Dr. Amendt verabschiedet

Zeitung der Akademie Klausenhof

Nr. 2 2015
Ein (Berufs-)Leben für
den Klausenhof:
Dr. Amendt verabschiedet
Dr. Hans Amendt, Geschäftsführer und Direktor der Akademie Klausenhof, geht in den Ruhestand
Mit einem Festakt ist der Geschäftsführer und Direktor der
Akademie Klausenhof, Dr. Hans
Amendt, in den Ruhestand verabschiedet worden. Die Festrede hielt Karl-Josef Laumann
(CDU), Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit.
Zahlreiche Gäste waren gekommen, um Dr. Amendt, der
auch als langjähriger stellvertretender Direktor den Klausenhof viele Jahre mitgeprägt
hat, zu würdigen.
Siehe Seiten 1-3
Schwerpunktthema
Europa
Praktikum
Lernen über
Grenzen hinweg
S. 5
Polen
Krokowa: Lang­
jährige Kooperation
S. 6
Weitere Artikel
Berufsorientierung
Förderschule aus
Dorsten nutzt
Angebot
Seite 4
Viel Applaus für den scheidenden Direktor: Weihbischof Theising und Dr. Hans Amendt
stellte besonders die katholische
Soziallehre als ideale Basis für
eine wertorientierte Bildungsarbeit, wie sie der Klausenhof
praktiziere, heraus. Die in der
Soziallehre verankerte Men-
INISS
Erfolgreiche
Vermittlungsarbeit
Seite 4
SonntagMorgen
Wie Geheimdienste
das Weltgeschehen
beeinflussen
Seite 7
Verfassungstag
Klausenhof bei
Jugendkongress
Seite 7
Kritik an Ausschreibungspraxis der Arbeitsagenturen
schenwürde und gegenseitige
Achtung solle auch das Arbeitsleben bestimmen: „Da, wo man
sich gegenseitig achtet, macht
es Spaß zu arbeiten“, sagte der
Sozialpolitiker.
Mitarbeitende
Lehrbuch
veröffentlicht
Seite 8
Geburtstag
Stellvertretender
Direktor Hans Nakath
feiert 60.
Seite 8
Postvertriebsstück K6135. Entgelt bezahlt.
Herausgeber: Akademie Klausenhof gGmbH,
Katholische Soziallehre
Gerade bei der schwierigen
Gruppe der Benachteiligten, für
die sich Einrichtungen wie der
Klausenhof engagiere, sei eine
verlässliche Unterstützung notwendig. Der CDU-Politiker
In dieser Ausgabe
Jugendbegegnungen
Junge Leute
aus ganz Europa
treffen sich
S. 6
Laumann: Unterstützung
für die Weiterbildung!
Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und Bundesvorsitzender der CDA (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft)
forderte in seiner Festrede, dass
die Weiterbildung mehr Beachtung und zuverlässige Finanzierung erhalten sollte: „Schulen
müssen sich ja auch nicht an
Ausschreibungen beteiligen, bei
denen das billigste Angebot gewinnt“, sagte er im Hinblick auf
die strikte Ausschreibungspolitik
für Weiterbildungsmaßnahmen
der Bundesagentur für Arbeit.
K 6135
Dingden, Klausenhofstr. 100
46499 Hamminkeln, Tel.: 0 28 52 / 89-0
Fax: 0 28 52 / 89-3300
[email protected]
Karl-Josef Laumann, ein engagierter
Redner und Fürsprecher benachteiKarl-Josef Laumann im Gespräch mit Weihbischof Theising
ligter Gruppen
www.akademie-klausenhof.de
Verantwortlich: Dr. Hans Amendt
Redaktion: Dr. Michael Sommer
Druck: L. N. Schaffrath, Geldern
Nr. 2 | 2015­­
Seite 2
Grußworte
n MdB Dr. Hans-Ulrich Krüger: „Auch dank Ihres Einsatzes
gilt die Akademie Klausenhof als
vorbildliche Bildungseinrichtung, die
sich im Laufe der vielen Jahre des
Bestehens auch über die Grenzen
unserer Region einen Namen gemacht hat.“
n MdB Karl Schiewerling.
„Dein Ausscheiden aus der Leitung
der Akademie Klausenhof bedeutet
das Ende einer Ära.“
n MdB Sabine Weiss: „Es zeichnet Dr. Amendt aus, dass er immer
den Menschen und dessen Schicksal in den Vordergrund seiner Arbeit stellt und mit viel Herzblut für
die gute Sache kämpft.“
n MdL Marie-Luise Fasse: „Mit
Ihrer Persönlichkeit, Ihrem Tatendrang und Ihrer Offenheit Neuem
gegenüber haben Sie den Klausenhof geprägt.“
n MdL Norbert Meesters: „Ich
kenne Sie als Herz und Motor der
wertvollen Arbeit, die an der Akademie Klausenhof geleistet wird.“
n MdL Hendrik Wüst: „Als echtes ‚Klausenhof-Urgestein‘ haben
Sie sich vor allem für die berufliche
Qualifizierung und regionale Arbeitsmarktprojekte verdient gemacht.“
n Dr. Ansgar Müller, Landrat
Kreis Wesel: „Sie haben die Akademie maßgeblich geprägt, weiterentwickelt, ihr neue Felder erschlossen und sie auf Kurs gehalten.“
n Dr. Kai Zwicker, Landrat
Kreis Borken: „Derart breit aufgestellt, gleichzeitig sensibel für
neue Themen und Aufgabenstellungen, gilt die ‚Marke‘ Akademie Klausenhof unverändert als Gütesiegel
für hohen Qualitätsstandard.“
n Holger Schlierf, Bürgermeister der Stadt Hamminkeln „Sie
waren immer ein zuverlässiger und
engagierter Ansprechpartner, sodass ich die Zusammenarbeit mit
Ihnen immer als sehr angenehm
und sachlich empfunden habe.“
n Lothar Mittag, Bürgermeister der Stadt Rhede: „Trotz
schwieriger Rahmenbedingung ist
es Ihnen stets gelungen, den Menschen, die es nicht immer einfach
haben, eine Chance zu geben.“
n Johann Meiners, Vorsitzender der Geschäftsleitung Agentur für Arbeit Coesfeld: „Ich
möchte mich bei Ihnen herzlich für
Ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit während Ihrer langjährigen Tätigkeit bedanken.“
n Michael Müller, Geschäftsführer Jobcenter Kreis Wesel:
„Aufgrund Ihres persönlichen Engagements ist die Akademie Klausenhof für das Jobcenter Kreis Wesel
ein wichtiger Partner geworden
und in der Zusammenarbeit nicht
mehr wegzudenken.“
Zeitung der Akademie Klausenhof
Mit ungeheurem Einsatz für
den Klausenhof
Geschäftsführer und Direktor Dr. Hans Amendt wurde in den Ruhestand verabschiedet
„Sie haben sich mit ungeheurer
Motivation, die viele mitreißen
konnte, für den Klausenhof eingesetzt.“ Weihbischof Wilfried
Theising (Münster),Vorsitzender
des Klausenhofs, umschrieb
treffend die Lebensleistung von
Dr. Hans Amendt, der mit einem
Festakt in den Ruhestand verabschiedet wurde. 36 Jahre war Dr.
