Information der IntKom

BUNDESHEER NEU
Anpassung der Bundesheer-Struktur und der Organisation der Zentralstelle an die
Herausforderungen und Aufgabenstellungen der Zukunft
Schnellere Abläufe – Erhöhung der Reaktionsfähigkeit der Truppe
Ausgangslage
 Sicherheitspolitische Rahmenbedingungen haben sich geändert
(Migration, Terrorismus)
o Zunehmende Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nordafrikas
o Konflikt in der Ukraine
o Terroranschläge in Frankreich
o Flüchtlingsströme nach Europa
 Entschließung des Nationalrates zur Überarbeitung des „Strukturpakets ÖBH 2018“
Anpassung der Struktur und Ziele
 Die geänderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen erfordern Anpassungen der
Strukturen und Prozesse des Österreichischen Bundesheeres sowie der
Zentralstellenorganisation.
 Ziele:
o
o
o
o
o
Schnellere Entscheidungsabläufe, weniger Kommanden und Ebenen
Erhöhung der Reaktionsfähigkeit der Truppe
Stärkung der Einsatzkräfte des ÖBH
Straffung der Ministerialbürokratie, bessere Koordinierung
Dezentralisierung
Bundesminister Mag. Doskozil:
„Wir wollen mit dieser Struktur mehr Sicherheit für die Bevölkerung bringen. Dazu werden
wir die Truppe stärken und die Kommandoebene straffen.“
Maßnahmen – Einsatzkräfte:
 Die Führungsspanne des Streitkräfteführungskommandos ist zu groß:
Um schnellere Entscheidungsabläufe sicherzustellen, werden – wie international üblich –
ein Kommando Land und ein Kommando Luft eingerichtet.
 Schnellere Abläufe, kurze Reaktionszeiten auch durch Stärkung der Territorialkräfte:
Dort wo geführt wird, soll auch Truppe vorhanden sein. Den Militärkommanden soll –
neben ihrer Führungsrolle bei Einsätzen im jeweiligen Bundesland – auch Truppe
zugeordnet werden. Sie sollen auch ein Träger der Ausbildung der Grundwehrdiener
und verantwortlich für die strukturierte Miliz sein.
 Um auf Bedrohungen noch rascher als bisher reagieren zu können:
Bildung von Reaktionskräften vor allem aus den Landbrigaden mit einem gegenüber
bisher deutlich erhöhten Anteil an präsenten Kräften zur Aufgabenerfüllung im In- und
Ausland. Die Erhöhung der präsenten Kräfte mit hohem Ausbildungsstand ist
notwendig, um rasch an Brennpunkten eingesetzt werden zu können. Die Brigaden mit
insgesamt bis zu 6.000 Berufs- und Zeitsoldaten sind innerhalb kurzer Zeit überall in
Österreich sowie im Ausland einsetzbar. Bei den Reaktionskräften sollen künftig
überwiegend jene Rekruten ihre Grundausbildung absolvieren, die eine Karriere im Heer
(z.B. als Zeitsoldat) anstreben.
Bundesminister Mag. Doskozil:
„Wir haben beim laufenden Assistenzeinsatz erkannt, dass wir schneller sein müssen und
mehr Soldaten für den Einsatz in der Region brauchen. Diese Struktur stärkt daher die
regionalen Militärkommanden, schafft aber auch mehr Krisenreaktionskräfte.“
 Struktur der nachgeordneten Kommanden, Ämter, Schulen und Akademien wird
gestrafft:
o Die Anzahl der derzeit 16 größeren nachgeordneten Dienststellen wird halbiert.
o Schaffung Kommando Logistik aus Kommando Einsatzunterstützung samt
Sanitätsschule, dem Amt für Rüstung und Wehrtechnik, dem Militärischen
Immobilienmanagement Zentrum und der Heereslogistikschule.
o Schaffung einer Militärhochschule aus der Landesverteidigungsakademie, der
Theresianischen Militärakademie und der Heeresunteroffiziersakademie.
o Schaffung eines Kommandos Führungsunterstützung aus dem
Führungsunterstützungszentrum samt Führungsunterstützungsschule und den beiden
Führungsunterstützungsbataillonen.
o Einzelne Aufgaben des Heerespersonalamtes gehen auf neue Dienstbehörden über.
Bundesminister Mag. Doskozil:
„Wir werden mit dieser Strukturänderung ein klares Schwergewicht bei der Truppe schaffen.
Die regionalen Militärkommanden werden an Bedeutung gewinnen. Mit dieser Struktur ist
sichergestellt, dass die Stellung, Ausbildung und Miliz in einer Hand sind.“
Maßnahmen – Zentralstelle:
 Straffung der Ministerialbürokratie, schnellere Abläufe, bessere Koordinierung:
o Statt bisher fünf hat das BMLVS künftig vier Sektionen mit neuer
Aufgabenzuordnung:
Die Sektion II Planung wird in eine Generalstabsdirektion im Generalstab
übergeleitet.
o Neue Sektionseinteilung:
Sektion I: Präsidial-, Rechts- und Personalaufgaben inklusive der
Individualausbildung. Ihr wird das Heeresgeschichtliche Museum nachgeordnet.
Die Nachordnung des Heerespersonalamts und der Militärhochschule werden
geprüft.
Sektion II: Sport. Ihr wird das Heeressportzentrum nachgeordnet.
Sektion III: Bereitstellung. Ihr werden das Kommando Logistik und das
Kommando Führungsunterstützung nachgeordnet.
Sektion IV: Einsatz. Ihr werden das Kommando Land und das Kommando Luft
nachgeordnet.

Bessere Koordinierung der Sektionen: Prüfung der Einrichtung eines Generalsekretärs in
Personalunion mit der Funktion des Generalstabschefs.
Generalstabschef Gen Mag. Commenda:
„Wir wollen, dass wieder mehr junge Männer den Grundwehrdienst bei uns leisten. Wir
wollen, dass sie in diesen sechs Monaten erkennen, dass das Bundesheer viele Berufschancen
bietet.“
All die oben angeführten Punkte sind Leitlinien für weitere Planungen und Bearbeitungen. Die
Detailbearbeitung muss bis 10. Juni 2016 vorliegen. Die Überleitung in die neue
Organisationsstruktur soll beginnend mit 1. Jänner 2017 vorgenommen werden.