Aufgaben zum Leseverstehen von M 2

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Massenmedien
mationen inzwischen eher aus dem Internet beziehen. Da erfährt man rund um die Uhr, was in der
Welt passiert ist, und muss sich nicht nach festen
Sendezeiten richten. Außerdem kann man sich viele
Nachrichtensendungen zu einem späteren Zeitpunkt
sowieso im Internet ansehen. Dazu bekommt man
dann außerdem Hintergrundinformationen, die gar
nicht im Fernsehen präsentiert werden, weil die
Sendezeit nicht reicht.
Im Übrigen: Die Jugendlichen gibt es sowieso nicht.
Einige Jugendliche wollen Castingshows sehen,
andere wollen Unterhaltungsfilme sehen, wieder
andere wollen Naturfilme oder Geschichtsfilme sehen und einige interessieren sich für politische Sendungen. Niemand ist gezwungen, sich bestimmte
Sendungen anzusehen. Jeder kann doch selbst entscheiden, wann er den Einschaltknopf drückt. Und
wenn jemand nun mal gern Castingshows sieht:
Warum sollten sie ihm nicht angeboten werden?
Das Fernsehen ist schließlich nicht die Erziehungsanstalt der Nation. Außerdem lässt sich über
Geschmack immer streiten.
Wenn man das Fernsehprogramm studiert, kann
man übrigens leicht feststellen, dass es durchaus
anspruchsvolle Sendungen gibt, die für Jugendliche
von Interesse sind. Man muss sich eben nur die
Mühe machen, die interessanten Sendungen auszuwählen. Ein Zappen durch die Kanäle reicht da
natürlich nicht aus, weil man dann nur zufällig
irgendwo hängen bleibt. Aber schon der Blick in den
Teletext reicht doch aus, um zu erfahren, wann und
wo gute Sendungen laufen. Natürlich gibt es Jugendliche, die gar kein Interesse daran haben, sich
anspruchsvolle Programme anzusehen. Richtig ist
auch, dass die Jugendlichen die Wähler von morgen
sind und dass es deshalb wünschenswert wäre,
wenn sie sich schon heute umfassend über aktuelle
Themen informieren würden. Aber genauso wenig,
wie man jemanden zwingen kann, sich eine Castingshow anzusehen, kann man ihn zwingen, den Fernseher immer dann einzuschalten, wenn Nachrichten- und Magazinsendungen laufen.
Ich meine, das Fernsehen kann ruhig bleiben, wie es
ist. Es gibt durchaus vernünftige Sendungen, auch
für Jugendliche. Jeder sollte ruhig das sehen, was
ihn interessiert und was ihm gefällt. Sendungen, die
speziell für Jugendliche produziert werden, sind
unnötig.
(Dein Name)
(702 Wörter)
Aufgaben zum Leseverstehen von M 2
1
a) und b):
Jungen
Mädchen
Rangplatz
Gerät
Besitz (in %)
Rangplatz
Gerät
Besitz (in %)
1
Handy
94
1
Handy
96
2
MP3-Player
86
2
MP3-Player
86
3
Computer/Laptop u
77
3
CD-Player u
83
4
Radio
75
4
Radio
79
5
CD-Player v
70
5
Computer/Laptop v
64
6
Fernseher u
64
6
Fernseher
57
7
Spielkonsole TV/PC u
60
7
Digitalkamera u
53
8
Internetzugang u
54
8
Internetzugang v
47
9
tragbare Spielkonsole u
49
9
Kassettenrekorder u
45
10
39
10
DVD-Player
36
Kassettenrekorder/
DVD-Player v
v
Lösungsvorschläge
c) Das Handy nimmt bei Mädchen und Jungen
gleichermaßen den ersten Rangplatz ein. Allerdings ist der Anteil der Mädchen, die ein
Handy besitzen, um zwei Prozentpunkte höher als der der Jungen (96 % im Vergleich zu
94 % bei den Jungen). Der Anteil derjenigen,
die einen MP3-Player besitzen, ist bei Jungen
und Mädchen dagegen genau gleich. Ab dem
dritten Rangplatz unterscheiden sich die Geschlechter aber hinsichtlich ihres Gerätebesitzes: Mädchen verfügen öfter über Geräte
zum Musikhören. Sie besitzen häufiger einen
CD-Player (83 % im Vergleich zu 70 % bei
den Jungen). Jungen besitzen dagegen öfter
einen Computer (77 % im Vergleich zu 64 %
bei den Mädchen), einen eigenen Fernseher
(64 % im Vergleich zu 57 % bei den Mädchen)
und eine Spielkonsole (60 % im Vergleich zu
29 % bei den Mädchen; bei den tragbaren
Spielkonsolen 49 % im Vergleich zu 33 % bei
den Mädchen). Über einen Internetzugang verfügen sie auch deutlich öfter (54 % im Vergleich zu 47 % bei den Mädchen). Dagegen besitzen viel mehr Mädchen eine Digitalkamera
(53 % im Vergleich zu 36 % bei den Jungen).