Amendt für die Akademie tätig,
davon 25 Jahre als stellvertretender Direktor und vier Jahre
als Direktor.
Bis an die Grenzen der
Belastbarkeit
Festrede von Staatssekretär Karl-Josef Laumann
Theising betonte, dass es Dr.
Amendt in den vielen Jahren
„meisterlich verstanden hat, den
Klausenhof als Ganzes voranzubringen“, trotz der vielen unterschiedlichen und oft kleinteiligen Bereiche, in denen das Haus
tätig ist. So konnte das Haus
auch in schwierigen Zeiten wirtschaftlich erfolgreich sein. „Sie
haben sich bis an die Grenzen
der Belastbarkeit für den Klausenhof eingesetzt.“
Strandkorb von den
Mitarbeitenden
Rund 200 Gäste, darunter viele
Politiker/-innen, Kollegen/-innen
aus der Weiterbildung, den Arbeitsagenturen und Jobcentern
waren zur Abschiedsfeier in den
Klausenhof gekommen. Die Mitarbeitenden bedankten sich mit
einem Chorauftritt, Utensilien
für eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn und einem
Strandkorb. Der Vorsitzende der
Mitarbeitervertretung, Matthias
Bussen, hob besonders die vertrauensvolle Zusammenarbeit
hervor, die über die vielen Jahre
möglich war. Was der scheidende Direktor ebenfalls unterstrich: „Ich hatte die besten Mit-
Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, Matthias Bussen
Abschiedschor der Mitarbeitenden
Verabschiedung durch Weihbischof
Theising
arbeitenden, die man haben
kann.“ Erfolg hänge nicht nur
von einzelnen ab, sondern von
Teams. Ausdrücklich bedankte er
sich für die unermüdliche Unterstützung durch seine Frau Sigrid
Amendt-Eggers, die auf diese
Weise „eine ganz besondere ehrenamtliche Kraft für den Klausenhof“ gewesen sei.
Pressefotografen bei der Arbeit
Viel zu wenig Mittel
Amendt forderte als ein Fazit
seiner Amtszeit eine deutlich
höhere Investition für die Weiterbildung: „Es gibt viel zu wenig
finanzielle Mittel insbesondere
für benachteiligte Gruppen“, sagte er resümierend. Der Klausenhof mit seiner 24-Stunden-Pädagogik könne viel erreichen, doch
sei die Wirksamkeit nicht immer
kurzfristig messbar.
Er kritisierte die Ausschreibungspraxis der Arbeitsagentur,
die die Bildungsträger zu „Auftragnehmern“ mache sowie die
Tendenz, bei Regierungswechseln bewährte Strukturen, wie
etwa bei INISS und comeback50,
zu zerschlagen. Die beiden erfolgreichen Initiativen werden
durch die neue Regierung nicht
mehr verlängert. Ein großes Problem sei auch die Bürokratie vor
allem bei Maßnahmen der EU
und die „Projektitis“.
Thomas Königkamp überreichte im Namen der Mitarbeitenden einen Korb
mit Utensilien für eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn.
Der stellvertretender Direktor Hans Nakath bedankt sich mit einem Blumenstrauß bei Ehefrau Sigrid Amendt-Eggers.
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Zeitung der Akademie Klausenhof­
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Grußworte
Gottesdienst in der Bruder-Klaus-Kapelle
Engagement für Arbeitslose
und Benachteiligte
25 Jahre Mitglied der Geschäftsleitung und vier Jahre Direktor
Dr. Hans Amendt wurde am 23.
März 1949 in Bonn geboren, studierte dort Geschichte, Sozialwissenschaften sowie Sport und
promovierte 1975. Nach dreijährigem Entwicklungsdienst in
Marokko wurde Amendt 1979
hauptamtlicher pädagogischer
Mitarbeiter der Akademie Klausenhof. Von 1981 bis 1987 war
er Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, von 1987 bis 2000
Abteilungsleiter für den Bereich
der beruflichen Qualifizierung
bzw. ab 2000 Geschäftsbereichsleiter für Lehrgänge und Kurse
sowie Fachbereichsleiter für den
Bereich Qualifizierung. 1990
wurde er stellvertretender Direktor und 2011 Direktor und
Geschäftsführer.
In seiner Laufbahn hat sich Dr.
Hans Amendt vor allem für die
Integration von Arbeitslosen
und Benachteiligten engagiert.
Dankesrede
leitung hat er 25 Jahre lang die
Entwicklung des Klausenhofs
wesentlich mit gestaltet. Die Einführung und Entwicklung des
Qualitätsmanagements in der
Akademie Klausenhof wurde
von ihm in entscheidender Weise geprägt.
In seiner Amtszeit als Direktor
hat er in den letzten Jahren
ebenfalls die bauliche Modernisierung der Akademie vorange-
So hat er in diesem Bereich zahlreiche Ideen, Konzepte und
Lehrgänge entwickelt sowie Projekte verantwortlich durchgeführt. Besonders die beiden Initiativen INISS (Kreis Wesel) und
comeback50 (Kreis Borken) zur
Förderung und Vermittlung von
älteren Langzeitarbeitslosen hat
er mit initiiert, entscheidend geprägt und verantwortlich begleitet. Als Mitglied der Geschäfts-
Ein Strandkorb für den Ruhestand
Predigt von Weihbischof Theising
trieben. Außerdem war Amendt
stellvertretender Vorsitzender in
der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft berufliche Bildung,
Geschäftsführer der Katholischen
Landesarbeitsgemeinschaft berufliche Bildung NRW
sowie Mitglied des Vorstands der
Landesarbeitsgemeinschaft für
katholische Erwachsenen- und
Familienbildung in NordrheinWestfalen.
