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DER
02 / 2015 | April / Mai 2015 | 4,90 Euro
Themenschwerpunkt: Mittelstand und Bildung
Jahresempfang
der Superlative
Für die Chancenrepublik
Deutschland
Patrick Meinhardt
Duales Erfolgsmodell
stärken
Patricia Lips
Forum Führung.
Impulse – Dialoge – Orientierung.
| JENS CORSSEN
| CHRISTIAN GANSCH
| RENÉ BORBONUS
| KLAUS KOBJOLL
| DR. PERO MICIC
| GÖTZ WERNER
| DR. CAY VON FOURNIER
| PROF. DR. ARNOLD WEISSMAN
| DR. REINHARD K. SPRENGER
‘ ‘
| DIETER LANGE
Unsere Referenten 2015
Die Reihe –
Forum Führung
„Forum Führung“ will Impulse
geben, für zündende Dialoge
sorgen und eine Neuorientierung ermöglichen. In einem
insgesamt 3-stündigen Vortrag eines hochkarätigen Referenten erhalten Sie wertvolle Information zur Führung
Ihres Unternehmens und nutzen Sie das hervorragende
Netzwerk des BVMW beim
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Veranstaltungstermine und -orte
BOCHUM
Dieter Lange
Die Führungspersönlichkeit
DO 09.07.2015
HEIDELBERG
Dr. Pero Mi´ci´c
Zukunfts-Radar 2025
MO 11.05.2015
STUTTGART
Dr. Reinhard K. Sprenger
Meisterhaft führen
DO 24.09.2015
KÖLN
Klaus Kobjoll
Wa(h)re Herzlichkeit
MO 18.05.2015
HAMBURG
Prof. Dr. Arnold Weissman
Strategische Unternehmensführung
DI 06.10.2015
BREMEN
René Borbonus
Respekt!
DO 18.06.2015
MÖNCHENGLADBACH
Dr. Reinhard K. Sprenger
Meisterhaft führen
MO 26.10.2015
BIELEFELD
Christian Gansch
Dreiklang der Führungskompetenz
MO 22.06.2015
MÜNSTER
Dr. Cay von Fournier
Wertschöpfung durch Wertschätzung
DI 03.11.2015
HANNOVER
Dr. Reinhard K. Sprenger
Meisterhaft führen
MI 01.07.2015
BERLIN
Götz Werner
Erfolg hat Folgen
DO 19.11.2015
OSNABRÜCK
Jens Corssen
Der Selbst-Entwickler
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159,00 EUR, zzgl. Mw
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BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft · Unternehmerverband Deutschlands e.V.
Leipziger Platz 15 · 10117 Berlin · Tel.: 030 533206-0 · Fax: 030 533206-50 · E-Mail: [email protected]
Der Mittelstand. | 2 | 2015
D
Bei den Kleinstunternehmen sieht es nicht besser
aus. Ihre Zahl ging im Vorjahr um 11,5 Prozent auf
etwa 211.000 zurück. Das ist der schlechteste
Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Auch im europäischen Vergleich erweisen die Bundesbürger
sich als Gründungsmuffel. Nur jede dritte Deutsche zwischen 14 und 34 Jahren wäre bereit, sich
selbstständig zu machen. Im EU-Schnitt ist es fast
die Hälfte der jungen Menschen. Zugleich werden
in den nächsten drei Jahren rund 130.000 Unternehmensnachfolger gesucht.
Deutschland drohen die Unternehmer auszu­
gehen. Dafür gibt es mentale und objektive Gründe.
Die Mehrzahl der Deutschen sucht traditionell
Sicherheit. Nur eine Minderheit war und ist bereit,
die Risiken der Selbstständigkeit auf sich zu nehmen. Zumal Unternehmer hierzulande kein allzu
hohes Ansehen genießen. So ist im Fernsehkrimi der
Unternehmer auf die Rolle des Fieslings abonniert,
der oft genug sprichwörtlich über Leichen geht.
Die Politik tut ein Übriges, um Unternehmern das
Leben schwer zu machen. Das beginnt bei den
Gründern. Anstatt den roten Teppich auszurollen,
werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Es fehlt
bis heute an attraktiven steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapitalgeber. Im Ergebnis
ist der Anteil von Venture Capital am BIP in den
USA neunmal so hoch wie bei uns.
Den unternehmerischen Alltag prägt der Kampf
gegen die Bürokratie. Der Bundeswirtschafts­
minister schätzt die Bürokratiekosten auf 40
Milliarden Euro jährlich. Allein im Energierecht
3
Mario Ohoven
Mehr Unternehmer
braucht das Land!
ie Entwicklung ist besorgniserregend:
Immer weniger Deutsche gründen ein eigenes Unternehmen. Mit 124.000 neuen
Betrieben wurde im vergangenen Jahr im Zehnjahresvergleich ein trauriger Negativrekord erreicht.
Hierbei fanden statistisch diejenigen Neugründungen Berücksichtigung, bei denen Rechtsform und
Beschäftigtenzahl eine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung erwarten lassen.
EDITORIAL
Präsident Bundesverband
mittelständische Wirtschaft
(BVMW) und Europäischer
Mittelstandsdachverband
European Entrepreneurs
(CEA-PME), Herausgeber
„Der Mittelstand.“
bestehen 500 Meldepflichten. Um ihre steuerlichen Verpflichtungen zu erfüllen, brauchen
deutsche Mittelständler im Schnitt 218 Stunden.
In der Schweiz sind es nur 63 Stunden.
Immer neue Verordnungen und Vorschriften
kommen hinzu. Mit dem Mindestlohn macht der
Gesetzgeber Unternehmer zu Stechuhren: Sie
müssen Arbeitsbeginn, Pausen und Arbeitsende
ihrer Mitarbeiter notieren – und die Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre aufbewahren.
Ähnliches gilt künftig für alle(!) betrieblichen
Datenverarbeitungsprozesse. Hier wirkt die
„Datenschutz-Grundverordnung“ aus Brüssel als
Bürokratietreiber.
Dazu kommt die wachsende Abgabenlast. Laut
Weltbank liegt die durchschnittliche Belastung
mittelständischer Unternehmen weltweit bei
40,9 Prozent. Deutsche Unternehmer müssen
aber 48,8 Prozent schultern. Kein Wunder,
dass Deutschland als Standort für Familienbe­
triebe in Europa nur mittelmäßig attraktiv ist.
Der Mittelstand. Ausgabe 2/2015
So schreckt man erfolgreich potenzielle Gründer
ab. Es wäre viel gewonnen, würde wenigstens der
Zuwachs an Bürokratie gestoppt. Sigmar Gabriels
„One in, one out“-Klausel kann da nur ein erster
Schritt sein. Am Ende des Weges sollte ein automatisches Verfallsdatum für alle neuen Gesetze stehen.
Jahresempfang
der Superlative
Themenschwerpunkt:
Mittelstand und Bildung
„Neue Männer braucht das Land“ sang Ina Deter
vor gut 30 Jahren. Heute braucht Deutschland eine neue Politik. Unsere Betriebe müssen
endlich entlastet werden: Weniger Steuern und
Abgaben, weniger Bürokratie. Dann kommen
neue Unternehmer ganz von allein.
Ihr
Mario Ohoven
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dieser Ausgabe
4
INHALT
Der Mittelstand. | 2 | 2015
POLITIK
06Deutschland-News
08 Jahresempfang der Superlative:
3.300 Gäste aus Wirtschaft
und Politik
10Akademisierungswahn
14Sackgasse
Arbeitsstättenverordnung
16 Duales Erfolgsmodell stärken
18 Für die Chancenrepublik
Deutschland
20 Bündnis für Bildung
21Mittelstandspräsident
im Dialog
31 Bildung in Zahlen
22Europa-News
IBWF
24 TTIP-Anhörung –
Gefahren für den Mittelstand
32 IBWF-Akademie – Bildungspartner
für den Mittelstand
25 Ja zu TTIP – aber
nicht um jeden Preis
34 Teambildung – Trenderscheinung
oder Notwendigkeit?
26 Risiko: Die EU-DatenschutzGrundverordnung
35 Mediation macht munter
28 Türöffner am Golf
KOLUMNE
30 Die Geister, die ich rief:
Der tägliche Kampf
gegen die Mailflut
10
Akademisierungswahn
ANGEZÄHLT
UNTERNEHMERSERVICE
36News
38 Gründen oder Forschen?
40 Digitalität in der
Aus- und Weiterbildung
41 Der Weg zur
modernen Führungskraft
42 e-Learning: betriebliche
Weiterbildung der Zukunft?
46 Neben dem Beruf zum Master
48 Vorbild: Vorgesetzte
Der Mittelstand. | 2 | 2015
50 Hochschulen –
privat versus staatlich
52 Inklusion ist
unternehmerische Investition
40
54 Haftungsfalle im
Mindestlohngesetz
Digitalität in der
Aus- und Weiterbildung
55 Kleine Helfer
56 Es könnte doch
alles so einfach sein …
58 Soziale Verantwortung in der Praxis
60 Mehr Markenschutz in China
BVMW
70News
61Finanzkolumne
72 Symbiose aus Traum
und Wirklichkeit
62Buchtipps
74 Erfolgreich durch die Ausbildung
64BVMW-Veranstaltungskalender
76 Starker Partner für den Mittelstand
KULTUR
66 Willkommen in Washington D. C.
67 Richard III. – Der Heilige
ist ein wahrer Teufel
77 Minister a. D.
neuer Bundesgeschäftsführer
Politik beim BVMW
78 Vom Pfarracker zum Vorzeigebetrieb
80 Dual durchstarten!
68 Ich tue nur das, was mir Spaß macht
82 Der BVMW trauert
um Dr. Hans Kremendahl
Ich tue nur das, was mir Spaß macht
68
82Impressum
74
Erfolgreich durch die Ausbildung
INHALT
5
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Deutschland-News
Energieaudits
sind nun Pflicht
Der Bundestag hat die Einführung verpflichtender Energieaudits für Unternehmen beschlossen. Künftig müssen
Unternehmen, die laut Definition der
EU keine kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind, alle vier Jahre die
Energiequellen und den Energieverbrauch überprüfen lassen.
Heftige Kritik an Schäubles
Plänen für die Erbschaftsteuer
Die Erbschaftsteuer muss reformiert werden, so hat das Bundesverfassungsgericht
im Dezember 2014 geurteilt. Die Richter haben kritisiert, dass die bisherigen Gesetze besonders die Erben großer Betriebe bevorzugen. Finanzminister Wolfgang
Schäuble (CDU) will die Reform nun rasch umsetzen. Es geht vor allem um die Frage, ab welcher Summe ein Unternehmen nachweisen muss, dass es die Steuer nicht
stemmen kann und deshalb vom Fiskus verschont bleibt. Nach Schäubles Willen soll
das Finanzamt ab einem Firmenvermögen von zwanzig Millionen Euro pro Erbe passieren. Heftige Kritik gab es für diesen Vorschlag von den südlichen Bundesländern,
die eine großzügigere Regelung erreichen wollen, und aus der Wirtschaft. Auch der
BVMW sieht den Fortbestand von Betrieben mit bis zu zwanzig Mitarbeitern in
Gefahr und fordert die Abschaffung der Erbschaftsteuer. Entgültig entschieden ist
über Schäubles Plan noch nicht.
Aussicht auf Lösung im Trassenstreit
Reiner Haseloff hat Ideen für
die technische Lösung.
Im Streit mit Bayern um den Bau von Stromtrassen
geht Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner
Haseloff davon aus, dass es noch vor der Sommerpause eine Lösung geben wird. Im Freistaat sei
die Informationspolitik der Netzbetreiber nicht
optimal gewesen, kritisierte der CDU-Politiker.
Er schlug vor, existierende Stromtrassen, die es
schon im Bereich des Wechselstroms gibt, zu nutzen und mit Gleichstromleitungen aufzurüsten.
Diese Infrastruktur reiche aus, um das Problem
technisch zu lösen. Die Energiewende sieht vor,
alle Atomkraftwerke, die hauptsächlich im Süden
Deutschlands stehen, vom Netz zu nehmen. Das
soll in erster Linie durch Erneuerbare Energien wie
Windkraft aus Norddeutschland und Sachsen-Anhalt kompensiert werden.
Problematisch ist, dass durch die Anwendung der KMU-Definition der EU
künftig eben doch einige KMU die teuren Audits durchführen müssen – nämlich dann, wenn sie einer Unternehmensgruppe angehören. Auf dieses Problem
hatte der BVMW mit einer Stellungnahme an den Wirtschaftsausschuss, mit
Briefen an die Fraktionsvorsitzenden
und Abgeordneten sowie in Gesprächen
mit den Ministerien hingewiesen. Der
Forderung des BVMW nach konsequenter Ausnahme für alle KMU wurde nicht
entsprochen. Die betroffenen Unternehmen haben bis 5. Dezember 2015
Zeit, die Audits durchzuführen.
Foto oben links: © Jens Büttner - picture-alliance.com, Foto oben rechts: © Sergey Nivens - Fotolia.com, Foto unten rechts: © G.G. Lattek - Fotolia.com
6
Foto oben links: © Sergey Nivens - Fotolia.com, Foto oben rechts: © Matthias Buehner - Fotolia.com, Foto Mitte: © Fotolia365 - Fotolia.com, Foto unten rechts: © alessia.malatini - Fotolia.com
Der Mittelstand. | 2 | 2015
POLITIK
BVMW bezieht Stellung zum „Grünbuch“
des Wirtschaftsministeriums
Zur künftigen Ordnung des Strommarktes hat das Bundeswirtschaftsministerium ein Grünbuch erarbeitet, das als Diskussionsgrundlage dienen soll. Der BVMW hat dazu seine Stellungnahme eingebracht. Darin sind die Forderungen nach einem
flexibleren Strommarkt und der besseren Integration der Erneuerbaren Energien formuliert. Subventionen für das reine
Vorhalten von alten, fossilen Kraftwerken (Kapazitätsmarkt)
lehnt der BVMW entschieden ab.
Zwischen Tradition und Start-up
Was Mittelstand für die Unternehmen selbst bedeutet,
hat das Institut für Mittelstandsforschung Bonn untersucht. Zwei Studien belegen, dass die mittelständische
Wirtschaft sehr breit aufgestellt ist: Vom Solo-Selbstständigen, über Start-ups bis zu Familienunternehmen.
Je größer und je älter die Unternehmen sind, desto eher
sehen sie sich selbst als Mittelstand (91 Prozent der
Großunternehmen). Je kleiner und jünger die Unternehmen, desto seltener definieren sie sich selbst als Mittelstand. Bei den Kleinstunternehmen waren es 40 Prozent.
Die Frauenquote ist Gesetz
Mit den Stimmen von CDU, CSU und SPD hat der Bundestag das Gesetz zur
Frauenquote beschlossen. Von 2016 an gilt in börsennotierten Unternehmen, in denen Arbeitnehmer voll mitbestimmungsberechtigt sind, bei
der Aufsichtsratswahl eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent. Das betrifft etwa hundert Großunternehmen. Weitere 3500
mittelgroße Firmen müssen sich ab diesem Jahr verbindliche
Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen setzen. Gegen den Regierungsentwurf bestehen verfassungsrechtliche Bedenken.
Auch vom BVMW kommt Kritik. Deutschlands führender Mittelstandsverband hält die Quote für ein „politisches Feigenblatt“.
Sie sei nicht geeignet, das jahrelange Mauern der Politik beim
Ausbau frühkindlicher Betreuungsangebote zu kompensieren.
Neue Bundesländer
wollen Förderung auch
nach Ende des Solidarpaktes
Mit einem resoluten Sparkurs haben
es die ostdeutschen Bundesländer geschafft, ihre Haushalte zu stabilisieren –
und keine neuen Kredite aufzunehmen.
Doch die Regierungschefs der neuen
Länder warnen vor einer Schieflage in
der Diskussion über den Länderfinanz­
ausgleich. Denn der Osten bräuchte auch zukünftig noch viel Hilfe. Die
Staatskanzleien in Brandenburg und
Sachsen haben dazu ein Positionspapier
erarbeitet, das von allen neuen Ländern
unterstützt wird. Darin wird auf die immer noch bestehende Strukturschwäche hingewiesen, die sich am meisten in
der Finanzschwäche offenbare. Deshalb
seien die Ostländer auch nach Auslaufen des Soli-Paktes 2019 auf ein leistungsfähiges Finanzausgleichssystem
angewiesen.
30
Prozent
Dabei sind führende Frauen im Mittelstand häufiger zu finden als in
den DAX-Unternehmen. Die KfW-Bankengruppe analysierte für das
Jahr 2012, dass 20 Prozent der mittelständischen Unternehmen mindestens eine Frau in einer leitenden Position vorweisen konnten. Nur bei sechs Prozent der Großbetriebe war das der Fall.
