Just the Wind

Region Hannover
Gedenkstätte Ahlem
Heisterbergallee 10
30453 Hannover
Telefon: 0511/616-23745
E-Mail: [email protected]
www.gedenkstaette-ahlem.de
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Redaktion und Koordination:
Shaun Hermel
Redaktionelle Mitarbeit:
Stefanie Burmeister, Ulrike Dursthoff, Hans-Jürgen Hermel
Layout:
Region Hannover, Team Medienservice & Post
Titelfoto:
Sportfest 1939, Gedenkstätte Ahlem, Schenkung Helmut Levy
Fotos:
Roland Halbe, Stuttgart
chorablau, Hannover
Region Hannover, Team Medienservice & Post, Christian Stahl
Karten:
Region Hannover, Team Medienservice & Post
Druck:
Region Hannover, Team Medienservice & Post
gedruckt auf 100% Recyclingpapier
Gedenkstätte Ahlem
Veranstaltungsprogramm
Januar – Juni 2016
Vorträge • Diskussionen • Zeitzeugengespräche • Lesungen
Gedenkstätte Ahlem
Veranstaltungsprogramm
Januar – Juni 2016
Inhalt
Einführung ______________________________________05
13. März 2016
Fortbildungen in Ahlem__________________________06
Konzert mit Sun Tailor und Dan Billu
Musik aus Israel _____________________________________19
Themenschwerpunkt: Musik aus Israel____________08
20. März 2016
24. Januar 2016
Die Wannsee-Konferenz – 20. Januar 1942
Film und Diskussion __________________________________10
Tag des Gedenkens an die Zwangsarbeiterinnen und
Zwangsarbeiter in der Region Hannover
Mit einem Vortrag von Rainer Fröbe______________________20
3. April 2016
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Gedenkveranstaltung _________________________________11
„Moshes zweites Leben“
Theaterproduktion über einen Todesmarsch
von Hannover nach Bergen Belsen________________________21
18. Februar 2016
10. April 2016
50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland. Geschichte und aktuelle Herausforderungen einer vielfältigen
Partnerschaft
Podiumsdiskussion mit Peter Antes, Friedel Grützmacher
und Moshe Zuckermann _______________________________12
„Die Stunde Null“: Jahrestag der Befreiung Hannovers
Film zum Kriegsende 1945 und Zeitzeugengespräch___________23
27. Januar 2016
16. Februar bis 13. März
17. April 2016
„Entartete Musik“ – verfemte Kunst im Nationalsozialismus
Konzert mit Elena Kondraschowa und Stella Perevalova ______24
Von Auschwitz in den Harz.
Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora
Sonderausstellung in der Gedenkstätte Ahlem______________14
17. APRIL 2016
22. Februar 2016
Im April: Konzert mit Hagar Levy ______________________25
Konzert mit Tamar Aphek
Musik aus Israel _____________________________________15
29. MAi 2016
Konzert mit Soda Fabric
Musik aus Israel ­­­­­­­­­_____________________________________25
28. Februar 2016
„Lerne mit dem Herzen zu denken!“
Eine szenische Lesung mit Frauke Geyken und Johanna Kunze____26
Film „Just the Wind“ von Bence Fliegauf
Über die Mordanschläge auf Roma-Familien in Ungarn _______16
Im Mai: Konzert mit Gitla und Isaiah _____________________27
6. März 2016
9. Juni 2016
Tag des Gedenkens an die Deportation der Sinti
Mit einem Grußwort von Hauke Jagau und einem
Vortrag von Jens-Christian Wagner _______________________17
Niedersachsen im „Dritten Reich“. Filmdokumente der NS-Zeit
Vortrag mit Dirk Alt ___________________________________28
13. März 2016
„Nur ein kleiner Maler“ –
Die Lebensgeschichte von Curt Frankenstein
Film und Videoinstallation______________________________29
„Rede nicht mit denen, die sind gefährlich“
Schulerfahrungen von Sinti und Roma ____________________18
19. Juni 2016
Anfahrt __________________________________________32
Kooperation______________________________________32
Einführung
Die Gedenkstätte Ahlem bietet den Besucherinnen und
Besuchern seit Ihrer Neueröffnung im Juli 2014 ein erweitertes,
abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Während die
etablierte Vortragsreihe im Haus der Region weitergeführt
wurde, kam mit dem neuen Gerson-Saal in der Gedenkstätte
Ahlem ein zusätzlicher Veranstaltungsort hinzu. Der Schwerpunkt des Programms in der Gedenkstätte liegt dabei auf Lesungen, Filmvorführungen und musikalischen Darbietungen sowie
im ersten Halbjahr auf der Ausgestaltung der Gedenktage.
Darüber hinaus finden Sie in diesem Programm Fortbildungsangebote und eine neue Reihe mit Musik aus Israel.
An jedem ersten und dritten Sonntag im Monat wird um
14 Uhr eine öffentliche Führung angeboten (Mindestteilnehmerzahl fünf Personen). Sollten Sie diese Führung mit einer
Gruppe wahrnehmen wollen, bitten wir Sie, sich vorher telefonisch anzumelden. Das „Neue Land“ e.V. bietet an jedem
dritten Sonntag im Monat um 17 Uhr eine Führung durch das
ehemalige Mädchenhaus an. Treffpunkt ist der „Raum der
Erinnerung“ im Mädchenhaus. Die Führung dauert etwa 40
Minuten und informiert über die Geschichte des Hauses und
die heutige Nutzung.
Im Neubau der Gedenkstätte Ahlem steht uns mit dem
Gerson-Saal ein neuer Veranstaltungsort zur Verfügung. Er
ist auf 107 Plätze begrenzt. Bitte nutzen Sie die Möglichkeit,
sich per telefonischer Anmeldung einen Platz zu sichern.
Weiterhin finden Vortragsveranstaltungen im Haus der Region
statt. Bitte beachten Sie unbedingt den Veranstaltungsort in
der Ankündigung, da in diesem Halbjahr einige Musikveranstaltungen an anderen Orten stattfinden.
Die Gedenkstätte Ahlem ist wie folgt geöffnet:
Di., Mi. + Do. 10 bis 17 Uhr | Fr. 10 bis 14 Uhr |
So. 11 bis 17 Uhr
| Mo., Sa. und an Feiertagen geschlossen
(ACHTUNG! Donnerstags nur noch bis 17 Uhr geöffnet!)
