Kirsten Hehmeyer - Deutsche Oper Berlin

Kirsten Hehmeyer
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Stiftung Oper in Berlin
Richard Strauss
SALOME
Musikdrama in einem Aufzug, Musik und Libretto von Richard Strauss
nach dem Drama „Salomé“ von Oscar Wilde
Dauer: 1 Std. 45 Min. (keine Pause)
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung
Regie
Bühne und Kostüme
Choreografie
Licht
Dramaturgie
Alain Altinoglu
Claus Guth
Muriel Gerstner
Sommer Ulrickson
Olaf Freese
Yvonne Gebauer, Curt A. Roesler
Herodes
Herodias
Salome
Jochanaan
Narraboth
Page
1. Jude
2. Jude
3. Jude
4. Jude
5. Jude
1. Nazarener
2. Nazarener
1. Soldat
2. Soldat
Ein Cappadocier
Sklave
Burkhard Ulrich (Jan./Febr.) / Thomas Blondelle (April)
Jeanne-Michèle Charbonnet
Catherine Naglestad
Michael Volle
Thomas Blondelle (Jan./Febr.) / Attilio Glaser (April)
Annika Schlicht
Paul Kaufmann (Jan./Febr.) / James Kryshak (April)
Gideon Poppe
Jörg Schörner (Jan./Febr.) / Andrew Dickinson (April)
Clemens Bieber
Stephen Bronk / Alexei Botnarciuc (17. und 19. April)
Noel Bouley (Jan./Febr.) / Dong-Hwan Lee (April)
Thomas Lehman / John Chest (17. und 19. April)
Alexei Botnarciuc (Jan./Febr.) / Andrew Harris (April)
Tobias Kehrer
Franz Xaver Schlecht (Jan./Febr.) / Michael Adams (April)
Matthew Peña
Orchester und Statisterie der Deutschen Oper Berlin.
In Luxembourg: Orchestre Philharmonique du Luxembourg.
Premiere: 24. Januar 2016, weitere Vorstellungen in Berlin: 29.1., 3.2., 6.2., 2.4. und 6.4.2016
In Luxembourg: 17.4. und 19.4.2016
Mit einem Schlag wurde der preußische Generalmusikdirektor Richard Strauss als einer der
bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit wahrgenommen, nachdem am 9. Dezember 1905 in
Dresden SALOME uraufgeführt worden war. Dass Richard Strauss keine einzige Oper an „seinem“
Haus, der Berliner Hofoper, zur Uraufführung bringen mochte, hatte seinen Grund in der Auseinandersetzung um seine frühere Oper FEUERSNOT, die mit deren Verbot auf Betreiben der
Kaiserin Auguste Viktoria nach acht Aufführungen endete. Die Befürchtungen des Komponisten waren
nur zu berechtigt, denn auch die Berliner Erstaufführung der SALOME ging nicht ohne Eingriffe der
Zensur vonstatten.
Aufregend im wörtlichen Sinn war schon die Vorlage, „Salomé“ von Oscar Wilde, in französischer
Sprache geschrieben und in Paris 1891 zur Uraufführung gebracht, während der Autor in London eine
Zuchthausstrafe wegen „grober Unsittlichkeit“ verbüßte. In Berlin war das Theaterstück nur in Privataufführungen zu sehen, Max Reinhardt hatte es mit Gertrud Eysoldt in der Titelpartie inszeniert.
Strauss hatte diese Inszenierung 1902 gesehen und entschloss sich später dazu, den Prosatext ohne
Umweg über eine Libretto-Fassung in Versen zu vertonen. Er etablierte damit eine neue Kunstform
der „Literaturoper“, die für das 20. Jahrhundert bestimmend werden sollte. Kurz vorher hatten Claude
Debussy mit PELLEAS UND MELISANDE und Leoš Janáček mit JENŮFA Ähnliches hervorgebracht.
Strauss lag also ganz im Trend der Zeit, auch wenn er Janáčeks Oper ganz bestimmt nicht und
Debussys ziemlich sicher nicht kannte. Er nahm noch eine andere beinahe modische Erscheinung der
Zeit auf: wie schon FEUERSNOT ist SALOME ein Einakter, fast exakt so strukturiert wie der berühmteste Einakter vom Ende des 19. Jahrhunderts, CAVALLERIA RUSTICANA von Pietro Mascagni,
zweiteilig mit einem großen symphonischen Zwischenspiel. Mit ELEKTRA führte er diese Linie fort und
zahlreiche andere Komponisten folgten ihm bis weit in die 20er Jahre.
