16. hhrede2016-bm

Hans-Josef Vogel
Bürgermeister der Stadt Arnsberg
Zukunftsstadt Arnsberg gestalten –
auf Zukunftsdimensionen der Stadt konzentrieren
- Bericht zur Einbringung des Doppelhaushaltes 2016/2017
und des fortgeschriebenen Sanierungsplans in den Rat
der Stadt Arnsberg am 29. September 2015 -
I.
Eine veränderte Welt im Großen und im Kleinen
Wir bringen heute in einer außergewöhnlichen Situation unseren Vorschlag zum Doppelhaushalt
2016/2017 und zum Sanierungsplan in den Rat zur Beratung und Beschlussfassung ein.
1. Völkerwanderung
Es ist die außergewöhnliche historische Situation einer Völkerwanderung über das Mittelmeer
nach Europa und nach Deutschland. Es ist eine Fluchtbewegung, wie wir sie seit dem Ende des
letzten Weltkrieges nicht mehr erlebt haben. Ein gewaltiger Flüchtlingsstau löst sich auf.
Wir stehen vor einer neuen großen Aufgabe. Unser Land und unsere Stadt antworten weltoffen,
freundlich und hilfsbereit. Wir krempeln die Ärmel hoch und packen an.
Unser Flüchtlings- und Migrationsbericht mit dem Titel „Ankommen und Weiterkommen in Arnsberg“, den wir heute vorgelegt haben, ist Ausdruck dafür und für die Chancen der Zuwanderung
in unserer Stadt.
Denn Arnsberg steckt mitten im demografischen Wandel.
Arnsberg hat 2030 rund 7.600 Einwohner, also 10 % weniger Einwohner als 2012. Das ist etwa die
Einwohnerzahl von Oeventrop, Rumbeck, Uentrop und Breitenbruch oder die Einwohnerzahl von
Holzen, Herdringen und Müschede.
Alle Altersgruppen der Stadt Arnsberg schrumpfen bis 2030, nur zwei Altersgruppen nicht: die Altersgruppen der 65- bis 79-Jährigen und der über 80-Jährigen.
Und weil wir uns alle in besonderer Weise der Förderung von Kindern und Jugendlichen verschrieben haben: Wir verlieren bis 2030 rund 2.000 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, weil sie nicht
geboren werden oder geboren wurden.
Die Zuwanderung durch schutzbedürftige Flüchtlinge wird also die Zukunft unserer Stadt positiv
beeinflussen. Sie wird den demografischen Wandel positiv formen. Allerdings nur, wenn wir Zuwanderung planvoll gestalten und eben nicht erleiden.
-2Zuwanderung – Mauern helfen nicht, nur Brücken helfen – ist deshalb eine Dimension der Zukunftsstadt Arnsberg, auf deren Gestaltung wir uns konzentrieren müssen. Es ist keine Aufgabe für Bequeme. Und es ist jetzt keine Zeit für Gemütlichkeit. Es ist aber Zeit für Mut, soziale Energien, Empathie und für Zukunft im Kopf.
2. Digitale Welt
Eine weitere neue Zukunftsdimension unserer Stadt ist die Digitalisierung, die in schon wahnsinniger Geschwindigkeit in allen Lebensbereichen stattfindet. „In Lichtgeschwindigkeit“, sagt der
Deutschlandchef von McKinsey, Cornelius Baur.
Mit dem Grünbuch #ARNSBERGdigital haben wir eine akteursorientierte digitale Agenda für Stadtverwaltung und Stadt vorgelegt:
Wir wollen einen besseren Bürgerservice, eine größere Engagementförderung und eine breite Teilhabe in allen Bereichen der Stadt.
Wir wollen die Öffnung zur digitalen Bildung, die Stärkung digitaler Souveränität.
Wir wollen die Stärkung der digitalen Wirtschaft Arnsberg und der digitalen Möglichkeiten unserer
Wirtschaft. Wir wollen die Beratung der Älteren und Ältesten über die neuen intelligenten Möglichkeiten technischer Assistenz im hohen Alter.
Für all dies und vieles mehr unterstützen wir den Ausbau der digitalen Infrastrukturen: Breitbandausbau und mobiles Internet.
Mit dem Grünbuch setzen wir erstmals ein neues Instrument auf kommunaler Ebene ein, das Offenheit und Dynamik der Digitalisierung entspricht, das zugleich Grund und Grundlage legt für ein
neues Themen- und Handlungsfeld der Stadt Arnsberg.
3. Die Veränderungen verlangen von uns veränderte Tagesordnungen
Außergewöhnliche Veränderungen stehen also auf unserer neuen veränderten Tagesordnung. Es
ist das Leben, das unsere Tagesordnung bestimmt. Und das ist richtig so.
Was sind die Herausforderungen, die die Qualität von Zukunftsdimensionen unserer Stadt besitzen? Es sind im Kern vier strategische Herausforderungen:
-
die neue Zuwanderung,
die Digitalisierung aller Lebensbereiche,
der demografische Wandel und
Nachhaltigkeit und Resilienz, also Widerstands- und Anpassungsfähigkeit der Stadt mit Blick
auf noch unbekannte und widersprüchliche Veränderungen in der Zukunft, gerade auch
im Bereich von Umwelt, Natur und
Klima.