7
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Jahresempfang der
Superlative: 3.300 Gäste
aus Wirtschaft und Politik
„„
Die Bundesregierung muss endlich umsteuern
statt umverteilen. Es ist höchste Zeit f ür eine
schwarz-rote Agenda 2020 zur Sicherung
unserer Wettbewerbsf ähigkeit.
Mario Ohoven
Glanzvoller Auftakt im Jubiläumsjahr 2015: Auf
seinem traditionellen Jahresempfang in Berlin
konnte der BVMW über 3.300 Unternehmer und
hochrangige Repräsentanten aus Wirtschaft und
Politik begrüßen, darunter 100 Abgeordnete des
Bundestags und 70 Botschafter. Unter dem starken Beifall der Gäste forderte Mittelstandspräsident Mario Ohoven die Bundesregierung auf, den
Standort Deutschland zukunftssicher zu machen.
Dazu schlug er konkret in der Steuerpolitik eine
Freistellung aller re-investierten Gewinne, Wiedereinführung der degressiven Abschreibung,
Abschaffung der Erbschaftsteuer, Einführung
einer steuerlichen Forschungsförderung sowie
steuerliche Anreize für mehr Wagniskapital in
Deutschland vor.
Vize-Kanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dankte dem BVMW und insbesondere Mario Ohoven für die „faire Zusammenarbeit“.
Gabriel warb für die Rentenpolitik der Großen
Koalition und sprach sich für eine Stärkung der
dualen Bildung aus: „Lieber Lehre mit 17 als Rente
mit 67“. Bei der Reform der Erbschaftsteuer versprach er, den Mittelstand nicht in die Arme der
Banken zu treiben.
EU-Digitalkommissar Günther Oettinger würdigte die erfolgreiche Arbeit des BVMW im 40.
Jahr seines Bestehens. Er plädierte im Hinblick
auf Russland für eine gemeinsame europäische
Nachbarschaftspolitik. Auch beim Datenschutz
müsse Europa viel enger kooperieren. Es gelte,
die digitale Souveränität gegenüber den USA zurückzugewinnen.
Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Cem Özdemir bezeichnete die Digitalisierung
als „riesige Chance“ für den Mittelstand. Dazu
gehöre allerdings auch ein verbesserter Datenschutz. In der Energiepolitik forderte Özdemir
Bundesregierung und Wirtschaft zu verstärkten
Anstrengungen bei der Energieeinsparung und
-effizienz auf. Die Qualität von Produkten „Made
in Germany“ müsse um die Nachhaltigkeit ergänzt
werden. 
Foto: Königs-Fotografie, Berlin
8
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Sigmar Gabriel, MdB, Vize-Kanzler,
Bundesminister für Wirtschaft und Energie,
SPD-Bundesvorsitzender.
Politprominenz in der ersten Reihe.
Cem Özdemir, MdB, Bundesvorsitzender
Bündnis 90/Die Grünen.
POLITIK
Günther Oettinger, EU-Kommissar
für Digitale Wirtschaft.
Mario Ohoven, Präsident BVMW und
European Entrepreneurs (CEA-PME).
Die BVMW-Vizepräsidenten Willi Grothe (li.) und Dr. Hans-Michael Pott
(re.) mit Cem Özdemir und Mario Ohoven.
Foto: Christian Kruppa
Willkommen beim BVMW-Jahresempfang.
Pianist Vladimir Burkhardt entbot zum 40-jährigen
Jubiläum des BVMW einen musikalischen Geburtstagsgruß.
V. li: Dr. Helmut Baur (BVMW-Vorstand), Günther Oettinger (EU-Kommissar
für Digitale Wirtschaft), Dr. h.c. Ute-Henriette Ohoven (Unesco Sonderbotschafterin), Mario Ohoven (BVMW-Präsident).
Networking: Die Gäste führten Gespräche bis in die Nacht.
9
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Akademisierungswahn
Das Studium an Hochschulen und Universitäten ist ein Erfolgsmodell. Die Studentenzahlen sind
in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Was bedeutet dieser Trend aber für das gesamte
Bildungssystem, für die duale Ausbildung und nicht zuletzt für die jungen Menschen?
Ein Plädoyer für eine Umkehr der Bildungspolitik.
Jahrzehntelang wurde Deutschland von Seiten
der OECD und anderer Wirtschaftsnaher Institutionen, aber auch von Bildungstheoretikern seine
niedrige Akademikerquote vorgehalten. Dies blieb
lange ohne Wirkung. In Deutschland hatte in den
späten 60er und frühen 70er Jahren eine starke
Bildungsexpansion stattgefunden, aber seitdem
stagnierten die Zahlen. Erst jetzt, seit etwas
mehr als einer Dekade, zeitigt die Propaganda Wirkung: Das Abitur als
Regelabschluss, das Studium
als Normalfall. Zugleich
aber wird den
Menschen,
auch den
bildungspolitisch Verantwortlichen, erst jetzt klar,
welche Folgen diese Entwicklung hat, nämlich den
absehbaren Ruin der stärksten Seite des deutschen Bildungssystems, der beruflichen Bildung,
zumal im dualen System.
Dramatische Zahlen
Das Bundesinstitut für berufliche Bildung prognostiziert für die nächsten Jahre bis 2030 einen
wachsenden Mangel an Lehrlingen und zugleich
einen wachsenden Überhang an Akademikern. Die
Zahlen sind durchaus dramatisch: In einem Zeitraum von zwanzig Jahren (2010-2030) werden
insgesamt über vier Millionen Arbeitsplätze im
Bereich nicht-akademischer Fachkräfte nicht wieder besetzt werden können, während der Bedarf
nach Akademikern trotz der demographischen
Schrumpfung vom Angebot weit (um mehr als
eine Million) übertroffen wird. Überall wird
nach nicht-akademischen Fachkräften
und zunehmend auch nach Lehrlingen gesucht, immer mehr
Stellen bleiben unbesetzt.
Foto: © katatonia82 / Shutterstock.com
10
Schwerelos
„„
Die Wertmaßstäbe
Der Grund für die neue internationale Aufmerksamkeit auf die
Besonderheit des deutschen Bildungssystems, das es so nur noch
in Österreich, der Schweiz und
Dänemark gibt, ist einfach zu erklären: Es ist die auffällig niedrige
Jugendarbeitslosigkeit in diesen
drei Ländern. Was ich der OECD,
dem CHE (Centrum für Hochschulentwicklung), McKinsey und
den begleitenden Stimmen aus
der Bildungstheorie vorwerfe,
ist, dass sie trotz aller fleißiger Sammlung
von Daten und der regelmäßigen Präsentation interessanter Statistiken ihre Bewertungsgrundlagen nie geklärt haben.
Nach welchen Maßstäben bewerten wir
den Erfolg oder den Misserfolg eines
Bildungssystems? Ich denke, es sind im
Wesentlichen drei Wertmaßstäbe. Erstens: Trägt das Bildungssystem dazu bei,
dass junge Menschen gut in einen Beruf
finden? Zweitens: Ermöglicht es eine inklusive Gesellschaft, eine Gesellschaft,
die nicht ausgrenzt, sondern einbezieht,
die sozial mobil und demokratieverträglich ist? Und drittens: Wird zu Persönlichkeiten gebildet, die in der Lage sind, auch
in schwierigen Situationen ihr Leben zu
meistern, Autorin oder Autor ihres Lebens zu sein?
Finden junge
Menschen einen Beruf?
Nach dem ersten Kriterium haben die
drei genannten Länder mit niedriger
Akademikerquote (Deutschland hat
über alle beruflich aktiven Jahrgänge
hinweg eine durchschnittliche Akademikerquote von gegenwärtig
17 Prozent, Österreich liegt
noch darunter) eine ungewöhnlich niedrige Jugend­
Unsere Art des Lernens
Wir sollten in
Deutschland
aufhören, unser
eigenes Bildungs­
system mit seinen
Stärken und
Schwächen bankrottreif zu reden.
arbeitslosigkeit. Das viel gelobte
Bildungsland Großbritannien mit zwei
in der Tat bewundernswerten Spitzenuniversitäten, einer doppelt so hohen
Akademikerquote wie Deutschland,
einer Studienanfängerquote von gegenwärtig 64 Prozent hat bei vergleichbaren ökonomischen Bedingungen eine
mehr als doppelt so hohe Jugendarbeitslosigkeit wie Deutschland. Der
OECD-Durchschnitt liegt bei 20 Prozent, in Deutschland, Österreich und
der Schweiz bei weniger als der Hälfte.
Weiter wird unverdrossen die Botschaft
verbreitet, das Abitur sollte zur Regel
werden und das Studium das von allen
angestrebte Ziel sein. Dann blieben nur
diejenigen für eine Ausbildung im dualen
System, die auf diesem Wege irgendwo
gescheitert sind. Wir brauchen in beiden
Bereichen, dem der akademischen und
dem der beruflichen Bildung, das gesamte Begabungsspektrum. Ein Bildungssystem, das allen den gleichen Weg in den
Beruf, nämlich über Abitur und Studium,
als Ziel vorgaukelt, das am Ende aber nur
ein Teil erreichen kann, produziert zu
viele Bildungsverlierer und Gescheiterte. Wir sollten in Deutschland aufhören,
unser eigenes Bildungssystem mit seinen
Stärken und Schwächen bankrottreif zu
reden. Wer vernünftig ist, weiß um die
Schwächen des deutschen Bildungssystems, aber auch um seine Stärken: Das
duale System der beruflichen Bildung
gehört zu seinen Stärken.
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12
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Wird eine
inklusive Gesellschaft
ermöglicht?
Gekürzte Fassung,
erschienen in Forschung
& Lehre, Ausgabe 1-15
„„
der, die diesen Weg gehen,
bezahlen dies mit hoher
Jugendarbeitslosigkeit, wachsender
unterwertiger Beschäftigung, Verdrängung
nicht-akademischer Fachkräfte aus ihren angestammten Berufen und Verlust praktischer Kompetenzen.
Die Stärken fortentwickeln
Wir sollten die Stärken des deutschen Bildungssystems nicht abwracken, sondern fortentwickeln. Die berufliche Bildung bedarf eines
höheren Anteils an Allgemeinbildung und Wissenschaftsorientierung, sie bereitet auf anspruchsvolle Berufe vor, in denen Kreativität und Weltoffenheit unverzichtbar sind. Die Bundesregierung
hat sich – zum ersten Mal in einem Koalitionsvertrag – die Förderung der beruflichen Bildung auf
die Fahnen geschrieben. Es zeichnet sich ein Stimmungsumschwung ab. Man kann nur hoffen, dass
die Bildungspolitik und ihre Berater eine Trendumkehr einleiten, deren Motto sein sollte: Gleicher Respekt vor unterschiedlichen Begabungen
und Interessen, kein Akademikerdünkel, Ende des
Akademisierungswahns. 
Die uferlose Ausweitung der
Akademikerquote ist als Instrument
sozialer Inklusion unter den heutigen
Bedingungen ungeeignet.
Foto: © goodluz - Fotolia.com
Professor Dr.
Julian Nida-Rümelin
Staatsminister a. D., ist
Inhaber des Lehrstuhls
für Philosophie IV an der
Ludwig-MaximiliansUniversität München.
Aber wie steht es um das zweite von mir genannte
Bewertungskriterium, das der Inklusion und der
sozialen Mobilität? Ist nicht die in der Vergangenheit so starke Stellung der beruflichen, nicht-akademischen Bildung verantwortlich für ein hohes
Maß an Bildungsselektivität? Deutschland gehört
trotz der immer noch starken Stellung beruflicher,
nicht-akademischer Bildung und einer hochqualifizierten Facharbeiterschaft zu den Ländern mit
der am stärksten ausgeprägten sozialen Mobilität
der Welt. Soziale Mobilität hängt ganz offenkundig von der Verteilung der Einkommen ab. Ist diese
ungleich, ist die soziale Mobilität niedrig. Deutschland gehört zu den Ländern mit vergleichsweise
geringen Einkommensungleichheiten nach staatlicher Umverteilung durch Steuern und Abgaben.
Dies ist vermutlich eine der Ursachen dafür, dass
die soziale Mobilität in Deutschland höher ist als
in fast allen anderen westlichen Industrieländern,
ausgenommen den skandinavischen und Kanada.
Und die zweite Ursache ist, dass die Mittelschicht
in Deutschland sich nicht nur aus Akademikern zusammensetzt, wie etwa in den USA, sondern eben
auch aus erfolgreichen nicht-akademischen Fachkräften. Die uferlose Ausweitung der Akademikerquote ist als Instrument sozialer Inklusion unter
den heutigen Bedingungen ungeeignet. Die Län-
büro und mobil
werden eins
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
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POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Sackgasse
Arbeitsstättenverordnung
Die Novelle der Arbeitsstättenverordnung ist zum Sinnbild der fehlgeleiteten arbeitsmarktpolitischen
Agenda der Großen Koalition geworden. Man startet mit vermeintlich hehren Zielen, biegt unterwegs
irgendwo falsch ab und landet schließlich in einer Sackgasse.
Im Auge hatte man bei der Neuauflage der Arbeitsstättenverordnung ursprünglich Verbesserungen bei Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen. Irgendwann hat man sich im Klein-klein
der Paragraphen verloren und schließlich einen
Entwurf vorgelegt, mit dem Ministerin Nahles
ihr humoristisches Talent unter Beweis gestellt
hat. Anders ist nicht zu erklären, warum Toiletten
oder Erste-Hilfe-Räume eine „Sichtverbindung
nach außen“, sprich: Fenster, haben müssen. Gleiches sollte übrigens auch für Labore oder Untersuchungszimmer in Krankenhäusern gelten.
Matthias Schweiger
BVMW
Kurz vor dem Jahreswechsel 2014/15 passierte
die Verordnung den Bundesrat. Dort kassierte
man zwar die Fensterpflicht für Räume mit „geringer Aufenthaltsdauer“, wie Toiletten, wieder ein;
hinzugekommen ist allerdings auf Initiative Sachsens die Pflicht, abschließbare Spinde bereitzu-
stellen. Im Freistaat regiert pikanter Weise ebenfalls eine schwarz-rote Koalition mit einem roten
Arbeitsministerium. Warum ein abschließbarer
Spind die Gesundheit von Beschäftigten oder deren Arbeitsbedingungen verbessern soll, ist nicht
ersichtlich. Sehr wohl ersichtlich ist dagegen der
bürokratische und auch finanzielle Aufwand, der
sich für die Wirtschaft daraus ergeben würde.
Von den Medien auf- und maßgenommen, geriet der Entwurf der neuen Arbeitsstätten­
verordnung Anfang des Jahres zum Bumerang
für die Ministerin. Spätestens nach der klaren
Zustimmung des Bundesrates schien die Messe
schon gelesen. Letztlich sah sich wohl die Bundeskanzlerin gezwungen, über ihren Kanzleramtsminister etwas Dampf aus dem Kessel zu
nehmen. Altmaier stoppte die Verordnung Ende
Februar kurzerhand, was angesichts des Verfah-
Foto: © Christian Müller - Fotolia.com
14
Der Mittelstand. | 2 | 2015
POLITIK
Foto: © seeyou | c. steps - Fotolia.com
rensstands ungewöhnlich war. Schließlich hatte
sich Ministerin Nahles ihren Entwurf schon Ende
2014 vom Kabinett absegnen lassen.
In den nächsten Wochen ist die Wiederauferstehung der Verordnung zu erwarten. Wenn
sich die medialen Wogen erst einmal geglättet
haben, wird man die Verordnung schleunigst
verabschieden. Schließlich soll die „One in, one
out“-Regelung umgangen werden, die zum 1.
Juli in Kraft treten soll. Diese sieht vor, für jede
neue bürokratische Belastung eine bestehende
zu streichen. Dagegen ist es eher unwahrscheinlich, dass man den Kern der Kritik, nämlich die
stetig ansteigende Bürokratie der unternehmerischen Tätigkeit, im Arbeitsministerium wirklich
anpackt.
Die Diskussion zur Arbeitsstättenverordnung
fügt sich nahtlos in die bisherige rotgefärbte
Politik der Großen Koalition ein. Statt die unternehmerische Basis unseres Landes zu stärken
und Zeiten von Rekordsteuereinnahmen für Zukunftsinvestitionen und Entlastungen zu nutzen,
hat man mit dem Mindestlohn bereits ein Bürokratiemonster sondergleichen geschaffen.

„„
Der Entwurf der neuen
Arbeitsstättenverordnung
geriet Anfang des Jahres
zum Bumerang f ür die
Ministerin.
