Anfangen Arbeitsplatz - in dem Bereich, wo ich zeichnen - HS-OWL

Anfangen
Arbeitsplatz - in dem Bereich, wo ich zeichnen und schneiden will Platz schaffen. Die
Werkzeuge griffbereit und an einem Platz wo ich sie wiederfinde (gerne auch eine
Schachtel aufstellen). Klebstoffe stehen ganz gut dort, wo sie nicht auslaufen können.
Unterlage - eine Kunsstoffschneidematte empfiehlt sich deshalb, weil in einer Pappe die
schon geschnittenen Ritzen dazu führen, daß man beim erneuten schneiden mit der
Klinge hineingeraten kann und der Schnitt unsauber wird.
Einen Plan machen - 3 Dimensional denken - Abwickeln
Aufreißen/Anzeichen - welche Teile sollen nachher wie zusammnepassen?
Aus der ganzen Pappe arbeiten heißt, die Elemente sind eher identisch in Länge oder
Breite, als wenn ich sie einzeln schneide. Eher leicht mit einem weichen Druckbleistift
anzeichnen. Bei manchen Materialien hinterläßt radieren unschöne Spuren
(Auf weißem Depafit und dem Siebdruckkarton z.b.)
Es lohnt sich zu überlegen, wie man die Teile aus seiner Pappe bzw Bogen schneiden
will. Das spart Material, und man kann die Reste besser weiterverarbeiten. Außerdem
kann man sich über die Steifigkeit im Klaren werden - siehe Laufrichtung /
Dehnrichtung. (In der Richtung, in der das Element mehr aushalten muß, in der sollte
bei großen Teilen die Laufrichtung liegen)
Konstruieren - genauso wie man sich überlegt, wie man aus der Pappe schneidet, so
sollte man sich einen Plan machen, wie man die einzelnen Teile später konstruktiv verbinden möchte. d.h. wo müssen Aussteifungen vorgesehen werden? wo sind auflagepunkte? wo müssen Winkel zum Aufstellen angebracht sein? Wo kann man provisorische
Befestigungen vorsehen (z.b. Steckverbindungen), damit man an den Teilen vor dem
endgültigen Zusammensetzen noch arbeiten kann. Das hat den Vorteil, dass man Teile
gleicher Länge oder Breite herstellen kann, die dann konstruktiv auch zusammenpassen.
Maß nehmen - die Bauteile, als Maß nehmen, nicht messen.
Die Wahrscheinlichkeit, daß man beim Übertragen Fehler macht ist größer.
Maß nehmen und anzeichnen am Besten mit dem Metallineal - das ist am genauesten,
weil die Bemaßung an der Stirnseite anfängt, wie beim Zollstock.
Mit einer Reißschiene arbeiten - die Teile sind im rechten Winkel.
Ich nehme gerne die Tischkante als Anschlag für das Anzeichnen und Schneiden mit der
Reißschiene. die Pappe mit der Tischkante und der Schneideunterlage bündig legen.
(gut ist auch, sich die Unterlage z.b. mit Kreppband auf den Tisch zu kleben) damit hat
man mit der Reißschiene entlang der Tischkante in Kombination mit einem großen
Zeichendreieck, die Möglichkeit, alles winklig aufzureißen und zu schneiden.
Schneiden - entlang der Reißschiene oder dem Metallieal mit einem immer scharfen
Cutter. Stehend auf mich zuschneiden. Lieber locker und ohne Kraft arbeiten. Nur das
Lineal fest andrücken, damit es nicht verrutschen kann. Das Lineal (wenn möglich)
immer auf das zu erhaltende Element auflegen, damit man es nicht zeschneiden kann.
Mit einem ersten Schnitt, einen Führungsschnitt (wie vorzeichnen), beginnen und nach
Möglichkeit nicht absetzen. Lieber öfter (2-3 mal) schneiden und den Cutter rechtwinklig
zum Material und immer im selben Schnittwinkel halten. Locker arbeiten heißt auch,
nicht ins Lineal schneiden. Die Schnittkante mit dem Falzbein oden der Papierfeile brechen. Die Seite, auf der man schneidet, ist meist die bessere d.h. auch die sichtbare.
