Schönheit
und Hans-Joachim van der Velde suchten das
Gespräch mit den Kongressteilnehmern und stellten sich den Fragen Interessierter. Sie wurden
dabei von Markus Krämer, Referatsleiter in der
Bonner Bundesgeschäftsstelle, unterstützt. In Vertretung des Bundesvorsitzenden nahm Hauptmann
Andreas Steinmetz die Veranstaltung wahr.
■
Aus den Kameradschaften
Wilhelmshaven. Mitte August trafen sich die Verbandsmitglieder der Besatzungen ALFA und
BRAVO des 4. Fregattengeschwaders (Fregatte
125) in der Admiral-Armin-Zimmermann-Kaserne in Wilhelmshaven-Sengwarden zur Gründung
einer Truppenkameradschaft. Fregattenkapitän
Markus Venker, Kommandant der Besatzung
ALFA, überbrachte den Teilnehmern die Grußworte des Geschwaderkommandeurs, Fregattenkapitän Thorsten Marx.
Heinrich Großheim, Thorsten Stricker, Marco
Thiele, Gitte Hansen, Jan Libbe und Sigurd
Prinz (v.l.)
Unter Leitung des Standortbeauftragten,
Oberstabsbootsmann a.D. Sigurd Prinz, wurde der
Vorstand mit dem 1. Vorsitzenden, Hauptbootsmann Jan Libbe, und dem ranggleichen Silvan
Bzdega als Stellvertreter sowie Oberbootsmann
Gitte Hansen als Schriftführerin gewählt. Mit der
Betreuung der Besatzungen wurden die beiden
Kapitänleutnante Heinrich Großheim (Besatzung
ALFA) und Thorsten Stricker (BRAVO) beauftragt. Als Gastredner war der Vorsitzende Marine,
Fregattenkapitän Marco Thiele, dabei, der ausführlich über die Arbeit des Vorstands Marine referierte
und die nächste Tagung schwimmender Verbände
Nordsee für den 10. Dezember 2015 in Wilhelmshaven ankündigte.
Wilhelmshaven. Beim diesjährigen Gorch-FockMarathon und beim Wochenende an der Jade war
die Standortkameradschaft Wilhelmshaven wieder mit dem DBwV-Pavillon dabei. Neben Informationen über den Verband und dessen Förderungsgesellschaft wurden die Besucher am JadeWochenende mit Kaffee und Kuchen versorgt.
Der Erlös aus den beiden Veranstaltungen in
Höhe von rund 1200 Euro wird zum Jahresende
anteilmäßig an die Heinz-Volland-Stiftung sowie
die Soldaten- und Veteranen Stiftung des Verbands
und an eine soziale Einrichtung vor Ort verteilt.
Kiel. Bereits zum zwölften Mal trafen sich auf Einladung des Vorstands die weiblichen Angehörigen
und Mitglieder der ERH-Kameradschaft KielNord und Kronshagen. Nach einem Bericht des
Vorsitzenden, Stabsbootsmann a.D. Hans-D.
Bämpfer, brachte Dr. med. Margret Jurke den mehr
als 30 Zuhörerinnen Aspekte der Homöopathie
näher. Wegen des starken Interesses wird bereits
eine weitere Veranstaltung für das nächste Jahr
geplant.
Rotenburg/Wümme. Die Mitgliederversammlung der Kameradschaft ERH Rotenburg/Wümme
fand erneut in Form eines Grillbuffets im „Restaurant am Ahewald“ statt. Bei herrlichem Sommerwetter begrüßte Oberstabsfeldwebel d.R. Uwe
Stark als Vorsitzender mehr als 50 Teilnehmer zu
diesem Treffen.
Sein besonderer Gruß galt dem Landesvorsitzenden Nord, Oberstleutnant Andreas Brandes,
dem Vorsitzenden der örtlichen Standortkameradschaft, Stabsfeldwebel Mario Glyschewski, sowie
dem Vorsitzenden der Kameradschaft Barme,
Siegfried Jäger.
Nach einem Grußwort durch Brandes wurden
mehrere Kameraden für ihre langjährige Treue
zum Verband geehrt: Hauptmann a.D. Sven von
Ehrenkrook und Stabsfeldwebel a.D. Albert Schulze sind seit einem halben Jahrhundert dabei, Stabsfeldwebel a.D. Hans-Joachim Herdin seit 40 Jahren.
Neumünster. Die ERH Mittelholstein hat kürzlich wieder ihr traditionelles Grillfest veranstaltet. Viele Verbandsmitglieder folgten der Einladung auf den Hof Voigt in Tasdorf bei Neumünster, um dort in gemütlicher Runde beim Klönschnack zusammenzusitzen. Der Vorsitzende der
Kameradschaft, Hauptmann a.D. Peter Schildwächter, nutzte das Fest, um mehrere Mitglieder
für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Verband
zu ehren. Für 50 Jahre wurden Oberstleutnant
a.D. Uwe Radike und Hauptmann a.D. Ulrich
Kühn ausgezeichnet, Oberstabsfeldwebel a.D.
Wolfgang Bogowski für 40 und Hauptmann a.D.
Uwe Tertin für 25 Jahre.
■
Peter Schildwächter (r.) mit den Jubilaren
Termine
● 13.–14.10.2015
SaZ-Tagung in Damp
● 14.–15.10.2015
Tagung Zivile Mitglieder in Damp
● 19.–20.10.2015
Informationsveranstaltung ERH in Soltau
● 27.–28.10.2015
Kommandeurtagung in Neumünster
● 10.–11.11.2015
Coupon-Werbung August 2015
Uwe Stark, Hans-Joachim Herdin, Dagmar
Schulze, die die Ehrung für ihren Mann entgegennahm, sowie Sven von Ehrenkrook und
Andreas Brandes (v.l.)
Bei der Couponwerbung im August 2015 hat
Stabsfeldwebel Thomas Kurth aus Hannover
einen Broilmaster BBQ Gasgrill 3+1 gewonnen.
An der Aktion beteiligten sich in diesem Monat
14 Kameraden aus dem Landesverband Nord.
Durch sie konnten 30 neue Mitglieder gewonnen
werden.
80
Die Bundeswehr Oktober 2015
Landesverband Ost
Flüchtlingshilfe: Bundeswehr
baut Zelte in Halberstadt auf
LV Ost unterstützt Helfer mit Erfrischungen
Transportiert wurde
das Material von
Soldaten des Logistikbataillons 171
„Sachsen-Anhalt“.
I
n Halberstadt in Sachsen-Anhalt haben Soldaten des Spezialpionierbataillons 164 aus
Husum vom 11. bis 12. August dringend
benötigte Zelte zur Unterbringung von Flüchtlingen aufgebaut. Im Rahmen der Amtshilfe
wurden 15 Bundeswehrzelte auf dem Gelände
der Zentralen Anlaufstelle (ZASt) für Asylbewerber errichtet. Während der Aufbauarbeiten
waren Sachsen-Anhalts Innenminister Holger
Stahlknecht und der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Axel
Lautenschläger, sowie zahlreiche Medienvertreter vor Ort.
Die 15 Zelte (Typ TT-Zelt) bieten Platz für bis
zu 120 Flüchtlinge und schaffen eine deutliche
Entlastung in der ZASt in Halberstadt. Minister
Stahlknecht dankte der Bundeswehr in besonderer
Weise für die tatkräftige Unterstützung und die
große Motivation der Soldaten. „Wir haben bereits
beim Hochwasser 2013 vertrauensvoll zusam-
mengearbeitet
und
auch aktuell hat sich
gezeigt, dass uns die
Bundeswehr zur Seite
steht“, sagte der Innenminister.
Der Kommandeur
des Landeskommandos Sachsen-Anhalt war von
dem hohen persönlichen Engagement und der
Motivation der Kameraden
aus Husum ebenso tief beeindruckt. „Wir sind froh, dass
wir gebraucht werden und
helfen können“, sagte Oberst
Axel Lautenschläger.
sen-Anhalt“. Nach Ankunft der Zelte in Halberstadt am 11. August, wurden diese umgehend
von den Lkw abgeladen und von 22 Frauen und
Männern der Spezialpioniere aufgebaut.
Eine zivile Baufirma hatte den Boden planiert, auf den dann Schotter aufgetragen wurde,
um einen festen und sicheren Untergrund zu
erzeugen. Jedes Zelt hat eine Grundfläche von
rund 40 Quadratmetern und wurde zusätzlich mit
Sonnensegeln ausgestattet, um den fehlenden
natürlichen Schatten auf dem Areal künstlich zu
erzeugen. Die Aufbauarbeiten der Zelte in Halberstadt konnten planmäßig abgeschlossen werden. Nach einer fachgerechten Einweisung
durch die Spezialpioniere wurden sie an die Verantwortlichen vor Ort übergeben.
Soldaten sind hoch motiviert und froh,
helfen zu können
Hintergrund für die Unterstützungsleistung der
Bundeswehr in Halberstadt ist ein Amtshilfeersuchen des Landes Sachsen-Anhalt, dem das
Bundesverteidigungsministerium zugestimmt
hat. Franziska Meyer; LKdo Sachsen-Anhalt
Bundeswehr unterstützt im
Rahmen ihrer Möglichkeiten
Die Zelte stammen aus dem
Materialdepot der Bundeswehr im schleswig-holsteinischen
Wester-Ohrstedt.
Transportiert wurde das
Material von Soldaten des im
Bundesland
beheimateten Die Übergabe von Eis und Kuchen an den Aufbautrupp wurde
Logistikbataillons 171 „Sach- vom Landesverband Ost gesponsert.
„Fair Play“ auf Augenhöhe zum Staatsbesuch 2015
D
er Landesverband Ost hat sich traditionell mit einem Informationsstand am 29.
und 30. August am zweiten Dienstsitz
des Bundesministeriums der Verteidigung zum
Tag der offenen Tür der Bundesregierung präsentiert. Der stellvertretende Bundesvorsitzende, Hauptmann Andreas Steinmetz, sowie der
Landesvorsitzende Ost, Hauptmann Uwe Köpsel, vertraten an beiden Tagen den Bundesvorstand. Dabei konnten zahlreiche hochrangige
Gäste vom Standpersonal begrüßt werden. Besucher der Leitung des BMVg waren die Staatsse-
Landesverband Ost
Geschäftsstelle
Kapelle-Ufer 2
10117 Berlin
Telefon: (030) 80 47 03 70
Telefax: (030) 80 47 03 79
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V.i.S.d.P.: Der Landesvorsitzende
Beauftragter für Pressearbeit: Lars Hermann
E-Mail: [email protected]
kretäre Dr. Ralf Brauksiepe und Markus Grübel.
Weitere Gäste waren der Inspekteur des Heeres,
Generalleutnant Jörg Vollmer, der Beauftragte
PTBS, Generalarzt Dr. Bernd Christoph Matthiesen, und der General für Standortaufgaben
Berlin, Brigadegeneral Michael Matz. Bei einem
Kickerspiel mit Staatssekretär Dr. Ralf Brauksiepe gewann die Mannschaft des Staatssekretärs
mit einem Tor Vorsprung. Fazit: Nur im Zusammenspiel mit dem DBwV kann das BMVg
gewinnen.
Mehr als 7000 Besucher folgten der Einladung in den Bendlerblock und
nutzten die Gelegenheit, einmal militärisches Großgerät
der Streitkräfte wie den
Kampfpanzer Leopard 2, die
Panzerhaubitze 2000 oder
einen Tornado hautnah zu
erleben. Darüber hinaus wurde der Infanterist der Zukunft,
das
Feldpostwesen,
die
Kampfmittelbeseitigung, das
Diensthundewesen und vieles
mehr rund um die Bundeswehr vorgestellt.
Der DBwV war wieder
neben vielen anderen VerbänAm DBwV-Kicker: Andreas Steinmetz trat mit Staatssekretär Ralf den, Stiftungen und EinrichBrauksiepe gegen Wolfgang Bender und Uwe Köpsel (v.l. ) an.
tungen ein gesuchter und
Landesverband Ost
gefragter Ansprechpartner für viele aktive wie
ehemalige Soldaten und zivile Besucher, die sich
alle ausführlich über die Arbeit des Verbands
informierten. Zahlreiche Interessierte traten dem
DBwV bei.