2
Ja, die Fotos sind als Illustration der Ergebnisse geeignet.
Begründung: Jugendliche werden im Umgang
mit Medien gezeigt, die in den Haushalten weit
verbreitet sind. Man kann also sagen, dass die
Fotos typische Mediennutzungen durch Jugendliche abbilden. Zwar erwecken die Fotos den
Eindruck, als würden insbesondere Jungen das
Handy nutzen, während Mädchen eher vor dem
Fernseher oder dem Computer sitzen. Es dürfte
dem Betrachter aber klar sein, dass es hier nicht
darum geht, Geschlechterunterschiede in der
Mediennutzung abzubilden, sondern darum, zu
zeigen, dass bestimmte Medien zum Alltag der
Jugendlichen gehören.
3
Mögliche Antworten:
Ja, es lassen sich Zusammenhänge herstellen.
5
Begründung: Der Text beschreibt zwei Aspekte,
die die Studie mit Zahlen bestätigt. Zum einen
scheinen für die Jugendlichen im Text ähnliche
Medien unverzichtbar zu sein wie für die befragten Jugendlichen in der Studie. Die Medien
sind inzwischen zwar moderner geworden (z. B.
MP3-Player statt Walkman), aber die bevorzugten Medien sind die gleichen, nämlich Computer und Internet sowie Geräte zum Musikhören.
Zum anderen zeigt der Text anhand der Beispielfamilie, dass häufig viele verschiedene Medien
in einem Haushalt vorhanden sind. Auch das ist
eine Beobachtung, die die JIM-Studie bestätigt.
Es lässt sich also durchaus ein Zusammenhang
zwischen Text und Diagramm herstellen.
Oder:
Nein, es lassen sich keine Zusammenhänge
herstellen.
Begründung: Die Studie präsentiert konkrete
Daten, die auf Umfragen beruhen, und ist damit
repräsentativ für eine bestimmte Gesellschaftsgruppe. Der Text zeigt dagegen eine Beispielfamilie, die sich der Verfasser offensichtlich ausgedacht hat. Zu Beginn des Textes heißt es
nämlich: „Stellen wir uns einen kleinen Jungen
vor […].“ Das bedeutet, dass die Familie fiktiv ist
und nicht unbedingt der Realität entspricht. Zudem wirkt die Darstellung des Textes konstruiert und auch etwas überzogen. (Dass am Anfang kein einziges Familienmitglied bereit ist,
dem Jungen seine Frage zu beantworten, weil
jeder sich gerade einem bestimmten Medium
zuwendet, ist unrealistisch und übertrieben.)
Außerdem haben Text und Diagramm unterschiedliche Themen: In dem Text geht es um
den Einfluss der Medien auf das Zusammenleben in einer Familie, in der Studie um die
Medien, die Jugendliche zwischen 12 und 19
Jahren bevorzugen. Deshalb lässt sich nicht
wirklich ein direkter Zusammenhang zwischen
dem Text und der Studie herstellen.