Was von Dada übrig blieb - Buch Bühne Kunst - Kultur

Was von Dada übrig blieb - Buch Bühne Kunst - Kultur - az Aargauer Zeitung
06.02.16 10:32
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Freibier.
Wir machten die Tour, geleitet von der Frage: Was war
das eigentlich? Und warum ist Dada so wichtig – bis
heute?
Eigentlich war Dada zu Beginn nicht eine Kunstform fürs
Museum, sondern war Protest: Protest gegen den Ersten
Weltkrieg, gegen die Konventionen der Kunst in Form
von seltsamen Lautgedichten, von Tänzen ... Dieses
Flüchtige ist vorbei. Überliefert sind die Texte, die Kunst
der Dadaisten, auch wenn sie sich nach ihrem kurzen
Zürcher Gastspiel wieder in alle Welt aufgemacht haben.
100 JAHRE DADA
Was von Dada übrig blieb
von Sabine Altorfer — Nordwestschweiz • Zuletzt aktualisiert am 5.2.2016 um 10:22
Uhr
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"Friedrich Glauser" im Zürcher
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beau" 4.2.2016
100 JAHRE DADA
Verstehen Sie Dada?
Harald Szeemanns Archiv im
Cabaret Voltaire 1.2.2016
«Christus auf Palmesel» um 1055 – zu sehen im Schweizerischen
Nationalmuseum in der Ausstellung «Dada Universal»
© Keystone/Ennio Leanza
Dada historisch
100 JAHRE DADA
Dada: Es war ein Aufschrei –
nein, eine Bombe 5.2.2016
Schon die Dadaisten selber wollten 1921 eine Übersicht
schaffen – allen voran Tristan Tzara und Francis Picabia.
Ihr Ziel war ein Buch: «Dadaglobe». Dafür sollten
Dadaisten und Sympathisanten ihnen Originale extra
fürs Buch schaffen und («bearbeitete, aber kenntliche»)
Porträt-Fotos schicken. Per Post halt, weil Reisen in der
Nachkriegszeit schwierig war. Sie druckten in Paris
schönes Briefpapier mit dem Logo «Mouvement Dada».
Tzara sammelte, machte gar einen Seitenplan. Doch
dann scheiterte das Projekt – und das Material zerstreute
sich in alle Welt.
Ab heute wird gefeiert und werden in Zürich die
ersten Dada-Ausstellungen eröffnet. Aber, was
war eigentlich Dada? Eine Suche vor den
Originalen.
Sie wollen Dada. Doch wo beginnen in diesem Zürcher
Trubel? Wir empfehlen aktuell: erst ins Kunsthaus, dann
ins Landesmuseum und am Schluss zum Cabaret
Voltaire. Und dort in der Bar – wo am 5. Februar 1916
alles begann – auf die gloriose Vergangenheit trinken und
den Sturm im Kopf hinunterspülen. Aber Achtung! Heute
Abend ist Vernissage, da wird nicht nur der Stadtrat per
Shuttlebus diese Tour machen und Bundesrat Alain
Berset reden, sondern die Spiegelgasse vor dem Voltaire
Zum Jubiläum hat das Kunsthaus Zürich zusammen mit
der amerikanischen Spezialistin Adrian Sudhalter und
dem MoMa in New York «Dadaglobe» rekonstruiert. Als
Ausstellung (in einem einzigen, aber dicht gehängten
Raum) und als Buch. Es ist eine Fundgrube und ein
wird arg verstopft sein. Angesagt ist (ohne Gewähr)
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prima Einstieg in die Dada-Welt. Man sieht anhand der
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Originale und Originaldokumente, wie Erwin
Blumenfeld, Hans Arp, Max Ernst, Johannes Baargeld,
Raoul Haussmann, Francis Picabia, Hanna Höch und
viele, viele andere, Zeitungen, Fotos und die literarische
Sprache – ja eigentlich die Welt – zerschnipselten und
neu zusammensetzten. Wie sie im Chaos der (Nach)Kriegs-Zeit eine neue Sprache und neue Gleichgewichte
suchten und wie sie mit schwarzem Humor auf die
Schrecken der Zeit reagierten.
