Spieler - SCHMIDT Gruppe

Spieler- und
Jugendschutzbericht 2015
Berichterstattung zu den Spielerschutzmaßnahmen
nach den „Richtlinien zur Vermeidung und Bekämpfung
von Glücksspielsucht“ (Glücksspieländerungsstaatsvertrag,
Anhang 1b) und der entsprechenden Landesgesetze bzw.
-ausführungsbestimmungen.
Inhalt
1 Vorwort
■
............................................................................................. 5
2 Unternehmen
■
.......................................................................... 6
3 Ausgangssituation
■
3.1
Spielen und Sucht ............................................................................................. 7
3.2
Neueste Präventionserkenntnisse ........................................................................ 7
4 Neuausrichtung der Präventionsarbeit
■
– SPIEL BEWUSST.de –
4.1
Die Projektidee ................................................................................................. 9
4.2
Bedeutung für die Präventionsarbeit in den Unternehmen der
4.3
Die Präventionsberater ..................................................................................... 10
4.4
Neue Spielerschutzmaterialien ........................................................................... 11
SCHMIDT Gruppe ........................................................................................... 10
4.4.1 Sozialkonzept ....................................................................................... 11
4.4.2 Betreuungskonzept ............................................................................... 13
4.4.3 Informationsmaterialien ........................................................................ 13
5 Unterstützung von Branchenaktivitäten
■
2
5.1
Arbeitskreis Prävention ..................................................................................... 15
5.2
Zertifizierung ................................................................................................... 16
6 Berichterstattung 2015
■
6.1
Auswertungen der Spielerschutzprotokolle .......................................................... 17
6.1.1
Kontakte Präventionsberater, Präventionsbeauftragte und Servicekräfte ....... 17
6.1.2 Maßnahmen Präventionsberater, Präventionsbeauftragte und Servicekräfte . 22
6.1.3 Auswertung E-Mail- und Telefonkontakte ................................................ 24
6.2
Schulungen ..................................................................................................... 24
6.3
Ausschluss vom Spiel ....................................................................................... 26
6.4
Kontakte zu den Hilfeeinrichtungen .................................................................... 27
6.5
Steuerungsteam Spielerschutz ........................................................................... 27
6.6
Bargeldlose Spielstätte ..................................................................................... 29
7 Jugendschutz
■
8 Investitionen
■
........................................................................ 30
........................................................................... 32
9 Weiterentwicklungen
■
.................................................. 33
10 Gesellschaftliches Engagement
■
.................. 34
11 Kontakt und Impressum
■
9.1
Kontakt ......................................................................................................... 36
9.2
Impressum .................................................................................................... 36
3
4
Vorwort
Die Spielstätten-Unternehmen der SCHMIDT Gruppe sowie die entsprechenden Dienstleistungsunter-
1
nehmen fühlen sich den Zielen des Glücksspielstaatsvertrages (§ 1) verpflichtet und machen sie zur
Richtschnur ihres unternehmerischen Handelns in allen Fragen des Jugend- und Spielerschutzes sowie
der Kriminalprävention. Vor diesem Hintergrund arbeiten die Unternehmen eng mit Wissenschaft und
Prävention zusammen. Die Unternehmen möchten aber auch in der politischen Diskussion auf der Ebene
der Bundesländer, des Bundes und der Europäischen Union aktiv mitwirken, denn sie sind der Überzeugung, dass viele der ergriffenen Maßnahmen gerade auf Länderebene in der Regel nicht den vorliegenden,
suchtwissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Die Unternehmen suchen proaktiv den Gedankenaustausch mit anderen Glücksspielanbietern, denn nur in einer kohärenten Regulierung aller Angebote
kann Spielerschutz im Sinne des Verbraucherschutzes zielführend in der Zukunft umgesetzt werden. Diese
Vorstellung umfasst auch eine bundesweite, angebotsübergreifende Spielersperrdatei.
Die Spielstätten-Unternehmen der SCHMIDT Gruppe bieten ihren Gästen in rund 170 modernen Spielstätten ein attraktives und zeitgemäßes Freizeitangebot. Die meisten Spielgäste verbinden mit dem
Spielen Spaß, Unterhaltung und Freizeitvergnügen. Doch es gibt auch Menschen, die mit dem Angebot
Schwierigkeiten bekommen können und deren Umgang mit dem Spielen problematische oder sogar pathologische Züge annehmen kann.
Die Unternehmen sind sich dieser Situation bewusst und haben daher bereits im Jahr 2007 begonnen,
ein niederschwelliges Präventionskonzept zu entwickeln und in den Unternehmensstrukturen zu verankern.
Dieses Konzept wurde im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt, wobei hohe Maßstäbe angelegt wurden.
Denn es handelt sich auch um eine moralisch-ethische Verpflichtung, keine Umsätze mit pathologischen
oder minderjährigen Spielern tätigen zu wollen.
Die folgenden Ausführungen geben einen Überblick über die konkreten Maßnahmen, welche die Spielstätten- und Dienstleistungsunternehmen im Jahr 2015 im Bereich Spieler- und Jugendschutz umgesetzt
haben sowie eine entsprechende Auswertung dieser Maßnahmen. Im Anhang zu diesem Bericht wird
außerdem die Auswertung der Maßnahmen für die einzelnen Spielhallenstandorte dargestellt.
5
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
2
Unternehmen
Der Betrieb von modernen Spielstätten, die Produktion von
nehmen wickelt auch im Bereich Spielerschutz und Präventi-
Unterhaltungsspielgeräten mit und ohne Gewinnmöglich-
on Aufträge für die Spielstätten-Unternehmen der Gruppe ab.
keit, der Betrieb von Fitness-Centern und das Anbieten von
Im Auftrag der einzelnen Betreibergesellschaften erstellt die
IT-Dienstleistungen sowie sonstigen Dienstleistungen – das
SG Service Zentral GmbH auch diesen Spieler- und Jugend-
sind die Geschäftsbereiche der mehrheitlich familiengeführ-
schutzbericht.
ten SCHMIDT Gruppe. Insgesamt arbeiten mehr als 2.500
Mitarbeiter deutschlandweit in mehreren Unternehmen für
Wohlwissend, dass es einige Menschen gibt, die mit dem
die Unternehmensgruppe, wobei die meisten von ihnen in
Angebot in den Spielstätten Schwierigkeiten bekommen
der SCHMIDT Gruppe Service GmbH oder einer ihrer Toch-
können, engagieren sich die Unternehmen schon seit Jahren
tergesellschaften angestellt sind.
konsequent im Spielerschutz. So zählen Jugendschutz, Spielerschutz sowie Suchtprävention untrennbar zum unterneh-
Zum Spielstätten-Bereich der SCHMIDT Gruppe zählen rund
merischen Handeln.
170 SPIELSTATIONEN und SPIELSTUBEN in Deutschland.
Damit gehören die Spielstätten-Unternehmen zu den führen-
Für den Spielstättenbereich wurde ein sogenanntes nieder-
den Anbietern der deutschen Automatenwirtschaft. Das Kon-
schwelliges Präventionsprogramm in Zusammenarbeit mit
zept ist, ein hochmodernes und innovatives Spielgeräteange-
einer auf Spielerschutz spezialisierten Unternehmensbera-
bot in einer wirklichen Wohlfühlatmosphäre anzubieten. Das
tung aufgebaut. Nicht aussperren, sondern die Hand zur
fängt bereits bei der Auswahl eines jeden Standortes an und
vermittelnden Hilfe anbieten, ist ein Ziel. Zudem wird mit der
setzt sich über die architektonische Planung und Innengestal-
Fachstelle Glücksspiel und Medienkonsum der Evangelischen
tung der modernen Spielstätten fort. Auf diese Art und Weise
Gesellschaft (eva) kooperiert und das niederschwellige Prä-
wird eine Atmosphäre geschaffen, die alle Altersgruppen ab
ventionskonzept weiter ausgebaut. Dabei beraten Experten
18 Jahren zur Freizeitunterhaltung und zum Treff mit Freun-
der eva die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dienstleis-
den und Bekannten einlädt.
tungsunternehmens umfassend und schulen und unterstützen sie dabei, den Spielerschutz umzusetzen.
Die SG Service Zentral GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen der Unternehmensgruppe und steht den anderen
6
Unternehmen in dieser Funktion zur Verfügung. Das Unter-
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Ausgangssituation
3.1 | Spielen und Sucht
Für die Entstehung problematischen Spielverhaltens wer-
Spieler beim Glücksspiel können in drei Kategorien unter-
den die Grundlagen des Modells von Meyer und Bachmann
schieden werden: Gelegenheits- und soziale Spieler, die ein
(2011) angenommen. Die Zuordnung der Einflussfaktoren
unproblematisches Spielverhalten zeigen, problematisch
erfolgt anhand ihrer Verortung im Individuum, dem Sozialfeld
spielende Personen und pathologische Spieler.
(sozialen Umfeld) oder dem Glücksspiel (-Angebot). Diese
Einer repräsentativen Studie der Universitäten Greifswald und
drei Bereiche wirken dabei grundsätzlich gemeinsam bei
Lübeck zufolge weisen in Deutschland etwa 172.000 Per-
der Entwicklung einer Störung pathologisches Spielen, wenn
sonen, also ca. 0,31 Prozent der erwachsenen Bevölkerung,
auch im individuellen Fall in unterschiedlichem Ausmaß.
ein problematisches Spielverhalten auf. Dem Bereich des
Anbieter von Glücksspielen können daher ihren Teil der Ver-
pathologischen Spielens werden etwa 193.000 Personen zu-
antwortung für die Entwicklung von Problemen übernehmen.
geordnet. Dies entspricht ca. 0,35 Prozent der erwachsenen
Die Spielstätten-Unternehmen stellen sich dieser Herausfor-
Bevölkerung. Insgesamt zeigen damit rund 365.000 Perso-
derung und engagieren sich seit Jahren im Bereich Spieler-
nen in Deutschland ein problematisches oder pathologisches
schutz – sowohl unternehmensintern als auch branchenweit.