Der Landesvorsitzende Ost, Hauptmann
Uwe Köpsel, zog ein positives Resümee: „Wie in
jedem Jahr stand das persönliche Gespräch mit
vielen Kameradinnen und Kameraden, die guten
Aus den Bezirken
Gespräche mit unseren Netzwerkpartnern und
nicht zuletzt mit ranghohen militärischen und
zivilen Vertretern der Bundeswehr im Mittelpunkt und machten diese Veranstaltung unverzichtbar.“
Am Informationsstand wurde der Bezirksvorsitzende Berlin/Brandenburg, Stabsfeldwebel a.D. Frank Udo Reiche, von den Kameraden
des Vorstands der selbstständigen Truppenkame-
Hauptmann a.D. Heinz Böhm
Leipzig. Anfang Juli fand bei sommerlichen Temperaturen ein Spendenlauf „Beneflitz“ in Leipzig
statt, um Kindern in Not zu helfen. Die Standortkameradschaft Leipzig sowie der Freundeskreis
der Bundeswehr Leipzig unterstützten als Rundensponsoren die teilnehmende Laufgruppe der
Bundeswehr, welche sich aus Leipziger und
Delitzscher Soldaten zusammensetze. Insgesamt
konnten dank der starken Laufleistungen 350 Euro
an die Leipziger Kinderstiftung übergeben werden. Wir danken allen teilnehmenden Soldaten,
dass sie in ihrer Freizeit bei diesem Benefizlauf
mitgemacht haben.
Hanse Sail – natürlich mit dem DBwV
der Hanse-Kaserne und des 7. Schnellbootgeschwaders waren hier besonders aktiv. Der Informationsstand wurde durch die rund 15 000 Besucher rege wahrgenommen. Die Besucher waren
zudem recht spendenfreudig: Der Betrag von
339,82 Euro wurde dem Konto der HeinzVolland-Stiftung gutgeschrieben. Es konnten
sechs neue Mitglieder gewonnen werden.
Strausberg. Mit einem Vortrag über seine
Moskauer Sommerreise gestaltete Oberstleutnant
a.D. Klaus Eckert einen Vorstadt-Dialog der
Der Spasski-Turm in Moskau
Teilnehmer der Laufgruppe „Bundeswehr“
beim Leipziger „Beneflitz 2015“ bei der
Scheckübergabe
81
radschaft am zweiten Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung, den Vertretern der
Karl-Theodor-Molinari-Stiftung, Oberstleutnant d. R. Christian Singer sowie Hauptmann
a.D. Wolfgang Bender, und den Standortbeauftragten aus Berlin tatkräftigt unterstützt.
Während der zweitägigen Veranstaltung wurde zu Gunsten der Soldaten und Veteranenstiftung
der Heinz-Volland-Stiftung gespendet.
■
Weitere Berichte finden Sie auf den Landesseiten im Internet unter www.dbwv.de
Rostock. Während der Hanse Sail 2015 wurde
durch die Standortkameradschaft Rostock im
Marinestützpunkt Hohe Düne ein Informationsstand betrieben. Die Truppenkameradschaften
Babelsberg-Frankfurt/Oder. Im Juni 2015
fand nun bereits zum 20. Mal der Oderlandmarsch beidseitig der deutsch-polnischen Grenze statt. Für den Kameraden Hauptmann a.D.
Heinz Böhm von der KERH Babelsberg war dies
wieder ein Anlass, sich mit seinen 82 Lenzen dieser Herausforderung zu stellen. Die Hürde von
52 Kilometer galt es dieses Jahr für ihn mit dem
Fahrrad zu bewältigen. Nach gut fünf Stunden
überschritt er mit seinem Zweirad die Ziellinie.
Nicht nur Urkunde und Medaille, sondern auch
die persönlichen Glückwünsche des anwesenden
Mi-nisterpräsidenten von Brandenburg, Dietmar
Woitke, waren lohnender Dank für diese Leistung. Sollte sein Gesundheits- und Fitnesszustand auch nächstes Jahr einen Start zulassen –
Heinz Böhm ist mit dabei.
Die Bundeswehr Oktober 2015
Kameradschaft ERH Strausberg. Die Darlegungen
über seine persönlichen Eindrücke fanden aufmerksame Zuhörer und führten zu einer angeregten Diskussion. Insbesondere seine vielfältigen
Kontakte mit Moskauer Bürgern widerspiegelten
deren Meinungen zur Situation im eigenen Land
und auch zum gegenwärtig angespannten Verhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland und
Russland, die immer die direkte oder indirekte Frage beinhalteten: „Warum wollt ihr Deutschen
schon wieder gegen Russland Krieg führen?“ –
Ausdruck großer Sorge von Menschen, denen die Schrecken des
„Großen Vaterländischen Kriegs“ noch gut in Erinnerung sind. Seine Bilderkollektion zeigte die vielfältigen Veränderungen, die sich in den vergangenen Jahren in Moskau vollzogen haben. Die Mannigfaltigkeit moderner Neubauten, die Sauberkeit
der Stadt, der Blumenreichtum auf den Wegen und
in den vielen Parks, die vielen neu geschaffenen
Möglichkeiten innerstädtischer Erholung beeindruckten im Besonderen. Für diejenigen, die
Moskau von früher kannten, waren die Informationen über den Straßenverkehr und seine Ent-lastung
durch den konzeptionellen und zügig ausgeführten
Straßenbau mit vielen Hochstraßen und kreuzungsfreien Verkehrsknotenpunkten interessant.
Beispiele der Wahrung der Geschichte des besuchten Landes rundeten den Vortrag ab, dessen vielseitige und aufschlussreiche Aussagen die Teilnehmer mit Applaus bekundeten.
Weißenfels. Ende August hat die Kameradschaft
ERH Burgenlandkreis die Firma „Schüco“ am
Standort Weißenfels besucht. Der BundeswehrVerband versteht sich als Interessenvertreter der
Kameraden der Bundeswehr sowie der Ehemaliger, Reservisten und Hinterbliebenen. Deshalb ist
es auch nicht abwegig, dass der Verband Kontakt
mit den Betrieben der Region pflegt, die für diesen Personenkreis von Interesse sein könnten. So
wurden bereits Kontakte zu einer Reihe von
ansässigen Betrieben der Region hergestellt.
Begrüßt wurden die Teilnehmer der Betriebsbesichtigung durch den Leiter der Sparte Kunststoff, Wallfried Herzog. Mit einem Einführungsvortrag wurden die Teilnehmer über die Entstehung der Firma bis zum gegenwärtigen Stand vertraut gemacht. Schüco ist der führende Anbieter
von zukunftsweisenden Gebäudehüllen und steht
für weltweite Kompetenz bei Solarlösungen, Fenstern und Türen, so Herzog zu den Besuchern.
Nach dem Einführungsvortrag übernahm Gerd
Wiedemann, Leiter der Logistik, die Führung.
Insgesamt werden bis zu 3500 Grundprofile hergestellt, gelagert und versandt. Auf einem Areal
von 1600 Quadratmetern entstand ein in puncto
Ökologie und Ökonomie zukunftsweisendes
Gebäude mit Musterbau, Prüfzentrum, Lehrwerkstatt und Betriebstechnik. Ein Unternehmen, das in allen Belangen wichtig für die Region
ist.
■
Terminkalender 2015
Geplante Termine LV Ost
● 03.–04.11.2015
Mannschaften-Tagung
● 25.–26.11.2015
Kommandeur-Tagung
82
Die Bundeswehr Oktober 2015
Landesverband Süddeutschland
Wir sind Euer Landesvorstand
Stabsfeldwebel a.D.
Gerhard Stärk
Meine lieben Kameraden und Kameradinnen,
mit dieser Ausgabe und den kommenden Ausgaben wollen wir Monat für Monat die Mitglieder
des Landesvorstands vorstellen.
Im Mai 1990, nach über 14 Jahren als Soldat,
wurde ich erst auf den Deutschen BundeswehrVerband aufmerksam gemacht. Mit der Unterschrift auf der Beitrittserklärung war die Voraussetzung geschaffen worden, mich noch am gleichen Tag in ein Mandat zu wählen. Das Amt des
In stiller Trauer
A
m 27. April 2015 verstarb unser langjähriger Mandatsträger, Oberstleutnant a.D.
Raimund Steinbeck, im Alter von 68 Jahren.
Seine Tätigkeiten für den
Verband begannen im Jahr
1982 in Walldürn als Vorsitzender der Standortkameradschaft und TruKa PzArtBtl
365. Diese Mandate übte er
bis 1989 aus. Im Rahmen der
Landesversammlung 1989
wurde Raimund Steinbeck zum Bezirksvorsitzenden Nordbaden gewählt. Seine dienstliche
Versetzung nach Ulm im Jahr 1990 zum Artilleriekommando nutzte er für Mandatstätigkeit als
Vorsitzender der TruKa ArtKdo bis 1993. Im
Jahr 1993 wurde er als Bezirksvorsitzender
Ostalb-Donau-Iller gewählt und übte dieses
Mandat bis 2005 aus. Steinbeck war Initiator der
legendären „Ulmer Runde“, einer jährlich wiederkehrenden Diskussionsrunde mit Politikern,
Soldaten und Mandatsträgern. Oberstleutnant
a.D. Steinbeck hat sich in all diesen Jahren
immer für die Arbeit des DBwV eingebracht
und wird uns in ewiger Erinnerung bleiben.
Für den Landesvorstand Süddeutschland
Gerhard Stärk
Landesvorsitzender
Schriftführers der Truppenkameradschaft
des
damaligen RakArtBtl 102
in Pfullendorf verhalf mir,
zwei Jahre später zum Vorsitzenden dieser TruKa
gewählt zu werden. Weitere zwei Jahre später wurde
ich zum Vorsitzenden der
Standortkameradschaft in
Pfullendorf gewählt.
Mit der Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Landesverbände
Baden-Württemberg und
Freistaat Bayern im Juli
1997 wurde ich bei der
Landesversammlung 1997
zum stellvertretenden Landesvorsitzenden des
neuen Landesverbands Süddeutschland gewählt.
Im April 2006 übernahm ich das Mandat des Landesvorsitzenden nach dem plötzlichen Tod von
Bernhard Korinth.
Meine aktive Dienstzeit bei der Bundeswehr
war von Januar 1976 bis zu meiner Zurruhesetzung im Juli 2011. Durch meine inzwischen über
25-jährige Mitgliedschaft und Mandatstätigkeit
haben sich weitere Betätigungsfelder ergeben; so
bin ich für den DBwV seit 1998 Mitglied im Lan-
desmedienrat Baden-Württemberg, seit Juli 2007
Vizepräsident der ARST Bayern e.V.. Ebenso bin
ich seit 2008 Mitglied im Beirat „Stiftung Deutsche Gebirgstruppe“, war von 2005 bis 2008 im
Programmbeirat von Radio 7 in Ulm und bin Mitglied im Beirat der Förderungsgesellschaft (FöG)
des Verbands.
Innerhalb des DBwV bin ich verantwortlich
für das Ehrungswesen. Meine ganze Leidenschaft
und mein Engagement gilt dem Mandat als Landesvorsitzender dieses stolzen und erfolgreichen
Landesverbandes Süddeutschland. Neben der
Aufgabe als Mitglied im Bundesvorstand bin ich
immer bemüht, unseren Landesverband nach vorne zu bringen, die Mitgliederzahlen zu steigern
und den Mitgliederservice zu verbessern. Dies
gelingt nur mit einem tollen und erfolgreichen
Team an der Seite, und genau dies haben wir.
Ich bin stolz, hier Landesvorsitzender sein zu
dürfen, zumal mein Hobby, „die Tanz- und Unterhaltungsmusik“, alle zwei Jahre durch unsere
„Verbandsband“ belebt werden kann. Zusammen
mit dem Landesvorstand, den Verbandsbeauftragten, dem Team im Außendienst und in der
Landesgeschäftsstelle bin ich sicher, dass wir
noch sehr viele Ziele durch unsere erfolgreiche
Verbandsarbeit erreichen werden.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Ihr
Gerhard Stärk
Stabsfeldwebel a.D.
Landesvorsitzender Süddeutschland
Neuer Standortbeauftragter in München
I
n der Septemberausgabe hat sich Oberstabsfeldwebel a.D. Alfred Gebhardt als
bisheriger Standortbeauftragter München
nach über 14-jähriger Amtszeit verabschiedet.
Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen,
mich Ihnen als neuer Standortbeauftragter der
bayrischen Landeshauptstadt vorzustellen. Ich
bin Stabshauptmann a.D. Günther Schmitt, 57
Jahre alt, verheiratet und wohne seit fünf Jahren
in München. Seit dem 1. Juli befinde ich mich
nach über 38-jähriger Dienstzeit im Ruhestand.
Während meiner langjährigen Mitgliedschaft im Deutschen BundeswehrVerband habe
ich auch ganz persönlich von diversen Verbandserfolgen und Mitgliedervorteilen profitiert.
Daher möchte ich mich auch weiterhin für den
Verband engagieren.
In der Tätigkeit als Standortbeauftragter
sehe ich eine herausfordernde und zugleich
interessante Aufgabe, dem Verband und seinen
Mitgliedern im Standort München wertvolle
Dienste zu leisten. Besonders freue ich mich
auf die Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern, Mandatsträgern und hauptamtlichen Mitarbeitern sowie allen Personen und Dienststellen, die unsere Verbandsarbeit unterstützen.
Stabshauptmann a.D.
Günther
Schmitt
Euer Standortbeauftragter,
Stabshauptmann a.D.
Günther Schmitt
Landesverband Süddeutschland
Aus den Bezirken
Die Bundeswehr Oktober 2015
83
Weitere Berichte finden Sie im Internet unter www.dbwv.de
Willi Arens ging kurz auf die Landesversammlung in Bamberg ein, bei der er nach 22
Jahren in führender Funktion verabschiedet wurde. Durch die Delegierten wurde er zum Ehrenvorsitzenden der ERH Süddeutschland und
durch den Bundesvorsitzenden Oberstleutnant
André Wüstner zum Ehrenmitglied ernannt. Sein
Dank galt den Kameraden Rudolf Eineder,
Alfons Kopp und Ernst Pflieger, die ihn 1993 als
Delegierten in Bamberg aufgefordert hatten, das
Amt des Bezirksvorsitzenden Niederbayern zu
übernehmen. Anschließend wurden noch einige
Ehrungen vorgenommen.
In Ulm wurden langjährige Verbandsmitglieder geehrt.
Ulm. Stabsfeldwebel a.D. Heiko Schmidt
begrüßte am 15. Juli rund 80 Mitglieder sowie
geladene Gäste zum kulinarischen Grillfest im
Garten der OHG Dornstadt unter dem schattenspendenden Lastenfallschirm. Gastredner waren
der neue Hausherr der Rommelkaserne, Oberstarzt Dr. Schütz, der Standortälteste Ulm/Dornstadt, Generalmajor Klaus Habersetzer, sowie
der stellvertretende Bundesvorsitzende Hauptmann Andreas Steinmetz. Das Bundesvorstandsmitglied gab einen Überblick über die aktuellen
politischen Aktivitäten des Verbandes. Geehrt
wurden langjährige DBwV-Mitglieder: für 50jährige Mitgliedschaft Oberfeldwebel d.R. Helmut Schindler, Oberstabsfeldwebel a.D. Ernst
Hakenholz, Hauptfeldwebel d.R. Klaus Weiß,
Hauptmann a.D. Wolfgang Haut und Oberst a.D.
Ewald Färber; sowie für 40 Jahre Stabshauptmann a.D. Johannes Faulhaber und Stabsfeldwebel a.D. Heinrich Sumser. Hauptmann a.D. Wolfgang Haut wurde die Plakette für 40 Jahre Mandatstätigkeit im DBwV überreicht.
Freyung. Zur Mitgliederversammlung mit Grillfeier der KERH Freyung begrüßte der Vorsitzende Rudolf Eineder rund 40 der aktuell 340 Mitglieder – darunter den
Ehrenvorsitzenden Helmut Eberle – erstmals im
Offiziersheim.
Nach dem Totengedenken stellte Albrecht
Kiesner als Vorsitzender
ERH im Bundesvorstand
das Engagement des
Deutschen BundeswehrVerbands heraus. Herausforderungen
sieht
Kiesner in der Arbeitszeitregelung, den demografischen Problemen der ERH sowie im
reformbedürftigen System der Beihilfe, da insbesondere bei der Festbetragsregelung. Kiesner
betonte die Notwendigkeit einer Unterstützung
bei der Beihilfe.
Münsingen. Der Vorsitzende des Bezirks
Donau – Neckar – Bodensee, Oberstabsfeldwebel Harald Lott, nahm dankend die Einladung der
ERH Engstingen-Müngstingen an und nutzte die
Gelegenheit, von der Landesversammlung in
Bamberg zu berichten. Er ging hier im Nachgang
auf die verschiedensten Themen der Referenten
sowie auf die unterschiedlichsten Thematiken
und Problematiken aus anderen Kameradschaften ein. Des Weiteren freue er sich darüber, dass
alle im Amt bei der Wiederwahl bestätigt wur-
Die geehrten Mitglieder der ERH Engstingen-Münsingen
den. Aus der Sicht des Delegierten Oberstabsfeldwebel Winfried Riedinger war die Landesversammlung ein voller Erfolg. Weitere Themen
an diesem Tag waren die aktuelle Flüchtlingssituation sowie der Einsatz der Bundesmarine im
Mittelmeer. Abschließend wurden Oberstleutnant a.D. Albert Schmied und Stabsfeldwebel
a.D. Erwin Vohrer für 50 Jahre sowie auch weitere Mitglieder für 40 Jahre Zugehörigkeit zum
Verband geehrt.
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Die Gewinner der Couponaktion werden im
Internet bekannt gegeben.
Landesverband Süddeutschland
Albrecht Kiesner (r.) und ERH-Vorsitzender Rudi Eineder (l.) zeichneten in Freyung Stabsfeldwebel a.D. Willi Arens (v.l.), Major a.D. Horst Zerbel und Stabsfeldwebel a.D. Johann
Gottschalk für 50 Jahre sowie Stabsfeldwebel a.D. Franz Pauli für 40 Jahre Mitgliedschaft im
Deutschen BundeswehrVerband mit Urkunde und Treuenadel aus.
Geschäftsstelle
Prager Straße 3, 82008 Unterhaching
Telefon: 089/61 52 09-0,
Fax: 089/61 52 09-99
E-Mail: [email protected]
V.i.S.d.P.: Der Landesvorsitzende
Beauftragter für Pressearbeit:
Pascal Jaensch
E-Mail: [email protected]
84
Die Bundeswehr Oktober 2015
Förderungsgesellschaft
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Handwerkerleistungen beantragen
Für Handwerkerleistungen gewährt der Fiskus eine Steuerermäßigung von 20% auf
den Arbeitslohn. Der maximale Steuerbonus beläuft sich auf 1.200 Euro; begünstigt
sind damit insgesamt 6.000 Euro pro Jahr.
Der Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Ring Deutschland e.V. (Steuerring) informiert
Sie im folgenden Beitrag über einige wichtige Details.
Begünstigte Aufwendungen
Der Steuerbonus wird auf Erhaltungs- und Herstellungskosten gewährt. Voraussetzung dafür ist, dass
die Arbeiten in einem bereits fertiggestellten Haushalt durchgeführt
werden. Baut man beispielsweise
nachträglich ein Kinderzimmer im
Dachgeschoss aus oder wird der
Außenputz bei einem Neubau erst
nach dem Einzug angebracht, gibt
es dafür die Steuerermäßigung.
Generell werden von den Finanzämtern unter anderem folgende
Handwerkerleistungen anerkannt:
• Malerarbeiten in der Wohnung
bzw. am Haus
• Austausch/Renovierung von Fenstern und Türen
• Modernisierung des Badezimmers oder der Einbauküche
• Reparatur von Computern,
Haushaltsgeräten und Elektronikgeräten
• Wartung der Heizungsanlage
• Verlegung von Bodenbelägen
wie Fliesen, Teppich, Parkett
• Dach- oder Fassadenarbeiten
• Pflasterarbeiten auf dem Hof vor
dem Haus
• Gebühren für den Schornsteinfeger oder die Kontrolle des Blitzableiters
Kauf einer gebrauchten Immobilie
Häufig werden vor dem Bezug einer
gebrauchten Immobilie notwendige
Renovierungen ausgeführt. Obwohl Sie noch nicht in dem Gebäude wohnen, sind die Aufwendungen
begünstigt. Der notarielle Kaufvertrag, in dem der Besitzübergang
vereinbart wird, muss jedoch abgeschlossen sein.
Räumliche Abgrenzung des
Haushalts
Die Finanzämter gingen bisher davon
aus, dass der Haushalt an der Grundstücksgrenze endet. Aufwendungen
auf öffentlichem Grund sollten nicht
begünstigt sein. In zwei Urteilen vom
20.3.2014 vertritt der Bundesfinanzhof (BFH) jedoch eine andere Mei-
nung. Beantragen Sie daher z. B.
auch für Anschlusskosten an die
Abwasserentsorgung die Steuerermäßigung. Ob die Rechnung von
einem Handwerker oder vom Versorgungsbetrieb erstellt wurde, spielt
keine Rolle.
Vorgeschriebene Prüfungen
Auch gesetzlich vorgeschriebene
Prüfungen sind begünstigt, wenn diese durch einen Handwerker erledigt
werden. Nach einem BFH-Urteil
vom 6.11.2014 wird nicht unterschieden, ob der Überprüfung eine
Instandsetzung folgt oder ob diese
lediglich vorbeugend durchgeführt
wurde. Dazu zählt beispielsweise die
vorgeschriebene Dichtheitsprüfung
der Abwasserleitung.
Nebenkostenabrechnung
Wohnen Sie in einer Eigentumswohnung oder sind Sie Mieter, prüfen Sie
Ihre Nebenkostenabrechnung: Die
umgelegten Kosten für den Schornsteinfeger sind Handwerkerleistungen, die für den Hausmeister haushaltsnahe Dienstleistungen. Sie dürfen immer die Abrechnung verwenden, die Sie im jeweiligen Jahr erhalten haben.
Kompetenter Ansprechpartner
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auf Kindergeld.
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wir ausschließlich im Rahmen einer
Mitgliedschaft beraten. Der jährliche
Mitgliedsbeitrag kann als Steuerberatungskosten abgezogen werden und
ist sozial gestaffelt – er ist also von der
Höhe der Einnahmen abhängig.
Wir verfügen über ein flächendeckendes Netz mit über 1.000
Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet. Die nächstgelegene
Beratungsstelle finden Sie im Internet unter www.steuerring.de oder
Sie nutzen das kostenfreie Infotelefon: 0800/9784800.
Aufbau von Möbeln
Die Möbelhäuser verlangen meist
einen einheitlichen Preis für die
Möbel und die Montage. Bitten Sie
das Möbelhaus um eine Bescheinigung der Montagekosten oder schätzen Sie den anteiligen Montagelohn.
Nur Arbeitslohn ist begünstigt
Der Handwerker muss für Ihre steuerlichen Zwecke den Arbeitslohn auf
der Rechnung bescheinigen. In Ausnahmefällen ist auch eine Schätzung
möglich, wenn in den Rechnungspositionen zweifelsfrei Arbeitslohn enthalten ist. Notieren Sie sich die
Arbeitsstunden des Handwerkers
und multiplizieren Sie diese mit dem
üblichen Stundensatz der Handwerksbranche.
Keine Barzahlung
Das Gesetz schreibt vor, dass die
Bezahlung der Rechnung per Kontoauszug nachgewiesen werden muss.
Eine Barzahlung kann nicht berücksichtigt werden; diese Regel soll die
Schwarzarbeit bekämpfen. Das
Begleichen der Rechnung mittels
Electronic-Cash-Verfahren ist eine
unbare Zahlung und damit begünstigt.
Rechnungsempfänger
Die Rechnung muss an Sie ausgestellt sein, kann aber von einer anderen Person bezahlt werden. In der
Fachsprache bezeichnet man das als
einen „abgekürzten Zahlungsweg“.
