B-11 Beizkunst Beizkunst

B-11
Beizkunst
Info Nr. B-11 Die zehn Gebote der Beizkunst
1. Wässern und Schleifen
Die Holzflächen müssen vor dem Beizen gut gereinigt, gewässert und nach dem Trocknen mit scharfem Schleifpapier
sorgfältig in der Faserrichtung geschliffen werden, um später klare, reine Farbtöne und glatte Flächen zu erhalten.
2. Gebrauchsanleitungen
Die den einzelnen Beizen jeweils mitgegebenen Gebrauchsanleitungen gut durchlesen und genau befolgen.
3. Beizlösungen nur kalt verwenden
Heisse oder warme Beizlösungen dringen tiefer in das Holz ein und ergeben dunklere Beiztönungen als kalte
Lösungen. Beginnt man eine Beizarbeit mit warmer Beizlösung, so wird diese im Topf langsam erkalten und führt zu
Farbtonunterschieden.
4. Beizlösungen dürfen nie mit Metall in Berührung kommen
Metall-Ionen zerstören Holzbeizen. Schon kurzzeitige Berührung während des Auflösens oder Aufbewahrens kann die
Eigenschaften der Holzbeize verändern. Arbeitsgefässe und Behälter sollen aus Glas, Porzellan, Steingut oder
Kunststoff sein.
5. Probebeizung
Durch kleine Vorversuche auf dem Holz, welches gebeizt werden soll, feststellen, ob der Farbton stimmt.
Selbstverständlich muss auch dieses Holz ordnungsgemäss furniert, gewässert und geschliffen, d.h. also richtig
vorbehandelt werden.
6. Nie aus dem Vorratsbehälter beizen !
Vorratsbehälter und Arbeitsgefässe stets getrennt halten. Wird direkt aus dem Vorratsbehälter gebeizt, besteht die
Gefahr, dass mit dem Beizpinsel bzw. Beizschwamm Holzinhaltstoffe in die Beize gebracht werden und diese dadurch
schnell verdirbt.
7. Beizlösung richtig auftragen
Die Beize muss so nass (satt) wie nur möglich aufgetragen und mit dem Pinsel oder Schwamm gleichmässig auf der
Fläche verteilt werden. Die Beizlösung wird zunächst grundsätzlich in der Holzfaserrichtung aufgetragen. Erst später
wird sie quer zur Faserrichtung durchgearbeitet und vertrieben.
Senkrecht stehende Flächen werden stets von unten nach oben gebeizt. Bei umgekehrtem Vorgehen lässt sich ein
Ablaufen in Streifen nicht vermeiden. Diese Streifen lassen sich nicht mehr beseitigen und stören das Beizbild
erheblich.
8. Kein Personenwechsel
Während der Beizarbeit soll kein Personenwechsel erfolgen. Jeder Beizer hat seine eigene Handschrift. Der eine beizt
satt, der andere vertreibt besonders stark usw. Für ein ruhiges und ausgeglichenes Beizbild ist es wichtig, dass eine
Person die begonnene Arbeit beendet.
9. Benutzte Beizlösung nicht zurückgeben
Restmengen im Arbeitsgefäss nach Beendigung der Beizarbeit vernichten. Durch zurückgegebene Beize besteht die
Gefahr, dass die ganze Beizlösung verdirbt.
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