3
Spielverhalten. Diese Prävalenzrate ist laut vorliegenden
Studien in den letzten Jahren nicht gestiegen, obwohl das
Die Präventionsarbeit orientiert sich dabei an den Grundlagen
Glücksspielangebot in den zurückliegenden Jahren deutlich
des Responsible Gamblings. Beachtet wird bei der Planung
gewachsen ist.
und Umsetzung der Präventionsmaßnahmen die Unterscheidung universeller, selektiver und indizierter Präventi-
Verschiedene Studien zeigen, dass die Komorbidität von
onsmaßnahmen (Gordon, 1983). Zudem findet die in der
pathologischem Glücksspiel und anderen psychischen
Präventionsarbeit bekannte Unterscheidung der Maßnahmen
Störungen, wie beispielsweise Persönlichkeitsstörungen, sehr
in Verhältnis- und Verhaltensprävention Berücksichtigung.
hoch ist. Personen, die in der Prävention von pathologischem
Glücksspiel im Einsatz sind und Gespräche mit Betroffenen
3.2 | Neueste Präventionserkenntnisse
führen, sollten daher vorab intensiv auf mögliche schwierige
Neueste suchtwissenschaftliche Erkenntnisse und die
Interaktionen vorbereitet werden. Nur dies schafft die nötigen
Betrachtung der Themen Spielerschutz und Prävention aus
Fähigkeiten für eine psychologisch kompetente Gesprächs-
unterschiedlichen Blickwinkeln sind die beiden Aspekte, die
führung mit Betroffenen.
eine Weiterentwicklung des Spielerschutzes möglich machen.
7
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Um hier dem aktuellen Stand der Forschung folgen zu kön-
• Anfang Dezember 2015 fand in Berlin die 27. Fach-
nen, nehmen Mitarbeiter der SCHMIDT Gruppe an Fortbil-
tagung des Fachverbandes Glücksspielsucht e. V. statt.
dungen und Fachtagungen teil. Auch 2015 wurden wieder
Vorträge und Diskussionen gab es dabei unter anderem
Gelegenheiten genutzt, das eigene Fachwissen zu aktualisie-
zu den Themen simuliertes Glücksspiel, Sinn und Unsinn
ren und Erkenntnisse über neueste suchtwissenschaftliche
von Sozialkonzepten in Spielhallen, Fakt und Fiktion:
Ergebnisse zu erhalten.
Behauptungen der Automatenbranche auf dem Prüfstand,
Vernetzung der Glücksspielerselbsthilfe in NRW, Geld-
So waren Mitarbeiter der Unternehmensgruppe unter ande-
management bei Glücksspielsüchtigen, Crystal Meth und
rem bei den folgenden Veranstaltungen zugegen:
Glücksspiel sowie Emotionsregulation für Glücksspielerinnen und Glücksspieler.
• Im März fand das zweitägige Symposium Glücksspiel
2015 der Forschungsstelle Glücksspiel der Universität
Hohenheim in Stuttgart statt. Die Zwischenevaluierung
des Glücksspielstaatsvertrags stand dabei im Mittelpunkt
des Interesses. Aktuelle Studien zum Thema Glücksspiel,
technische Methoden des Spielerschutzes, rechtliche
Fragestellungen, das Thema Glücksspielkommission, Zertifizierung von Spielhallen und internetbasierte Prävention
waren einige der umfangreichen Themen der Tagung.
• Beim Deutschen Suchtkongress im September in Hamburg standen unterschiedliche Themen im Bereich Sucht
und Abhängigkeit auf der Tagesordnung. Auch pathologisches Glücksspielen wurde thematisiert. Neben den
neuesten Erkenntnissen aus Studien in Österreich wurden
auch die Hotline Glücksspiel in NRW, Therapiehindernisse für pathologische Glücksspieler und Glücksspielerinnen, zentrale Regelungen des Spieler- und Jugendschutzes zur Glücksspielsuchtprävention und ihre Umsetzung
in Deutschland sowie Suizidalität bei pathologischen
Spielern thematisiert. Zudem wurde unter anderem auch
auf Sucht und Komorbidität, Subtypen pathologischer
Spieler und Evaluationsergebnisse aus Deutschland eingegangen.
8
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Neuausrichtung
der Präventionsarbeit – SPIEL BEWUSST.de –
4.1 | Die Projektidee
konzept, ein gemeinsames Schulungs- und Fortbildungskon-
Die Präventionsarbeit ist im Jahr 2015 grundlegend neu
zept unter Beteiligung externer Experten sowie gemeinsames,
ausgerichtet worden: Initiiert wurde das Projekt SPIEL BE-
fachlich fundiertes und praxistaugliches Informationsmaterial
WUSST.de. Das Projekt ist eine lose, unternehmensübergrei-
für die angeschlossenen Spielstätten. Einen besonderen
fende Kooperation der LÖWEN-Gruppe (Admiral Play GmbH,
Stellenwert nehmen die Präventionsberater ein, die einen
BPA Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe GmbH und EXTRA
15-köpfigen, unternehmensübergreifenden Präventionsbe-
Games Entertainment GmbH), der LÖWEN PLAY GmbH
rater-Pool bilden. Durch den Einsatz der hochqualifizierten
und den Spielstätten- und Dienstleistungsunternehmen der
Präventionsberater sowie eines einheitlichen Betreuungskon-
SCHMIDT Gruppe. Alle angeschlossenen Unternehmungen
zepts wird eine durchgehende Präventionskette sichergestellt.
bündeln bei SPIEL BEWUSST.de
Als verantwortungsbewusste Unternehmen gehören Jugend-
ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen im Bereich Spieler- und
und Spielerschutz sowie Suchtprävention untrennbar zum un-
Jugendschutz. Ihnen ist es wichtig, ihre gute Arbeit im Be-
ternehmerischen Handeln der beteiligten Gesellschaften. Un-
reich Spielerschutz weiter zu professionalisieren und zu opti-
abhängig von gesetzlichen Regelungen gibt es für die SPIEL
mieren. Sie möchten Vorreiter im Jugend- und Spielerschutz
BEWUSST.de-Unternehmen auch eine moralisch-ethische
aller Glücksspielanbieter sein. Zu diesem Zweck wurde das
Verpflichtung. So ist es Ziel aller Aktivitäten, Gäste mittels
Projekt SPIEL BEWUSST.de ins Leben gerufen.
Aufklärungs- und Informationsmaterialien zu verantwortungs-
4
und risikobewusstem Spielen anzuhalten und problematisch
Die Kernthemen von SPIEL BEWUSST.de sind dabei ein
bzw. pathologisch Spielende frühzeitig zu erkennen, um
gemeinsames, fachlich fundiertes und praxiserprobtes Sozial-
ihnen professionelle Gesprächs- und gegebenenfalls Vermitt-
9
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
lungsangebote zu Hilfeeinrichtungen anzubieten. Ein weiteres
SPIEL BEWUSST.de die Präventionsberater ein: Deutsch-
Ziel ist es, zu verhindern, dass problematisches Spielver-
landweit sind in den Spielstätten der SPIEL BEWUSST.de-
halten überhaupt erst entsteht. Durch das Engagement im
Unternehmen Präventionsberater tätig. Sie üben ihre Tätig-
Rahmen von SPIEL BEWUSST.de möchten sich die beteilig-
keit in Vollzeit aus und bringen eine qualifizierte Ausbildung
ten Unternehmen ihrer Verantwortung stellen: „Wir sind uns
im Bereich der Sozial- und Verhaltenswissenschaften
bewusst, dass es Menschen gibt, die mit unserem Angebot
(Psychologie, Sozialpädagogik, Sozialarbeit o. ä.) mit.
Schwierigkeiten bekommen können und deren Umgang mit
Die Präventionsberater bilden ein 15-köpfiges Präventionsbe-
dem Spielen problematische oder sogar pathologische Züge
rater-Team (Stand: 31.12.2015). Dabei gibt es keine unter-
annehmen kann. Deshalb sagen wir durch das Projekt SPIEL
nehmensbedingte Unterscheidung zwischen den Präventions-
BEWUSST.de: JA zum Spieler- und Jugendschutz! Und: JA
beratern: Sie alle bilden ein Team und sind SPIEL BEWUSST.
zur Prävention“.
de-Präventionsberater. Jeder Präventionsberater ist für ein
bestimmtes regionales Gebiet zuständig und betreut alle in
4.2 | Bedeutung für die Präventionsarbeit in den Unter-
diesem Gebiet liegenden Spielstätten, sodass jede Spielstätte
nehmen der SCHMIDT Gruppe
einen gleichbleibenden Ansprechpartner hat und eine inten-
SPIEL BEWUSST.de stellt eine Neuerung in den Unterneh-
sive Betreuung möglich ist. Die Präventionsberater arbeiten
men der SCHMIDT Gruppe dar. Das Projekt bedeutet Verän-
generell eng mit dem Außendienst, den Servicekräften und
derung und Weiterentwicklung für die Präventionsarbeit. So
den Hilfeeinrichtungen zusammen. So tragen die Präventi-
sind ein neues gemeinsames Sozial- sowie Betreuungskon-
onsberater dazu bei, den Präventionsgedanken noch stärker
zept bereits im Einsatz und neue einheitliche Kommunikati-
in den Unternehmen zu verankern und unterstützen hierbei
onsmittel liegen in allen angeschlossenen Spielstätten aus.
die Führungskräfte im Innen- und Außendienst.