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Förderungsgesellschaft
Die Bundeswehr Oktober 2015
85
Neu in Ihrer FöGWelt ab Oktober 2015:
FöGNEWS
In der öffentlichen Diskussion hat
das Thema Energie einen breiten
Raum eingenommen: Atomausstieg, Energiewende und die Entwicklung der Preise für Energie.
ie Förderungsgesellschaft
des Deutschen BundeswehrVerbands mbH hat aus diesem Grund am 31. August 2015 einen
Kooperationsvertrag mit der hannoverschen e:veen Energie eG abgeschlossen, der ab Oktober 2015
Sonderkonditionen für die Mitglieder des DBwV bietet.
„Gemeinsam stark für eine nachhaltige Zukunft“ lautet der Grundgedanke der Energiegenossenschaft.
Das ist auch die Idee für die Kooperation mit einer Gemeinschaft, bei
der alle Gewinner sind.
Der Erfolg der Energiewende
hängt erheblich davon ab, ob und in
welchem Maße die Menschen bereit
sind, Veränderungen mitzutragen.
Unmittelbare
Bürgerbeteiligung
trägt zur Akzeptanz von Energieprojekten vor Ort bei. Eine traditionsreiche Gesellschaftsform gerät deshalb
immer mehr in den Fokus: die Genossenschaft. Entsprechend ist auch das
Geschäftsmodell von e:veen Energie
eG aus Hannover aufgestellt: „Als
Genossenschaft sind wir nicht daran
interessiert, einen möglichst hohen
Gewinn zu erzielen, sondern wir wollen zuallererst ökologischen Strom
D
EnergieWelt
zu einem fairen Preis
liefern“, sagt Dieter
Carstens, Vorstand
von e:veen Energie eG und ergänzt:
„Wir sehen uns und unsere Kunden
als Teil einer Gemeinschaft.
Unsere attraktiven Angebote
können gemäß unserer Geschäftsphilosophie ‚Energie von Bürgern
für Bürger‘ von jedem genutzt wer-
deutlich reduziert werden. Der Einkauf von Energie mit direktem
Zugang zur Strombörse erfolgt über
einen Zusammenschluss von mehr
als 250 Stadtwerken mit einem Handelsvolumen von rund 15 Milliarden
Kilowattstunden – allein bei Strom.
Gemeinsam als starker Handelspartner aufzutreten macht es möglich,
auch kleinere Energiemengen zu
Großhandelskonditionen einzukaufen und diese Preisvorteile an den
Endkunden weiterzugeben. Hinzu
kommt, dass e:veen Energie eG
durch die hohe Automatisierung der
Geschäftsprozesse andere Kostenstrukturen als große Energieversorger hat. Damit wird gezeigt, dass
Energie in Deutschland auf Dauer
bezahlbar sein kann.
Die e:veen Energie eG bietet
deutschlandweit faire und transparente Tarife mit Preissicherheit von
bis zu 36 Monaten, die stets günstiger
sind als der Grundversorger.
Dr. Norbert Günster (Förderungsgesellschaft des Deutschen BundeswehrVerbandes
mbH) und Dieter Carstens
(e:veen Energie eG)
Die Mitglieder des Deutschen
BundeswehrVerbands erhalten
zusätzlich einen Sonderbonus in
Höhe von 50 Prozent des Grundpreises auf ihr Konto überwiesen.
den. Eine Mitgliedschaft in der
Genossenschaft ist dabei nicht erforderlich.“
Der klare Vorteil von e:veen
Energie eG am Markt erwächst aus
den Einkaufsmöglichkeiten. Durch
Kooperationen konnten die Kosten
Vorauskasse oder Kautionszahlungen gibt es nicht. Der Service bei
e:veen Energie eG zeichnet sich
durch einfachen Wechsel, individuelle Kundenbetreuung sowie eine
kostenfreie Service-Hotline sogar
am Wochenende aus. Der TÜV-SÜD
zertifiziert den nachhaltigen Naturstrom, der aus 100 Prozent Wasserkraft gewonnen wird.
Zudem engagiert sich e:veen
Energie eG für ökologische Energieprojekte und ist Partner der Kampagne „Energiewende in Bürgerhand“. Im Jahr des Marktstarts,
2012, gewann die Genossenschaft
dank
ihres
überzeugenden
Geschäftsmodells und ihrer vielversprechenden Ideen den „Plug &
Work“-Wettbewerb des Wirtschaftsförderers hannoverimpuls.
Wie können Sie einen Vertrag
mit e:veen Energie eG mit Sonderkonditionen für die Mitglieder des
Deutschen BundeswehrVerbands
abschließen?
Im geschlossenen Mitgliederbereich der Förderungsgesellschaft des
Deutschen
BundeswehrVerbands
(FöG) finden Sie ab Oktober 2015
unter www.foeg.de in der FöGWelt
die neue EnergieWelt, welche mit der
Webseite der e:veen Energie eG verlinkt ist. Mit dem im geschlossenen
Mitgliederbereich der FöG genannten Aktionscode können Sie dann
über den Tarifrechner der e:veen
Energie eG Ihren persönlichen
Strompreis berechnen und online
einen Liefervertrag abschließen.
Bei Rückfragen können Sie
sich direkt an die e:veen Energie
eG unter der kostenfreien Rufnummer (0800) 1480480 wenden
oder an die Förderungsgesellschaft des Deutschen Bundeswehr-
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86
Die Bundeswehr Oktober 2015
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24.11.35 – 29.12.14
Koblenz
Oberstleutnant a. D.
Hans-Joachim Wizorek
3.1.35 – 21.3.15
Husum
Oberstleutnant a. D.
Heinz-Rüdiger Günther
25.10.35 – 30.3.15
Bremen
Oberstleutnant a. D.
Manfred Jungke
5.4.35 – 9.4.15
Wilthen
Stabsfeldwebel a. D.
Werner Gehlhaar
10.2.34 – 29.5.15
Bad Laer
Oberstleutnant a. D.
Horst von Zeppelin
1.5.38 – 10.6.15
Chambery
Stabsfeldwebel a. D.
Michael Klawes
4.1.56 – 21.6.15
Delitzsch
Stabsfeldwebel a. D.
Walter Prus
30.4.44 – 28.6.15
Meggerholm
Oberstabsfeldwebel a. D.
Rudi Schaper
3.11.35 – 4.7.15
Aurich
Gedenken
Stabsfeldwebel a. D.
Robert Oppen
7.6.22 – 30.7.15
Mendig
Stabsfeldwebel a. D.
Werner Baumgardt
2.11.28 – 9.8.15
Sigmaringen
Stabsfeldwebel a. D.
Jörn Heitmann
5.3.39 – 15.8.15
Köln
Hauptfeldwebel a. D.
Manfred Busch
9.6.34 – 30.7.15
Lüneburg
Ulrich Horder
19.2.58 – 9.8.15
Rastatt
Oberstleutnant a. D.
Horst Lorper
6.5.41 – 15.8.15
Jena
Oberst a. D.
Dr. Dieter Rudolph
11.10.30 – 2.8.15
Berlin
Hauptmann a. D.
Eberhard Homeister
19.12.29 – 2.8.15
Regensburg
Oberstleutnant a. D.
Albert Eggerling
3.5.24 – 3.8.15
Hennef
Inge Heilmann
17.5.46 – 5.8.15
Lohmar
Herbert Klug
13.10.16 – 6.8.15
Bonn
Oberst a. D.
Franz Wilhelm Wismar
13.12.20 – 6.8.15
Garmisch-Partenkirchen
Hauptmann a. D.
Rudi Köpke
6.11.35 – 7.8.15
Bonn
Hauptmann a. D.
Theodor Streit
1.1.35 – 10.8.15
Burbach
Käthe Krause
27.8.31 – 11.8.15
Holzwickede
Hauptfeldwebel a. D.
Walter Meißner
26.6.30 – 11.8.15
Koblenz
Oberstleutnant a. D.
Horst Beckmann
6.2.32 – 11.8.15
Neumünster
Oberst a. D.
Gerhard Decker
13.3.46 – 11.8.15
Hannover
Oberstabsfeldwebel a. D.
Klaus Erlenbach
14.6.58 – 11.8.15
Lautert
Stabsfeldwebel a. D.
Wolfgang Schmidt
11.10.33 – 12.8.15
Alfter
Oberstabsfeldwebel a. D.
Bruno Lewald
20.8.53 – 12.8.15
Inzigkofen
Stabsfeldwebel a. D.
Detlef Görner
24.5.43 – 18.7.15
Mintraching
Oberleutnant a. D.
Manfred Mayer
17.12.50 – 7.8.15
Grünstadt
Oberstleutnant a. D.
Manfred Renner
14.6.43 – 23.7.15
Sulzbach-Rosenberg
Hauptmann a. D.
Maximilian Ruby
19.3.21 – 7.8.15
Bexbach
Stabsfeldwebel a. D.
Max Abend
17.6.29 – 25.7.15
Wentorf
Stabsfeldwebel a. D.
Gunter Wolf
6.10.50 – 8.8.15
Dresden
Oberfeldarzt a. D.
Dr. Andreas Schnabl
30.8.65 – 26.7.15
Piding
Ida Römer
16.9.27 – 8.8.15
Neuried
Hauptfeldwebel
Harry Thomsen
31.10.66 – 14.8.15
Norstedt
Stabsfeldwebel a. D.
Josef Tinnes
21.7.38 – 8.8.15
Merzig-Weiler
Oberstleutnant
Michael Graf
12.3.66 – 15.8.15
Bad Kissingen
Stabsfeldwebel a. D.
Peter Ehrlich
27.3.40 – 9.8.15
Lüchow
Oberst a. D.
Karl Müller
28.9.19 – 15.8.15
Rheinbach
Oberstleutnant a. D.
Gerhard Lorbeer
6.8.30 – 26.7.15
Altlandsberg
Maria Jäger
1.5.31 – 30.7.15
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Stabsunteroffizier
Nico Bauer
13.7.86 – 13.8.15
Neuwied
Hauptmann a. D.
Walter Meyer
26.3.36 – 13.8.15
Norderstedt
Oberstabsfeldwebel a. D.
Lothar Cimiotti
25.3.31 – 16.8.15
Bonn
Ursula Lensch
24.3.28 – 16.8.15
Cuxhaven
Kapitänleutnant a. D .
Peter Ehlers
4.6.39 – 16.8.15
Gilching
Stabsfeldwebel a. D.
Alfred Rösner
18.1.35 – 16.8.15
Landshut
Oberstleutnant a. D.
Rudolf Meier
3.10.47 – 17.8.15
Rotenburg
Oberstabsfeldwebel a. D.
Karl-Heinz Schuran
9.10.38 – 18.8.15
Seelze
Gisela Syben
14.3.30 – 18.8.15
Bad Neuenahr-Ahrweiler
Oberstleutnant a. D.
Hans Siegel
15.2.30 – 18.8.15
Berlin
Oberstabsfeldwebel a. D.
Kurt Morgenröther
22.12.45 – 18.8.15
Ulm
Oberfeldwebel
Benedikt List
9.5.87 – 19.8.15
Merxheim
Stabsfeldwebel a. D.
Nikolaus Lenartz
25.5.24 – 19.8.15
Brake
Irene Jekewitz
11.8.34 – 19.8.15
Herzogenrath
Kapitän zur See a. D.
Harry Nowicky
16.12.32 – 19.8.15
Rostock
Gedenken/Personalia
Hauptmann a. D.
Jürgen Fichtner
3.6.46 – 20.8.15
Telgte
Erna Druse
11.9.34 – 20.8.15
Troisdorf
Stabsfeldwebel a. D.
Reinhard Cziesla
6.11.38 – 21.8.15
Braunschweig
Oberstabsfeldwebel a. D.
Werner Kürz
27.12.43 – 22.8.15
Köln
Major a. D.
Hartwig Lange
27.1.37 – 22.8.15
Leipzig
Oberstabsbootsmann a. D.
Wolfgang Schmidt
24.5.38 – 23.8.15
Eckernförde
Oberstleutnant a. D.
Dieter Petersmann
2.10.36 – 23.8.15
Leer
Hauptmann
Michael Struttmann
3.8.60 – 24.8.15
Eitorf
Oberstleutnant a. D.
Gunter Qualmann
21.8.41 – 24.8.15
Rotenburg
Anne Piechota
Hauptmann a. D.
Fridolin Sparrer
1.2.29 – 30.8.15
Straubing
25.7.48 – 2.9.15
Lutzerath
Christel Mittelstädt
Stabsfeldwebel a. D.
