Gut gewickelt ist halb gestretcht - neue

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neue verpackung> 10.2001
technik> Transport
Verpacken in der Getränkeindustrie
Gut gewickelt ist halb gestretcht
Bei Pepsi-Cola GmbH, Nieder-Roden in Hessen, sind die Produktionsanlagen rund um die Uhr im Einsatz. Im Sommer werden stündlich 75.000 Liter
der beliebten Erfrischungsgetränke abgefüllt, die auf Paletten in Richtung
Stretchmaschine drängen.
> In den drei Produktionslinien müssen Verpackungsautomaten eingesetzt
werden, die äußerst stabil und bedienungsfreundlich, variabel einstellbar
und absolut zuverlässig sind – das waren die Anforderungen von Pepsi-Cola.
Drei Mal hat sich das Unternehmen bisher für einen Stretchautomaten des finnischen Herstellers Haloila entschieden.
An verschiedene Größen anpassbar
Das stabile, verwindungssteife Maschinengestell ist als Portalkonstruktion aus
Aluminium-Profil-Säulen ausgelegt, die
im oberen Bereich aus einem Aluminium-Profilrahmen und im unteren Bereich von Stahl-Quadratprofil-Rohren getragen werden. Das Gestell ist höhenverstellbar und ermöglicht so eine leichte
Anpassung an unterschiedliche Verpackungseinheiten und -größen. Für aggressive Umgebungsatmosphäre ist
auch ein kompletter Stahlrahmen liefer-
Die Stretchautomaten lassen sich variabel den jeweiligen Anforderungen
anpassen. (Foto:
Quandel, Neunkirchen)
bar. Vor dem Wickel- bzw. Stretchvorgang wird auf das Verpackungsgut mittels Deckblattspender ein Deckblatt aufgelegt, um die aufstehenden Einweggebinde, z. B. Dosentrays auf Europaletten,
vor Staub, Wasser und anderen ungewünschten Einwirkungen zu schützen.
Der eigentliche Stretchvorgang erfolgt im Ringläufersystem. Somit kann
der Automat in jeder Höhenposition der
Palette mit dem Wickeln beginnen. Liegt
ein Deckblatt auf, beginnt die Maschine
das fest auf einer Rollenbahn stehende
Verpackungsgut von oben einzuwickeln
und stretcht es mit ein. Genauso kann,
je nach Erfordernis, auch in der Mitte begonnen werden. Auch Unterstretchungen können vorgenommen werden. Dabei wird beim Wickelvorgang die Palette
einbezogen, um zusätzliche Stabilität zu
gewinnen.
Möglich sind zudem Kopfbanderolierungen in der obersten Lage, etwa um
Paletten für den Weitertransport vor-
zusichern. Aufgrund der Rückstellkräfte
spannt sich die Folie um das Produkt.
Einstellbar ist die motorische Vorstreckeinrichtung von 0 bis 300 Prozent. Dies
dient der Erhöhung des Streckgrades,
der maximalen Ausnutzung der Folieneigenschaften, aber auch der Anpassung an das Verpackungsgut. In einer
der Verpackungslinien wird eine Stretchvariante praktiziert. Die Maschine arbeitet hier mit einer sogenannten Schnurvorrichtung. Ein magnetisch angesteuerter Metallfinger bewegt sich auf und
ab und dreht zum Ende des Wickelvorganges aus der Folie eine feste Schnur,
die festen Halt zwischen Füllgut und
Palette bringt und durch Gabelstapler
nicht beschädigt werden kann.
Langlebiges Trennband
Früher erfolgte die Folientrennung
durch einen erhitzten Draht, der ab und
an ausgewechselt werden musste. Heute ist ein langlebiges Metalltrennband
im Einsatz, das in einem Profil geführt
wird und eine enorme Standzeit aufweist. Das Folientrenn- und Schweißsystem der Maschine trennt das Folienende
ab, es entsteht eine hochregalsichere
Versiegelung zwischen Folienanfang
und -ende. Der Wechsel der Folienrollen
erfolgt bei Pepsi-Cola manuell und dauert etwa eine Minute. Derzeit takten die
Verpackungslinien mit 80 bis 90 Paletten pro Stunde bei Volleinwicklung mit
Deckblatt. Bedient werden die Anlagen
bei Pepsi-Cola über speicherprogrammierbare Steuerungen Typ Siemens S7
und Bedientableaus Typ Siemens OP7.
Seit 20 Jahren baut der finnische
Maschinenbauer Haloila Palettenstretcher, von denen etwa 450 in Deutschland im Einsatz sind. Der Vertrieb in
Deutschland unterliegt der Quandel Verpackungs- und Fördertechnik GmbH,
Neunkirchen. >|