Vor allem ist aber der flächendeckende Einsatz von Präven-
Die folgenden Aufgaben lassen sich dem Präventionsbera-
tionsberatern ein Novum. Diese werden ihrem jeweiligen
ter-Tätigkeitsfeld zuordnen:
Gebiet nach regionalen Aspekten zugeordnet, es erfolgt keine
unternehmensbezogene Einteilung mehr. Dies wirkt sich auch
• Psychosoziale Beratung potentiell gefährdeter Gäste
auf die hierarchische Einordnung des Themas „Spielerschutz“
• Vermittlung von gefährdeten Spielern in das Hilfesystem
aus. So wird die Präventionsarbeit nun maßgeblich von den
• Erste Ansprechpartner rund um die Themen Spieler-
Präventionsberatern übernommen und die Gebietsleiter und
Gebietsleiterinnen, die zuvor als Präventionsbeauftragte tätig
waren, werden von dieser Aufgabe entbunden und somit
auch entlastet. Sie können sich wieder auf ihre vertrieblichen
Aufgaben konzentrieren und es erfolgt eine klare Trennung
schutz, Prävention und Spielersperren
• Verantwortlichkeit für Bestellung und Auslage der Spielerschutz-Informationsmaterialien in den Filialen
• Bindeglied zwischen Filialmitarbeitern, Führungskräften
und Hilfeeinrichtungen
zwischen vertrieblichen Aspekten und umsatzunabhängiger
• Kontaktpflege Hilfeeinrichtungen und Landesfachstellen
Präventionsarbeit.
• Enge Zusammenarbeit mit Außendienst
• Begleitung / Durchführung von Spielerschutzschulungen
4.3 | Die Präventionsberater
10
Einen besonderen Stellenwert nehmen im Rahmen von
• Mitarbeit an internen Prozessen / Projekten rund um die
Themen Spielerschutz und Prävention
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Das Angebot der Präventionsberater versteht sich als un-
Unternehmungen beschäftigte Präventionsberater sowie die
terstützende Beratungsleistung und ist somit klar von einer
für die Spielstätten zuständigen Servicemitarbeiter
therapeutischen Intervention und von den Aufgaben einer
und Führungskräfte verantwortlich. Alle beteiligten SPIEL
Hilfeeinrichtung abzugrenzen.
BEWUSST.de-Unternehmungen greifen auf das gleiche, fachlich fundierte und praxiserprobte Sozialkonzept zurück.
Die Präventionsberater treffen sich regelmäßig, jeweils
aufgeteilt nach Regionen. Bei diesen sogenannten regionalen
Teamgesprächen können sich die Präventionsberater über
mögliche Fälle (anonymisiert) und Organisatorisches austau-
Das Sozialkonzept kann bei Bedarf angefordert werden.
schen. Die Teamgespräche sind im August 2015 eingeführt
Ansprechpartnerin bezüglich des Sozialkonzepts ist:
worden und es haben bisher drei solcher Treffen stattgefunden. Grundsätzlich finden die Teamgespräche nicht in einem
Petra Schulze Ising
festen Intervall statt, sondern erfolgen anlassbezogen. Bei
Sozialkonzeptbeauftragte
den Treffen ist ein Protokoll zu führen.
[email protected]
SOZIALKONZEPT 2015
Telefon: 02541-94060
4.4 | Neue Spielerschutzmaterialien
SPIELERSCHUTZ
UND PRÄVENTION
Wie bereits im Kapitel 4.2 angesprochen, beinhaltet das
Projekt SPIEL BEWUSST.de nicht nur den Einsatz von Präventionsberatern, auch die Spielerschutzmaterialien wurden
Die konkrete Ausgestaltung
entsprechend angepasst und erneuert. Dies wird nachfolgend
des Sozialkonzepts wird für die
erläutert.
Gäste, Mitarbeiter und Dienstleister generell als Spieler-
4.4.1 | Sozialkonzept
schutz-Konzept sichtbar: Das
Das Sozialkonzept der SPIEL BEWUSST.de-Gruppe geht aus
Spielerschutz-Konzept stellt
einer Kooperation der LÖWEN-Gruppe, der LÖWEN PLAY
die praktische Umsetzung des
GmbH und der SCHMIDT Gruppe Service GmbH hervor.
Sozialkonzepts im Unterneh-
Die Verfasser des Sozialkonzepts sind entsprechend den drei
men dar. Somit ist das Sozialkonzept der Rahmen für das
Unternehmungen zuzuordnen: Stefan Bauer (EXTRA Games
Spielerschutz-Konzept und bietet allen Gästen Unterstützung
Entertainment GmbH), Jan Kowala (LÖWEN PLAY GmbH),
und Schutz.
Dr. Marek Schopf (ehemals LÖWEN PLAY GmbH) und Petra
Schulze Ising (SG Service Zentral GmbH). Beratend wirkten
Im ersten Teil des Sozialkonzepts werden die rechtlichen
Markus Fent, AGJ Freiburg und Suchtberatungsstelle Sigma-
Rahmenbedingungen zu einem stringenten Handlungsrahmen
ringen, sowie Petra Nägele, Evangelische Gesellschaft (eva)
verknüpft, der den Wegweiser für die praktische Umsetzung
Stuttgart, bei der Erarbeitung des Sozialkonzepts mit.
in allen Unternehmen darstellt. Die Spielsuchtprävention in
Für die Umsetzung des Sozialkonzepts zeichnen aktuell Ste-
der SPIEL BEWUSST.de-Gruppe wird dann im zweiten Teil
fan Bauer, Jan Kowala, Petra Schulze Ising, sämtliche in den
ausführlich dargelegt.
11
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Alle Maßnahmen, die das SPIEL BEWUSST.de-Sozialkonzept
Grundsätzlich soll die Entstehung eines problematischen
umfasst, zielen auf zwei Schwerpunkte der Präventionsarbeit ab:
Spielverhaltens verhindert werden. Sollte dennoch ein Gast
ein auffälliges Spielverhalten entwickelt haben, hat die
• Problematisches bzw. pathologisches Spielverhalten früh-
Zuführung des Hilfe suchenden Gastes an das Hilfesystem
zeitig erkennen und verhindern (Prävention im engeren
oberste Priorität. Nachfolgend wird der Prozess der Ver-
Sinne)
mittlung, angefangen bei der Kontaktaufnahme durch den
• Hilfe suchende Gäste unterstützen, zum Beispiel durch
Gast mit den Servicekräften über die Präventionsberater bis
Vermittlung in das Hilfesystem (Prävention im weiteren
hin zur Hilfeeinrichtung, schematisch dargestellt. Auch die
Sinne)
aktive Kontaktaufnahme der Servicekraft mit dem Gast wird
thematisiert.
Vermittlungsprozess von hilfebedürftigen Spielern
Gast
Servicekraft
Hotline
Spielerschutz
und Prävention
Kontaktaufnahme
durch direkte
Ansprache
Gespräch mit
Spielgast durch
Präventionsberater
Gesprächsleitfaden
für Servicekräfte
Servicekraft
erkennt, dass Gast
Hilfe braucht
Case
Management
Gesprächsdokumentation
Gesprächsleitfaden
für die Hotline
Gesprächsdokumentation
Übergabe an
zuständigen
Präventionsberater
Gast hat weiteren
Beratungsbedarf
Rückmeldung des
Ergebnisses und
Dokumentation
Auswahl einer
geeigneten
Hilfeeinrichtung
Kontaktaufnahme
per Telefon
12
Hilfeeinrichtung
Telefonische
Kontaktaufnahme
zur Terminvereinbarung
Gesprächsdokumentation
Gast benötigt
Hilfe und
Unterstützung
bezüglich seines
Spielverhaltens
Präventionsberater
Gast hat keinen
weiteren
Beratungsbedarf
Betreuung des
Spielsüchtigen
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Das gesamte Portfolio der spielerschützenden Maßnahmen
bildet das Sozialkonzept detailliert ab. Nachfolgend wird
Das Betreuungskonzept kann bei Bedarf angefordert
das Portfolio der Maßnahmen in einem Überblick skizziert.
werden. Ansprechpartnerin bezüglich des Betreuungs-
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Aspekten sind
konzepts ist:
in den verschiedenen Kapiteln des vorliegenden Spieler- und
Petra Schulze Ising
Jugendschutzberichts zu finden.
Sozialkonzeptbeauftragte
[email protected]
Telefon: 02541-94060
Informationsmöglichkeiten
Ausgebildete
Präventionsberater
Portfolio der
spielerschützenden
Maßnahmen
Die Zusammenarbeit der drei Unternehmen im Rahmen
von SPIEL BEWUSST.de sowie der Zusammenschluss aller
Präventionsberater zu einem Team machen ein Betreuungskonzept unverzichtbar, denn: Zur Zusammenarbeit bedarf es
einer grundlegenden Einigung auf ein Betreuungskonzept,
damit alle nach den gleichen Maßstäben arbeiten.
Ausschluss
vom Spiel
Gästeansprache durch
geschultes Personal
4.4.3 | Informationsmaterialien
Die Informationsmaterialien wurden 2015 im Rahmen von
SPIEL BEWUSST.de komplett ausgetauscht und stehen den
Gästen in allen Spielstätten lückenlos zur Verfügung. Besonders wichtig sind dabei die Broschüre „SPIEL BEWUSST“
und das Info-Kärtchen „ZEIT ZU HANDELN“. Die Broschüre
4.4.2 | Betreuungskonzept
„SPIEL BEWUSST“ enthält neben den „10 Goldenen Spiel-
Ergänzt wird das Sozialkonzept durch ein Betreuungskonzept:
regeln“ unter anderem einen Selbsttest. Dieser ermöglicht es
Dort sind über das Sozialkonzept hinausführende Informa-
den Gästen, ihr Spielverhalten anhand von acht Fragen selbst
tionen zum Spielerschutz-Konzept zu finden. So wird u. a.
einzuschätzen. Das Info-Kärtchen „ZEIT ZU HANDELN“
erläutert, an wen sich das Angebot konkret richtet und es
kann, dank des kleinen Scheckkarten-Formats, besonders
findet eine inhaltliche Abgrenzung der Betreuungsleistung
diskret eingesteckt werden. Unterstützt wird diese Möglich-
statt. Zudem werden die verschiedenen Möglichkeiten der
keit dadurch, dass die Info-Kärtchen insbesondere in den
Hilfe sowie die Themen „Komorbidität“, „Akute Notfälle“,
Sanitärbereichen der Spielstätten ausliegen. Des Weiteren
„Bedeutung des Hilfesystems“ und das Dokumentationssys-
ist die Broschüre „SPIEL BEWUSST“ im Thekenbereich und,
tem erläutert.
wenn gefordert, an den Geldgewinnspielgeräten ausgelegt.