(zur Sicherheit: auf die Finger aufpassen, die das Lineal halten, besser von der
Schneidekante wegbleiben)
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Bögen und Kreise schneiden - es gibt diverse Angebote von Kreisschneidern auf dem
Markt und die sind alle jeweils nur für bestimmte Zwecke wirklich gut zu verwenden.
Das kann jeder leider nur durch ausprobieren und üben herausfinden, womit er wirklich
arbeiten kann. Es gilt, daß es bei kleinen Kreisen besser ist aus einem kleinen Stück zu
schneiden und eher die Pappe unter dem Messer zu drehen als das Werkzeug. Wie bei
der Arbeit mit dem Cutter, sachte beginnen, vorschneiden, und dann langsam weiterarbeiten.
Kreisschneider gibt es konfektioniert als Schneidezirkel bis zu einem Radius von ca 20
cm. Alles darüberhinaus muß man improvisieren: es gibt im Baumarkt einen Zirkelsatz
aus Kunststoff, den man auf einer Leiste aufsetzen kann. Befestigt man mit Hilfe einer
Schraube eine Skalpellklinge (es gibt welche mit einem Loch) an der einen Stirnseite
der Leiste, kann man Kreise in Radius bis mind. 1m ganz gut schneiden. Bei noch größeren Radien (meißt ja dann nur Teilstücke wie z.b. ein Bogen vom Orchestergraben
oder für Rundhorizonte) bleibt nur noch das Anzeichnen mit Nagel, Faden und daran
befestigtem Stift, um dann freihand an der Linie zu schneiden.
Ebenso muß man bei allen Kurven, Ellipsen und amorphen Formen verfahren. d.h., man
kann sich auch da helfen, indem man zunächst eine Schablone von dem anfertigt, was
man auschneiden will. (am besten aus einem festeren Material, das man schleifen kann,
Sperrholz oder Kunsstoff z.b.). diese Schablone dann so bearbeiten, dass sie der Form
entspricht, die man erhalten möchte. d.h. die Positivform, so daß ich beim ausschneiden an der Außenkante entlangschneide und nicht Gefahr laufe, in das Stück zu schneiden.
Wenn man sicherer ist im "Freihandschneiden" reicht es, sich die Linie zu übertragen
(z.b. mit Hilfe eines Quadratrasters, wenn eine maßstäbliche Vergrößerung vorgenommen werden muß) und so auszuschneiden, das der Cutter immer tangential zu einer
gedachten Linie auf einen Mittelpunt hingeführt wird. Man muß sich die Pappe so hinlegen, dass man die Hand mit dem cutter möglichste entlang der ganzen Linie frei führen
kann. (über Eck des Tisches z.b.)
Naürlich kann man "freie" Formen gut mit der Schere schneiden, das hängt dann von
der Stärke des Materials ab.
Falten / Falzen / Ritzen - Techniken aus der Buchbinderei Wenn man Papiere oder Kartons verarbeitet, die nicht so stark sind das man sie schneiden muss, kann sich durch das Falten, bzw Falzen das Wiederzusammenkleben ersparen. beim einfachen falten eines Blatt Papiers bedarf es keiner Hilfsmittel. Man faltet am
leichtesten und schärfsten parallel zur Laufrichtung. Unter Zuhilfenahme des Falzbeins
wird ein Falt präziser und hinterlässt gegebenenfalls weiniger spuren. Ist das Material
stärker (bei über 200 g/qm ca) empfiehlt es sich den Karton zu falzen bzw vorher zu rillen. An der Linie, an der der Karton später gefalzt werden soll, rillen wir ihn mit dem
Falzbein ein. Das Falzbein hält man wie einen Stift. Stäkere Kartons müssen stärker
gerillt werden. Gefalzt wird dann mit dem Falzbein zu der gerillten Seite hin. Hat man
nicht parallel zur Laufrichtung gerillt, bricht der Karton womöglich an der Falzkante, und
man sollte besser auch mit dem Cutter vorritzen.
Ritzen - gehört auch zu den Techniken, mit denen man nicht nur einen Karton falzbar
machen kann, sondern auch aus einem eigentlich steifen Material eine gekrümmte oder
sogar kreisrunde form herstellen kann.