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POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Duales Erfolgsmodell stärken
Das System der dualen betrieblichen Ausbildung ist ein Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft und
hat diese auch gut durch die Zeiten der Krise gebracht. Die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa
und die hohe Produktivität belegen dies überzeugend.
„„
Während sich andere Länder vermehrt am hiesigen
Modell orientieren, ist dieses „Flaggschiff“ inzwischen im eigenen Land in schwieriges Fahrwasser
geraten: Den Betrieben fehlen zunehmend Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildung. Inzwischen beginnt mehr als die Hälfte eines Altersjahrgangs ein Studium, aber auch die abnehmende
Zahl der Schulabsolventen insgesamt führt zum
Rückgang der Ausbildungsverträge. Bundes- und
Landesregierungen, Wirtschaft und Gewerkschaften, Arbeitsagenturen und Schulen müssen sich
gemeinsam der Herausforderung stellen, die berufliche Ausbildung wieder attraktiver zu machen, um
den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu sichern.
Die Wertschätzung f ür die
berufliche Ausbildung kann
nicht der Gesetzgeber von
oben verordnen.
Vieles wurde dabei bereits auf den Weg gebracht:
Bund, Länder und die Sozialpartner haben Ende
2014 die Allianz für Aus- und Weiterbildung unterzeichnet, um die Bedeutung und die Attraktivität
der beruflichen Bildung deutlich aufzuwerten, die
Qualität der Ausbildung weiterzuentwickeln, die
Weiterbildung und Aufstiegsfortbildung zu stärken und auch die Ausbildungsbeteiligung junger
Migrantinnen und Migranten zu steigern.
Es ist darüber hinaus wichtig für die Deckung des
Fachkräftebedarfs, jeden Jugendlichen mitzunehmen und alle Potenziale verschiedener Zielgruppen für die Betriebe zu nutzen. Dies gilt auch für
junge Menschen, die ihr Studium aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr fortsetzen wollen, für
junge Erwachsene ohne Berufsausbildung oder
auch für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen.
Dazu sind vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung, den Arbeitsagenturen und anderen Trägern inzwischen zahlreiche Programme auf den Weg gebracht worden. Als kleiner
Ausschnitt seien nur die Programme für Studienabbrecher (Jobstarter plus) oder für junge Erwachsene ohne Berufsausbildung (Die 2. Chance)
genannt. Der Bund hat zudem im Bundeshaushalt
2015 die Mittel für die Berufsorientierung an den
Schulen und für überbetriebliche Bildungsstätten weiter aufgestockt und zuletzt Ende Februar
die sogenannte assistierte Ausbildung gesetzlich
Foto links: © goodluz - Fotolia.com, Foto rechts: © astrosystem - Fotolia.com
16
Der Mittelstand. | 2 | 2015
verankert, mit der lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte junge
Menschen oder solche, die aufgrund
besonderer Lebensumstände eine
betriebliche Ausbildung ohne Unterstützung nicht beginnen, fortsetzen
oder erfolgreich beenden können,
bei der Ausbildung unterstützt werden sollen.
Aber es gibt noch viel zu tun: In diesem Jahr wird das Berufsbildungsgesetz auf weiteren Anpassungsbedarf
evaluiert; die Fördermöglichkeiten
des Meister-BaföGs im Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz sollen
verbessert und die Anerkennung von
im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen weiter erleichtert werden.
Das Kardinalproblem aber bleibt, wie die betriebliche Ausbildung auch in kleinen Unternehmen,
zum Beispiel des Handwerks, für die jungen Menschen mit ihren hohen Erwartungen an den Beruf
attraktiver gemacht werden kann. Dies ist eine
komplexe Herausforderung nicht nur für die Politik, sondern vor allem auch für die Unternehmen
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POLITIK
17
selbst. Dabei sind für die jungen Menschen Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten relevant, ergänzende akademische Weiterqualifizierung, Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten,
aber auch persönliche Faktoren wie Flexibilität
und Mobilität oder die individuelle Vereinbarkeit
von Familie und Beruf, und nicht zuletzt die Verdienstmöglichkeiten.
Ein wesentlicher Punkt muss allen Beteiligten bewusst sein: Die Wertschätzung für die berufliche
Ausbildung kann nicht der Gesetzgeber von oben
verordnen. Das duale System muss in der Gesellschaft insgesamt wertgeschätzt werden, damit
junge Menschen offener für diesen Weg zum
beruflichen Erfolg werden. Die hervorragenden
Jobperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten
in diesem System gilt es, den Schülerinnen und
Schülern, deren Eltern und den Lehrkräften auch
an weiterführenden Schulen zu vermitteln; das
ist die zentrale Herausforderung und mindestens
ebenso so wichtig wie alle Förderprogramme der
diversen Träger. Dabei sollten Studium und berufliche Ausbildung nicht gegeneinander ausgespielt
werden. Ziel ist es, offen und fair die große Bandbreite der Möglichkeiten den jungen Menschen
vor Augen zu führen.

Patricia Lips, MdB, CDU
Vorsitzende des
Ausschusses für Bildung,
Forschung und Technik­
folgenabschätzung
www.patricia-lips.de
18
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Für die
Chancenrepublik
Deutschland
Selbstständigkeit für Schulen,
ein höherer Bildungsetat und
eine starke duale Ausbildung:
Mit einem 10-Punkte-Programm
will der BVMW zeigen, wie
Deutschland sein starkes
Potenzial in der Bildung
verbessern kann.
Mit einem 10-Punkte-Programm für die Chancenrepublik Deutschland können wir auch im internationalen Wettbewerb wirklich punkten:
„„
ƒƒ Wir wollen, dass die Kleinstaaterei in der Schule
ein Ende hat. Ein guter Wettbewerb um die beste
Bildung zwischen Kindertagesstätten, Schulen,
Dieser Akademisierungswahn ist
eine schallende Ohrfeige f ür alle,
die mit einem Haupt- und Realschulabschluss in eine beruf liche
Ausbildung gehen und sich dann
auch selbstständig machen.
Hochschulen und den Bundesländern hat Sinn.
Aber Ländergrenzen dürfen keine Bildungsgrenzen sein. Wir brauchen mehr Vergleichbarkeit,
mehr Transparenz und mehr Durchlässigkeit.
ƒƒ Schulen müssen endlich eigenverantwortlich
entscheiden und in Ruhe arbeiten können.
Nicht am Schreibtisch des Kultusministeriums
wird die beste Bildungspolitik gemacht, sondern vor Ort! Und das heißt für Schulen: selbst
über Profile, Schwerpunkte, Finanzen und die
Einstellung und Entlassung von Lehrern zu
entscheiden. Die Schulen müssen finanziell so
gut ausgestattet sein, dass sie auch alle Vertretungsstunden finanzieren können. Um eine
Schule gut zu leiten, braucht es neben einem
pädagogischen Direktor auch einen Geschäftsführer. Alle internationalen Vergleiche machen
deutlich, dass Lehrer vor Ort mit den Eltern
zusammen sich ganz persönlich auf den Schüler einstellen müssen. Und da sind Schulen in
freier Trägerschaft kein Angriff, sondern eine
notwendige Ergänzung, die fair ausgestattet
werden müssen.
ƒƒ Jeder Handwerksmeister kann die Hauptprobleme einfach beschreiben: Die jungen Menschen
müssten gut lesen, schreiben und rechnen können, sie müssen gelernt haben, sich für etwas
zu begeistern und dieses auch mit dem notwendigen Maß an Selbstdisziplin zu erreichen, und
sie müssen fit für ihr Leben und die Arbeitswelt
gemacht werden. Deswegen brauchen wir eine
Foto links: © Sergey Nivens - Fotolia.com
Als Bundesverband mittelständische Wirtschaft
machen wir uns große Sorgen um das Bildungsniveau in Deutschland. Drei Zahlen machen
deutlich, mit welchen Herausforderungen wir zu
kämpfen haben: Können wir es uns leisten, dass
Woche für Woche eine Million Schulstunden ausfallen? Können wir es uns leisten, dass 1,3 Millionen junge Menschen bis 29 Jahre ohne Schul- und
Berufsausbildung durchs Leben gehen? Können
wir es uns leisten, dass wir in Deutschland 7,5 Millionen Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren
haben, die nicht oder schlecht schreiben und lesen können?
Der Mittelstand. | 2 | 2015
frühkindliche Sprachförderung auf bestem Niveau bereits in der Kindertagesstätte und deutlich mehr Schulstunden in Deutsch und Mathematik, die eben nicht ausfallen dürfen.
ƒƒ Unser Bildungssystem ist chronisch unterfinanziert. Hier muss die Politik endlich einmal
zeigen, wie wichtig die zentrale Zukunftsaufgabe für uns alle ist. Deswegen fordern wir als
BVMW, dass ein Prozentpunkt aus dem bestehenden Mehrwertsteueraufkommen zusätzlich in die Bildung fließt: Das wären zehn Milliarden Euro im Jahr!
ƒƒ Leistung macht Freude! Wir können es nicht
verstehen, dass in vielen Bundesländern Leistungsgrenzen und -anreize aus der Schule herausgenommen werden. Selbstverständlich will
sich jeder junge Mensch im positivsten Sinne
mit anderen vergleichen. Und wir müssen auch
zulassen, dass unterschiedliche Begabungen
die Realität sind, und wir deswegen auch unterschiedliche Angebote brauchen. Dass in mehreren Bundesländern die Begabungsförderung
reduziert statt ausgebaut wird, ist das vollkommen falsche Zeichen.
ƒƒ Man hat das Gefühl, als ob in Deutschland das
Leben erst mit dem Abitur und dem Studium
beginnt. Dieser Akademisierungswahn ist eine
schallende Ohrfeige für alle, die mit einem
Haupt- und Realschulabschluss in eine berufliche Ausbildung gehen und sich dann auch selbstständig machen. Ohne die duale Ausbildung
würde Deutschland nicht dort stehen, wo es
steht. Deswegen muss endlich die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung ein
fester Grundsatz unserer Gesellschaft sein.
POLITIK
19
ƒƒ Jeder junge Mensch verdient in Deutschland
eine zweite oder auch dritte Chance. Wir brauchen eine Bildungspolitik, die sich am Grundsatz: Kein Abschluss ohne Anschluss orientiert!
Wir brauchen viel mehr Angebote für junge
Menschen, um in ein Unternehmen zu kommen
und zugleich noch einen Bildungsabschluss
nachholen zu können. Und unsere duale Ausbildung muss so aufgebaut sein, dass ein Einstieg über zweijährige Einstiegsphasen normal
wird. Bei den 50.000 Auszubildenden im 2-Jahres-Einstieg kommen sage und schreibe 60 Prozent mit einem Hauptschulabschluss.
ƒƒ Geschätzt 7,5 Millionen funktionale Analphabeten dürfen wir nicht hinnehmen. Hierzu
braucht es einen deutlichen Ausbau der Beratungsinfrastruktur, mehr Kursangebote und
eine unkomplizierte erste Kontaktaufnahme.
ƒƒ Die wichtigsten Bildungsbotschafter sind unsere
Lehrerinnen und Lehrer. Hier brauchen wir eine
vollkommen neue Anerkennungskultur. Jedoch
ist auch eine Reform der Lehrerausbildung angesagt: Wer in die Lehrerausbildung geht, muss
vom ersten Tag an vor der Klasse stehen und
selbst erfahren, ob er oder sie die Fähigkeit mitbringt, zu begeistern und zu führen.
ƒƒ Schule muss etwas mit dem Leben nach der
Schule zu tun haben. Und genau deswegen
brauchen wir Wirtschaftsthemen auch in der
Schule – am besten in einem eigenen Fach. Wir
müssen in der Bildung ein anderes Unternehmerbild vermitteln, wir müssen für die Selbstständigkeit motivieren und es Schülern ermöglichen, in so viele Berufsfelder wie es nur geht
hineinzuschnuppern.

Patrick Meinhardt
BVMW, Mitglied der
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POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Bündnis für Bildung
Wie kann dem Fachkräftemangel im deutschen Mittelstand begegnet werden? Wie können mehr
Jugendliche für die Ausbildungsberufe motiviert und die Duale Ausbildung attraktiver gestaltet werden?
„„
Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka (Mitte), Mario Ohoven und Vertreter der Mittelstandsallianz.
Die wenigsten wissen, dass ein
studierter Geisteswissenschaftler
nicht mehr verdient als ein
Industriemeister oder
Maschinenbautechniker.
Mario Ohoven
Marie Landsberg
BVMW
Der steigende Fachkräftemangel und eine verbesserte Duale Ausbildung sind zwei Themen,
die dem Mittelstand unter den Nägeln brennen. Der BVMW und seine Partner aus der
Mittelstandsallianz diskutierten mit Prof. Dr.
Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung
und Forschung, wie das Fachkräftepotenzial
gemeinsam gestärkt werden kann. Eine Reihe
von aktuellen Projekten und Initiativen, die vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung
initiiert wurden, bieten Anknüpfungspunkte für
eine enge Kooperation mit dem Mittelstand.
Mittelstandspräsident Mario Ohoven zeigte
auf, welche Faktoren dazu führen, dass den kleinen und mittleren Unternehmen die geeigneten
Fachkräfte fehlen:
„Die wenigsten wissen, dass ein studierter Geisteswissenschaftler nicht mehr verdient als ein
Industriemeister oder Maschinenbautechniker
– im Durchschnitt 4.000 Euro Brutto.“ Wäh-
rend Schulabgänger bei einem Angebot
von 330 Ausbildungsberufen und über
7000 Bachelorstudiengängen keine konkreten Vorstellungen von den beruflichen
Perspektiven hätten, blieben über 30.000
Stellen in mittelständischen Unternehmen
unbesetzt.
Dieser Herausforderung müssen sich Politik und Wirtschaft gemeinsam stellen.
Ministerin Wanka plädierte für eine individuelle
Berufsberatung und Potenzialanalyse von Schülern, die in Form des Projekts „Bildungsketten“
bundesweit seit Januar 2015 gefördert werden.
So soll die Berufs- und Schulorientierung verbessert werden. Hierzu kann der BVMW mit
seinem engmaschigen Unternehmernetzwerk
einen wertvollen Beitrag leisten.
Auch die Lehrinhalte der Ausbildungen müssen
sich stärker an der Praxis orientieren, argumentierten Vertreter der Mittelstandsallianz.
Dazu gehört auch eine verstärkte Digitalisierung der Ausbildungsstätten, damit die zukünftigen Fachkräfte für die digitale Arbeitswelt
gewappnet sind. Um diesen Diskurs mit dem
Mittelstand weiter zu führen, hat Ministerin
Wanka den BVMW und seine Partner der Mittelstandsallianz eingeladen, sich in der Plattform des IT-Gipfels „Digitale Bildung und Forschung“ einzubringen.

Foto: Christian Kruppa
20
Der Mittelstand. | 2 | 2015
POLITIK
Mittelstandspräsident
im Dialog
In Gesprächen mit hochkarätigen Persönlichkeiten aus Politik und Diplomatie öffnet
BVMW-Präsident Mario Ohoven Türen für den unternehmerischen Mittelstand.
Spitzentreffen mit Bodo Ramelow
Mario Ohoven mit dem Ministerpräsidenten
des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow.
Der neue Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow (Die Linke), und Mittelstands­
präsident Mario Ohoven haben sich zu einem ersten
Spitzengespräch in Berlin getroffen. Neben Bürokratieabbau für den Mittelstand sowie den hohen Stromund Wasserpreisen in Thüringen standen die Themen
Aus- und Weiterbildung im Mittelpunkt. Es bestand
Einigkeit darüber, dass das geplante Thüringer Bildungsfreistellungsgesetz Ausnahmen für Kleinst­
unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern vorsehen muss. Beide waren sich zudem einig, dass die
Duale Ausbildung gestärkt werden muss, um die Fachkräfteknappheit zu lindern.

Dialog mit Russland
Gerade wegen der zurzeit gespannten politischen
Großwetterlage zwischen Russland und Deutschland ist es wichtig, den Gesprächsfaden aufrechtzuerhalten. So lautete der Grundtenor der Unterredung zwischen dem Botschafter der Russischen
Föderation, S. E. Wladimir M. Grinin, und Mario
Ohoven in der Russischen Botschaft Unter den
Linden in Berlin. Neben den deutsch-russischen
Wirtschaftsbeziehungen und den negativen Auswirkungen der Handelssanktionen auf mittelständische Betriebe, insbesondere in den neuen
Bundesländern, stand die Schaffung einer europäischen Freihandelszone unter Einbeziehung
Russlands als Fernziel im Mittelpunkt der Gespräche. In Bezug auf den militärischen Konflikt in der
Ost-Ukraine stimmten Ohoven und Grinin darin
überein, dass alles unterlassen werden müsse,
Russlands Botschafter S.E. Wladimir M. Grinin, Rainer Ptok,
Dr. Hans-Jürgen Völz, Mario Ohoven (v. li.) in der Russischen Botschaft in Berlin.
was den Konflikt weiter anheizen könnte. Ohoven sprach sich dafür aus, die Sanktionen mit der
Erfüllung des Minsk-II-Abkommens schrittweise
zurückzunehmen.

