Ausgabe_5-2015 - AStA - Universität des Saarlandes

Studierendenmagazin
# 05/2015
Universität des Saarlandes
von Studierenden für Studierende
CHAMPUS/ASIEN
Japan
Das Land der
aufgehenden
Sonne
UdS und Asien
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Ein Jahr am
östlichen Ende
der Welt
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CHAMPUS #05/2015
Topthema / Asien
Inhalt
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Wissenschaftler aus China zu Besuch an der Universität des Saarlandes 1982
Neues ESG/ KHG - Zentrum eingeweiht
China-Impressionen Oktober 1976
Traditionelle chinesische Kalligraphie
Japan, das Land der aufgehenden Sonne
UdS und Asien
One year off
Knigge made in China
ADH Open Lacrosse
Unifilm
dotSaarland-Förderpreis
Deutsche Radio Philharmonie
Saarländisches Staatstheater
Gründer Campus Saar
Winterball und Kulturflatrate
Consiglia
Editorial
Schon seit Ende Oktober werden wir im örtlichen Supermarkt unseres Vertrauens von Lebkuchen-Jumbopackungen und Glühwein im Tetra-Pack begrüßt. Daher haben wir uns dieses Jahr ganz bewusst gegen eine
schnöde Weihnachtsausgabe entschieden. Stattdessen
schweifen wir viel lieber in die Ferne und widmen uns
in diesem Champus-Special insbesondere dem asiatischen Kontinent. Was steckt eigentlich hinter chinesischer Kalligraphie, wie lebt es sich in Südkorea und was
fasziniert besonders an der japanischen (Pop-)Kultur
sind nur einige der Fragen, die wir euch in spannenden
Artikeln beantworten möchten. Zudem gibt es wie gewohnt ausgesuchte Veranstaltungstipps, um den Kopf
City in pollution – Shanghai on 5 Dec 2013
wenigstens temporär frei vom Unistress zu bekommen.
Den Sportiven unter euch (oder denen, die es noch werden möchten) sei zu diesem Zweck der Artikel über die
Hochschulmeisterschaften im Lacrosse ans Herz gelegt.
Und wer von euch bereits jetzt echte Praxiserfahrung
schnuppern möchte, sollte sich die Infos über Consiglia,
die studentische Unternehmensberatung hier auf dem
Campus, genau durchlesen.
Trotz unserer aktuellen Weihnachtsverdrossenheit wünschen wir euch natürlich eine entspannte Adventszeit
und ein besinnliches Fest im Kreise eurer Liebsten. Gegen
den Kater am Neujahrstag empfehlen wir exklusiv Rollmops und Aspirin.
Bis im nächsten Jahr, eure Tiffy und Lisa
CHAMPUS # NACHGEDACHT
CHAMPUS
nachgedacht
asienausgabe
Historisches Streiflicht aus dem Universitätsarchiv
Foto: Monika Zorn / Universitätsarchiv
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CHAMPUS # NACHGEDACHT
Wissenschaftler aus China zu Besuch
an der Universität des Saarlandes 1982
Text: Dr. Wolfgang Müller, Universitätsarchiv
D
ieses Gruppenfoto von Monika Zorn
dokumentiert den Besuch des Rektors
der Universität Peking Prof. Zhan Longxiang an unserer Universität am 6. und 7.
Mai 1982 und zeigt ihn im Gespräch mit
dem damaligen Ersten Vizepräsidenten
und späteren Universitätspräsidenten Prof.
Dr. Richard Johannes Meiser (links) und
dem Vizepräsidenten für Lehre und Studium und durch seine China-Forschungen
bekannten Professor für Politikwissenschaft Dr. Jürgen Domes (rechts).
Der Besuch im Rahmen einer Deutschlandreise, die auch nach Berlin, Bonn und
Freiburg führte, diente dem Informationsaustausch über den Universitätsaufbau.
Zur chinesischen Delegation gehörten neben dem Rektor aus dem Fach Biochemie
der Jurist und Prorektor Wang Xuezhen
und der stellvertretende Leiter der deut-
schen Ableitung Prof. Zaho Dengronj. Neben dem Meinungsaustausch mit den Mitgliedern des hiesigen Präsidialkollegiums
ergaben sich auch Gespräche mit den Direktoren des Europa-Instituts und Prof. Dr.
Gerhard Schmidt-Henkel (Germanistik).
Der während der Präsidentschaft von Prof.
Dr. Paul Müller gepflegten Tradition folgend wurde ferner zur Erinnerung vor der
Universitätsbibliothek ein Baum gepflanzt.
Seinerzeit studierten übrigens bereits sechs
Studenten aus der Volksrepublik China an
unserer Universität.
Wenige Monate später fand vom 4. bis 8.
Oktober 1982 an der Medizinischen Fakultät in Homburg eine „Chinesische Woche“
statt. Bei dieser seinerzeit in der Bundesrepublik außergewöhnlichen, vom damaligen Dekan Prof. Dr. Karl Hutschenreuter
(Anästhesie) initiierten Veranstaltung prä-
sentierten fünf chinesische Wissenschaftler
Bereiche des heimischen Gesundheitswesens und informierten über Akupunktur,
Gefäß- und Replantationschirurgie oder
traditionelle Naturheilverfahren bei Verbrennungen. Die ersten Verbindungen der
Homburger Fakultät nach China hatten
sich bereits 1976 ergeben, als Prof. Hutschenreuter mit einer Mediziner-Delegation Krankenhäuser in Kanton, Shanghai
und Peking besuchte. Seit 1979 entwickelte
sich dann ein Austausch, in dessen Folge
mehrere chinesische Wissenschaftler als
Gäste in Homburg in verschiedenen Kliniken und Fachrichtungen unter anderem
auch im Bereich der Membranforschung
arbeiteten. Seit 1986 besteht eine enge Kooperation unserer Medizinischen Fakultät
mit der Tongji Medizinischen Universität
in Wuhan.
Neues ESG / KHG-Zentrum auf dem Homburger Campus eingeweiht
Im Gebäude 63 auf dem Homburger Campus und damit in unmittelbarer Nähe des Anatomischen Instituts wurde am
20. Mai das neue gemeinsame Zentrum der Evangelischen Studierendengemeinde und der Katholischen Hochschulgemeinde eröffnet. Die beiden Hochschulseelsorger Eckart Stief (ESG) und Martin Wolf (KHG) konnten dazu zahlreiche
Studierende und Gäste begrüßen. Das neue Zentrum umfasst ein Büro, einen Besprechungsraum mit einer Terrasse
sowie eine kleine Küche und ersetzt die bisherigen Räumlichkeiten unter dem Dach der Mensa in Gebäude 74, die aus
Gründen des Brandschutzes geschlossen worden waren. Eckart Stief und Martin Wolf sind mit der Beratung von Studierenden und der studienbegleitenden kirchlichen Programmgestaltung betraut und informierten über Schwerpunkte
ihrer Arbeit.
Als nächste Veranstaltung findet am Donnerstag 3. Dezember um 18.00 Uhr im ESG /KHG-Zentrum unter dem
Motto „Zum Beispiel Sterbehilfe“ eine Diskussion mit dem neuen Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden des
Universitätsklinikums Prof. Dr. Bernhard Schick über die medizinethische Problematik der „Beihilfe“ zur Selbsttötung
statt.
Am Mittwoch 9. Dezember bietet der „Advent auf dem Campus“ vor der Homburger Mensa (Gebäude 74) zwischen
13 und 14 Uhr die Gelegenheit zum Kennenlernen und zum Austausch.
Kontakt: Telefon: 06841 16-26042
[email protected] oder [email protected]
CHAMPUS Ausgabe 05/2015
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CHAMPUS # NACHGEDACHT
China-Impressionen Oktober 1976 –
Aus einem im Universitätsarchiv verwahrten Reisebericht
Text/Foto: Dr. Wolfgang Müller, Universitätsarchiv
E
s ist hier nicht der Ort, die verschiedenen Vernetzungen zwischen der Universität des Saarlandes
und China ausführlich auszubreiten. Gleichwohl soll
aber beispielshaft an den Pionier der internationalen
Chinaforschung Prof. Dr. Jürgen Domes (1932-2001)
erinnert werden, der mit seinen präzise analysierenden
150 Publikationen Maßstäbe setzte.
In der Nachfolge von Christian Graf von Krockow und
Karl Kaiser hatte Jürgen Domes von 1975 bis zu seiner
Emeritierung den Saarbrücker Lehrstuhl für Politikwissenschaft inne und agierte auch als Dekan der
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
sowie als Vizepräsident für Lehre und Studium. In
seiner 2000 erschienenen Autobiographie „Zu Gast
in drei Welten. Erinnerungen“ hat Christian Graf von
Krockow das Schicksal der Saarbrücker Politikwissenschaft nach der Emeritierung von Jürgen Domes so
kommentiert:
„Unter einem konservativen Ministerpräsidenten ist
sie geschaffen worden, unter einem anderen
– mit linkem Herzen –
dem Rotstift zum Opfer gefallen.“
Diesem Prolog mag nun eine historische Rückblende
zur Situation Chinas im Oktober 1976 – und damit
wenige Wochen nach dem Tod Mao Tse-Tungs am 9.
September – folgen. Denn die im Universitätsarchiv
verwahrte Sammlung von Universitätspräsident Prof.
Dr. Hans Faillard enthält ein außergewöhnlich interessantes Zeitdokument unter dem Titel „Bericht über
die Reise einer deutschen Delegation von Fachleuten
des Hochschulwesens in die Volksrepublik China im
Auftrage der Bundesregierung vom 17. bis 31. Oktober
1976“. Diese Reise erfolgte übrigens vier Jahre nach
der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen
der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China im Oktober 1972. Die vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft herausgegebene
Dokumentation informiert über die verschiedenen
Begegnungen der deutschen Delegation unter Leitung
des Generalsekretärs des Wissenschaftsrates Dr. Peter
Kreyenberg, der insgesamt acht Personen – darunter auch der Saarbrücker Universitätspräsident Prof.
Faillard – angehörten und die von der Kulturreferentin
der Deutschen Botschaft in Peking begleitet wurde.
Den Impuls zu dieser Reise gab die beim Besuch
von Bundeskanzler Helmut Schmidt im Herbst 1975
getroffene Vereinbarung über den „Austausch von Delegationen und Fachleuten des Universitätsstudiums“.