Aktuelle Hinweise entnehmen Sie bitte dem Internet unter
www.gedenkstaette-ahlem.de.
04
Die Veranstaltungen der Gedenkstätte Ahlem finden in
der Regel statt im
Haus der Region, Hildesheimer Str. 18,
30169 Hannover oder in der Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Der Eintritt ist in der Regel frei. Wir freuen uns auf Ihren
Besuch!
05
Fortbildungen in Ahlem
2016 bietet die Gedenkstätte Ahlem in Zusammenarbeit mit
Herrn Prof. Dr. Peter Longerich zwei Fortbildungen für Lehrkräfte
der Fächer Geschichte, Politik und verwandter Fächer an:
Montag, 01. Februar 2016: Nationalsozialistische Täter
Die historische Forschung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten, vor allem im Anschluss an die Debatte zwischen Goldhagen
und Browning über die „willigen Deutschen“ und die „gewöhnlichen Männer“, verstärkt mit den nationalsozialistischen
Tätern beschäftigt. Das Seminar will eine Einführung und einen
Überblick zur „Täterforschung“ bieten. Dabei stehen die Fragen
im Vordergrund, ob sich bestimmte Täter-Typen in der deutschen
Gesellschaft der Zwischenkriegszeit ermitteln lassen und was
wir über die Motivation der Täter wissen. Das Seminar wird sich
sowohl mit dem „Fußvolk der Endlösung“, also den Tätern auf
der unteren Ebene, aber auch den Anführern und Befehlsgebern
sowie führenden nationalsozialistischen Politikern befassen.
Mittwoch, 02. März 2016: Antisemitismus
Das Seminar wird einen Überblick zum Thema jüdisches Leben
und Antisemitismus in Deutschland seit der Gründung des Kaiserreichs bis in die Gegenwart vermitteln. Dabei wird die Frage
im Vordergrund stehen, wie man antijüdische Vorurteile und
Ressentiments erklären und über sie sprechen kann und inwieweit der Fall Antisemitismus als Einstieg in Vorurteilsprävention
geeignet ist. Vorgestellt werden auch aktuelle Untersuchungen
zur Behandlung dieses Themenkomplexes im Unterricht. Diskutiert werden soll auch der kontroverse Komplex von „IsraelKritik“ und Antisemitismus sowie die Problematik des Themas
im Kontext der Einwanderungsgesellschaft.
Beide Fortbildungen finden jeweils von 9 bis 16 Uhr in der
Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
statt. Für beide Veranstaltungen ist eine vorherige Anmeldung
nötig. Dafür wenden Sie sich bitte an Kathrin Lange (Telefon:
0511-616-21014, E-Mail: [email protected]).
06
Offene Workshops
Freitag, 11. und 18. März, jeweils 10 Uhr bis 16 Uhr:
Workshop „Flucht und Migration“ am Ort der Gedenkstätte
Ahlem zur freien Anmeldung im Rahmen der Wochen
gegen Rassismus
Moderation und Durchführung erfolgt durch Pädagoginnen und
Pädagogen der Gedenkstätte Ahlem. Ab der Gründung 1893 war
die Gartenbauschule Ahlem auch ein Ort, an dem Verfolgte aus
anderen Teilen Europas Asyl erhalten konnten. Ab 1933 wurde
die jüdische Schule zu einem Ort, an dem sich Menschen auf
eine Auswanderung vorbereiteten, um dem Nationalsozialismus
zu entkommen. 1946 befanden sich auf dem Gelände zeitgleich
ein Lager des Deutschen Roten Kreuzes für vertriebene Deutsche
aus Osteuropa und ein Kibbuz von Überlebenden des Holocaust,
die nach Palästina auswandern wollen.
Anhand verschiedener Lebenswege können im Workshop unterschiedliche Rahmenbedingungen von Flucht und Migration beleuchtet und verglichen werden. Eine Verbindung zur aktuellen
Situation von Flüchtlingen wird hergestellt.
Wegen begrenzter Teilnehmendenzahl bitten wir um Anmeldung unter 0511-616-23745 oder [email protected]
Workshop gegen Antiziganismus als Angebot an Gruppen im
Rahmen der Sonderausstellung „Von Auschwitz in den Harz“
am Ort der Gedenkstätte Ahlem.
Der Workshop wird von Pädagoginnen und Pädagogen der
Gedenkstätte betreut, umfasst ca. sechs Zeitstunden (10 Uhr bis
16 Uhr) und kann an Di., Mi. und Do. während der Laufzeit der
Sonderausstellung gebucht werden.
Antiziganismus hat eine vergleichbar lange Geschichte wie
Antisemitismus und wirkt sich ähnlich destruktiv auf die Betroffenen aus. Im Workshop wird die Struktur des antiziganistischen
Ressentiments beleuchtet und analysiert, in Übungen wird die
Wirkungsweise erfahrbar. Verfolgung und Vernichtung von Sinti
und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus können anhand
der Inhalte der Sonderausstellung und der Ahlemer Dauerausstellung erforscht werden. Aktuelle Verbreitung und Auswirkungen des Antiziganismus auf Sinti und Roma in Deutschland und
Europa werden im Workshop verdeutlicht.
07
Themenschwerpunkt:
Musik aus Israel
Einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt setzt die Gedenkstätte Ahlem in diesem Jahr mit der Ausrichtung von Konzerten
junger aufstrebender Künstlerinnen und Künstler aus Israel.
In den letzten Jahren hat die israelische Musikszene immer
wieder Bands und Interpreten hervorgebracht, deren herausragende Fähigkeiten nicht nur in Deutschland viel zu wenig
Förderung und Beachtung erfuhren. Dabei versteht sich die
Gedenkstätte Ahlem vor dem Hintergrund der Geschichte des
historischen Ortes auch als eine Einrichtung, die den kulturellen Austausch fördert und durch Begegnung und Kommunikation Einblicke in andere Kulturkreise ermöglicht. Damit
möchten wir einen Beitrag leisten, um Vorurteile abzubauen,
einen respektvollen Umgang zu fördern und somit Gedenkstättenarbeit modern und zukunftsweisend zu interpretieren.