Um diese vier zentralen Herausforderungen zu gestalten, setzen wir auf die Entfaltung der Potentiale, Kräfte und Energien der drei „B’s“:
-
der Bürgerschaft und des bürgerschaftlichen Engagements,
der Bildung und
der Betriebe – und als wichtiger regionaler Regierungsstandort der Behörden – in unserer
Stadt, die moderne Betriebe öffentlicher Dienstleistungen sind.
-3Deshalb empfehlen wir:
Alles, was das Engagement dieser Akteure in unserer Stadt unterstützt, hat auch in der Haushaltsplanung Vorrang – übrigens auch bei der Aufnahme und Teilhabe unserer neuen Bürgerinnen und
Bürger und zum Beispiel auch in der Haushaltsumsetzung.
Deshalb sieht die Haushaltsplanung die Möglichkeit vor, flexibel handeln zu können. Zum Beispiel
bei Flüchtlingsthemen, bei neuen Fördermöglichkeiten. Denken wir daran: „ Das Leben erstarrt,
wo sich das Gesetz türmt“ (Nietzsche) oder umgekehrt: Wo sich das Gesetz türmt, erstarrt das Leben.
II.
Der finanzielle Rahmen 2016 und 2017 für Strategie und Handeln
Arnsbergs
1. Die erfolgreiche Nachricht: Ausgeglichene Haushalte 2016 bis 2021 möglich
Die gute, oder besser: die erfolgreiche Nachricht:
Wir legen eine Haushaltsplanung vor, die für die Haushaltsjahre 2016 bzw. 2021 wieder ausgeglichene Haushalte der Stadt Arnsberg darstellt. Und das trotz der neuen Anstrengungen auch zur
Aufnahme und Integration der Zuwanderinnen und Zuwanderer, der Neubürger unserer Stadt.
Dies ist ein Ergebnis konsequenter Einsparung in den letzten Jahren, die ja nicht immer populär
waren.
Ein Ergebnis einer auf bürgerschaftliches Engagement ausgerichteten Strategie, die auf die öffentlich wirksame Selbstentfaltung und Selbstorganisation der Menschen und ihrer kleinen Lebenskreise für die eigene Lebenswelt setzt.
Aktuell nenne ich das großartige Engagement von aktiven Bürgerinnen und Bürgern, von Vereinen und Kirchengemeinden für die zugewanderten Flüchtlinge. Im Namen der Stadt Arnsberg
sage ich allen Ehrenamtlichen dafür einen herzlichen Dank. Es ist ein Engagement für Menschlichkeit.
Wieder ausgeglichene Haushalte sind ein Ergebnis der Erneuerung und gezielter Zukunftsinvestitionen.
Und es ist ein Ergebnis der Unterstützung aus dem Stärkungspakt, die nun bis 2020 deutlich geringer wird und dann ausläuft.
Haushaltsdisziplin ist also weiter das Gebot der kommenden Jahre. Haushaltsdisziplin mit ihren drei
erfolgreichen Arnsberger Dimensionen:
-
Einsparen,
nachhaltig Erneuern und
gezielt in die Zukunft Investieren.
Einsparen, Erneuern und Investieren bedingen sich gegenseitig und führen zum Erfolg. Wir haben
es gezeigt.
-42. Auswirkungen der Finanzkrise 2008/2009 immer noch nicht überwunden
Die Auswirkungen der globalen Finanzkrise 2008/2009 auf unsere Wirtschaft haben die Finanzen
der Stadt Arnsberg in nie gekannter Weise belastet und belasten sie auch in den nächsten Jahren.
Die teuflische Finanzkrise hat zum Aufbau von krisenbedingten Liquiditätskrediten (Kassenkrediten)
von fast 50 Mio. Euro (Höchststand 2011), zu höheren Sozialausgaben sowie zu deutlich niedrigeren Gewerbesteuereinnahmen (Tiefstand 2009 mit 17,5 Mio. Euro geringeren Gewerbesteuereinnahmen als 2008) geführt.
Die Kassenkredite haben wir bis Ende 2014 um 9,6 Mio. Euro reduziert. Wir werden mit der Haushaltsplanung 2016/2017 die Kassenkredite um weitere 5,7 Mio. Euro abbauen.
Die langfristigen Kredite haben wir bis Ende 2014 um knapp 24 Mio. Euro, d.h. um rund 22 % reduziert.
Die Investitionskredite steigen nun 2016 und 2017 über beide Jahre um 9,7 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung des Sonderkreditbedarfs für die Schaffung von Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge
i.H.v. 5 Mio. Euro und der Kredite für die Sekundarschulen i.H.v. 9,5 Mio. Euro, deren Kapitaldienst
(Zinsen und Tilgung) über die Schul- und Bildungspauschale finanziert wird, sinken die Schulden in
2016 und 2017 um 4,8 Mio. Euro.
Die nach dem Haushaltssanierungsplan uns selbst gesetzte Grenze für Kreditneuaufnahmen i.H.v.
2/3 der Tilgung wird in 2016 und 2017 und über den gesamten Finanzplanungszeitraum bis 2020
eingehalten.
3. Gewerbesteuer 2017 wieder auf Vorkrisen-Niveau
Wir freuen uns, dass wir für 2016 Gewerbesteuereinnahmen planen können in Höhe von 41,6 Mio.
Euro, die das Vorkrisen-Niveau von 2008 (42,3 Mio. Euro) fast und dann für 2017 mit 42,8 Mio. Euro
wieder erreichen. Neun Jahre nach der globalen Finanzkrise.