„Man besichtigte Bildungseinrichtungen in Peking,
Nanking und Kanton und führte mehrere Fachgespräche mit Vertretern des chinesischen Bildungsministe-
6
riums und der Bildungsämter der Provinzen Kiangsu
und Kwangtung“, wobei insgesamt die „chinesische
Seite ihr starkes Interesse an der deutsch-chinesischen
Zusammenarbeit betonte“, jedoch seinerzeit „die
Möglichkeiten zu einem Austausch von fachlichen
Erfahrungen und Informationen beschränkt waren“.
Es ist im Rahmen dieses Beitrags nicht möglich, die
einzelnen Begegnungen und Besuche – etwa auch in
der Volkskommune Tia Ning bei Nanking – Revue
passieren zu lassen.
Allerdings informiert der Bericht auch über das bedeutendste politische Ereignis jener Zeit, die Entmachtung der selbst von Mao so bezeichneten „Viererbande“ um Maos Witwe Jiang Qing. Denn „die Reise fiel
in eine entscheidende Phase der innerchinesischen
Entwicklung, die durch den Machtkampf um die
Nachfolge des Parteivorsitzenden Mao gekennzeichnet
war. Während der Zeit der Reise konnte Hua Kuo-feng
diesen Machtkampf für sich entscheiden und seine
Rivalen, die von der Witwe Maos, Tschiang Tsching,
geführte Gruppe der sog. Radikalen, entmachten. Seine Präsentation als neuer Parteivorsitzender erfolgte
auf einer Kundgebung in Peking am 24. Oktober, als
die Delegation gerade in Nanking war. Von diesem
Tage an wurden die Führer der Radikalen, auch in
Gesprächen mit der deutschen Delegation, als verbrecherische „Vierer-Bande“ bezeichnet; sie wurden von
diesem Tage an auch als „Feinde von Rechts“ eingestuft, während vorher nur allgemein von Linksabweichlern die Rede gewesen war. Den Beginn der
Demonstrationen in Peking hatte die Delegation am
21. Oktober miterlebt; bei ihrer Rückkehr von einem
Ausflug zur Großen Mauer war sie mit ihrem Wagen
mitten in die zusammenströmenden Volksmassen
geraten. Die innerchinesischen Vorgänge veränderten teilweise das Reiseprogramm. Eine Besichtigung
der großen Universitäten in Peking war nicht möglich, ebensowenig der Besuch von Shanghai, wo die
Demonstrationen besondere Ausmaße annahmen.“
Das Hochschulwesen war seinerzeit noch tiefgreifend
durch die Veränderungen der „Kulturrevolution“
geprägt, die Aufgabe des Studiums bestand sowohl in
der Wissensvermittlung als auch in der „politischen
Bewußtseinsbildung“, und die Hochschulen sollten
nach der Vorstellung Mao Tse-Tungs „Instrument der
Diktatur des Proletariats“ sein. Eine Prognose über
die zukünftige Entwicklung des Hochschulwesens ließ
sich „derzeit noch nicht genau vorhersehen. Es spricht
vieles dafür, daß die starke Praxisbezogenheit von Lehre, Ausbildung und Forschung beibehalten, im Zuge
einer langsamen Anhebung des Qualifikationsniveaus
aber die Theorie wieder stärker in den Vordergrund
rücken wird.“
CHAMPUS # NACHGEDACHT
Der vom 1973 bis 1979 amtierende Präsident der Universität des Saarlandes Prof. Dr. Hans Faillard (1924-2005).
CHAMPUS Ausgabe 05/2015
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CHAMPUS
wissensaustausch
asiensausgabe
09 12 14 16 18 8
Traditionelle chinesische Kalligrafie
Japan – das Land der aufgehenden Sonne
UdS und Asien
One year off
Knigge made in China
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
Traditionelle
chinesische Kalligrafie
Text: Yuexin Cao
C
hinesische Kalligrafie ist eine besondere Schreibweise der chinesischen Schriftzeichen. Die Schönheit
der Schriftzeichen soll durch verschiedene Techniken und die Betonung von
Struktur und Bedeutung der Zeichen
verdeutlicht werden. Kalligrafie wird
in China neben dem Go Spielen, der
Malerei und der Musik als „vierte der
Künste“ bezeichnet.
Was braucht man?
Wenn man Kalligrafie lernen möchte, braucht man traditionellerweise
immer vier Gegenstände, nämlich einen Pinsel, Papier, Tusche und einen
Tuschstein.
In der Kalligrafie ist der Pinsel das
wichtigste Schreibgerät. Er besteht aus
Tierhaaren an einem Bambus- oder
Holzrohr.
Das in der Kalligrafie verwendete Papier heißt Xuan-Papier. Es ist reinweiß,
fein weich und elastisch.
Die Tusche hat nur eine Farbe: Schwarz.
Früher wurde die Tusche selbst angerührt, indem man den Tuschstein
abrieb und mit Wasser mischte. Aber
heute verwendet man oft fertige, flüssige Tusche aus der Flasche.
sehen. Zwei Punkte und ein Strich
nach oben sind eng miteinander verbunden. (linker Teil des Zeichens)
Schriftstile
„Young„ und seine achte Strichen
gut erkennen. Jeder Strich wird in einer
bestimmten Reihenfolge einzeln geschrieben. ( Für die Reihenfolge der Striche, siehe die Nummerierung in der Zeichnung)
Die Kalligrafie weicht in zwei wichtigen
Punkten von der normalen Schrift ab.
1)Dicke und Dünne Striche
In der normalen Alltagsschrift gibt es
kaum oder keine Unterschiede zwischen
dicken und dünnen Strichen, weil erstens
kaum Gewicht darauf gelegt wird und
zweitens die modernen Schreibwerkzeuge,
wie der Kugelschreiber, keine Variation ermöglichen.
In der Kalligrafie entstehen dicke und
dünne Striche vor allem durch das Heben
und Senken des Pinsels. Anheben macht
die Linie fein, leicht und schwebend;
Kalligrafie
Auf dem Papier steht: chinesische Kalligrafie
Chinesische Zeichen
Chinesische Zeichen bestehen aus einzelnen Strichen. Es gibt acht grundlegende Striche, deren Bewegungsrichtung feststeht. An „yong“, dem Zeichen
für „ewig” in der üblichen chinesischen
Schrift, kann man diese acht Striche
Normale Schrift
Von den fünf Stilen der chinesischen
Kalligrafie werden heute am häufigsten
die Normschrift, die Fließschrift und
die Grasschrift verwendet.
Für die Normschrift gibt es strenge Regeln beim Senken und Heben des Pinsels. Die Schriftzeichen stehen gerade
und aufrecht und passen unabhängig
von der Anzahl der Striche in ein Quadrat.
Die Fließschrift ist aus dem schnellen
Schreiben der Normschrift entstanden. Sie ist weniger streng geregelt als
die Normschrift, ihre Punkte und Striche sind mehr miteinander verbunden.
Die Zeichen passen nicht immer in ein
Quadrat.
Die Grasschrift ist der schnellste Stil.
Sie geht mit der festen Form der Normschrift noch freier um als die Fließschrift und sie ist deshalb recht schwer
zu lernen und nicht leicht zu lesen.
Ein Sprichwort sagt: Die Normschrift
ist wie stehen, die Fließschrift wie gehen, die Grasschrift wie rennen.
Kalligraphie und ich
Aufdrücken macht sie dick, konzentriert
und schwer. Bei „yong“ als Beispiel ist der
Strich nach oben dick und der Strich von
rechts oben nach links unten ist dünn.
In China beginnen sehr viele Kinder in
sehr jungen Jahren mit der Kalligrafie.
Sie ist ein ganz normales Hobby wie
Klavier spielen, Malen oder Fußballspielen.
2) Verbundenheit
In der Kalligrafie können zwei Striche miteinander verbunden werden, das nennt
man „Fäden ziehen“. An „qing“, dem Zeichen für „klar”, kann man die Verbindung
Durch das Lernen der Kalligrafie
kennen die Kinder mehr chinesische
Zeichen und können sich besser konzentrieren. Kalligrafie fördert auch die
Kreativität und künstlerisches Denken.
CHAMPUS Ausgabe 05/2015
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CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
Auch die Entwicklung des Selbstbewusstseins wird durch die Kalligrafie
positiv beeinflusst, weil die Kinder ihre
Kalligrafiewerke anderen zeigen oder
schenken können.
Ich habe im Alter von vier Jahren angefangen, Kalligrafie zu lernen. Damals
war ich oft krank und schwächlich,
seitdem ich dann aber Kalligrafie gelernt habe, habe ich allmählich meine
Schwächlichkeit überwunden. Vielleicht war das stundenlange Stehen ein
Grund dafür, außerdem braucht es für
das Heben und Herunterdrücken des
Pinsels eine Menge Kraft und Körperspannung.
Die Grundlagen der Kalligrafie sind
sehr wichtig, aber auch sehr schwer
zu lernen. Ich habe zum Lernen der
Grundlagen zwei Jahre gebraucht. Die
Schwerpunkte liegen dabei auf der
Pinselkontrolle, der Schreibweise der
acht Grundstriche und der Veränderung der Striche durch das Heben und
Herunterdrücken des Pinsels.
Für das Erlernen der Kalligrafie ist
imitieren ganz bedeutend. Man lernt
durch Imitation die Werke der Kalligrafie. Durch vergleichen, nachdenken und abschließender Korrektur versteht man die Struktur immer besser.
Ist man schließlich durch die Imitation
weit genug fortgeschritten, kann man
einen eigenen Stil entwickeln.
Was mich besonders fasziniert ist, dass
die Kalligrafiekeine „richtige“ Farbe
hat, nur schwarz und weiß, aber sie so
trotzdem die Schönheit der chinesischen Zeichen präsentieren kann.
Als ich nach Deutschland gekommen
bin, habe ich den Pinsel, das Papier
und die Tusche mitgebracht. Ich schreibe manchmal zu Hause als Entspannung. In vielen Veranstaltungen, in denen die chinesische Kultur präsentiert
wird, hatte ich auch die Chancen, diese
traditionelle chinesische Schreibart
anderen, nicht aus China kommenden
Leuten zu präsentieren. Oft „übersetze“ ich dann die westlichen Namen der
Teilnehmer auf Chinesisch und verwandele sie mit Hilfe der Kalligrafie in
ein kleines Kunstwerk.
„Für mich ist es von Bedeutung, dass ich die traditionelle chinesische Kultur bewahre und anderen diese schöne Kunst zeigen kann.“
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CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
JAPAN
Das Land der
aufgehenden Sonne
Text: Tanja Aurahs
M
ein erster Kontakt mit Japan fand, wie bei vielen
Dingen die außerhalb unseres Alltags liegen,
durch das Fernsehen statt. Die Serie „Shogun“
begeisterte mein zehnjähriges Selbst so sehr, dass meiner
Umgebung dies nicht verborgen blieb und ich das dazugehörige Buch geschenkt bekam. Die detailreichen Beschreibungen der fremdartigen Kultur hinterließen bei mir
einen bleibenden Eindruck, so dass ich auch in anderen
Medien nach dieser erschreckenden Schönheit suchte, die
ich von da ab mit Japan verband.