Beim Biegen eines Materials müßte sich physikalisch die äußere Fläche im Verhältniss
zur inneren Verlängern. Damit sie in der gebogenen Form bleibt, kann man auf der
Außenseite ein regelmäßiges Raster von paralellen Ritzen anlegen. Dadurch verliert die
Fläche ihre Spannung. (bei Depafit verhält es sich dagegen auch genau umgkeht - wenn
man den schaum mitritzt, kann man es auch auf die geritze seite biegen, allerdings nur große Radien, dafür aber mit einer guten Festigkeit)
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Sägen - Holz und Kunststoffe - mit dem Cutter kommt man bei Sperrholz bis ca 1,5mm
noch ganz gut zurecht. Die Ergebnisse sind aber eher schlechter Qualität, weil die
Masernung des Holzes einen präzisen Schnitt immer ablenkt. Bei Leisten und Profilen
kann man mit einer Gehrungslade arbeiten (womit man auch Fußleisten o.ä. zuschneidet) für freie Formen ohne Maschine ist die Laubsäge zu empfehlen. Aber die besten
Ergebnisse erhält man mit einer Modellbaukreissäge oder einer Dekupiersäge. (letzere
für freie Formen)
Kunstoffe z.b. Polysterol lassen sich mit dem Polycutter ritzen und an einer geraden
Kante brechen. Die dabei entstehende Kante ist allerdings für die weitere Verarbeitung
nicht präzise genug, d.h. es empfiehlt sich nur grob zu brechen um dann zu sägen.
Die Modellbaukreissäge ist mit Vorsicht zu geniessen. Sie ist sehr scharf und bissig. Es
gibt zwei Anschäge: einen Führungsanschlag, an dem man auch winklig sägen kann und
einen Längenanschlag. Das Sägeblatt ist in der Höhe und auch in der Neigung verstellbar.
Es gibt zwei Arten von Sägeblättern, die man nicht vertauschen sollte. Eine Sorte, sogenannte HSS Blätter, für Metall und Kunststoff, und Holzsägeblätter. (nicht mit den HSS
Blättern Holz sägen, sie werden sofort stumpf!) Mit Hilfe eines Metallineals stellt man den Fängenanschlag ein. Falls man längere Stücke
sägen will, die über die Länge des Schneidetischs hinausgeht, muß man am Werkstück
anzeichnen.
Mit Hilfe des Winkelmessers stellt man den Führungsanschlag für Gerungen ein. Den
rechten Winkel stellt man am leichtesten durch drehen und anlegen des
Führungsanschlags am Schneidetisch ein.
Auf jeden Fall immer sehr konzentriert, wach und langsam arbeiten. Nach jedem
Arbeitsschritt die Säge ausschalten. Nie das Reststück loslassen während die Säge noch
läuft.(sonst fliegt es einem um die Ohren)
Nie versuchen verkeilte Stücke aus der laufenden Säge zu entfernen.
Beim sägen von langen Streifen die Säge am besten am Tisch fixieren. Beim sägen dünner und kurzer Leisten einen Holzanschlag zwischen Führungsanschlag und Leiste legen,
so dass man durch die Leiste hineinsägen kann und sich dadurch das gesägte stück
nicht verkeilen kann. Beim Sägen von Kunststoffen ensteht am Sägeblatt Hitze und die
geschnittenen Späne verkleben miteinander, was das weiterschieben erschwehrt. Bei
längeren Streifen muß man zwischendurch entgraten oder die Platte drehen und von
der anderen Seite auf den schon geschnittenen Schnitt zusägen.
Beim Sägen von Metall sollte man langsam Vorschub leisten, da die Säge sonst gerne
blockiert und damit den Keilriemen zerstört. Alles weitere erklärt sich nur direkt beim
üben an der Maschine.
Schneiden von Styropor/Styrodur - Styrocut oder ThermosägeSchaumstoffe lassen sich bis zu einer bestimmten Dicke gut mit dem Cutter oder auch
einer Kreissäge verarbeiten. Für größere Materialstärken und feineres Arbeiten empfiehlt
sich der Styrocutter. Er besteht aus einem "Heißen Draht", der in der Temperatur stufenlos geregelt werden kann, je nach Materialstärke. Meißt gibt es einen Fußschalter,
damit man beide Hände frei hat. Wie beim Sägen gibt es einen Führungs- und einen
Längenanschlag. Auf dem Schneidetisch ist ein Quadratraster aufgebracht, das die
Orientierung erleichtert. Der Längenanschlag läßt sich Millimetergenau an einer Skala
einstellen. Für Gerungsschnitte in zwei Ebenen kann man den Winkel vom
Schneidedraht ebenfalls verändern.