Kooperation mit Rumänien
Aus Anlass der Verabschiedung des langjährigen
rumänischen Botschafters Laza˘r Coma˘nescu traf
Mario Ohoven mit dem scheidenden Botschafter zu einem Vier-Augen-Gespräch zusammen.
Dabei wurde insbesondere die weitere Zusammenarbeit des BVMW mit dem neuen rumänischen Staatspräsidenten Klaus Johannis besprochen. Coma˘nescu wird zukünftig als Berater des
Staatspräsidenten in Bukarest tätig sein.

Der scheidende rumänische Botschafter Laza˘r Coma˘nescu (4. v. li.) und
Honorarkonsul Dr. Nikolaus Petersen (3. v. li.) mit den BVMW-Repräsentanten.
21
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Europa-News
Wirtschaftskongress Russland in Frankfurt am Main
Mario Ohoven in seiner Eröffnungsrede. „Denn eines ist klar: Wir
werden die Krise nicht ohne den Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin lösen können, und erst recht nicht gegen
ihn.“ Ohoven warb dafür, auf diplomatischem Wege den Konflikt
zu lösen und freundschaftliche Beziehungen zur Russischen Föderation zu pflegen. Als nächstes ist ein Roundtable im kleinen
Kreis mit BVMW-Mitgliedern auf Einladung des russischen Botschafters Wladimir Grinin in der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin geplant.
Spitzentreffen für Europas Jugend
Zum zweiten Mal veranstaltete der Forum Verlag (BVMW-Mitglied) mit dem BVMW als Partner den Wirtschaftskongress Russland. Das rohstoffreiche Land mit seinem großen Marktpotenzial
und einer Bevölkerung von über 140 Millionen Menschen ist ein
wichtiger Handelspartner für Deutschland. Die Zahlen sprechen
für sich: Mehr als 300 000 Arbeitsplätze sind in Deutschland vom
russischen Markt abhängig. Mit Blick auf die Ukraine-Krise standen die Wirtschaftssanktionen und die Folgen im Mittelpunkt
des Treffens. Der deutsche Mittelstand bekommt die Auswirkungen der EU-Sanktionen zunehmend zu spüren. Insgesamt sind die
deutschen Exporte nach Russland um knapp 20 Prozent und die
Importe aus Russland um 6 Prozent zurückgegangen. Vor allem
die Auto- und Maschinenbauer sind davon betroffen. Es sei wichtig, den Dialog mit Russland auf allen Ebenen – politisch wie wirtschaftlich – aufrechtzuerhalten, betonte Mittelstandspräsident
Vor allem in den Ländern Süd-Europas ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch, und in anderen europäischen Ländern wie
Deutschland fehlen Fachkräfte. Besonders mittelständische
Unternehmen beklagen fehlendes Personal und den Mangel
an innovativen Unternehmern. Zu diesen Themen traten
sich der Verband European-Entrepreneurs CEA-PME, die
Friedrich-Ebert-Stiftung und der Rat der Gemeinden und
Region Europas in Brüssel zu einem Jugendgipfel. Die Initiatoren sprachen über ihre Hauptziele, wie professionelle
Ausbildung und Mobilität in Europa, und diskutierten mit
hochrangigen Politikern, darunter Europaparlamentspräsident Martin Schulz, und Experten. Mario Ohoven eröffnete
die Veranstaltung als Präsident des CEA-PME.
www.bvmw.de/der-bvmw/europaverband.html
Neue Finanzquellen
für EU-Unternehmen
In der Europäischen Union soll eine Kapitalmarktunion entstehen. So will Brüssel noch bestehende Hindernisse für Investitionen in vielen Mitgliedstaaten beseitigen und Europas
Unternehmen den Zugang zu neuen Finanzierungsquellen eröffnen. Mögliche Wege zu
einer Kapitalmarktunion hat die EU-Kommission jetzt in einem „Grünbuch“ aufgezeigt.
Zurzeit sammelt sie Vorschläge und Anregungen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Dann soll ein Aktionsplan folgen. „Die Kapitalmarktunion soll Finanzmittel freimachen, die zwar
ausreichend vorhanden, aber zurzeit gebunden sind und sie in den Dienst der europäischen Unternehmen stellen, besonders der kleinen und mittleren Firmen“, sagte Jonathan Hill, der für finanzielle Stabilität
und Finanzdienstleistungen zuständige EU-Kommissar. Sein Ziel ist es, den Markt für Risikokapital in der EU
ähnlich zu entwickeln wie in den USA. Das Vorhaben ist eines der größten Projekte der Juncker-Kommission. Sie will
bis zum Ende ihrer Amtszeit im Herbst 2019 den Grundstein für eine Kapitalmarktunion legen.
www.bvi.de/regulierung/positionen/kapitalmarktunion
www.ec.europa.eu/finance/capital-markets-union/index_de.htm
Foto oben: © denisismagilov - Fotolia.com, Foto unten: © jusep - Fotolia.com
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Der Mittelstand. | 2 | 2015
POLITIK
Foto oben links: © Gina Sanders - Fotolia.com, Foto oben rechts: © blende40 - Fotolia.com, Foto unten: © grafikplusfoto - Fotolia.com
Fördermilliarden auch
für Mittelständler
Aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) fließen
während der laufenden Förderperiode bis 2020
insgesamt 2,7 Milliarden Euro in verschiedene
Programme der Bundesregierung. Berlin gibt
weitere 2,14 Milliarden Euro zusätzlich in den
Fördertopf, so dass über 4,8 Milliarden auf Bundesebene zur Verfügung stehen. Ziele der Programme sind die Sicherung des Fachkräftebedarfs und die Bewältigung des demographischen
Wandels in kleinen und mittleren Unternehmen.
Elf Programme sind explizit für Unternehmen
und Existenzgründer ausgeschrieben. Dabei geht
es um digitale Medien in der beruflichen Bildung,
Gründer-Coaching oder die Besetzung von Arbeitsplätzen durch ausländische Fachkräfte.
Wie zweckmäßig es ist, dass fünf Bundesministerien mit den ESF-Milliarden eigene Förderprogramme auflegen, muss die Praxis zeigen. Beteiligt sind das Arbeitsministerium (federführend)
sowie die Ministerien für Bildung, Wirtschaft,
Familie und Umwelt. Die Rede ist von insgesamt
26 verschiedenen Programmen. Der größte Anteil (38 Prozent) der Fördermittel fließt dabei in
den Bereich soziale Integration und Hilfen für
Migranten.
www.esf.de |
www.foerderdatenbank.de
(>Startseite>Förderrecherche)
Altersvorsorge gefährdet
Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat zu Niedrigzinsen
geführt. Unter Berücksichtigung der Inflationsrate und des Zinsabschlags ergeben sich für Spareinlagen und Bundesanleihen negative Renditen, was letztlich einen Substanzverlust bedeutet. Finanzexperten und Wissenschaftler
haben diese Entwicklung und ihre Konsequenzen für die Ersparnisbildung kritisiert. Mit dem Rückgang der Zinsen sank die Sparquote privater Haushalte
von 12,7 Prozent im Jahr 1991 auf 9,1 Prozent im Jahr 2013. Sparen, auch freiwillige Zukunftsvorsorge, lohnt nicht mehr im gewohnten Umfang. Dies führt
insbesondere für die Berufsgruppe der Selbstständigen und Freiberufler, die
eine kapitalgedeckte Altersvorsorge vornehmen müssen, zu Problemen. Nach
Auffassung von Prof. Dr. Dirk Meyer von der Universität Hamburg verstößt
dieser Tatbestand im wirtschaftlichen Sinne gegen die Eigentumsgarantie des
Artikels 14 im Grundgesetz, beziehungsweise gegen Artikel 17 der Charta der
Grundrechte der EU.
Betroffen sei insbesondere der Mittelstand, der außer Immobilien wenige
Möglichkeiten zur attraktiven und sicheren Geldanlage habe. Meyers Rechnung lautet wie folgt: Bei einem Nettogeldvermögen von 3.574 Milliarden
Euro am Jahresende 2013 und einem Rückgang des Kapitalmarktzinses um
drei Prozentpunkte gegenüber 2007 beträgt der kalkulierte jährliche Einkommensverlust der Sparer an nominal entgangenen Zinserträgen etwa 107 Milliarden Euro.
www.ecb.europa.eu
Einheitliche Bemessungsgrundlage
Die EU-Kommission hat jetzt weitere Details zu ihrer Untersuchung von Steuervereinbarungen
zur Reduzierung der Steuerlast veröffentlicht. Besonders die Steuervermeidungspraktiken in
Luxemburg waren ins Visier der Medien geraten. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager und der für Steuern zuständige EU-Kommissar Pierre Moscovici bekräftigten aus diesem
Anlass in einem Gastbeitrag für die „Süddeutsche Zeitung“, dass die Kommission eine einheitliche
Bemessungsgrundlage für die Unternehmensbesteuerung und einen automatischen Informationsaustausch über Steuervorentscheidungen anstrebt. „Steuerbehörden müssen wissen, welche
Unternehmen in einem anderen Mitgliedstaat bevorzugt behandelt werden“, so Vestager und
Moscovici. „Die meisten EU-Staaten sind bereits dafür, und wir glauben fest daran, dass wir auch
diejenigen überzeugen werden, die noch zögern.“
www.ec.europa.eu/commission/2014-2019/vestager
23
24
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
TTIP-Anhörung –
Gefahren für den Mittelstand
Mittelstandspräsident Mario Ohoven kritisierte bei einer Anhörung im Europäischen Parlament
in Brüssel zentrale Aspekte des transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP).
Seine Ausführungen stießen bei den Abgeordneten auf große Zustimmung.
Mittelstandspräsident Mario Ohoven bei der Anhörung zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP)
im Europäischen Parlament.
Obwohl der BVMW mit der überwiegenden
Mehrheit der Vertragsbestandteile einverstanden ist und grundsätzlich die Idee eines transatlantischen Freihandelsabkommens sehr befürwortet, kritisierte Mittelstandspräsident Ohoven
den geplanten Investor-Staat-Streitbeilegungsmechanismus im Entwurf des Vertrags (ISDS).
Er unterstrich, dass dies zu einer gravierenden
Schieflage im Wettbewerb zu ungunsten von
deutschen und europäischen Mittelständlern
führt. Diese wären nicht in der Lage, solch ein
Schiedsgericht anzurufen, angesichts der hohen
Kosten von durchschnittlich 6,5 Millionen Euro.
Stefan Moritz
Leiter des BVMW
Europa Büros in Brüssel,
Managing Director
von European
Entrepreneurs
(CEA-PME)
Auch die Tatsache, dass es nicht möglich ist, gegen
eine Entscheidung des Schiedsgerichts Einspruch
einzulegen, sei nicht mit den entwickelten und
bewährten Rechtssystemen in Europa und USA
kompatibel. Ohoven forderte das Europaparlament und die Europäische Kommission auf, dieses
Kapitel nachzuverhandeln.
Er wies außerdem darauf hin, dass das US-amerikanische Nachsorgeprinzip sich grundlegend vom
europäischen Vorsorgeprinzip unterscheidet. Dies
bedeute für die europäischen KMU einen weiteren,
erheblichen Wettbewerbsnachteil im Rahmen von
Genehmigungsverfahren für Produkte.
Der geplante Regulationsrat, so Ohoven, habe
derzeit eine viel zu schwache demokratische Legitimation. Zudem sei dringend die Teilnahme von
Mittelstandsvertretern erforderlich, um einem
Übergewicht der Lobby der Großindustrie bei der
Festlegung von Regeln und Standards zuvorzukommen.
Sehr viele Abgeordnete des Ausschusses begrüßten
und unterstützten Ohovens Aussagen und baten
ihn, nachdrücklich neben den zweifellos vorhandenen Vorteilen, gerade auch auf die Nachteile für
KMU in der aktuellen Fassung des Vertragswerks
TTIP bei weiteren Gelegenheiten hinzuweisen.
Der Vorsitzende des ITRE-Ausschusses, Bernd
Lange, schlug vor, in TTIP ein gesondertes Kapitel
für den Mittelstand zu verankern. Für BVMW und
CEA-PME erklärte Ohoven seine Bereitschaft,
sich aktiv einzubringen.
Das transatlantische Freihandelsabkommen wird
seit Juli 2013 zwischen der Europäischen Union
und den USA verhandelt und soll bis Ende 2015
zum Abschluss gebracht werden. Ziel des Abkommens ist die Belebung des Warenhandels zwischen
der EU und den USA und somit Wachstum und
Arbeitsplätze. Mit TTIP würde die größte Freihandelszone der Welt geschaffen werden. 
Fotos: Juha Roininen
Vor dem Ausschuss des Europäischen Parlaments
für Industrie, Forschung, Energie (ITRE) und Außenhandel (INTA) hat BVMW-Präsident Mario
Ohoven, auch als Vertreter des europäischen
KMU-Dachverbandes European Entrepreneurs
(CEA-PME), vor rund 120 Parlamentariern aus
Sicht des Mittelstands zu der transatlantischen
Handels- und Investitionspartnerschaft (kurz TTIP)
zwischen der EU und den USA Stellung genommen.
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Ja zu TTIP – aber
nicht um jeden Preis
Der BVMW setzt seine Aufklärungsarbeit zu den Auswirkungen des Transatlantischen Handels- und
Investitionsabkommen (TTIP) auf den Mittelstand fort. Nachdem bisher Bundesregierung und mediale
Öffentlichkeit im Fokus standen, kam es in Berlin erstmals zu einem öffentlichen Meinungsaustausch
mit einem US-Regierungsvertreter.
Die Debatte um TTTP spitzt sich zu. Auf Einladung
der PEAG Unternehmensgruppe trafen sich der
Botschaftsrat für Wirtschaft der US-Vertretung
in Berlin, Robert T. Koepcke, und Dr. Hans-Jürgen
Völz, Chef-Volkswirt des BVMW. Unter der Überschrift „TTIP – Chance oder Herausforderung für
den deutschen Mittelstand?“ tauschten sie Argumente über das Für und Wider strittiger Bestandteile von TTIP aus.
Beide Diskutanten machten deutlich, dass sie
Befürworter des Freihandels zwischen der USA
und der EU sind und Meinungsunterschiede in
Detailfragen für überwindbar halten. „Mittelständische Unternehmen sind Jobmotor, Innovations- und Wachstumstreiber in Europa sowie in
den USA. Aus diesem Grund liegt unser Augenmerk bei den Verhandlungen ganz besonders auf
ihnen. Der Abbau von Zöllen und nicht-tarifären
Handelshemmnissen schafft gleiche Ausgangsvoraussetzungen für alle Unternehmen. Davon
profitieren ganz besonders kleine und mittelständische Firmen”, so Koepcke. Nach Ansicht
des BVMW sollte ein Freihandelsabkommen nor-
maler Prägung abgeschlossen werden. Diese Abkommen sind erfahrungsgemäß für alle Beteiligten vorteilhaft, insbesondere für den deutschen
Mittelstand, der durch den Abbau der Handelshemmnisse beiderseits des Atlantiks schlagartig
einen Markt mit 800 Millionen Konsumenten bedienen kann.
Die bislang vorgesehenen Regelungen zum Investitionsschutz benachteiligen hingegen die
mittelständische Wirtschaft massiv und könnten
indirekten Einfluss auf staatliche Entscheidungen nehmen. „Niemand von uns hat Zweifel an
der Gültigkeit rechtsstaatlicher Prinzipien in den
Ländern der TTIP-Vertragspartner. Daher sind
Schiedsverfahren überflüssig und werden von
uns strikt abgelehnt“, betonte Völz. Um den Abschluss der Verhandlungen in diesem Jahr nicht
zu gefährden, schlug Völz vor, zunächst die Teile
des Abkommens zu verabschieden, über die Konsens herrscht. Strittige Punkte wie Investitionsschutz, Regulationsräte oder die Gültigkeit des
Vorsorge- bzw. Nachsorgeprinzips könnten später verhandelt werden. 
Dr. Hans-Jürgen Völz
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POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Risiko: Die EU-DatenschutzGrundverordnung
Seit fast drei Jahren berät Brüssel über eine europäische Datenschutz-Grundverordnung. In diesem
Jahr soll die Verordnung verabschiedet werden. Nach dem aktuellen Stand der Verhandlungen hätte
die Verordnung enorme Auswirkungen auf alle kleinen und mittleren Unternehmen in der EU. In einem
Positionspapier warnt der BVMW vor möglichen Fallstricken und fordert eine Mittelstandsklausel.