13
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Ergänzt werden die benannten Informationsmaterialien
Spielrelevante Informationen
durch ein DIN-A1-Plakat in jeder Konzession mit dem Titel
Gemäß § 7 Abs. 1 des Glücksspieländerungsstaatsvertrags
„Die 10 Goldenen Spielregeln zur Vorbeugung problemati-
sind die Gäste über alle spielrelevanten Fakten zu informie-
schen Spielens“.
ren. Dieser Informationspflicht wird durch die Broschüre
„Spielrelevante Informationen“ nachgekommen. Die Broschü-
Das Plakat gibt Tipps und Hinweise zum richtigen Umgang
re findet sich für die Spielgäste leicht zugänglich im Theken-
mit dem Spiel. Zudem wird auf dem Plakat, dem Info-
und im Geldgewinnspielbereich der Spielstätten. Sie enthält
Kärtchen und der Broschüre stets die Nummer der SPIEL
unter anderem Angaben zu den Kosten der Teilnahme, zur
BEWUSST.de-Hotline angegeben: 0800 / 77238368 oder
Höhe der Gewinne. Ergänzend ist in allen Spielstätten ein
0800 / PRAEVENT. Hilfe suchende Gäste können sich rund
Aushang mit dem Titel „ZEIT ZU HANDELN“ zu finden.
um die Uhr, sieben Tage die Woche an diese Telefonnummer
Dieser enthält ebenfalls spielrelevante Informationen sowie
wenden. Die neue SPIEL BEWUSST.de-Hotline ist eine zent-
die Inhalte des zuvor thematisierten Info-Kärtchens „ZEIT ZU
rale Neuerung innerhalb der Präventionsarbeit der beteiligten
HANDELN“.
Unternehmen.
Außerdem steht den Gästen die SPIEL BEWUSST.de-Homepage zur Verfügung: www.spiel-bewusst.de. Dort sind alle
hilfreichen Informationen in den folgenden Sprachen zu
SPIEL BEWUSST
finden: Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch,
Russisch und Türkisch. Neben den SPIEL BEWUSST.de-Materialien liegen in den Spielstätten auch Flyer lokaler Hilfeeinrichtungen aus, wenn diese dem zugestimmt haben. Darüber
hinaus informieren auch Piktogramme sowie Monitore in den
Filialen über die problematischen Aspekte des Spielens sowie
mögliche Hilfeangebote.
14
Aufklärung und ausführliche Verbraucherinformation
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Unterstützung
von Branchenaktivitäten
Die Deutsche Automatenwirtschaft engagiert sich seit Jahren
Dienstleistungsunternehmen der SCHMIDT Gruppe unterstüt-
für klare gesetzliche Regeln, die Stärkung des legalen Spiels,
zen die Aktivitäten der Verbände und bringen sich aktiv in die
den Kampf gegen die Illegalität und damit einhergehend für
Arbeitsgruppen der Deutschen Automatenwirtschaft ein.
5
einen wirksamen Spielerschutz. Mit ihrer Kampagne „Kein
Spiel ohne Regeln“ informiert sie die Öffentlichkeit über ge-
5.1 | Arbeitskreis Prävention
setzliche Vorgaben für Spielhallen und Geldgewinnspielgeräte
Seit Jahren werden in der Deutschen Automatenwirtschaft
und positioniert sich zu den Gefahren des illegalen Spiels.
die Themen Prävention und Spielerschutz intensiv verfolgt.
Seit Oktober 2015 läuft die dritte bundesweite Aufklärungs-
Dazu wurde der Arbeitskreis Prävention (AK Prävention) ins
kampagne. Mit Plakaten, TV- und Radiospots, Anzeigen,
Leben gerufen, der mit Branchenvertretern besetzt ist. Mitar-
Onlinebannern und auf zahlreichen weiteren Kanälen macht
beiter der SG Service Zentral GmbH nehmen aktiv an diesem
die Deutsche Automatenwirtschaft ihre Verantwortung und
Arbeitskreis teil und unterstützen die Branchenaktivitäten im
ihren Einsatz für ein legales geregeltes Spiel und für einen
Bereich Spielerschutz und Prävention.
aktiven Spieler- und Jugendschutz erneut deutlich. Das
Es wurde ein Branchensozialkonzept entwickelt, das kon-
Hauptmotiv „Legal nicht egal“ zeigt, dass in legalen Spiel-
tinuierlich weitere Optimierungen erfährt. Auch Aufsteller,
hallen klare Regeln zum Schutz der Spielerinnen und Spieler
die mit den eigenen personellen Kapazitäten kein eigenes
gelten. Weitere Kurzbotschaften wie „Nur ab 18“ und „Kein
Sozialkonzept erstellen können, haben damit die Möglichkeit,
Bier hier“ machen darauf aufmerksam, dass in Spielhallen
ein wissenschaftlich fundiertes Sozialkonzept zu erhalten,
nur Erwachsene spielen dürfen und der Ausschank und Ver-
das nur noch auf die jeweiligen Bedingungen in der eigenen
zehr von Alkohol streng untersagt ist. Die Spielstätten- und
Spielhalle angepasst werden muss.
15
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Zudem bietet die Branche gemeinsam mit namhaften
Als ersten Schritt unterziehen sich die Unternehmen freiwillig
Vertretern aus dem Hilfesystem eine Ausbildung zum
einer Spielstätten-Zertifizierung durch die unabhängigen
Sozialkonzeptbeauftragten an. Ziel soll es sein, die Themen
TÜV-Organisationen, wie den TÜV Rheinland oder den TÜV
Spielerschutz und Prävention noch besser im Unternehmen
Intercert Saar, die Spielstätten in den Bereichen Organisati-
umsetzen zu können. Auch die Themen Weiterentwicklung
on, Personal, rechtliche Rahmenbedingungen, Betrieb, Infra-
des Sozialkonzepts für die Gastronomie, der Austausch mit
struktur und Sozialkonzept überprüfen. Auch für Tipps und
Vertretern der Landesfachstellen Glücksspielsucht und die
Verbesserungsvorschläge seitens der TÜV-Organisationen
Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen standen 2015
haben die Verantwortlichen dabei stets ein offenes Ohr, denn
auf der Tagesordnung des AK Prävention.
nur so kann der hohe Standard gehalten und weiterentwickelt werden. Ein weiteres Ziel der Zertifizierungen ist es, die
5.2 | Zertifizierung
gesellschaftliche Akzeptanz für Spielstätten zu schärfen und
Wenn die Politik weiter an dem Ziel festhält, die Zahl der
auch der Öffentlichkeit bewusst zu machen, welche Anforde-
Spielhallenstandorte deutlich zu reduzieren, dann sollten
rungen Spielstätten-Unternehmen zu erfüllen haben.
zumindest bei den Auswahlkriterien zwischen hier konkurrie-
Im November und Dezember 2015 wurden bereits die ersten
renden Spielstätten qualitative Kriterien im Sinne der Sucht-
Standorte in Bayern von den TÜV-Auditoren geprüft. Im
prävention eine vorrangige Rolle spielen. Insbesondere gilt
ersten Halbjahr 2016 werden dann bundesweit die weiteren
dies bei der Entscheidung, wer 2017 / 2018 einen Härtefall
Standorte der Unternehmensgruppe zertifiziert. Die Zertifizie-
zugesprochen bekommt. Aber auch als Voraussetzung für
rungen werden durch den TÜV Intercert Saar, schwerpunkt-
neue glücksspielrechtliche Erlaubnisse wollen die Spielstät-
mäßig jedoch durch den TÜV Rheinland durchgeführt.
ten-Unternehmen der SCHMIDT Gruppe objektive, gesetzlich
verankerte Qualitätskriterien. Sie wollen eine Zertifizierung,
die gesetzlich vorgegeben wird.
16
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Berichterstattung 2015
Wie bereits in den Vorjahren wurden auch in 2015 wieder
6.1.1 | Kontakte Präventionsberater, Präventionsbeauftragte
zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um den Spielerschutz in
und Servicekräfte
den Spielstätten zu gewährleisten. Durch die Initiierung des
Erste Ansprechpartner für Gäste, die Fragen zum Thema
Kooperationsprojekts SPIEL BEWUSST.de wurden Arbeitsab-
Spielerschutz haben, sind in der Regel die Servicemitarbeiter
läufe im Bereich Spielerschutz und Prävention noch einmal
in den Spielhallen. Sie können den Gästen umgehend mit Rat
optimiert und angepasst.
und Tat zur Seite stehen. Viele Gäste vereinbarten in 2015
6
jedoch auch Gespräche mit den Präventionsbeauftragten
6.1 | Auswertungen der Spielerschutzprotokolle
(Gebietsleitungen, die diese Funktion bis zur Einführung des
Die in den Spielstätten der zur SCHMIDT Gruppe gehörenden
Projekts SPIEL BEWUSST.de im Juli 2015 übernahmen)
Unternehmen getroffenen Spielerschutzmaßnahmen werden
bzw. den Präventionsberatern, um sich ausführlicher infor-
kontinuierlich umfassend erfasst und dokumentiert. Auf Basis
mieren zu lassen.
dieser Dokumentation erfolgt eine Auswertung der durchge-
In 2015 wurden insgesamt 3.450 Gesprächsvorgänge mit
führten Maßnahmen, sowohl standortbezogen (siehe Anlage)
Gästen oder Angehörigen zum Thema Spielerschutz doku-
als auch über alle Standorte hinweg.
mentiert. 2.843 Gespräche wurden dabei mit den Servicekräften vor Ort geführt, 588 mit einer Präventionskraft und
weitere 19 mit einem Mitarbeiter der Zentrale.