Nur sind in den letzten Jahren die Ausgaben – insbesondere für Soziales und trotz Personalabbaus
für Personal sowie für die Kreisumlage – weiter gestiegen. Wir geben in 2016 im städtischen Haushalt für Sozialausgaben (einschl. Kindertagesstätten) rd. 16 Mio. Euro, für weniger Personal rd. 9,8
Mio. Euro und für den Landkreis rd. 9,1 Mio. Euro mehr aus als 2008.
4. Sanierungsprogramm erfolgreich umgesetzt
Das finanzielle Sanierungsprogramm 2012 bis 2014 haben wir erfolgreich umgesetzt. Die Sanierungsbeiträge – vorrangig Aufwandsreduzierung, aber auch
Ertragssteigerungen – wurden und werden auch 2015 realisiert, wenn nicht noch Außergewöhnliches in den kommenden 12 Wochen geschieht.
5. Die Eckdaten der neuen Haushaltsplanung
a) Ergebnisplan
Das Volumen des Ergebnisplans liegt 2016 bei 190,2 Mio. Euro und 2017 bei 199,7 Mio. Euro.
In 2016 und 2017 erwarten wir, wenn der Rat unseren Etatvorschlägen folgt, positive Ergebnisse.
-5Zur Erinnerung: Es ist eine Ratsperiode her, da betrug das strukturelle Defizit in erster Linie aufgrund
der globalen Finanzkrise 29,5 Mio. Euro im Jahr 2009 und 29,1 Mio. Euro im Jahr 2010.
b) Investitionsplan
Im Ergebnis konzentriert sich der Investitionsplan, den wir vorlegen, auf die Infrastrukturen der
Stadt, die herausragende Bedeutung für die Zukunftsstadt Arnsberg haben. Infrastrukturen sichern
die Grundlagen unseres Zusammenlebens, unseres Wohlstands und unserer Lebensqualität. Sie
sichern damit die Zukunft unserer Stadt.
Das Volumen des Investitionshaushalts beträgt 2016 rd. 27,4 Mio. Euro und 2017 rd. 19,5 Mio. Euro
einschließlich Fördermittel.
Investitionsschwerpunkte sind in den kommenden beiden Jahren:
1. Bildung/Bildungsinfrastruktur mit 22,1 Mio. Euro
Investitionen in ein modernes städtisches Schulsystem: Schwerpunkt ist hier die Investition in die
Aufgaben der neuen Sekundarschulen mit ihrem neuen pädagogischen Profil und als Ganztagsschulen. Andere Schulgebäude, Sporthallen und Lehrschwimmbecken und der Bildungscampus
Berliner Platz sind weitere Investitionsaufgaben.
2. Nachhaltigkeit und Resilienz (Energie, Klima, Umwelt) mit 6,3 Mio. Euro
Stichworte: Anfinanzierung der energetischen Erneuerung des Rathauses, Bahnhofsumfeldes
Hüsten und der Ruhrrenaturierung.
3. Digitalisierung mit 1,5 Mio. Euro
Lemmata sind hier die Digitalisierung Feuerwehr und Rettungsdienst, Stadtbüro, Personalmanagemet, Beteiligungsplattform, Plattform Verwaltung. Ich verweise auf unser Grünbuch #ARNSBERGdigital.
4. Verkehrs-, Rettungs- und sonstige Infrastrukturen mit 12,0 Mio. Euro
Stichworte: Feuerwehr und Rettungsdienst, Stadtumbau Alt-Arnsberg mit Gewerbegebiet hinter
dem Bahnhof, Kurfürstliche Promenade und Sanierung Soester Straße, Straßenbaumaßnahmen im
Baugebiet Limberg in Müschede, im Binnerfeld und in der östlichen Innenstadt von Neheim.
5. Sonderprojekt Flüchtlingsaufnahme mit 5 Mio. Euro (Wohnunterkünfte)
Für die Wohnunterbringung der Menschen auf der Flucht planen wir im Rahmen eines Sonderprojekts „Flüchtlingsaufnahme“ mit Investitionsmitteln von 5 Mio. Euro.
6. Wirtschaftsförderung und Stadtwerke Arnsberg
Hinzu kommen wichtige Investitionen der Wirtschaftsförderung (wfa) zur Mobilisierung des leerstehenden Möhneturms im Komplex Kaiserhaus sowie Investitionen der Stadtwerke in Infrastruktur,
Nachhaltigkeit und Resilienz und mit dem
„Campus“-Projekt in die Bildung.
-6III.
Aufnahme und Teilhabe der Flüchtlinge
Aufnahme und Teilhabe der Flüchtlinge überlagern die bisherige Strategie und das inhaltliche
Handeln der Verwaltung und befördern sie zugleich.
Das normalisiert eine von vielen empfundene Ausnahmesituation und macht sie gestaltbar. Die
Aufnahme und Teilhabe der Flüchtlinge und Migranten als neue Mitbürgerinnen und Mitbürger
steht quasi vor der Klammer der Strategie Arnsberg 2030 und ist zugleich ihr Bestandteil, insbesondere als aktiver Beitrag, als besondere Leistung zum positiven demografischen Wandel und zum
Leben in unserer Stadt. Kulturelle Vielfalt ist immer ein Gewinn, wenn wir sie gemeinsam gestalten.
Ich verweise hier auf unseren Bericht „Ankommen und Weiterkommen in Arnsberg“ (09/2015) und
die dort benannten und konkretisierten Handlungsfelder:
-
Wohnen und Leben
Bildung
Unterstützung bürgerschaftlicher Projekte mit Flüchtlingen
Arbeit und Beschäftigung.