100 Jahre Dada: Das Landesmuseum ehrt die Bewegung
Das Landesmuseum ehrt die Dada-Bewegung zum 100. Geburtstag
mit einer Ausstellung. "Dada Universal" zeigt, woher die Ideen der
Dadaisten kamen und wie sie Kunst, Musik und Gesellschaft bis heute
beeinflussen.
© keystone
Auf 18 Vitrinen-Stationen haben Zweifel/Steiner die
Splitter der Bombenexplosion verteilt, frei nach dem
Motto: «Die Detonation der weltumspannenden
Antikunstbewegung ist bis heute zu spüren.» Von einem
seltsamen Vogelgerippe («Dodo war da, bevor Dada da
war») über Krieg und Negermasken bis hin zu den 68ern
und Punk. Garniert ist alles mit Kunst: berühmte
Collagen von Max Ernst, Marcel Duchamps Urinal
«Fountain», Sophie Taeuber-Arps hübsches HopiIndianer-Kostüm ...
Was ist Dada? (Trailer)
Von deutschen Emigranten 1916 gegründet, räumte Dada zuerst in
Zürich, später vor allem in Deutschland und Paris mit allem auf, was
Ausdruck einer bürgerlichen Kultur war, die in die Katastrophe des
Ersten Weltkriegs geführt hatte. Was ist Dada? Dieser Frage geht der
Film von Heinz Bütler und Alexander Kluge nach.
© Youtube / Raz Ols
Dada danach
Wie Dada weiterwirkte, ist Thema im Landesmuseum, in
«Dada universal» der Kuratoren Juri Steiner und Stefan
Zweifel. Schon ihr erster Satz zur Ausstellung sitzt! «Dada
war eine Bombe, die 1916 im Cabaret Voltaire in Zürich
hochging.» Eine Bombe. Da ducken wir uns doch und
erwarten ein Chaos. Beim ersten Blick in den schwarzen
Saal mit den Vitrinen müssen wir innerlich aber lachen.
So schön geordnet, alles in Reih und Glied und
angenehm ausgeleuchtet, so stellen wir uns die Welt
nach einer Bombenexplosion nicht vor. Irgendwie
scheint neben dem Anti-Prinzip Dada auch Zwinglis
Zwei Stationen als Beispiele: Der Erste Weltkrieg, das
Schlachten in den Schützengräben, ist mit einer
schweren französischen Tarnpelerine symbolisiert. Denn
es war ja der Erste Weltkrieg, auf den Cabaret-VoltaireMitbegründer Hugo Ball erst mit Freude («Jetzt wird die
Welt verändert und erneuert»), dann mit Flucht
reagierte. Und die Pelerine könnte ihn zu seinem
berühmten Bischof-Umhang inspiriert haben. Beim
Thema «Traum» wird die Psychoanalyse ins Dada-Boot
geholt. Denn dank der Lektüre von Freuds
«Traumdeutung» wurde der Surrealismus erfunden. «Sie
(die Pariser Dadaisten) wollten das dadaistische NEIN zur
strenger Geist hier kräftig mitgewirkt zu haben.
Realität des Krieges in ein neues JA zu einer höheren Sur-
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Realität verwandeln. (...) und schweiften in Paris durch
die Räume utopischer Träume».
Dada-Gedicht «Karawane»
Das typografisch vertonte Dada-Gedicht «Karawane»
© Youtube/Loris
Dada heute
Dada-Kurzfilm «Entr'Acte»
Kurzfilm «Entr’acte» von René Clairer/Francis Picabia/Erik Satie von
1924.
Doch wie wirkte Dada weiter? Wer das mit viel
Enthusiasmus untersuchte, war der wohl berühmteste
Schweizer Kurator: Harald Szeemann. Er kombinierte
mit Vorliebe Dada, Aussenseiter und Zeitgenössisches.
Teile seines riesigen Archivs sind nun als «Obsession
Dada» im Cabaret Voltaire zu sehen. Dazu erklären und
beweisen aktuelle Künstler in Performances ihre Liebe
zu Dada.
