Schnelle Hilfe im akuten Pflegefall Schnelle Hilfe im akuten Pflegefall

MEDIENINFORMATION
Greifswald, 19.
19. Januar 2016
Schnelle Hilfe im akuten Pflegefall
Das AOKAOK-NordostNordost-Programm „Pflege in Familien fördern - PfiFf“
und die Unimedizin Greifswald unterstützen pflegende Angehörige
Schnell und unerwartet kann ein Familienangehöriger
Familienangehöriger zum Pflegefall werden. Ein plötzlicher Schlaganfall
oder schwerer Sturz kann das Leben komplett verändern. Dann ist rasche Hilfe gefordert - für den
Patienten, aber auch für die Angehörigen. Hier setzt das Programm der AOK Nordost „Pflege in Familien
fördern - PfiFf“ an, das Menschen unterstützt, die Betroffene zu Hause pflegen. Nach seiner erfolgreichen
Premiere in Rostock ist „PfiFf“ auch an der Universitätsmedizin in Greifswald gestartet. Die Teilnahme an
„PfiFf“ ist kostenlos und unabhängig
unabhängig von der Kassenzugehörigkeit.
„Pflege rückt immer mehr in den Mittelpunkt unserer alternden Gesellschaft. Deshalb ist es eine große
Herausforderung für alle Akteure im Gesundheitswesen, sich diesem Thema verantwortungsbewusst zu
stellen“, betonte die AOK-Nordost-Projektleiterin Dr. Katharina Graffmann-Weschke. „Nachdem PfiFf in
Brandenburg schon seit einem Jahr erfolgreich umgesetzt wird und im vergangenen Jahr auch in
Mecklenburg-Vorpommern gestartet ist, freue ich mich, dass wir nun gemeinsam mit der
Universitätsmedizin Greifswald dieses innovative Projekt auf den Weg gebracht haben. So können wir
vielen betroffenen Familien auch in der Region Vorpommern den Rücken stärken“, so Graffmann-Weschke
weiter.
„Die Pflege kranker Menschen ist hochkomplex geworden und bedarf spezieller Kenntnisse. Diese geben
wir als Experten gern an die pflegenden Angehörigen weiter“, unterstrich Peter Hingst, Pflegevorstand an
der Universitätsmedizin Greifswald die Bedeutung des Programmes. „Die Angehörigen stehen auf einmal
vor einem Berg an Aufgaben. Anträge müssen gestellt, die Wohnung mit Pflegebett und anderen
Hilfsmitteln ausgestattet sowie ein Pflegedienst organisiert werden. Und bei Bedarf müssen die
Angehörigen in der praktischen Pflege unterwiesen werden, denn die Betreuung zu Hause ist mit hohen
körperlichen, aber auch psychischen und emotionalen Belastungen verbunden“, sagte Hingst.
Pflege lernen im Krankenhaus
Das von der AOK Nordost entwickelte Programm besteht aus drei aufeinander aufbauenden Modulen mit
praktischer Anleitung und theoretischer Wissensvermittlung. Zwei davon werden in Greifswald angeboten*.
Wenn gewünscht, erhalten Familienangehörige bereits im Krankenhaus und nach der Entlassung in die
Häuslichkeit spezielle Schulungen mit praktischen Anleitungen, Hinweisen und in Form von Pflegekursen.
Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Entlassungsmanagement des Krankenhauses, den regionalen
Pflegestützpunkten und weiteren Akteuren vor Ort soll so zeitnah eine stabile Pflegesituation im Alltag
hergestellt werden, um eine für den Patienten belastende Wiederaufnahme ins Krankenhaus zu
vermeiden.
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Für das Programm hat die Gesundheitskasse Pflegefachkräfte in der Universitätsmedizin weiterqualifiziert
und Kooperationspartner vor Ort wie beispielsweise die Alzheimer-Gesellschaft MV eingebunden. Am 22.
Januar startet der erste Kurs für pflegende Angehörige mit praktischen Anleitungen am Krankenbett.
Anmeldungen
Anmeldungen sind noch möglich unter Tel. 03834/8603834/86-53 63.
Nach dem Start in Rostock und jetzt auch in Greifswald ist es das Ziel, das AOK-Nordost-Programm „PfiFf“
schrittweise in ganz Mecklenburg-Vorpommern einzuführen.
Weitere Informationen zu „PfiFf“ sind unter anderem im Internet unter www.aokwww.aok-pfiff.de zu finden, wo für
pflegende Angehörige zudem kurze Filme zur praktischen Anleitung zu sehen sind. In ihnen zeigt eine
erfahrene Pflegefachkraft verschiedene Handgriffe zu ausgewählten Pflegeaufgaben, wie etwa die
Augenpflege oder das richtige Betten eines Pflegebedürftigen.
*PfiFf - Pflege in Familien fördern
fördern - Module
Module mit praktischer Anleitung und theoretischer
theoretischer
Wissensvermittlung
Modul 1 Individuelle Pflegeanleitung im Krankenhaus
Erstgespräch (ca. 30 Min.) und im Anschluss daran eine praktische Anleitung am Krankenbett im
Krankenhaus (ca. 45 - 60 Min.). Die inhaltliche Ausgestaltung richtet sich stark nach den Fragen und
Bedürfnissen der Pflegenden und nach der Einschätzung der Pflegefachkraft, was der Pflegende braucht,
um die Pflege in der Häuslichkeit meistern zu können. Dabei soll der Blick auf eine Aufgabenverteilung in
der Familie gelenkt werden und dazu gehören beispielsweise auch Freunde und Nachbarn.
Modul 2 Pflegekurs im Krankenhaus
Der Pflegekurs ist in drei Blöcke mit jeweils drei Unterrichtsstunden unterteilt. Im Pflegekurs erhalten die
Pflegenden praktische Tipps für ihre individuelle Pflegesituation. Ihnen werden die Aspekte der
„aktivierenden Pflege“ vorgestellt und wie verhindert werden kann, dass der Gepflegte Komplikationen
bekommt. Auch werden verschiedene Pflegehilfsmittel vorgestellt.
Durch die Erfahrungen der anderen Kursteilnehmer und den Austausch mit ihnen können die Pflegenden
die Erfahrung machen, dass sie mit ihren Fragen, Sorgen und Ängsten nicht alleine sind. Wie die
Pflegenden es schaffen können, die vielfältigen Anforderungen zu meistern, ohne in eine massive
Überforderung zu geraten, ist ebenfalls Thema des Pflegekurses. Welche Krankheitsbilder und sonstige
Themen in den einzelnen Pflegekursen besprochen werden, hängt jeweils von der Zusammensetzung der
Kursteilnehmer ab. Zielgruppe des Pflegekurses sind Menschen, die bereits einen Angehörigen pflegen
oder dies in nächster Zeit tun werden. Im Idealfall nimmt ein gesamtes familiäres Pflegenetzwerk am Kurs
teil und kann sich so gegenseitig optimal unterstützen und ergänzen.
AOK Nordost
Pressereferent Markus Juhls
T 0800.265080 41469
E [email protected]
www.nordost.aok.de
www.facebook.com/AOKnordost
Universitätsmedizin Greifswald
Patienteninformationszentrum
Heike Hingst/Ute Stutz
Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
T 03834/86-5363
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