Schlange stehen, um sich zu verabschieden: Die Kollegen Dr. Kurt Kreiten (Wasserburg Rindern), Martin Zensen (Katholisches Bildungswerk Duisburg) und Norbert
Rund 200 Gäste aus Politik und Weiterbildung sowie Mitarbeitende und Kursprecher/-innen
Hendriks (Bildungswerk des Bistums Essen) - v. li.
waren gekommen.
Dr. Ansgar Müller, Landrat Kreis
Dr. Ansgar Hörster, Kreisdirektor
Wesel
Kreis Borken
MdL Norbert Meesters, Wesel
Ulrich Vollmer, Bundessekretär
Kolpingwerk Deutschland
n Dr. Michael Reitemeyer,
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke: „Dr.
Amendt hat mit seinem langjährigen, vielfältigen und unermüdlichen Engagement auf regionaler,
nationaler und internationaler
Ebene die bundesweite katholische Bildungslandschaft über Jahrzehnte maßgeblich mitgeprägt.“
n Ulrich Vollmer, Vorsitzender der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für berufliche Bildung: „In unseren
Gesprächen brachten Sie sich engagiert und mit Ihrer hohen praxisnahen Fachkompetenz ein.“
n Elisabeth Vanderheiden,
Vorsitzende der Katholischen
Erwachsenenbildung
Deutschland: „Sie haben es in
Ihrer Zeit als Direktor mit Kreativität und Beharrlichkeit geschaft,
sich immer wieder erfolgreich auf
neue Gegebenheiten einzustellen
und ständig neue Projekte und
neue Kundenkreise zu aquirieren.“
n Kurt Koddenberg, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft für katholische
Erwachsenen- und Familienbildung NRW: „Die gemeinsame Vorstandsarbeit wurde immer
durch Ihre kritisch-konstruktive
Stimme begleitet. Das hat der Arbeit des Vorstands und des Verbandes sicher gut getan.“
n Roland Lückfett, Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Berufliche Bildung: „In
der gemeinsamen Arbeit mit Ihnen waren die von Ihnen gelebten
Grundsätze aus dem Leitbild der
Akademie Klausenhof stets in Ihrem Handeln und Denken zu erkennen - den Menschen in den
Mittelpunkt zu stellen.“
n Dr. Kurt Kreiten, Vorsitzender des Arbeitskreises der
Bildungsstätten und Akademien in NRW: „Es ist aus meiner kollegialen Sicht bemerkenswert, wie Dr. Hans Amendt seit
2011 an der Spitze des Klausenhofs die wertvolle und unverwechselbare Arbeit dieser Einrichtung fortgesetzt und parallel
dazu die Basis für eine erfolgversprechende Zukunft gelegt hat.“
n Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer Unternehmerverband: „Ihr Verdienst ist
es auch, dass sich die Akademie
Klausenhof trotz vieler Widrigkeiten und finanzieller Engpässe so
gut entwickelt hat.“
n Ulrich Hörsting, Vorsitzender des Aufsichtsrats der
Darlehnskasse Münster: „Dr.
Hans Amendt hat diesen Weg der
Akademie als gesellschaftliche
Aufgabe angenommen und tatkräftig und entscheidend mitgestaltet.“
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Zeitung der Akademie Klausenhof
Berufsorientierungscamp
Förderschule aus Dorsten nutzte Angebot / Besonders positiv: Freizeitprogramm und Übernachtung
Christian Volkmer
Nie arbeitslos
Dank Klausenhof
Die guten Erfahrungen im
Klausenhof, das Engagement
der Mitarbeitenden, das
Kennenlernen unterschiedlicher Berufsfelder - für
Christian Volkmer war der
Besuch des fünften „Förderlehrgangs mit Internat“ im
Jahr 1996/97 im Klausenhof
Rhede die entscheidende
Zeit in seinem beruflichen
Leben. Er hat nach dem
Kurs eine Ausbildung zum
Tischler absolviert und seither durchweg eine Anstellung gehabt, zunächst als
Zimmermann und anschließend im Metallbereich.
Viele Berufsfelder
„Ich profitiere heute noch
von den vielen handwerklichen Feldern, die ich im
Klausenhof gelernt habe“,
sagt er rückblickend, als er
jetzt dem Klausenhof Rhede
nach fast zwanzig Jahren einen Besuch abstattete.
Nun ist er bei Bosch Solarthermie in Wettringen –
derzeit der größte Flachkollektorhersteller in Deutschland – fest angestellt. Der
Vater zweier Töchter hat
sich dort vom Mitarbeiter in
der Produktion in die Entwicklungsabteilung hochgearbeitet. Besonders stolz sei
er darauf, „dass er nie in
seinem Leben arbeitslos gewesen ist“.
In der Holzwerkstatt des Klausenhofs wird fleißig gebohrt und
gesägt: Kleine Spielbretter sollen entstehen, und Ausbilder
Bruno van Heumen gibt den
jungen Leuten routiniert Tipps.
Das „Berufsorientierungs­camp“
ist ein Angebot für Förderschulen, damit die Jugendlichen außerhalb der normalen schulischen Umgebung ihre eigenen
Kompetenzen erproben und einen geeigneten Beruf für sich
finden sollen.
„Wir sind bereits das dritte Mal
hier“, bestätigt Ulrike Schierholz
von der Raoul Wallenberg-Schule in Dorsten-Wulfen. Zwei achte Klassen mit 20 Schüler/-innen
durchliefen für mehrere Tage
den Orientierungsworkshop im
Klausenhof.
„Besonders gut ist, das im Klausenhof so viele Werkstätten zur
Verfügung stehen und uns auch
ein Freizeitprogramm mit Übernachtung geboten wird“, sagt Ul-
rike Schierholz. „So lernt man die
Jugendlichen mal ganz anders
kennen!“
Lehrerin Ulrike Schierholz, zuständig für Berufsorientierung und Ausbildung mit ihren Schüler/-innen in der Holzwerkstatt des Klausenhofs. Im Hintergrund: Ausbilder Bruno van Heumen.