In diesem Zusammenhang:
Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass unser Land nicht auf Dauer alle Hoffnungen der Welt erfüllen
kann. Aber es ist auch eine Selbstverständlichkeit, dass unser Land Mitverantwortung trägt für die
Überwindung nur scheinbar ferner Krisen der Welt.
IV.
Strategische Ziele 2030 und Handeln in 2016 und 2017
Wir haben die bestehenden Strategieziele/-felder aus Anlass der Aufstellung des Haushaltsplans
2016/2017 überprüft. Die Überprüfung
-
bestätigt die bestehende strategische Ausrichtung,
bejaht die Konzentration auf diese Strategieziele/-felder,
erweitert alle Strategiefelder um das Zuwanderungsthema und
um das neue Zieljahr 2030, das Arnsberg in nur 15 Jahren erreicht.
Die Strategie „Arnsberg 2030“ konzentriert sich auf die Zukunftsdimensionen Arnsbergs, auf die
Zukunftsstadt Arnsberg und stärkt sie. Sie fördert ein nachhaltiges und florierendes Arnsberg mit
Strahlkraft und Anziehungskraft. Die Strategie verbessert das materielle und immaterielle Wachstum der Stadt.
1. Strategisches Ziel:
Die Handlungsfähigkeit der Stadt Arnsberg als politisch-administrative Kommune verbessern:
Haushaltsausgleich 2016 und bei abnehmenden Stärkungspaktmitteln bis 2020 und ab 2021 ohne
Stärkungspakt.
Ich habe es bereits angesprochen: Dieses strategische Ziel erreichen wir mit
unserer heute vorgelegten Planung.
2. Strategisches Ziel:
Den Demografischen Wandel (weniger, älter, bunter) positiv gestalten.
-72.1
Schwerpunkt Demografischer Wandel: Zuwanderung und den damit
verbundenen positiven demografischen Wandel gestalten
Die Gestaltung der Flüchtlingsaufnahme und -teilhabe ist zugleich positive Gestaltung des demografischen Wandels in unserer Stadt und unserer Stadt.
2.2
Schwerpunkt Demografischer Wandel
„Junge Generation stärken“
1.
Bildungsteilhabe von Flüchtlingskindern und -jugendlichen ermöglichen und unterstützen – um
diese Aufgabe erweitert sich die Arbeit insbesondere von Bildungsbüro, Schulverwaltung und Jugendamt.
Ich verweise auf unseren Bericht „Ankommen und Weiterkommen in Arnsberg“ und auf unsere
erfolgreiche heutige Arbeitstagung mit der Bertelsmann-Stiftung, in der wir lernen konnten von
einer der weltbesten Integrationsschulen, dem
Bialik-Rogozin Campus in Tel Aviv mit Exzellenz-Ergebnissen des gemeinsamen
Lernens. Das hat alle von uns begeistert. Es gibt sie – die weltweiten Positivbeispiele.
2.
Arnsberger Schulsystem durch den Aufbau von zwei Sekundarschulen und deren Vernetzung mit
den Gymnasien umbauen und modernisieren, um alle Talente unserer Kinder und Jugendlichen
besser zur Entfaltung zu bringen.
3.
Grundschulen durch Neuordnung der Zusammenarbeit und Gebäudestrukturen stärken. Dabei
die neuen Kinder unserer Stadt mitdenken, also Raumkapazitäten ggf. an die Aufnahme von
Flüchtlingskindern in der Planung anpassen.
4.
Bildungsattraktivität der Stadt und Region für die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen erhöhen
durch
-
Unterstützung der „Dualen Studiengänge“ in Arnsberg,
Informationen über die Angebote der benachbarten Hochschulen,
Informationen über die Angebote des Handwerks („Mit dem Abi in’s Handwerk“) und
Unterstützung wichtiger Bildungseinrichtungen wie z.B. der Gesundheits- und Pflegeschule im Kaiserhaus.
5.
Inklusion – insbesondere schulische Inklusion verbessern, da schulische Bildung das Herzstück von
Bildung in unserer Stadt ist.
-82.3
Schwerpunkt Demografischer Wandel
Menschen gewinnen: Arnsberg als regionales Zentrum weiterentwickeln
1.
Arnsberg als Wirtschaftszentrum stärken mit den Schwerpunkten als
-
produzierende Stadt und lichttechnisches Zentrum
regionales Zentrum der Digitalen Wirtschaft
Dienstleistungszentrum
Einzelhandelszentrum (IHK Zukunftslabor 2020: Digitale Zukunft des
Einzelhandels)
Grundvoraussetzung zur Sicherung des Wirtschaftszentrums und zur Sicherung der Wirtschaftskraft
der Stadt ist die Attraktivität des Standortes Arnsberg für Fach- und Führungskräfte. Auch hier gilt
es, die Chancen der Zuwanderung durch entsprechende Anstrengungen zu nutzen.
Initiativen und Projekte laufen:
-
Bildung, Ausbildung sowie Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen und Migranten. Auf den Bericht „Ankommen und Weiterkommen“ (09.2015) wird verwiesen.
„Bindung“ und „Rückkehr“ junger Leute nach ihrem Studium. Projekt:
„Arbeitswelt 4.0“, das auf das erfolgreiche Projekt „Generation Zukunft“ der letzten beiden
Jahre aufbaut und
Kultur- und Kunstförderung („weiche Standortfaktoren“, siehe 2.3. Ziffer 4)
2.
