Kostenlose - Mindener Tageblatt

Mindener Tageblatt
Nummer 116 • Samstag, 21. Mai 2005
Schwierige Suche nach neuem Bürgermeister
Briten ernennen Dr. Martin Hutze zum Verwaltungschef / Erste Entlassungen von NSDAP-Mitgliedern
germeister Hutze allen Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit,
dass sie kurzfristig Fragebogen
erhielten und ausfüllen müssten
„zwecks Vorbereitung der Maßnahmen zur Bereinigung der
Verwaltung von aktiven Nationalsozialisten". Bei falsche Angaben drohten strafrechtliche
Verfolgung und disziplinarische
Konsequenzen.
Untergebracht war die Stadtverwaltung aufgrund der Zerstörung des Rathauses zunächst
im Behördenhaus in der Heidestraße, später im alten Besselgymnasium in der Immanuelstraße.
Von Jürgen Langenkämper
Minden (mt). Mit dem Ende
der Kampfhandlungen in
Minden Anfang April 1945
und auch mit dem Ende des
Krieges in Europa vier Wochen später war angesichts
der Schrecken des Krieges
und der Naziherrschaft eine
Rückkehr zur Normalität
noch nicht möglich. Erst allmählich konnten die Briten
eine Verwaltung aufbauen.
Zunächst beließen die Amerikaner, die in den beiden ersten
Wochen nach dem Einmarsch
am 475. April 1945 das Heft in
der Hand hielten, Dr. Werner
Holle als Bürgermeister im
Amt, das er seit anderthalb Jahren kommissarisch innehatte.
Als Vorwand für seine Absetzung am 26. April diente den
Briten „die nicht fristgerechte
Erledigung eines Befehls der
Militärregierung", so Dr. Hans
Nordsiek in seinem Buch „Die
verdunkelte Stadt. Minden
1944/45". Tatsächlicher Hintergrund der Absetzung des ansonsten kooperativen Bürgermeisters, der die Befehle der Besatzungsmacht im Interesse der
Sicherheit der Bevölkerung
strikt befolgte, war aber wohl
eher dessen NSDAP-Mitgliedschaft, vermutet der langjährige
Leiter des Kommunalarchivs.
Mehrere Absagen aus
Furcht vor Repressalien
Aber es war für die Briten keineswegs einfach, einen neuen
Bürgermeister zu finden. Denn
schon bald zeigte sich, dass die
ins Auge gefassten Kandidaten,
die nicht in das NS-Regime verstrickt waren, einer nach dem
anderen unter Angabe der unterschiedlichsten Gründe absagten: der Jurist und Theologe
Dr. Hans Graff, der Kaufmann
Fritz Frerichs, der Botschaftsrat
Alliierte Verwaltung
meldet Raumbedarf an
Militärverwaltung: Auch ins Kreishaus in der Tonhallenstraße zogen die Alliierten ein, um Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu verwalten.
MT-Repro: Manfred Otto
Dr. Karl Werkmeister, der
Landrat a. D. Dr. Alfred von
Gescher und auch einige weitere wie Oberregierungsbaurat
Dr. Ing. Fritz Schuster, Dr. Polonius aus Hausberge, der Wirtschaftsberater Dr. Paul Haubrock und Landgerichtsdirektor Dr. Wiedemann. Nicht auszuschließen ist, dass einige
Angst vor Racheakten und Fememorden durch „Werwölfe"
im Namen des noch nicht endgültig vernichteten Nazi-Regimes hatten.
Nach einwöchiger Suche
konnte der Rechtsanwalt und
Notar Dr. Martin Hutze am 3.
Mai 1945 von Dr. Graff in sein
Amt eingeführt werden. Graff,
der als Stadtrat in Berlin bis
1933 das Bürgermeisteramt mit
der Begründung ausgeschlagen
hatte, „ihm erscheine die Mindener Verwaltung im Vergleich
zu seiner früheren Berliner Tätigkeit als zu klein", so Nord-
siek, war inzwischen zum
Landrat des Kreises Minden ernannt worden.
