Adipositas – Ein chirurgischer Eingriff als Ausweg

Adipositas –
Ein chirurgischer
Eingriff als Ausweg
Für die bessere Lesbarkeit der folgenden Inhalte haben wir auf Doppelnennungen der männlichen
und der weiblichen Form verzichtet. Selbstverständlich sind immer beide Geschlechter gemeint.
«Die Weltgesundheitsorganisation
WHO bezeichnet Adipositas
als das grösste chronische
Gesundheitsproblem überhaupt.»
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Drei Spitäler –
ein Netzwerk für
adipöse Patienten
In enger Kooperation der drei Spitäler
werden sowohl konservative wie auch
chirurgische Behandlungsmöglichkeiten der
Adipositas angeboten und begleitet.
Die Aussage der WHO über Adipositas
ist unsere Motivation, vorhandene
Strukturen weiter auszubauen und zu
optimieren. So ist das Adipositas-Netzwerk
entstanden, eine Kooperation der Spitäler
Schaffhausen, des Kantonsspitals Winterthur
sowie des GZO Spital Wetzikon.
Ganz am Puls der kontinuierlich voranschreitenden Forschung und Entwicklung stellen
wir mit der Verbindung der drei Spitäler
eine moderne und zeitgemässe Behandlung
sicher; dies nicht nur im chirurgisch-operativen Sektor, sondern auch in allen
anderen mit der Krankheit zusammenhängenden Bereichen. Dazu arbeiten
wir in einem interdisziplinären Team.
Im Adipositas-Netzwerk bündeln wir unser
Wissen und unsere Erfahrung. So bieten wir
den Patienten eine optimale Rundumversorgung. Zudem profitieren sie unmittelbar
durch den regelmässigen Wissenstransfer
und Austausch zwischen den drei Spitälern.
Spezialisierte Ärzte und speziell geschultes
Personal geben den Betroffenen die
bestmögliche Unterstützung nicht
nur in der chirurgischen Behandlung,
sondern auch in allen anderen Belangen
vor und nach der Operation.
Durch die Standortnähe der drei Spitäler
bietet sich für die Betroffenen eine Vielzahl
an Möglichkeiten und Serviceleistungen
rund um ihre Adipositas-Erkrankung
und deren Begleiterscheinungen.
Die koordinierte interdisziplinäre
Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche mit
den Hausärzten und Zuweisern ermöglicht
die umfassende Betreuung unserer Patienten.
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Die Vorteile des
Adipositas-Netzwerks
für Sie als Patient
OP
SSH
Beratung und
Nachsorge
KSW
Beratung und
Nachsorge
OP
GZO
Beratung und
Nachsorge
Hausarzt / Zuweiser
Durch die Standorte der drei Spitäler decken
wir einen grossen geografischen Radius
ab, in dem der Bevölkerung eine fachkompetente und qualitativ sehr hochstehende
Betreuung zur Verfügung steht. Entscheiden
sich die Betroffenen, gemeinsam mit ihrem
Hausarzt, die Adipositas-Erkrankung von
Patient
SSH
KSW
GZO
Beratung, OP und Nachsorge
Beratung und Nachsorge
Beratung, OP und Nachsorge
Spezialisten behandeln zu lassen, können sie
je nach Wunsch oder Wohnortnähe eines der
drei Spitäler frei wählen. Die Beratung sowie
die langjährige Nachsorge finden in allen
drei Häusern statt, die operativen Eingriffe
werden in den Spitäler Schaffhausen und
dem GZO Spital Wetzikon durchgeführt.
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Die Anzahl adipöser
Menschen hat sich in
30 Jahren verdreifacht
In der Schweiz sind derzeit rund 41 % der
erwachsenen Bevölkerung und rund 19 % der Kinder
und Jugendlichen übergewichtig oder adipös.
Unsere Lebens- und Ernährungsweise
hat über die letzten Jahrzehnte eine
gravierende Veränderung erlebt. Wer in
die Geschichte zurückblickt, erkennt, dass
in früheren Zeiten bereits die Nahrungsbeschaffung an sich nur mit hohem
körperlichem Einsatz zu bewältigen war.
Noch vor 100 Jahren ging der Grossteil der
Bevölkerung schwerer körperlicher Arbeit
nach. Die ständige hohe Anstrengung
führte dazu, dass es kaum Übergewichtige
gab. Dazu kam, dass die Nahrung oft
knapp und die Auswahl an Lebensmitteln
deutlich geringer war als heute.
Auf diesen Rhythmus hatte sich der Körper
eingestellt. Er bildete Reserven, sobald
Nahrung da war, und sorgte für schlechte
Zeiten voraus. Dies ist heute natürlich nicht
mehr nötig. Das Problem jedoch ist, dass
die Evolution des menschlichen Körpers mit
der rasanten Entwicklung der Gesellschaft
und ihrer Technologie nicht mithalten kann.
Durch unsere gesellschaftlichen Lebensumstände entsteht ein Bewegungsmangel, der
zusammen mit einem übermässigen Konsum
von hochkalorischen Nahrungsmitteln die
Adipositas-Erkrankung zur Folge haben kann.
Darüber hinaus können auch psychische
Probleme zu Essstörungen führen. Auch
gewisse Lebensumstände wie Nachtarbeit,
Schlafmangel oder Lebensmittelunverträglichkeit können nach neuesten
Erkenntnissen zu Adipositas führen.
In diversen Studien wurde bewiesen, dass
genetisch bedingte Begünstigung von
Übergewicht, also Vererbung, ebenfalls eine
Rolle in der Krankheitsentstehung spielt.
Zwillinge, die getrennt bei Adoptiveltern
lebten, glichen zum Beispiel in ihrer
Neigung zum Übergewicht beide eher
den übergewichtigen leiblichen Eltern als
ihren normalgewichtigen Adoptiveltern.
Die gesellschaftliche Entwicklung hat
direkten Einfluss auf die Häufigkeit
der Adipositas-Erkrankungen.
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Adipositas kann die
Lebenserwartung
beträchtlich verkürzen
Grundsätzlich leiden Übergewichtige, ganz unabhängig von
konkreten Krankheitsbildern, unter einer Reihe von Symptomen,
die sich negativ auf die gesamte Lebensqualität auswirken.
Starkes Übergewicht kann aber auch zu gesundheitlichen
Schäden mit erheblichen Folgen führen.
Laut WHO-Definition liegt eine Adipositas
ab einem BMI von 30 vor. Dabei werden
drei Schweregrade unterschieden:
BMI 25 – 30
BMI 30 – 35
BMI 35 – 40
BMI ≥ 40
Übergewicht
Adipositas Grad I
Adipositas Grad II
Adipositas Grad III
Das Übergewicht hat oft zur Folge, dass
die Betroffenen weniger belastbar sind,
sie ermüden schneller und geraten bei
körperlichen Anstrengungen eher in
Atemnot als normalgewichtige Menschen.
Dazu kommt starkes Schwitzen, vor
allem bei hohen Temperaturen.
Es treten auch vermehrt Probleme mit
den Gelenken wie Hüftgelenk, Knie,
Sprunggelenke sowie mit der Wirbelsäule
auf, da diese dauerhaft ein hohes Gewicht
tragen müssen und deshalb zu schmerzen
beginnen. Auch die Psyche kann belastet sein.
Es kommt häufiger zu Depressionen, Angstzuständen und vermindertem Selbstwertgefühl.
Starkes Übergewicht über einen längeren
Zeitraum hinweg kann zu ernsthaften
Begleiterkrankungen führen, die wir auf
den folgenden Seiten beschreiben.
