Pressetext vom 25. Januar 2016

Presseinformation
Ästhetische Parallelwelten. François Boucher: Bilder der
Liebe – Bilder der Erinnerung
Ein Vortrag von Prof. Dr. Hans Körner (Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf) im Kontext der Ausstellung „Gefährliche Liebschaften“ und
im Rahmen der Vortragsreihe „Liebieghaus Positionen“
Donnerstag, 28. Januar 2016, 19.00 Uhr
Liebieghaus Skulpturensammlung, Vortragssaal
(Frankfurt am Main, 25. Januar 2016) Im Rahmen der umfangreichen Sonderausstellung „Gefährliche
Liebschaften. Die Kunst des französischen Rokoko“ lädt die Liebieghaus Skulpturensammlung am
Donnerstag, 28. Januar 2016 um 19.00 Uhr zu einem Vortrag von Prof. Dr. Hans Körner (HeinrichHeine-Universität Düsseldorf). Unter dem Titel „Ästhetische Parallelwelten. François Boucher: Bilder der
Liebe – Bilder der Erinnerung“ erläutert der renommierte Kunsthistoriker das ästhetische Konzept des
Rokoko. Im Detail wird er dabei auf die erotischen Gemälde François Bouchers eingehen, die eine
gegenläufige Bewegung im Rokoko beschreiben. Dies äußerte sich einerseits in einer weniger heroischen
Darstellungsweise der Götterfiguren und somit einer Angleichung an die alltäglichen Erfahrungen und
Erinnerungen des zeitgenössischen Betrachters, andererseits in der ästhetischen Überhöhung der
Wirklichkeit: Kunst sollte eine andere, schönere, eine ideale Welt schaffen, die uns aber so nahe ist, dass
wir uns in den Bildern spiegeln können. Der 1951 in Würzburg geborene Prof. Dr. Hans Körner studierte Kunstgeschichte, Geschichte, Klassische
Archäologie und Philosophie in Würzburg, Salzburg und München. 1977 promovierte er an der LudwigMaximilians-Universität München. 1978 bis 1990 war er als wissenschaftlicher Angestellter an den
Universitäten in Mainz und München tätig. 1986 habilitierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität
München. Seit 1992 ist Körner Lehrstuhlinhaber am Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-HeineUniversität Düsseldorf. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Mittelalterliche Grabmalskunst,
Spätmittelalterliche Druckgrafik, Malerei der Italienischen Renaissance, Französische Kunst und
Kunstliteratur (17. - 20. Jh.), Die Kunstgeschichte des Tastsinns, Die Geschichte des Ornaments,
Rahmengeschichte, Outsider Art und Sakralkunst des 20. Jahrhunderts.
Presseinformation: Liebieghaus Positionen: Ästhetische Parallelwelten. François Boucher: Bilder der Liebe –
Bilder der Erinnerung, Liebieghaus Skulpturensammlung, 25. Januar 2016, Seite 1 von 2
Die Liebieghaus Skulpturensammlung präsentiert noch bis zum 28. März 2016 zentrale Kunstwerke des
französischen Rokoko. Mit über 80 herausragenden Leihgaben fokussiert die Ausstellung „Gefährliche
Liebschaften“ das neu aufkommende Konzept von empfindsamer Liebe und deren vorherrschende
Darstellung in der französischen Kunst um 1750 und vergegenwärtigt die Verführungskraft des Rokoko.
Zu sehen sind Skulpturen, Biskuitporzellanstatuetten, Gemälde und Grafiken sowie Kunsthandwerk von
namhaften Leihgebern, wie dem Rijksmuseum in Amsterdam, dem Musée du Louvre in Paris, dem
British Museum und dem Victoria and Albert Museum in London, dem Museo Thyssen-Bornemisza in
Madrid oder dem Wallraf-Richartz Museum & Fondation Corboud in Köln und den Bayerischen
Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek in München.
Waren im 17. Jahrhundert noch standardisierte Gefühlsdarstellungen grundlegend, so verloren, je mehr
die Liebe als Emotion des Individuums verstanden und zum Sinn des Lebens erhoben wurde,
vorgegebene Leidenschaftsformeln in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts an Gewicht. Neue
Liebesmodelle und – damit einhergehend – die Natur als höfisches Arkadien, als Sehnsuchtsort, prägten
die Gestaltungsformen in der bildenden Kunst. In Arbeiten der Bildhauer Étienne-Maurice Falconet
(1716–1791) und Jean-Baptiste Pigalle (1714–1785) sowie der Maler Jean-Antoine Watteau (1684–
1721), Nicolas Lancret (1690–1743) und François Boucher (1703–1770) oder Porzellanskulpturen von
Johann Joachim Kaendler (1706–1775) steht die Frage nach der künstlerischen Vorstellung von
Natürlichkeit im Vordergrund. Ein Raum innerhalb der Ausstellung demonstriert darüber hinaus durch
Spiegel, Möbel, Gemälde, Grafik und Porzellan die Anmutung eines Salons des 18. Jahrhunderts.
Liebieghaus Positionen: Ästhetische Parallelwelten. François Boucher: Bilder der Liebe –
Bilder der Erinnerung. Vortrag von Prof. Dr. Hans Körner
Donnerstag, 28. Januar 2016, 19.00 Uhr
Anmeldung: Telefon +49(0)69-605098-200 oder [email protected]
Ort: Liebieghaus Skulpturensammlung, Schaumainkai 71, 60596 Frankfurt
Eintritt: frei
Information: www.liebieghaus.de, facebook.com/liebieghaus, E-Mail: [email protected],
Tel.: +49(0)69-650049-0
Presse Liebieghaus: Axel Braun (Leitung), Silke Janßen, Jannikhe Möller
Städel Museum, Dürerstraße 2, 60596 Frankfurt, Telefon: +49(0)69-605098-195,
Fax: +49(0)69-605098-188, [email protected], www.liebieghaus.de
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Bilder der Erinnerung, Liebieghaus Skulpturensammlung, 25. Januar 2016, Seite 2 von 2