Das Konzept der Musikförderung sieht vor, dass die Bands
während ihres Aufenthaltes zwei Konzerte in Hannover spielen
– zum einen in der leinehertz-Lounge in intimer Atmosphäre, zum anderen ein Club-Konzert oder eine Darbietung in
der Gedenkstätte Ahlem. Außerdem steht ein Schulbesuch auf
dem Programm, bei dem es nicht nur um Musik geht, sondern
auch das Leben in Israel und der Austausch von alltagsgeschichtlichen Erfahrungen im Mittelpunkt stehen soll.
Die Konzertreihe findet in Kooperation mit radio leinehertz
106,5 statt. Bei einigen Veranstaltungen war es bis Redaktionsschluss nicht möglich, die genauen Termine zu fixieren.
08
Bitte entnehmen Sie daher aktuelle Informationen unserer
Internetseite.
In Kooperation mit radio leinehertz 106,5
Kultur in Ahlem
Weiterhin bietet der Gerson-Saal der Gedenkstätte einen kulturellen Schwerpunkt innerhalb der Veranstaltungsreihe. Szenische Lesungen, Konzerte und Sonderausstellungen gehören
neben Filmvorführungen weiter zum festen Programm. Dabei
bietet jede Veranstaltung die Möglichkeit, sich auszutauschen
und mit den Protagonisten ins Gespräch zu kommen.
Für das zweite Halbjahr 2016 plant die Gedenkstätte Ahlem
gemeinsam mit ihren Nachbarn auf dem Gelände ein Gartenfest. Unter dem Motto: DENK.MAL.GARTEN.FEST findet am
Sonntag, 21. August 2016 ab den Mittagsstunden ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm im gesamten Außengelände statt, gekrönt von einem Abschlusskonzert am frühen
Abend. Wir freuen uns schon jetzt über Ihre Teilnahme!
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24. Januar 2016 | 14 Uhr
27. Januar 2016 | 12 Uhr
Die Wannsee-Konferenz – 20. Januar 1942
Die Verfolgung und Vernichtung der Juden Europas
Film und Diskussion
Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Die Besprechung am 20. Januar 1942 dauerte nicht lange, sie
hatte einen einzigen Tagesordnungspunkt: die so genannte
Endlösung der Judenfrage. In der Einladung vom Chef des Reichssicherheitshauptamtes ist noch ein abschließendes Frühstück
vermerkt. Als an jenem Dienstag ranghohe Vertreter von SS und
Ministerialbürokratie am Großen Wannsee in Berlin zusammentrafen, besprachen sie den Tod von elf Millionen Menschen. Das
erhaltene Ergebnisprotokoll ist ein Schlüsseldokument der Verfolgung und Ermordung der Juden Europas; es zeigt den Weg von
der beginnenden Entrechtung bis zu abschließenden „Lösungsmöglichkeiten“.
Das Protokoll und der Umgang mit diesem Dokument ist einer
der beiden Ausgangspunkte für ein Dokumentar-Theater-Projekt,
das im Januar 2012 in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der
Wannsee-Konferenz zur Uraufführung kam. Den anderen Ausgangspunkt für dieses Projekt bilden die 15 Konferenzteilnehmer
selbst. Damit verbunden ist die Idee, dass ihre Biografien und
Funktionen durch 15 Historiker erforscht werden – und diese Historiker dann als deren Spezialisten auf 15 Stühlen Platz nehmen.
Die in einem zweimonatigen Probenprozess entstandene Spielfassung wird also auch von den Historikern selbst aufgeführt.
In der Inszenierung blicken Wissenschaftler von heute auf das
historische Dokument. Das Protokoll wird dazu aufgebrochen,
befragt, kommentiert, vorgeführt – in einem gleichermaßen
wissenschaftlichen wie künstlerischen Prozess. Die Gedenkstätte
Ahlem zeigt die Filmfassung der Aufführung am Originalschauplatz, in 90 Minuten wird die Tarnsprache aus dem Protokoll der
Täter permanent mit der Realität der Verfolgten und Ermordeten
in Kontrast gesetzt.
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz,
das Sinnbild wurde für den Genozid an den europäischen Juden
während des Zweiten Weltkriegs, befreit.
Seit 1996 ist der 27. Januar Gedenktag in Deutschland und erinnert seit 2005 nach einem Beschluss auch weltweit an die Opfer
der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Die Region Hannover möchte gemeinsam mit der Landeshauptstadt Hannover sowie mit Vertreterinnen und Vertretern der
Opferverbände im Rahmen einer Gedenkstunde an alle Opfer
des Holocaust erinnern. Im Besonderen werden sich Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs der Sophienschule Hannover
reflektiert und sehr persönlich mit den Ereignissen des Holocaust
auseinandersetzen und die inhaltliche Ausgestaltung der Veranstaltung übernehmen.
Im Anschluss findet an der Wand der Namen der Gedenkstätte
Ahlem eine Kranzniederlegung statt.
Mittwoch, 27.01.2016, 12 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Publikumsgespräch mit dem Regisseur Christian Tietz, Ideengeber des Projektes, statt. Die Moderation erfolgt durch Andreas Mischok,
Mitglied in Historikerlabor e.V. und wissenschaftlicher Mitarbeiter
der Gedenkstätte Ahlem mit Schwerpunkt Pädagogik.
Sonntag, 24.01.2016, 14 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
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Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
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18. Februar 2016 | 19 Uhr
50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und
Deutschland. Geschichte und aktuelle Herausforderungen
einer vielfältigen Partnerschaft
Podiumsdiskussion mit Peter Antes, Friedel Grützmacher und
Moshe Zuckermann
Vor rund 50 Jahren – am 12. Mai 1965 – tauschten Israel und
die Bundesrepublik Deutschland Noten zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen aus. Dies war 20 Jahre nach dem Ende
des Nazismus und dem von Deutschen verübten Völkermord an
den Juden keine Selbstverständlichkeit. In Israel gab es heftige
Proteste gegen die Beziehung zum Land der Täter – noch heute
leben in Israel rund 100.000 Überlebende der Shoah.
Heute kann das offizielle Verhältnis zwischen beiden Staaten
als gefestigt angesehen werden. 2008 erhob Kanzlerin Angela
Merkel gar die Sicherheit des Staates Israel zur Staatsräson der
Bundesrepublik.
Dennoch ist das Verhältnis beider Staaten nicht unbeschwert.