Hans-Jürgen Richter
7.11.35 – 30.8.15
Bremen
14.1.23 – 2.9.15
Fehmarn
Hauptmann a. D.
Bernhard Pohlmann
Generalstabsarzt a. D.
Dr. Peter Fraps
6.9.45 – 31.8.15
Reichertshofen
27.2.27 – 3.9.15
Havixbeck
Gisela Felsner
Oberstleutnant a. D.
Konrad Zettelmeißl
9.7.37 – 31.8.15
Mainz
7.7.21 – 3.9.15
Oerlinghausen
Stabsfeldwebel a. D.
Hauptmann a. D.
Ludwig Rüther
9.9.38 – 31.8.15
Nordhorn
Berthold Klaehn
Hauptfeldwebel a. D.
Heinrich Reifenröther
18.3.18 – 1.9.15
Köln
Rudolf Gilch
10.4.19 – 3.9.15
Schneverdingen
Stabsfeldwebel a. D.
13.12.34 – 5.9.15
Amberg
Stabsfeldwebel a. D.
Oberstleutnant a. D.
Rudolf Liebich
22.2.41 – 1.9.15
Leck
Klaus Zeiger
22.1.37 – 6.9.15
Goch
Horst Baulig
23.4.54 – 26.8.15
Mayen
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Feldwebel d. R.
Willi Münch
26.8.31 – 27.8.15
Rodgau
Oberstarzt a. D.
Prof.Dr. Otfried Messerschmidt
29.12.20 – 28.8.15
München
Oberstleutnant a. D.
Klaus Moehring
2.5.31 – 28.8.15
Bonn
Oberstleutnant a. D.
Klaus Eckelt
2.4.38 – 29.8.15
Osnabrück
Oberstleutnant a. D.
Kurt Angele
6.8.36 – 29.8.15
Buxheim
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Die Bundeswehr Oktober 2015
87
Ehrungen und
Auszeichnungen
Verbandsmedaille des DBwV
für 20-jährige Mandatstätigkeit
Hauptmann a. D. Rainer Fedder,
Rösrath
Oberstabsfeldwebel
Markus Kaiser, Köln
Stabsfeldwebel a. D.
Peter Lamberts, Heide
Frau Brigitte von Grabe, Köln
DBwV-Verdienstnadel in Gold
Oberstleutnant d. R.
Max-Peter Hornemann, Köln
Oberstabsfeldwebel
Markus Kaiser, Köln
DBwV-Verdienstnadel in Silber
Stabsfeldwebel Michael Biermann,
Köln
Stabsfeldwebel a. D. Jürgen Koch,
Friedrichshafen
Stabsfeldwebel Ronald Schulze,
Köln
Kapitänleutnant
Jörg-Hans Wiebach,
Kramerhof/Parow
DBwV-Verdienstnadel in Bronze
Stabsfeldwebel
Gonne Christiansen, Heide
Hauptmann a. D.
Wolfgang Everschor, Köln
Oberstabsbootsmann
Oliver Föster, Köln
Stabsfeldwebel Curd Dirk Greten,
Münster
Major a. D. Klaus Hörold,
Marienberg
Stabsfeldwebel Mario Lederer,
Bruchsal
Hauptmann a. D.
Jürgen Pfretzschner, Berlin
Hauptmann Hendrik Rottmann,
Köln
Stabsfeldwebel Dirk Teschendorf,
Aachen
Buch mit Widmung
des Bundesvorsitzenden
Oberstabsfeldwebel a. D.
Wolfgang Heyer, Maintal
Dankurkunde
des Landesvorsitzenden
Frau Ilona Alves, Köln
Leutnant David Henig, Köln
Hauptmann Andreas Wehrhahn,
Köln
Buch mit Widmung
des Landesvorsitzenden
Oberstabsfeldwebel
Ludger Horstmann, Münster
Oberleutnant Dirk Ziermann, Köln
Die Bundeswehr Oktober 2015
Förderungsverein des DBwV
Foto:dpa
88
Die Sterbegeldversicherung des DBwV –
viel besser als die Konkurrenz!
E
s zeugt von Verantwortung, wenn Sie
sich zu Lebzeiten Gedanken darüber
machen, ob Ihre Liebsten im Todesfall
finanziell abgesichert sind. Es ist beruhigend
zu wissen, dass für den schlimmsten Fall vorgesorgt wurde. Denn in Deutschland gibt es
eine Bestattungspflicht. Das heißt, die nächsten Verwandten – auch Geschwister – müssen
für die Beerdigung aufkommen. Die Ausgaben für Sterbeurkunden, Erbschein, Grabstein, Trauerkarten und Blumenkränze summieren sich schnell zu mehreren Tausend
Euro.
Auf ein gesetzliches Sterbegeld können
Sie sich nicht verlassen, denn dieses wurde vor
fast zehn Jahren abgeschafft. Allerdings erhalten Versorgungsempfänger gemäß Beamtenversorgungsgesetz § 18 (gilt auch für Soldaten) ein Sterbegeld in Höhe der zweifachen
Bezüge, das aber zu versteuern ist. Um die
Kosten für eine Beerdigung zu decken, empfiehlt sich daher der Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Damit entlasten Sie Ihre
Angehörigen bei den Kosten einer angemessenen und würdigen Bestattung.
Was ist eine Sterbegeldversicherung?
Die Sterbegeldversicherung gehört zu den
Risikoversicherungen und ist nicht mit der
Risikolebensversicherung zu verwechseln.
Beiden gemein ist, dass sie zu den Lebensversicherungen zählen, jedoch nicht als Geldanlage, sondern als Todesfallschutz dienen. Der
Unterschied liegt in ihrem Zweck. Eine Risikolebensversicherung soll im Ernstfall die
Hinterbliebenen mit einer hohen Versicherungssumme langfristig finanziell entlasten.
Die Sterbegeldversicherung hingegen entla-
stet die Hinterbliebenen bei den Bestattungskosten.
Die Höhe des Beitrags hängt bei der Sterbegeldversicherung im Wesentlichen von der
Höhe der Versicherungssumme, dem Leistungsumfang und dem Alter des Versicherungsnehmers sowie der Beitragszahlungsdauer und -art ab. Prinzipiell lässt sich sagen:
Je höher die Versicherungssumme, die im
Todesfall ausgezahlt wird und je älter die zu
versichernde Person, desto höher ist der Beitrag.
Die Beiträge der Sterbegeldversicherung
des DBwV sind besonders günstig, da Sie von
den besonderen Konditionen eines Gruppentarifs für die Mitglieder des Förderungsvereins der ge-meinnützigen und mildtätigen Einrichtungen des Deutschen BundeswehrVerbands profitieren. Die Mitgliedschaft im Förderungsverein beträgt lediglich 0,10 Euro
monatlich und werden mit dem Versicherungsbeitrag eingezogen.
Die Sterbegeldversicherung ist besser
als ihr Ruf!
Für alle, die gesundheitlich vorbelastet nur
wenig Geld übrig haben und möglichst früh
voll abgesichert sein möchten, ist der
Abschluss einer Sterbegeldversicherung
absolut sinnvoll! Vielfach wird die Sterbegeldversicherung, aus unserer Sicht vollkommen
unbegründet, in ein schlechtes Licht gerückt.
Dieses Thema wird sehr verallgemeinert und
individuelle Umstände werden dabei viel zu
wenig berücksichtigt. Ob und inwieweit eine
Sterbegeldversicherung sinnvoll für Sie ist,
hängt ganz allein von Ihren persönlichen Möglichkeiten und Vorstellungen ab.
Wenn Sie sich einmal damit beschäftigt
haben, wie umfassend Beerdigungskosten
sein können, dürfte Ihnen auch bekannt sein,
dass diese schnell bis zu 5000 Euro betragen
können, die Ihre Hinterbliebenen zu tragen
haben. In den Medien wird oft dazu geraten,
statt einer Sterbegeldversicherung, einen
gewissen monatlichen Beitrag einfach in
Eigenregie zu sparen, zum Beispiel in
Banksparplänen.
Alternative Sparplan oder Risikolebensversicherung?
Nehmen wir einmal an, Sie schließen keine
Sterbegeldversicherung ab und sparen in
Eigenregie jeden Monat 50 Euro. Das sind im
Jahr 600 Euro – ohne Zinsen. Einfach gerechnet, müsste man also mindestens erst einmal
ca. acht Jahre sparen, um die Summe von 5000
Euro zu erreichen. Was ist wenn ein Todesfall
bereits im dritten Jahr eintritt und Sie bis dahin
nur eine Summe von 1800 Euro angespart
haben? Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate ist zwar angestiegen, aber wer weiß heute
schon, ob man zu den Glücklichen zählt, die
90 Jahre und älter werden?
Bei der Wahl einer guten Sterbegeldversicherung, wie zum Beispiel die des DBwV,
steht den Hinterbliebenen jedoch die volle
Summe für eine Beerdigung bereits nach
einem Jahr zur Verfügung (gestaffelte Leistung während der ersten zwölf Monate).
Oft wird auch argumentiert, statt einer
Sterbegeldversicherung sollte man eine kleine
Risikolebensversicherung abschließen, weil
eine Risikolebensversicherung wesentlich
günstiger als eine Sterbegeldversicherung ist.
Grundsätzlich ist dieses Argument richtig. Die
Förderungsverein des DBwV
Beispielrechnung Bestattungskosten
Einbettung am Sterbeort und Überführung
ca. 115 EUR
Eichensarg inklusive Ausstattung
ca. 1500 EUR
Kirchengebühren, Sargträger
ca. 250 EUR
Kränze, Blumenschmuck auf dem Sarg
ca. 350 EUR
Trauerdrucksachen (Anzeigen, Danksagungen)
ca. 350 EUR
Beurkundungen, Gebühren
ca. 450 EUR
Grabanlage, Grabstein
ca. 2000 EUR
Gesamtkosten
5015 EUR
Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sich erst
ältere Menschen für eine Sterbegeldversicherung interessieren und diese zusätzlich oft
gesundheitlich vorbelastet sind, so dass der
Abschluss einer Risikolebensversicherung für
sie gar nicht mehr möglich ist. Hinzu kommt
noch, dass Sie bei der Risikolebensversicherung auch einen Versicherungsablauf festlegen müssen, der bei den meisten Versicherungsgesellschaften mit 70 Jahren endet. Sollten Sie erst nach dem Ablauf versterben, war
alles umsonst.
Der Sterbegeldversicherung des DBwV
hingegen können Sie bis zu einem Alter von 80
Jahren beitreten und das ohne Gesundheitsprüfung.
Die Bundeswehr Oktober 2015
89
Deutschen BundeswehrVerbands. Vielen
unverschuldet in Not geratenen Soldaten
konnte bisher durch diese Regelung geholfen
werden. Dabei sollten wir auch niemals vergessen, dass Schicksalsschläge letztendlich
jeden treffen könnten.
Zuverlässiger Partner in der Versicherungsbranche
Versicherungsträger der Sterbegeldversicherung des DBwV ist die DBV Deutsche Beamtenversicherung, welche bereits seit 1956 Partner des Deutschen BundeswehrVerbands ist.
Die wesentlichen Vorteile nochmals im
Überblick:
• Niedrige Beiträge
• Überschussbeteiligung
• Eintrittsalter bis 80 Jahre
• Verzicht auf Gesundheitsprüfung,
dadurch garantierte Aufnahme
• Versicherungssumme bis
12 500 Euro
• Keine Wartezeit
• Doppeltes Sterbegeld bei Unfalltod (bei
Eintrittsalter bis 74 Jahre)
• Beitragszahlung entfällt ab einem Alter
von 85 Jahren
Sterbegeldversicherung des DBwV –
zusätzlich für einen guten Zweck
Die vom Versicherer laufend erwirtschafteten
Überschüsse werden in Form einer Überschuss-beteiligung weitergegeben und zusammen mit der jeweiligen Versicherungssumme
im Leis-tungsfall ausbezahlt.
Mit der Sterbegeldversicherung des
DBwV haben Sie jedoch die Möglichkeit, Teile der Überschussanteile dem Förderungsverein zu überlassen. Dieser setzt diese Mittel für
satzungsgemäße Aufgaben ein, wie beispielsweise der Unterstützung der Heinz-VollandStiftung, mildtätige Stiftung des Deutschen Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den
BundeswehrVerbands und der Karl-Theodor- Förderungsverein des Deutschen BundesMolinari-Stiftung e.V., Bildungswerk des wehrVerbands unter Tel. (0228) 3823-252.