INISS: Erfolgreiche Vermittlungsarbeit
Statistik 2014 / Viele Aktivierungsmaßnahmen / Gesundheitstag
Das Ziel der Initiative „INISS“ ist
die Vermittlung von älteren Langzeitarbeitslosen im Kreis Wesel eine Aufgabe, die auch im Jahr
2014 bestens gelöst wurde: Genau 1001 Männer und Frauen
konnten die INISS-Kompetenzzentren für verschiedene Maßnahmen und Angebote – wie z.B.
Bewerbungstrainings oder Gesundheitskurse – aktivieren. Insgesamt konnten 502 in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung vermittelt werden, 287 von
ihnen in Vollzeit und 307 aus dem
Alterssegment der 50- bis 54-Jährigen. 25 Teilnehmende haben eine Existenzgründung gewagt.
Angela
Guter Start ins neue Jahr
Auch 2015 startete INISS mit
130 Vermittlungen im ersten
Quartal gut ins Jahr.Angela Preuß,
im Jobcenter Kreis Wesel zuständig für INISS: „Im Vergleich zum
Vorjahresmonat waren das 30
Beschäftigungsaufnahmen mehr
als 2014. Das ist ein sehr gutes
Preuß
gibt es im Dienstleistungsbereich,
in der Altersbetreuung und im
Bereich Verkehr- und Lagerei. Erfahrene und teilqualifizierte
Bewerber/-innen in diesen Bereichen werden besonders nachgefragt, da der Fachkräftemangel
auch in unserer Region spürbarer wird.“
Ergebnis und es ist zu hoffen,
dass diese Entwicklung im letzten Jahr des Projektes anhält.
Gute Vermittlungsmöglichkeiten
Fit mit dem Gesundheitstag
Entscheidend für beruf­
liche Entwicklung
Aus den „Förderlehrgängen
mit Internat“ haben sich die
heutigen „berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen
mit Internat“ entwickelt.
Damals, so Fachbereichsleiter Eduard Hannen, besuchten jährlich ca. 100 junge
Leute die Kurse. „Wir hören immer wieder von Ehemaligen, dass diese intensive
Zeit entscheidend für die
berufliche Entwicklung war.
Leider bekommen heute immer weniger die Chance,
die Vorteile des Lehrgangs
zu nutzen.“
Richtig kennen lernen
Kistenklettern
Teilnehmende der beiden Job­
ini­tiativen für ältere Langzeitarbeitslose INISS und comeback50 nutzen den dritten Gesundheitstag in der Akademie
Klausenhof, um verschiedene
Sportarten auszuprobieren und
sich über Gesundheitsthemen
zu informieren. Auf dem Programm standen Aktionen wie
Bogenschießen, Klettern im
Hochseilgarten, Wandern, Gesundheitstests,Tai-Chi, Entspannungstraining, Vorträge und vieles mehr.
Eröffnung durch den Leiter des Jobcenters Kreis Wesel, Michael Müller
Gesundheit Voraussetzung
für Erfolg
Messung des Blutzuckerspiegels
Michael Müller, Leiter des Jobcenters Kreis Wesel, eröffnete
vor rund 200 Teilnehmenden
den Tag. Er betonte, dass Gesundheit und Fitness wichtige
Voraussetzungen sind, um eine
Anstellung zu finden und im Job
zu bestehen. Daher begrüße
und unterstütze er den Ge-
Gesunde Kost, zubereitet vom Klausenhof-Küchenteam
sundheitstag im Klausenhof. Die
vielfältigen Angebote wurden
auch von anderen Kursteilnehmenden im Klausenhof und den
Mitarbeitenden genutzt.
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Zeitung der Akademie Klausenhof­
Lernen über
Grenzen hinweg
Praktikum für junge Europäer/-innen / Beispiel Haus Elmer
„Es ist toll, wenn junge Leute
über den Tellerrand schauen und
ins Ausland gehen!“ Oliver Krause, Geschäftsführer vom Haus
Elmer, einem Vier-Sterne-Hotel
mit Restaurant in Marienthal,
zeigte sich begeistert von den
beiden jungen Frauen aus Wales.
Syrie Jones und Caitlyn Wylie
kommen aus Wales und absolvierten im Rahmen des Programmes Erasmus+/Leonardo
ein zweiwöchiges Praktikum in
seiner Küche. Sie wohnten mit
14 anderen jungen Leuten und
zwei Betreuerinnen aus Wales
im Klausenhof, der auch für die
Praktikumsstellen und die Organisation gesorgt hat.
den beiden jungen Frauen. Sie
seien im Haus Elmer sehr gut eingebunden und könnten bei vielen
unterschiedlichen Aufgaben mitarbeiten. Auch die Akademie
Klausenhof ist ein „very nice
place“.
50 bis 60 Menüs muss das Küchenteam pro Tag auf den Teller
bringen. Die jungen Praktikan-
Seite 5
tinnen sind, so Georg Wegner,
eine Bereicherung in der Küche.
Er ist als Entremetier für die Beilagen zuständig und kann jede
schnippelnde Hand gebrauchen:
„Die beiden sind gut – es hat sich
gelohnt, sie bei uns in der Küche
zu haben.“
Und was ist der wesentliche Unterschied zwischen deutscher
und englischer Küche? Die beiden müssen erst eine Weile
nachdenken, doch dann kommt
die Antwort mit Nachdruck:
„Der viele Spargel in Deutschland!“
Vom ESF werden außerdem
Kurse für Schülerinnen und
Schüler zur Berufsorientierung gefördert. Auch die Bildungsgutscheine, die das
Land NRW für die Finanzierung von Weiterbildungskosten in der beruflichen Bildung
ausgibt, sind mit ESF-Mitteln
ausgestattet. Hinzu kommt
die Förderung einzelner Seminare.
Faire Teilhabechancen
Entremetier Georg Wegner mit den beiden Praktikantinnen Syrie Jones und Caitlyn Wylie (v. li.) im Haus Elmer
Jugendliche vor
Ausgrenzung
schützen
EU-Projekt ECAPSE traf sich in Sofia
Die Erstellung eines OnlineTrainingsprogramm
für
Pädagogen/-innen in verschiedenen Bildungsbereichen ist das
Ziel des EU-Projekts ECAPSE
(Early co-ordinated actions preventing social exclusion), bei
dem die Akademie Klausenhof
mitmacht.