Die Vergangenheit, die deutschen Verbrechen an den Juden, ist
nicht vergessen und kann nicht vergessen werden. Daneben belastet der israelisch-palästinensische Konflikt die beiderseitigen
Beziehungen. In der öffentlichen Meinung sinkt das Ansehen
Israels. Andererseits erfreut sich Deutschland großer Beliebtheit
bei jungen Israelis. So leben heute schätzungsweise 20.000 von
ihnen allein in Berlin.
Über Höhen und Tiefen des Verhältnisses beider Staaten in den
letzten 50 Jahren soll die Podiumsdiskussion ebenso informieren wie Antwort(en) auf die Frage geben: Wie werden sich die
Beziehungen beider Staaten entwickeln?
Friedel Grützmacher, seit 1983 Mitglied der Grünen, 1991
in den Landtag Rheinland-Pfalz gewählt, von 1993 bis 1996
Fraktionsvorsitzende, von 1996 bis 2001 stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Von 2001 bis 2006 war sie Vizepräsidentin des
rheinland-pfälzischen Landtags. Seit 2007 ist sie Vorsitzende
des deutschen Freundeskreises des jüdisch-arabischen Friedenszentrums Givat Haviva und erhielt für ihr Engagement für diese
Friedensorganisation in Israel 2013 das Bundesverdienstkreuz.
Sie ist Gründungsmitglied der 2014 gegründeten rheinlandpfälzischen Friedensakademie.
Prof. Dr. Moshe Zuckermann, 1949 in Tel Aviv geboren, lebte
zwischen 1960 und 1970 in Deutschland (Frankfurt am Main).
Nach der Rückkehr nach Israel Studium der Soziologie, Politologie und Geschichte an der Universität Tel Aviv. Lehrt seit 1990
am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and
Ideas (Tel Aviv University). Von 2000 bis 2005 Direktor des
Instituts für Deutsche Geschichte (TAU), von 2009 bis 2013
akademischer Leiter der Sigmund-Freud-Privatstiftung in Wien.
Donnerstag, 18.02.2016, 19 Uhr | Haus der Region,
Hildesheimer Str. 18, 30169 Hannover, N002
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
Die Podiumsdiskussion findet statt in Rahmen des Begleitprogramms
der „Woche der Brüderlichkeit“ 2016.
Prof. Dr. Dr. Peter Antes, Religionswissenschaftler, seit 1973 an
der Universität Hannover, war von 1988 bis 1993 1. Vorsitzender
der „Deutschen Vereinigung für Religionsgeschichte e.V.“ und
von 1993 bis 1997 stellvertretender Vorsitzender. Von 1995 bis
2000 war Antes Vizepräsident der „International Association for
the History of Religions“, danach von 2000 bis 2005 ihr Präsident. Antes ist Mitglied im Kuratorium der Eugen-Biser-Stiftung.
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22. Februar 2016 | 20 Uhr
16. Februar bis 13. März
Mit einer Ausstellung zur Geschichte der Sinti und Roma im KZ
Mittelbau-Dora nimmt sich die Gedenkstätte eines von der deutschen Gesellschaft lange vernachlässigten Themas an. Anlässlich
des 70. Jahrestages des sogenannten Auschwitz-Erlasses und der
fortdauernden Diskriminierung gegen Sinti und Roma in weiten
Teilen Europas entwickelte die Gedenkstätte Mittelbau-Dora
2012 die Sonderausstellung, die die Gedenkstätte Ahlem nun
zeigt.
Heinrich Himmler ordnete im Dezember 1942 an, alle im
Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz
zu deportieren. Dort wurden Tausende Sinti und Roma in den
Gaskammern ermordet. Nur etwa 3000 Männer und Frauen
überlebten das „Zigeuner-Familienlager“ in Auschwitz-Birkenau,
das die SS Anfang August 1944 auflöste. Fast alle männlichen
Überlebenden brachte sie in das KZ Mittelbau-Dora, das damit
im letzten Kriegsjahr zur zentralen Haftstätte für Sinti und Roma
wurde. Die Verschleppung von Auschwitz in den Harz und der
Kampf der Sinti und Roma ums Überleben in den Lagern des
KZ Mittelbau stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Daneben
dokumentiert sie anhand zahlreicher Dokumente, Fotos und Erinnerungsberichte den Beginn der Verfolgung der Nordhäuser Sinti
in den 1930er Jahren. Schließlich wird auch das oft vergebliche
Ringen der KZ-Überlebenden um gesellschaftliche Anerkennung
nach 1945 thematisiert. Exemplarische Häftlingsbiografien und
ein Videointerview mit dem KZ-Überlebenden Franz Rosenbach
ergänzen die Ausstellung um die Perspektive der Betroffenen.
Bitte beachten Sie, dass die offizielle Eröffnung der Ausstellung
erst am 6. März im Rahmen des Sinti-Gedenktages stattfindet.
Die Ausstellung selbst können Sie aber bereits ab dem 16. Februar besuchen.
Foto: Yael Meiri
Von Auschwitz in den Harz.
Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora.
Sonderausstellung in der Gedenkstätte Ahlem, Gerson-Saal
Tamar Aphek
Musik aus Israel
Tamar Aphek ist eine der zentralen Figuren der israelischen
Alternative-Szene. Die aus Tel Aviv stammende Musikerin
spielte gemeinsam mit Guy Shechter bei der Band Carusella
und bildete später – mit dem Schlagzeuger Yonatan Harpak
– die Band Shoshana. Nach zahlreichen Shows in Europa und
den USA als Headliner und als Vorgruppe für Bands wie „The
Editors“ gilt sie als Pionierin der israelischen Musikszene. Dies
liegt auch an ihrer Initiative und Produktion des „Besides that“
Musikfestivals, das israelischen und europäischen Künstlern
eine Plattform bietet. In ihrer neuen Formation zeigt sie nicht
nur ihr Talent an der Gitarre, sondern vielmehr als Songtexterin. Die üblichen Gitarren-Verstärkerreihen wurden reduziert
und zusätzlich präsentiert sie sich seit langem wieder am
Klavier.