Der Blutspendedienst der Bundeswehr sammelt in den Liegenschaften der Bundeswehr Blutspenden. Neuerdings wird bei
einigen Terminen kostenlos die Möglichkeit angeboten, sich in die internationale Knochenmark-Datei aufnehmen zu lassen.
Spenden Sie für lebensbedrohlich erkrankte Kameraden in den Bw-Krankenhäusern und in den Feldlazaretten! Zudem werden zivile Krankenhäuser mit Blut versorgt.
BlutspendedienstBw – Lababtg.V/ZInstSanBw KOB, Tel.: 0261/896-7504, Fax: -7509, Bw: 90-4400-7501
Aktuelle Termine und Änderungen im Intranet der Bundeswehr unter http://Fachinfo. ZSan/Blutspende.
Blutspendetermine
Datum
06.10.2015
07.10.2015
08.10.2015
13.10.2015
14.10.2015
15.10.2015
19.10.2015
21.10.2015
22.10.2015
27.10.2015
28.10.2015
03.11.2015
04.11.2015
05.11.2015
10.11.2015
11.11.2015
12.11.2015
16.11.2015
18.11.2015
19.11.2015
Zeit
11:00 - 18:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
10:00 - 12:00
08:30 - 12:00
09:30 - 12:00
08:30 - 12:00
08:30 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:00 - 12:00
09:00 - 12:00
08:00 - 12:00
08:30 - 12:00
13:00 - 16:00
13:00 -16:00
13:00 - 15:00
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13:00 - 15:00
13:00 - 15:00
13:00 - 16:00
13:00 - 16:00
13:00 - 16:00
13:00 - 16:00
13:00 - 16:00
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Als „Citizenfour“ über Nacht die Welt aufschreckte
© Square One Entertainment / Universum Film
ste vor und bot Beweise für die massive Überwachung der weltweiten
Kommunikation via Telefon und
Internet an. Nach monatelangem
Austausch vereinbarten die Brieffreunde ein Treffen in Hongkong, zu
dem auch der Guardian-Journalist
Glenn Greenwald anreiste.
Der Rest ist Geschichte. Nach diesem Treffen
begann die Jagd der Amerikaner auf den Whistleblower Edward Snowden,
die darin gipfelte, dass der
bolivianische Präsident
Morales in Wien zur Landung gezwungen wurde, weil Snowden angeblich an Bord seines Flugzeugs war.
Acht Tage stand Snowden den
Journalisten Rede und Antwort,
Poitras durfte die verdeckten Zusammenkünfte im Hotel filmen. Das
ebenso grandiose wie beängstigende
Ergebnis war ab November in den
deutschen Kinos zu sehen: „Citizenfour“ gewann später den Oscar als
beste Dokumentation und wurde mit
weiteren 43 Preisen überhäuft.
Was an dem Film so tief beeindruckt: Er zeigt, das Snowden, der
mit seinen Enthüllungen über Nacht
die Welt aufschreckte, kein Spinner
war, sondern ganz genau einschätzen
konnte, was er tat und trotz akuter
Gefahr – man erwartet ständig, dass
ein Eingreifkommando die Hoteltür eintritt – nicht in
Panik ausbrach. „Einer der wichtigsten und prägendsten Dokumentarfilme der letzten Jahre“,
ließ „Hollywood Reporter“ seine
Leser wissen. Er ist mindestens so
spannend wie ein Thriller und hinterlässt bei sensiblen Sehern
zumindest ein deutlich ungutes
rt
Gefühl.
Anspruch: ✶✶✶✶✶
Sprache: E mit D-UT
Strudel aus Gewalt und Korruption
Ein Geburtstag voller Katastrophen
D
D
as Jahr 1981 ging
wegen
seiner
hohen Kriminalitätsrate
als das gefährlichste in
die
Stadtgeschichte
New Yorks ein. In dieser
Zeit wagt der Immigrant Abel Morales
(Oscar Isaac) seinen
größten Coup. Mit einer
hohen
Anzahlung
erwerben er und seine
Frau Anna (Jessica Chastain) die
Option auf ein Industriegelände, das
sie zum Stützpunkt seiner Heizölfirma machen wollen. Doch ständig
werden seine Trucks samt Ladung
gekapert, weshalb Morales immer
tiefer in einen Strudel
aus Gewalt, Verfall und
Korruption gerät, der
seine Existenz zu zerstören droht. „A Most
Violent Year“ ist inszeniert wie ein Gangsterfilm – inklusive Verfolgungsjagd. Doch der
brillant
inszenierte
Thriller von J. C. Chandor („Margin Call“)
dokumentiert die Geschichte eines
Deals, der trotz aller Widerstände am
Ende gelingt. Großartiges Kino, sollte man haben.
rt
Anspruch/Spannung: ✶✶✶✶
Sprachen: D+E mit D-UT
Vollstschlank im Dienst der CIA
© 20th Century Fox Home Entertainment
Nächtlicher Blick
auf den Hauptsitz
der National Security Agency (NSA)
in Maryland.
Gefährlich, was
dort im Verborgenen und mit Billigung der US-Regierung geschieht.
S
usan
Cooper
(Melissa McCarthy) ist eine versierte
CIA-Agentin.
Ihrer
üppigen Pfunde wegen
ist sie jedoch nicht einmal im Ansatz fit für die
riskanten Einsätze der
Agency, weshalb sie die
Einsätze der Spione
vom Schreibtisch aus
unterstützt.
Doch
Susans große Stunde kommt, als
man in Rom der verschlagenen Aristokratin Raina Boyanov das Handwerk legen will und ihr Partner Bradley Fine (Jude Law) dabei ums Leben
kommt. Mutig taucht sie, als Haus-
frau getarnt und sehr
zum Missfallen des
Superspions Rick Ford
(Jason Statham), in die
Welt der Bösewichte
ein, um die Welt vor
einer Katastrophe zu
bewahren. „Spy –
Susan Cooper Undercover“ ist ein perfekter
Stoff für die quirlige
Melissa McCarthy, über
die wir schon bei „Brautalarm“ oder
„Mike & Molly“ lachen konnten und
die uns diesmal 115 kurzweilige
rt
Minuten kredenzt.
Unterhaltung: ✶✶✶✶
Sprachen: D+E mit UT
as war mal wieder
so ein Tag zum
Abgewöhnen für Alexander: Kaugummi in
den Haaren, verschüttete Milch über dem
Schulheft, ein Brand
im Chemielabor und
ähnliche
Missgeschicke mehr. So sauer
ist der Steppke, dass er
sich in der Nacht zu seinem zwölften Geburtstag wünscht,
dass seine Familie auch einmal so
einen Katastrophen-Tag erleben
möge. Der Geburtstagsfee muss dieser Wunsch Befehl gewesen sein,
denn ab dem nächsten Morgen
regiert im Leben der
Coopers das Chaos.
„Die
Coopers
–
schlimmer
geht
immer“ basiert auf
dem
Kinderbuch
„Alexander und der
mistige Tag“ und lässt
uns einen Unglückstag
miterleben, den man
nicht einmal seinen
Feinden
wünschen
würde. Die Kritiker waren weniger
gnädig mit der Komödie. Familien
mit Kindern dürften jedoch einen
ungetrübten Spaß erleben.
rt
Unterhaltung:
Sprachen: D+E mit UT
© The Walt Disney Company Germany
D
ie US-Dokumentarfilmerin
Laura Poitras legt mit ihren
Arbeiten, die gesellschaftliche und
politische Missstände aufdecken,
unerschrocken ihre Finger in Wunden. 2006 hat sie in „My Country,
My Country“, einer Doku über den
Irak unter amerikanischer Besatzung, die
Auswirkungen
des
Kriegs gegen den Terror
thematisiert. Das amerikanische Department of
Homeland
Security
führt die Journalistin
laut Wikipedia seither als terrorverdächtig.
Im Januar 2013 bekam Laura
Poitras Post. Per E-Mail stellte
sich der Absender, der sich Citizenfour nannte, als hochrangiger
Computerspezialist im Dienst USamerikanischer Nachrichtendien-
© Piffl-Medien / Indigo
Freizeit & Multimedia
Zerstörte Illusionen im neuen Land
D
ie Freunde Dani,
Mark, Pitbull und
Paul sind 13 und bekommen noch die „Ausläufer“ der DDR mit – Thälmann-Pioniere und FDJ,
Jugendweihe und eine
Zeit, in der in ihrem
Leipziger Vorort alles
seinen „sozialistischen
Gang“ (Wolf Biermann)
geht. Vier Jahre später
leben die vier dann
schon im „anderen“ System voller
Freiheiten, das aber auch Gefahren
birgt. Die Jungs wissen nicht so recht,
was sie mit diesem neuen Leben
anfangen sollen. Sie eröffnen einen
Techno-Club, erleben
bald brutale rechte
Gewalt, kämpfen mit
Drogen und Eifersucht,
Verrat und zerstörten
Illusionen. Und drohen, im Desaster zu
enden. Andreas Dresen
ist mit „Als wir träumten“, gedreht nach dem
Roman von Clemens
Meyer, ein beklemmender Film gelungen,
laut ZDF heute journal „ein starkes
Stück Kino aus Deutschland“. Gehört
auf jede Cineasten-Liste.
rt
Anspruch:
Sprache: D
© Pandora Filmverleih (Alive AG)
93 Die Bundeswehr Oktober 2015
DVDs
frisch
gepresst
Freizeit & Multimedia
Die Bundeswehr Oktober 2015
93
Glanzvolle Parade mechanischer Wunderwerke
Das Bonner Arithmeum besitzt die weltweit führende Sammlung alter Rechenmaschinen
© Sony Classical
Berliner Philharmoniker:
Great Recordings
Müßig, die Berliner Philharmoniker vorzustellen. Kaum ein anderes Orchester in der Welt reicht an
ihr hohes künstlerisches Niveau
heran, nur die größten Dirigenten
und herausragende Solisten haben
eine Chance, mit ihnen zu arbeiten. Wer sich günstig eine klassische Sammlung aufbauen will,
kann mit „Great Recordings“
gleich einen Volltreffer landen:
Die limitierte Edition vereint auf
acht CDs zahlreiche hoch gerühmte Aufnahmen der Berliner, darunter Claudio Abbados 9. Sinfonie
von Beethoven und das legendäre
Mauerfallkonzert 1989 mit Daniel
Barenboim.
rt
Rechenmaschine aus dem Jahr
1796 von Johann Jakob Sauter.
Ein Typenschild beschreibt die
Erfindung als „Maschine ohne
nachzudenken geschwind und
sicher damit rechnen zu können
J. Sauter Eßlingen“.
cal begann, der seinem Vater, einem
Steuereinnehmer, bei der Arbeit helfen sollte und zu diesem Behufe eine
Maschine entwickelte. Das Arithmeum besitzt einen originalgetreuen
Nachbau. Auch dank der internationalen Leihgaben – prachtvolle Belege für den Erfindergeist der Uhrmacher von einst – wird diese Schau für
jeden Kenner zu einer glanzvollen
Parade dieser filigranen Kostbarkeiten – und zu einer unvergesslichen
Exkursion.
rt
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Telefon: (0228) 738790
© Science Museum London
Joseph Schmidt: Ein Lied geht
um die Welt
Was hatte dieser Tenor für eine
unglaublich schön strahlende
Stimme. Sein einziges Manko:
Mit 154 cm war Joseph Schmidt
viel zu klein für die Opernbühne.
So wurde er durch das Radio zum
Star, eroberte Deutschland zudem
per Tonfilm – bis er 1933, er war
Jude, vor den Nazis flüchten musste. 1937 begeisterte er in der New
Yorker Carnegie Hall, 1942 starb
er mit nur 38 Jahren in der
Schweiz. Jetzt erinnert die CD
„Ein Lied geht um die Welt“ mit
Ohrwürmern wie „Heut ist der
schönste Tag in meinem Leben“
und „Die Liebe siegt“ wieder an
rt
den legendären Sänger.