Die Aufregung, die wesentlich zu der Verbreitung des Theaterstücks wie auch der Oper beitrug,
beruhte auf Schockelementen und bewusst kalkuliertem Voyeurismus. Der abgeschlagene Kopf des
Propheten Jochanaan und der „Tanz der sieben Schleier“ der Salome sind die beiden Theatermomente, die jedem sofort einfallen, wenn er den Titel SALOME hört. Doch die Oper umfasst viel
mehr als das, sie ist ein vielschichtiger Kosmos, der von einer kranken Familie berichtet, in der die
Tochter vom Stiefvater bedrängt wird und von der Mutter keine angemessene Unterstützung erhält.
Claus Guth interessiert vor allem die Auseinandersetzung zwischen Salome und Herodes. In ihren
Tagträumen erschafft sie sich eine Gegenfigur zum Vater, einen Retter. Die Stimme, die sie hört,
gehört Jochanaan. Mit ihm wird sie die Ordnung aufsprengen und sich befreien.
Claus Guth, der in Berlin zuletzt an der Staatsoper im Schiller Theater THE TURN OF THE SCREW
von Benjamin Britten inszeniert hat, debütiert mit dieser Regie an der Deutschen Oper Berlin. Seit
1999 inszeniert er regelmäßig bei den Salzburger Festspielen, wo er einen besonderen Erfolg mit der
„Da-Ponte-Trilogie“ feiern konnte. DAPHNE und DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss inszenierte Claus Guth in Frankfurt/Main, DIE FRAU OHNE SCHATTEN an der Mailänder Scala. Seine
erste Strauss-Inszenierung galt ARIADNE AUF NAXOS, die er zusammen mit der Bühnen- und
Kostümbildnerin Muriel Gerstner herausbrachte, mit der er nun zum zweiten Mal zusammenarbeitet.
Alain Altinoglu ist auf der ganzen Welt ein gefragter Konzert- und Operndirigent. Er war zehn Jahre
Lehrer der Gesangsklasse am Pariser Konservatorium und hat dabei eine besondere Liebe zum
Gesang, auch zum Liedgesang entwickelt, den er auch als Begleiter pflegt. An der Deutschen Oper
Berlin dirigierte er 2011 die Premiere SAMSON UND DALILA.
Catherine Naglestad hat die Partie der Salome u. a. bereits in Wien und Neapel gestaltet. In
Hamburg sang sie zuletzt Cassandre in LES TROYENS von Hector Berlioz unter musikalischer
Leitung von Kent Nagano. Für ihre Rollenportraits von Glucks Alceste und Bellinis Norma (Staatsoper
Stuttgart, Regie: Jossi Wieler) wurde sie zur „Sängerin des Jahres 2006“ gewählt. An der Staatsoper
München war sie 2015 als Brünnhilde (SIEGFRIED) und ist 2016 als Senta zu erleben.
Michael Volle singt regelmäßig sowohl an der Deutschen Oper Berlin als auch an der Staatsoper im
Schiller Theater, dort u. a. den FLIEGENDEN HOLLÄNDER. An der Deutschen Oper Berlin war er
bereits als Don Giovanni und als Scarpia zu erleben; Jochanaan ist hier seine erste Neuproduktion.
Jeanne-Michèle Charbonnet sang 2007 an der Deutschen Oper Berlin die Titelpartie in ELEKTRA
von Richard Strauss. Nachdem sie bereits 2014 in Brüssel die Partie der Küsterin gesungen hat,
erarbeitet sie sich nun mit Herodias eine weitere Fachpartie als Mezzosopran.
Burkhard Ulrich ist seit 2001 Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin. Zu seinen wichtigsten
Partien gehört Mime in SIEGFRIED, den er nicht nur hier, sondern auch in Bayreuth unter musikalischer Leitung von Kirill Petrenko und in der Regie von Frank Castorf sang. Nachdem er in Salzburg
unter der musikalischen Leitung von Sir Simon Rattle den Ersten Juden in SALOME gesungen hat,
übernimmt er nun die Partie des Herodes.