Malen gegen das Krebstrauma - RADIO-LOG

29.10.15 18:02
29.10.2015
Malen gegen das Krebstrauma
Krebsgesellschaft macht Workshop für Kinder und erkrankte Angehörige
von Florian Kammermeier
Langsam klingt die Quarzschale aus, der Ton ist intensiv, man fühlt die
Schwingungen im eigenen Körper. Die Gruppe ist still geworden, in die
Ruhe hinein beginnt Bibi Wanninger zu erzählen, ein Inuit-Märchen. Es
handelt von Einsamkeit, von Liebe, aber auch davon, dass
aufgezwungene Situationen krank machen können, sie das eigene
Selbst auch verändern. Schließlich endet die Erzählung und die Gruppe
beginnt zu malen. Die Teilnehmer bringen ihre Gefühle zu Papier,
zeigen, was Worte vielleicht verfälschen würden. So stellen sich Bibi
Bei dem Workshop steht die
Krebserkrankung nicht im Vordergrund,
sagen (v.l.) Kunsttherapeutin Bibi
Wanninger, Agnes Booker und
Psychoonkologin Beate Kamm. − Foto:
Kammermeier
Wanninger und Agnes Booker den Workshop "Märchen und Klänge" vor,
den sie am 13. November für Kinder und Jugendliche sowie deren
krebskranke Angehörige anbieten wollen. Bibi Wanninger ist
Kunsttherapeutin in Passau, Agnes Booker ist Atem-, Stimm- und
Sprechlehrerin. Sie will die Geräuschkulisse für das Märchen erzeugen
und beispielsweise Meeresrauschen simulieren.
Organisiert wird der Workshop von der Bayerischen Krebsgesellschaft. Im deutschsprachigen Raum gebe
es 200000 Kinder und Jugendliche, deren Eltern krebskrank sind, sagt Beate Kamm, Mitarbeiterin der
Krebsgesellschaft. "Zehn Prozent davon zeigen psychische Auffälligkeiten, ziehen sich zum Beispiel stark
zurück", so die Sozialpädagogin und Psychoonkologin. Die Krebserkrankung eines nahen Angehörigen
bedeute Stress und Angst für viele Kinder, so Kamm weiter. Hier stehe aber nicht die Erkrankung im
Vordergrund. "Ziel des Workshops ist es, Eltern und Kindern Zeit zusammen zu gönnen, gedanklich zu
entspannen und dabei kreativ zu sein", sagt Beate Kamm.
Die Bayerische Krebsgesellschaft bietet betroffenen Familien "drei Säulen" an, mit Erkrankungen
umzugehen. Eine ist der beschriebene Workshop am 13. November. Außerdem können Familien
Sprechstunden bei der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Susanne Wetzel in Anspruch nehmen. Die
dritte Stütze für Familien in Not ist ein finanzieller Härtefonds für Kinder krebskranker Eltern. Alle
Veranstaltungen sind kostenlos und finden in den Räumen der Krebsgesellschaft am kleinen Exerzierplatz
14 im dritten Stock statt. Radiolog Passau fördert die Programme finanziell.
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