Die Harmonisierung des europäischen Binnenmarktes ist ein richtiger und wichtiger Schritt zur
Festigung der langfristigen Wirtschaftskraft der
Europäischen Union (EU). Insbesondere eine flächendeckende und leistungsfähige IT-Infrastruktur sowie eine nachhaltige Digital- und Datenpolitik sind entscheidende Standortfaktoren in der
sich immer weiter beschleunigenden Globalisierung. Nur ein verantwortungsvoller Umgang mit
Daten kann die globale Wettbewerbsfähigkeit
der EU gewährleisten.
„„
Mit Verabschiedung
tritt die Verordnung
in Kraft und ist in allen
EU-Ländern bindend.
Bei Rechtsfragen zur
EU-Datenschutz-Grundverordnung können
Sie sich an das IBWF
wenden: www.ibwf.org
Siehe auch
IBWF-BVMWRechtshotline Seite 60.
Diana Scholl
BVMW
Die Verordnung wird für alle Unternehmen und öffentlichen Stellen gelten. Der BVMW hat sich mit
einem Positionspapier an das zuständige Bundesministerium des Innern gewandt, damit die Interessen des Mittelstands Berücksichtigung finden, und
KMU in Europa von unnötiger und unwirtschaftlicher Bürokratie verschont bleiben.
Die Verordnung schreibt die lückenlose Dokumentation aller Verarbeitungsvorgänge von personenbezogenen Daten vor, wie zum Beispiel den Zweck
der Verarbeitung, die Kategorisierung der Daten
oder etwaigen Fristen zur Löschung. Ebenso sind
die Unternehmen verpflichtet, jede Person, deren
Daten verarbeitet werden, über die Verarbeitung
zu informieren. Für KMU ist der Aufwand der Dokumentations- und Auskunftspflichten unverhältnismäßig hoch.
Besonders kritisch sind außerdem die drohenden
Sanktionen bei Fehlverhalten. Hinzu kommt eine
große Planungsunsicherheit, da in vielen Punkten
die Ausgestaltung zu einem späteren Zeitpunkt
mit Hilfe von Rechtsakten geklärt werden soll.
Dazu zählen etwa Verwaltungssanktionen, unternehmensinterne Datenverarbeitung oder das
Recht auf Löschung.
Ein Beispiel: Wenn ein Unternehmer im Vertrieb mit
Kundendaten arbeitet, muss er, sobald die Verordnung greift, alle Vorgänge, die mit der Verarbeitung
der Daten zusammenhängen, vollumfänglich dokumentieren und im Falle einer Überprüfung vorlegen.
Des Weiteren muss eine Person benannt werden,
die für die Datenverarbeitung verantwortlich ist. Bei
sensiblen Daten muss der Unternehmer vorab eine
Risiko-Folgenabschätzung erstellen, in der mögliche
Risiken, Auswirkungen und Behandlungsvorgaben
festzuschreiben sind. Weiterhin muss der Unternehmer jede Person, deren Daten erhoben wurden,
entsprechend informieren. Das beinhaltet unter
anderem den Zweck der Verarbeitung, die Dauer
der Speicherung und die Auskunft über den für die
Verarbeitung Verantwortlichen. Die Person, deren
Daten verarbeitet werden, kann zu jedem Zeitpunkt
der Verarbeitung Widerspruch einlegen. Im Falle
einer Nichteinhaltung der Vorgaben kann das Unternehmen Sanktionen von bis zu fünf Prozent des
Jahresumsatzes auferlegt bekommen, unabhängig
von dessen Gewinn. Sollte die Gewinnmarge unter
fünf Prozent liegen, ergeben sich Verluste, und das
Unternehmen verliert die Wirtschaftlichkeit.
Mit Verabschiedung tritt die Verordnung in Kraft
und ist in allen EU-Ländern bindend. Sie steht als europäische Verordnung über der nationalen Gesetzgebung, womit ein einheitlicher Standard in der EU
sichergestellt werden soll. Die Ausmaße der Verordnung sind in ihrer aktuellen Fassung ein wirtschaftliches Hemmnis für alle kleinen und mittleren Unternehmen in der Europäischen Union. Der BVMW
macht sich daher für eine Mittelstandsklausel stark,
die vor allem bei der Dokumentationspflicht, der
Auskunfts- und Informationspflicht sowie der Sanktionierung bei Fehlverhalten greifen muss.

Kritiker
bemängeln
den
fehlenden
Nervenkitzel.
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RECHNUNGSWESEN
LOHN- UND GEHALTSABRECHNUNG
POLITIK
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Deutsch-saudisches Wirtschaftsforum in Riad (Saudi Arabien).
Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit dem
Finanzminister von Saudi-Arabien Dr. Ibrahim Al-Assaf.
Türöffner am Golf
Die Golfregion besuchte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel mit einer Wirtschaftsdelegation,
zu der BVMW-Präsident Mario Ohoven gehörte. Der Mittelstandspräsident vermittelte für
deutsche Unternehmer Kontakte vor Ort. Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen
Emirate gehören zu den wichtigsten Exportländern Deutschlands.
Rainer Ptok
BVMW, Leiter
Außenwirtschaft
BVMW-Präsident Mario Ohoven nahm an einer
hochkarätigen Wirtschaftsdelegation unter Leitung des Vizekanzlers und Wirtschaftsministers
Sigmar Gabriel in die Golfstaaten Saudi-Arabien,
Vereinigte Arabische Emirate und Katar teil. Die
Delegation wurde von über achtzig Unternehmensvertretern, dreißig Journalisten und weiteren etwa fünfzig Firmenrepräsentanten vor Ort
begleitet. Neben zahlreichen Treffen mit Ministern und Mitgliedern der Herrscherhäuser war die
Eröffnung des Deutschen Hauses in Katar durch
Mario Ohoven ein weiterer Höhepunkt der Reise.
Im Verbund deutscher Fachleute mit langjähriger
Erfahrung und interkultureller Kompetenz bietet
das “el-Bayet el-Almani Qatar“ gerade deutschen
Mittelständlern alle Dienst- und Unterstützungs-
leistungen für den nachhaltigen wirtschaftlichen
Erfolg am Golf. Geleitet wird das Deutsche Haus von
der vor Ort ansässigen Tochter des BVMW-Mitglieds Strategy&Politics, das zukünftig auch die
Interessen des BVMW in Katar wahrnehmen wird.
Die sechs Golfstaaten (Saudi-Arabien, Vereinigte
Arabische Emirate, Katar, Kuwait, Oman, Bahrain)
waren mit 25,65 Milliarden Euro auch im Jahr
2014 der drittwichtigste Exportmarkt – nach den
Vereinigten Staaten und China – für Waren deutscher Unternehmen außerhalb Europas. Dies
zeigt: Die deutsche Wirtschaft ist für die Golfstaaten ein wichtiger Partner bei der wirtschaftlichen Diversifizierung. Diese Chance müsse der
deutsche Mittelstand nutzen, betonte Ohoven.
Foto: BVMW
28
Der Mittelstand. | 2 | 2015
POLITIK
Gastgeber und Gäste (v. li.): HRH Prinz Abdulaziz bin Salman, Sohn des saudi-arabischen Königs, Brigitte Zypries
(Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium), Abdulrahman Al Zamil (Vorstand der saudi-arabischen Handelskammern),
Mario Ohoven (BVMW-Präsident).
Mario Ohoven mit HRH Prinz Abdulaziz bin Salman und
Dr. Hans Christoph Atzpodien, Vorstand ThyssenKrupp AG …
… mit Dr. Ibrahim Al-Assaf,
Finanzminister Saudi Arabiens …
Länderinfos
Im Jahr 2014 betrugen die deutschen Ausfuhren nach
Saudi-Arabien 8,92 Milliarden Euro (-3,3 % gegenüber
2013), in die Vereinigten Arabischen Emirate 11,41
Milliarden Euro (+15,2 %) und nach Katar 2,09 Milliarden Euro (+67,3 %). Die Einfuhren nach Deutschland betrugen aus Saudi-Arabien 1,10 Milliarden
Euro (-34,2 %), aus den Vereinigten Arabischen
Emiraten 747,6 Millionen Euro (-6,4 %) und aus Katar
678,6 Millionen Euro (-19,7 %).
… und beim deutsch-katarischen Wirtschaftsforum in Doha (Katar).
Fotos: Manfred Knopp
Deutsches Haus (El Bayet el Almani)
Das Deutsche Haus ist als zentraler Knotenpunkt zum
Kennenlernen, zum Erfahrungs- und Interessenaustausch und zur Geschäftsanbahnung für den deutschen
Mittelstand konzipiert. In einer landestypischen Villa
befinden sich Büro,- Ausstellungs-, Gesprächs- und
Repräsentationsräume. Regelmäßige Veranstaltungen
und Foren bringen im Majlis (Rat) deutsche, internationale und einheimische Geschäftsleute zusammen.
www.deutscheshausqatar.com
Mario Ohoven (li.) eröffnet das Deutsche Haus in Katar mit Abdullah
Lahdan al-Mohannadi und Botschafter a. D. Bernd Mützelburg.
29
30
KOLUMNE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Die Geister,
die ich rief:
Der tägliche Kampf
gegen die Mailflut
Guido Augustin macht sich
Gedanken über unsere Welt
und ihre Bewohner
Eines Morgens wachte ich auf wie Gregor Samsa, nur dass ich kein kafkaesker Käfer, sondern
ein E-Mail-Junkie geworden war. Es war immer
schwerer geworden, zwischen Systemnachrichten, Status-Bestätigungs-Mails und Newslettern die arbeitsrelevanten Nachrichten meines
BVMW-Landesfürsten zu finden. Das war, sagte
ich zu mir, ein untragbares Risiko. Also rauf auf die
Zinne und der Flut Einhalt geboten!
Guido Augustin
BVMW-Pressesprecher
Rheinhessen
Social Media-Experte,
PR-Berater und Autor
www.guidoaugustin.com
Dabei habe ich eine – wie ich finde – überaus erfolgreiche Doppeltaktik angewandt. Einerseits habe
ich alles abbestellt, was ich nicht wirklich brauchte.
Ganz ehrlich: Da blieb schon nicht mehr viel übrig.
Den Status meiner Netzwerke wie Facebook oder
XING sehe ich auf diesen Netzwerken mehrmals
täglich, Laufklamotten habe ich eh genug, gute Lebensmittel gibt es um die Ecke, berufliche Impulse
bekomme ich von meinen direkten Kontakten virtuell wie reell mehr, als ich verarbeiten kann.
An manchen Tagen habe ich über zwanzig Newsletter oder Info-Services abbestellt – und hatte das
Gefühl, es würde nie enden. Irgendwann habe ich
sogar Mailadressen gelöscht, die in irgendwelchen
Presse-Recherche-Portalen gelandet waren, weil
jeden Tag Pressemeldungen eintrafen, die mich
überhaupt nicht interessierten. Und tatsächlich:
Tapfer bleiben lohnt sich, denn mittlerweile hat
sich die Dauerwelle tatsächlich verflacht.
Fehlt der zweite Teil der Taktik, entlehnt von Ibrahim Evsan, einem der erfolgreichsten Digitalunternehmer in diesem Land, der viel stärker noch als
ich online lebt. Der hat nämlich vier Mail-Ordner
eingerichtet. Ausschließlich vier. Und alles, was
reinkommt, verteilt er gleich in diese vier Ordner
– es sei denn, eine Nachricht wird sofort gelöscht.
Ordner 1 – richtig wichtig: Hier kommen wichtige
Mails rein, die noch am gleichen Tag beantwortet
werden müssen. Das ist übrigens der kleinste Ordner. Ordner 2 – wichtig: Das sind Mails, die innerhalb von einer Woche beantwortet werden sollen.
Ordner 3 – nicht so wichtig: Hier landen Nachrichten, die bei Gelegenheit erledigt werden können,
wenn mal sonst nichts ansteht, und die beiden anderen Ordner leer sind. Und dann noch Ordner 4
– erledigt: Hier landen alle Mails, die erledigt sind
– oder die älter sind als vier Wochen.
Wer jetzt der Meinung ist, er hätte mir etwas
Wichtiges geschickt und länger als vier Wochen
keine Antwort erhalten, ist erstens kein Kunde
von mir und sollte es zweitens bitte noch einmal
probieren.

Foto: Heike Rost
Wie viele E-Mails bekommen Sie täglich? Ich bekam
derer etwa 200, dazu Facebook-Messages, ab und
zu auch SMS und XING- sowie Whats-App-Nachrichten. Einerseits sind Mails echte Produktivitäts-Turbos, weil sie orts- und zeitunabhängig beantwortet werden können. Wenn man allerdings
nicht aufpasst, bedeutet dies nichts anderes als
„jederzeit und überall“.
Der Mittelstand. | 2 | 2015
ANGEZÄHLT
31
Bildung in Zahlen
30.000
… Ausbildungsplätze in deutschen Betrieben bleiben
pro Jahr unbesetzt. Dem gegenüber steht die Zahl der
jungen Menschen, die eine Ausbildung suchen: 20.000.
Dem Bildungsbericht des Wissenschaftsministeriums
zufolge ist aber nicht nur die Zahl der Auszubildenden seit dem Jahr 2000 deutlich gesunken. Auch
immer weniger Betriebe bilden aus (2012 noch
21,3 Prozent). Doch auch nicht jede angefangene Ausbildung wird beendet: 73,1 Prozent
der jungen Menschen schließen ihre Ausbildung erfolgreich ab.
… der Deutschen unter 25 Jahren sind arbeitslos.
Europaweit ist das die geringste Quote, vor allem im Vergleich zu Spanien und Griechenland
mit über 50 Prozent. Die Einbindung in den
Arbeitsmarkt gelingt in Staaten mit dualem
Ausbildungssystem wie in Deutschland besser als in anderen Staaten. Zudem spielt die
wirtschaftliche Leistung eine wichtige Rolle.
So wurden in Deutschland in den vergangenen
Jahren mehr Auszubildende in ihren Betrieben
übernommen, vor allem in Ostdeutschland.
7.474
… Bachelorstudiengänge können junge
Menschen an deutschen Hochschulen
studieren. Davon werden etwa 800
als duale Studiengänge angeboten, die
praktische und theoretische Ausbildung verknüpfen. Jedoch entscheiden
sich nur vier Prozent der Erstsemester
für diese Studienform, wie der Bundesbildungsbericht feststellt.
510.672
… junge Menschen haben im Jahr 2013 ihr Studium
an einer deutschen Hochschule begonnen. Damit
war die Zahl der Studienanfänger erstmals in der
Bildungsgeschichte Deutschlands höher als die der
Neu-Auszubildenden (497.427). Aber auch in der
Präferenz der Hochschulen hat sich laut Bildungsbericht etwas verändert: 1993 begannen noch 70 der
Erstsemester ihr Studium an einer Universität und 30
Prozent an einer Fachhochschule, 2013 waren schon
41 Prozent der Studienanfänger an einer Fachhochschule und noch 59 Prozent an einer Universität.
43 PROZENT
… der 30- bis 35-Jährigen in Deutschland haben Abitur. Dem Bildungsbericht zufolge sind das mehr als doppelt so viele Menschen mit Hochschulreife als bei den 60- bis 65-Jährigen. Demnach hat sich der Bildungsstand
der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht. Der Bachelorabschluss ist inzwischen zum häufigsten Abschluss geworden. Aufgrund
der hohen Übergangsquoten in das Masterstudium steigt auch die Zahl der
Absolventen mit einem Masterabschluss.
44 Prozent
Illustrationen: © kanate - Fotolia.com
7,8 Prozent
… der Uni-Absolventen in den Naturwissenschaften sind Frauen. Der aktuellen
OECD-Studie zufolge ist der Frauenanteil
bei Abschlüssen in diesen Studiengängen gestiegen. Im Jahr 2000 waren es
noch 32 Prozent, 2012 beendeten
44 Prozent erfolgreich ihr Studium.
Damit gehört Deutschland zu fünf
OECD-Ländern, in denen überdurchschnittlich viele Frauen ihr Studium in
Physik, Mathematik, Informatik und Statistik absolvieren.
50 PROZENT
… der Deutschen zwischen 18 und 65 Jahren haben 2012 an einer Weiterbildung teilgenommen,
wie der Adult Education Survey herausgefunden
hat. Ebenso ist fast die Hälfte der Erwerbstätigen
der Meinung, dass in ihrem Beruf eine Weiterbildung notwendig ist. Das lohnt sich offenbar nicht
nur für die persönlichen Fähigkeiten, sondern auch
auf dem Konto: Einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zufolge können
Beschäftigte durch Weiterbildung Einkommenssteigerungen von sechs Prozent erwarten.