Montag, 22.02.2016, 20 Uhr | Minchens Live Musik Club,
Hildesheimer Str.135, 30173 Hannover
Veranstalter: Minchens Live Music Club präsentiert von radio leinehertz 106.5 und der Gedenkstätte Ahlem
16.02.2016 bis 13.03.2016, 14 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
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28. Februar 2016 | 15 Uhr
6. März 2016 | 15 Uhr
Film „Just the Wind“ von Bence Fliegauf
Über die Mordanschläge auf Roma-Familien in Ungarn
Erinnerung an die Deportation der Sinti
Gedenkveranstaltung
Der Film „Nur der Wind“ handelt von einer Mordserie an Angehörigen der Roma, die zwischen 2008 und 2009 in Ungarn
verübt wurde. Der Film begleitet eine vierköpfige Roma-Familie
vom Tagesanbruch bis in die Nacht. Tochter Anna, ein Teenager,
und ihr elfjähriger Bruder Rió bauen sich gemeinsam ein Versteck. Mutter Mari arbeitet als Putzfrau im Nachbarort. Großvater
Tomi leidet an den Folgen eines Schlaganfalls. Seit Monaten
macht eine Rassisten-Gang die Gegend unsicher und verübt
Morde an Romafamilien, auch an Kindern. Anna, Rió und Mari
leben in Angst.
In der Nacht vom 2. zum 3. März 1943 wurden die Sinti aus
Niedersachsen in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert,
unter ihnen 100 Kinder, Frauen und Männer aus Hannover. Der
„Sonderzug“ für die Fahrt in den Tod stand am Bahnhof Fischerhof in Linden. Weiterhin gehören die sie zu den oft vergessenen
Opfern des Holocaust. Eine halbe Million deutsche Sinti und
Roma kamen in der Zeit des Dritten Reiches um.
Bence Fliegauf erzählt auf drastischste Weise das Schicksal
einer Roma-Familie. Jedes Familienmitglied versucht auf seine
eigene Art mit den täglichen Diskriminierungen und Demütigungen umzugehen, die allen entgegenschlagen – ein äußerst
beklemmendes Gefühl, auch für den Zuschauer. Die geplante
Ausreise nach Kanada, wo der Vater der Familie bereits lebt, ist
der einzige Lichtblick, um der Brutalität des Lebens in Ungarn
entkommen zu können. Doch ob das noch klappt? Die Angst
nimmt minütlich zu, gekoppelt an die frisch erhaltene Nachricht,
dass eine weitere Roma-Familie samt Kindern in ihrem Haus
brutal ermordet wurde.
Sonntag, 28.02.2016, 15 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
Nach wie vor kämpfen die Sinti und Roma um die Anerkennung
der an ihnen verübten Verbrechen und gegen die fortdauernde
Diskriminierung. Dabei ist die Gedenkstätte Ahlem weiterhin ein
zentraler Ort für die Erinnerung an die Opfer, aber auch für die
pädagogische Arbeit im Themenbereich Antiziganismus. Eine Arbeit, die ausgebaut werden muss und in diesem Jahr auch einen
Schwerpunkt im Veranstaltungsprogramm bildet.
Die heutige Gedenkveranstaltung rückt noch einmal die Sonderausstellung im Gerson-Saal in den Mittelpunkt. Es sprechen
unter anderem Regionspräsident Hauke Jagau und Dr. JensChristian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische
Gedenkstätten.
Im Anschluss an die Veranstaltung findet im Foyer der Gedenkstätte ein Empfang statt.
Sonntag, 06.03.2016, 15 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
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13. März 2016 | 15 Uhr
13. März 2016 | 20 Uhr
Ausgrenzung und Verfolgung von Sinti und von Roma stellen
eine Grundkonstante der europäischen Geschichte dar. Diese
Ausgrenzung hat viele Facetten. Ein Bereich dabei ist die Bildung.
Studien belegen, dass gerade hier Sinti und Roma vergleichsweise schlecht abschneiden.
Schüler aus Hannover und Wroclaw (Breslau, Polen) fragten nach
Schulerfahrungen bei Sinti und Roma über drei Generationen.
Hatten und haben Sinti und Roma wirklich gleiche Möglichkeiten
und Chancen? Wollen sie diese überhaupt haben? Wie stellen
sich die Schulen dieser Frage?
Die Antworten aus ihren beiden Städte vergleichen die Schüler
und beziehen sie auf ihre eigenen Schulerfahrungen. Entstanden
ist daraus eine 60minütige Dokumentation, die die Gedenkstätte
Ahlem heute zeigt.
Das Projekt wurde unterstützt von der Stiftung „Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft“ EUROPEANS FOR PEACE und dem
Medienzentrum der Region Hannover
Sonntag, 13.03.2016, 15 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
Foto: Hila Cohen
„Rede nicht mit denen, die sind gefährlich“
Schulerfahrungen von Roma und Sinti
Konzert mit Sun Tailor und Dan Billu
Café Glocksee
Seit der Veröffentlichung seines Debutalbums „Like the tide“
(2012) ist Arnon Naor als Sun Tailor eine der führenden
Figuren der israelischen Indie-Musikszene geworden. In den
letzten drei Jahren hat er zahlreiche Konzerte in Israel und
Europa gespielt.
„This Light“, sein neues Album, zeigt seine musikalischen
Fähigkeiten stark entwickelt. Die freundliche Intimität des
Debutalbums ist nun angereichert mit Rhythmen, Energie
und Spielfreude. Das Album ist im November 2014 in Israel
erschienen und ist sowohl im Indie- als auch im Mainstreambereich von den Kritikern gefeiert worden. Im Café Glocksee
stellt er heute sein neues Album vor. Unterstützt wird er dabei
von Dan Billu, der ursprünglich aus Tel Aviv stammt und heute
in Berlin lebt. Er eröffnet den Abend mit seinem emotionalen
und eindrücklichen Songwriting.
Sonntag, 13.03.2016, 20 Uhr | Café Glocksee,
Glockseestraße 35, 30169 Hannover
Veranstalter: Gedenkstätte Ahlem, radio leinehertz 106.5 und
Café Glocksee
Am 14.03. um 20 Uhr spielt Sun Tailor ein intimes Lounge-Konzert im
Cityfunkhaus von radio leinehertz 106.5, Hildesheimer Str. 29, 2.OG.
Der Eintritt ist dabei frei, radio leinehertz 106.5 vergibt im Vorfeld
der Veranstaltung die Gästelistenplätze. Einfach einschalten auf radio
leinehertz 106.5.