Arnsberg als Gesundheitszentrum für die Region ausbauen
-
Klinikum Arnsberg bei Weiterentwicklung unterstützen,
Universitätsinstitut für Notfallmedizin (INM) Arnsberg hervorheben. Es verbessert auch die
Lebensrettung und Traumaversorgung bei uns.
Zentrum für ärztliche Weiterbildung durch Betrieb und Weiterentwicklung des Kaiserhauses
einschließlich der Mobilisierung des Möhneturms fördern
Selbst- und Mithilfe – AKIS weiterentwickeln,
Netzwerke Gesundheitseinrichtungen, -dienste und -berufe unterstützen,
Weiterentwicklung des Sole- und Sportparks in Hüsten. Die „Natur-Sole“ als
Gesundheits- und Wellnessprodukt entwickeln und nutzen.
3.
Arnsberg als Öffentliches Regierungszentrum der Region (Bezirksregierung, Justizzentrum und Landesbehörden – insbesondere Einrichtungen „Wald und Holz NRW“, Arnsberg als forstliches Zentrum
NRW) sichern und unterstützen auch durch besondere Wertschätzung und bei der baulichen Erweiterung.
4.
Arnsberg als kulturelles Zentrum und Freizeitstadt ausbauen
-
Junge bildende Kunst („Lichthausprojekte“ / Kunstverein) unterstützen. Ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.
Internationale Kunst im öffentlichen Raum realisieren. Die historische Stadt Arnsberg durch
„Sehenswürdigkeiten unserer Zeit“ stärken
Kulturmarketing entwickeln
Weiterentwicklung Freizeit- und Sportzentrum „Große Wiese“
-9-
Natur aktiv erleben und sich in der Natur wohlfühlen (Renaturierung, Arnsberger Wald,
Wildwald Voßwinkel, u.a.)
Radfahren in der Natur
5.
Arnsberg als Bildungsstandort stärken: Schule, Ausbildung, duale Studiengänge und berufliche
Weiterbildung stärken
Ich habe dazu berichtet. Bildung bleibt unser Thema.
Nicht nur Schule, sondern lebens- und berufsorientierte Weiterbildung stärkt die Stadt. Duale Studiengänge schaffen ein Angebot für die 18- bis 24-Jährigen, die in Hochschulstädte abwandern
wollen und sie holen Menschen in die Stadt.
6.
Region gemeinsam stärker machen durch Zusammenarbeit und Bündnisse
-
2.4
im Projekt „LEADER“
mit dem östlichen Ruhrgebiet (Initiative „Mittleres Westfalen“) und
in Projekten interkommunaler Zusammenarbeit wie Regionales Einzelhandelskonzept
„Hochsauerland und Kreis Soest“, Arbeitskreis „Historische Stadtkerne“, „Zukunftslabor Einzelhandel 2020“ u.a.
Schwerpunkt Demografischer Wandel:
Aktive Teilhabe der Älteren und Sorge für die Ältesten – Stadt des langen Lebens gestalten
und Barrieren beseitigen
Der Besuch des Bundespräsidenten bei unseren Projekten der „Stadt des langen Lebens“ im März
dieses Jahres hat uns bestärkt in Strategie und Arbeit mit und für die Älteren und Ältesten. Unsere
Ziele sind 2016 und 2017:
1.
Das aktive Alter unterstützen
Das aktive Alter, das Engagement der Älteren und Ältesten anregen, ermöglichen, qualifizieren
und unterstützen im Sinne von Selbstentfaltung und Selbst-gestaltung der Älteren und Ältesten.
- 10 2.
Sorge und sorgende Gemeinschaften für die hilfebedürftigen Älteren und ihre Familien oder ihrer
„Wahlverwandten“ in Nachbarschaft und Quartier auch am Lebensende entwickeln und unterstützen
Es geht um Ermöglichung und Vernetzung dieses Engagements – und zwar generationenübergreifend.
3.
Alter als Thema der Stadtplanung stärker machen
Alter als Thema der Stadtplanung stärker machen – insbesondere städtebauliche Barrierefreiheit
schaffen und Teilhabe sichern durch Bewältigung neuer Herausforderungen wie soziale, sprachliche, wirtschaftliche, kulturelle oder digitale Barrieren. Ich verweise auf die Auswirkungen der Strategie 2030 auf die Stadtentwicklung, auf die ich gleich eingehen werde.
4.
Hochwertige Gesundheitsleistungen sicherstellen
Hochwertige Gesundheitsleistungen tragen entscheidend zur Lebensqualität im Alter bei. Hier
geht es um die Vernetzung und Unterstützung der Akteure aus den Bereichen Medizin, Pflege,
Therapie, Betreuung und bürgerschaftlichem Engagement als ein wichtiger Aspekt einer Gesundheitsstadt Arnsberg.
2.5
Schwerpunkt Demografischer Wandel
Kulturelle Vielfalt gestalten – Bindungsenergien erzeugen und Anziehungskräfte durch Vielfalt stärken
Empirische Untersuchungen (1) zeigen einen klaren positiven Zusammenhang
zwischen kultureller Vielfalt auf der einen Seite und Innovationen sowie Unternehmensgründungen
auf der anderen Seite. Kulturelle Vielfalt bedeutet kreative Erneuerung.