Romane, Mangas, Animes, Filme, Sachbücher: in allem
fand sich diese besondere Grundeinstellung, die meine
Faszination immer weiter befeuerte:
Was du auch tust, tue es in Schönheit.
Ob es sich jetzt um Akira Kurosawas Interpretation von
Macbeth oder das Zelebrieren der Teezeremonie, das
volksfestliche Begrüßen der Kirschblüte oder die bunteren
Ausformungen der Jugendkultur handelt, in allem findet
sich ein Bestreben nach Ästhetik und Vollkommenheit,
das in seiner Stärke bewundernswert ist.
Diese Tendenz kann jedoch rasch zu Extremen führen.
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Der insbesondere in der Jugend vorhandene Wunsch, sich
von der Norm abzugrenzen, schlägt sich häufig in Äußerlichkeiten nieder.
Ryoichi “Keroppy” Maeda, ein Journalist und Fotograf, hat
die stetig wachsende japanische Body-Modifikations-Szene dokumentiert. Tätowierungen im westlichen Stil und
Piercings stellen dabei die harmloseren Varianten dar.
Kleinoperationen wie das Anspitzen der Ohren, damit
sie denen einer Katze gleichen, oder das Entfernen des
Bauchnabels sind das extremere Ende des Spektrums.
Der Popstar Hatsune Miku, ein etwa 16- jähriges Mädchen
mit langen blauen Zöpfen, welches seit 2010 junge Japaner
und Japanerinnen mit ihrer Musik begeistert, ist nicht real:
Es handelt sich dabei um ein Hologramm, einen Avatar.
Ungeachtet dessen, wird ihr zugejubelt und sie ist in der
Lage, eine genauso fanatische Fangemeinde um sich zu
scharen, wie jeder menschliche und genauso unerreichbare Popstar. Kawaiiii!
Seit vielen Jahren gibt es einen Trend in Japan, der über
Amerika und Frankreich auch seinen Weg nach Deutschland gefunden hat: Cosplay. Man kleidet sich wie eine
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
Visual Kei zeichnet sich durch das ungewöhnliche Styling
verschiedener Musiker aus, wobei die Musikrichtung der
Bands, die sich Visual Kei zugehörig zeigen, variieren
kann. JPop und JRock sind dabei vorherrschend. Perücken, auffällige Frisuren, starke Schminke und ungewöhnliche Kleidung, in ihrer Vielfalt zum Teil an das
Kabuki-Theater angelehnt, dominieren diesen Stil. Eine
aus diesem Trend hervorgegangene Moderichtung stellt
der Lolita-Stil dar. Dieser basiert auf europäisch- viktorianischer und Rokoko - Kleidung und hat mittlerweile viele
Unterarten entwickelt.
Katzen sind in vielen japanischen Geschichten Glücksbringer. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das weltweit
erste Katzencafé in Japan eröffnet wurde. Auch hier waren
sie wieder Trendsetter, denn heute finden sich Katzencafés
auch in Wien und Berlin. Man kann dort während man einen Kaffee genießt ein Kätzchen streicheln - ein Glück für
jene, die sich aufgrund der Wohnsituation kein Haustier
leisten können. Sogar die Insel Tashirojima ist für Katzen
Was du auch tust,
tue es in Schönheit.
Figur aus einem Manga (Comic), einem Anime (Zeichentrickfilm), einem Computerspiel oder einem Realfilm und
versucht, diese dabei möglichst originalgetreu darzustellen. Dann trifft man sich bei Gelegenheiten aller Art, von
Rollenspiel- Conventions über Computerspielevents bis
hin zu Buchmessen. Es gibt sogar Cosplay- Meisterschaften.
Das Aussehen spielt eine große Rolle - und manche
fülligeren, jungen Japanerinnen haben damit ein großes
Problem. Die japanische Gesellschaft ist nicht tolerant, was
ein Abweichen von der Norm betrifft. Sie werden „debu“
(Fetti) oder „Pizza“ genannt. Um die Öffentlichkeit zu
toleranterem Verhalten zu animieren, wurde der Begriff
„Marshmallow- Girls“ für moppelige Mädchen geschaffen.
Damit soll etwas Niedliches verbunden werden, da man
mit einem Marshmallow „süß“ und „weich“ verbindet.
Ganguro (Gan = Gesicht, kuro = schwarz) bezeichnet
einen Trend, bei dem zumeist jungen Mädchen ihre Haut
stark bräunen, helles Augen Make- up und pastellfarbenen
Lippenstift auftragen. Man nennt sie auch Orange- Girls,
da Haut bei intensivem Gebrauch von Selbstbräunern
und Beta-Karotin-Tabletten einen orangefarbenen Ton
annehmen kann.
reserviert. Eine besondere Touristenattraktion ist dort der
Gebäudekomplex eines Manga-Künstlers namens Shotaro
Ishinomori: „Manga City“, ein riesiges Katzenhaus.
Will man auf japanisch „Danke“ sagen, gibt es drei Möglichkeiten: Domo Arigatou (höflich) Domo Arigatou gazaimasou (sehr höflich) Domo Arigatou gozaimashita (extrem
höflich)- doch welches verwendet werden sollte, das hängt
immer von der Situation ab…
Wer hier in der Nähe etwas japanischen Flair verspüren
will, dem empfehle ich zum Reinschnuppern das Restaurant „Hashimoto“ in Saarbrücken (Achtung: teuer) oder
den japanischen Garten in Kaiserslautern.
Popstar Hatsune Miku
CHAMPUS Ausgabe 05/2015 13
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
UdS und Asien
Text: Wolfgang Heintz, IO
Für Studierende der Uni des Saarlandes gibt es vielfältige Möglichkeiten,
diesen Kontinent der Superlative für sich zu entdecken
W
arum nicht mal eine Schulerfahrung
der besonderen Art, dachte sich Daniel
Gottwald (Lehramt Mathe, Physik und
Sport), bevor er sich für das 6-monatige Schulpraktikum an der German European School Singapore
(GESS) beworben hat. Bereits seit 2008 besteht
diese Form der Zusammenarbeit der UdS mit der
Schule in Singapur, die für Lehramtsstudierende
einen Praktikumsplatz pro Halbjahr bereithält. Die
Bewerbung erfolgt im International Office. Über
seinen Aufenthalt urteilt Daniel so: “(…) Entgegen
mancher Schulpraktika, die ich während meines
Studiums absolvieren musste, war es an der GESS
sehr gerne gesehen, eigene Unterrichtsversuche
durchzuführen, (…) sodass ich über den gesamten
Praktikumszeitraum hinweg meine Kompetenzen
als Lehrer verbessern und jede Menge wertvoller
Erfahrungen sammeln konnte.” Daniel konnte während des bezahlten Praktikums in Singapur u.a. in
unterschiedlichen Klassenstufen in seinen Fächern ©Daniel Gottwald (vor der Skyline Singapurs)
am Unterricht mitwirken. “Im Sportunterricht
zählte hierzu beispielsweise die Übernahme des
Aufwärmprogramms oder anderer Unterrichtsteile.
Darüberhinaus konnte ich in Klassenstufe 12 im
Fach Physik, das an der GESS bilingual unterrichtet wird, viele interessante Eindrücke gewinnen und Unterschiede zum deutschen Curriculum
feststellen. Während der Projektwoche durfte ich als
Betreuer die Klassenstufe 10 bei einem zweiwöchigen Sozialprojekt in Indien begleiten. Dabei wurden
an verschiedenen Standorten in Zusammenarbeit
mit lokalen Arbeitskräften Projekte betreut, wie
beispielsweise der Bau einer Grundschule oder die
Renovierung eines Heimes für geistig behinderte
Männer.”
Schulpraktika kann man aber auch über das Netzwerk “Schulen: Partner der Zukunft” (PASCH)
organisieren. Der Pädagogische Austauschdienst
PAD bietet außerdem die Möglichkeit, als Fremdsprachenassisten/in an Schulen in China zu arbeiten. Weitere Informationen zu Schulpraktika mit
den Bewerbungsunterlagen zum Praktikum an der
GESS: www.uni-saarland.de/dsa
Die UdS ermöglicht durch Kooperationsvereinbarungen Studienaufenthalte ohne Studiengebühren
an derzeit 43 Partneruniversitäten in 8 Ländern
Asiens. Darunter sind sowohl fachbezogene (z.B.
für Medizin im Nordosten Thailands) als auch
fachoffene Vereinbarungen, die für Studierende
aller Fakultäten zugänglich sind.
Mehr Informationen unter “Kooperationen” auf der
Webseite der UdS und auf
www.uni-saarland.de/uebersee
14
©Kai Rochlus (Auf den Mauern der Festungsanlage Hwaseon in Suwon)
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
Wer sich kein ganzes Semester an einer
Partneruni aufhalten will, kann es machen
wie Kai Rochlus (Materialwissenschaft
und Werkstofftechnik): Er hat zwischen
Bachelor- und Master-Studium an einer
dreiwöchigen summer school an der
Korea-Tech in Seoul teilgenommen, ein
Aufenthalt der “alle meine Erwartungen
übertroffen hat.(…) (…) kam mit vielem
geschichtlichen Wissen, Wissen über koreanische Bräuche und Kultur sowie zahlreichen neuen Eindrücken und Freunden
wieder nach Deutschland zurück.(…) Ich
werde mich innerhalb meines Studiums
wahrscheinlich nicht weiter mit Korea oder
der Sprache beschäftigen, die gesammelte
Erfahrung sowie die gemachten Erinnerungen werden jedoch für immer bleiben. Ich
kann diese Summer School daher jedem
empfehlen, der offen für neuen Eindrücke
ist und schon immer einmal asiatische
Kultur hautnah erleben wollte”. Solche
kurzen Aufenthalte ermöglichen eine erste
Kontaktaufnahme zu einer fremden Kultur,
um eine einmalige Auslandserfahrung zu
machen oder vielleicht später noch einmal
zur Abfassung der Abschluss-Arbeit zurückzukommen.