Bei 40-Jährigen mit Übergewicht oder
Adipositas verkürzt sich die Lebensdauer
um 3 bis 6 Jahre; schwere Adipositas
kostet sogar bis zu 20 Lebensjahre.
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Begleiterkrankungen
Besonders die Begleiterkrankungen und deren Symptome führen zu einer
Verschlechterung der Lebensqualität und der Lebenserwartung.
Bluthochdruck
Diabetes Typ 2
ff Der meist zuerst unbemerkte
Bluthochdruck stellt ein hohes Risiko
dar. Je nach Ausmass der Adipositas
steigt das Risiko, an einem Hochdruckleiden zu erkranken, auf das 3- bis
6-fache an. Wird der Bluthochdruck nicht
frühzeitig erkannt und behandelt, können
ernsthafte, unter Umständen bis zum
Tod führende Folgen entstehen.
ff Nach einer Mahlzeit steigt der Zucker, also
die Glukose, im Blut an und die Inselzellen
der Bauchspeicheldrüse produzieren
das Hormon Insulin, welches an den
Blutkreislauf abgegeben wird. Durch das
Insulin können Muskel- und Fettzellen
die Glukose aus dem Blut aufnehmen.
Depression
ff Verhaltensauffälligkeiten und
Depressionen lassen sich bei Übergewichtigen vermehrt nachweisen.
Nicht immer besteht ein direkter
Zusammenhang mit dem Übergewicht,
aber in vielen Fällen kann eine
Assoziation hergestellt werden.
Übergewichtige leiden häufig an ihrer
Gesamtsituation. Die direkt durch das
Übergewicht verursachten Beschwerden
sowie zusätzlich auftretende weitere
Krankheitssymptome verringern
massiv die Lebensqualität der
Betroffenen und schränken sie in
ihrem Handlungsspielraum ein.
Ebenso entstehen Sorgen um die eigene
Gesundheit und die Zukunft. Vorurteile und
gesellschaftliche Diskriminierung in Form
von sozialer Ausgrenzung erschweren
das Leben Übergewichtiger ungemein.
Bei andauernder Überernährung sinken
durch das Überangebot an Glukose und
den ständig erhöhten Insulinspiegel
Empfindlichkeit und Anzahl der Insulinrezeptoren. Das im Blut vorhandene
Insulin reicht nicht, um den Glukoseüberschuss abzubauen, der Körper leidet
unter einem relativen Insulinmangel.
Die ständige Produktion von Insulin führt
schliesslich zur Erschöpfung der Inselzellen
der Bauchspeicheldrüse und es entwickelt
sich ein insulinresistenter Diabetes mellitus
Typ 2. Eine Frau mit einem BMI von über
35 hat gegenüber einer Normalgewichtigen
ein 80-fach höheres Diabetesrisiko.
Nach der Operation tritt in der Regel eine
schnelle Besserung vieler Begleiterscheinungen
wie Typ 2 Diabetes, Bluthochdruck,
Schlafapnoe oder Rückenleiden ein.
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Fettstoffwechselstörungen
Krebs
ff Damit Fette im Blut transportiert werden
können, müssen sie in eine spezielle
wasserlösliche Transportform gebracht
werden. Dies geschieht durch Verbindung
mit bestimmten Eiweissen. Es entstehen
Eiweiss-Fett-Komplexe, die Lipoproteine.
ff Verschiedene Arten von Krebs können
bei adipösen Patienten gehäuft
vorkommen. Man nimmt an, dass im
Fettgewebe eine chronische Entzündungsreaktion abläuft, welche die
Entstehung von Krebs begünstigt.
Diese Lipoproteine erfüllen
unterschiedliche Transportaufgaben im
Körper. Begleitend zur Körperfülle kommt
es bei übergewichtigen Menschen zu
einem Ungleichgewicht der Fettanteile
im Blut und der Fettherstellung und
-ausscheidung, was zu Fettablagerungen z. B. in den Gefässen führt.
Gallensteine
ff Gallensteine entstehen vermehrt
bei adipösen Patienten und in der
Schwangerschaft. Dies wird erklärt
mit der vermehrten Produktion und
Ausscheidung von Blutfetten in der Galle
einerseits und mit der hormonellen
Umstellung während der Schwangerschaft
andererseits. Solange zu viel Blutfett in den
Gallengängen vorhanden ist, birgt aber
auch der Gewichtsverlust das Risiko einer
vermehrten Bildung von Gallensteinen.
Herzkranzgefässerkrankung
und Arteriosklerose
ff Häufig leiden Übergewichtige unter
Stoffwechselveränderungen. Dadurch
entstehen Verkalkungen der Gefässwände,
die bis zum Herzinfarkt führen können.
Auch Herzvergrösserungen mit
Herzschwäche sind möglich, ebenso
wie die Schaufensterkrankheit, wenn
die Gefässe der Beine betroffen sind.
Schlafapnoe-Syndrom
ff Bei starker Adipositas hat die Lunge
weniger Platz und muss deshalb stärker
arbeiten, um den Sauerstoffbedarf
decken zu können. Bei kurzem, dickem
Hals können die Atemwege im Liegen
verschlossen werden, so dass in der
Nacht starkes Schnarchen und ein
Sauerstoffmangel auftreten. Dies führt
zum Teil zu minutenlangem Stillstand
der Atmung und unruhigem Schlaf, dem
Schlafapnoe-Syndrom. Durch die fehlende
Luftzufuhr sinkt der Sauerstoffgehalt
im Blut ab. Das Gehirn entwickelt dann
eine unmittelbare Weckreaktion, und
Stresshormone werden freigesetzt. Die
sich ständig wiederholende Weckreaktion
verhindert den Tiefschlaf – der Schlaf
bleibt oberflächlich. Dies bringt chronische
Müdigkeit mit sich und erhöht das Risiko
von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Sodbrennen
ff Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure
vom Magen in die Speiseröhre tritt. Dies
geschieht, wenn der untere Schliessmuskel
der Speiseröhre nicht dicht schliesst
und der Druck im Bauch zu gross ist. Bei
Adipositas ist häufig beides der Fall, da
der Druck im Bauch durch das Gewicht
steigt und der Übergang der Speiseröhre
zum Magen nach oben verzogen wird.
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Ansätze für die Therapie
Die konservative Therapie der Adipositas-Erkrankung sollte der erste
Schritt sein. Es reicht dabei allerdings nicht aus, nur weniger zu essen
oder die vom Arzt verordneten Medikamente einzunehmen. Vielmehr geht
es darum, einen Weg zu finden, sein Leben langfristig zu verändern.
Ernährung
Die Ernährungsberatung stellt bei
der konservativen Methode eine
Basismassnahme dar. Hierbei wird das
Essverhalten der Betroffenen analysiert.
Erst wenn die Ernährungsfehler
festgestellt wurden, kann eine
individuelle Diät angepasst werden.
Es gibt eine Vielzahl von Diäten, die eine
Gewichtsreduktion in Aussicht stellen.
Grundsätzlich geht es bei allen darum,
entweder durch Reduktion des Fett- oder
Zuckeranteils oder durch kohlenhydratarme
oder proteinreiche Kost die Kalorienzufuhr
zu vermindern. Eine Diät ist nur erfolgreich,
wenn mit ihr eine grundsätzliche Änderung
der Essgewohnheiten und des Lebensstils
auf Dauer vollzogen wird, um eine erneute
Gewichtszunahme zu vermeiden.
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Bewegung
Verhaltenstherapie
Um eine generelle Veränderung des
Lebensstils zu erreichen, ist es vor allem
wichtig, regelmässig sportliche Aktivitäten
in den Tagesablauf einzuplanen und
sich im Alltag mehr zu bewegen. Denn
«durch Bewegung nimmt man ab.»