MT: SERIE
60 Jahre
Kriegsende
Der 50 Jahre alte Hutze
wohnte in Barkhausen, hatte
auf dem Altsprachlichen Gymnasium Abitur gemacht und war
seit 1926 als Rechtsanwalt in
Minden tätig. „Hutze galt als
,linksliberal', war kein Mitglied
der NSDAP und nicht einmal
Mitglied des .Nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes' gewesen - jedenfalls nicht bis
1936", zeichnet Nordsiek ein
kurzes politisches Portrait.
Auch andere Spitzen der
Mindener Verwaltung waren
vakant. Schon am 5. April war
der Leiter der Schutzpolizei,
Wilhelm Fraatz, „wegen besonderer Bindung zur NSDAP"
entlassen worden. Auch der
Erste Beigeordnete, Polizeihauptmann a. D. Heinrich Kriete, musste Ende April sein Amt
aufgeben, da er früher NSDAPOrtsgruppenleiter in Minden
gewesen war.
Die öffentliche Ordnung
mussten Hilfspolizisten aufrecht erhalten und Plünderungen verhindern. Die eigentliche
Mindener Polizei kehrte erst am
13. Mai 1945 aus Hamburg zurück. Ende des Monats wurden
sie mit Ausnahme der SA- und
SS-Angehörigen zur Dienststelle zitiert und mittels Fragebogen
politisch überprüft. Rund 20
Polizeibeamte wurden daraufhin wieder eingestellt und
schließlich die Hilfspolizei Mitte Juni wieder aufgelöst.
Am 12. Juni 1945 teilte Bür-
Enorm war der Platzbedarf
für einige Abteilungen der
obersten Militärregierung in der
britischen Besatzungszone, der
„Control Commission for Germany / British Element" (CCG/
BE). Neben dem Hauptquartier, das auf Lübbecke, Herford,
Bad Oeynhausen und Bünde
verteilt war, siedelten die Briten
drei der 14 Fachabteilungen in
Minden an. Die Abteilungen
„Marine", „Handel-IndustrieGewerbe" sowie „Reparationen-Ablieferungen" waren hier
unterzubringen.
So erhielt die Geschäftsleitung der Melitta-Werke am 7.
Mai 1945 noch unmittelbar vor
der endgültigen Gesamtkapitulation den Befehl, ihr großes
Verwaltungs- und Betriebsgelände an der Ringstraße vollständig zu räumen. „Mit einem
großen Verwaltungsgebäude,
das den Briten in Minden zur
Verfügung gestellt wurde, war
es jedoch nicht getan", stellt
Nordsiek fest. Als sich Anzeichen mehrten, dass ein ganzer
Stadtteil geräumt werden könnte, versuchten daher viele Bürger aus Furcht vor Beschlagnahme ihrer Wohnungen,
heimlich Möbel und Hausrat
beiseite zu schaffen.
Kinderschutzbund
lädt alle ein
Minden (mt/sk). Der Kinderschutzbund und die Spielstube
Marienkäfer präsentieren sich
mit Bastei- und Schminkaktionen sowie einem Infostand im
Rathausinnenhof. Am heutigen
Samstag und am Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr, wird
zusammen mit der Verkehrswacht für viele kostenlose Aktionen gesorgt. In dieser Zeit
können die Eltern in aller Ruhe
die Autoschau in der Innenstadt ansehen oder einkaufen
gehen. Zudem können sich Eltern und andere Interessierte
über Projekte des Kinderschutzbundes informieren, wie
Elternkurse,
Elterntelefon,
Kinder- und Jugendtelefon.