Grafik: Kontakte nach Gesprächspartner
2.240
592
Gesamt 2.843
11 Servicekräfte
Männlich
458 129
Gesamt 588
1 Präventionskräfte
Weiblich
10
Unbekannt
8
Gesamt 19
1 Mitarbeiter Zentrale
17
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Der Großteil der Gespräche (2.708 oder 82 %) wurde mit
Bayern, Berlin, Bremen,Hamburg, Hessen, Niedersachsen,
männlichen Personen geführt.
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein betrieben. Unterteilt man die Vorgänge nach
Die zur SCHMIDT Gruppe gehörenden Spielstätten-Unter-
Bundesländern, ergibt sich das folgende Bild:
nehmen haben in 2015 Spielhallen in Baden-Württemberg,
Grafik: Kontakte nach Bundesländern
28
4
Gesamt 32
0 Baden-Württemberg
376 134
Gesamt 510
0 Bayern
292
87
Gesamt 381
2 Hessen
712
231
Gesamt 948
5 Niedersachsen
940
191
Gesamt 1.136
5 Nordrhein-Westfalen
279 70
5 0
Gesamt 349
0 Rheinland-Pfalz
Männlich
14
1 Gesamt 15
Gesamt 5
0 Berlin
27
0 Saarland
5
Gesamt 32
0 Bremen
Weiblich
22
Unbekannt
18
2
Gesamt 25
1 Schleswig-Holstein
13
4
Gesamt 17
0 Hamburg
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Die meisten Kontakte in 2015 fanden wie auch schon in
fenen Gästen selbst statt. Insgesamt wurden aber auch
den Vorjahren in Nordrhein-Westfalen statt. In diesem
112 Gespräche mit nahen Angehörigen oder Freunden von
Bundesland befinden sich die meisten Spielhallen-Standorte
betroffenen Gästen geführt, die das Angebot nutzten, sich
der Unternehmensgruppe. Im Saarland hingegen, wo sich nur
über Unterstützung für eine ihnen nahestehende Person zu
zwei Spielhallen-Standorte befinden, gab es auch weniger
informieren. Denn Angehörige von pathologisch spielenden
Kontaktaufnahmen im Bereich Spielerschutz.
Gästen befinden sich oftmals ebenfalls in einer schwierigen
Situation. Deshalb ist es notwendig, auch ihnen Unterstüt-
Die meisten der geführten Gespräche fanden mit betrof-
zung zu bieten.
Grafik: Kontakte 2015 nach Gesprächspartner
2.103
521
Gesamt 2.630
6 Servicekraft mit Betroffenem
308 78
Gesamt 387
1 Präventionskraft mit Betroffenem
10
6
Gesamt 17
1 Mitarbeiter Zentrale mit Betroffenem
36
46
Gesamt 82
0 Servicekraft mit Angehörigem / Freund
18
7
Gesamt 25
0 Präventionskraft mit Angehörigem / Freund
0
2
Gesamt 2
0 Mitarbeiter Zentrale mit Angehörigem / Freund
Männlich
91
35
Gesamt 128
2 Servicekraft mit Servicekraft
Weiblich
Unbekannt
132
44
Gesamt 176
0 Präventionskraft mit Servicekraft
19
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Interessant ist auch eine Auswertung der geführten Gesprä-
Kriterienkatalogen erkennen (verwendet werden: „Checkliste
che in Bezug auf ihren Initiator. Oftmals erkennen die Gäste
zur Erkennung von problematischem Spielverhalten“ nach
zwar selber, dass sie ein problematisches oder gar patholo-
Grüsser & Albrecht, 2007 und „Screening-Instrument zur
gisches Spielverhalten aufweisen und suchen sich entspre-
Früherkennung von Problemspielern in Spielhallen nach Hay-
chend Hilfe. Jedoch sind auch die Servicekräfte sehr gut aus-
er, Kalke, Buth & Meyer, 2013). Entsprechend werden auch
gebildet und können die Anzeichen für ein problematisches
viele Gäste von den Servicekräften direkt auf ihr Spielverhal-
oder pathologisches Spielverhalten nach den entsprechenden
ten angesprochen.
Grafik: Initiator des Kontakts
1.176
312
Gesamt 1.500
12 Person kam auf Servicekraft zu
778 179
Gesamt 958
1 Servicekraft hat den Gast angesprochen
346 114
Männlich
Weiblich
Unbekannt
Gesamt 460
0 Auffälligkeiten wurden beobachtet
408
124
Gesamt 532
0 Von Servicekraft / Zentrale vermittelt an
Präventionskraft
Die meisten Kontakte in 2015 waren persönliche Begegnungen,
es wurden aber auch einige telefonische Gespräche geführt.
2015 wurden zudem erstmals Vorgänge protokolliert, bei
denen keine direkte Kontaktaufnahme stattfand. Hier wurden
Gäste beobachtet, die möglicherweise ein problematisches
Spielverhalten aufwiesen. Konnte der Anfangsverdacht in
der Beobachtung verifiziert werden, wurden die betroffenen
20
Gäste entsprechend angesprochen.
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Grafik: Kontakte nach Gesprächsart
2.035
523
Gesamt 2.568
10 Persönliches Gespräch
271 87
Gesamt 358
0 Telefonisches Gespräch
24
7
Gesamt 33
2 Kontaktformular Internet
Männlich
51
4
Gesamt 55
0 Gast ist nicht erschienen
Weiblich
327
Unbekannt
108
Gesamt 436
1 Beobachtung des Gastes
Unterschieden werden können die Gespräche zudem nach
sprächen wird oftmals deutlich, dass die betroffenen Gäste
ihrem Anlass. Die meisten Gespräche wurden in 2015 wegen
ein problematisches Spielverhalten aufweisen.
auffälligem Spielverhalten geführt. Auch wurden 413 Gesprä-
Zudem wurde in 2015 in die Protokollierung erstmals die
che geführt, weil ein Gast den Wunsch nach einer Spieler-
Option „Gast beobachtet, aber nicht angesprochen“ mit
sperre / einem Hausverbot äußerte. Einige Gäste, die gesperrt
aufgenommen. Diese Option ist aus vielerlei Gründen von
wurden, versuchten dennoch die Spielhallen zu betreten und
Bedeutung. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass sich
dort zu spielen. Diesen Gästen wurden weitere Gespräche
die Servicekraft nicht sicher ist, ob ein Gast wirklich ein pro-
angeboten, denn oftmals reicht eine Sperre alleine nicht aus,
blematisches Spielverhalten aufweist. Aus diesem Grund be-
um einem problematischen Spieler zu helfen. Betroffenen
obachtet sie ihn erst eine Weile, bevor sie die Entscheidung
Gästen wurden weitere Optionen aufgezeigt, wie sie Hilfe in
trifft, ob sie ihn anspricht oder nicht. Zum anderen besteht
Anspruch nehmen können.
auch die Möglichkeit, dass die Servicekraft zwar sicher ist,
93 Gespräche wurden zudem aufgrund so genannter Schein-
dass der Gast ein problematisches Spielverhalten aufweist,
beschwerden geführt. Die Gäste beschweren sich beispiels-
sich jedoch keine günstige Situation ergibt, den Gast darauf
weise darüber, dass sie nicht gewinnen, dass ihrer Meinung
anzusprechen. Sei es, weil der Gast nicht alleine ist, weil er
nach die Geräte defekt sind oder Ähnliches. In solchen Ge-
zu tief in das Spiel versunken ist, weil er sehr aggressiv ist
21
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
oder weil die Servicekraft bislang keine gute Beziehung zu
dem Gast aufbauen konnte. All diese Gründe können dazu
führen, dass eine Servicekraft einen Gast zuerst nur beobachtet, ohne ihn anzusprechen.
Grafik: Kontakte 2015 nach Anlass
748 157
0
Gesamt 905
Ansprache wegen auffälligem Verhalten
159 58
Gesamt 217
0 Präventionsgespräch
350
63
Gesamt 413
0 Hausverbot im präventiven Kontext / Sperrgespräch
42
8
Gesamt 52
2 Versuchter Zutritt trotz Sperre
121
25
Gesamt 146
0 Gespräch zur Terminabsprache
Männlich
66
Gesamt 93
0 Scheinbeschwerde
Weiblich
Unbekannt
27
250
88
Gesamt 345
7 Info über Spielerschutz
300 117
Gesamt 417
0 Auffälliges Verhalten beobachtet,
aber nicht angesprochen
672
22
186
4 Sonstiges
Gesamt 862
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
6.1.2 | Maßnahmen Präventionsberater, Präventionsbeauf-
vermittelt werden. In 481 Fällen wurde nach dem erfolgten
tragte und Servicekräfte
Gespräch ein Verfahren zum Ausschluss vom Spiel gegen
Aus den Gesprächen im Bereich Spieler- und Jugendschutz
den Gast eingeleitet. Unternehmensinterne Prozesse wurden
ergeben sich unterschiedliche Maßnahmen, die individuell
insgesamt 693 Mal vereinbart. Dazu zählt neben der Beob-
auf den jeweiligen Gast abzustimmen sind. Im Jahr 2015
achtung des Gastes durch die Servicekraft auch das Bespre-
wurden 924 Spielerschutzflyer an Spielgäste ausgegeben.
chen des weiteren Vorgehens im Team.
Dabei handelte es sich um die Flyer „Spiel mit Verantwortung“, die bis zur Einführung des Projekts SPIEL BEWUSST.
In 783 Fällen wurden keine weiteren Maßnahmen eingeleitet.
de in den Spielhallen verwendet wurden, oder einen „SPIEL
Sei es weil der Gast dies nicht wollte, der Gast nur beobachtet
BEWUSST“-Flyer. Flyer der örtlichen Beratungsstelle wurden
wurde oder die vermuteten Auffälligkeiten sich im Gespräch
in insgesamt 318 Fällen ausgegeben. Die Flyer liegen in allen
Konzessionen aus, sodass für die Gäste selbstverständlich
auch jederzeit die Möglichkeit besteht, selber einen Flyer
mitzunehmen.