-
2.6
Offene und freundliche Stadt für alle (Inklusion)
Teilhabe und Teilnahme der Migranten und Flüchtlinge im Sinne der
Teilhabe aller fördern – Migration gestalten
Globale Stadtgesellschaft (80 Sprachen, 110 Nationen in Arnsberg) und globale Wirtschaft lokal verorten
Schwerpunkt Demografischer Wandel
Gesamtstädtisches Stadtmarketing erarbeiten und umsetzen
-
Gesamtstädtisches Stadtmarketing schrittweise etablieren: Mit den positiven Leistungen beginnen, die für alle in bis zu 30 Minuten erreichbar sind
Unter der neuen, erfolgreich eingeführten Dachmarke des „Arnsberg-A“
o Digitale Auffindbarkeit und zielgruppenorientierte Darstellung Arnsbergs mit
Werten und Leistungen verbessern,
o Gesamtstädtische Veranstaltungen – wie das 1. Stadtschützenfest – anregen
und unterstützen,
o Renaturierte Ruhr – längs durch die Stadt durch Weiterentwicklung als
„Naturpark der Oberen Ruhr“ Profil verleihen.
- 11 o
Weiterentwicklung durch Mobilisierung von Potentialen im Bereich Gesundheit,
Sport, Freizeit, Kultur u.a. auch durch thematische Vernetzung im öffentlichen
Raum
3. Strategisches Ziel:
Nachhaltigkeit und Resilienz (= Widerstands- und Anpassungsfähigkeit) der Stadt verbessern
Nachhaltigkeit und Resilienz (= Widerstandsfähigkeit). Resilienz meint die Stärkung der Stadt im
immer schneller laufenden Wandel und dem Auftreten von Widersprüchlichem und Unvorhersehbarem, damit sie in der Lage ist, diesen Herausforderungen positiv zu begegnen und zu gestalten.
Damit sind Nachhaltigkeit und Resilienz zentrale Dimensionen der Zukunftsstadt Arnsberg.
-
Energetische Erneuerung
Renaturierung und Hochwasserschutz weiterführen
Klimaschutz fortführen
Mobilität für alle verbessern – auch zwischen den Stadtteilen
Belastungen abbauen und Barrierefreiheiten schaffen
Umbau und Öffnung von (teils vernachlässigten) Stadträumen zu
lebenswerten Stadtquartieren auf Grundlage integrierter Konzepte (städtebaulich und
verkehrlich, auch kulturell, sozial und vor allem engagementfördernd)
Bedeutung der Stadtwerke als „sauberer“ und „sicherer“ Energiedienstleister unterstützen.
Resilienz meint aber auch die Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit in anderen Bereichen.
4. Strategisches Ziel:
#ARNSBERGdigital als smarte Stadt gemeinsam gestalten
Auf die akteursorientierte digitale Agenda Arnsberg 2015 - 2020 (Grünbuch - verw. 9/15) nehme
ich hier Bezug.
Die Agenda beschreibt acht bürgerorientierte Handlungsfelder:
-
Superschnelles Breitband für alle
Mobiles Internet: Freies WLAN schaffen
Optimierte Bürger-Dienste / Digitaler Bürger-Service
Der Bürger als Mitgestalter öffentlicher Leistungen
Digitale Bildung und digitale Souveränität
Digitale Wirtschaft Arnsberg und digitale Transformation der Wirtschaft
Digitale Kompetenzen der Älteren und intelligente technische Assistenzsysteme unterstützen
Beispielgebende digitale Kooperationsprojekte/Vernetzung für gemeinsame Ziele – ich
verweise auf die erfolgreiche „LEADER“-Bewerbung
- 12 5. Strategisches Ziel:
Kräfte- und Potentialentfaltung der aktiven Bürgerschaft (B), der
Bildung (B) sowie der nachhaltigen Wirtschaft: Betriebe (B) anregen und unterstützen
im Sinne der 3 „B’s“, die ich vorgestellt habe.
5.1
Aktive Bürgerschaft fördern / Bürgerschaftliches Engagement als
Selbstentfaltung und -gestaltung durch Projekte, Initiativen, Vereine sowie gesellschaftliche Beiträge von Unternehmen stärken – auch zur Teilhabeförderung der Flüchtlinge und
Migranten als Neubürgerinnen und -bürger.
Stadtverwaltung als Unterstützungsagentur gesellschaftlich lokalen Handelns verstehen und organisieren. Ohne diese Arbeit und vor allem ohne Netzwerkarbeit sind auch Aufnahme und Teilhabe
von Flüchtlingen sowie Migranten nicht möglich: vom Ankommen über das Einleben bis hin zum
Mitmachen in unserer Stadt, in der Bürgergesellschaft, in den Betrieben und Behörden und vor
allem in der Bildung.
Das LEADER-Projekt stärkt das Bürgerengagement und die Selbstorganisation unserer Dörfer.
5.2
Bestmögliche Bildung unterstützen (siehe auch 2. „Strategisches Ziel“).
Bildung im Lebenslauf unterstützen und zwar im Sinne eines ganzheitlichen
Bildungsbegriffs (OECD). Auf das bereits Gesagte darf ich hier verweisen.
5.3
Nachhaltige (wissensbasierte) Wirtschaft unterstützen
Dazu die Möglichkeiten der wfa und der Stadt entsprechend ausrichten. Die Energiedienstleistungen der Stadtwerke für Gewerbe und Industrie weiterführen. Den Ausbau digitaler Infrastrukturen
durch Telekom und Unitymedia für Betriebe und Behörden unterstützen.
V.