Meeting in Bulgarien
In Sofia trafen sich nun die Part-
Der Europäische Sozialfonds ESF ist ein wichtiges
Programm, um Lehrgänge zu
fördern, die vor allem der sozialen Integration von Benachteiligten dienen. Ein gutes Beispiel dafür sind die berufsbezogenen Deutschkurse
für Migrantinnen und Migranten, die der Klausenhof seit
2009 im Auftrag des Bundesamts für Migration und
Flüchtlinge (BAMF) im Kreis
Wesel durchführt. In diesen
Kursen verbessern die Teilnehmenden ihre Deutschkenntnisse und absolvieren
betriebliche Praktika.
Berufsorientierung
Praktikum in „echten“
Betrieben
„Wir sind sehr froh, hier zu
sein“, sagt Syrie Jones. In Wales
läuft die Ausbildung nur über eine berufliche Schule und nicht wie in Deutschland – in „echten“
Betrieben. Gerade die Arbeit unter richtigen Bedingungen gefällt
Thema Europa
ner, um über die Endversion des
Trainingtools zu beraten, das zuvor von Experten getestet wurde. Außerdem ging es um die
Gestaltung des Tools, das Ende
September freigeschaltet wird.
Damit soll erreicht werden, dass
vom Kindergarten bis zur Weiterbildung Pädagogen/-innen lernen können, wie gefährdete Jugendliche vor Ausgrenzung geschützt werden können.
Die Projektpartner mit Dr. Hans Amendt, Reinhold Sandkamp und Hans Nakath (letzte Reihe v. re.) vom Klausenhof
NS-Terror:
Versöhnung mit
Griechenland
Jugendarbeit an Orten der Erinnerung
Neben der langjährigen Zusammenarbeit mit Partnern in Polen (s. nächste Seite), engagiert
sich der Klausenhof auch für
die Versöhnungsarbeit mit
Griechenland. Immer wieder
beteiligt sich der Klausenhof
mit einer Gruppe an dem Programm „Jugend gestaltet Zukunft – Internationale Jugendarbeit an Orten der Erinnerung“ des Landesjugendamts
Rheinland.
Dabei setzen Jugendliche an
unterschiedlichen Orten in Europa, an denen die Deutschen
während des Nationalsozialismus schwere Verbrechen begangen haben, Zeichen der Versöhnung, indem sie Gedenkstätten oder öffentliche Anlagen pflegen. So richteten z.B.
Jugendliche von den berufsvorbereitenden Lehrgängen auf
Kreta einen Wanderweg her.
Auch die Teilnahme an Gedenkfeiern gehören zum Programm.
Faire Teilhabechancen und die
Schaffung eines Zugangs zum
Arbeitsmarkt für Migranten/innen und Flüchtlinge waren
die Förderziele des Europäischen Integrationsfonds
und des Europäischen
Flüchtlingsfonds. Der
Klausenhof hat über beide
Fonds, die in diesem Jahr
ausgelaufen sind, viele Projekte umgesetzt.
Europäische
Prüfungsstandards
Der Europäische Computerführerschein (ECDL) ist ein
standardisiertes Prüfungsformat, das europaweit anerkannt ist. Die Akademie
Klausenhof ist berechtigt,
diese Prüfungen durchzuführen. Rund 50 bis 60 Prüfungen nimmt der Klausenhof
jedes Jahr ab.
Wer eine anerkannte Bescheinigung über seine
Sprachkenntnisse braucht,
der kann eine Prüfung nach
dem Europäischen Sprachenzertifikat telc im Klausenhof
ablegen. Mehrere Mitarbeitende sind lizenziert, telcPrüfungen abzunehmen. Die
Sprachkurse „Deutsch als
Fremdsprache“ sind nach
den telc-Standards ausgerichtet.
Besuch einer Gedenkstätte auf Kreta
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Termine
Sommer 2015
Berufsbezogene
Weiterbildung
Personalfachkaufmann/kauffrau (IHK)
21.08.–16. 04.2016
Fachwirt/-in für
Erziehungswesen
21.08.–09.07.2016
Führungskräftetraining
für Mitarbeiter/-innen im
kirchlich/sozialen Raum
25.08.–24.11.2015
Sensorisch-Integratives
Logopädiekonzept
28.08.–29.08.2015
Gespräche führen im interkulturellen Kontext
04.09.–05.09.2015
Vorbereitung auf die
handlungsorientierte
Ausbildereignungsprüfung (IHK)
04.09.–28.11.2015
Englisch für Anfänger/innen 07.09.–11.09.2015
Zertifizierung zum/zur
betrieblichen/behördlichen Datenschutzbeauftragten (AK) – Modul 1
09.09.–11.09.2015
Kommunikation und Interaktion mit jungen
Menschen
11.09.– 12.09.2015
EDV-Kurse
MS-EXCEL – Einführungs­
seminar 17.08.–19.08.2015
MS-WORD – Einführungsseminar 24.08.–26.08.2015
Digitale Bildbearbeitung
mit Adobe Photoshop
Elements – Einführungs­
seminar 31.08.–01.09.2015
MS-EXCEL – Aufbaukurs 07.09.–08.09.2015
Computergestütztes
Zeichnen (AutoCAD) –
2D – Einführungsseminar 09.09.–11.09.2015
MS-WORD – Einführungsseminar 11.09.–13.09.2015
MS-PROJECT – Einführungsseminar
14.09.–15.09.2015
Publishing mit Adobe InDesign 28.09.–29.09.2015
MS-EXCEL – Aufbauseminar 30.09.–02.10.2015
Zeitung der Akademie Klausenhof
Krokowa: Langjährige
Kooperation
Thema polnisch-deutsche Verständigung
Mindestens 50 Studienseminare,
Meetings und weitere Veranstaltungen: Seit 1993 arbeitet der
Klausenhof eng mit der „Stiftung
Europäische Begegnung“ im polnischen Krokowa zusammen.
Meistens standen Studienseminare für interessierte Deutsche auf
dem Programm, die das Leben,
die aktuelle Situation, die Geschichte und insbesondere die
Europa gibt
wichtige Impulse
Interview
mit Judith
Wind,
Leiterin des
Europa­büros
für katholische Jugendarbeit und
Erwachsenenbildung
(Foto)
Welche Rolle spielt die europäische Förderung in der Erwachsenenbildung?