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20. März 2016 | 15 Uhr
3. April 2016 | 16 Uhr
Tag des Gedenkens an die Zwangsarbeiterinnen und
Zwangsarbeiter in der Region Hannover
Mit einem Vortrag von Rainer Fröbe:
Die Zwangsarbeiterinnen des Reemtsma-Werks Hannover
1940-1944. Überraschende Facetten unfreier Arbeit
„Moshes zweites Leben“ von Martin G. Kunze
Theaterproduktion über einen Todesmarsch von Hannover
nach Bergen Belsen
Die Gedenkstätte Ahlem begeht in diesem Jahr zum zweiten
Mal einen Zwangsarbeitergedenktag und möchte damit an
die auf dem Gelände der ehemaligen Gartenbauschule Ahlem
ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnern.
Dabei steht das Schicksal von Ira Wolkowa stellvertretend für die
in Ahlem ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.
Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildet ein Vortrag des
hannoverschen Historikers Rainer Fröbe. Dabei behandelt er die
außergewöhnliche Situation der Reemtsma-Zwangsarbeiterinnen
im Werk Hannover. Quellengrundlage sind unter anderem die in
den Jahren 2000 bis 2006 im Rahmen eines Entschädigungsprojekts von Jan Philipp Reemtsma erhobenen Berichte ehemaliger
polnischer Arbeiterinnen und die dazugehörigen Fotografien aus
der Kriegszeit.
Rainer Fröbe, Studium der Geschichte, Germanistik und Romanistik in Hannover. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Zwangs- und
KZ-Arbeit. Forschungen zur Untertage-Verlagerung der deutschen
Industrie 1943-1945 und zur Baugeschichte des Vernichtungskomplexes Auschwitz-Birkenau. Seit 2000 Mitarbeiter der Hamburger
Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur mit dem
Forschungsschwerpunkt „Zwangsarbeit im Reemtsma-Konzern“.
Sonntag, 20.03.2016, 15 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
20
Vor 71 Jahren wurde das KZ Bergen-Belsen von der britischen
Armee befreit. Den Soldaten offenbarte sich Unvorstellbares:
Leichenberge, Seuchenopfer, Überlebende und Tote kaum zu
unterscheiden. Noch kurz vor der Befreiung hatte sich eine
besonders grausames Ereignis zugetragen. Jüdische Häftlinge,
alle Zwangsarbeiter bei der Hanomag, waren aus dem KZ-Außenlager Hannover-Mühlenberg nach Bergen-Belsen getrieben
worden. Zu Fuß, bis zur totalen Erschöpfung. Wer nicht mehr
laufen konnte, wurde erschossen.
Diese Kriegsverbrechen sind bislang historisch nur wenig aufgearbeitet. In dem Theaterstück „Moshes zweites Leben“ wird es
deshalb zum Thema.
Grundlage des Stückes bilden zwei Interviews mit den Überlebenden Moshe Oster und Josef Dreilinger. Sie wurden 2000
und 2006 für die Gedenkstätte Bergen-Belsen geführt. Die
beiden Männer sind zu der Zeit schon weit über 70. Aber ihre
Erinnerungen blieben lebendig. Sie schildern den Todesmarsch,
die Brutalität der SS-Leute, das Chaos im KZ Bergen-Belsen, die
Befreiung und die Zeit unmittelbar danach. Damals waren sie
18 und 19 Jahre alt.
Diese beiden jungen Männer werden zu Protagonisten des Theaterstückes. Die Szenen sind zwar fiktiv, aber sie geben Stimmung
und Gedanken der zwei Überlebenden wieder, die die Filmdokumente verdeutlichen. Josef Dreilinger ist der robustere. Weil er
unerschütterlich an eine Zukunft glaubte, hat er die Erniedrigungen in den Lagern besser überstanden als Moshe Oster.
Thematisiert wird nicht nur der Leidensweg der KZ-Häftlinge,
sondern auch ihr jugendlicher Überlebenswille, ihre Hoffnung
auf ein Leben jenseits der nationalsozialistischen Unmenschlichkeit. Neue Menschlichkeit bringt eine britische Krankenschwester
ins Spiel. Einfühlsam versucht die ältere Frau, das Vertrauen der
Beiden zu gewinnen. Dabei muss sie erkennen, dass sie die
Dimensionen der Traumata, die die ehemaligen Häftlinge erlitten haben, kaum ausloten kann. Dennoch macht sie sich daran,
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10. April 2016 | 11.30 Uhr
Jahrestag der Befreiung Hannovers.
„Die Stunde Null“
Film zum Kriegsende 1945 und Zeitzeugengespräch
ihre Patienten auf die Welt außerhalb des Krankenzimmers und
außerhalb des Konzentrationslagers vorzubereiten.
Die beiden jungen Schauspieler, die Oster und Dreilinger
darstellen, werden wichtige Identifikationsfiguren für jüngere
Zuschauer, z.B. für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen
Oberstufen, da sie kaum älter sind als die Protagonisten.
Die meisten Holocaust-Überlebenden sind inzwischen gestorben.
Ihre persönlichen Erinnerungen an die Verbrechen Nazi-Deutschlands können sie nicht mehr schildern. Mit der Kunstform des
Theaters und auf der Basis von filmischen Zeitzeugen-Narrativen
wird das möglich. Das unvorstellbare Leid, aber auch die Kraft der
Holocaust-Überlebenden können so in unsere Gegenwart geholt
und verstehbar gemacht werden. Die Geschichte von Moshe
Oster und Josef Dreilinger liefert ein Beispiel für die zahlreichen
Todesmärsche im Frühjahr 1945, die mindestens 250 000 Menschen den Tod brachten. Von besonderem regionalen Interesse
ist die Tatsache, dass dieses historisch-dokumentarische Kammerspiel zwischen Hannover und Bergen-Belsen angesiedelt ist.
Sonntag, 03.04.2016, 16 Uhr | Café Jerusalem,
Haus der Hoffnung, Neues Land e.V., ehemaliges Mädchenhaus, Wunstorfer Landstr. 5, 30453 Hannover
Ende des Zweiten Weltkrieges in Linden: Am 10. April 1945
fahren Panzer durch die Limmerstraße. Amerikanische Soldaten
befreien Hannovers Stadtteil Linden vom Faschismus. Am Straßenrand winkende Menschen. Nur noch wenige Zeitzeuginnnen
und Zeitzeugen leben und können ihre Erinnerungen zur „Stunde
Null“ schildern. Heute sind sie im Rentenalter. Im Film berichten
sie von ihren Erlebnissen mit der NS-Gewaltherrschaft, vom
Kriegsende und wie es danach weiterging, inwieweit der „Tag
der Befreiung“ für sie tatsächlich eine Befreiung war. Auch der
Begriff der „Stunde Null“ wird kritisch hinterfragt, weil er einen
Neuanfang impliziert, den es so gar nicht gegeben hat. Die Gedenkstätte Ahlem zeigt den Film „Die Stunde Null“. Im Anschluss
stehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auf dem Podium für ein
Gespräch zur Verfügung.