In 327 Fällen wurde ein Spielgast weiter an eine Präventionskraft vermittelt, um ein tiefergehendes Beratungsgespräch
zu führen. 40 Gäste konnten direkt an eine Hilfeeinrichtung
23
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Grafik: Getroffene Maßnahmen 2015
696
221
7
Männlich
Weiblich
239
Gesamt 924
Allgemeiner Spielerschutzflyer ausgegeben
77
Gesamt 318
2 Spielerschutzflyer der örtlichen
Beratungsstelle ausgegeben
36
4
Gesamt 40
0 Gast an Hilfeeinrichtung vermittelt
Unbekannt
266 60
Gesamt 327
1 Gast an Präventionskraft vermittelt
64
25
Gesamt 89
0 Weiteres Präventionsgespräch vereinbart
403
76
Gesamt 481
2 Sperrverfahren / Hausverbot eingeleitet
393 119
Gesamt 512
0 Gast soll durch Servicekraft weiter
beobachtet werden
136 45
Gesamt 181
0 Weiteres Vorgehen wird im Team besprochen
269 54
Gesamt 324
1 Keine Maßnahme eingeleitet:
Gast wünscht keinen weiteren Kontakt
309 97
Gesamt 406
0 Keine Maßnahme eingeleitet:
Gast wurde zunächst nur beobachtet
43
10
Gesamt 53
0 Keine Maßnahme eingeleitet: Vermutete
Auffälligkeit hat sich im Gespräch nicht bestätigt
496
24
114
Gesamt 613
3 Sonstiges
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
nicht bestätigen konnten.
6.1.3 | Auswertung E-Mail- und Telefonkontakte
6.2 | Schulungen
Um das niederschwellige Präventionsangebot in den
Damit der Spielerschutz in den Spielstätten effizient um-
Spielstätten der Unternehmensgruppe optimal umsetzen zu
gesetzt werden kann, ist gut ausgebildetes Personal unver-
können, wird den Gästen auch die Möglichkeit geboten, sich
zichtbar. Die Servicemitarbeiter werden umfangreich zu allen
über digitale Medien Informationen zum Thema problemati-
Aspekten im Bereich „Spielerschutz“ und „Glücksspielsucht“
sches Spielverhalten zu verschaffen. So bieten die Internet-
geschult, um gefährdete Spielgäste erkennen und ihnen
präsenzen www.schmidtgruppe.de und www.spielstation.de
unterstützend zur Seite stehen zu können. Aus diesem Grund
zahlreiche wertvolle Informationen rund um die Themen
nehmen die Servicemitarbeiter regelmäßig an verschiedenen
Spielerschutz und Prävention. Auch die Homepage www.
Schulungen zu den entsprechenden Themen teil.
spiel-bewusst.de, die auf den neuen SPIEL BEWUSST.
de-Broschüren benannt ist, gibt interessierten Nutzern die
Konkrete Schulungsinhalte sind dabei das Vorstellen des
Möglichkeit, sich eingehend über die Thematik des problema-
Modells der Suchtfaktoren (Person, Angebot, Umwelt), die
tischen Spielens zu informieren. Außerdem besteht über das
Erläuterung der Kriterien, der Phasenverlauf der Krankheit,
Kontaktformular der jeweiligen Homepage die Option,
Checklisten zur Erkennung problematischen und pathologi-
Kontakt zu einem Präventionsberater aufzunehmen und sich
schen Spielens, aber auch die Möglichkeit, eigene Erlebnisse
persönlich beraten zu lassen. In 2015 kamen 33 Anfragen
mit problematisch / pathologisch spielenden Gästen zu dis-
über eines der Kontaktformulare im Internet oder per E-Mail.
kutieren, interne und externe Hilfeangebote kennenzulernen
Dieses Angebot ist selbstverständlich anonym.
sowie diese in der täglichen Arbeit zu nutzen.
Seit Einführung des Projekts SPIEL BEWUSST.de steht den
Durch die Spielerschutzschulungen sollen die Servicemitar-
Gästen für telefonische Anfragen rund um die Themen Spie-
beiter befähigt werden, problematische und pathologische
lerschutz und Prävention die SPIEL BEWUSST.de-Hotline
Glücksspieler zu erkennen. Zudem werden sie sensibilisiert,
zur Verfügung. Diese Hotline ist rund um die Uhr, an sieben
wie sie auf diese zugehen und sie ansprechen können.
Tagen in der Woche für Hilfe suchende Gäste zu erreichen.
Praxisnahe Rollenspiele und Übungen unterstützen dabei die
Oftmals kommen telefonische Anfragen von Gästen auch am
theoretischen Schulungen.
Empfang der SG Service Zentral GmbH an, da die Gäste die
Telefonnummer aus dem Impressum der Homepage wählen.
Die Spielerschutzschulungen in den Spielstätten-Unterneh-
Diese Anfragen werden protokolliert und an die entsprechen-
men der SCHMIDT Gruppe werden stets unter Beachtung
den Präventionsberater weitergegeben.
der gesetzlichen Regelungen des jeweiligen Bundeslandes
durchgeführt. Außerdem lassen sich die Spielstätten-Unternehmen bei den Personalschulungen durch externe Stellen
unterstützen. So werden die Schulungen in den verschiedenen Bundesländern durch die Evangelische Gesellschaft
Stuttgart e.V., die Hazelnut Consulting GmbH oder durch
Suchthilfezentren der Umgebung durchgeführt. Zudem ist bei
den Schulungen immer ein Präventionsberater zugegen, der
25
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
das SPIEL BEWUSST.de-Sozialkonzept und interne Abläufe
wird. Dabei handelt es sich insbesondere um die kommu-
erklärt. Auf diese Art und Weise wird den Servicemitarbeitern
nikativen Inhalte des Spielerschutzes, die in praktischen
neben den Grundlagen zum Thema Spielerschutz und Prävention auch die SPIEL BEWUSST.de-Philosophie erläutert
Übungen den Teilnehmern näher gebracht werden.
• Im Rahmen der halbjährlich stattfindenden Arbeits-
und der Umgang mit Abläufen in den beteiligten Unterneh-
schutz-Unterweisungen finden auch Auffrischungsschu-
men direkt dargelegt.
lungen zum Thema Spielerschutz statt. Hier werden den
Servicemitarbeitern noch einmal die Grundlagen des
Außerdem ist die SG Service Zentral GmbH als Schulungs-
Spielerschutzes und des Sozialkonzepts vermittelt. Insbe-
anbieter für Erstschulungen in Rheinland-Pfalz nach dem
sondere geht es um die zentralen Themen des Sozialkon-
Ersten Landesgesetz zur Änderung des Landesglücksspielge-
zepts: die Verantwortung des Spielstätten-Unternehmens,
setzes sowie für die Unterrichtung des „Kleinen Sachkunde-
Spielsuchtprävention sowie Erfolgskontrolle und Weiter-
nachweises“ in Hamburg nach der Hamburgischen Spieler-
entwicklung.
schutzordnung zugelassen.
• Seit dem Sommer 2015 finden in den Spielstätten-Unternehmen der SCHMIDT Gruppe monatliche Spielerschutz-
Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Personalschulungen,
besprechungen statt. In diesen haben die Mitarbeiter
die stets nach den Anforderungen des jeweiligen Bundes-
die Möglichkeit, sich untereinander zu der Thematik
landes durchgeführt werden, werden die Servicemitarbeiter
auszutauschen, aber auch offene Fragen zu klären. Die
in den folgenden Schulungen zum Thema Spielerschutz und
Spielerschutzbesprechungen werden protokolliert und die
Prävention aus- und weitergebildet:
Protokolle an die SG Service Zentral GmbH übersendet.
Hier werden sie evaluiert, sodass Themen, die durch die
• Im Rahmen der Erstschulung durch die Qualifizierten
Servicemitarbeiter angesprochen werden, direkt in die
Einarbeitungsmitarbeiter (QEM) erhalten neue Mitarbeiter
Erarbeitung weiterer Maßnahmen im Bereich Spieler- und
einen ersten, zweistündigen Einblick in die Themenfelder
Jugendschutz einfließen können.
Spielerschutz und Prävention. In Rheinland-Pfalz erhalten
neue Mitarbeiter eine vierstündige Erstschulung entspre-
In 2015 wurden 560 Servicemitarbeiter aus den Spielstätten
chend der dort bestehenden gesetzlichen Anforderungen.
in insgesamt 379 Schulungen umfassend zu den Themen
• Ganztägige Basisschulungen vermitteln den Mitarbeitern
Spielerschutz und Prävention unterrichtet. Dabei wurden die
theoretisches Hintergrundwissen und ermöglichen es
bundeslandspezifischen Regelungen hinsichtlich der Perso-
ihnen, einen umfassenderen Einblick in die Thematik zu
nalschulungen selbstverständlich berücksichtigt.
gewinnen. Die Schulungen richten sich dabei nach den
jeweiligen landesspezifischen Vorgaben.
• Innerhalb des zweitägigen Basisseminars zum Thema
26
Daneben schlossen in 2015 zwölf Mitarbeiter ihre Filialleiterausbildung erfolgreich ab. Von Februar bis Ende November
„Gäste 1“ sowie „Gäste 2“ (Schulungen zum Umgang mit
behandelten sie in vier Theorieblöcken neben dem Thema
Gästen) erfolgt eine dreistündige Aufbauschulung, in der
Spielerschutz und Prävention auch die Themenfelder Füh-
den Servicemitarbeitern aufbauendes Wissen zum Thema
rungsgrundlagen, Transaktionsanalyse, Konfliktmanagement
„Umgang mit Gästen“ und „Spielerschutz“ vermittelt
und Arbeitsrecht. In Bezug auf das Thema Spielerschutz
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
und Prävention erarbeiten die Filialleiter in ihrer Ausbildung
übrigen Bundesländern bieten die Spielstätten ihren Gästen
insbesondere die Grundsätze von SPIEL BEWUSST.de, das
die Möglichkeit, ein unterstützendes Hausverbot im präven-
Thema aktive Gastansprache sowie die diversen Materialien
tiven Kontext erteilt zu bekommen. Ein solches Hausverbot
zum Spielerschutz, die sich in den Spielstätten befinden, wie
kann jedoch nur als unterstützende Maßnahme angesehen
das Sozialkonzept, Aushänge, Informationsmaterialien und
werden, sodass den Gästen in den entsprechenden Gesprä-
den Spieler- und Jugendschutzordner.
chen auch weitere Maßnahmen und Hilfsangebote aufgezeigt
werden.