Ich sehe die Projekte im Rahmen
des EU-Bildungsprogramms Erasmus+/Grundtvig als große Chance an, gemeinsam an der Entwicklung von Innovationen zu arbeiten und von EU-Partnern zu lernen. Nicht wenige Ergebnisse
sind in die tägliche Arbeit eingeflossen.Viel Geld fließt vom Europäischen Sozialfonds in die konkrete Bildungsarbeit vor Ort.
Obwohl es nicht immer sichtbar
ist: Die EU ist ein wichtiger Player
in der Weiterbildung.
Welchen Nutzen bringt die
Teilnahme an europäischen
Projekten?
Die meisten profitieren sehr von
den neuen Kontakten. Es ist für
sie nicht nur persönlich ein Gewinn, sondern sie bringen die europäische Sicht verstärkt in ihre
Arbeit ein. Lebenslanges Lernen
wird in solchen Programmen gelebt.
Was leistet das Europabüro?
Es berät katholische Träger in Sachen EU-Fördermittel und stellt
Kontakte her. Wir informieren
über aktuelle bildungspolitische
Entwicklungen auf der EU-Ebene.
Wichtig ist die klassische Lobbyarbeit: Hier versuchen wir,
frühzeitig Einfluss zu nehmen, um
negative Auswirkungen rechtzeitig zu verhindern. Das ist uns
jetzt bei der Diskussion um das
geplante Freihandelsabkommen
(TTIP) gut gelungen. Hier konnten wir im Bildungs- und Kulturausschuss unsere Forderungen
durchsetzen, Bildung als schützenswerter Bereich einzustufen.
deutsch-polnische Vergangenheit
kennenlernen wollten. Die Stiftung ist im Schloß Krokowa untergebracht, der ehemalige
Stammsitz der Familie von
Krockow. 1993 wurde es mit
deutscher Unterstützung restauriert, und mit Hilfe des Klausenhofs als Bildungsstätte konzipiert.
Riesengroßes Interesse
„Gerade in den ersten Jahren
war das Interesse auf beiden Seiten riesengroß“, so Hans Nakath
Willkommener Partner: Das Team der Stiftung Europäische Begegnung /
Schloß Krokowa zu Gast im Klausenhof
stellvertretender Direktor vom
Klausenhof, der die Kooperation
wesentlich vorangetrieben hat.
„Wir wussten in Deutschland so
gut wie nichts über den Alltag in
Polen. Ein besonderes Anliegen
war auch immer die deutschpolnische Versöhnung nach den
schrecklichen Erfahrungen im
Zweiten Weltkrieg.“
Bildung für Europa
Workshops und Seminare für Fachkräfte aus Europa
Seminare über europäische Themen und mit Teilnehmenden aus
Europa gehören zum festen Repertoire des Klausenhof-Angebots. Meistens werden diese
Kurse über das jeweils aktuelle
EU-Förderprogramm finanziert
und von Fachkräften aus vielen
Ländern Europas besucht. So befassten sich die letzten Workshops dieser Art mit Fragen der
Netzwerkbildung und Alphabetisierung. Erfreulicher und sinnvoller Nebeneffekt: Die Teilnehmenden können ihre Erfahrungen austauschen und sich näher
kennenlernen.
Europäischer Workshop mit Ulrike Kilp, neue Geschäftsführerin des Landesverbands der Volkshochschulen in NRW.
Internationale
Jugendbegegnungen
Junge Leute aus ganz Europa treffen sich im Klausenhof
„Wir haben in den vielen Jahren
unserer Zusammenarbeit sehr
gute
Erfahrungen
mit
dem Klausenhof gemacht“,
sagt Natalija
Ko r s u n s k a
Natalija Korsunska von dem Ver-
ein „Krone“ aus Dortmund. Jedes Jahr im Sommer führt der
Klausenhof in Kooperation mit
Krone eine Begegnung für Jugendliche mit russischen Wurzeln
durch. Rund 50 junge Leute aus
verschiedenen europäischen Ländern kommen dann zusammen,
beschäftigen sich mit russischer
Europäische Jugendbegegnung im Klausenhof
Kultur, mit Europa, machen Exkursionen, betätigen sich kreativ.
„Hier stimmt alles“
„Hier im Klausenhof stimmt alles, besonders die Ausstattung,
die Verpflegung, die Organisation durch das Klausenhof-Team“,
bestätigt Natalija Korsunska.
Krone ist ein Dortmunder Verein, der sich um russischsprachige Jugendliche kümmert. Die
Begegnungswoche im Klausenhof ist dabei ein Höhepunkt des
Jahres.
Nicht nur russischstämmige Jugendliche können sich im Klausenhof treffen. Angeboten werden auch regelmäßig europäische Jugendbegegnungen, die in
den Sommerferien die Möglichkeiten des Klausenhofs nutzen,
sich zu treffen und gemeinsam
etwas zu unternehmen.
Nr. 2 | 2015
Zeitung der Akademie Klausenhof­
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Disziplin, Struktur und Volksnähe
Termine
Sommer 2015
SonntagMorgen-Vortrag über das Konzil von Trient
Das Konzil von Trient (1545–
1563) war trotz vielfältiger Kritik ein wichtiger Reformmeilenstein in der Kirchengeschichte.
Prof. Dr. Joachim Schmiedl von
der
Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar legte den Zuhörer/-innen dar, dass
sich viele Mythen um das „Tridentinum“ ranken: „Das Konzil
hat viel geleistet“, sagte der Kirchenhistoriker, „aber auch ein
statisches Bild der katholischen
Kirche verbreitet“.
Reaktion auf Reformation
Das Konzil wurde als Reaktion
auf die Reformation einberufen.
So hatte die Versammlung laut
Prof. Schmiedl hauptsächlich das
Ziel, der katholischen Kirche eine deutliche Struktur und klare
Glaubensgrundsätze zu geben,
mit denen man sich von der
evangelischen Kirche abgrenzen
konnte. Beispielsweise wurde
festgelegt, dass die Bischöfe verantwortlich für ihre Diözesen
sind und dort residieren, während der Papst in Rom die Vorgaben bestimmt. Dieses System
war nötig, da die Bischöfe damals
ausschließlich Adelige waren und
sich häufig nicht sehr um ihr Bistum kümmerten. Viele lebten in
Rom oder in Schlössern weit
weg von ihrer Diözese.