© Stadsmusem Göteborg
man einige der ersten Rechenmaschinen aus dem 17. Jahrhundert
bewundern und ihre Entwicklung
über 350 Jahre bis zum technologischen Untergang durch Apple & Co.
verfolgen. Weshalb bereits die ständige Ausstellung zum Pflichtbesuch
für jeden Liebhaber dieser mechanischen Wunderwerke wird. Bis 30.
Oktober bietet zudem die Sonderausstellung
„Uhrmacher
und
Rechenmaschinen“ einen zusätzlichen Anreiz, weil sie erstmals den
Einfluss von Uhrmachern auf den
Bau, den Entwurf und die Konstruktion der weltweit ersten
Rechenmaschinen belegt.
Der Universalgelehrte Gottfried
Wilhelm Leibniz zum Beispiel ließ
sich beim Bau einer Rechenmaschine für alle vier Grundrechenarten
gleich von verschiedenen Uhrmachern helfen. Die Entwicklung dauerte – Geduld ist alles – an die 40 Jahre! Zu den genialen Tüftlern gehörte
neben vielen anderen auch Johann
Jakob Sauter aus Esslingen. Als er
um 1800 nach Stockholm übersiedelte, gehörte bald das schwedische
Königshaus zu seinen Kunden. Dank
seiner Talente wurde er sogar zum
Hofmechanikus ernannt.
Die Bonner Ausstellung ist voll
spannender Details zur Geschichte
des maschinellen Rechnens, die
1642 mit dem Franzosen Blaise Pas-
ken, finden sich regelmäßig auch
Scharen „normal begabter“ Gäste
ein. Das ist dem langjährigen Institutsleiter, Professor Bernhard Korte
(76), und seinem Hobby zu verdanken: Seit seiner Studentenzeit hat
der Mathematiker alte Rechenmaschinen gesammelt, die er später
dem Land Nordrhein-Westfalen
schenkte und die seit 1999 in einem
sehr schönen Museumsbau bestaunt
werden können.
Das „Arithmeum“ beherbergt
mit nahezu Zehntausend Objekten
(etwa 2000 sind ausgestellt) die
weltweit führende Sammlung
mechanischer Rechenmaschinen,
dazu kommen um die Tausend
historische Computer und etliches
mehr. Am Hofgarten in Bonn kann
Neue CDs in den Regalen
© Plg Classics
© Arithmeum, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Der Uhrmacher Johann Christoph
Schuster, ein Franke, ist der
Erfinder dieser VierspeziesRechenmaschine von 1820/22.
Sein Handwerk lernte er in Kornwestheim – bei einem Pfarrer:
Philipp Matthäus Hahn hat die
ersten voll funktionsfähigen
Vierspezies-Maschinen gebaut.
Die erste VierSpeziesRechenmaschine von Gottfried Wilhelm
Leibniz kann
man als originalgetreue
Replik im
Arithmeum
auch in Funktion erleben.
© Arithmeum, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
D
iskrete Mathematik. Seltsamer Begriff, schwer zu
erklären. Wer’s versteht: Es
handelt sich dabei um eine sehr
anwendungsorientierte Ausrichtung der Mathematik, die sich vor
allem mit Optimierungsfragen
beschäftigt.
An der Bonner Uni gibt es sogar
ein Forschungsinstitut für diese
„Spielart“ der Mathematik. Wo Tag
für Tag überaus kluge Köpfe wir-
Diese Additionsmaschine von Johann Sauter gehört zu den Schätzen
des Science Museum in London.
Kino-Tipps
Für Deutschland geht nächstes Jahr „Im Labyrinth des Schweigens“ ins Oscar-Rennen um den besten
ausländischen Film. Der Film schildert die Mühen der Staatsanwälte rund um den Frankfurter Auschwitz-Prozess. Der Hauptfilm des Monats, der einige Jahre früher einsetzt, enthüllt nun eine lange
geheim gehaltene Großtat des unbeugsamen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer.
© Studiocanal
Picknick mit Bären: Robert Redford als Reiseschriftsteller Bill
Bryson, der mit seinem lange entfremdeten Schulfreund Steven
Katz (Nick Nolte) den 3500 Kilometer langen Appalachian Trail
bezwingen will. Unterhaltsame
Buddy-Komödie für gereifte
Semester. Ab 15.10.
Sicario: Ein bis zur 121. und letzten Minute packender Thriller über
eine internationale Task-Force, die
mit allen Mitteln ein mexikanisches Drogenkartell zur Strecke
bringen will. Grandios besetzt mit
Benicio del Toro, Emily Blunt und
Josh Brolin. Ab 1.10. ✶✶✶✶
© 20th Century Fox
American Ultra: Der Kiffer Mike
(Jesse Eisenberg) und Freundin
Phoebe (Kristen Stewart) leben von
langweiligen Minijobs. Dabei ist
der Ahnungslose ein hochqualifizierter Schläfer-Agent, der plötzlich in eine tödliche Regierungsoperation gerät. Ab 15.10. ✶✶✶
Fritz Bauer
(links: Burghart
Klaußner) kann
sich nur auf ganz
wenige Vertraute
stützen. Einer
ist der junge
Staatsanwalt
Karl Angermann
(Ronald Zehrfeld), ein anderer
der damalige
hessische Ministerpräsident
Georg-August
Zinn.
V
or 50 Jahren, am 20. August
1965, endete in Frankfurt der
spektakuläre erste Auschwitz-Prozess, der im Dezember 1963 begonnen und den Deutschen und der Welt
in vielen schrecklichen Einzelheiten
die Hölle von Auschwitz geschildert
hatte. Für das größte Verfahren der
deutschen Justizgeschichte waren auf
700 (!) Seiten viele Nazi-Gräueltaten
in der Anklageschrift aufgelistet worden. Das Urteil, 920 Seiten dick,
dokumentierte so sachlich als möglich all die abscheulichen historischen Wahrheiten, die in der jungen
Bundesrepublik lange Zeit niemand
wahrhaben wollte und die nun nicht
mehr zu vertuschen waren.
Zu verdanken ist das alles dem
Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Team mit den Ermittlungen gegen
die 22 Angeklagten, der Faktensammlung für die Anklage und dem
Auffinden von 320 Zeugen Immenses leistete. Ein Hauptgegner war
dabei der Staat selbst: Bis in die
A
m 8. Mai 1945 feiert Europa das
Ende des Zweiten Weltkriegs.
London quillt geradezu über vor Menschen, die auf Sieg und Frieden
anstoßen wollen. Auch Prinzessin
Elizabeth, damals 19, und ihre fünf
Jahre jüngere Schwester Margaret,
genannt P2 (Prinzessin Zwei) feierten
mit, wohlgesittet natürlich und mit
noblen Gästen im edlen Hotel Ritz. In
„A Royal Night – Ein königliches
Vergnügen“ stellt sich Regisseur Julian Jarrold („Geliebte Jane“) jedoch
vor, was hätte passieren können, wenn
Eine neue Erfahrung für Prinzessin
Lilibet: Im Trubel der Londoner Siegesfeiern drängt sie sich erstmals
gemeinsam mit Frauen aus dem
Volk vor einem Toilettenspiegel.
die jungen Royals damals ausgebüxt
wären, um sich inmitten ihrer Untertanen zu vergnügen. Natürlich geraten
beide in brisante Situationen, wobei
zumindest „Lilibet“ es schafft, trotz
aller Turbulenzen eisern ihre Würde zu
wahren. Die liebevoll gemachte
Komödie wird gewürzt mit Rupert
Everett als King George und Emily
Watson als die spätere Queen Mom.
✶✶✶✶ Ab 1. Oktober.
rt
So schnell rauf wie andere runter
D
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste: Zweiter
Teil des SciFi-Abenteuers. Nachdem sie dem tödlichen Labyrinth
entronnen sind, müssen Thomas
(Dylan O’Brien) und seine Mitstreiter sich erneut unglaublichen
rt
Gefahren stellen. Gestartet.
höchsten Kreise reichte der Widerstand, vor allem in der eigenen Behörde wurde Bauer ständig sabotiert. Zu
Recht heißt Lars Kraumes Film daher
„Der Staat gegen Fritz Bauer“, in
dem Burghart Klaußner bravourös
die Titelrolle meistert. Dieses
packende Justizdrama beleuchtet vor
allem ein großes Geheimnis, das erst
lange nach dem Tod des brillanten
Juristen bekannt wurde: Bauer war
die treibende Kraft bei der Ergreifung
des SS-Obersturmbannführers Adolf
Eichmann, der als zentrale Figur der
„Endlösung“ galt. Klammheimlich,
weil er ständig bespitzelt wurde,
arbeitete er mit dem israelischen
Mossad zusammen, auch auf die
Gefahr hin, wegen Landesverrats
angeklagt zu werden. Der aufwühlende Film, der in Locarno den Publikumspreis gewann, erzählt weitere
Einzelheiten von Bauers Leben und
Arbeit und wird hoffentlich die Aufmerksamkeit bekommen, die er verdient! Ab 1. Oktober. ✶✶✶✶✶ rt
er irische Journalist David
Walsh hatte es schon 1999
geahnt. Als Radrennprofi Lance
Armstrong, gerade von einer
Krebserkrankung genesen, bei der
Tour de France eine Etappe nach der
anderem gewann und am Berg quasi
so schnell rauf radelte wie andere
runter, wähnte er Betrug im Verzug.
Natürlich hat er darüber geschrieben. Doch Armstrong siegte von
Tour zu Tour, sieben Mal am Stück,
während Walsh und die Sunday
Times, für die er arbeitete, wegen
ihrer Verdächtigungen 300 000
© Studiocanal
Alles steht Kopf: Absolut wunderbarer Animations-Film über
die Emotions-Helden Freude,
Angst, Wut, Ekel und Kummer,
die im Kopf der elfjährigen Riley
für die nötige Balance sorgen. Was
nach dem Umzug der Familie nach
San Franzisco ins Chaos führt. Ab
1.10. ✶✶✶✶✶
Eine Siegesnacht voller
Turbulenzen
© Concorde Filmverleih
Der Mann, der Adolf Eichmann fangen ließ
© Alamode Film
© The Walt Disney Company Germany
94 Die Bundeswehr Oktober 2015
Weitere Neustarts
Ben Foster („Liberty
Heights“) spielt den
Sporthelden Lance Armstrong, dem kein Trick zu
perfide war, um zu siegen.
Pfund Schadensersatz zahlen mussten. Bis das gigantische Netzwerk
aus Betrug und Vertuschung am
Ende über Armstrong zusammen-
brach. Stephen Frears
(„The Queen“) hat sein
Sportdrama „The Program – Um jeden Preis“
nach Walshs preisgekröntem Buch „Seven Deadly Sins“ (Sieben tödliche Sünden) gedreht – spannend und bis heute erschreckend
aktuell. Ab 8. Oktober. ✶✶✶✶ rt
●: ärgerlich ; ★: na ja; ★★: okay; ★★★: ganz gut; ★★★★: sehenswert; ★★★★★: Spitzenklasse!
Auto
95
Ford Mondeo 1,5-l-EcoBoost
Fakten zu Euro:
Verschärfte
Abgasnorm
D
er aktuelle Ford Mondeo ist
schon seit 2012 in den USA auf
dem Markt und wird nun auch in
Europa angeboten. Trotz dieser Verzögerung, die der Verlegung der Produktion ins spanische Valencia
geschuldet ist, zeigt sich die große
Ford-Limousine auf der Höhe der
Zeit.
Die elegante Karosserie wirkt
hochwertig, die Front mit dem
großen Grill erinnert ein wenig an das
aktuelle Gesicht von Aston Martin.
Auch innen präsentieren sich Material und Verarbeitung auf hohem
Niveau. Erfreulich ist, dass das unübersichtliche Cockpit des Vorgängers Vergangenheit ist. Die Mittelkonsole wirkt jetzt aufgeräumt, ein
Acht-Zoll-Touchscreen (Serie ab
Titanium) organisiert etwa die Smartphone-Anbindung. Das alles sieht gut
aus und lässt sich gut bedienen.
Auch das Beladen des bis zu 1630
Liter großen Kofferraums fällt leicht
– nicht zuletzt ein Verdienst der elektrisch weit nach oben schwingenden
Heckklappe.
