Wohlensee 210

25-JAHRE FISCHFANGSTATISTIK
KANTON BERN
Wohlensee 210
Beschreibung
Der Wohlensee entstand 1920, als das Wasserkraftwerk
Mühleberg in einer Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs mit
zunehmender Energieknappheit gebaut wurde. Der Stausee hat eine Länge von ungefähr 8 Kilometern, die maximale Breite beträgt 700 Meter. Der Seespiegel schwankt
im Normalfall um zirka 10 Zentimeter. Der Wohlensee
bildet mit seinen vielen Waldpartien und Buchten ein
wertvolles Naherholungsgebiet der Stadt Bern. Die Uferpartien sind grösstenteils unverbaut, so dass sich viele
Brutvogelarten und etliche seltene Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben.
Schonbestimmungen
Fangsaison:
Tagesfangzahl:
FMM:
Hecht
1.05. – 28.02.
5
45 cm (seit 1996),
50 cm (1989-1995)
andere Arten
Aesche
Brachsmen, Blicke
Egli
ganzjährig
100
15 cm
Alet (Döbel)
Barbe
Hecht
Felchen
Flussbarsch (Egli)
Rotauge, Rotfeder, Hasel
4'500
4'000
Anzahl
3'500
3'000
2'500
2'000
1'500
1'000
500
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
1997
1996
1995
1994
1993
1992
1991
1990
1989
0
1996 Hecht FMM von 50 auf 45 cm
Abbildung 1: Anzahl durch Angelfischer gefangene Fische im Wohlensee von 1989-2013.
Im Wohlensee werden vor allem Rotaugen/Rotfeder/Hasel, Hechte und Egli in grösserer
Zahl gefangen. Es fällt auf, dass in den neunziger
Jahren auch noch Brachsmen/Blicken in grösserer
Zahl gefangen wurden.
1
Tabelle 1: Zusammenstellung der Fänge der 9 wichtigsten Fischarten im Wohlensee. Für Begriffsdefinitionen vgl.
Glossar.
Anzahl Fischarten: 21
Gewässercode: 210
Fisc ha rt:
19 8 9 - 19 9 7
Rotauge, Rotfeder, Hasel
Hecht
Brachsmen, Blicke
Flussbarsch (Egli)
Barbe
Aesche
Felchen
Alet (Döbel)
Bachforelle
andere Arten
%






877
327
268
95
85
76
1
38
32
40
19 9 8 - 2 0 0 5
- 83%
+46%
- 63%
- 33%
- 58%
- 22%
***
*
n.s.
n.s.
n.s.
n.s.


%
151

479

99

64

36

59

1
24

14

12
 ≥-30%> 
n.s.
- 37% n.s.
- 56% *
2 0 0 6 - 2 0 13
+520%
+2%
- 88%
+155%
- 14%
- 69%
***
n.s.
***
**
n.s.
**
*
- 33% n.s.
+57% n.s.
936
490
12
163
31
18
81
16
22
12
≥10%>  ≥30% 
p<0.001: ***; p<0.01: **; p<0.05: *; Nicht signifikant: n.s.
≥-10%> 
Karpfen, Schleie, Regenbo genfo relle, Nase, Zander, Kanad. Seefo relle, Wels, Trüsche, Seesaibling, B achsaibling, A al: M ittelwert < 10 pro Jahr
Die Zahl gefangener Rotaugen/Rotfedern/Hasel ist
beim Vergleich der ersten Perioden (89-97)-(98-05)
um über 75 % eingebrochen und anschliessend um
über 500% sogar, auf den höchsten Periodenmittelwert, stark und signifikant angestiegen. Vor 10 Jahren wurde die Abnahme der Anzahl gefangener
Rotaugen mit einem Rückgang der Eutrophierung
und entsprechend schlechterem Nahrungsangebot
für Rotaugen erklärt. Dies nach zeitlicher Verzögerung infolge der 1978 eingeführten Phosphatfällung
in den Abwasserreinigungsanlagen und dem Phosphatverbot von 1986. Ob sich zwischenzeitlich nun
die Rotaugenbestände trotzdem wieder erholt haben
bleibt unklar. Mit Sicherheit hat aber im Wohlensee
das vermehrte Fischen auf Felchen mit der Hegene,
Die Anzahl gefangener Hechte, ist beim ersten Periodenvergleich (89-97)-(98-05) signifikant um fast 50
% angestiegen ist und blieb anschliessend konstant.
Die Anzahl gefangener Egli nahm zuerst um 33 %
ab und stieg dann in der letzten Periode um 155 %
signifikant an. Die Fänge von Brachsmen/Blicken,
Barben, Aeschen und Alet haben zum Teil signifikant abgenommen.
Rotauge, Rotfeder, Hasel
800
700
3'000
600
Anzahl
2'500
Anzahl
Hecht
2'000
500
400
1'500
300
1'000
2013
2011
2009
2007
2005
2003
2001
1999
1997
1995
1993
1989
2013
2011
2009
2007
2005
2003
2001
1999
1997
1995
0
1993
0
1991
100
1989
500
1991
200
1996 Hecht FMM von 50 auf 45 cm
Abbildung 2: Anzahl im Wohlensee gefangene Rotaugen/Rotfedern/Hasel (links) und Hechte (rechts). Die schwarzen
horizontalen Linien entsprechen den Mittelwerten der drei Jahresperioden.
2
Aqua-Sana (3214 Ulmiz) & Aquabios (1553 Châtonnaye)
3'500
wo Rotaugen einen regelmässigen Beifang darstellen, auch den Befischungsdruck wieder erhöht. Felchen wurden in der letzten Periode signifikant mehr
gefangen, sie werden seit mehreren Jahren als Brütlinge im Wohlensee ausgesetzt. Allerdings haben
die Fänge ab 2011 wieder stark abgenommen.