Die Studierenden sind nicht festgelegt
auf die formalisierten Beziehungen zu
Partneruniversitäten. Man kann sich auch
auf eigene Faust einen Platz suchen, wie
es Marilena Dahm (Medizin-Studentin)
gemacht hat, die sich über einen Kontakt
in der Neurologie in Homburg selbst einen
Famulatur-Platz in einem Krankenhaus in
China organisiert hat. Ihre Bewegggründe: “Ich wollte gerne in China famulieren,
weil ich mal was anderes sehen wollte und
genau das habe ich auch. Eine komplett
andere Welt”. Nicht nur die alltägliche
Arbeitsroutine war anders als in Deutschland, sondern auch, dass “…die Studenten sehr viel mehr Verantwortung (…)
übernehmen. So betreut jeder von ihnen
unter Aufsicht eines Arztes 3-4 Patienten.
Sie schreiben selbst die Anordnungen und
Rezepte, machen Termine aus und führen
Gespräche mit den Angehörigen”. Marilena
durfte sich nicht nur in der Neurologie umsehen, sie hatte “oft die Gelegenheit, auch
mal in andere Bereiche zu schauen.
©Marilena Dahm (Notaufnahme)
So war ich mal (…) einen Nachmittag in der
Notaufnahme. Sogar einen Tag durfte ich mit
in den OP. So hatte ich die Chance, möglichst
viel zu sehen und mir ein gutes Bild von den
verschiedenen Abläufen in der Klinik zu
machen.” Immerhin in einem Krankenhaus
mit 3 Gebäuden, jeweils 17 Stockwerken und
mehr als 1,2 Mio ambulanten Patient/inn/
en pro Jahr! Finanziert hat sie die Famulatur teilweise über das Stipendienprogramm
UdS-Mobil, das durch Mittel des Deutschen
Akademischen Austauschdiensts (DAAD)
und des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung (BMBF) sowohl selbst organisierte
Aufenthalte wie auch Aktivitäten an Partnerhochschulen ko-finanziert.
Weitere Informationen auf
www.uni-saarland.de/uds-mobil.
Möglichkeiten, Asien zu entdecken,
gibt es viele, man muss sich nur
trauen.
Hilfestellung und Informationen gibt es
im International Office der UdS, in individuellen Sprechstunden und allgemeinen Informationen zum Auslandsaufenthalt bei Wolfgang Heintz und auf www.
uni-saarland.de/uebersee
CHAMPUS Ausgabe 05/2015 15
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
One year off – ein Jahr am
östlichen Ende der Welt
Text/Fotos: Nadine Pirsch
„Nord- oder Südkorea?“ – das war stets die erste Frage,
die mir meine Kommilitonen und Freunde stellten,
als sie von meinen Auslandsplänen hörten.“
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„Nord- oder Südkorea?“ – das war stets die erste
Frage, die mir meine Kommilitonen und Freunde
stellten, als sie von meinen Auslandsplänen hörten.
Ich weiß nicht genau, ob diese Frage mich zum Weinen oder zum Lachen bringen soll und vielleicht war
auch deshalb die Antwort immer: „Nordkorea“ – rein
aus Prinzip.
Tatsächlich habe ich mich natürlich auf den Weg
nach Südkorea oder, politisch korrekt formuliert, in
die Republik Korea begeben. Elfeinhalb Flugstunden
trennen Deutschland von Korea und nicht nur die
Entfernung ist weit, sondern auch die kulturellen
Unterschiede sind gravierend. Sie reichen von der
Sprache über das alltägliche Verhalten, inklusive
einer besonders stark ausgeprägten Pärchenkultur,
bis hin zum Essen.
Beginnen wir mit der Sprache. Koreanisch gilt als die
einfachste asiatische Sprache und ist es wahrscheinlich auch. Das koreanische Alphabet – ja, richtig,
Alphabet und nicht, wie im Chinesischen eine Ansammlung von unterschiedlichen Zeichen – besteht,
ähnlich wie das Deutsche, aus 24 Buchstaben, was es
für einen Ausländer relativ einfach macht,
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
koreanisch zu lesen, auch wenn die Bedeutung des
Gelesenen völlig verschlüsselt bleibt. Manchmal jedoch –
und das sind meine seltenen Lichtblicke – machen es die
Koreaner dem Ausländer sehr einfach, indem sie Wörter
aus dem Englischen übernehmen und sie ins Koreanische
„quasi-transkribieren“. Wörter wie banana, phone, market
oder auch Eigennamen, wie Merkel oder Obama können
dadurch sofort übersetzt werden. Das eigentliche Problem im Koreanischen liegt in der unendlichen Vielzahl
an Höflichkeitsformen. Wendet man sich an jüngere
Personen, verwendet man eine andere Konjugationsweise
desselben Verbs, als wenn man seine Eltern oder ältere
Personen anspricht. Im selben Jahr geborene, die im
Koreanischen auch als „Freunde“ bezeichnet werden, erhalten wiederum eine andere Konjugationsform. Handelt
es sich bei der Person, an die man sich wendet, um eine
ranghöhere oder hochehrenwerte Person, kann es sogar
manchmal vorkommen, dass ein komplett anderes Verb
verwendet werden muss. Beachtet man diese Regelungen
als Ausländer nicht immer, ist das aber auch kein Beinbruch: die Koreaner sind extrem gastfreundlich! Und
versucht man sich immerhin schon einmal am Koreanischen und reduziert somit für sein Gegenüber die Gefahr,
Englisch sprechen zu müssen, verzeihen sie ihm aus
Dankbarkeit so einige Fauxpas.
Die Höflichkeit in Korea beschränkt sich aber nicht nur
auf die Sprache. Im Alltag wird man mit allen möglichen
und vorstellbaren Formen der Höflichkeit konfrontiert.
Begrüßt oder verabschiedet man unbekannte, ältere –
auch wenn es sich nur um einen Altersunterschied von
einem Jahr handelt, – oder ranghöhere Personen, so tut
man dies mittels einer tiefen Verbeugung und einem
„Guten Tag“, dessen Intonation die Ehrerbietung erahnen
lässt, die man seinem Gegenüber entgegenbringt. Reicht
man seinem Gegenüber etwas, sei es ein Kaffee, Geld,
ein Buch oder auch nur einen Stift, so tut man dies mit
beiden Händen und einer leichten Verbeugung. Auch
wenn man zum Essen eingeladen wird, was einem in
Korea als Ausländer sehr häufig passiert, bedankt man
sich im Anschluss an das Essen mit einem Ausdruck, der
„Dank für das Essen“ bedeutet und – wer hätte es erwartet – einer leichten Verbeugung. Sogar die Parkeinweiser
im Einkaufzentrum erledigen ihre Arbeit nicht so träge
und lustlos, wie man es von Parkeinweisern in deutschen
Freizeitparks gewohnt ist, sondern winken die Autofahrer
mittels Bewegungen in die Parklücken, die einen eher an
eine neue Version von „Ai se tu pego“ erinnern. Die koreanische Höflichkeit ist also omnipräsent. Aber genauso
höflich wie die Koreaner sind, genauso schüchtern sind
sie auch. Dies lässt sich anhand der in Korea entwickelten
Pärchenkultur erkennen. In Korea ist es eher eine Unsitte,
seine Liebe an die Öffentlichkeit zu tragen. Aus diesem
Grund wird man selten ein Pärchen sehen, das sich in
der Öffentlichkeit näher als „Händchen halten“ kommt,
da ansonsten, zumindest aus öffentlicher Sicht, Schmach
und Schande über einen kommen. Koreanische Pärchen
haben jedoch, um dies zu kompensieren, ihre ganz eigene
Art entwickelt, eher subtil ihre Liebe zu präsentieren.
Schlendert man als Tourist durch die Straßen wird man
die Paare nämlich nicht nur anhand des sogenannten
„Couple-Rings“, den auch Deutsche ab und an gerne
tragen, erkennen, sondern auch daran, dass sie entweder
in den gleichen Schuhen, dem gleichen Pulli, der gleichen
Snapback oder im besten Falle im kompletten Partnerout-
fit auftreten. Dies wird dann als vollkommen natürlich
und sehr süß empfunden, auch wenn es auf den europäischen Tourist wohl eher befremdlich wirkt. Auch ist es
üblich, ein Bild seines Partners als sein Profilbild in Sozialen Netzwerken einzustellen und genau hier wird es für
den Austauschstudenten schwierig herauszufinden, wem
er denn jetzt nun genau schreibt, da die koreanischen
Namen es einem teilweise nicht unbedingt leicht machen,
das Geschlecht herauszufinden.
Worin die Koreaner jedoch noch ganz traditionell sind,
ist das Dating. Für einen koreanischen jungen Mann
kommt es unter keinen Umständen in Frage, dass die
Frau ihr Essen oder ihren Kaffee bezahlt. Zumindest nicht
beim ersten Date. Ab dem zweiten oder dritten Date kann
sich der Mann dann eventuell dazu bereit erklären, die
sogenannte Dating-Fee zu akzeptieren, was bedeutet, dass
die Frau 30% der Rechnung übernimmt. Doch auch wenn
man die Dating-Fee nur schwerlich akzeptieren kann,
sollte man sich auf eine Einladung zum Essen, sei es mit
Freunden oder eben im Rahmen eines Dates auf jeden
Fall einlassen, denn Essen in Korea ist großartig. Eine Sache ist jedoch vorwegzunehmen: Das Essen von Hunden
ist auch in Korea weitestgehend verpönt. Zumindest kenne ich keinen Koreaner, der dies jemals getestet hat. Dafür
gibt es jedoch allerlei andere Speisen, die beim Verzehr
eine regelrechte Geschmacksexplosion auslösen und dies
nicht nur im Sinne, dass sie einem den Mund verbrennen,
weil sie zu scharf sind. Es wird zwar oft scharf gegessen
und Kimchi (scharfer, eingelegter Kohl) darf auch bei
keiner Mahlzeit fehlen, jedoch wird zu jeder Speise eine
Vielzahl an eingelegtem Gemüse serviert, sodass jeder
Bissen anders schmeckt und jeder Restaurantbesuch zu
einem regelrechten Erlebnis wird.
Korea ist also ein Land, das sich in vielerlei Hinsicht von
westlichen Ländern unterscheidet und doch gibt es jedem
Fremden das Gefühl - insbesondere durch die Gastfreundlichkeit der Koreaner bedingt - die Möglichkeit zu
haben, in ihm eine neue Heimat zu finden.
CHAMPUS Ausgabe 05/2015 17
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
Knigge made in China –
Ein Einblick in die chinesische Tischkultur
Text: Lin Xue und Peter Poth
D
ie drei wichtigen Strömungen der chinesischen
Religion und Philosophie sind der Buddhismus, der Daoismus und der Konfuzianismus.