Für die Passagiere ist das Platzangebot ebenso großzügig, der Innen-
raumkomfort ist hoch. Ford hat
besonderes Augenmerk auf ein niedriges Geräuschniveau gelegt und
dafür viele Stellen der Karosserie
aufwendig gedämmt. Reduzierte
Wind- und Motorgeräusche und
Feinschliff an der Akustik der Hinterachse bringen die Limousine damit
auf das Niveau der oberen Mittelklasse.
Das Fahrwerk ist Ford-typisch
dynamisch und fahraktiv ausgelegt.
Eine neue Integrallenker-Hinterachse unterstützt das Einlenken und sorgt
für besonders neutrales Fahrverhalten. Dazu passt die exakte Lenkung
mit präziser Rückmeldung und geringem Kraftaufwand.
Für noch mehr Komfort sorgt
eine optionale interaktive elektronische Dämpferregelung als Bestandteil eines 2000 Euro teuren Komfortpakets. Diese kommt im Verbund mit
einer adaptiven Geschwindigkeitsregelung, einem Toter-Winkel-Assistenten, der elektronisch verstellbaren
Lenksäule, einem zehnfach verstellbaren Fahrersitz sowie einem ParkPiloten, und federt lange Wellen
ebenso weg wie kurze Stöße.
Der Motor, ein 1,5-l-EcoBoost-Benzinaggregat, überzeugt mit seiner
guten Fahrbarkeit – nicht zuletzt
ein Verdienst des weiten Drehzahlbereichs zwischen 1600 und 4000
Touren, in dem der 160 PS (118 kW)
starke Vierzylinder-Turbo-Benziner
sein maximales Drehmoment von
240 Newtonmeter abgibt.
Dieses breite, nutzbare Drehzahlband im Verbund mit dem sauber
schaltenden Sechsganggetriebe macht
sowohl Schaltfaule als auch Schaltvirtuosen glücklich. Wenn der Hebel
schnell durch die Ebenen geführt wird,
erreicht man die 100 Stundenkilometer nach 9,1 Sekunden und der Vortrieb
endet erst bei einer respektablen
Höchstmarke von 222 km/h. Insgesamt bietet der große Kölner eine vergnügliche Mischung aus Fahrkomfort,
Fahrspaß und Fahrsicherheit.
Die Verbrauchswerte zeigen
zudem, dass dies nicht mit einem
hohen Verbrauch bezahlt wird, denn
der mittlere Kraftstoffkonsum pendelt sich bei weniger als sechs Litern
auf 100 km ein.
Der Preis für den Mondeo startet
ab 28 150 Euro. Teurer wird es, wenn
man sich aus dem Zubehörkatalog
bedient und eines der vielen Assistenzsyteme ordert: Zur Auswahl stehen etwa Komfortoptionen wie eine
Verkehrszeichenerkennung, „Active
City Stop“ mit Fußgängererkennung,
eine aktive Spurhaltung, die QuerEinparkhilfe oder adaptive Frontscheinwerfer mit insgesamt 198
LEDs.
rro
Schnappschuss des Monats
Foto: Bundeswehr
Foto: Bundeswehr
Euro 6 bedeutet für Pkw-Fahrer
eine neue, weiter verschärfte
Abgasnorm.
Die Emissions-Norm Euro 6
beinhaltet primär niedrigere
Maximalwerte für Partikel- und
Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen.
Ab dem 1. September 2014
durften Diesel-Pkw lediglich 80
mg Stickoxide pro Kilometer
emittieren. Der bisherige Grenzwert für Selbstzünder lag bei 180
mg pro Kilometer. Bei OttoMotoren bleibt dieser Grenzwert
mit 60 mg pro Kilometer unverändert. Entsprechend beschränken sich die technisch notwendigen Modifikationen auch überwiegend auf Modelle mit DieselAggregaten.
Leichtere Modelle bis zu
einem Gewicht von rund 1700
Kilogramm können durch eine
perfekt abgestimmte GemischAufbereitung und Abgasreinigung bereits der Euro-6-Norm
angepasst werden.
Genügen diese Maßnahmen
nicht, so wird der Einsatz eines
NOx-Speicherkatalysators erforderlich. Schwerere DieselPkw müssen dann mit einem
SCR-Katalysator mit HarnstoffEinspritzung ausgerüstet sein.
Bei diesem System wird die
„AdBlue“ genannte, geruchsneutrale Harnstofflösung eingespritzt. Diese reagiert mit den
Abgasen und wandelt Stickstoffoxide in harmlosen Wasserdampf und Stickstoff um. Der
AdBlue-Verbrauch ist dabei in
der Regel so gering, dass es
reicht, den Zusatztank im Fahrzeug im Rahmen der normalen
Service-Intervalle
bei
der
Inspektion nachzufüllen.
Die neuen Grenzwerte waren
seit dem 1. September 2014
zunächst für die Typzulassung
neuer Pkw in Kraft. Ab dem 1.
September 2015 sind sie auch für
alle Neuwagen bei der Erstzulassung verbindlich.
An der Zuteilung der
Umwelt-Plaketten ändert sich
mit dem Umstieg auf Euro 6
nichts. Wer also aktuell mit seinem Euro-4- oder Euro-5-Fahrzeug eine grüne Plakette für
Innenstädte erhält, behält diese
auch mit der Umstellung.
■
Die Bundeswehr Oktober 2015
Ergänzen Sie unser „Foto des Monats“ und füllen Sie
Preisträger der August-Ausgabe
„Schnell rein in den Hangar, diese Woche gibt es Ersatzteile!“ die Sprechblase mit einem originellen Satz.
Einsendungen an: Redaktion DIE BUNDESWEHR,
Hauptfeldwebel Andreas Gross, Geilenkirchen
Kapelle-Ufer 2, 10117 Berlin.
„Nun legt mal schön die Schneeketten beiseite, es ist Som- Die drei besten Lösungen werden mit je 50 Euro honoriert. Vergessen Sie nicht Dienstgrad, Vorname, Name
mer!!!“
Regierungsinspektorin Ramona Rabe, und Standort (Zuschriften werden nur bei vollständigen
Stetten am kalten Markt Angaben berücksichtigt). Die Namen der Preisträger
werden in der übernächsten Ausgabe
„Anschieben bringt’s nicht! Jetzt müssen wir doch die
veröffentlicht.
Einsendeschluss für das Oktober-Bild:
Rotorblätter anwerfen!“
Oberstleutnant a.D. Gunter Freytag, Burghausen Montag, 9. November 2015
Rätsel
höchster
Berg im
Kaukasus
altrömische
Provinz
ungezwungen,
salopp
Gesetzgeber
im A.T.
6
gezogener
Wechsel
8
DIE FALLE SCHNAPPT ZU
P. A. Orlimont
Wiener Schachzeitung 1931
(Version: S. Eisert, Die Schwalbe 1980)
Kontrolle: Weiß (6) Ke2, Tg5, Sg1, h3, Bc5,
h6 – Schwarz (6) Kh2, Le7, h1, Bg2, g3, g6
Weiß beginnt und setzt in 4 Zügen matt.
In der Hauptvariante spielt Schwarz auf Patt,
aber Weiß dreht den Spieß rechtzeitig um. Sehen Sie, wie?
3 + !4!5 & ' ! " %
5
Element
antiker
Tempel
Vorname
der
Lollobrigida
7
tropischer
Tölpelvogel
12
ein
Balte
förmliche
Anrede
Musikträger
(Mz.)
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(Abk.)
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9
1
2
3
4
DP-bw15-10
5
6
7
8
9
10
35$/+5
2
11
Frage: Wie sind Kartenverteilung und Spielverlauf, wenn nach dem 7. Stich unabänderlich ist,
dass Vorhand am Ende glücklich mit 64 Augen
die Oberhand behält, obwohl die Konstellation
ihrer beiden Farben von Anfang an gegen sie
spricht und dabei ihre Karo-10 keinen Stich
macht?
3 # ( !# ( 1.Df1! droht nicht etwa 2.Dxa1? (3.??), sondern 2.Db1!
(droht 3.Dxh7 matt) 2…g6 3.Dxa1 matt (jetzt erst!); 1…
Lb2 2.Db1! g6 3.Dxb2 matt; 1…Lc3 oder Ld4 2.Dd3!
g6 3.DxL matt; 1…Le5 oder Lf6 2.Df5! g6 3.DxL matt;
1…g3 2.Sg6+! (2.Db1? g2+!) 2…hxg6 3.Dh3 matt.
Sechsmal Läuferfang in herrlicher Geometrie, dazu ein
apartes Springeropfer! Ein interessanter Fehlversuch
ist 1.Dxg4? (droht 2.Sg6+! hxg6 3.Dh3 oder Dh4 matt)
1…h6? 2.Dg6! (droht unparierbar 3.Dh7 matt); 1…Lf6?
2.Df5! g6 3.Dxf6 matt; jedoch: 1…g6! oder g5! Der Lösungszug 1.Df1! hingegen nimmt den Läufer von Anfang an ins Visier.
3 + !4 Vorhand (V): Kartenabbild
Mittelhand (M): Herz-Bube, Karo-Bube; Pik-König;
Herz-König; Karo-10, -König, -Dame, -9, -8, -7
Hinterhand (H): Pik-10, -Dame, -8, -7; Herz-Ass, -10,
-Dame, -9, -8, -7
Skat: Pik-Bube; Karo-Ass
Vorhand gewinnt Kreuz mit zweien, Spiel 3, Hand 4,
Schneider 5, Schneider angesagt 6 mal 12 = 72 Pluspunkte, die Mittelhand für einen Grand ohne einen mit
sicherem Schneider-Gewinn eingefahren hätte. Der
Spielverlauf:
12
13
15
9
4
2
6
8
4
14
8
1
!5&,‘35.'%.
3%04%-"%2 !53'!"%
Mittelhand passt und Hinterhand mit 34 Augen
im Blatt kommt nicht an einen astreinen Null
ouvert Hand heran. Vorhand hat obiges Blatt
und spielt Grand Hand. Im Skat liegen KreuzKönig und Kreuz-Dame. Nach dem Anspiel der
Pik-9 sieht Vorhand ein Problem.
2
Glanzpunkte
Umlaut
7
6
2
6
9
Kartenabbild:
Kreuz-Bube, Pik-Bube, Herz-Bube, KaroBube; Pik-Ass, -König, -9; Karo-10, -König, -9
japanischer
Klappfächer
1
irischer
Schriftsteller,
† 1939
Zahlen von 1 bis 9 sind so einzutragen, dass
sich jede dieser neun Zahlen nur einmal in einem Neunerblock, nur einmal auf der HorizontaOHQXQGQXUHLQPDODXIGHU9HUWLNDOHQEHÀQGHW
GUTES ENDE NACH BÖSER VORAHNUNG
deutsche
Vorsilbe
kleinste
Einheit
eines
Dramas
Hundelaute
Studienhalbjahr
unendlich
Weltsprache
11
13
englisch: englisch:
Jahr
dieses
4
errichten
Greifvogel
Vogelschwanz
längere
Fahrt
übers
Meer
14
eintönige
Landschaft
feines
Baumwollgewebe
15
kubanischer
Tanz im
4/4-Takt
Roman
v. Defoe
Ä5RELQ
VRQҊ
DonauMetropole
sonderbar
3
Union,
Bündnis
bayrischer
Autor
(F. X.)
ein
Kohlenwasserstoff
Gartenpflanze
5
3
4
6
4
1
9
7
2
9
7
8
5
3
1. V Kreuz-Bube M Karo-Bube H Herz-7
(+4)
2. V Kreuz-7
M Herz-Bube H Herz-Ass
(-13)
3. M Pik-König
H Pik-8
V Pik-9
(-4)
Reststiche für AS
(-17)
Sollte Mittelhand auch Pik-Bube (zum Karo Hand ohne
einen mit König, Dame, 9, 8, 7 ohne weiteres denkbar)
haben, würden höchstens noch zwölf Augen weggehen,
womit der angesagte Schneider ungefährdet wäre.
35$/+5
1
3
2
7
8
5
9
4
6
5
7
4
9
1
6
2
8
3
6
8
9
2
3
4
5
1
7
8
9
7
5
4
2
3
6
1
2
6
5
1
7
3
4
9
8
3
4
1
8
6
9
7
2
5
9
1
3
6
2
7
8
5
4
7
2
8
4
5
1
6
3
9
4
5
6
3
9
8
1
7
2
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© DEIKE PRESS 10/2015
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Plauderei