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Kleben - eine Wissenschaft?
Natürlich kann man mit allen möglichen Klebstoffen arbeiten. Mein Favorit für
Pappverbindungen auf Stoß, also alle Formen von Ecken und Kanten, was Verarbeitung,
Haltbarkeit, Ergiebigkeit und Klebkraft betrifft ist Ponal Express. Das ist ein schnelltrocknender und kräftiger Dispersionsleim. Ler leim ist mit Wasser verdünnbar und auswaschbar. Wenn er einmal getrocknet ist, ist er nicht mehr lösbar. Beim Zusammensetzen der
Teile muß man schnell und gezielt arbeiten. Dabei hilft es, wenn man einen Anschlag in
Form eines Stücks Tischlerplatte oder Multiplex zu Hilfe nimmt, daß an der anzulegenden
Seite gerade geschnitten und geschliffen sein sollte. Den Anschlag kann man auch mit
einem Stück Metall o.ä. beschweren. Das nicht mit Klebstoff versehene Teil legt man an
den Anschlag und setzt das angestrichene Teil entlang des Anschlags auf. So ist gewährleistet, daß man genau an der Kante klebt und das außerdem ein rechter Winkel entsteht.
Vorsicht: der Kleber zieht sehr schnell an, d.h. einerseits kann man ohne große
Wartezeiten weiterarbeiten. Andererseits klebt die Verbindung durch den seitlich austretenden Leim schnell mit dem Anschlag zusammen. Also beides kurz nach dem Ansetzten
durch leichtes Verschieben des Anschlags wieder trennen, sonst reißt die Klebestelle auf.
(unbedingt sparsam einstreichen, sonst tritt zuviel Leim aus, den kann man zwar mit dem
Finger oder dem Falzbein entfernen, aber der Kleber ist so gut, das wenig genügt.)
Der Leim trocknet seidenmatt und transparent auf d.h. auch wenn ein bißchen austritt
gibt das keine schmutzige oder häßliche Kante.
Die meisten Klebstoffe kommen aus der Tube oder Flasche d.h. die Dosierung ist eine
heikle Sache. Für die Alleskleber Tesa (Technikoll) und uhu gilt: erst wenig auftragen, die
Teile nur kurz und leicht zusammenfügen, leicht antrocknen lassen, nochmal wenig einseitig auftragen und dann erst fest zusammenfügen.
Beim ersten Zusammenfügen darauf achten, dass man die Teile von der Seite anfängt
zusamenzubringen, die später die sichtbare Seite sein soll, damit der überflüssige
Klebstoff auf der Rückseite austritt. (das ist dann eine Art umgekehrte Knickbewegung)
dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten eine saubere Verbindung zu bekommen,
ohne das Klebstoff seitlich austritt.
Uhu hart und andere Kunsttoffklebstoffe wie der von Ruderer kann man auch mit der
Spritze verarbeiten, wenn man ganz kleinteilig arbeiten muß. Nur da besteht das
Problem, das der Klebstoff auch dann, wenn man die Nadel oder Kanüle immer wider
gut verschließt, schnell eintrocknet und dann hilft nur wegwerfen. Die Alleskleber sind
in der Regel elastischer, das heißt sie behalten im abgebundenen Zustand eine gewisse
Elastizität, so das die Verbindung mechanisch belastbarer ist. Die anderen werden eher
hart und spröde und damit brechen sie leichter.
Grundsätzich gilt: Sinnvoll ist eine der beiden zu verklebenden Teile leicht fixiert in der
Arbeitsebene liegen zu haben und das Andere mit einer Hilfskonstruktion wie z.b. den
Anschlag aufzusetzen.
Manchmal ist es erfolgreicher, eine Zeit mit der Überlegung zu verbringen wie es einfacher gehen kann, als sich über Fehlversuche zu nähern.