Während die deutschen Benimmregeln angeblich auf
Freiherr Adolph von Knigge zurückzuführen sind, leitet
sich die chinesische Tischkultur aus den Lehren des
Konfuzius her. Meister Kong, wie der von 551 bis 479
v. Chr. in Qufu in der chinesischen Provinz Shandong
lebende und arbeitende Philosoph genannt wurde,
begründete diejenigen Gesellschaftsstrukturen, die für
die heutige chinesische Gesellschaft nach wie vor von
großer Bedeutung sind. Der Konfuzianismus fordert
sowohl den Respekt gegenüber Älteren und Autoritätspersonen, als auch schlicht seinem Gegenüber die
gebührende Achtung zuteilwerden zu lassen und legt
somit das Fundament für die chinesische Tischkultur.
In den letzten 30 bis 35 Jahren haben sich die Berührungspunkte zwischen der restlichen Welt und der
Volksrepublik China sowohl im Geschäftsleben als auch
im Privatleben intensiviert. Es wird zunehmend häufiger vorkommen, dass ein ausländischer Gast in China
zu einem Geschäftsessen mit Einheimischen eingeladen
wird oder sogar an einem Essen im familiären Umfeld
teilnehmen darf. Für derartige Anlässe ist es unerlässlich, über die chinesische Tischkultur informiert zu sein
und einige grundsätzliche Verhaltensweisen zu kennen.
Ein chinesisches Geschäfts- oder Familienessen wird in
aller Regel in einem separaten Raum, der einen einzelnen runden Tisch beherbergt, stattfinden. Der runde
Tisch soll es ermöglichen, dass sich alle Anwesenden –
besser als an einem eckigen Tisch – anblicken und miteinander unterhalten können. Dem kommunikativen
Austausch wird somit ein hoher Stellenwert beigemessen. Mindestens so hoch wie die angemessene Bewirtung des Gastes oder der Gäste durch den bzw. die
Gastgeber. Der Tisch ist üblicherweise für 10 Personen
mit Unterteller, Schüssel, Löffel und Essstäbchen eingedeckt. Die Tischmitte ist mit einer Drehplatte versehen
und üblicherweise nicht dekoriert, um genügend Raum
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für mindestens zehn Gerichte zu schaffen. Die Sitzordnung ist genauestens geregelt: Bei einem formellen Essen sitzt der Gastgeber gegenüber der Eingangstür des
Raumes. Zu seiner Rechten sitzt der wichtigste Gast;
zu seiner Linken der zweitwichtigste. Gegenüber dem
Gastgeber sitzt der zweite Gastgeber, der die Aufgabe
hat, sich um das Wohl der restlichen Gäste zu kümmern, während der Gastgeber seinen Fokus auf die ihn
flankierenden, wichtigsten Gäste legen kann. Bei einem
Familienessen kann die Sitzordnung komplizierter sein.
Dabei richtet sich die Sitzverteilung nach Alter und
zusätzlich der Wichtigkeit des Gastes. Nur die Position
des Gastgebers verbleibt die Gleiche.
Als Gast bei einem formellen chinesischen Essen sollte
man mindestens 15 Minuten vor der angegebenen
Zeit erscheinen, da grundsätzlich erst mit dem Essen
begonnen wird, wenn alle Gäste anwesend sind. Nach
Betreten des Raumes wird man vom Gastgeber begrüßt
und einen Platz zugewiesen bekommen. Man begibt
sich daraufhin zu seinem angewiesenen Platz, und
nimmt erst wenn der Gastgeber alle dazu auffordert von
der linken Seite des Stuhls ausgehend seinen Platz ein.
Bei einem Familientreffen wird es öfter vorkommen,
dass ältere Menschen anwesend sind. Diesen sollte man
angemessenen Respekt zollen und ihnen beim Einnehmen ihres Platzes behilflich sein.
Der Gastgeber fragt nun die wichtigsten Gäste, wie viele
Gerichte er bestellen soll und bittet sie ggf. Wünsche zu
äußern. Es wird zumeist ein Gericht pro Gast bestellt,
was allerdings nicht bedeutet, dass diese Speise nur derjenige Gast, für den sie bestellt wurde, allein verzehren
wird. Alle Speisen werden geteilt. Jeder isst von jedem
Gericht. Nachdem der Gastgeber mindestens zehn
Gerichte und unbedingt eine gerade Anzahl bestellt hat,
verkündet er, dass er diese Gerichte für alle bestellt habe
und hoffe, sie würden allen munden.
Die Reihenfolge, in welcher die Gerichte serviert
werden, ist nicht zufällig. Zunächst werden mehrere
kalte Speisen aufgetischt, die allerdings nicht mitgezählt
CHAMPUS # WISSENSAUSTAUSCH
„Ein wichtiger
Aspekt der
chinesischen
Tischkultur ist
das gegenseitige
Anstoßen und
Zuprosten. „
werden; sie sind obligatorisch. Es folgen zwei warme Gerichte. Während diese serviert werden, ist es
wichtig zu wissen, dass noch nicht gegessen werden
darf. Erst nachdem der Gastgeber alle aufgefordert
hat, einen Schluck zu trinken und zum Essen auffordert, kann damit auch begonnen werden. Dennoch sollte man als Gast abwarten, bis der Gastgeber und der wichtigste Gast einen Bissen mit den
Essstäbchen aufgenommen haben, bis man selbst
zu essen beginnt. Man sollte während des Essens
ebenfalls Kommunikation betreiben, den anderen
Gästen zulächeln und an der passenden Stelle ggf.
ein wenig Spaß machen. Weiterhin ist es wichtig,
nur das Essen mit den Stäbchen aufzunehmen,
was sich gerade in Reichweite befindet. Es wird als
unschicklich angesehen, aufzustehen und sich über
den Tisch zu beugen, um von entfernteren Gerichten zu kosten. In diesem Falle ist Geduld angesagt,
bis die Platte weiter gedreht worden ist und sich
eine andere Speise in Reichweite befindet. Ebenfalls
als unschicklich angesehen wird das „Vordrängeln“
bei bestimmten Gerichten, große Mengen eines
jeweiligen Gerichts zu sich zu nehmen und damit
anderen die Chance zu nehmen, dies auch zu
probieren, geräuschvolles Essen in jedweder Form,
lautes Nase schnäuzen und Essensreste, beispielweise Knochen, auf dem Tisch abzulegen. Letztere
sollten mit den Händen – nicht mit den Stäbchen
– auf dem Unterteller oder in einem Papiertaschentuch platziert werden.
Im Umgang mit den Essstäbchen ist unbedingt
zu beachten, dass man sie zwischendurch nicht
„abschlecken“ sollte, noch damit Geräusche an der
Reisschale zu machen oder sie in die Reisschale zu
stecken. Dies wird als großes Unglück angesehen,
das symbolisch einem Todesfall gleichkommt und
dementsprechend ungern gesehen wird. Während
eines Gesprächs sind die Stäbchen entweder flach
auf der Reisschale mit Ausrichtung zur Mitte des
Tisches oder auf dem dafür vorgesehenen Bänkchen abzulegen.
Ein wichtiger Aspekt der chinesischen Tischkultur
ist das gegenseitige Anstoßen und Zuprosten. Teil
dieses Zuprostens sind einerseits Trinksprüche
verbunden mit guten Wünschen für den bzw. die
Adressaten des Wunsches und andererseits die
Entscheidung, ob man nach dem Anstoßen sein Glas ein-, zwei-, oder
dreimal leeren möchte. Jedem wohnt eine andere Symbolik inne. Leert
man ein Glas einmal, also in einem Zuge, soll damit die Freundschaft
zwischen den Zuprostenden vertieft werden. Sein Glas in zwei Zügen zu
leeren symbolisiert Glück und wird gerne bei guten Wünschen für Paare
verwendet; da die Zahl zwei für ein Paar steht. Ein Glas in drei Zügen zu
leeren steht wiederum für die Erhaltung von Freundschaft und für den
Wunsch, erfolgreicher im Geschäftsleben zu sein, als bisher.
Es obliegt dem „ersten“ Gastgeber dafür Sorge zu tragen, dass die Gläser
der beiden wichtigsten Gäste, die ihn flankieren, immer gefüllt sind.
Diese Aufgabe übernimmt der „zweite“ Gastgeber bei den verbleibenden
Gästen. Die Gläser sollten immer gefüllt sein. Will man als Gast nicht,
dass einem nachgefüllt wird, trinkt man sein Glas nicht gänzlich aus.
Beim Anstoßen ist ebenfalls eine etwaige Hierarchie zu beachten. Der
Jüngere sollte aus Respekt beim Anstoßen immer darauf achten, dass der
Glasrand des Älteren, des Vorgesetzten oder des Gastgebers höher bleibt
als der eigene.
Zum Ende des Essens sollte der Gast sich bei dem Gastgeber in aller
Form bedanken und ihn seinerseits zu einem Essen oder auf einen Besuch zu Hause einladen.
CHAMPUS Ausgabe 05/2015 19
CHAMPUS # DENKPAUSE
CHAMPUS
denkpause
asienausgabe
21 ADH Open Lacrosse
22 Unifilm
23 dotSaarland – Förderpreis
24 Deutsche Radio Philharmonie
25 Saarländisches Staatstheater
26 Gründer Campus Saar
28 Winterball und Kulturflatrate
30Consiglia
20
Fotos: Saarländisches Staatstheater
ADH
Open Lacrosse
CHAMPUS # DENKPAUSE
Text: Larissa Thome, Simon Bernarding, Lisa Bindemann
Vom 03.-05.07. diesen Jahres ging es für die Saarbrücker Löwinnen und Löwen zur Allgemeinen
Deutschen Hochschulmeisterschaft im Lacrosse.
Jährlich treffen sich Hochschulteams aus ganz
Deutschland, um ein komplettes Wochenende
lang gegeneinander spielen zu können. Dieses
Jahr stieg die Zahl der Teilnehmer auf knapp 600,
weshalb die ADH als größtes Lacrosseturnier in
ganz Europa gilt.
D
iesmal ausgerichtet von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg/Schweinfurt,
gestaltete sich schon die Fahrt nach Schweinfurt bei
gefühlten 1567283°C zu einem schweißtreibenden Abenteuer. Bei Ankunft gegen 21 Uhr wurden die Saarbrücker
von den Organisatoren herzlich willkommen geheißen, und
nachdem im Turnhallenschlaflager die Isomatten ausgerollt
worden waren, konnten bei einem Feierabendbier bereits
einige andere Teams kennengelernt werden.
Am nächsten Morgen begann der erste Spieltag für die
Damen, die zum Großteil sowohl ihr erstes Spiel als auch
ihr erstes Turnier erleben durften, recht durchwachsen.