Umsetzung der Strategie 2030“ in Stadtentwicklung und Stadtumbau
1. Stadtentwicklung neu definieren und gestalten
Wir wollen 2016 die Stadtentwicklung neu justieren, Ziele und Handlungsfelder überprüfen und das
städtebauliche Entwicklungskonzept aus dem Jahre 2007 den neuen Zielen der Strategie „Arnsberg 2030“ und damit den neuen Zukunftsdimensionen unserer Stadt anpassen – in einem offenen
breit angelegten Beteiligungsprozess. Die Digitalisierung hilft uns dabei.
2. Stadtumbau als Stadterneuerung zur Stärkung der Zukunftsdimensionen einer attraktiven Stadt,
die Menschen und Betriebe anzieht
Es geht uns um die weitere Modernisierung der Stadt im Sinne ihrer Zukunfts-dimensionen Arnsbergs über abgestimmte Quartierskonzepte und zusammenführende sogenannte „integrierte
Handlungskonzepte“. Wir brauchen ein planvolles Vorgehen und keinen Aktionismus.
Zudem sind dies wichtige und richtige Voraussetzungen für die Förderung des Stadtumbaus durch
das Land Nordrhein-Westfalen. In Hüsten haben wir dazu bereits einen Infomarkt durchgeführt. In
AltArnsberg werden wir dies am 07. Oktober tun.
- 13 -
a) Wir führen die Maßnahmen im Stadtumbaugebiet AltArnsberg weiter
Mit dem Bau eines „Park & Ride“-Platzes mit 70 Plätzen und „Bike & Ride“ nördlich des Bahnhofs
einschließlich Treppenanlage und barrierefreiem Zugang zur Verbesserung der Erreichbarkeit und
Förderung der Oberen Ruhrtalbahn (SPNV) sowie des ÖPNV mit dem Stadtbussystem Arnsberg der
RLG.
Mit dem Bau der Brücke zur ehemaligen B 7 als direkter Anschluss des Gewerbegebietes und des
Bahnhofs an das übergeordnete Straßennetz. Die Vergabe ist bereits im Planungsausschuss erfolgt.
Mit dem Straßenbau im Gebiet „Zu den Werkstätten“.
Mit dem Zwischenerwerb und der dadurch möglichen Herrichtung bzw. Altlastensanierung von
Flächen zur Nachnutzung und Innenentwicklung sowie zur Nutzung vorhandener Infrastrukturen.
Wir mobilisieren hier die letzten wirtschaftlich nutzbaren Reserveflächen in Alt-Arnsberg für eine
Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Stadtteil und zur Aufwertung des gesamten
Bahnhofsbereiches.
- 14 -
b) Wir führen die Maßnahmen im Stadtumbaugebiet Neheim weiter
Mit der Mobilisierung des „Möhneturms“ durch eigene Leistung der Wirtschaftsförderung Arnsberg
zur Fortführung des Erfolgskonzepts „Kaiserhaus“.
Mit dem Ausbau der Möhnestraße, deren zweiter Bauabschnitt in 2016 als Modernisierung des
Stadtraums geplant ist.
Mit Erwerb und Abriss einer Schrottimmobilie zur Aufwertung des Quartiers.
- 15 c) Wir erweitern das Stadtumbaugebiet AltArnsberg um den Bereich Berufskolleg, Sekundarschule
an der Ruhr
Campusentwicklung mit Öffnung der Flächen Berufskolleg / Sekundarschule / Theater zum Stadtund Landschaftsraum, Verlagerung des Parkens etc.
Die tragende Idee ist einen modernen Bildungsraum und zugleich einen
zukunftsfähigen Stadtraum für alle zu schaffen, der auch die Freizeitqualität der Stadt stärkt.
Eine erste Idee:
- 16 d) Wir wollen ein neues Stadtumbaugebiet Hüsten
Mit der Campusentwicklung „Berliner Platz“ zur Umgestaltung der Freiflächen, für neue Wegeverbindungen im Stadtraum, zur Verlagerung des
Parkens, zur Anbindung an den Bahnhof und den Radexpressweg RXA. Auch hier ist die tragende
Idee: Moderner Bildungsraum als zukunftsfähiger Stadtraum für alle.
Eine erste Idee:
Mit der Modernisierung des Bahnhofs durch die Deutsche Bahn. Mit unseren „Anschluss“arbeiten:
„Park & Ride“ und „Bike & Ride“ mit Tunneldurchstich, Parken an der „Kleinbahnstraße“ sowie Anbindung des Franz-Stock-Gymnasiums, des Weiterbildungskollegs und des Berufskollegs an den
Bahnhof zur Verbesserung der Erreichbarkeit und Förderung der Oberen Ruhrtalbahn (SPNV) sowie
des ÖPNV und des Stadtbus-Systems Arnsberg.
Mit energetischer Rathaussanierung und Modernisierung sowie Öffnung des Verwaltungsstandortes für Bürgerschaft, Wirtschaft, Vereine. Voraussetzung ist hier eine Landesförderung, um die wir
uns bewerben.
- 17 -
Eine erste Idee:
Mit der Idee einer Brücke „Rathaus – Bahnhof“ zur besseren Einbindung des Rathauses in die
Stadtstrukturen.
Insgesamt geht es uns mit diesem neuen Stadtumbaugebiet darum, aus dem unterschätzten alten „Bereich“ zwischen Neheim und Hüsten ein funktionierendes und qualitätsvolles Stadtquartier
zu entwickeln. Thema attraktive Stadt, die Menschen und Betriebe anzieht. Voraussetzung ist die
entsprechende Landesförderung, um die wir uns bewerben.