Diese bekannte Aussage ist allerdings nur
dann korrekt, wenn man sich nicht nach oder
gar während dem Sport wieder eine hohe
Kalorienzahl zuführt, z. B. durch Energiedrinks
oder Süssigkeiten als Belohnung.
Dennoch: Ernährungsumstellung und
Sport allein reichen oft nicht aus, um
eine dauerhafte Verringerung des
Körpergewichts zu erreichen.
Somit ist Bewegung nur zusammen mit einer
angepassten Ernährung eine Möglichkeit
zur Gewichtsabnahme. Auch hier gilt: Die
regelmässige Bewegung sollte für den
Rest des Lebens beibehalten werden, da
der Sport nur so dazu dienen kann, das
erreichte Wunschgewicht zu halten.
Weiter dient Bewegung auch dazu,
während des Gewichtsverlustes nicht die
Muskulatur, sondern das Fett abzubauen.
Studien konnten zeigen, dass Menschen,
die sich dauerhaft mehr bewegen, ihr
Gewicht langfristig stabil halten können.
Da falsches Essverhalten oft mit spezifischen
Lebenssituationen verknüpft ist (z. B.
bei Frustessen oder Essattacken), ist es
notwendig, in einer fachgerechten, meist
verhaltenstherapeutischen Beratung die
Gründe zu erkennen, warum man sich
in solchen Momenten falsch ernährt.
Sind diese Zusammenhänge einmal
aufgedeckt, ist es möglich, zusammen
mit dem Verhaltenstherapeuten gezielte
Gegenmassnahmen und Strategien
auszuarbeiten und einzuüben. Tritt eine
solche Situation wieder einmal auf, hat
der Patient gelernt, sie auf andere Art und
Weise als mit Essen zu kompensieren.
i
Durch das Zusammenspiel von Ernährungsumstellung,
Bewegung und ärztlicher Unterstützung kann häufig
eine schnelle Gewichtsabnahme erreicht werden.
Leider kommt es in vielen Fällen wieder zu einer Gewichtszunahme,
oft mit höherem Gewicht als vorher. Allzu leicht fällt man
in alte Gewohnheiten zurück oder hat die Umstellung der
Ernährung und der Bewegung doch zu wenig verinnerlicht.
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Der chirurgische
Eingriff als weitere
Möglichkeit
Viele Menschen haben mehrere Diätversuche,
Ernährungsberatungen und Verhaltenstherapien hinter sich.
Hier kann ein chirurgischer Eingriff ein weiterer möglicher
Weg sein, um die Adipositas langfristig zu bekämpfen.
Warum braucht es Chirurgie zum Abnehmen?
Ist erst einmal die Situation der Adipositas
eingetreten, fällt es den Betroffenen meist
sehr schwer, dieses starke Übergewicht
wieder zu verlieren. Eine Reduktion des
Gewichts mit konservativen Massnahmen wie
z. B. Diäten bringt in der Regel einen Gewichtsverlust von 5 - 10 % des Körpergewichts.
Um dies zu erreichen, muss der Patient
bereit sein, seine Ernährungsgewohnheiten völlig zu verändern und vermehrte
sportliche Aktivitäten und Bewegung
in sein Leben zu integrieren. Die Praxis
zeigt allerdings, dass eine dauerhafte
Umstellung der Gewohnheiten für die
meisten Patienten schlichtweg nicht
realisierbar ist. Hinzu kommt, dass bei sehr
hohem Übergewicht ein Verlust in dieser
Grössenordnung gar nicht ausreicht, um
zum Normalgewicht zurückzukehren.
Erschwert wird der Erfolg konservativer
Massnahmen auch durch folgenden
Mechanismus: Die Adipositas bewirkt
eine hormonelle Fehlregulation, die
dafür sorgt, dass der Körper immer zu
seinem Maximalgewicht zurückkehrt.
Somit bleibt oft nur die Operation als
Möglichkeit der bleibenden Gewichtsabnahme.
Die Verfahren, die im Adipositas-Netzwerk
zur Anwendung kommen, bewirken eine
Verringerung des Hungergefühls und
verhindern die Nahrungsaufnahme in grossen
Mengen. Somit folgt auf die Operation
meist ein rascher Gewichtsverlust.
Dies macht es den Betroffenen
deutlich leichter, die zwingend
notwendige Umstellung der Lebensund Essgewohnheiten zu meistern.
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Langzeitergebnisse zeigen, dass
nach einer OP ein durchschnittlicher
Übergewichtsverlust von 50 - 70 %
möglich ist. Zwei Methoden bieten
erfahrungsgemäss eine äusserst
hohe Erfolgsquote: der Magenbypass
und der Schlauchmagen (Sleeve).
50 –70 %
ÜBERGEWICHTSREDUKTION
Wann kommt eine Operation in Frage?
Die Entscheidung für einen chirurgischen
Eingriff fällt ein interdisziplinäres Team von
Spezialisten. Gründliche Voruntersuchungen
dienen dazu, mögliche Ursachen und Begleiterkrankungen der Adipositas abzuklären.
Vor der Operation sollten unbedingt
ausführliche Gespräche mit dem Patienten
und den behandelnden Ärzten sowie dem
Hausarzt stattfinden. In diesen Gesprächen
erfahren die Betroffenen alles über Nutzen,
Grenzen und Risiken der Operation.
Da ein bariatrischer Eingriff drastische
Veränderungen im alltäglichen Leben der
Patienten zur Folge hat, ist eine vorangehende
umfassende Information unabdingbar.
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Wann wird der Eingriff
von der Krankenkasse
übernommen?
Die Krankenkassen übernehmen in folgenden
Fällen die Kosten für die Operation:
Bei einem BMI von über 35 kg/m2
Wenn eine zweijährige, adäquate Therapie zur
Gewichtsreduktion im Vorfeld erfolglos war
Wenn sich der Betroffene schriftlich verpflichtet, eine
5-jährige Nachsorge in einem von der Krankenkasse
akkreditierten Zentrum durchzuführen
Wenn die Operation in einem Zentrum durchgeführt
wird, das nach den Richtlinien der SMOB
verfährt und entsprechend zertifiziert ist
Die Voraussetzungen für Patienten, die sich einem
bariatrischen Eingriff unterziehen wollen, hat die Swiss
Society for the Study of Morbid Obesity and Metabolic
Disorders (kurz SMOB) in den Richtlinien zur operativen
Behandlung von Übergewicht detailliert festgelegt.
Diese Richtlinien sind in der Schweiz verbindlich.
Für Kinder und Jugendliche
unter 18 Jahren gelten
spezielle Richtlinien. Diese
können Sie jederzeit in einem
unserer Spitäler erfragen.
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In den folgenden Fällen kann ein bariatrischer
Eingriff nicht durchgeführt werden:
Keine Durchführung einer mindestens zweijährigen
konservativen Therapie zur Gewichtsreduktion
Instabile koronare Herzkrankheit
Ausgeprägte Niereninsuffizienz
Schwangerschaft
Leberzirrhose
Morbus Crohn, Eingriff allenfalls möglich nach
Rücksprache mit behandelndem Gastroenterologen
Krebsleiden
Ernsthaftes, nicht in Zusammenhang mit dem Übergewicht
stehendes, behandlungsbedürftiges psychisches Leiden, welches
sich therapeutisch in einem kritischen Stadium befindet
Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen, bzw. keine
gesicherte Abstinenz von mehr als 6 Monaten und bei
nicht nachgewiesener fachkompetenter Begleitung
Anzeichen fehlender Kollaboration mit den Spezialisten im Vorfeld
der Therapie sowie mangelnde Bereitschaft, sich an die Auflagen
und Bedingungen für die postoperative Therapie zu halten
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Mut zur Veränderung
und zur Gestaltung eines
neuen Lebensabschnittes
Bereits im Vorfeld müssen sich die Patienten
darüber im Klaren sein, dass sich ihr Leben nach
dem Eingriff vollständig ändern wird.