© Youtube/TheWelleszCompany
Dada funktionierte nach dem Prinzip Collage – und so
funktioniert auch diese Ausstellung. Von Didaktik und
pädagogischer Führung keine Spur. Die paar Zeilen Text
am Boden um die Vitrinen erklären nicht wirklich – dafür
viersprachig. Besser also, Sie lassen sich treiben, picken
sich ein paar Sachen heraus, lesen die tollen Zitate an
den Wänden und vielleicht kommen Sie dann zur einen
oder anderen Erkenntnis. Zum Beispiel zu der, dass sich
Dada nicht definieren lässt.
Als Trouvaillen entpuppen sich die Filme, die an den
Wänden flimmern. In «Entr’acte» etwa, einem
Gemeinschaftswerk von René Clair und Francis Picabia
von 1924, sehen wir nicht nur Marcel Duchamp, Erik
Satie und Man Ray als Darsteller. Wir tauchen auch ein in
eine absurde Welt, die kopfsteht, sich ständig auflöst, die
in einen wilden Wettlauf mit einem Leichenwagen
eskaliert und aus der am Schluss – abrakadabra – alles ins
Nichts weggezaubert wird.
«Ô falli bambla»: Passanten rezitieren in Zürich das Dada-Gedicht
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«Ô falli bambla»: Passanten rezitieren in Zürich das Dada-Gedicht
«Die Karawane» von Hugo Ball vor dem Cabaret Voltaire
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BLAULICHT
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SCHICKSAL
VIDEOS
Aarau
Unser kleiner Schmetterling
11°
2°
Wer im Internet nach Dada sucht, findet viel, aber erst in
spezialisierten Tools auch Vernünftiges. Das Kunsthaus
Zürich stellt ab heute schrittweise seine umfangreiche
Sammlung ins Netz. So gross war sie übrigens nicht
immer. Wie Direktor Christoph Becker sagte, habe sein
Vor-Vorgänger René Wehrli beim 50-Jahr-Jubiläum
seinen damaligen Assistenten (den späteren Direktor
Felix Baumann) angehalten, eine Dada-Ausstellung zu
organisieren. Der fand in der Sammlung aber nur ein
einziges Werk. Das war der Anstoss, um tätig zu werden.
Was Jubiläen doch bewirken können.
Publireportage
BUNDESSTRAFGERICHT
Der neue Aarauer Stadtschreiber ist
wegen Veruntreuung verurteilt
AARAU
Ehepaar überfallen Asylbewerber nach Flucht gefasst
4.2.2016 um 20:55 Uhr
Ausstellungen in Zürich
Obsession Dada und täglich ein Offizium: Cabaret Voltaire. 5. 2.–15. 5.
Dadaglobe reconstructed: Kunsthaus. 5. 2.–1. 5.Dada universal:
Landesmuseum 5. 2.–28. 3.Friedrich Glauser – Ce n’est pas très beau:
WIRELTERN
Strauhof, 5. 2.–1. 5.Dada anders: Haus Konstruktiv. 25. 2.–8. 5.Dada
Afrika: Museum Rietberg 18. 3.–17. 7.Francis Picabia: Kunsthaus. 3. 6.–
25. 9.Festspiele Zürich: 3.–26. 6.
MOBBING BEIM KANTON
GUTEN RUTSCH
NEUER STADTSCHREIBER
«Hoch emotional, am Ende ihrer
Kräfte und völlig verunsichert»
Sicher auf dem Schlitten
Aaraus Stadtpräsidentin Urech: «Ja,
wir wussten von der Verurteilung»
5.2.2016 um 19:42 Uhr
5.2.2016 um 10:36 Uhr
Alle Veranstaltungen in Zürich:
www.dada100zuerich2016.ch
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Aussergewöhnlich: Eine Kirche wird zur
Asylunterkunft
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Aussergewöhnliches Haustier: Dieses
Rentnerpaar hat ein Zwerghuhn im
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Hammerschmiede Seengen
UND JETZT
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