Und wer sich am Wochenende
noch entschließt, Mitglied im
Kinderschutzbund zu werden,
kann an der Mitgliederversammlung teilnehmen, zu der
Professor Dr. Klaus Hurrelmann (Bielefed) als Referent
eingeladen ist. Infos unter:
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Am 22. Mai
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Secondhand-Basar
in Kita Leonhardi
Minden (mt/lkp). Der Elternrat
der Kindertagesstätte Leonhardi veranstaltet am Samstag, 18.
Juni, von 14 bis 16 Uhr einen
Secondhand-Basar „Rund ums
Kind" auf dem Gelände der
Kita, Auerhahnweg l/Ecke Hohenstaufenring. Es gibt auch
Kaffee, Kuchen und Getränke.
Informationen zur Standvergabe und verbindliche Anmeldung bis Freitag, 10. Juni, sind
unter Telefon (05 71) 5 09 36 45
möglich.
Schützen in „Witwe Bolte"
Königsproklamation und Ball 21. und 22. Mai
Minden (mt/sk). Die Schützengilde „Ruhe siegt" Linkes Weserufer verabschiedet sich in diesem Jahr von der Kutenhauser
Straße. Erstmals wird das Schützenfest der Nordstadtschützen
in etwas eingeschränkter Form
am 21. Mai im Saal und Biergarten des Vereinslokals Restaurant
„Witwe Bolte" am Bierpohlweg
gefeiert.
Bereits am Himmelfahrtstag
fand unter großer Anteilnahme
der Schützinnen und Schützen
das Königsschießen im Vereinslokal „Witwe Bolte" statt. Dabei
wurde das neue Königspaar sowie der Schüler- und Jugendkönig ermittelt. Am Samstag, 21.
Mai, werden sie während der
Proklamation (ab 17.30 Uhr) auf
dem Platz der Witwe Bolte bekannt gegeben werden. Das Königspaar 2004 Horst und Brigitte
Güldenpfennig sowie die Vize-
königin Simone Baier konnten
ihre Königswürde nicht verteidigen.
Nach dem Empfang der Gastvereine
Stiftsallee-Feldmark,
Minderheide und Zentrum
Stemmer erfolgt die Proklamation und Ehrung langjähriger Mitglieder. Die Königsscheibe wird
vor Ort bei einem kleinen Umtrunk angebracht. Es folgt ein
kurzer Ausmarsch zu den Klängen des Spielmannszuges Lübbecker Straße/Hahlen durch die
Hanebecke, Graf-Wilhelm-Straße,
Herzog-Ferdinand-Straße
und zurück zum Vereinslokal.
Ab 20 Uhr findet im Saal der
große Festball öffentlich bei freiem Eintritt statt. Zum Tanz
spielt die Band „The Lawie's".
Zum Schützenfestausklang am
22. Mai ab 10.30 Uhr wird zum
Frühschoppen mit Erbsensuppe
und Bratwurst eingeladen.
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Dieb steht in der Wohnung
Zwölfjährige trifft Unbekannten bei Diebstahl an
Minden (mt/um). Mit einem
Portmonee flüchtete ein bisher
unbekannter Täter Donnerstag
um 14.25 Uhr aus einer Wohnung an der Straße am Clus.
Die dreiköpfige Familie der
Erdgeschosswohnung
eines
Mehrfamilienhauses
befand
sich im Garagenbereich vor
dem Haus. Die Terrassentür
war geöffnet. Als die zwölfjährige Tochter die Wohnung durch
die Terrassentür betrat, traf sie
im Flur auf einen unbekannten
Mann. Dieser hockte vor der
Garderobe und entnahm soeben aus einer Handtasche das
Portmonee. Der Täter flüchtete
mit seiner Beute auf einem
Fahrrad in Richtung Notthorn/
Gevattersee, teilt die Polizei
mit. Der Mann war etwa 19 bis
22 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter
groß und hatte kurz rasiertes
blondes Haar. Er trug ein weißes T-Shirt und eine kurze
dunkle Sporthose. Insgesamt
wirkte er ungepflegt. Hinweise
bitte an die Mindener Polizei,
Telefon: (05 71) 8 86 60.
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