Ein Film von Hans-Jürgen und Shaun Hermel, Länge: 20 Minuten,
Memo Media Productions in der Reihe "Lindener Filmgeschichten"
Sonntag, 10.04.2016, 11.30 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
Veranstalter: „Neues Land“ e.V. in Kooperation mit der Gedenkstätte
Ahlem
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17. April 2016 | 15 Uhr
17. April 2016 | 20 Uhr
„Entartete Musik“ – verfemte Kunst im Nationalsozialismus
Konzert mit Elena Kondraschowa (Violine) und
Stella Perevalova (Klavier)
Soda Fabric
Musik aus Tel Aviv/Berlin
Soda Fabric stammen aus Tel Aviv und leben heute in Berlin.
In den nur zwei Jahren seit ihrer Gründung haben „Soda Fabric“
bereits mit einer beachtlichen Liste namhafter Größen des Indie
Rock zusammengearbeitet: Die Surf-Pop-Formation spielte mit
Smith Westerns, Drenge und dem fabelhaften Daniel Johnston.
Das im Frühjahr 2015 bei Anova erschienene Album „Atlantis“
ist auf dem besten Weg, die Charts zu erobern: mit ergreifenden Gitarrenmelodien und in jeglicher Hinsicht tiefen Vocals.
Um die Jahreswende 1937/38 wurde die musikalische Vielfalt
im Dritten Reich „zum Schutz des Deutschen Kulturlebens“ in
starkem Maße eingeschränkt. Die Reichsmusikkammer unter
Goebbels bezeichnete die von der offiziellen Linie abweichende
oder von jüdischen Komponisten komponierte Musik als „entartet“. Sie galt als „artfremd, undeutsch, dekadent, und als Niggerund Zigeunermusik“. Interpreten und Komponisten dieser Musik
wurden verfolgt.
Sonntag, 17.04.2016, 15 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
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Im April: Konzert mit Hagar Levy
Foto: Sigal Saban
Mit Elena Kondraschowa (Violine) und Stella Perevalova (Klavier)
haben sich zwei hochkarätige Interpretinnen dieser zu großen
Teilen vergessenen Musik angenommen. Sie haben ein Programm zusammengestellt, das einerseits während der NS-Zeit
verfemte Stücke einschließt und andererseits Werke behandelt,
die, obwohl nach dem Zweiten Weltkrieg komponiert, 1937/38
als „entartete Musik“ abgestempelt und verbannt worden wären.
Auf diese Weise wird die jüdische Thematik in der Musik wieder
aufgegriffen und unter der Prämisse aktueller sozialpolitischer
und gesellschaftlicher Entwicklungen in Deutschland und in der
ganzen Welt weitergesponnen. Dabei betten die beiden Musikerinnen die Werke in einen historischen Kontext ein und erläutern
ihre Bedeutung innerhalb der Programmzusammenstellung.
Veranstalter: Minchens Live Music Club präsentiert von radio
leinehertz 106.5 und der Gedenkstätte Ahlem
In Israel geboren, zog Hagar Levy im Alter von einem Jahr nach
Antwerpen, wo sie die ersten 15 Jahre ihres Lebens verbrachte.
Mit dem Blick von außen nach innen war Musik im allgemeinen
und das Klavier in speziellen immer ein Weg für sie, Erlösung,
eine authentische Identität und Stimme zu finden. Hagars Texte,
Melodien und Harmonien sind beeinflusst von Rock- und R’n’B
Singer-Songwritern wie Fiona Apple, Tori Amos, PJ Harvey, Erykah
Badu und Sade. Das Konzert findet statt im Café Glocksee, Datum
und Uhrzeit standen bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht
fest. Aktuelle Informationen über das Konzert entnehmen Sie
bitte unserer Webseite www.gedenkstaette-ahlem.de
Am Tag nach dem Konzert im Café Glocksee können Sie Hagar in
intimer Atmosphäre und solo am Klavier in der radio leinehertz 106,5
Lounge live erleben. Beginn ist um 20 h. Der Eintritt ist dabei frei, radio
leinehertz 106,5 und die Gedenkstätte Ahlem vergeben die 40 Gästelistenplätze im Vorfeld. Einfach Radio leinehertz 106,5 einschalten oder
in der Gedenkstätte Ahlem anrufen!
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29. MAi 2016 | 15 Uhr
Im Mai: Konzert mit der israelischen Singer-Songwriterin Gitla
Deutschland in den 50er Jahren: Eine Mutter kämpft um das
Ansehen und den Ruf ihrer von den Nazis ermordeten Tochter,
der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek. Jahrelang wird
die Mutter hingehalten und muss beweisen, dass ihre Tochter
eine eigenständig politisch denkende junge Frau war, die ihren
Mut mit dem Leben bezahlte. Zeitgleich „entdeckt“ und vereinnahmt Nachkriegsdeutschland die Biografie von Sophie Scholl.
Das Mädchen wird das junge Gesicht des deutschen Widerstands.
Sophie wird wortwörtlich auf einen Sockel gestellt: Heute steht
ihre Büste in der Walhalla bei Regensburg, während Cato, die das
Gleiche tat, so gut wie vergessen ist. Doch wer waren die beiden
wirklich? Diese szenische Lesung stellt die Biografien der jungen
Frauen, die im selben Alter waren und nur kurz nacheinander
hingerichtet wurden, nebeneinander. Sie zeigt, wie Widerstand
im Alltag Platz fand. Und sie beleuchtet, wie das junge Nachkriegsdeutschland nicht nach erlittenem Unrecht Recht sprach,
sondern ideologisch zwischen „guten“ (Weiße Rose) und „fragwürdigen“, weil kommunistischen (Rote Kapelle) Widerstandsgruppen unterschied.
