Weiterführung Neue Regionalpolitik – NRP

Volkswirtschaftsdepartement
Amt für Wirtschaft
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Appenzell, 5. April 2016
Medienmitteilung Amt für Wirtschaft
Weiterführung Neue Regionalpolitik – NRP-Programmvereinbarung
unterzeichnet
Die Neue Regionalpolitik des Bundes wird im Kanton Appenzell I.Rh. weitergeführt. Bund und
Kanton haben die Programmvereinbarung für die Periode 2016-2019 unterzeichnet. Insgesamt
können rund 1 Mio. Franken Mittel à fonds perdu und 1.1 Mio. Franken Darlehen für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit in der Region eingesetzt werden. Bisher wurden Projekte aus
der Wirtschaft und dem Tourismus umgesetzt.
Neue Programmperiode gestartet – Projekte gesucht
Mit der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes werden im Kanton Appenzell Innerrhoden
auch in der neuen Periode 2016-2019 Projekte zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, der
Innovation und der Wertschöpfung in der Region unterstützt. Die Standeskommission hat die
Vereinbarung Anfangs März genehmigt. Mit der Unterzeichnung durch Kanton und Bund stehen
für diesen Zweck rund 1 Mio. Franken Mittel à fonds perdu und 1.1 Mio. Franken Darlehen zur
Verfügung. Damit das Geld für die Region eingesetzt werden kann, unterstützt das Amt für
Wirtschaft innovative Projektideen. Volkswirtschaftsdirektor Daniel Fässler blickt zurück: „Wir
konnten schon in den vergangenen zwei Perioden (2008-2011, 2012-2015) verschiedene Projekte in den Bereichen Wirtschaftsstandort und Tourismus mit NRP-Mitteln mitfinanzieren.“
Den Werkplatz und die Tourismusdestination Appenzell stärken
Projekte in der neuen Umsetzungsperiode 2016-2019 sollen den Werkplatz Appenzell stärken
und die Tourismusdestination Appenzell fördern. Diese Schwerpunkte für die neue Programmperiode wurden aufgrund einer Situationsanalyse und den kantonalen Leitlinien wie die Perspektiven der Standeskommission, Wirtschaftsförderungsstrategie und Richtplan definiert. In
verschiedenen Handlungsbereichen sind sowohl kantonale als auch interkantonale Themenbereiche und Ideen formuliert.
Die Stärkung des Werkplatzes Appenzell beinhaltet Massnahmen für den Standort Appenzell
und insbesondere auch die ansässigen Unternehmen. Dazu gehören Projekte gegen den Mangel an Fach- und Führungskräften, die Förderung des Unternehmertums und unterschiedliche
Massnahmen für das einheimische Gewerbe. Als Voraussetzung für die Förderung müssen die
Projekte betriebsübergreifend sein oder sich in der vorwettbewerblichen Phase befinden.
Im Tourismus wurde ein Schwerpunkt in der Beherbergungsinfrastruktur gesetzt. Diese soll modernisiert und besser ausgelastet werden. Der Präsident des Vereins Appenzellerland Touris-
mus AI (VAT AI), Ruedi Ulmann, misst der NRP eine grosse Bedeutung für den Tourismus in
Appenzell Innerrhoden zu. „Wir werden auch künftig hervorragende Projekte zugunsten unserer
Leistungsträger umsetzen. Unser Augenmerk in der kommenden Periode legen wir auf die Beherbergungswirtschaft. In die Projekte werden Hoteliers und Gastronomen direkt eingebunden.“
Ein weiteres Ziel ist es, die weitere touristische Infrastruktur zu modernisieren, auszubauen und
besser zu nutzen. Dafür sollen beispielsweise vermehrt Kurse und Übernachtungspauschalen
angeboten werden, im Winter auch unabhängig von den Schneeverhältnissen.
In den letzten vier Jahren 22 Initiativen unterstützt
In der letzten Periode, die von 2012-2015 dauerte, wurden 22 Projekte unterstützt. Insgesamt
wurden die Mittel nicht vollständig genutzt, da einige Projekte den Anforderungen der NRP nicht
genügten. Der Bund setzt klare Massstäbe, was die Anzahl unterstützungsfähiger Initiativen
stark einschränkt.
Lokale Wirtschaft profitiert
Unterstützt wurden Anlässe wie Impuls 2014, wo Absolventinnen und Absolventen von beruflichen Zusatzausbildungen, Fachhochschulen oder Universitäten aus Innerrhoden über die beruflichen Perspektiven als Unternehmerin oder Fach- und Führungskraft im Kanton informiert
wurden. Ebenfalls ein Beitrag wurde für die erste Durchführung der Spezialitätenmesse Authentica in Appenzell geleistet. Auch dank 15 lokalen Ausstellern, die mit einer Reduktion der
Standkosten zu einer ersten Teilnahme motiviert wurden, war die Authentica 2015 ein Erfolg.