- 18 e) Wir setzen den städtebaulichen Denkmalschutz mit folgenden Schwerpunkten fort
Maßnahmen am „Steinweg“ und „Alter Markt“
Machbarkeitsstudie „Schlossberg“ – Wie soll es mit dem Schlossberg weitergehen?
Konzept „Mühleninsel“
Sanierung historischer Straßen
Anbindung des neuen Sauerlandmuseums an die Ruhr durch die Freiraumgestaltung
Insgesamt geht es uns um die Bewahrung und Sicherung sowie die sinnvolle Nutzung des wertvollen historischen Erbes der historischen Altstadt Arnsberg, die ein europäisches Kulturerbe darstellt,
das wir zukunftsfähig an die nächste Generation weiterreichen wollen und müssen.
3. Mobilität für alle
Mit dem „Radexpressweg Arnsberg (RXA)“, den wir schrittweise realisieren wollen, als modernes
schnelles und komfortables Mobilitätsangebot zwischen den Stadtteilen.
Mit der Neugestaltung des Busbahnhofs Neheim .
Mit der Schaffung der Bushaltestelle „Dollberg“ und
mit barrierefreien oder -ärmeren Wegen, Plätzen und Straßen (bei Umbaumaßnahmen).
4. Nachfragegerechte Wohnangebote
Wir werden unser Handlungsprogramm „Wohnen“ anhand der neuen Anforderungen und
Schwerpunkte überprüfen. Insbesondere auch auf dem Hintergrund der Aufnahme von Flüchtlingen und ihrer Teilhabe am Wohnen.
Zahlreiche Bebauungsplanverfahren stehen an zur Innenentwicklung und Förderung guter Projekte (wie Baugruppen und den Umbau der kompletten 50er-Jahre-Siedlung der Arnsberger Wohnungsgenossenschaft im Sinne eines zeitgemäßen und nachfragegerechten Wohnangebotes) in
einer modernen Stadt
Hier sind auch die Maßnahmen der energetischen Stadtsanierung zu nennen
VI.
Bürgerdienste: Unsere Kernaufgabe
Die Haushaltsplanung 2016/2017 spiegelt Strategie 2030 und die darauf bezogene Stadtentwicklung dar, ist ihre finanzielle Plattform.
Die Haushaltsplanung sichert aber auch eines der Kerngeschäfte unserer Verwaltung: unsere
Dienste für die Bürgerinnen und Bürger und zwar in allen Lebensbereichen.
Unsere städtischen Bürgerdienste arbeiten wie selbstverständlich. Sie stehen selten im Mittelpunkt.
Deshalb möchte ich sie heute in besonderer Weise hervorheben.
- 19 Denn: Unsere Stadt zählt zu den bürgerfreundlichsten Städten in ganz Deutschland. Das ist keine
Selbsteinschätzung, das ist kein Urteil des Bürgermeisters, sondern das berichtete vor kurzem der
WDR aufgrund einer bundesweiten Befragung zur Bürgerfreundlichkeit von Behörden.
In kaum einer anderen Stadt seien Bürgerinnen und Bürger mit dem Service ihrer Verwaltung so
zufrieden wie in Arnsberg. Bürgerfreundlichkeit auch durch dezentrale Stadtbüros und Öffnungszeiten am Wochenende sowie das Bemühen um eine verständliche Sprache, zeichneten die
Arnsberger Stadtverwaltung gegenüber vielen anderen Kommunen aus Sicht der Bürger besonders aus.
Ergebnisse wie diese auf dem Hintergrund von Vergleichsbefragungen freuen uns. Sie sind ein
guter Ansporn, an unserem guten Bürgerservice nicht nur festzuhalten, sondern diesen kontinuierlich weiterzuentwickeln und weiterzuverbessern. Auch dafür liefert die Haushaltsplanung die finanzielle Grundlage.
Mein besonderer Dank gilt dem Kämmerer, der Kämmerei unter ihrem Leiter
Rainer Schäferhoff und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung.
Das gleiche gilt für alle, die von der Aufstellung der Haushaltsplanung 2016 und 2017 von der Weiterführung des Sanierungsplans und an der Haushaltsplanung bis 2021 mitgewirkt haben.
Wir können froh sein, dass wir eine solche Verwaltung haben. Unsere Verwaltung hat – und damit
schließt sich der Kreis zum Beginn meiner Ausführungen – mit
engagierten Bürgerinnen und Bürgern, unserer Feuerwehr, DRK und anderen über Nacht eine
Notunterkunft für 150 Menschen und dann über Mittag für insgesamt 300 Menschen auf der Flucht
vor Elend und Krieg geschaffen.
Dafür gilt unserer Verwaltung mein besonderer Dank. Sie ist die Verwaltung einer Stadt, die weltoffen, freundlich und hilfsbereit ist.
Und ich danke Ihnen, dass Sie mir zugehört haben.
Anmerkungen:
(1)
Dohse, Dirk / Gold, Robert: Determing the Impact of Cultural Diversity on Regional Economics in Europe, 2014; Audretsch, David / Dohse, Dirk / Niebuhr, Annekatrin: Cultural Diversity und Entrepreneurship in Germany, Annals of Regional Science, 45, S. 55-85, 2010.
Vgl. auch den „Global Entrepreneurship Monitor”, den Gründungsmonitor der Förderbank
KfW sowie die Arbeiten von Richard Florida zur Creative Class.