Es gibt die Möglichkeit, sich selbst ein dem Problem entsprechendes Werkzeug zu konstruieren, das den Arbeitsablauf gerade bei seriellen Aufgaben (z.b. Möbel, Geländer,
Treppen) wesentlich erleichtert. Das sind z.b. Abstandshalter die man zwischen die
anzuklebenden Teile legen kann ohne jedes mal messen und anzeichnen zu müssen.
oder Schablonen die einen Umriss vorgeben und damit allen Teilen eine Form geben.
(eine Biegevorlage für Drahtbögen z.b. Die Vorlage kann auch gut aus dem Computer
kommen)
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Leimen von Holz - mit Holzleim bekannt als Ponal oder Ponal Express (eher zu empfehlen, der normale Holzleim braucht zu lange zum anziehen). Eines der zu verbindenden
Teile gut einstreichen, eher so das sich der Leim beim Zusammenfügen noch verteilen
kann. Fest zusammenfügen und in der Position fixieren. Der leim trocknet transparent
auf, dennoch ist es gut, den überschüssigen Leim direkt nach dem Zusammenfügen zu
entfernen, er wird sonst hart und ist nur noch mit einem Stecheisen oder Cutter zu entfernen. Soll das Holz nachher offenporig behandet werden, sparsam mit dem Leim
umgehen da der Leim die Poren schließt und dort keine Lasur mehr eindringen kann.
(die Stelle bleibt heller als der Rest.)
Natürlich kann man Holz auch mit anderen Klebstoffen kleben. Dabei ist die
Klebeverbindung meist nicht so haltbar wie bei Leim. (siehe thema Adhäsion/Kohäsion
im Kapitel Klebstoffe im Modulor Lexikon)
Kleben von Polysterol - mit Dichlormethan (giftig - hochflüchtig)
Das Verkleben von Polysterol entspricht nicht den mechanischen Prinzipien von
Adhäsion und Kohäsion, sondern chemischen. Durch das Anlösen der Oberflächen mit
Dichlormethan werden Molekülketten aus dem festen Verbund gelöst und verbinden
sich mit denen des anderen Fügeteils. Man streicht nur mit dem Pinsel Dichlormethan
entlang der Fügestelle und dadurch verbinden sich die beiden Teile. Bei dickeren
Materialstärken sollte man das von beiden Seiten tun, da sonst nur die eine Seite angelöst wird und die Verbindung schief wird .
Mechanische Verbindungen - Tackern, Nageln, Stecken, Schrauben, Verzahnen
je nach Material kann man auch mechanische Verbindungen herstellen, die teilweise
wieder lösbar sind. Das Zusammenstecken von Depafit mit Stecknadeln ist bekannt, bei
Holz - Pappe und auch Holz - Holzverbindungen kann man zusätzlich zum Leim auch
tackern um die Fügeteile gleich zu fixieren. Holz und Kunststoffe lassen sich auch gut
verschrauben, entweder mit Holzschrauben aber auch mit Maschinenschrauben. (Schrau
be+Mutter+Unterlegscheibe). Wie es auch Zahnungs- und Verzinkverbindungen im
Möbelbau und japanischen Hausbau gibt, so kann man auch haltbare, wieder lösbare
Verbindungen im Modellbau schaffen. Das wird vor allem dann interessant, wenn man
Modellkästen baut, die mit auf Reisen gehen müssen. Man kann mit einer Kombination
aus Holz und Pappe (Foamboard) eine stabile, leichte und schnell auf- und abzubauende Bauweise entwickeln, die auch in ihren Maßen gut zu transportieren ist.
Plastisches Arbeiten - Plastik oder Skulptur
Modellieren - Schnitzen
aus Styropor/Styrodur lassen sich nicht nur geometrische Körper formen. Man kann
gerade den feinen Styrodurschaum gut "shapen". Das heißt schleifend und schnitzend
in organische Formen bringen. Er läßt sich auch gut versiegeln, spachteln und lackieren
um so glatte Oberflächen zu bekommen.
Zum Modellieren im Modellbau gibt es natürlich auch eine Vielzahl von Möglichkeiten.
Modelliermassen auf Zapier bzw Zellstoffbasis, die an der Luft hart austrocknen.