Bereits zum Auftakt trafen sie auf die späteren ADH-Sieger,
die Münster Mohawks. Die Saarbrücker Damen zeigten
ein couragiertes Spiel, verloren letztlich jedoch gegen die
zahlenmäßig deutlich überlegene Mannschaft mit 5:0. Im
zweiten Spiel gegen Paderborn zeigte sich, dass man durchaus aus Fehlern lernen kann, und die ersten beiden Tore
für dieses Turnier konnten erzielt werden. Das Spiel endete
5:2 für Paderborn. Trotz heißester Temperaturen von über
38 °C kämpften die Saarbrücker Löwinnen auch im letzten
Spiel des Tages, wehrten zahlreiche Torschüsse ab, mussten
sich aber letztendlich mit einem 8:2 geschlagen geben.
Die Herren mussten am Samstag als erstes gegen die Mannschaft aus Passau antreten. Ähnlich wie bei den Damen war
es auch hier für die meisten das allererste Spiel überhaupt,
weshalb eine gewisse Nervosität nicht zu vermeiden war.
Das gegnerische Team konnte trotzdem mit 3:2 geschlagen
werden. Anschließend stand das Spiel gegen Würzburg
auf dem Spielplan, das Team, das sich als späterer Turniersieger herausstellen sollte. Es wurde hart gekämpft, eine
10:0 Niederlage ließ sich dennoch nicht vermeiden. Leider
verloren die Saarbrücker Löwen auch gegen die Spielgemeinschaft Heidelberg/Ludwigshafen/Mannheim mit 0:8,
da diese allein zahlenmäßig überlegen waren. Der Gegner
der Zwischenrunde war die Spielgemeinschaft Konstanz/
Friedrichshafen. Die Nervosität legte sich mit der Zeit und
alle hatten Spaß beim Spielen. Allerdings gingen die Hitze
und die pralle Sonne nicht spurlos an den Löwen vorüber. Letztendlich ging der Sieg mit 3:1 an die gegnerische
Mannschaft. Gegen frühen Abend stieg das vorerst letzte
Spiel gegen Bochum, welches mit einem 1:1 Unentschieden
endete. Unglücklicherweise verpassten die Saarbrücker Her-
ren das anschließende Spiel gegen Siegen, da der Spielplan
zu einiger Verwirrung geführt hatte. Nach Abkühlung
unter diversen Rasensprengern, Wasserschläuchen und mit
verdientem Duschbier in der Turnhallendusche brachen alle
Saarbrücker Lacrossespieler ins Schweinfurter Nachtleben
auf. Gestärkt von einem skurrilen Abendessen beim Mexikaner gings bis in die frühen Morgenstunden auf die genial
organisierte Player‘s Party in einen Schweinfurter Club.
Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht starteten die
Damen trotz subtropischer Temperaturen am nächsten
Morgen durch und konnten ihren ersten Sieg (10:0) gegen
Göttingen erringen. Davon angespornt ging‘s gleich weiter
in ein spannendes Duell gegen Bochum. Stand es gegen
Ende der Spielzeit noch 2:2 unentschieden, sammelten
die Saarbrücker Damen noch einmal all ihre Kräfte und
erzielten einen grandiosen 6:3 Sieg. Die Saarbrücker Löwinnen erreichten insgesamt den 18. Platz von 23 teilnehmenden Mannschaften. Auch die Herrenmannschaft hatte
mit Schlafmangel zu kämpfen, was sie jedoch nicht davon
abhielt, im ersten Spiel gegen Passau das gegnerische Tor
aggressiv anzugreifen. Die Schüsse verfehlten ihr Ziel nur
knapp. Aus unbekannten Gründen wurde das Spiel vorzeitig mit einem Endstand von 1:0 für Passau abgebrochen.
Diese Niederlage konnten die Saarbrücker Herren nicht
auf sich sitzen lassen und holten sich im letzten Spiel des
Turniers einen 2:0 Sieg gegen Tübingen/Freiburg. Letztendlich erreichten die Saarbrücker Löwen den 25. Platz von 26
Mannschaften.
Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Handgepäck fuhr Saarbrücken am Sonntagnachmittag zurück
Richtung Heimat. Besonders der Teamzusammenhalt aller
Saarbrücker Löwen ist bei diesem Turnier enorm gewachsen. Saarbrücken Lacrosse bedankt sich herzlich bei allen
Organisatoren und Helfern der Stadt Schweinfurt für die
Organisation und die Austragung dieser gelungenen Hochschulmeisterschaften und freut sich auf die nächste Chance,
die Universität bei diesem Wettkampf vertreten zu dürfen.
Mehr Infos über Lacrosse an der Universität des Saarlandes
und zu den aktuellen Trainingszeiten unter –
https://www.facebook.com/saarbrueckenlacrosse und auf
der Seite des Hochschulsports.
CHAMPUS Ausgabe 05/2015 21
CHAMPUS # DENKPAUSE
Unifilm• JEDEN DIENSTAG FÜR 2,50 €
01.12. 2015
Die Kinder des Monsieur
Mathieu (OmU franz)
Der Dirigent Pierre Morhange (Jacques Perrin) erinnert sich angesichts des Tagebuchs
seines Lehrers Clément Mathieu (Gérard
Jugnot) an die Jugenderlebnisse in einem Internat für schwer erziehbare Kinder, das er
kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
besucht hat. Mathieu setzt sich vom übrigen
Personal der Institution ab, indem er nicht
einseitig auf drakonische Bestrafungen als
Erziehungskonzept setzt.
12.01. 2016
The imitation game
(OV Englisch)
08.12. 2015
Kingsman:
The Secret Service (OV)
Während der 24h - Vorlesug
Feuerzangenbowle
Harry Hart (Colin Firth) ist ein britischer
Geheimagent der alten Schule – cool, charmant und abgebrüht. Er arbeitet für einen
der geheimsten Nachrichtendienste überhaupt: die Kingsmen. Die Agenten, die sich
selbst als moderne Ritter verstehen, sind
ständig auf der Suche nach neuen Rekruten.
Eines Tages wird Harry auf den Straßenjungen Eggsy (Taron Egerton) aufmerksam, der,
wie er findet, einiges an Potenzial zeigt
Der bekannte Schriftsteller Dr. Johannes
Pfeiffer (Heinz Rühmann) hat noch nie die
Schulbank gedrückt, zumindest ist er nie
auf einer öffentlichen Schule gewesen, sondern hatte immer nur Privatunterricht. Das
wird bei einer Runde Feuerzangenbowle mit
Freunden zum großen Thema. Und schnell
kommt jemand auf die verrückte Idee,
dass Pfeiffer doch zur Schule gehen könnte. Gesagt, getan. Der Bart wird abrasiert,
das Monokel und der feine Anzug werden
weggelegt und Pfeiffer mischt sich unter die
Oberstufenschüler eines kleinstädtischen
Gymnasiums, um all das nachzuholen, was
er in seiner Jugend versäumt hat...
05.01. 2016
OBEN – Kinderaktion
15.12. 2015
Augsburger
Puppenkiste: Jim Knopf
Nach einer unglücklichen Jugend beginnt
der brillante Mathematiker Alan Turing
(Benedict Cumberbatch) während seines
Studiums an der Cambridge-Universität,
sein volles Potenzial zu entfalten. Schnell
gehört er zu den führenden Denkern des
Landes, besonders was seine Theorien zu
Rechenmaschinen angeht. Genau diese machen auch den britischen Geheimdienst auf
das Genie aufmerksam. Alan wird zu Beginn
des Zweiten Weltkriegs Mitglied einer geheimen Gruppe.
Der neueste Clou ist das wöchentliche
„Unifilm-Blind-Date“. Jeden Donnerstag
um 20.30 Uhr wird im Audimax ein vom
aktuellen Unifilm-Referenten Alexander
Schrickel liebevoll, sorgfältig und mitunter mit einem Augenzwinkern ausgesuchte
Überraschungsfilm gezeigt. Und das Beste:
Der Eintritt fürs Blind-Date ist frei!
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Seine geliebte Frau ist tot. Was Carl Fredricksen (Stimme: Edward Asner) noch bleibt,
sind sein kleines Häuschen, Erinnerungen
an bessere Zeiten und der alte Wunsch, wie
das große Vorbild Charles Muntz ein weltbekannter Abenteurer zu werden. Dazu bekommt Carl die Chance, als er per Gerichtsbeschluss aus seiner Behausung bugsiert
wird, die einem moderneren Bau weichen
soll. Doch Carl verspürt keinen Bock aufs
Altersheim.
Hier kommt die absolute Nostalgiekrönung:
„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und „Jim Knopf und die wilde 13“. Das
ultimative Augsburger Puppenkiste Doublefeature.
CHAMPUS # DENKPAUSE
dotSaarland-Förderpreis
für herausragende frankreich- und frankophoniebezogene
Abschlussarbeiten zum Thema Neue Medien
Text: Jeanne Ruffing
D
er Verein dotSaarland e. V. hat das Ziel,
die Internet-Endung .SAARLAND ideell
und beratend zu unterstützen. Er fördert
das Zusammengehörigkeitsgefühl der Saarländer
und trägt zu Toleranz und Völkerverständigung
im Saarland und in der Region SaarLorLux bei.
Insbesondere möchte der Verein Menschen aller
Altersstufen dazu ermutigen, neue Medien für
den regionalen und grenzüberschrei­tenden Austausch auf wissenschaftlichem, sozialem, kulturellem und sportlichem Gebiet zu nutzen.
Um die wissenschaftliche Beschäftigung junger
Menschen im Saarland mit neuen Medien in der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu fördern, schreiben der Verein dotSaarland e. V. und
das Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes im Jahr 2016 erstmals den dotSaarlandFörder­preis für herausragende frankreich- und
frankophoniebezogene Abschlussarbeiten aus, die
sich mit dem Thema Neue Medien befassen.
Es werden zwei Preise in Höhe von je 1.000 €
vergeben.
Bewerbungen können bis zum 15. April 2016
elektronisch unter der Adresse
[email protected] eingereicht werden.
Die Bewerbung muss die folgenden Unterlagen
im pdf-Format enthalten (in deutscher oder französischer Sprache, falls nicht anders angegeben):
Checkliste
Ausfertigung der Arbeit einschließlich aller Anhänge und
Zusatzdokumentationen (auf Deutsch, Französisch oder
Englisch)
Bewerbungsschreiben (max. eine Seite)
Lebenslauf mit Foto (max. zwei Seiten)
Zusammenfassung der Abschlussarbeit (Fragestellung,
Gliederung und Ergebnisse) (ca. 2–3 Seiten)
Stellungnahme eines Betreuers oder Gutachters der
Abschlussarbeit
Abschlusszeugnis, falls das Studium zu diesem Zeitpunkt
bereits abgeschlossen wurde, ansonsten aktueller Transcript of Records oder vergleichbarer Nachweis über die
bisher erbrachten Studienleistungen.