Auswirkungen bis heute
Das Konzil gab den Anstoß, dass
eine theologische Ausbildung der
Priester in den Bistümern erfolgte. Außerdem hat das Konzil viele Regelungen zu den Sakramenten getroffen, die bis heute relevant sind.
Die 50 Zuhörer/-innen interessierten sich in der Diskussionsrunde zum Vortrag besonders
für die Frage, welche Auswirkungen – vor allem negativer
Art – das Konzil gehabt habe.
„Es entstand die klerikale und
römische Kirche mit einer dis­
ziplinorientierten
Mentalität,
aber auch eine volksnahe Kirche“, betonte Schmiedl.
Allgemeine
Weiterbildung
Erfolg durch Rhetorik!
(Teil I)
05.09.–06.06.2015
Prof. Dr. Joachim Schmiedl
Wie Geheimdienste das
Weltgeschehen beeinflussen
Die Geschichte der geheimdienstlichen Tätigkeit
Geheimdienstliche Tätigkeiten
gab es schon in den frühen Hochkulturen und haben in vielen Fällen den Lauf des Weltgeschehens
beeinflusst. Prof. Dr. Wolfgang
Krieger von der Universität Marburg zählt zu den führenden Experten, wenn es um die Geschichte der geheimdienstlichen
Arbeit geht. In seinem SonntagMorgen-Vortrag beschrieb er die
Entwicklung der Spionage von
den Anfängen bis heute.
Frühwarnsystem
Im alten Ägypten diente die Beschaffung von Nachrichten besonders über militärische Aktivitäten der Gegner als Frühwarnsystem und wichtige Quelle für
das eigene politische Handeln.
Schon damals erkannte man, dass
Spionage billiger war als teure
Kriege. Während der Punischen
Kriege konnte Hannibal seine
zahlenmäßige
Unterlegenheit
gegenüber den Römern durch
ein gutes System von Informanten beim Gegner ausgleichen.
Im 19. Jahrhundert entwickelten
die Staaten eigene Geheimdienste mit Personal und festen
Strukturen. Dank der Entwicklung der Post oder des Telefons
konnten immer mehr Informationen auf technischem Weg abgegriffen werden. „Diese Art der
Informationsbeschaffung macht
heute rund 80 Prozent der geheimdienstlichen Tätigkeit aus“,
sagte Prof. Krieger. Ein typisches
Beispiel dafür sei die Arbeit der
NSA. Zu den Aufgaben der Geheimdienste gehört auch die Abwehr von innerstaatlichen Gefahren, was in Diktaturen besonders intensiv betrieben wurde.
Auch die Überprüfung von mili-
Angebote für junge
Migranten/-innen
(Beginn 25.08.2015)
–Schulabschlusskurse
–Jugendintegrationskurse
Prof. Dr. Wolfgang Krieger
tärischen Abkommen, wie bei
den Abrüstungsverträgen zwischen den USA und der Sowjetunion, ist ein wichtiges Arbeitsfeld der Geheimdienste.
Klausenhof-Jugendliche mit Fachbereichsleiter Gregor Rippel in Berlin
Japaner/-innen lernen Deutsch
Im Frühjahr lernten Land­
wirtschaftspraktikanten/-innen
aus Japan wieder in der Akademie Klausenhof Deutsch, bevor
sie Praktikumsstellen in Deutschland und in der Schweiz antraten.
Seit vielen Jahren schon bereitet
der Klausenhof die jungen Studierenden auf ihren Aufenthalt in
Europa sprachlich vor. Mit auf
dem Foto sind Birgit Henn vom
Deutschen Bauernverband und
Mika Iuchi vom Japanischen Agriculture Exchange Council (v. re.).
Weltkulturerbe Rom
12.10.–17.10.2015
„Thomas von Aquin“ mit
Prof. Dr. Gerhard Krieger,
Theologische Fakultät Trier
20.09.2015
Bündnis für Demokratie und Toleranz
pel, der die Gruppe begleitete:
„Alle waren sehr begeistert
von dem Aufenthalt, und besonders unsere Migranten und
Flüchtlinge haben viel über die
deutsche Geschichte gelernt.“
Senioren am Computer
17.09.–18.09.2015
SonntagMorgenVortrag
(Beginn um 10 Uhr)
Klausenhof-Jugendliche
beim Verfassungstag
in Berlin
Auf Einladung des Bündnisses
für Demokratie und Toleranz
(BfDT) ist auch in diesem Jahr
wieder eine Gruppe Jugendlicher vom Klausenhof zum Jugendkongress „Demokratie mit
Wirkung“ des BfDT nach Berlin
gefahren. Insgesamt waren zum
Kongress, der anläßlich des Verfassungstages ausgerichtet wird,
400 junge Leute aus ganz
Deutschland gekommen.
Die Klausenhofgruppe engagierte sich nicht nur in den unterschiedlichen Foren und Workshops, sie nutzte den Aufenthalt
in Berlin, um sich in Sachen Politik und deutscher Geschichte
weiterzubilden. So besuchten
die Jugendlichen das Jüdische
Museum, den Bundestag und die
Gedenkstätte Hohenschönhausen.
Fachbereichsleiter Gregor Rip-
Innere Ressourcen wecken
durch Yoga, Meditation
und autogenes Training
11.09.–13.09.2015
Ersteingliederung
(Reha)
(Beginn 01.09.2015)
Berufsvorbereitung mit
Internat
Erstausbildung in den Berufsbildern:
–Fachkraft im Gastgewerbe
–Bauten- und Objektbeschichter/-in
–Fachpraktiker/-in Metallbau
–Fachpraktiker/-in Hauswirtschaft
–Fachpraktiker/-in Küche
–Holzbearbeiter/-in
–Gartenbauwerker/-in
–Bau- und Metallmaler/-in
Kaufmännische
Umschulungen
(Beginn 6.07.2015)
– Kaufmann/-frau für
Büromanagement
– Kaufmann/-frau im
Groß- und Außenhandel
– Kaufmann/-frau im
Gesundheitswesen
Technische
Fortbildung
(Beginn 01.09.2015)
– Umschulung Metallbau
Infos und Anmeldung
Akademie Klausenhof
Klausenhofstr. 100
46499 Hamminkeln
Tel.: 0 28 52 / 89-0
[email protected]
www.akademie-klausenhof.de
Nr. 2 | 2015
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Zeitung der Akademie Klausenhof
„Alles in bester
Mitarbeitende
Ordnung“
veröffentlichen Lehrwerk
Publikation zum neuen Berufsbild / praxisbezogen und aktuell
Geprüft und für gut befunden: Auditor Manfred Buchholz (2. v. li.) Eduard
Hannen, Bernhard Zimmermann und Tobias Witt (v.li.) vom Leitungsteam
des Klausenhofs.