In Gesprächen und Untersuchungen
beim Hausarzt und den Spezialisten des
Adipositas-Netzwerks wird im Vorfeld die
Einstellung der Patienten zu dem bevorstehenden Eingriff genau überprüft.
Nur wer wirklich bereit für diesen Schritt
ist, kann operiert werden, denn nach der
Operation ist nicht nur die Umstellung der
Essgewohnheiten zwingend notwendig.
Um den Körper auf das gewünschte
Gewicht bringen zu können, müssen auch
sportliche Aktivitäten und viel Bewegung
in den Alltag eingebaut werden. Dies ist
wichtig, damit die Muskulatur erhalten
bleibt, da diese vom Körper bei Gewichtsverlust als Erstes abgebaut wird.
Die diplomierten Therapeuten des
Adipositas-Netzwerks unterstützen unsere
Patienten nach der Operation dabei, mehr
Bewegung in ihr Leben zu bringen. Dabei
werden Art und Intensität des Trainings
den persönlichen Bedürfnissen angepasst.
Auch die Ernährungsberater stehen mit Rat
und Tat zur Seite und helfen über die ersten
Unklarheiten und Unsicherheiten hinweg.
Wir bieten umfassende und bestmögliche
Betreuung auf dem Weg in Ihr neues Leben.
Welche Operationsverfahren
werden in den Spitälern des
Netzwerks durchgeführt?
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Magenbypass
Langzeitergebnisse zeigen, dass ein
durchschnittlicher Gewichtsverlust von
60 - 70 % des Übergewichts möglich ist.
Der Magenbypass ist einer der häufigsten
Eingriffe und wurde erstmals 1966 in den
USA durchgeführt. Dank der ständigen
Verbesserung der Verfahren wird die
Operation seit Mitte der 90er Jahre auf
laparoskopischem Weg, also mittels
Schlüsselloch-Chirurgie, durchgeführt.
Für einen Magenbypass wird der Magen
unterhalb der Speiseröhre in zwei Teile
geteilt. So entsteht ein kleiner oberer Teil (der
sogenannte «Pouch»), der vom restlichen
Magen abgetrennt ist. Der Dünndarm wird
im oberen Bereich ebenfalls durchtrennt
und mit dem Pouch verbunden.
Der Dünndarm, der von dem verbleibenden
grösseren Teil des Magens kommt und
die Verdauungssäfte enthält, wird mit
dem am Pouch angesetzten Dünndarm so
vernäht, dass 1.5 m Dünndarm umgangen
werden und somit auf dieser Strecke keine
Verdauung stattfindet. Das Ausschalten
des Restmagens von der Nahrungssmittelpassage nimmt zudem das Hungergefühl.
Vorteile der Magenbypass-Operation
sind neben dem kurzen postoperativen
Schmerz und der schnellen Genesung
und Rückkehr in den Alltag die langjährige
Erfahrung mit diesem Verfahren und die
dadurch bekannten Langzeiterfolge.
Nach der Operation können nur noch
geringe Mengen an Nahrung pro Mahlzeit
aufgenommen werden. Dies verlangt vom
Patienten eine vollständige Umstellung
der früheren Essgewohnheiten.
Die Gewichtsabnahme wird bei diesem
Verfahren dadurch unterstützt, dass der
Körper weniger Nährstoffe aus dem bereits
verdauten Speisebrei aufnimmt. Dadurch
können jedoch auch Mangelerscheinungen
auftreten, welche durch ergänzende
Vitamine ausgeglichen werden müssen.
19
1
3
2
Schritt 1
Ausgangslage
Schritt 2
Es wird eine kleine Magentasche
(«Pouch») gebildet. Der Dünndarm
wird in zwei Segmente geteilt.
Schritt 3
Der untere Dünndarm wird an der neu
gebildeten Magentasche angesetzt.
Das obere Dünndarm-Segment wird mit
dem unteren Abschnitt verbunden.
20
Schlauchmagen (Sleeve)
Die Praxis zeigt, dass ein durchschnittlicher
Gewichtsverlust von 50 - 60 % des
Übergewichts möglich ist.
Das Prinzip des laparoskopischen Schlauchmagens («Sleeve») ist ein relativ neues
Therapiekonzept. Bei der Operation
wird durch Entfernung von rund drei
Vierteln des Magens ein Schlauch
gebildet, der weniger dehnbar ist und
ein geringes Fassungsvermögen hat.
Die laparoskopisch gesetzten Schnitte in
die Bauchdecke schädigen diese weniger
als eine konventionelle Schnittführung.
Als Folge leiden die Patienten nach der
Operation weniger unter Schmerzen.
Auch das Risiko einer Wundinfektion ist
geringer. Aufgrund der kleineren Narben
treten ausserdem seltener Narbenbrüche
sowie Verwachsungen im Bauchraum auf.
Im Gegensatz zum Magenbypass wird beim
Schlauchmagen die Magendarmpassage nicht
verändert. Die Wirkung beruht auf einem
eingeschränkten Hungergefühl durch die
Entfernung des äusseren Teils des Magens
und auf dessen kleinerem Fassungsvermögen.
Bei diesem Verfahren wird der Restmagen
entfernt, eine Umkehr der Operation ist somit
nicht möglich. Auch hier muss die Nahrungsaufnahme einer hohen Disziplin unterworfen
werden, da sich bei zu grossen Mengen
der Schlauchmagen ausdehnen kann und
somit eine neue Gewichtszunahme zulässt.
21
1
2
3
Schritt 1
Ausgangslage
Schritt 2
Abtrennung von ca. drei Vierteln des Magens.
Schritt 3
Der Schlauchmagen wird gebildet.
22
Folgende Verfahren
bieten wir nicht an
Unser Bestreben ist, das Bestmögliche für unsere Patienten zu
erreichen. Es ist uns wichtig, eine dauerhafte Gewichtsabnahme von
über 50 % des Übergewichts zu erzielen, und dies mit dem geringsten
Risiko von Komplikationen. Folgende Verfahren und Methoden halten
diesem hohen Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit unserer
Meinung nach nicht stand. Daher führen wir sie nicht durch.
Biliopankreatische Diversion
Ähnlich wie beim Schlauchmagen wird
bei diesem Verfahren der Magen so
verkleinert, dass nur noch sehr kleine
Portionen an fester Nahrung pro Mahlzeit
aufgenommen werden können. Zusätzlich
wird wie beim Magenbypass ein langer
Abschnitt des Dünndarms umgangen.
Die Verdauungssäfte gelangen so erst
spät zur Nahrung, was dazu führt, dass für
die Aufnahme von Nährstoffen nur wenig
Wegstrecke bleibt und der grösste Teil der
Nahrung vom Körper nicht aufgenommen,
sondern ausgeschieden wird.
Diese Operation kann für Patienten mit
sehr hohem BMI eingesetzt werden.
Der Eingriff ist jedoch kompliziert.
Im Vergleich zu Magenbypass und
Schlauchmagen sind wesentlich mehr Schnitte
und Nähte notwendig. Das Risiko postoperativer Komplikationen ist deshalb höher.