Prämiert werden können Arbeiten, die
· sich mit dem Thema Neue Medien/Internet befassen
· einen Bezug zu Frankreich oder frankophonen
Ländern aufweisen
· in einem Bachelor-, Master- oder Staatsexamensstudiengang (alle Fachrichtungen) der Uni­versität des Saarlandes entstanden sind (selbstverständlich betrifft dies auch
deutsch-französische oder internationale Studiengänge,
an denen die Universität des Saarlandes be­teiligt ist)
· in deutscher, französischer oder englischer Sprache verfasst wurden
· in den Jahren 2015 oder 2016 eingereicht wurden bzw.
werden.
Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Auszeichnung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Mit der Annahme des Preises stimmen die Preisträger der Veröffentlichung ihres Namens, ihrer
Fotos (Bewerbungsfoto und Fotos, die während
der Preisverleihung aufgenommen werden) sowie
ihrer Angaben zur Abschlussarbeit zu und verpflichten sich, an der öffentlichen Preisverleihung
teilzu­nehmen.
Die Preisverleihung findet voraussichtlich im August 2016 im Rahmen der Trinationalen Sommer­
universität Saarbrücken–Nantes–Tbilissi zum
Thema „Digitalkulturen“ statt.
CHAMPUS Ausgabe 05/2015 23
CHAMPUS # DENKPAUSE
Kostenlose Studententickets
Deutsche Radio Philharmonie
So einfach kommt man an Karten für Konzerte der Deutschen Radio Philharmonie
Gegen Vorlage des Studentenausweises erhalten Studenten Saarländischer Hochschulen entweder direkt an der Konzertkasse oder ab
drei Tage vor dem Konzert im SR-Shop im Musikhaus Knopp Saarbrücken (Futterstr. 4, Tel. 0681/9 880 880) eine kostenlose Karte.
Text/Fotos: Anne Dunkel
Märchenhaft Sinfonisches – Freitag, 4. Dezember 2015, 20 Uhr | SR-Sendesaal
Halberg
Peter Tschaikowskys Suite aus dem Ballett „Dornröschen“ und Igor Strawinskys Divertimento
„Der Kuss der Fee“ nach Christian Andersen; und das „Konzertstück“ von Walter Braunfels, eine
Rarität, die Pianist Moritz Ernst speziell für diesen Abend ausgewählt hat: Braunfels, der Großvater des bekannten Berliner Architekten Stephan Braunfels, wurde von den Nazis verfolgt, nach
dem Krieg hat man ihn – einst so umjubelt und erfolgreich wie Richard Strauss – schlicht ignoriert.
Erst seit Kurzem werden die Werke dieses Mystikers und Klangmagiers wiederentdeckt.
Halleluja – Sonntag, 13. Dezember 2015, 11 Uhr | Congresshalle Saarbrücken
Halleluja – dieser große Jubelchor ist der Höhepunkt von Georg Friedrich Händels bekanntestem
Oratorium „Messiah“. Chefdirigent Karel Mark Chichon hat ein internationales Solistenensemble
und den Chor des NDR eingeladen.
Es war einmal … – Familienkonzerte, Sonntag, 20. Dezember 2015, 10 und 12 Uhr |
SR-Sendesaal Halberg
„Hänsel und Gretel“ und „Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen“ – Märchen der Gebrüder
Grimm und von Hans Christian Andersen erzählt mit großem Orchester, einer Erzählerin und
einer Schauspielerin. Für Kinder ab 6 Jahren.
Das Innerste nach außen gestülpt … - Freitag, 6. November 2015, 20 Uhr | Congresshalle Saarbrücken
In der „Symphonie fantastique“ beschreibt der französische Komponist Hector Berlioz seine
„amour fou“ – ausgelöst durch die Begegnung mit der Schauspielerin Harriet Smithson, die er
glühend verehrte, ohne zunächst erhört zu werden, schrieb er sich seinen Liebeskummer wie im
Fiebertraum von der Seele. Ganz anders Herbert Willi: Er ist ein Spurensucher, der aus der Stille
heraus Klänge entwickelt. So ist sein Violinkonzert „Sacrosanto“, entstanden. Solistin ist Jennifer
Koh.
„Die Winterreise“ von Hans Zender - Freitag, 22. Januar 2016, 20 Uhr │ SR-Sendesaal
Halberg
Eine „komponierte Interpretation“ nennt Zender seine Verneigung vor Franz Schubert und dessen unsterblichem Liederzyklus „Die Winterreise“. Den Gesangspart ließ er unangetastet, aus der
Klavierbegleitung zauberte er aber einen farbigen, fantasievollen Orchestersatz. Der junge Tenor
Julian Prégardien ist der Solist.
Ensemblekonzerte – Musikhochschule Saarbrücken, mittwochs, 20 Uhr
Normalerweise sitzen sie irgendwo mittendrin im 90-köpfigen Orchester, sind Teil des Großen
Ganzen. Bei den Ensemblekonzerten wird in kleinen Besetzungen gespielt, jeder Musiker ist für
seine Stimme alleine verantwortlich– und das Programm machen die Musiker der Deutschen Radio Philharmonie in eigener Regie.
16. Dezember 2015: Aus Großem entsteht Klein(er)es - seine 15. und letzte Sinfonie rang sich
Schostakowitsch auf dem Krankenlager ab. Noch einmal zog er all seine Register und schuf ein
Werk voller Klippen und Abgründe, zugleich burlesk, sarkastisch und schwermütig, mit merkwürdigen Anspielungen und Zitaten (Rossini, Wagner). Viktor Derevianko hat das Mega-Werk für
Geige, Cello, 3 Schlagzeuger und Klavier bearbeitet – Schostakowitsch war begeistert.
27. Januar 2016: Französische Komponisten haben eine Schwäche für Holzbläser. In diesem Programm sind selten gespielte Trios mit Flöte und Klarinette von Maurice Emmanuel und Florent
Schmitt zu entdecken, außerdem zwei Quintette von Albéric Magnard und Nikolai Rimskij-Korsakow.
24
Kostenlose Studentenkarten
CHAMPUS # DENKPAUSE
Saarländisches Staatstheater
Ausschnitt aus „Möglicherweise gab es einen Zwischenfall“
MÖGLICHERWEISE GAB ES EINEN
ZWISCHENFALL
Die Piraten von Penzance
06.11.15 - 31.01.15
Komische Operette in zwei Akten
von Chris Thorpe
Drei, nein vier Menschen beschreiben mit einer vorsichtigen, gleichsam tastenden Akkuratesse den, ihren Augenblick, an dem sie zu Helden wurden. Oder beinahe zu Helden. Oder an dem sie etwas taten – oder etwas unterließen
– das zwingend oder wie aus Versehen eine historische
Wegmarke wurde. Leben rettete, kostete. Und weil auch
tatsächliche historische Augenblicke evoziert werden, ist
es auch ein Stück über die Macht der Bilder, der Ikonografie eines ganzen Jahrhunderts.
Die Zauberflöte
28.11.2015 - 27.12.2015
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
„Die Zauberflöte“ ist eine Oper, die wir genau zu kennen glauben, und
die uns dennoch stets aufs Neue überrascht. Sei es, weil die auf den ersten
Blick so schlüssige Gegenüberstellung von Gut und Böse sich als brüchig
erweist und wir am Schluss nicht mehr wissen, wem wir eigentlich noch
glauben sollen. Sei es, weil sich die Musik trotz geradezu gewerbsmäßiger Verniedlichung in unseren Medien eine große Kraft und Ursprünglichkeit bewahrt hat. In Handlung und Musik der „Zauberflöte“ werden
die unterschiedlichsten Figuren und Stile vereint und dabei auf verblüffende Weise zu einem Ganzen verschmolzen.
Text/Foto: Saarländisches Staatstheater
22.11.2015 - 29.01.2016
Äußerst sentimentale Piraten, ungeschickte Polizisten, absurde
Abenteuer, paradoxe Situationen, eingängige Melodien und ein
messerscharfer englischer Humor – das sind die Ingredienzien
des Operettenklassikers von Gilbert und Sullivan aus dem Jahre 1879, dessen Erfolgsgeschichte im englischsprachigen Raum
kaum überboten ist. Frederic wird 21 Jahre alt. Seine Lehrzeit
bei den Piraten geht zu Ende. Er entscheidet sich gegen eine
glänzende Karriere in der Piratenmannschaft und für ein bürgerliches Leben: Heiraten möchte er, Kinder kriegen und vor
allem ein ehrbares Leben führen. Doch die dem ganzen Plot zu
Grunde liegende Frage ist: Werden die Tugenden, die Grundwerte der Moral und des Anstands in der »guten« Gesellschaft
überhaupt höher gehalten als bei den Piraten oder sind am Ende
sie die besseren Menschen?
Leben des Galilei
26.09.2015 - 04.03.2016
Bertolt Brecht
»Alles bewegt sich« – diese aus heutiger Sicht unspektakuläre Aussage
revolutionierte die Naturwissenschaften. Sie kam von Galileo Galilei, der
mit seinen Forschungen zur Bewegung der Planeten die Theorien des Nikolaus Kopernikus nachhaltig untermauerte und sich damit in Opposition
zur kirchlichen Doktrin begab. Dennoch blieb Galilei gläubiger Katholik,
obwohl er die meiste Zeit seines Lebens unter Hausarrest und anderen
Repressalien zu leiden hatte. Zweimal verlangte die katholische Kirche
Galileis Widerruf – zweimal folgte er wider besseres Wissen. Galilei ist
der Prototyp eines modernen Wissenschaftlers. Er müsste Verantwortung
tragen, um die Konsequenzen seiner Forschungen gegenüber der kirchlichen Doktrin verteidigen zu können und gleichzeitig im gesellschaftlichen
Bewusstsein zu verankern. Doch genau an dieser Aufgabe scheitert er.
CHAMPUS Ausgabe 05/2015 25
CHAMPUS # DENKPAUSE
6 Gründe,
warum du dich bei der nächsten
Businessplan-School der KWT anmelden solltest!
Text: Julia Brodt
Vom 11.-16.04.2016 hast du wieder die Möglichkeit, zusammen mit Experten deine Geschäftsidee in einen Geschäftsplan umzuwandeln, um Investoren und Kunden von deiner Idee zu überzeugen. Du hast noch gar keine? Wie wäre es
dann, an der Idee von jemand anderem mitzuarbeiten und so womöglich direkt in ein Start-up einzusteigen?