32
IBWF
Der Mittelstand. | 2 | 2015
IBWF-Akademie –
Bildungspartner
für den Mittelstand
Wissen ist der Schlüssel zu Innovation, Zukunftsfähigkeit und Erfolg – wenn es im
betrieblichen Alltag nutzbar wird. Dazu will die IBWF-Akademie mit ihrem umfänglichen
Bildungsangebot einen Beitrag leisten.
„„
Gemeinsam
wollen wir die
IBWF-Akademie
zum bevorzugten
Bildungsort des
Mittelstands und
dessen Berater
machen.
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Mit der IBWF-Akademie unterstreicht das IBWF
Institut e. V. (www.ibwf.org) seinen hohen Anspruch, durch seine Mitglieder den mittelständischen Unternehmen exzellentes Expertenwissen
und eine zertifizierte Beratungsqualität anzubieten. Die IBWF-Akademie steht für praxisnahe
Inhalte und Umsetzungskompetenz und dient
gleichzeitig den Mittelstandsberatern als Weiterbildungsmöglichkeit und den mittelständischen
Unternehmen als Wissensvermittler.
Mit fast hundert Bildungsangeboten für die
Entwicklung von Führung und Personal, Fachwissen und Methodenkompetenz haben vierzig
IBWF-Mitglieder zu einem gelungenen Start der
IBWF-Akademie im Dezember 2014 beigetragen.
Auch eigene IBWF-Angebote stehen zur Verfügung, wie beispielsweise die Ausbildung zum
„Experten für ein softwaregestütztes Wissensmanagement für mehr Wettbewerbsfähigkeit
und nachhaltige Zukunftssicherung (Komp-A-S
Moderator)“ oder zum „Prozessberater Personalund Organisationsentwicklung (POE Prozessberater)“. Diese Ausbildung kann auch Grundlage
für die Autorisierung zum „Prozessberater UnternehmensWert: Mensch für zukunftsgerechte und
mitarbeiterorientierte Personalpolitik“ sein, und
zwar in den Bereichen Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit, Wissen &
Kompetenz.
Beim IBWF finden Sie Bildung in ausgesuchter
Qualität. Wir achten auf die fachliche und methodische Eignung der Wissensvermittler. Lernen
darf auch kurzweilig sein. Aber in jedem Fall resultatorientiert.
Foto: © Kzenon - Fotolia.com
Bildungsangebote
Nutzen Sie praxisbewährtes Wissen und branchenrelevante Handlungsoptionen, damit Sie Ihre
Leistungen überzeugend präsentieren und Ihre
Ziele effizient erreichen können. Die Erfahrungen
und Fachkompetenzen des qualitätsgesicherten
IBWF-Expertenpools helfen Ihnen dabei.
Wissen aus der Praxis für die Praxis, Weiterbildung auf Spitzenniveau für den Mittelstand, Berater, die sich weiter qualifizieren, Unternehmer teilen ihre Erfahrungen: Das ist die IBWF-Akademie.
Die Bildungsangebote richten
sich nach dem jeweiligen Bedarf:
Referenten: Zertifizierte Berater und
erfolgreiche Unternehmer teilen ihre
Erfahrungen – aus der Praxis für die Praxis
Formate: Vorträge, Seminare,
Webinare, Workshops oder Fortbildung
Teilhabe: Vor-Ort- oder Online-Veranstaltungen
Zweck: offene, geschlossene oder
firmenspezifische Veranstaltungen
Bei der jüngsten BVMW-Bundestagung konnten wir mehr als 250 BVMW-Repräsentanten
die Möglichkeiten und den Nutzen der IBWF-Akademie in persönlichen Gesprächen und
Workshops nahebringen. Zur Erinnerung: Die
BVMW-Repräsentanten organisieren bundes-
33
weit pro Jahr circa 2.000 Veranstaltungen und
haben 700.000 Geschäftskontakte. Wir haben
aufgezeigt, dass mit der IBWF-Akademie den
BVMW-Repräsentanten ein hervorragendes
Akquiseinstrument und ein Ideenpool für Veranstaltungen und Projekte zur Verfügung stehen.
Gemeinsam wollen wir die IBWF-Akademie zum
bevorzugten Bildungsort des Mittelstands und
dessen Berater machen.
Wissen ist der einzige Rohstoff, der sich nicht verbraucht, sondern bei richtigem Einsatz vermehrt.
Ausgesuchte Experten mit nachgewiesener Beratungsqualität und didaktischer Kompetenz bieten
Weiterbildung auf Spitzenniveau für beratende
Berufe und mittelständische Unternehmen.
Wertversprechen
IBWF
Herbert Haberl
Leiter IBWF-Akademie
Mitglied im IBWF –
Institut für Betriebs­
beratung, Wirtschafts­
förderung und
-forschung e. V.
Das Leitthema 2015 des IBWF Instituts e. V. ist
„Digitale Kompetenz“. Auf dem 1. IBWF Zukunftsforum am 24. April 2015 in Duisburg erfahren
Sie, wie Sie mit wirksamen digitalen Inhalten und
interaktiver Wertschöpfung Ihre Marktposition
Gerne steht das Team der IBWF-Akademie Ihausbauen können.
nen für weitere Informationen zur Verfügung.
Über unsere Webseite www.ibwf.org können
Das Zukunftsforum ist
Sie Ihre Weiterbildungsmaßnahmen buchen.
Auftakt für weitere Bildungsangebote rund um
1. IBWF Zukunftsforum
die „Digitale Kompetenz“,
für Rechtsanwälte, Steuerberater
zu Themen wie Reputaund Unternehmensberater
tionsmanagement sowie
Erfolgsfaktor Digitale Kompetenz
Mitarbeiter- und KundenWirksame digitale Inhalte und
gewinnung mit Hilfe von
interaktive Wertschöpfung in der Praxis
themenspezifischen InFreitag, 24. April 2015, 10.00 bis 17.00 Uhr
ternetpräsenzen und eiHaus der Unternehmer,
nem moderierten Dialog
Düsseldorfer Landstr. 7, 47249 Duisburg
in den sozialen Medien. 
IBWF
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Peter Kunzweiler
Geschäftsführer
ProConception
Mitglied im IBWF Institut
für Betriebsberatung,
Wirtschaftsförderung
und -forschung e. V.
www.proconception.net
Teambildung –
Trenderscheinung
oder Notwendigkeit?
Wie kann theoretisch vermitteltes Wissen aus Coachingangeboten in
die betriebliche Praxis transferiert werden? Reicht die reine Wissensvermittlung aus? Oder sind das Verhalten der Teilnehmer und deren Wille
zur Verhaltensänderung von ebenso großer Bedeutung? Welche Rolle
spielen dabei die Führungskräfte und das Management?
Viele Unternehmen haben erkannt,
dass zukunftsfähige Konzepte einer
Unternehmenskultur bedürfen, in der
Werte gelebt, Talente gefördert und
Teamleistungen dem Einzelkämpfertum vorgezogen werden. Die Zeiten,
in denen technische Managementkonzepte den Arbeitsalltag bestimmten,
scheinen der Vergangenheit anzugehören. Die weichen Faktoren, also
menschliche Werte, spielen eine immer größere Rolle.
„„
motivation, innerlicher Kündigung und zur Vernachlässigung der Potenziale von Mitarbeitern.
Erfolgreiche Teams vereinen Menschen mit verschiedensten Kenntnissen, Fähigkeiten, Erfahrungen und unterstützen deren Willen zur Umsetzung ihrer Ideen.
Allen ist klar, dass gute Teams herausragende
Arbeit leisten können. Wie aber setzt man gute
Teams zusammen? Wer eignet sich für welche
Teamrolle und wer verfügt über die dafür notwendigen Kompetenzen? Nicht selten werden
Teams zusammengestellt, bei denen zum
Beispiel die Abteilungsvertreter die Interessen der eigenen
Abteilung verteidigen,
oder Menschen willkürlich in ein Team berufen werden. So sitzt
der Kollege Zufall mit
am Tisch. Dass auf diese Weise keine kreative
und schon gar keine erfolgreiche Teamleistung
erbracht werden kann, liegt auf der Hand.
Menschen, die mehr
schlecht als recht in einem
Team verharren, sind in
der Regel unzufrieden.
Dabei wissen neun von zehn Mitarbeitern, die sich einem Team zugehörig
wähnen, wenig bis gar nichts über die
Spielregeln der Teamarbeit. Teamziele sind nicht bekannt oder werden
erst gar nicht vereinbart. Fragen nach
der Rolle im Team, den Aufgaben des
Teamleiters und dem Verhältnis zwischen Einzel- und Teaminteresse sind
oft „Böhmische Dörfer“. Es ist also
wichtig zu vermitteln, welche mannigfaltigen Möglichkeiten gerade
Teamwork in Unternehmen bietet.
Menschen, die mehr schlecht als recht
in einem Team verharren, sind in der
Regel unzufrieden. Das führt zu De-
Durch Trainings von der Stange werden nur geringfügige Änderungen im Verhalten der Mitarbeiter erreicht. Gerade in der Teambildung hat
sich die Erlebnispädagogik bewährt. Traditionelle Bildungsprogramme und Trainingsmaßnahmen verfehlen dagegen oft ihre Wirkung.
Theoretische Wissensvermittlung allein genügt
nicht. Entscheidend ist das Handeln. Voraussetzung dafür ist wiederum die Einsicht von Management und Mitarbeitern in die Notwendigkeit der Veränderungen.

Foto: © ribtoks - Fotolia.com
34
Der Mittelstand. | 2 | 2015
IBWF
35
Mediation
macht munter
Das IBWF Institut e. V. hat sich auf die Beilegung von Konflikten im Mittelstand spezialisiert. Mit seinem Bundesarbeitskreis „Mediation und Konfliktmanagement“ bietet es eine Plattform für Beratung
und konkrete Anwendung außergerichtlicher Lösungen.
„„
Nahezu 80 Prozent dieser Verfahren
f ühren zu einem Ergebnis, das beide
Konfliktparteien zufriedenstellt.
Foto: © dkimages - Fotolia.com
Am Ende eines Gerichtsverfahrens sind fast immer
alle Beteiligten unzufrieden. Denn ergeht ein Urteil,
obsiegt zwar eine Partei, aber die andere Partei, die
sich zu Unrecht verurteilt fühlt, steht als Verlierer
da. Oder man schließt einen Vergleich, bei dem beide Parteien nachgeben und damit beide verlieren.
Aber auch im ersten Fall ist der vermeintliche Gewinner des Prozesses ein Verlierer, denn er verliert
vielleicht einen teuer ausgebildeten und fachlich
qualifizierten Mitarbeiter oder eine wichtige Geschäftsverbindung.
Wenn beide Parteien sich als Gewinner sehen wollen, bedarf es einer dritten Person, die aber nicht
wie ein Richter in dem Konflikt ein Urteil fällt. Vielmehr führt sie die Parteien durch ein klar strukturiertes Verfahren, bei dem nicht die Positionen der
Parteien, sondern deren Interessen wesentlich sind,
und das am Ende die Parteien selber ihren Konflikt
lösen lässt.
Dieses Verfahren wird als Mediation bezeichnet.
Nahezu 80 Prozent dieser Verfahren führen zu
einem Ergebnis, das beide Konfliktparteien zufriedenstellt. Mit einer Mediation ist aber auch ein
deutlicher Kosten- und Zeitgewinn gegenüber einem Gerichtsprozess verbunden, denn eine Medi-
ation kann jederzeit beginnen, ohne auf oft ferne
Gerichtstermine warten zu müssen. Vor allem aber
bringt dieses Vorgehen die Konfliktparteien aus ihrem Konflikt heraus, so dass sie danach wieder friedlich miteinander umgehen können, innerbetrieblich
oder für zukünftige Geschäftsbeziehungen. Dies
erreicht der neutrale Mediator, der die Geschichte
und Ursachen des Konflikts auslotet und sich die
Interessen und persönlichen Bedürfnisse der Widersacher beschreiben lässt. Er zeigt Wege auf, den
Konflikt aufzubrechen, und versetzt die Parteien
in die Lage, selbst Lösungsoptionen für eine dauerhafte Lösung zu finden. Diese Lösung wird in einer
Vereinbarung schriftlich niedergelegt und kann,
soweit nötig, auch für vollstreckbar erklärt werden.
Verfahrensablauf und Pflichten des Mediators sind
seit 2012 im Mediationsgesetz geregelt.
Die Mediation, aber auch andere alternative Konfliktlösungsverfahren wie Moderation, Mini-Trial,
das Kooperative Anwaltsverfahren oder eine Mediation in Verbindung mit einem Schiedsverfahren,
sind besonders für den Mittelstand geeignet, also
für Unternehmen, die schnell und flexibel am Markt
reagieren müssen und für die ein Gerichtsverfahren
immer eine schwerwiegende finanzielle und zeitliche Belastung ist.

Dr. Dietrich
Pielsticker, M.A.
Rechtsanwalt Notar
Mediator
Gesellschafter
der adribo
Wirtschaftsmediation
Mitglied im IBWF Institut
für Betriebsberatung,
Wirtschaftsförderung
und -forschung e. V.
www.adribo.com
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
News
Unternehmerpreise
Gesundheit, Nachhaltigkeit und Ehrenamt werden in den kommenden Monaten
ausgezeichnet. Hier stellen wir Ihnen die Unternehmerpreise genauer vor.
Corporate Health Award
Die Ausschreibung richtet sich an Unternehmen und Organisationen jeder Größe. Wichtig ist nur, dass sie ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingerichtet haben – ob das Unternehmen dabei noch am Anfang steht oder schon sehr
lange etabliert hat, spielt keine Rolle. Die Bewerber füllen den Bewerbungsbogen aus, der wichtige Eckpunkte zum Gesundheitsmanagement erfasst. Daraus
werden 22 Finalisten bestimmt, die auditiert und über ihren Entwicklungsstand
informiert werden. Eine Expertenjury kürt danach die Erstplatzierten.
Bewerbungen bis 29. Mai 2015
www.corporate-health-award.de
Berlin fördert
Investitionen
35 Millionen Euro hat die Berliner
Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer
für den Doppelhaushalt 2016/2017
angemeldet. Damit will sie Unternehmen bei Investitionen helfen. Diese
Zuschüsse sind vor allem für Firmen
gedacht, die beim Bund-Länder-Programm „Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur“ leer ausgehen.
Das betrifft zum Beispiel Unternehmen aus dem Bereich Informationstechnologie.
www.berlin.de
Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Die Auszeichnung wird an Unternehmen vergeben, die mit ihren Produkten und
Dienstleistungen erfolgreich ökologischen und sozialen Herausforderungen begegnen und damit Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance nutzen. Der Preis
wird in drei Größenklassen vergeben: für KMU, mittelgroße und große Unternehmen. Zudem prämiert ein Sonderpreis die nachhaltigste Marke und besondere Orientierung auf Ressourceneffizienz. Die teilnehmenden Unternehmen
müssen eine Gebühr zahlen, die je nach Unternehmensgröße zwischen 150 Euro
und 750 Euro liegt.
Bewerbungen bis 5. Juni 2015 www.nachhaltigkeitspreis.de
Ehrenamtspreis Deutschland
Zum 13. Mal wird in diesem Jahr der größte Ehrenamtspreis Deutschlands vergeben, unter dem Motto „Kultur leben – Horizonte erweitern“. Der Bürgerpreis
wird in fünf Kategorien vergeben: U21, Alltagshelden, Lebenswerk und Engagierte Unternehmer. Dafür können sich Inhaber von Unternehmen bewerben,
die persönliche Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen. Zudem wird
ein Online-Publikumspreis verliehen, der das beste Kurzvideo über ein soziales
Engagement auszeichnet. Interessierte können sich online bewerben oder andere vorschlagen. Die Preisträger erhalten Geld für ihre Projekte.