Modelliermassen aus Kunstoff die weich bleiben, Massen, die unter Hitze aushärten und
natürlich Ton mit seinen Abgußmöglichkeiten in Gips. (Vervielfältigung)
Figuren im Modell - lassen sich mit wenig Aufwand zweidimensional herstellen. Aus
Pappe ausschneiden oder vorher aufzeichen, kopieren o.ä. wenn man sich mehr Mühe
machen möchte um z.b. Kostümentwürfe genauer darzustellen, kann man mit den oben
plastischen Techniken arbeiten. Außerdem gibt es mitunter im bereich Spielzeug und
Modellbauzubehör maßstabsgetreue Figuren die man weiterbearbeiten kann.
Möbel und Accessoires - genauso wie Figuren kann man mit Möbeln und noch darstellbaren Accessoires und Requisiten verfahren. Um zu einem schnellen und doch anschau-
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lichen Ergebniss zu kommen, kann man Vorlagen suchen, kopieren, aufkleben und ausschneiden. Bei 3D Modellen womöglich in Serie (30 stühle z.b.) auf jeden Fall überlegen
was man vereinfachen kann und wie am Fließband arbeiten, d.h. erst alle Teile in Serie
herstellen und dann jeweils den selben Arbeitsschritt an allen Teilen ausführen.
Farbgebung - das Arbeiten mit Sprühfarben ist eine Möglichkeit, einem Stück Pappe
eine Farbe zu geben, doch nicht die einzige und wie ich finde auch nicht die Beste. Die
Farben sind meistens "rein" d.h. sie bestehen nur aus einem Pigment und wirken
dadurch untief und tot. Die Technik mit mehreren Sprühfarben übereinander zu arbeiten
ergibt bessere Ergebnisse, bedarf aber viel Übung und einigen Materialaufwandes.
Ein Material zu finden, das die Farbigkeit und den Charakter mitbringt, eine Eigenheit
und Lebendigkeit hat, scheint mir ein sinnvollerer Weg, weil damit auch eher die
Möglichkeit geschaffen ist, die spätere "Vergrößerug" zu überwinden ohne an Qualität
zu verlieren.
Die Entdeckung und Verarbeitung eines Werkstoffs inspiriert und beeinflußt nicht
unmaßgeblich den Entwurf !
Wenn man malerische Techniken zur Farbgebung verwenden möchte, dann die "klassischen", die sich direkt mischen lassen: Kreiden, Stifte, Dispersions- und Acrylfarben,
Pigmente + Binder, Aquarell. Will man eher eine homogene, d.h. eine Oberfläche ohne
malerische Struktur oder Textur, ist es besser, sich ein Material oder eine Technik zu
suchen, die den entsprechenden Charakter liefert. (Folien, Drucke, Kopien, Ausdrucke,
Fotografien)
Der Kopierer / Drucker - ein guter Freund - nicht nur das man sich seine Planvorlagen
auf den richtigen Maßstab fürs Modell skalieren kann, auch sonst als Hilfsmittel nicht
mehr wegzudenken. Im Stadium Skizze oder Entwurfsmodell kann man mit dem
Kopierer (Scanner/Drucker) wie bei den Figuren und Möbeln beschrieben, schnell zu
anschaulichen zweidimensionalen Ergebnissen kommen, die sich dann überprüfen und
dreidimensional umsetzen lassen. Auch Strukturen oder Farben lassen sich so schnell
darstellen.
Computerunterstützter Modellbau - Parallel zum Entwurfsprozess Zeichnungen maßstäblich in den Computer eingeben und die Ausdrucke als "Bastelbogen" verwenden.
z.b. Treppen, Wand- Decken- Flächenabwicklungen, Steigungen für Schrägen, Winkel,
Bögen, Ellipsen, serielle Objekte (Vertäfelungen, Schlitze, Raster etc.)
Bauanleitungen zum Zusammenbauen ausdrucken, wie werden die einzelnen Teile maßgenau und winklig zusammengefügt.
Schablonen herstellen für Serienherstellung oder komplizierte Abwicklungen.
Bilder einscannen/digital fotografieren und im Rechner weiterverarbeiten zu aßstabsgetreuen Prospektvorlagen z.b.
Strukturen vergößern oder verkleinern, Farbkorrekturen vornehmen. (was der
Farbkopierer immer nur nach langem Versuchen rausrücken wollte...)
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