Meine Erfahrung aus der Teilnahme an der
Businessplan-School
Tag 1
Dein Geschäftsmodell
Ohne eine klare Strategie brauchst du erst gar nicht aus dem Haus
zu gehen. Erstmal lernst du, deine Zielgruppe und den Nutzen
deines Produktes zu bestimmen und wie man seine Kunden langfristig an sich bindet. Und dann war da ja auch noch die Sache mit
den Einnahmen - die müssen schließlich auch irgendwo herkommen!
Tag 2
Finanzierungsplan
Dieser Teil ist mindestens genauso wichtig wie deine Gründungsidee selbst, denn wenn die Zahlen nicht stimmen, musst du
hinterher draufzahlen. Leider ist es meistens so, dass man vor dem
schönen Teil des Geldverdienens bei den Banken ein paar Klingen
putzen muss, um einen Kredit zu bekommen. Mit dem richtigen
Plan gehst du da allerdings nicht als Bittsteller hin, sondern gibst
der Bank die einmalige Chance, in DEIN Geschäft mit einzusteigen. Gut, oder?
Tag 3
Marketing
Die Konkurrenz schläft nicht, daher ist es besser, ein paar Minuten
früher aufzustehen als dein Mit-Wettbewerber. Denn noch immer
gilt: Entweder du oder er. Wie also positionierst du dein Angebot
so, dass die Leute DIR die Bude einrennen und nicht den anderen?
Tag 4
Businessplan erstellen
Jetzt geht’s ans Eingemachte. So ein Ding hat etwa 20 Seiten und
die müssen sitzen, deshalb bekommst du die wichtigsten Werkzeuge an die Hand, damit nicht nur die Struktur passt, sondern das
Ganze auch noch top aussieht.
Tag 5
Finanzierungsgespräch
Damit du dich nicht nur theoretisch gut vorbereitet in die Höhle
des Löwen begibst, lernst du in simulierten Gesprächen Argumentationstechniken und rhetorische Mittel kennen, damit der Banker
dich dann lächelnd mit einem zufriedenen Handschlag verabschiedet.
Tag 6
Mach den Pitch
Nachdem ihr den Businessplan im Team ausgearbeitet habt, bereitet ihr einen Pitch vor, in dem ihr in fünf Minuten euer Vorhaben
beschreibt. Wer bei der Veranstaltung im April 2016 überzeugt,
kann im Mai an einem realen Bankenpitch teilnehmen und dann
vielleicht direkt durchstarten.
Jetzt eigenen Unternehmenserfolg sichern und für die nächste
Businessplan-School anmelden unter
www.gruender-campus-saar.de
Jannik Jost und Tobias Degel von ReMount (www.remount.de) haben
den Schritt zum Gründen bereits gewagt, sie produzieren Longboards
aus recycelten Snowboards und designen ihre eigenen Klamotten noch
gleich mit dazu. Angefangen hat bei ihnen alles mit Tobis Bachelorarbeit, in der er das ReMount Corporate Design entwickelte. Davon waren
die beiden so begeistert, dass sie daraus ein Unternehmen aufbauten.
Nach ihrer Meinung zur BPS gefragt, müssen sie nicht lange überlegen:
„Alles in allem war die Woche ein voller Erfolg! Wir haben Wichtiges
dazu gelernt und können nun viele Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Außerdem kann man sein Netzwerk durch neue Leute
erweitern.“ Mit ihrem Businessplan wollen sie in Zukunft Investoren
überzeugen. Wir wünschen ihnen auf ihrem weiteren Weg viel Erfolg!
26
Julia Brodt studiert Germanistik, Anglistik und Wirtschaftsinformatik
und ist AStA-Referentin für Existenzgründung.
Ihre Sprechstunden sind donnerstags von 10-12 Uhr und freitags von
14-16 Uhr.
Email: [email protected]
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CHAMPUS # DENKPAUSE
Winterball der
saarländischen Hochschulen
Zur Ballnacht in festlichem Ambiente laden die saarländischen Hochschulen alle Tanzbegeisterten am Samstag, dem 23. Januar 2016, in die Saarbrücker Congresshalle ein. Zwei
Live-Bands werden in den Tanzsälen verschiedene Musikrichtungen anbieten. Außerdem
legt DJ Matte im Foyer bis tief in die Nacht internationale Partymusik auf. Der Winterball
lockt jedes Jahr nicht nur Studenten, Wissenschaftler und Mitarbeiter der Hochschulen an,
sondern bietet allen Tanzfans aus der Region ein stilvolles Ambiente. Bei der festlichen Ballnacht kommen auch „Nichttänzer“ auf ihre Kosten, da man durch die Foyers flanieren und
sich in lockerer Atmosphäre mit anderen Ballgästen unterhalten kann. Für den öffentlichen
Winterball startet Anfang Dezember an verschiedenen Vorverkaufsstellen und im Internet
der Ticketverkauf.
Auch im Unishop im Campus Center werden Tisch- und Flanierkarten angeboten. Infos:
www.uni-saarland.de/winterball
Kulturflatrate für Studenten
Kostenlos ins Theater und in die Konzerte der
Deutschen Radio Philharmonie
Kostenlos
W
ie auch schon in den vergangenen Semestern wird es wieder eine „Kulturflatrate“ geben. Ermöglicht wird diese durch
eine Kooperation des AStA mit dem Saarländischen Staatstheater und der Deutschen Radio Philharmonie.
So funktioniert‘s:
Deutsche Radio Philharmonie: Gegen Vorlage eures Studierendenausweises erhaltet ihr beim SR-Shop Musikhaus Knopp
drei Tage vor dem ausgesuchten Konzert je eine Karte kostenlos. Wollt Ihr nun in ein ganz bestimmtes Konzert oder einen
bestimmten Sitzplatz ergattern, so ist das auch kein Problem. Ihr könnt die Karte jederzeit im Vorfeld reservieren, was dann
allerdings 5 Euro kostet. Kauft ihr eure Karte im Vorverkauf, dann bringt euren Studierendenausweis auch zum Einlass der
Vorstellung mit.
Saarländisches Staatstheater: Ab drei Tagen vor der Vorstellung erhaltet ihr gegen Vorlage eures Studierendenausweises
kostenlose Karten beim Kartenvorverkauf (Schillerplatz 2, schräg gegenüber vom Staatstheater) oder direkt - nach
Verfügbarkeit - an der Abendkasse. Wenn ihr einen bestimmten Platz möchtet, könnt ihr bereits früher eine Karte für 5
Euro kaufen. Auch hier gilt: Habt ihr die Karte im Vorverkauf erhalten, bringt euren Studierendenausweis am Abend der
Vorstellung mit.
Saarbrücker Kammerkonzerte: Hier findet ihr qualitativ hochwertige Konzerte im Bereich der Kammermusik, die von den
„Saarbrücker Kammerkonzerten“ in der Musikhochschule veranstaltet werden. Insbesondere Streichquartettformationen
von internationalem Rang bringen in regelmäßigen Abständen vorwiegend klassische Musik zu Gehör. Studierende haben
kostenlosen Zutritt.
Weitere Informationen und das Programm findet Ihr unter www. http://www.saarbruecker-kammerkonzerte.de.
Gastspiele und Premieren sind von diesem Angebot ausgeschlossen.
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CHAMPUS # DENKPAUSE
Welches Projekt willst du starten?
Für unser studentisches Beraterteam suchen wir junge Studenten aller Fachrichtungen.
Du bist neu an unserer Uni? – Kein Problem!
Als ehrenamtlicher Studentenverein beraten unsere Mitglieder saarländische Unternehmen
in verschiedenen Themen und entwickeln innovative Lösungen für die Wirtschaft.
Deine Vorteile:
- Praxiserfahrung in vielen Unternehmensbereichen
- Übernahme von Führungsverantwortung
- Teamarbeit
- verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten
- uvm.
Du bist motiviert und würdest gerne deine eigenen Ideen in unserem Team umsetzen?
Dann bewirb dich noch heute bei uns
und erfahre mehr über deine Einstiegsmöglichkeiten bei uns!
Wir freuen uns auf dich!
Dein Consiglia-Team
[email protected]
www.consiglia.de
_____________________________________________
Kontakt:
Consiglia e.V. – studentische Unternehmensberatung
E-Mail: [email protected]
Ansprechpartner: Christian Bennoit
Tel.: 0049 175 5678610
www.consiglia.de
Impressum
Champus, Magazin des AStA der Universität
des Saarlandes, Ausgabe 05/2015, Dezember/Januar
Champus im Netz: https://asta.uni-saarland.de/index.php/
champus
Quellen Fotos:
Herausgeber:
Allgemeiner Studierenden Ausschuss (AStA) der
Universität des Saarlandes,
Universitätsgelände, Geb. A 5 2, 66123 Saarbrücken
Titelbild: flickr.com/Albert
Inhalt: flickr.com/leniners
Redaktionsleitung:
Lisa Bindemann (V.i.S.d.P.), 0681/302-3934,
[email protected]
Satz und Gestaltung: Tiffany Schmidt
Fotos zu Seite 9/10:
„yong“ Zeichen
http://www.eshufa.com/html/73/n-7773.html
Redaktion: Anne Dunkel, Dr. Wolfgang Müller,
Beate Wehrle, Peggy Zenkner, Beate Meinck,
Alexander Schrickel, Friederike Meyer zu Tittingdorf,
Nadine Pirsch, Yuexin Cao, Tanja Aurahs, Wolfgang
Heintz, Lin Xue, Peter Poth, Jeanne Ruffing, Larissa
Thome, Simon Bernarding, Lisa Bindemann, Julia
Brodt, Christian Bennoit
Die Artikel geben die Meinung der Autoren wieder.
Anzeigenleitung: Benjamin Degen, 0681/302-2996,
[email protected]
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Seite 8: flickr.com/ Kate Nevens und flickr.com/ Republic of Korea
„yong“ Zeichen mit acht Strichen
<China: Die Kalligraphie>
Autor: Chen Tingyou
Dolmetscher: Juan Du, Martin Went
ISBN: 9787508504230
„Qing“ Zeichen
(chinesische Kalligraphie Wörterbuch)
ISBN 9787506214193
Seite 10: flickr.com/Hilke Kurzke
Seite 12: flickr.com/Moyan Brenn
Seite 13: flickr.com/Michelle
Seite 18: flickr.com/ Patrick Hoesly
Seote 19: flickr.com/ hjw223 und flickr.com/ Stian Olsen
Seite 22: filmstarts.de
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Hier erfährst Du, wie es zu diesem Foto kam.