Des Weiteren wurden 35 Mitarbeiter in 2015 als Qualifizierte
Einarbeitungsmitarbeiter (QEM) ausgebildet. Diese Schulun-
Um die Servicekräfte und die Präventionsberater noch besser
gen haben eine Dauer von insgesamt acht Tagen. Während
über den Sinn und die Umsetzung des Hausverbots im
dieser Zeit lernen die QEMs, wie sie neue Servicemitarbeiter
präventiven Kontext informieren zu können, wurde in 2015
einarbeiten und ihnen einen guten Start in der Spielstätte
ein Ablaufplan „Hausverbot im präventiven Kontext“ erstellt.
ermöglichen können. Das Thema Spielerschutz und Präventi-
Dieser beinhaltet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die den
on ist auch hier von hoher Priorität. So wird den zukünftigen
Servicemitarbeitern den Umgang mit einem Wunsch nach
QEMs in der Schulung der Spieler- und Jugendschutzordner
einem Hausverbot erleichtert.
vorgestellt und die Grundsätze von SPIEL BEWUSST.de
eingehend erläutert.
In 2015 wurden insgesamt 4.184 Sperranträge an Gäste
ausgegeben oder durch diese mitgenommen.
6.3 | Ausschluss vom Spiel
Auf dieser Basis wurden 376 Selbstsperren erteilt, sowie zu-
Eines von mehreren wichtigen Instrumenten der spielerschüt-
sätzlich einem Antrag auf Fremdsperre stattgegeben. Zudem
zenden Präventionsarbeit ist der Ausschluss von Spielern, die
wurden 84 Hausverbote im präventiven Kontext erteilt.
gefährdet sind, ein problematisches oder pathologisches Spiel-
Insgesamt bestehen damit inklusive der Vorjahre 755
verhalten zu entwickeln oder dieses bereits erkennen lassen.
Selbstsperren, eine Fremdsperre und 112 Hausverbote im
Für den Ausschluss vom Spiel gibt es in den Bundesländern
präventiven Kontext. Im Jahr 2015 wurden zwei Anträge auf
unterschiedliche gesetzliche Vorgaben. Eine gesetzliche
Entsperrung gestellt. Diesen wurde nicht stattgegeben.
Grundlage für ein deutschlandweites, spielformübergreifendes
Sperrsystem gibt es derzeit noch nicht. Die Spielstätten-Un-
6.4 | Kontakte zu den Hilfeeinrichtungen
ternehmen der SCHMIDT Gruppe fordern ein solches System,
Die Kontakte zu den Hilfeeinrichtungen wurden auch in 2015
da es eine erhebliche Verbesserung des Spielerschutzes mit
weiter ausgebaut und verfestigt. Um für eine größtmögliche
sich bringen würde.
Transparenz zu sorgen, wurde den Hilfeeinrichtungen der
In den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Bremen,
Spieler- und Jugendschutzbericht aus dem Vorjahr zur Verfü-
Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt (keine
gung gestellt.
Spielstätte vorhanden) und Schleswig-Holstein ist die Mög-
Zudem sind alle Kontakte zu den Hilfeeinrichtungen digital
lichkeit zur freiwilligen Selbstsperre und / oder Fremdsperre
erfasst und stehen in allen Spielstätten zur Verfügung. So
gesetzlich vorgeschrieben und wird dort selbstverständlich
können die Servicemitarbeiter einen hilfesuchenden Gast
entsprechend den rechtlichen Vorgaben umgesetzt. In den
schnell und kompetent an eine professionelle Hilfeeinrichtung
27
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
vermitteln bzw. ihm die Kontaktdaten zur Verfügung stellen.
sowie die Weiterentwicklung des Spielerschutzes geplant.
Neben der Anschrift werden dabei auch die Telefonnummer
Die Mitglieder des Steuerungsteams nehmen regelmäßig an
und die Website der Einrichtung gespeichert. Sofern die
Weiterbildungen und Fachtagungen zu den Themen Spieler-
entsprechende Hilfeeinrichtung dem zugestimmt hat, halten
schutz und Prävention teil.
die Spielstätten außerdem das Informationsmaterial der
lokalen Hilfeeinrichtungen vor und können dies den Gästen
aushändigen.
Die Mitglieder des Steuerungsteams im Überblick
Im Rahmen von SPIEL BEWUSST.de und der damit ver-
(in alphabetischer Reihenfolge):
bundenen „flächendeckenden“ Verfügbarkeit von Präventionsberatern wird zudem ein durchgängiger Kontakt- und
Katja Grosser
Beziehungsaufbau zu den lokalen Suchtberatungsstellen
Vertriebsleitung
ermöglicht.
Ausgebildete Präventionsbeauftragte
6.5 | Steuerungsteam Spielerschutz
Verena Haas
Die SG Service Zentral GmbH verfügt über ein so genanntes
Präventionsberaterin
Steuerungsteam Spielerschutz, das für die Planung, Über-
Diplom Pädagogin (Univ.)
wachung der Umsetzung, Bewertung, Dokumentation und
Weiterentwicklung der Spielerschutzmaßnahmen zuständig
Wolfgang Lenz
ist. Wichtig ist es dabei, die gesetzlichen Anforderungen so
Präventionsberater
umzusetzen, dass die Gegebenheiten in der Spielstätte be-
Arbeitstherapeut in der Suchtkrankenhilfe und
rücksichtigt werden und so die Maßnahmen zum Spieler- und
Arbeitspädagoge
Jugendschutz ideal ausgerichtet werden können. Neben den
Ausgebildeter Präventionsbeauftragter
Mitarbeitern aus der Abteilung Spielerschutz und Prävention
nehmen auch die Vertriebsleitung sowie eine Gebietsleitung
Karin Lurz
an den regelmäßigen Treffen teil.
Gebietsleitung
Ausgebildete Präventionsbeauftragte
Das Steuerungsteam Spielerschutz wurde 2015 um Präventionsberater erweitert. Die neu eingestellten Mitarbeiter ver-
Petra Schulze Ising
antworten den Spieler- und Jugendschutz für ein bestimmtes
Abteilungsleitung Spielerschutz und Prävention
Gebiet und bringen praktische Erfahrung in der Umsetzung
Sozialkonzeptbeauftragte
der Maßnahmen vor Ort mit. Das Steuerungsteam Spieler-
Soziologin M.A.
schutz tagte 2015 drei Mal. In diesen Sitzungen wurde die
Excellence in Responsible Gaming
Umsetzung der Spieler- und Jugendschutzmaßnahmen in den
(mit Auszeichnung)
Spielhallen thematisiert, nächste Schritte überlegt, die Im28
plementierung der SPIEL BEWUSST.de-Idee vorangetrieben
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
6.6 | Bargeldlose Spielstätte
ihren Aufgaben im Service und im direkten Kontakt mit den
Wie kann die Gefahr von Überfällen in Spielhallen reduziert
Spielgästen zu widmen. So können sie noch viel mehr auf
werden? Wie kann der Schaden, der durch Überfälle entsteht
die individuellen Bedürfnisse der Spielgäste eingehen. Dazu
minimiert und insbesondere für einen größeren Schutz der
gehören vor allem auch Aspekte des Spielerschutzes.
Mitarbeiter in den Spielstätten gesorgt werden?
Diese Fragestellungen waren Anlass für die Idee der bargeldlosen Spielstätte, die auch durch eine Anregung des Lehrstuhls für Kriminologie der Ruhr-Universität Bochum
entstand. Eine Spielstätte ohne Bargeld am Tresen – dieses
Szenario hört sich für einen Außenstehenden im ersten
Moment ein wenig realitätsfern an. Doch in den bundesweiten SPIELSTATIONEN und SPIELSTUBEN ist dies seit 2015
überall Realität. In einem Pilotprojekt wurden Prozesse rund
um den Umgang mit Bargeld neu definiert und organisiert.
Das Ergebnis beeindruckt: Ein deutliches Plus an Sicherheit
und Zeit für andere Dienstleistungen stehen auf der Habenseite der Auswertung.
Bei der Grundidee ging es insbesondere um die Sicherheitsaspekte. Wenn es keine Kasse mit Zugriff auf Bargeld mehr
gibt, ist die Spielstätte als Ziel für Kriminelle auch nicht mehr
attraktiv, wodurch die Sicherheit der Servicekräfte deutlich
gesteigert wird.
Und so wurde in den Spielstätten der gesamte Bargeldbestand aufgelöst und Wechselvorgänge automatisiert. Alle
notwendigen Wechselvorgänge erledigt der Spielgast selbst
am Wechselautomaten. Die Mitarbeiter vor Ort haben somit
keinerlei Zugriff mehr auf Bargeld im Tresenbereich.
Seit der Einführung der bargeldlosen Spielstätte ist die Zahl
der Überfälle in den Spielstätten der Unternehmensgruppe
nicht nur zurückgegangen – sie hat sich sogar auf null
reduziert.