Foto: Hadar Magar
„Lerne mit dem Herzen zu denken!“
Eine szenische Lesung über Cato Bontjes van Beek und
Sophie Scholl mit Frauke Geyken und Johanna Kunze
Gitla ist eine israelische Folk Singer-Songwriterin mit einer
einzigartigen Art, Songs zu schreiben und mit ihrer unnachahmlichen Stimme zu präsentieren. In ihren Liedern behandelt
sie das Leben und den Tod, die Vergangenheit, Wiedergeburt
und die Natur. Gitla, die ihren Namen von ihrer Großmutter
erbte und im rumänischen Ursprung „gut“, „schön“ oder
„sicher“ bedeutet, hat gerade die Aufnahmen zu ihrem Debutalbum abgeschlossen, das im Frühjahr 2016 erscheint.
Ihr Album ist geprägt von ehrlichen, verletzlichen und intimen
Liedern und konnte dank eines erfolgreichen CrowdfundingProjektes aufgenommen und produziert werden.
Dr. Frauke Geyken, Autorin und promovierte Historikerin aus
Göttingen. Ihr Buch "Wir standen nicht abseits. Die vergessenen
Frauen des Widerstands“ (2014 bildet die literarische Grundlage
der Lesung. Seit 2008 als historische Publizistin tätig. Buchveröffentlichungen u.a. „Gentlemen auf Reisen“, „Freya von Moltke“
sowie zahlreiche Aufsätze.
Sonntag, 29.05.2016, 15 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
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Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
In Vorbereitung: Konzert mit der
israelischen Folk-Rock band Isaiah
Foto: Zohar Ralt
Johanna Kunze, Regisseurin, Theaterpädagogin, Dramaturgin,
studierte in Köln und Nimwegen Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie.
Nach dem Abschluss des Studiums (M.A.) Engagements als
Regieassistentin und Regisseurin sowie als Dramaturgin und
Pressereferentin. Seit Herbst 2006 selbständig (SPIELTRIEB –
Kulturservice Darstellende Künste); Gründungsmitglied der
„Theaterinitiative Bühnensturm“.
Das Konzert findet statt im Café Glocksee, Datum und Uhrzeit
standen bei Redaktionsschluss allerdings noch nicht fest.
Aktuelle Informationen über das Konzert entnehmen Sie bitte
unserer Webseite www.gedenkstaette-ahlem.de
Für die beiden Konzerte ist am Folgetag ebenfalls ein Loungekonzert bei radio leinehertz
106.5 vorgesehen. Beginn wie immer um
20 Uhr im Cityfunkhaus von Radio leinehertz
106.5. Die genauen Termine erfahren Sie auch
auf radio leinehertz 106.5.
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9. Juni 2016 | 19 Uhr
19. Juni 2016 | 15 Uhr
Filmdokumente der NS-Zeit in Niedersachsen
Vortrag mit Dirk Alt
„Nur ein kleiner Maler“ –
Die Lebensgeschichte von Curt Frankenstein
Film und Videoinstallation
Während der NS-Zeit verteilte sich das Territorium des heutigen Bundeslandes Niedersachsen auf drei so genannte Gaue
(administrative Verwaltungseinheiten des Deutschen Reiches):
Weser-Ems mit Gauhauptstadt Oldenburg, Ost-Hannover mit
Gauhauptstadt Lüneburg und Süd-Hannover-Braunschweig mit
Gauhauptstadt Hannover. Im Rahmen der Veranstaltung werden
unterschiedlichste regionalgeschichtliche Filmdokumente
vorgeführt und erläutert, die schlaglichtartig das Alltagsleben
im totalitären Staat und unter Kriegsbedingungen zeigen. Der
Schwerpunkt wird dabei nicht auf Propagandafilmen, sondern
auf privat gedrehten Aufnahmen liegen. Auch auf die Provenienz der Filmmaterialien und auf die Überlieferungsproblematik
wird im Rahmen des Vortrags eingegangen.
Referent ist Dr. Dirk Alt (*1982), Historiker, Autor und Dokumentarfilmgestalter sowie Mitglied der Gesellschaft für Filmstudien
(GFS Hannover) und von CineGraph Babelsberg. Er promovierte
2012 am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover
mit einer Studie über „Frühe Farbfilmverfahren und NS-Propaganda“. In den Jahren 2014/15 produzierte er einen zweiteiligen Dokumentarfilm über „Niedersachsen im Dritten Reich“.
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In dem Film erinnert Curt Frankenstein an die für ihn wichtigsten
Ereignisse seines Lebens. Geboren in Hannover. Gewohnt in der
Podbielskistraße. Aus seinem Fenster blickte er in die Eilenriede.
Oft war er mit seinen Eltern im Zoo.
In der Schule war Zeichnen von Anbeginn sein Lieblingsfach.
Verfolgt während der Naziherrschaft verließ er seine Heimatstadt. Auf abenteuerlichen Wegen gelang es ihm, nach Shanghai
zu fliehen.
In der Dokumentation „Ich bin ja nur ein kleiner Maler“ schildert
Curt Frankenstein, wie sich ein junger Jude aus Hannover über
Shanghai vor den Nazi-Schergen in die USA rettete und sich als
Künstler ein neues Zuhause schuf.
Die Gedenkstätte Ahlem zeigt die Gemälde von Curt Frankenstein außerdem in einer Videoinstallation.
Ein Film von Hans-Jürgen und Shaun Hermel, Länge: 70 Minuten
Memo Media Productions
Donnerstag, 09.06.2016, 19 Uhr | Haus der Region,
Hildesheimer Str. 18, 30169 Hannover, N001
Sonntag, 19.06.2016, 15 Uhr | Gedenkstätte Ahlem,
Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem
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Anfahrt
Haus der Region, Hildesheimer Str. 18, 30169 Hannover
Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 10, 30453 Hannover
Haus der Hoffnung, Wunstorfer Landstr. 5, 30453 Hannover
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Lehr- und
Versuchsanst.
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Heisterbergallee
Kooperationen
Ehrhartstr.
Allee
Ahlem
8
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Gedenkstätte Ahlem
Heisterbergallee 10
30453 Hannover
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Titelfoto:
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Region Hannover, Team Medienservice & Post, Christian Stahl
Karten:
Region Hannover, Team Medienservice & Post
Druck:
Region Hannover, Team Medienservice & Post
gedruckt auf 100% Recyclingpapier
Gedenkstätte Ahlem
Veranstaltungsprogramm
Januar – Juni 2016
Vorträge • Diskussionen • Zeitzeugengespräche • Lesungen