Man könnte jederzeit unangemeldet hier prüfen, es wäre immer alles in Ordnung!“ Sichtlich
erfreut zeigte sich Auditor Manfred Buchholz nach seiner Prüfung der Klausenhof-Unterlagen.
Seit 2008 unterzieht sich der
Klausenhof jedes Jahr einem
Qualitätsaudit, um u. a. Lehrgänge der Arbeitsagentur durchführen zu können. Begutachtet
wurden nun die Bildungsarbeit,
die pädagogischen Abläufe und
die erforderliche Ausstattung.
Die „Thomas Behrend Gebäudeservice e. K.“ gibt es nur in
den roten Büchern, und ihre
Geschäfte dienen lediglich als
Beispiele. Zwei Klausenhofmitarbeitende sind Mitautoren/
-innen dieses neuen Lehrwerks
„Arbeitsplatz Büro“, das jetzt im
Bildungsverlag EINS (Köln) erschienen ist. Eddie Wickfeld und
Dorothee Wegmann haben ihre
langjährige Erfahrung als pädagogische Mitarbeitende und Dozenten im Bereich der Umschulung in kaufmännischen Fächern
einbringen können.
Erstes Lehrbuch über Büromanagement
„Das ist das erste Lehrbuch auf
dem Markt, das sich auf das neue
Eddie Wickfeld und Dorothee Wegmann zeigen Fachbereichsleiter Bernhard Zimmermann (re.) das neue Lehrwerk.
Berufsbild ‚Büromanagement‘
bezieht, darauf sind wir natürlich besonders stolz“, so der
Fachbereichsleiter für berufliche Rehabilitation im Klausenhof, Bernhard Zimmermann.
Das Lehrwerk besteht aus insgesamt sechs einzelnen Bänden,
drei dienen als Informationshandbücher und drei geben dazu passende Lernsituationen
wieder.
Runder Geburtstag
Der frisch gekürte stellvertretende Direktor der Akademie
Klausenhof, Hans Nakath, hat
seinen 60. Geburtstag gefeiert.
Zum Anlass des Tages lud er die
Mitarbeitenden zum vormittäglichen Kaffeetrinken in die Ca-
feteria ein. Wie bei anderen
Jubiläen und runden Geburtstagen auch überreichte Klausenhofdirektor
Dr.
Hans
Amendt seinem Vize einen
Blumenstrauß.
So gestärkt zeigte Hans Na-
kath ein glückliches Händchen
beim Schützenfest in seinem
Heimatdorf Bergerfurth.
Er traf den Vogel, den übrigens
sein Sohn angefertigt hat, am
besten und wurde Schützenkönig.
Kerzen (li.)
und Blumen
für das „Geburtstagskind“.
Wir trauern um
Silvia Lehmann
Silvia Lehmann, die seit
2002 im Reinigungsbereich
der Akademie Klausenhof
Rhede gearbeitet hat, ist
im Alter von 55 Jahren gestorben. Durch ihre stets
freundliche und hilfsbereite Art wurde sie von den
Mitarbeitenden und Teilnehmenden sehr geschätzt.
Silvia
Lehmann
an
ihrem
10-jährigen Betriebsjubiläum
Marco Düsterwald (Foto), Arbeitsbereichsleiter „Politische Bildung / Jugendakademie“ hat die
Akademie Klausenhof verlassen und Mitte Mai
eine Referentenstelle für politische Bildung beim
Landesverband der Volkshochschulen in Düsseldorf angetreten.
Neu eingestellt wurden: Markus Lüke (Berufsförderungswerk
Rhede), Dieter König (Fachbereich Qualifierung), Maria Kounatidou und Maria Tenbusch (Reinigungsbereich Rhede)
Pfarrer Georg Mixa gestorben
Pfarrer Georg Mixa, ehemaliger
geistliche Rektor der Akademie
Klausenhof, ist im Alter von 71
Jahren in Dinslaken gestorben.
Pfarrer Mixa wurde im oberschlesischen Laurahütte geboren und siedelte 1978 nach
Deutschland über. Von 1979 bis
1981 war er geistlicher Rektor
der Bruder-Klaus-Kapelle. Anschließend arbeitete er Kaplan
und bis zu seiner Emeritierung
2007 als Pfarrer in Datteln-Meckinghoven.
Gedanken
am Ende...
Dies sind nunmehr meine letzten Gedanken am Ende meines
Berufslebens. Mit Dankbarkeit und Freude darf ich zurück und
auch nach vorne schauen.
Auf meiner letzten Dienstreise im Rahmen des Projekts
ECAPSE wurde mir noch einmal die Bedeutung europäischer
Zusammenarbeit klar. Aber ebenfalls konnte ich einmal mehr
feststellen, wie es uns in Deutschland im Alltag und auch in
der Weiterbildung doch relativ gut geht. Wir müssen immer
einmal über den eigenen Gartenzaun und in die Welt schauen,
um zu erkennen, wie gut es uns in Deutschland geht.
Heute möchte ich Ihnen allen für Ihr Interesse und Ihr Vertrauen in die Arbeit des Klausenhofs, die ich eine lange Zeit
mitgestalten durfte, aussprechen. Mein Dank gilt auch allen
Auftraggebern, Partnern, Förderern, Teilnehmenden und Mitarbeitenden.
Der Klausenhof war nicht nur ein sehr wichtiger Ort für mich,
sondern – und das sollte er weiterhin sein – ein wichtiger
Weiterbildungsort für viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten und aus aller Welt.
Die künftige Arbeit birgt große Herausforderungen, für die ich
weiterhin um Vertrauen und Unterstützung bitte.
Meinem Nachfolger und allen Mitarbeitenden wünsche ich
alles Gute und Gottes reichen Segen für die Zukunft.
Allen Leserinnen und Lesern der AKtuell danke ich für ihr
Interesse und wünsche, dass Sie auch weiterhin an der Arbeit
in der Akademie Klausenhof interessiert bleiben.
Ihr
Direktor der Akademie Klausenhof
Pfarrer Georg Mixa †