Der Eingriff in Verdauungssystem
und Gleichgewicht des Körpers ist
schwerwiegend. Trotz der lebenslangen
Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, Multivitamin- und Zusatzpräparaten
treten im Langzeitverlauf häufig
schwerwiegende Mängel auf.
Deshalb ist das Risiko dieses Eingriffs
gegenüber dem potenziellen Nutzen zu hoch.
23
Magenband
Medikamentöse Behandlung
Ebenso verzichten wir auf die Anwendung
einer Therapie mit dem Magenband.
Im pharmazeutischen Bereich gibt es
verschiedene Medikamente, die zur
Behandlung von Adipositas verwendet
werden. Diese Medikamente bewirken
z. B. eine vermehrte Ausscheidung
von unverdauten Fetten, ein
schnelleres Sättigungsgefühl oder eine
Verminderung des Hungergefühls.
Dieser Eingriff wurde früher häufig
durchgeführt, da er vollkommen reversibel
ist. Wie sich in den letzten Jahren zeigte,
musste das Magenband jedoch bei über
der Hälfte der Patienten wegen Komplikationen unfreiwillig wieder entfernt werden.
Der Erfolg der Gewichtsabnahme ist
ebenfalls deutlich geringer als beim
Magenbypass und Schlauchmagen. Nach
der Bandentfernung nehmen die Patienten
regelmässig wieder zu, sodass häufig
ein weiterer Eingriff notwendig wird.
Ballone
Die Therapie mit dem Magenballon ist
zeitlich auf maximal 6 Monate begrenzt,
sehr teuer und wird aktuell nicht von
den Krankenkassen übernommen. Die
Spezialisten des Adipositas-Netzwerks
verzichten daher auch auf dieses Verfahren.
Die Möglichkeit, dass der Ballon
platzen könnte, birgt ein hohes
gesundheitliches Risiko.
Die Gewichtsabnahme ist bei diesem
Verfahren zudem deutlich geringer als bei
Magenbypass oder Schlauchmagen.
Ausserdem gilt grundsätzlich: Ein Verfahren
zur Gewichtsreduktion sollte keinesfalls
nur für eine begrenzte Zeit durchgeführt
werden, da es nach Rückgängigmachung
zur erneuten Gewichtszunahme bis hin zum
Ausgangsgewicht und mehr kommen kann.
Viele solche Medikamente sind in der
Schweiz jedoch nicht mehr zulässig, da ein
dauerhafter Nutzen nicht feststellbar war und
es zu bedeutenden Nebenwirkungen kam.
Der Gewichtsverlust ist vergleichbar
mit einer normalen Diät, jedoch sind
die Nebenwirkungen der Medikamente
erheblich, sodass sie nur für maximal
2 Jahre eingenommen werden dürfen.
24
Mögliche chirurgische
Komplikationen
Alle Verfahren der bariatrischen Chirurgie
beinhalten wie alle Operationen Risiken und
können Komplikationen mit sich bringen.
Allgemeine Risiken
Risiken des Schlauchmagens (Sleeve)
ff Infektionen und Wundheilungsstörungen
ff Bei Fehlernährung kann der
Schlauchmagen ausgeweitet
werden, was zu einer erneuten
Gewichtszunahme führen kann.
ff Störende Narbenbildung
ff Thrombose und Lungenembolie
ff Verletzungen an Organen wie
Magen, Milz oder Leber
ff Komplikationen der Narkose
ff Blutungen während und nach
der Operation mit eventuellem
Bedarf, Blut zu verabreichen
Zu den genannten allgemeinen
Komplikationen können zusätzlich
die folgende verfahrensspezifische
Komplikationen auftreten:
ff Es kann zu saurem Aufstossen bzw.
Sodbrennen kommen, welches eine
Veränderung und Entzündung der
Schleimhaut in der Speiseröhre zur
Folge hat. Diese Probleme können mit
Säureblockern behandelt werden.
ff Undichte Naht am abgetrennten Magen.
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Risiken des Magenbypasses
ff Es besteht das geringe Risiko einer
undichten Stelle im Bereich der Naht vom
Magen-Pouch zum Dünndarm. Tritt eine
solche auf, kann es zu Abszessen oder
einer Bauchfellentzündung kommen.
In den meisten Fällen kann eine solche
undichte Stelle mit einem über eine
Magenspiegelung eingebrachten Röhrchen
abgedichtet werden. Gelegentlich ist
eine erneute Operation notwendig.
ff Falls die Naht im Bereich des Pouches
und des Dünndarms verengt ist, kann
dies zu häufigem Erbrechen führen.
Dann ist es notwendig, diese Engstelle
durch eine Spiegelung aufzudehnen.
ff Es kann zu Fistelbildungen zwischen
Pouch und Restmagen kommen, also zu
einer erneuten Verbindung durch ein
kleines Gangsystem zum Restmagen.
In diesem Fall kann der Patient wieder
grössere Mahlzeiten zu sich nehmen und
nimmt folglich wieder zu.
Eine solche Fistel kann endoskopisch, das
heisst, mittels einer Magenspiegelung
und Klippen mit speziellen
Hakenklammern, verschlossen werden.
Gelingt dies nicht, muss ein operativer
Eingriff durchgeführt werden.
ff Durch den grossen Gewichtsverlust kann
es durch das Schmelzen des inneren
Fettanteils zu Lücken im Bereich der
über den Dickdarm hochgezogenen
Dünndarmschlinge kommen
(«Petersen-Hernie»). Insbesondere
Patienten mit grossem und schnellem
Gewichtsverlust scheinen ein erhöhtes
Risiko für die Entwickelung einer
Petersen-Hernie zu haben. Sie wird mit
einer erneuten Operation behoben,
welche diese Lücke verschliesst.
ff Bei grösserer Aufnahme von Zucker
und Kohlenhydrateinheiten kann das
Dumping Syndrom auftreten, welches
Schwindel durch Blutdruckabfall,
Herzklopfen und Durchfall verursacht.
ff Mangelerscheinungen wie Blutarmut,
Osteoporose oder Mangelernährung
durch fehlende Vitamineinnahme.
ff Intoleranz gegenüber diversen
Speisen, vor allem kohlensäurehaltige
Getränke, Kohlarten, fettige
Speisen, alkoholische Getränke.
ff Schleimhautentzündungen oder
Bildungen von gut- oder bösartigen
Geschwüren an Magen und Darm.
ff Entstehung von Gallensteinen
und Nierensteinen durch die
rasche Gewichtsabnahme.
ff Nach der Magenbypass-Operation
ist eine normale Magenspiegelung
in der Regel nicht mehr möglich.
Sollte die Untersuchung trotzdem
nötig sein, kann sie unter Vollnarkose
durchgeführt werden. Dazu eröffnet der
Chirurg dem Magendarmspezialisten
mittels eines Schnittes den Magen,
so dass das Endoskop eingeführt
und die Untersuchung in üblicher
Weise durchgeführt werden kann.
26
Vorabklärungen,
Spitalaufenthalt und
die Zeit danach
Die Spitäler des Adipositas-Netzwerks betreuen Sie
über den gesamten Zeitraum, von der Vorabklärung
über die Operation bis hin zur Nachsorge.
Wir beraten Sie vor der Operation in unseren
Sprechstunden und klären ab, ob Ursachen
für das Übergewicht vorliegen, welche eine
Behandlung benötigen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion). Dann besprechen wir Ihr
Essverhalten mit dem Ernährungsberater.