Der Verband Detailhandel Appenzell wurde 2014 beim Aufbau der Organisation unterstützt. Der
Verband schafft gemeinsame Aktivitäten der Ladengeschäfte im Dorf Appenzell und stärkt die
Kommunikation gegen aussen. So wurden beispielsweise 2015 die Frühlingstage erstmals
durchgeführt.
Die Marke „Appenzell“ war und bleibt ein Handlungsbereich. Für die gesamte Wirtschaft ist es
wichtig, diese Marke zu stärken. Eine Massnahme in diesem Bereich ist die Eintragung von
ausgewählten Appenzeller Fleischspezialitäten in das Register der geografisch geschützten
Angaben, die mit NRP-Mitteln unterstützt wird. Der Metzgermeisterverband hat dies beim Bund
beantragt, damit künftig nicht jeder Produzent beispielsweise seine Siedwurst als Appenzeller
Siedwurst bezeichnen kann. Eine andere Massnahme betrifft Landwirte, die Kräuter für lokale
Lebensmittelproduzenten anbauen. Dadurch können Appenzeller Produzenten für ihre Produkte
auch Inhaltsstoffe aus der Region nutzen. Das unterstützte Pilotprojekt für den Kräuteranbau
wird weitergeführt.
Mit Mitteln der Neuen Regionalpolitik werden vielfach vorbereitende Studien unterstützt, welche
die notwendigen Grundlagen für erfolgreiche Projekte schaffen. Solche Studien wurden beispielsweise für eine Jugendherberge oder ein Langstrecken-WLAN erstellt, für ein neues Hotel
wie auch für die Holznutzung im Appenzellerland. Die Studie zum verfügbaren Energieholz in
der Region und zur möglichen Nutzung wurde gemeinsam mit Appenzell Ausserrhoden in Auftrag gegeben.
Anschauliche Projekte im Tourismus
Durch die NRP konnten Projekte des Vereins Appenzellerland Tourismus AI oder gemeinsame
Initiativen mehrerer Leistungsträger unterstützt werden, von welchen schliesslich auch die weiteren Unternehmen profitierten.
So dienen z.B. Massnahmen, welche die Wintersaison in der Destination stärken, allen Leistungsträgern. Für die Förderung der Wintersaison wurden verschiedene Massnahmen umge-
setzt. Dazu gehören der „Steene- und Lateeneweg“, der im Winter hinter dem Hof Weissbad zu
einem Spaziergang einlädt, zusätzliche Schneeschuhrouten oder eine verbesserte Kommunikation sowohl mit gedruckten Broschüren/Karten als auch online, beispielsweise mit einem übersichtlichen Wintersportbericht über alle Winter-Aktivitäten.
Weitere unterstützte Projekte der letzten Periode sind die Aufwertung des Natur- und Kulturdenkmals Wildkirchli oder die Digitalisierung der Wanderwege, was die Neukonzeptionierung
der Wanderrouten und die Erneuerung der Wegweiser zur Folge hatte. Die Erweiterung der
(Elektro-)Fahrradroute „Herzroute“, die auf aussichtsreichen Wegen vom Genfersee bis zum
Bodenee führt, wurde als interkantonales Projekt durch mehrere Kantone unterstützt.
BOX: Neue Regionalpolitik
Mit der Neuen Regionalpolitik unterstützen Bund und Kantone das Berggebiet, den weiteren
ländlichen Raum und die Grenzregionen bei der Bewältigung des Strukturwandels. Als Programm der Standortförderung unterstützt die NRP Initiativen, Programme und Projekte, die
das Unternehmertum fördern, die Innovationsfähigkeit der KMU sowie die regionale Wertschöpfung steigern und auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit dieser Räume nachhaltig
erhöhen. Damit leistet die NRP einen Beitrag zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen
in den Zielgebieten.
Zuständig für die Umsetzung der NRP in Appenzell I.Rh. ist das Amt für Wirtschaft. Geprüft
werden die Projekte durch eine Lenkungsgruppe. Diese ist je zur Hälfte mit Vertretern aus der
Privatwirtschaft und der Verwaltung besetzt. Bei Projekten mit einem bescheidenen Kostenrahmen kann die Gruppe selbst über die Unterstützung entscheiden. Bei grösseren Beiträgen
stellt sie Antrag an die Wirtschaftsförderungskommission.
Kontakt und weitere Informationen (Budget und Studien): Amt für Wirtschaft, 071 788 94 44,
[email protected], www.ai.ch/nrp