pressemitteilung

Kontakt: Martina Klaus
Öffentlichkeitsarbeit FCLR2015
Referat Antidis StuRa TU Chemnitz
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09126 Chemnitz
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PRESSEMITTEILUNG
Festival contre le racisme in Chemnitz
Renommierte Wanderausstellung zur Aufarbeitung der NSUVerbrechen wird kurzfristig an die Volkshochschule Chemnitz
verlegt
Die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" muss kurzfristig an
die Volkshochschule (VHS) Chemnitz verlegt werden. Zwei Tage vor Ausstellungsbeginn wurde
dem Referat Antidiskriminierung (Antidis) des StuRa TU Chemnitz offiziell in einem Schreiben
mitgeteilt, „dass eine Überlassung der beantragten Fläche (...) durch die TU Chemnitz nicht
möglich ist.“ Eine Begründung wurde nicht aufgeführt. In einer Mail des Rektorats vom
11.06.2015 wurden, auf Nachfrage des Referats, u.a. „sachliche Gründe“ genannt. Laut
Kuratorin Birgit Mair ist es das erste Mal seit dem knapp zweijährigen Bestehen der
Ausstellung, dass es derlei Probleme gibt. Diplom-Sozialwirtin (Univ.) Birgit Mair: „Ich habe
mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass die Ausstellung nach Chemnitz kommen kann. Es
ist sehr schade, dass der Eröffnungsvortrag nicht in den Räumen der Universität Chemnitz
stattfinden
kann.
Die
Begründung
der
Universitätsleitung
beinhaltet
weder
ein
verwaltungstechnisches noch ein wissenschaftliches Argument. Die Ausstellung wurde bisher
bundesweit in 75 Einrichtungen präsentiert, darunter zahlreiche Universitäten, Rathäuser,
Schulen, dem Abgeordnetenhaus des Bundestages und in mehreren Einrichtungen der Polizei.
Der Polizeipräsident von Berlin, wo die Ausstellung aktuell gezeigt wird, bezeichnet diese in
seiner Pressemitteilung als 'zeitgeschichtlich bedeutsame Wanderausstellung'. Warum sie von
Seiten der Leitung an der TU Chemnitz nicht erwünscht ist, bedarf einer Erklärung. Ich stehe
für einen Dialog zur Verfügung.“
Nach mehreren Interventionsversuchen seitens des Referats Antidis wurde in einem
Gespräch mit dem Rektorat am 15.06.2015 die extern verwaltete Mensa als Alternative
für die Ausstellung angeboten. Das Referat sieht einen Widerspruch in dem Bekunden
des Wertes des NSU-Themenkomplexes und der Vorenthaltung zentraler Räume der TU
Chemnitz. Maximilian Schneider, Leiter des Referats des StuRa Chemnitz, dazu: „Der
Bewilligungsvorgang war in seiner Art und Weise der Bedeutung des Themas NSU nicht
angemessen. Anstatt der Veranstaltung Steine in den Weg zu legen, sollte das Rektorat
eine kritische Auseinandersetzung mit den NSU-Verbrechen unterstützen und sich klar
dazu positionieren. Chemnitz war schließlich zwei Jahre lang Rückzugort für den NSU“.
Trotz des späten Kompromissversuches seitens der Uni-Leitung bleiben Irritation und
Unverständnis.
Dank der spontanen Zusage der Volkshochschule Chemnitz wird die Vernissage am
17.06.2015 um 19:00 Uhr im 5. Stockwerk der Volkshochschule Chemnitz mit einem
Einführungsvortrag der Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair stattfinden. Die Ausstellung
wird vom 17.06. bis 01.07.2015 in der Volkshochschule zu sehen sein. Ab dem 02.07. bis
17.07.2015 wird sie voraussichtlich in der Mensa TU Chemnitz gezeigt. Die Ausstellung
findet im Rahmen des Festival contre le Racisme (FCLR) statt, eine Veranstaltungsreihe
gegen (Alltags-)Rassismus.
Referat Antidis StuRa TU Chemnitz
Birgit Mair, Ausstellungsmacherin, Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und
Beratung (ISFBB) e.V. , Rückfragen: 0176 / 62 94 31 52