Vor einer möglichen Operation werden
abhängig von Ihrem Zustand auch Herz
und Lunge untersucht. Der Magen wird
gespiegelt, und mit Ultraschall können
wir Gallensteine ausschliessen. Ein
Gespräch mit dem Psychiater dient dazu,
eine schwere psychiatrische Erkrankung
auszuschliessen und Ihre Motivation für die
Mitarbeit nach dem Eingriff abzuschätzen.
aufenthalt dauert in der Regel 5 Tage.
Die Operation findet unter Vollnarkose
statt, dabei wird auch bereits die
Dichtigkeit der Naht geprüft.
Wie lange die Operation dauert, hängt von
der Art des Verfahrens ab, also davon, ob
ein Magenbypass oder ein Schlauchmagen
durchgeführt wird. Am Tag nach dem Eingriff
kann eine Untersuchung mit Röntgenkontrastmittel durchgeführt werden,
um den positiven Verlauf der Operation
zu überprüfen und zu bestätigen.
Dann kann der Kostaufbau starten. Da
Nach all diesen Abklärungen werden Sie
in der Sprechstunde über den für Sie am
besten geeigneten Eingriff aufgeklärt.
Erst dann planen wir die Operation.
Bei Frauen muss auch eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
die Verfahren das Magenvolumen stark
einschränken und von der Operation
eine gewisse Schwellung vorhanden ist,
kann zu Beginn nur flüssige Nahrung
aufgenommen werden. Wegen der kleinen
Mengen pro Mahlzeit ist es wichtig, dass
Sie den ganzen Tag über trinken, um zu
genügend Flüssigkeit zu kommen.
Sie treten am Operationstag ins Spital ein.
Der Zeitpunkt für den Eintritt ist abhängig
davon, ob noch Untersuchungen im Vorfeld
notwendig sind, die dann direkt im Spital
durchgeführt werden. Der gesamte Spital-
Im Laufe der nächsten Tage wird die
Ernährung nach und nach angepasst.
Nach ca. 4 Tagen kann in der Regel weiche
Kost eingenommen werden. Um ausreichend
Eiweisse aufzunehmen, benötigen Sie
27
Für Sie beginnt nun ein völlig
neuer Lebensabschnitt.
anfangs wahrscheinlich auch Zwischenmahlzeiten im Sinne von Znüni und Zvieri.
Nicht nur die Art der Nahrung und deren
Aufnahme müssen verändert werden,
sondern auch die alltäglichen Gewohnheiten.
Dabei unterstützen wir Sie in anfänglich
engmaschigen und langfristig jährlichen
Nachsorgeuntersuchungen, zu denen Sie
sich vor der Operation verpflichten, da
sie zur Bedingung der Kostenübernahme
durch die Krankenkasse gehören.
Nach zwei bis vier Wochen sollte dann
ein Übergang zu normaler Vollkost
erfolgen. Es ist stets auf ausreichende
Zufuhr von Flüssigkeiten zu achten.
Süssigkeiten sollten gemieden werden,
da sie ein Dumping auslösen können.
In der Phase nach der Operation sollten
Sie auf Speisen mit hohem Fettgehalt,
Grillwaren oder Alkohol verzichten. Ebenso
dürfen in den ersten zwei Wochen keine
schweren Gewichte gehoben werden, um
die Wundheilung nicht zu beeinträchtigen.
Durch die Nachsorge des AdipositasNetzwerks erhalten Sie eine
umfassende postoperative Hilfestellung
in allen Lebensbereichen.
Zusammengefasst sind Folgende
i
Nach einer Adipositas-Operation
werden Umstellungen der
Lebensgewohnheiten notwendig:
ff Die Nahrungsaufnahme auf mehrere
kleine Mahlzeiten verteilen, anfangs
mit zusätzlichen Zwischenmahlzeiten.
ff Kleine Portionen zu sich nehmen,
vermehrt kauen und langsam essen.
ff Die Flüssigkeitsaufnahme von
mindestens zwei Litern pro Tag auf
viele kleine Portionen verteilen und
kohlensäure- und kalorienhaltige
Getränke (Süssgetränke) meiden.
ff Essen und Trinken trennen, am besten
30 Minuten vor und nach dem Essen
keine Flüssigkeit zu sich nehmen.
ff Die Mahlzeiten ausgewogen zusammenstellen. Zuerst sollen immer die Eiweisse
(Fleisch, Käse, Fisch), dann die Beilagen,
dann das Gemüse gegessen werden.
ff Nikotin und Alkohol sind zu
vermeiden, soweit es geht.
ff Die Einnahme von Multivitaminpräparaten ist lebenslang notwendig.
Am Anfang ist häufig zusätzlich die
Einnahme von Eiweissprodukten nötig.
ff Wer z. B. unter extrem starker
Adipositas gelitten hat, wird nach
einem erheblichen Gewichtsverlust
Hautüberschüsse bekommen. Diese
zu entfernen, ist ein Verfahren der
plastischen Chirurgie und muss vom
Patienten meist selbst bezahlt werden.
29
Die AdipositasOperation alleine
macht nicht schlank
Die Adipositas-Operation ist zwar ein wichtiger Baustein in der
Behandlung dieser Krankheit, sie ist allerdings keinesfalls die
alleinige Lösung. Um das Übergewicht dauerhaft zu senken
und die mit der Adipositas zusammenhängenden Probleme
körperlicher und seelischer Art zu beseitigen, ist ein zu Beginn sehr
umfassendes lebenslanges Nachsorgeprogramm notwendig.
In den «Richtlinien zur Behandlung von
Übergewicht» der SMOB ist die standardisierte Nachsorge genau festgehalten.
Analog zu diesen Richtlinien wird
das Programm in den Spitälern des
Adipositas-Netzwerks angewandt.
Die Patienten werden nach dem chirurgischen
Eingriff nicht nur durch ihren Hausarzt
nachbetreut. Insbesondere kommen hier
die Spezialisten der verschiedenen Zentren
zum Einsatz: diplomierte Ernährungsberater,
Physiotherapeuten und Psychologen.
Gemeinsam stellen wir eine langfristige,
übergreifende Nachbetreuung sicher.
Neben der Beratung zu ausgewogener
und gesunder Ernährung findet auch eine
Instruktion für ein dem Patienten angepasstes
und schonendes Langzeit-Ausdauertraining
statt. Bei dieser Form des Sports kommt es
zur optimalen Fettverbrennung im Körper,
während die Muskeln erhalten bleiben.
Der Organismus wird gestärkt, was zu
einem gesteigerten Wohlbefinden und
einer erhöhten Leistungsfähigkeit führt.
Meist wurde in den Vorgesprächen bereits
abgeklärt, ob ausserdem eine psychologische oder psychiatrische Begleitung
nach der Operation angebracht ist.
In den ersten Wochen erhalten Patienten
im Rahmen der Nachsorge Termine zur
Wundkontrolle und Ernährungsberatung.
Weitere Termine finden im ersten Jahr ca.
alle drei Monate statt, danach noch alle
sechs Monate über einen Zeitraum von
fünf Jahren hinweg. Ab dem sechsten Jahr
ist eine jährliche Kontrolle vorgesehen.
Zu beachten ist, dass die Patienten sich
bereits vor der chirurgischen Behandlung
verpflichten, lückenlos an den Nachkontrollterminen teilzunehmen. Nur dann übernimmt
die Krankenkasse die Behandlungskosten.
30
Häufig
gestellte
Fragen
Habe ich nach der Operation Schmerzen?
Schmerzen können in den ersten Tagen nach
der Operation auftreten und fühlen sich an
wie Muskelkater im Bereich der Narben. Sollte
dies der Fall sein, erhalten Sie Schmerzmittel.
Ist die Verkleinerung dauerhaft? Bleibt
der Magen in der neuen Grösse?