Bewerbungen bis zum 30. Juni 2015
www.deutscher-buergerpreis.de
Check für
Handystrahlung
Viele Menschen haben Angst vor unsichtbarer Mobilfunkstrahlung und
Elektrosmog. Um diese Befürchtung
zu untersuchen, bietet das Unternehmen At Home Beratungsgespräche
und Messungen an.
www.at-home.de
Foto Sterne: © yuliaglam - Fotolia.com, Foto oben: © Rawpixel - Fotolia.com, Foto unten: © lassedesignen - Fotolia.com
36
Der Mittelstand. | 2 | 2015
UNTERNEHMERSERVICE
Beratung für internationale Projekte
Foto oben rechts: © Kzenon - Fotolia.com, Foto oben links: © Mopic - Fotolia.com, Foto unten rechts: © apinan - Fotolia.com, Foto unten links: © mankale - Fotolia.com
Die Zusammenarbeit in internationalen Teams und
Projekten stellt mittelständische Unternehmen vor
zahlreiche Herausforderungen. Machtbefugnisse,
Projektmanagement und Meetings sind nur einige
dieser Themen. Das BVMW-Mitglied Holzhauser
& Partner berät seit 30 Jahren internationale Unternehmen in der Organisationsentwicklung und
bietet Fortbildungen an. Das Auslandsbüro Frankreich hat mit Holzhauser & Partner eine enge Zusammenarbeit bei der Vorbereitung von Projekten
und dem Aufbau von Teams vereinbart.
www.holzhauser-partner.de
Leitfaden zu Big Data
in Unternehmen
Wie organisieren und analysieren Unternehmen
große Datensätze? Und wie können sie die Ergebnisse gewinnbringend für das Unternehmen nutzen? Der Branchenverband Bitkom stellt in seinem
Leitfaden mehr als 40 Best-Practice-Beispiele von
Unternehmen und Organisationen vor. Sie alle nutzen Big-Data-Technologien für ihre unterschiedlichen Geschäftsmodelle. Das Dokument ist kostenfrei unter dem Link www.tinyurl.com/nr243ut
abrufbar.
Deutsche
Unternehmen
fürchten Wettbewerb
Wie gehen europäische Unternehmen
mit dem Druck um, international zu
bestehen? Wie schätzen sie ihre eigene Entwicklung ein? Die internationale
Managementberatung A.T. Kearney hat
831 Führungskräfte unterschiedlicher
Branchen in Europa gefragt, davon 101
aus Deutschland. Ergebnis der Studie ist,
dass deutsche Unternehmen am meisten
den internationalen Wettbewerbsdruck
fürchten und deshalb vor allem auf ihre
Grundkompetenzen setzen. Weniger
achten die Unternehmen auf ihre Agilität
und die Kostenvorteile.
Kleinstbetriebe
finden keine Lehrlinge
Wie das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn ermittelt hat, beklagen 82 Prozent der Betriebe den
Mangel an qualifizierten Bewerbern.
Junge Menschen meiden Kleinstbetriebe, weil sie in unbeliebten technisch-gewerblichen Berufen ausbilden
und schlechter als große Unternehmen
vergüten. So verlassen Lehrlinge häufig
einen Kleinstbetrieb nach ihrem Ausbildungsabschluss, um in attraktivere
Unternehmen zu wechseln oder einen
höheren Bildungsabschluss nachzuholen. IfM-Präsidentin Prof. Friederike Welter ruft Kleinstbetriebe zum
Umdenken auf. Denn nach aktuellen
Prognosen werde die Nachfrage nach
Ausbildungsplätzen sinken. Diese
Entwicklung könnte die Situation der
Kleinstbetriebe weiter verschärfen.
Obergrenze für Freiberufler
In einer Personengesellschaft von
Freiberuflern dürfen alle Mitglieder
nur Umsätze aus freiberuflichen Tätigkeiten erzielen. Verstößt nur einer
dagegen und gerät in den mit Gewerbesteuer belegten Teil, unterliegen
alle Einnahmen der Gesellschaft der
Gewerbesteuer. Allerdings gilt dabei
eine Unschädlichkeitsgrenze von drei
Prozent. Bis zum Umsatzanteil in dieser geringen Größenordnung im Gewerbesteuerbereich bleibt die Gewerbesteuerfreiheit insgesamt erhalten.
So entschied der Bundesfinanzhof (Urteile vom 27. August 2014, Az. VIII R 41/11, Az.
VIII 6/12, Az. VIII R 16/11). Das Gericht zog auch eine weitere Obergrenze: Mehr als
24.500 Euro Umsatz im gewerbesteuerbelegten Raum führen ebenfalls zum Verlust
der Gewerbesteuerfreiheit.
Privatadresse muss privat bleiben
Arbeitgeber dürfen die Privatanschrift ihrer Angestellten nicht an Dritte weitergeben. Das hat der Bundesgerichthof in seinem Urteil vom 20. Januar 2015 entschieden.
In der Begründung wurde auf den Datenschutz verwiesen. Denn die Privatadresse sei
nur aufgrund des Beschäftigungsverhältnisses vermerkt worden.
37
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Gründen oder Forschen?
An deutschen Hochschulen wird geforscht und erfunden – daraus können Marktideen
entstehen. Aber wollen Wissenschaftler damit auch unternehmerisch tätig werden?
Das wollte das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) wissen und hat 5.992 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an 73 deutschen Hochschulen aus den Fächergruppen MINT
(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften
und Technik), Kreativwirtschaft, Gesundheit sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften befragt – wohlgemerkt nach Gründungsabsichten,
nicht nach dokumentierten Erfolgsgeschichten.
„„
Die Studie „Der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen auf die Gründungsneigung von Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen“ liegt
nun vor. Koautor Dr. Arndt Werner und seine Kollegen vom IfM haben dabei sowohl Erwartbares
wie Erstaunliches zusammengetragen. Zunächst
nimmt es nicht Wunder,
dass gutdotierte Professoren relativ wenig Gründungsneigung
zeigen.
Mehr Männer als Frauen
hegen Pläne zur Selbstständigkeit, und insgesamt
ist der Drang in die Privatwirtschaft an den eher
praxisorientierten Fachhochschulen ausgeprägter als an Universitäten.
Durch mehr
Anreize zur
Forschung
entdecken die
Wissenschaftler
mehr Marktideen.
Ingenieure wollen seltener gründen
Was die Autoren überraschte, ist die geringe
Gründungsneigung bei Wissenschaftlern aus
den mathematisch-naturwissenschaftlichen und
technologischen Fachbereichen. „Dabei sind gerade sie in der Wirtschaft stark nachgefragt“, sagt
Werner. Befragt man diese Hochschulmitarbeiter
nun nach ihren Arbeitsbedingungen, zeigt sich:
Sobald in den MINT-Bereichen Zufriedenheit mit
der aktuellen Entlohnung und dem Arbeitspensum herrscht, sinkt die Gründungsneigung. „Wenn
man sich als Arbeitnehmer wohlfühlt, geht man
ungern woanders hin. Das heißt, man gründet
auch seltener.“ Doch Werner warnt vor dem
Schluss, schlechtere Arbeitsbedingungen, niedri-
ges Gehaltsniveau und
Angst vor Arbeitslosigkeit wären ein
guter Anreiz, Gründungen „aus Unzufriedenheit“
zu motivieren. „Dann entsteht ein Selektionseffekt: Wer bekommt die schlechteren Arbeitsbedingungen? Wohl die weniger Erfolgreichen, und
genau die drängt man dann in die Wirtschaft.“ Das
könne nicht das Ziel sein.
Geld in die Forschung investieren
Von den untersuchten „institutionellen Rahmenbedingungen“ sind die Arbeitsbedingungen jene, die
die Hochschulen am aktivsten selber steuern können. Denn die Studie zeigt: Verbessern sie in ganz
bestimmten Bereichen die Arbeitsbedingungen
noch mehr, wirkt sich das positiv auf den Mut ihrer
Mitarbeiter aus, Erfindungen und Forschungsergebnisse selber zu vermarkten. Geld, das direkt in
die Forschung investiert wird in Form von leistungsabhängigen Entlohnungssystemen, Förderung von
Kooperationen mit externen Wissenschaftlern sowie der Bildung externer Netzwerke, die Berufung
bereits unternehmerisch tätiger Dozenten, letztlich auch die persönlichen Anerkennung – „all das
hat den Nebeneffekt, dass mehr gegründet wird.
Durch mehr Anreize zur Forschung entdecken die
Wissenschaftler mehr Marktideen und somit Gelegenheiten zum Gründen. Es ist ein Nebeneffekt,
ohne Zwang.“ Eine Win-win-Situation, schließlich
profitieren auch die Hochschulen von Vermarktungen der Innovationen ihrer Mitarbeiter. Denn
seit dem Wegfall des Hochschullehrerprivilegs
liegen die Eigentumsrechte von patentfähigen Forschungsergebnissen bei der Hochschule, nicht bei
den Wissenschaftlern.
Hochschulen helfen –
es wissen nur wenige
Ohnehin sind deutsche Hochschulen nach allen
Landeshochschulgesetzen verpflichtet, Technologietransfer und Gründungen zu fördern. Das tun sie
auch: Die Gründungslehre umfasst Informations­
Foto: © Lightspring - Shutterstock.com
38
Der Mittelstand. | 2 | 2015
UNTERNEHMERSERVICE
39
veranstaltungen zur Gründungsqualifizierung,
Ideenwettbewerbe, Gründerwerkstätten zur Produktentwicklung, Technologietransferstellen sowie Patentverwertungsagenturen. Die Hochschule kann und soll Inkubatorin sein. Doch bei ihren
Befragungen mussten Werner und seine Kollegen feststellen, dass lediglich 25 Prozent der
Wissenschaftler von den Angeboten wussten, fünf Prozent nahmen sie wahr. Wenn
unter den verbleibenden 75 Prozent
gründungsinteressierte Akademiker sind,
läge viel Potenzial brach. Werner weiß: „Von
jenen, die gründungsfördernde Veranstaltungen
wahrnehmen, wollen tatsächlich einige gründen.
Die Wahrscheinlichkeit steigt nach der Beratung
um zehn Prozentpunkte. Man sollte diese Maßnahmen bekannter machen.“ Vor allem ist es die durchaus sinnvolle Einrichtung der Technologietransferstelle, die den Wissenstransfer der Wissenschaftler in
die Wirtschaft organisiert. Doch ihre Arbeit fokussiert
die Anbahnung von Kontakten zu Unternehmen, nicht
jedoch die Gründung durch Wissenschaftler. Hier schlägt
die Studie vor, finanzielle Anreize für die Mitarbeiter in den
Transfergesellschaften zu schaffen, denen es gelingt, Gründungen zu stimulieren.
Teamgründungen versprechen Erfolg
Ein Faktor, der Gründungen aus der Hochschule heraus fördert, ist schlicht Freundschaft – ein Aspekt, den die Studie
nicht gesondert untersucht hat, der Dr. Werner aber gut
bekannt ist: „Viele erfolgreiche Gründungen beruhen auf
Freundschaften unter Kommilitonen: Oft tut sich der Naturwissenschaftler mit dem Betriebswirt zusammen. Man
kennt sich und die jeweiligen Kompetenzen und man hat
keine Angst vor Trittbrettfahrern. Zugleich herrscht ein
‚Peer-Pressure‘ Effekt, schließlich müssen Erwartungshaltungen erfüllt werden.“
An Hochschulen ist es also wie im richtigen Leben: Beziehungen nach innen und außen und persönliche wie finanzielle
Anerkennung der eigenen Forschungsergebnisse sind ausschlaggebend. So werden Wissenschaftler mutiger, ihren Elfenbeinturm zu verlassen.

Bernd Ratmeyer
Wissenschaftsjournalist
und Lektor
40
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Digitalität in der
Aus- und Weiterbildung
Mitarbeitern und Führungskräften steht in Unternehmen nicht viel
Zeit für ihre Weiterbildung zur Verfügung. Doch gerade diese ist
wichtig, um Fachwissen zu aktualisieren und arbeitsmethodisches
Verhalten weiterzuentwickeln. Ein Dilemma, das mit Digitalität nur
teilweise aufgelöst werden kann.
Der Umgang mit Digitalität ist für viele Unternehmen aktuell eine paradoxe Herausforderung. Auf
der einen Seite fehlt es den Mitarbeitern an notwendiger Medienkompetenz. Auf der anderen Seite wird die Nutzung von
frei zugänglichen digitalen
Medieninhalten von einer
zunehmenden
Anzahl
von Unternehmen behindert oder verhindert. Die
Angst der Chefs wächst,
Mitarbeiter würden ihre
Arbeitszeit mit sinnfreien
Smartphone- und Surfaktivitäten verbringen und
ihre originären Aufgaben
vernachlässigen.
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für die Akquise und Kommunikation mit Kunden und künftigen Zielgruppen zu nutzen. Dies
beinhaltet nicht nur die Fähigkeit, ein digitales
Endgerät bedienen zu können, sondern es geht
darum, digitale Kommunikation und digitalen Vertrieb zugleich
zu initiieren, zu gestalten, zu pflegen und
betriebswirtschaftlich
auszuwerten.
Die Angst der
Chefs wächst,
Mitarbeiter
würden ihre
Arbeitszeit mit
sinnfreien
Smartphone- und
Surfaktivitäten
verbringen.
Tatsächlich ist diese
Angst nicht unbegründet. Jeder zweite Mitarbeiter nutzt E-Mails und
Chatfunktionen auf seinem Smartphone auch
während der Arbeitszeit (Quelle: Tomorrow Focus 2013). Medienkompetenz im Unternehmen
sieht anders aus. Darunter ist nicht die Wischund Daumendrückkompetenz gemeint. Vielmehr
muss es darum gehen, digitale Medien und Endgeräte als Werkzeuge für betriebliche Aktivitäten
und nicht als Unterhaltungsinstrumente oder als
privaten Arbeitsplatz im Unternehmen zu nutzen.
Medienkompetenz in Unternehmen zielt darauf
ab, digitale Kommunikationskanäle zum Beispiel
Diese
Kompetenzen
können nur beschränkt
über digitale Lernumgebungen
vermittelt
werden. Zwar kann
durch „Learning on the
Job“ vereinzelt die Sensibilität für die digitale
Mediennutzung unterstützt werden. Doch für
den Erwerb dieser zukunfts- und wettbewerbs­
entscheidenden Kompetenzen ist ein interdisziplinäres Weiterbildungskonzept notwendig, in
welchem Tutoren und Mentoren das Learning on
the Job begleiten. Diese Aufgabe übernehmen
immer mehr junge und digitale Medienmanager,
die einerseits aus der Gruppe der Digital Natives kommen und andererseits eine zugleich betriebswirtschaftliche, medientechnische sowie
marketing- und vertriebsorientierte Aus- und
Weiterbildung genossen haben oder im Unternehmen erfahren.

Der Bundesverband Medien und Marketing
e. V. (BVMM) ist Ansprechpartner für Investitionssicherheit in Marketing und Kommunikation. Der Verband vereinigt Kommunikations- und Marketingverantwortliche aus allen
Wirtschaftszweigen und Unternehmensgrößen sowie Akteure aus der Medien-, Werbeund Kommunikationswirtschaft.
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Prof. Dr. Gerald Lembke
Geschäftsführer
Präsident Bundesverband
Medien und Marketing
Medienmanager Duale
Hochschule BadenWürttemberg in
Mannheim.
Mitglied der
Mittelstandsallianz
Der Mittelstand. | 2 | 2015
UNTERNEHMERSERVICE
41
Der Weg zur modernen
Führungskraft
„Eines Tages sind Sie plötzlich Chef!“, mit diesem Ausruf gibt Jack Welch in seinem
Manager-Klassiker „Winning“ die Richtung vor. Doch wie funktioniert der Weg
vom Mitarbeiter zum Vorgesetzten? Darüber wird viel diskutiert.
Und so stellen sich folgende Fragen: Kann man
Führung lernen? Welche Eigenschaften benötigt
eine Führungskraft? Was ist guter Führungsstil?
Wie begegnet man Veränderungen? Und: Sind
Zahlen und Bilanzen wirklich das Wichtigste?
Foto: © kasto - Fotolia.com
„„
Erst wenn sich
Veränderungen gut
anf ühlen, werden
diese auch effektiv
umgesetzt.
Wenn die bisherigen Wirtschaftskrisen und der
heutige Fachkräftemangel eines zeigen, dann dass
Führungskräfte gebraucht werden, die die Balance
zwischen betriebswirtschaftlichem und humanistischem Denken und Handeln beherrschen.
Die Qualifikation setzt sich aus fünf Modulen
zusammen, die in einzelnen Seminaren angeboten werden. Erst mit Abschluss aller fünf
Module erhält man das Zertifikat zum Junior
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Ausführliche Infos unter
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Dazu gehört außerdem die Bereitschaft und Fähigkeit, Veränderungen professionell zu begegnen und sie gezielt zu steuern. Deshalb ist wichtig, sich und sein Unternehmen fit zu machen,
um schnell auf Veränderungen reagieren zu
können. Leider wird diese Fähigkeit in Deutschland immer noch stark unterschätzt.
Es ist wichtig zu erkennen, warum und wie man
Entscheidungen trifft. Und ebenso wesentlich
ist es zu wissen, wie Ziele und Prozesse authentisch kommuniziert werden. Ein Mensch wirkt
nur dann authentisch, wenn seine emotionale Körpersprache mit der rationalen,
verbalen Aussage und der auditiven Untereigenschaft des Kontextes übereinstimmt.