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort bedeutet
das bargeldlose Arbeiten aber nicht nur ein großes Plus an
Sicherheit. Sie haben nun auch viel Zeit gewonnen, um sich
29
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
7
Jugendschutz
Eines der Ziele des Glücksspielstaatsvertrages ist es, neben
Die Servicemitarbeiter in den SPIELSTATIONEN und SPIEL-
dem Spielerschutz auch den Jugendschutz zu gewährleis-
STUBEN führen bereits beim geringsten Zweifel am Alter
ten. Demnach darf das Veranstalten von Glücksspielen den
eines Gastes eine Ausweiskontrolle durch: Sieht ein Spielgast
Erfordernissen des Jugendschutzes nicht zuwiderlaufen – die
jünger als 25 Jahre aus, wird eine entsprechende Alterskon-
Teilnahme Minderjähriger ist unzulässig. Um dieses Verbot
trolle durchgeführt. Kann sich ein Gast nicht mit Hilfe eines
effektiv durchsetzen zu können, schreiben einige Länder in
geeigneten Identifikationsmittels (Personalausweis oder
ihren Ausführungsgesetzen zum Glücksspielstaatsvertrag Ein-
Reisepass) ausweisen, wird er unmittelbar und ausdrücklich
lasskontrollen in Spielhallen vor, um zu gewährleisten, dass
aufgefordert, die Spielhalle zu verlassen. Sollte ein Gast
Jugendliche keinen Zutritt erhalten. Dies ist in Baden-Würt-
dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden bei Bedarf
temberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Saar-
auch die örtlichen Ordnungsbehörden zur Unterstützung
land, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein der Fall.
hinzugezogen.
Die Servicekräfte führen zudem regelmäßig weitere Kont-
Die Anwendungshinweise des Ministeriums für Finanzen und
rollgänge in den Filialen durch, wobei Personen mit unklarer
Wirtschaft zum Landesglücksspielgesetz Baden-Württemberg
Altersidentifikation erneut dazu aufgefordert werden, sich
(LGlüG) für den Bereich der Spielhallen vom 11.12.2015
auszuweisen. Dabei werden vorgefundene Auffälligkeiten
geben in Bezug auf die Einlasskontrollen dabei noch den
durch die Servicemitarbeiter protokolliert.
folgenden Hinweis: „Diese Verpflichtung gilt nach dem Urteil
So wurden in 2015 im Rahmen der Zugangskontrolle sowie
des StGH BW vom 17.06.2014 (Az. 1 VB 15/13) allerdings
der internen Jugendschutzkontrollen 3.077 versuchte Ver-
nur dann, wenn nicht schon durch bloße Sichtkontrolle zwei-
stöße gegen den Jugendschutz festgestellt. Die betreffenden
felsfrei erkennbar ist, dass der Besucher volljährig ist.“ Einen
Personen wurden der jeweiligen Filiale sofort verwiesen bzw.
ähnlichen Tenor vertritt das Schleswig-Holsteinische Oberver-
der Zutritt gar nicht erst gewährt.
waltungsgericht in einem Urteil vom 06. Dezember 2012.
Die gesetzlichen Bestimmungen und der Ablauf der Kontrollmaßnahmen sind für die Mitarbeiter schriftlich im Mitarbeiterordner abgelegt und somit jederzeit einsehbar. Auch in den
halbjährlichen Mitarbeiterschulungen ist das Thema Jugend30
schutz ein fester Bestandteil. Hier werden den Service-
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
mitarbeitern noch einmal die wesentlichen Prozessabläufe
nähergebracht. Als weitere Maßnahme, den Jugendschutz zu
gewährleisten, erscheint im digitalen Personalmanagementsystem der Spielstätten regelmäßig ein fest installierter Hinweis, der auf die Durchführung der Jugendschutzmaßnahmen
aufmerksam macht. Alle Servicemitarbeiter haben zudem
eine Dienstanweisung zum Thema Jugendschutz unterschrieben und bestätigen damit, dass sie die Anwesenheit von
Kindern und Jugendlichen in den Spielhallen konsequent
verhindern werden und entsprechende Personen der Spielhalle verweisen. Bei schuldhaften Verstößen gegen die Jugendschutzbestimmungen drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen
bis hin zur Kündigung.
31
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
8
Investitionen
Neben Ausgaben für Schulungen der Servicekräfte gehören
zu den Investitionen in Sachen Spieler- und Jugendschutz
die fachliche Beratung seitens externer Dienstleister, wie die
Evangelische Gesellschaft in Stuttgart, sowie Kosten für Informations- und Aufklärungsmaterialien. Auch die Teilnahme
an Weiterbildungen und die Optimierung technischer Abläufe,
wie beispielsweise Anpassungen an den Protokollvorlagen im
Personalmanagementsystem, zählen zu den Kosten. Für das
Jahr 2015 wurden auch die Personalkosten für die Präventionsberater sowie die Mitglieder der Abteilung Spielerschutz
und Prävention hinzugezählt.
Seit dem Start der Spielerschutzmaßnahmen in 2007 wurden insgesamt über 2,25 Millionen Euro in den Spielerschutz
investiert.
Investitionen in Spielerschutzmaßnahmen
32
2007 – 2011
2012 – 2014
705.467
Euro
1.194.736
Euro
2015
355.872
Euro
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Weiterentwicklungen
Die Maßnahmen im Bereich Prävention und Spielerschutz
Das Thema SPIEL BEWUSST.de soll 2016 auf breitere Füße
werden ständig weiter entwickelt. Neben einer internen
gestellt werden: Geplant ist eine eigene Unternehmensgrün-
inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesen Themen wird
dung, vorbehaltlich kartellrechtlicher Prüfung. Der Einsatz
auch innerhalb der Branche und mit Branchenfremden der
professioneller Präventionsberater, umfangreiche Schulungen
Austausch genutzt. Dabei sollen insbesondere die Optimie-
und ein qualitativ hochwertiges Sozialkonzept stehen dabei
rung von Arbeitsabläufen und die internen Schulungen im
2016 wieder im Mittelpunkt.
9
Mittelpunkt stehen. So werden seit Ende 2015 zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Unternehmen
Auch die Aktivitäten der Deutschen Automatenwirtschaft
der SCHMIDT Gruppe durch die Evangelische Gesellschaft
wird die SCHMIDT Gruppe Service GmbH 2016 weiter unter-
in Stuttgart als Sozialkonzeptbeauftragte ausgebildet. 2016
stützen. Zudem sollen alle Standorte der Spielstätten-Unter-
werden alle Teilnehmer diesen Lehrgang voraussichtlich
nehmen zertifiziert werden, wobei sich die Unternehmen klar
erfolgreich abschließen.
für hohe Qualitätsstandards einsetzen.
33
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
10
Gesellschaftliches
Engagement
Sport, Kultur und Soziales – die Unternehmen der SCHMIDT
Laptops durch die SFW Organisations- und Unternehmens-
Gruppe engagieren sich in vielen Bereichen des gesellschaft-
beratungs-GmbH freute sich der Bildungsverein WIR e. V.
lichen Lebens. Als starker und zuverlässiger Partner stellen
in Zossen und das DRK Jugendzentrum über einen Fußball-
sich die Spielstätten-Unternehmen der SCHMIDT Gruppe, die
kicker in den neuen Räumlichkeiten in Zossen.
FitX Deutschland GmbH, die BALLY WULFF Games & Enter-
Der Spitzen- und Nachwuchssport wird auch auf regionaler
tainment GmbH und die SCHMIDT Gruppe Service GmbH
und bundesweiter Ebene gezielt unterstützt. Seit einigen Jah-
mit der ISIOS GmbH ihrer sozialen Verantwortung – lokal
ren stattet die SG Service Zentral GmbH die Unterkünfte der
und auch auf regionaler und bundesweiter Ebene.
Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)
bei nationalen und internationalen Turnieren mit einer Players
Sportvereine an den Standorten der SPIELSTATIONEN
und SPIELSTUBEN erfahren beispielsweise Unterstützung
durch Sach- und Geldspenden. Auch soziale Einrichtungen
und Institutionen werden unterstützt. Über die Spende von
34
Lounge aus.
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
Die „BALLYWULFF Stiftung“ der BALLY WULFF Games &
Entertainment GmbH unterstützt Einrichtungen für Neuköllner Kinder – u.a. mit Kickern. Zudem veranstaltet das
Berliner Traditionsunternehmen jährlich ein Kickerturnier für
Kinder und Jugendliche aus Neukölln.
Für lokale Projekte setzt sich das Osnabrücker IT-Unternehmen ISIOS ein. Seit vielen Jahren beteiligen sich die IT-Mitarbeiter an der Aktion Handschlag oder spenden Weihnachtsgeschenke an das Don Bosco Kinderheim.
Seit einigen Jahren verzichten einige Unternehmen der
SCHMIDT Gruppe auf Weihnachtsgeschenke für Freunde
und Geschäftspartner. Stattdessen spendet die Unternehmensgruppe für soziale lokale Projekte. In den letzten Jahren
freuten sich die Coesfelder Tafel, die Bürgerstiftung Coesfeld, das Projekt „Kids mit Handicap“ und das Frauen- und
Kinderschutzhaus in Dülmen über die Spende.
35
S PIEL E RS C HU T Z M A S S N A HMEN
11
Kontakt
und Impressum
Für Fragen zum Spielerschutz bei der SG Service Zentral
Herausgeber
GmbH steht als Ansprechpartnerin die Sozialkonzept-
SG Service Zentral GmbH
beauftragte zur Verfügung.
Druffels Weg 1
48653 Coesfeld
Kontaktdaten
Petra Schulze Ising M.A.
Kontaktaufnahme
SG Service Zentral GmbH
Telefon: 02541 9406 0
Abteilung Spielerschutz und Prävention
Telefax: 02541 9406 126
Druffels Weg 1
E-Mail: [email protected]
48653 Coesfeld
Internet: www.schmidtgruppe.de / www.spielstation.de
Telefon: 02541 9406-0
Telefax: 02541 9406 126
Verantwortlich
E-Mail: [email protected]
Petra Schulze Ising
Redaktion
SG Service Zentral GmbH: Stefanie Klönne,
Carolin Pahl, Christina Rokoss, Petra Schulze Ising;
SFW Organisations- und Unternehmensberatungs-GmbH:
Robert Hess, Lisa Schaumburg
Veröffentlichung
36
© SG Service Zentral GmbH
02.2016