Beim Magenbypass ist eine Vergrösserung
des Pouches äusserst selten.
Was für eine Narkose wird für
die Operation verwendet?
Beide Verfahren werden unter
Vollnarkose durchgeführt.
Welche Narben entstehen
durch die Operation?
Die angewandten Verfahren werden
minimalinvasiv, also in Schlüssellochtechnik, durchgeführt. Die kleinen
Schnitte in der Bauchdecke hinterlassen
in der Regel nur sehr kleine Narben.
Muss ich stationär im Spital verbleiben?
In der Regel ist ein Spitalaufenthalt von 5 Tagen notwendig.
Was darf ich nach der OP essen?
Nach der Operation dürfen Sie zunächst
flüssige Nahrung zu sich nehmen. Im Laufe
der nächsten vier Wochen wird die Ernährung
nach und nach angepasst. Ca. 4 Tage nach der
Operation können Sie weiche Kost essen, nach
14 Tagen dann zunehmend weitere Nahrungsmittel. Nach Ablauf von vier Wochen kann ein
Übergang zu normaler Vollkost erfolgen.
Beim Schlauchmagen hingegen kann es zu
einer Dilatation kommen, einer Erweiterung
oder Dehnung des Restmagens. Diese
Ausdehnung kann durch fortgesetzte
Diätfehler ausgelöst werden, etwa dann,
wenn sich ein Patient nicht an die Vorgaben
der ihn postoperativ beratenden Ernährungsspezialisten hält und unkontrolliert isst.
Im Extremfall kann es so im Zeitraum von
1 bis 2 Jahren nach der Operation zu einer
Ausweitung des Schlauchmagens kommen.
Was kann passieren, wenn man zu
viel isst? Kann der Magen platzen
oder eine Naht aufgehen?
Es kann zu einer Dilatation, das heisst einer
Erweiterung oder Dehnung des Restmagens,
kommen, wenn regelmässig zu viel gegessen
wird. Ein Platzen des Magens ist nicht
möglich, es können allerdings Schmerzen und
Reaktionen wie Erbrechen, Durchfall usw.
auftreten. Die Aufnahme grosser Mengen an
Nahrung muss nach erfolgter bariatrischer
Operation unbedingt unterbunden werden.
Direkt nach dem Eingriff kann dadurch auch
einmal eine Naht undicht werden, da die
Nähte dann noch nicht so stark sind.
Muss ich Diät halten?
Kann die Operation rückgängig
gemacht werden?
Es ist extrem wichtig, die Essgewohnheiten
nach einer Adipositas-Operation völlig
umzustellen. Es ist nicht zwingend notwendig,
eine bestimmte Diät einzuhalten, aber die
Menge und Art der Nahrung sollten unbedingt
angepasst werden. Hierbei helfen Ihnen die
Ernährungsberater unseres Netzwerks.
Die Schlauchmagen-Operation, der sogenannte
«Sleeve», ist ein endgültiges, irreversibles
Verfahren. Der Magenbypass kann in einer
sehr grossen und aufwändigen Operation
wieder entfernt werden. Das Risiko dieser
Operation ist jedoch hoch, so dass dies
grundsätzlich nicht vorgesehen ist.
31
Gibt es Komplikationen und
Risiken während des Eingriffs?
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können
auch bei den bariatrischen Verfahren Komplikationen während der Operation auftreten. Dies
können Blutungen sein oder die Verletzung
von Nachbarorganen des Magens. Allgemein
können Thrombosen, Lungenembolien,
Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen
auftreten. Undichtigkeiten der Nähte nach
der Operation kommen sehr selten, allenfalls
am 2. oder 3. Tag, vor. Sie werden entweder
mit einer erneuten Operation oder einer
Magenspiegelung behandelt und bringen immer
einen längeren Spitalaufenthalt mit sich.
Dank zahlreicher Vorsichtsmassnahmen
sind diese Komplikationen jedoch selten.
Muss ich nach der Operation
Medikamente einnehmen?
Es ist in der Regel nicht nötig, nach dem
Eingriff Medikamente einzunehmen. Dem
Körper müssen allerdings nach erfolgter
Operation lebenslang Multivitaminpräparate
zugeführt werden, um Mangelerscheinungen
vorzubeugen und fehlende Vitamine und
Mineralien zu ersetzen. Da Sie die Kosten
selbst übernehmen müssen, beraten wir
Sie gerne über kostengünstige Varianten.
Wie viel Gewicht verliere
ich und wie schnell?
In der Regel verlieren die Patienten innerhalb
der ersten 6 bis 12 Monate sehr schnell und
viel an Gewicht. Beim Schlauchmagen sind
es 50 - 60 % des Übergewichts und beim
Magenbypass sogar 60 - 70 %. Die Ergebnisse
hängen zusätzlich von der Veränderung Ihres
Alltags- und Ernährungsverhaltens ab.
Zahlt die Krankenkasse den Eingriff?
Welche Kosten entstehen für mich?
Im Krankenkassenversicherungsgesetz ist
geregelt, dass die operative Behandlung der
Adipositas zur Pflichtleistung der Krankenkassen
gehört. Die Einschlusskriterien sind auf Seite
14 dieser Broschüre aufgelistet. Nach der
Operation entstehen regelmässige Ausgaben
für den Vitaminersatz sowie am Anfang
allenfalls für Eiweisspulver. Sollte vor dem
Eingriff sehr hohes Übergewicht bestanden
haben, kann auch ein chirurgischer Eingriff
zur Beseitigung von überschüssiger Haut
notwendig sein. Die entsprechenden Kosten
gehen ebenfalls zu Lasten des Patienten.
Wie lange bin ich nach einer
Operation krankgeschrieben?
Nach der Operation zeigt sich zunächst
häufig eine körperliche Erschöpfung und
Müdigkeit, die sich jedoch nach etwa 4
Wochen bessert. Darauf sollten Sie und auch
Ihr Arbeitgeber eingestellt sein. In der Regel
sind Sie nach einer Adipositas-Operation
zwei bis vier Wochen krankgeschrieben.
Kann ich nach der OP verhungern?
Nein, das ist nicht möglich. Unser Körper
kommt generell mit sehr wenig Nahrung
aus. Wichtig ist nach dem Eingriff nur, dass
Sie hochwertige Lebensmittel essen und
Ihrem Körper die nötigen Eiweisse, Vitamine
und Mineralien zukommen lassen.
Werde ich nach der Operation
häufig unter Übelkeit oder
anderen Auswirkungen leiden?
In der ersten Zeit nach bariatrischen Eingriffen
kann es zu Übelkeit kommen. Meist wird dies
allerdings durch falsches Essverhalten wie zu
schnelles Essen, zu viel Essen, gleichzeitiges
Essen und Trinken oder nicht ausreichendes
Kauen ausgelöst. Treffen all diese Punkte
nicht zu und Sie müssen trotzdem erbrechen,
sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.
Haare: In den ersten postoperativen
Monaten kann es aufgrund des raschen
Gewichtsverlustes und des Vitamin– und
Eiweissmangels zu vermehrtem Haarausfall
kommen. Dieser Zustand normalisiert sich
wieder, sobald der Gewichtsverlust nicht
mehr so rasch voranschreitet und sich die
Vitamin-Speicher und Spurenelemente durch
bedarfsgerechte Ernährung und Multivitaminpräparate wieder normalisiert haben.
32
Kann ich nach der Operation
Alkohol trinken?
Wie lange muss ich auf einen
OP-Termin warten?
Nach einer bariatrischen Operation verändern
sich Aufnahme sowie Verwertung des Alkohols.
Nach der gleichen Menge Alkohol weist
der bariatrisch operierte Patient deutlich
höhere Blutalkoholkonzentrationen auf,
die dann auch deutlich langsamer abfallen.
Die «1-Glas-Regel» gilt also nicht mehr.
Unser Gesetz schreibt vor, dass eine minimale
Wartefrist von 3 Monaten zwischen dem ersten
Termin bei einem unserer Spezialisten und
der Operation eingehalten werden muss.
Kann ich nach der Operation
Blut spenden?
Ihr Hausarzt wird durch die Spezialisten
des Netzwerks in alle Themen einbezogen,
es erfolgt ein ständiger Informationsaustausch. Ihr Hausarzt wird auch in
die Nachsorge eingebunden sein.
Nach einer bariatrischen Operation weisen
sie einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und
Spurenelementen auf. Vor allem das Eisen
ist trotz Substitution bei Frauen häufig tief.
Daher sollten Sie nicht Blut spenden.
Muss ich mich nach dem Eingriff einer
plastischen Operation unterziehen, um
überschüssige Hautpartien zu entfernen?
Sollten Sie unter sehr hohem Übergewicht
gelitten haben, kann ein solcher Eingriff nach
der bariatrischen Operation notwendig sein.
Genaueres können Sie stets in den Nachsorgeterminen mit Ihren behandelnden Ärzten klären.
Wie werde ich nach dem
Eingriff weiter betreut?
Nach dem Eingriff findet eine standardisierte Nachsorge statt, die alle Bereiche wie
Ernährungsberatung und physische sowie
psychische Unterstützung einschliesst. Als
Patient verpflichten Sie sich bereits vor dem
Eingriff zur Teilnahme am Nachsorgeprogramm.
Wird mein Hausarzt in das Verfahren
rund um die Operation involviert?
Kann ich nach einer AdipositasOperation schwanger werden?
Nach einer Adipositas-Operation nimmt die
Fruchtbarkeit sehr rasch zu. Wir raten Ihnen
deshalb, 18 - 24 Monate nach der Operation
sicher zu verhüten, zum Beispiel mit einer
Spirale. Die anderen Verhütungsmittel sind
während dieser Zeit nicht sehr sicher. In den
ersten Monaten nach der Operation findet eine
grosse Gewichtsabnahme und Umstellung des
Körpers statt. Es ist deshalb sehr schwierig,
dem werdenden Kind genügend Vitamine und
Kalorien zuzuführen, um Schäden zu vermeiden.
Nach dieser Zeit ist eine Schwangerschaft
möglich. Es sind jedoch auch intensive
ärztliche Kontrollen der Vitamine und
Spurenelemente notwendig, damit Sie
ein gesundes Kind zur Welt bringen.
Vielleicht gibt es den einen oder anderen Begriff zu diesem Thema,
den Sie schon einmal gehört haben, von dem Sie aber trotzdem
nicht genau wissen, was er bedeutet. Zum besseren Verständnis
haben wir daher auf der folgenden Seite die wichtigsten Begriffe
und Fremdwörter für Sie zusammengefasst und erklärt.
34
Glossar
Adipositas
Eine Ernährungs- und
Stoffwechselkrankheit mit
starkem Übergewicht. Laut
Definition liegt eine Adipositas
ab einem BMI von 30 vor.
Anastomoseninsuffizienz
Steht in der Chirurgie für
das Undichtsein einer
Verbindung zwischen zwei
anatomischen Strukturen.
Arteriosklerose
Krankhafte Veränderung
der Arterien, Begleiterkrankung der Adipositas.
Interdisziplinäres Team
Metabolisches Syndrom
Spezialisten verschiedener
Fachrichtungen arbeiten an
einer gemeinsamen Therapie.
Sammelbezeichnung für
verschiedene Krankheiten,
die mit dem Übergewicht
zusammenhängen (z. B.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen).
Kombiniertes Verfahren
Kombination der restriktiven
und malabsorptiven Chirurgie,
wie z. B. das Verfahren
des Magenbypasses.
Komorbidität
Auftreten zusätzlicher
Erkrankungen im Rahmen einer
definierten Grunderkrankung,
in diesem Falle der Adipositas.
Konservative Therapie
Restriktive Verfahren
Operative Verfahren mit dem Ziel,
Magenvolumen sowie Nahrungsaufnahme zu reduzieren (z. B. das
Verfahren des Magenbypasses
und des Schlauchmagens).
SchlafapnoeSyndrom
Gestörter Schlaf und
Tagesmüdigkeit.
Sleeve-Gastrektomie
Bluthochdruck, Begleiterkrankung der Adipositas.
Bekämpfung der Adipositas durch
Ernährungsumstellung, Diäten
und Lebensumstellung, aber
ohne chirurgischen Eingriff.
Bariatrischer Eingriff
Kontraindikation
SMOB
Chirurgischer Eingriff zur
Bekämpfung der Adipositas.
Faktor, der gegen eine bestimmte
diagnostische oder therapeutische Massnahme (z. B. die
Durchführung eines Eingriffs
oder die Verabreichung eines
Medikaments) spricht.
Swiss Society for the Study
of Morbid Obesity and
Metabolic Disorders.
Arterielle Hypertonie
Biliopankreatische
Diversion
Eine Form der
Adipositas-Chirurgie.
BMI
Masszahl für die Bewertung des
Körpergewichts eines Menschen in
Relation zu seiner Körpergrösse.
Diabetes mellitus
Zuckererkrankung, Begleiterkrankung der Adipositas.
Indikation
Faktor, der für eine
medizinische Massnahme
bei einem bestimmten
Krankheitsbild spricht.
Laparoskopische Chirurgie
Bauchspiegelung. Mit Hilfe kleiner
Öffnungen in der Bauchdecke
können chirurgische Eingriffe
durchgeführt werden.
Magenbypass
Eine Form der
Adipositas-Chirurgie.
Malabsorptive Chirurgie
Operatives Verfahren mit dem
Ziel, die Verdauungsphysiologie
so zu verändern, dass nur ein Teil
der gegessenen Nahrung vom
Körper aufgenommen wird.
Schlauchmagen, eine Form
der Adipositas-Chirurgie.
Zweck der SMOB ist die
Etablierung ganzheitlicher
Therapieverfahren und Qualitätskontrollen sowie die Wahrung
und Förderung der Interessen
und der Lebensqualität der
von Übergewicht Betroffenen
und ihrer Angehörigen.
Zudem schützt und vertritt die
SMOB die Interessen der ihr
angeschlossenen Berufsleute
und setzt sich für die Förderung
wissenschaftlicher Bestrebungen
jeder Art im Bereich Übergewichtskrankheiten ein.
Wir beraten Sie gerne
über Ihre Möglichkeiten
einer Operation.
– Sprechen Sie mit uns.
Spitäler Schaffhausen
Geissbergstrasse 81
8208 Schaffhausen
Tel. 052 / 634 27 40
Fax 052 / 634 27 95
[email protected]
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 08:00 - 16:30 Uhr
Kantonsspital Winterthur
Brauerstrasse 15
8401 Winterthur
Tel. 052 / 266 26 81
Fax 052 / 266 45 25
[email protected]
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 08:00 - 17:00 Uhr
GZO Spital Wetzikon
Spitalstrasse 66
8620 Wetzikon
Tel. 044 / 934 22 01
Fax 044 / 934 22 05
[email protected]
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag
08:00 - 12:00 Uhr und 13:30 - 17:00 Uhr
Weitere Informationen zur Adipositas
und dem Adipositas-Netzwerk finden
Sie unter: adipositas-netzwerk.ch