Denn erst wenn sich Veränderungen gut
anfühlen, werden diese auch effektiv umgesetzt.
Thomas Gritz
Regionalmanager der
DPFA Akademiegruppe
Dies, und einiges mehr, müssen moderne
Führungskräfte beherrschen, und das gilt
ganz besonders für das mittlere Management des Mittelstandes. Die DPFA
Akademiegruppe bietet mit der Qualifikation zum Junior Manager in Technical
and Engineering Sector den Erwerb dieser Fertigkeiten.

Foto: BK
So beschreiben die Autoren Laurence J. Peter und
Raymond Hull das Phänomen der Spitzenunfähigkeit, welches als Peter-Prinzip berühmt wurde.
Demnach werden Beschäftigte so lange befördert, bis sie auf einer Position ankommen, der sie
nicht gewachsen sind. Das kann keiner wollen!
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
e-Learning: betriebliche
Weiterbildung der Zukunft?
Vom kurzen Video auf dem Smartphone bis zum virtuellen Klassenzimmer:
Elektronisches Lernen kann Unternehmen Geld und Zeit sparen. Vor allem KMU profitieren davon.
Modernes e-learning bietet Mitarbeitern Videos,
Online-Kurse, „Webinare“ im virtuellen Klassenzimmer und viele andere multimediale, interaktive Lernformen. Keine teuren Reisen mehr zu
Seminaren, keine Abwesenheit vom Arbeitsplatz,
dafür flexible und individuelle Zeiteinteilung.
Nehmen kleine und mittlere Unternehmen e-Learning wahr? Das wollte Dr. Lutz Michel vom Essener MBB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung herausfinden und hat im letzten Jahr
193 Unternehmen, davon 95 Mittelständler, nach
ihren innerbetrieblichen Fortbildungsstrategien
befragt. Nun liegen die Ergebnisse vor.
KMU investieren viel
Tatsächlich verwenden 60 Prozent der Unternehmen e-Learning, weitere 17 Prozent planen dies.
Für Konzerne ist unter anderem die Entlastung des
Ausbildungspersonals ein Grund. KMU haben in
der Regel keines, und so stehen für sie die zeitliche
und räumliche Flexibilität sowie die Zeit- und Kostenersparnis im Vordergrund. „Für solche Unternehmen ist es wichtig, dass sie auch kleine Gruppen
kosten- und zeiteffizient beschulen können“, sagt
Michel. Mittelständler investierten 2014 sogar 21
Prozent ihrer Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
in e-Learning, Konzerne lediglich 15 Prozent.
Doch in welchen Bereichen wollen kleine Betriebe ihre Mitarbeiter fit machen? Vom produktionsintensiven Mittelstand könnte man einen hohen
Bedarf an gewerblich-technischer Fortbildung
und Schulungen an Produkten und Maschinen
erwarten. Hier zeigt die Studie jedoch, dass für
KMU IT-Anwendungen (etwa Office-Programme), Personalmanagement- und Führungskompetenz sowie Betriebsmanagement ganz oben im
Weiterbildungsprogramm stehen.
Foto: © goodluz - Fotolia.com
42
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Wenig Maßgeschneidertes
für kleine Unternehmen
Michel glaubt auch zu wissen, warum: „Buchhaltung und Management sind branchenübergreifende Lehrfelder, für die die e-Learning-Industrie
vorgefertigte Produkte von der Stange anbietet.
Produkt- und Technikkompetenz sind sehr speziell und erfordern auf die Betriebe maßgeschneiderte, teure Lernprogramme.“ Um elektronisches
Lernen auch für KMU attraktiv zu machen, sind in
Michels Augen die Branchenverbände gefordert.
„Betriebe, die in Verbänden organisiert sind, haben einen Anspruch auf die Bereitstellung spezifischer Lernprogramme. Beim VDMA und anderen
herrscht Unwissen über e-learning.“ Doch einige
Handwerksbildungszentren und ähnliche Branchenverbände haben mittlerweile die Möglichkeiten des Web 2.0 für die betriebliche Weiterbildung
erkannt und entwickeln digitale Lernangebote.
So zum Beispiel die Handwerkskammer Bildungszentrum Münster (HBZ): Im Bemühen, die klassische Präsenzlehre mit dem Web 2.0 zu verbinden,
hat das HBZ das netzbasierte Lernkonzept für das
Bauwesen „NetProBau“ entwickelt. Diese interaktive Lernplattform ermöglicht Teilnehmern,
mit dem Lerntool „SkizzenCAD“ Planungsaufgaben zu lösen, mit anderen Teilnehmern online zu
diskutieren und gemeinsam zu verbessern.
Augmented Reality in der
betrieblichen Fortbildung
Ein ehrgeiziges Online Projekt für die Fortbildung
im Druckhandwerk, das ganz besonders von der
fortschreitenden Digitalisierung betroffen ist,
hat der ZFA, der Zentral-Fachausschuss Berufs-
UNTERNEHMERSERVICE
bildung Druck und Medien, gestartet: SAL, Social
Augmented Reality, verbindet das gemeinsame
Lernen in sozialen Netzwerken mit der computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Konkret können für Lernende Abläufe an
der laufenden Druckmaschine an mobilen Endgeräten wie Tablet oder Smartphone visualisiert
werden, um die Technik greifbar zu machen.
„„
Das Lernen im virtuellen
Klassenzimmer ist effizient
und kostensparend.
Dr. Lutz Michel
Beispielhaft geht das Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE)
in Oldenburg vor: Es bietet allen 1.000 Innungsbetrieben einen Bereich auf seiner e-Learning
Plattform an, auf dem passgenaue Lernprogramme für die Fortzubildenden bereitgestellt
werden: Ob neueste Entwicklungen in der Messund Regelungstechnik oder Fortschritte in der
Brennstoffzellentechnologie – KMU können so
online weiterbilden, ohne ihre Mitarbeiter auf
Reisen zu schicken.
Lutz Michel ist sich sicher: e-Learning bietet gerade für Mittelständler nur Vorteile. „Das Lernen im
virtuellen Klassenzimmer ist effizient und kostensparend. Nur das gemeinsame Bier hinterher, das
fällt weg.“ 
Bernd Ratmeyer
Wissenschaftsjournalist
und Lektor
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Der Mittelstand. | 2 | 2015
Neben dem Beruf zum Master
Weiterbildung nutzt Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen. Hier geht die Westfälische
Wilhelms-Universität in Münster neue Wege. Mit dem Konzept „Lebenslanges Lernen“ öffnet die
Traditionshochschule jetzt auch älteren Arbeitnehmern die Türen.
Die Herausforderungen der demografischen
Entwicklung und der damit wachsende Bedarf
an qualifizierten Fachkräften verlangen ein möglichst hohes Bildungsniveau der Bevölkerung.
Dabei ist es einerseits von Bedeutung, ältere
Arbeitnehmer im Rahmen des Konzeptes des
„Lebenslangen Lernens“ für ihren Beruf weiter
zu qualifizieren. Andererseits muss das Erwerbs­
potenzial der Jüngeren erschlossen werden,
damit diese relativ mehr zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung beitragen können. Viele
Experten sehen eine Straffung der beruflichen
Erstausbildung bei gleichzeitiger Ausweitung
von Weiterbildungen als beste Reaktion auf diese
Entwicklung an.
Wenngleich die Bereitschaft zur Weiterbildung
laut Studien bei den Jüngeren eher gegeben ist
als bei älteren Erwerbspersonen, ist sie doch in
hohem Maße vorhanden. Ein Grund: Weiterbildungen lassen sich in bare Münze umrechnen. Im
Schnitt können Beschäftigte Einkommenssteigerungen von sechs Prozent erwarten. Arbeitgeber
nutzen Weiterbildungen im „War for Talents“ als
Instrument, um Mitarbeiter und damit Wissen an
die Unternehmen zu binden.
Mit dem Wunsch sich weiterzubilden, kommen die
Fragen: Studium oder Lehrgang? Wochenendkurs
oder Seminar? Aufgrund seiner hohen Reputation
gilt nach wie vor ein Hochschulabschluss als erstrebenswert für die berufliche Laufbahn. Dabei
wollen Weiterbildungswillige jedoch immer seltener ihre Karriere unterbrechen, um Vorlesungen
zu besuchen. Es sind daher innovative Konzepte
gefragt, die es Arbeitnehmern und Arbeitgebern
ermöglichen, Berufsalltag und Studium miteinander zu kombinieren.
An den Hochschulen gewinnen weiterbildende
Studiengänge, die auf einen ersten Hochschulabschluss aufbauen, an Relevanz – so hat die Zahl
der Angebote in den letzten fünfzehn Jahren
zugenommen. Dies darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass den Weiterbildungs­
aktivitäten der Hochschulen, gemessen an dem
gesamten Spektrum der klassischen Hochschulaufgaben, in Deutschland bis heute keine zentrale
Bedeutung zukommt.
Um ihren Weiterbildungsaktivitäten mehr Gewicht zu verleihen, bündelt die Westfälische
Wilhelms-Universität Münster ihre Weiterbil-
Foto: Judith Kraft; Grafik: WWU Münster
46
Der Mittelstand. | 2 | 2015
dungsaktivitäten für Berufstätige seit
2006 in einer gemeinnützigen GmbH,
der WWU Weiterbildung. Angeboten
werden Seminare, Zertifikatslehr­
gänge und Masterstudiengänge im
gesamten Fächerspektrum der Universität, die die Teilnehmenden neben
dem Beruf absolvieren können. Vorlesungen finden als Blockveranstaltung,
abends oder am Wochenende statt.
Ergänzt werden die Präsenzphasen
durch Selbstlernphasen.
„Die Impulse und Konzepte für Weiterbildungsangebote kommen in der Regel
aus den Fachbereichen, die über hervorragende Praxiskontakte verfügen.“,
so Dr. Kristin Große-Bölting, Geschäftsführerin der WWU Weiterbildung.
„Gute Kontakte unserer Professoren in
die Praxis helfen uns dabei, unsere Studiengänge
zu vermarkten. Denn im Gegensatz zum grundständigen Studium muss ein weiterbildender Studiengang vom Teilnehmenden selbst oder seinem
Arbeitgeber finanziert werden.“ Beiträge bis zu
10.000 Euro oder mehr für einen zweijährigen
Masterstudiengang sind dabei branchenüblich –
für Studierende und Universitäten ein Neuland,
das beide Seiten eher zögerlich betreten.
„Aufgrund des großen Vorteils, nicht aus dem
Beruf ausscheiden zu müssen, verbunden mit der
Tatsache, dass oft schon während der Weiterbildung eine Gehaltserhöhung winkt, entscheiden
sich immer mehr Arbeitnehmer für einen berufsbegleitenden Master“, so Große-Bölting. Größere
Skepsis herrsche auf Seiten der Fachbereiche,
wenn es um die Initiierung neuer Studiengänge
UNTERNEHMERSERVICE
gehe, so Große-Bölting weiter. Zwar haben diese die fachlichen Voraussetzungen für ein hoch
qualifiziertes Lehrangebot. Es mangelt aber oft an
Erfahrung in der Umsetzung und den zeitlichen
Ressourcen für die Organisation. „An der Universität Münster wird daher ein Franchise-System
genutzt, bei dem die WWU Weiterbildung den
Fachbereichen genau diese Tätigkeiten abnimmt.“
„„
Es sind daher innovative
Konzepte gefragt, die es
Arbeitnehmern und
Arbeitgebern ermöglichen,
Berufsalltag und Studium
miteinander zu kombinieren.
Beispiele sind das Marketing Executive Program
oder der Masterstudiengang „Angewandte Ethik“,
die seit zehn Jahren schon über 300 Studierenden
einen universitären Masterabschluss ermöglicht
haben. Die Professoren konzentrieren sich auf die
Lehre, während die WWU Weiterbildung die Organisation und Durchführung des Studiengangs
gemäß der Prüfungsordnung übernimmt – in separaten Räumlichkeiten der Uni und nach einem
Zeitplan, der den Berufstätigen entgegenkommt.
Die Universität Münster ermöglicht es so schon
heute einer Vielzahl von Berufstätigen, Weiterbildungen wahrzunehmen. „Das Ziel ist es, diese
Palette an Angeboten in den nächsten Jahren
stetig auszubauen“, erläutert Dr. Kristin GroßeBölting.
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47
48
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Vorbild: Vorgesetzte
Die soziale und emotionale Intelligenz von Vorgesetzten wirkt sich positiv auf das Betriebsklima und
die Mitarbeiterbindung aus. Vorbilder in den Führungsetagen mindern Fehltage und steigern die
Produktivität der Mitarbeiter.
Die meisten Entscheidungen −
auch in der Wirtschaft –
werden aus dem Bauch
heraus getroffen.
Weiterbildung steht bei Unternehmen hoch im
Kurs. 86 Prozent der Unternehmen investieren in
die betriebliche Weiterbildung und gaben im Jahr
2013 pro Mitarbeiter 1.132 Euro für Lehrgänge,
Kurse und Seminare aus, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) errechnete. Mit dem
Weiterbildungsangebot möchten die Unternehmen die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter erhöhen,
dem Fachkräftemangel entgegensteuern und die
Mitarbeiter an sich binden. Doch erreichen die Unternehmen ihr Ziel und binden sie die Mitarbeiter
tatsächlich? Die Zahlen der letzten Arbeitnehmerbefragung des Berliner Gallup-Instituts lassen aufmerken: Demnach hat jeder sechste Arbeitnehmer
innerlich bereits gekündigt. 67 Prozent der Mitarbeiter verrichten Dienst nach Vorschrift. Und das
hat Folgen: Die Kosten durch Fehltage, hohe Fluktuation und niedrige Produktivität werden zwischen
112 bis 138 Milliarden Euro im Jahr beziffert. Kosten, die sich negativ in den Bilanzen niederschlagen.
Wulf-Hinnerk Vauk
Business-Diplomat
www.vaukbusiness.com
Betriebliche Weiterbildung
mit Wertekanon
Wie kommt es zu dieser Schieflage in den Unternehmen? Zum einen gibt es bestimmte Gruppen in
Führungskräfte bestimmen
das Betriebsklima
Doch wie definiert man im 21. Jahrhundert
Vorbild? Ein Vorbild zeichnet sich aus durch:
ƒƒ Verantwortung
ƒƒ Organisationstalent
ƒƒ Respekt
ƒƒ Bewusstes Handeln
ƒƒ Intuition
ƒƒ Loyalität
ƒƒ Durchhaltevermögen
Diese persönlichen Eigenschaften bilden das Fundament einer Unternehmenskultur, die aus Mitarbeitern zufriedene Mitarbeiter macht. Lebenslanges Lernen und Weiterbildung ist die Pflicht. Zur
Kür gehören der respektvolle und wertschätzende Umgang. Und dieser schlägt am Ende des Tages
positiv zu Buche. 
Foto: © DDRockstar - Fotolia.com
„„
Unternehmen, die sich beruflich
weniger weiterbilden als andere.
Dazu zählen die Berufsanfänger,
Arbeitnehmer in Elternzeit und
die Gruppe der über 40-Jährigen. Im deutschen Mittelstand
werden in nur drei Prozent der
Unternehmen Schulungen und
Trainings von Beschäftigten
über 40 Jahren wahrgenommen. Zum anderen geht es
beim Thema Weiterbildung oft
ausschließlich um die Qualifikation und das Leistungsvermögen der Arbeitskraft
und nicht um den Menschen und seine soziale und
emotionale Intelligenz. Das Hauptaugenmerk der
Weiterbildungsangebote richtet sich auf die „Hard
Facts“ und nicht auf die Softskills. Dabei werden die
meisten Entscheidungen − auch in der Wirtschaft −
aus dem Bauch heraus getroffen. Doch worauf gehen diese Entscheidungen zurück? Richtschnur für
das Bauchgefühl sind die Werte, die jeder Mensch
verinnerlicht hat. Gelernt werden diese über Spiegelneuronen in unserem Gehirn, die von Eltern und
Vorbildern aktiviert werden. Das hört auch im Berufsleben nicht auf.
Specials tools 2015
„Innovative digitale Lösungen
bieten dem Mittelstand neue
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Der Mittelstand. | 2 | 2015
Hochschulen –
privat versus staatlich
Die tertiäre Bildung findet in Deutschland innerhalb eines klassischen Staatsmonopols statt.
Damit unterscheidet sich die deutsche Hochschullandschaft von den meisten anderen
Industrieländern, in denen private Initiative in der Bildung eine stärkere Bedeutung hat.
Privathochschulen sind in Deutschland ein relativ junges Phänomen. Anders als in den USA,
wo die ersten Universitäten private Gründungen
waren, und erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts Staatshochschulen gegründet wurden,
gab es vor dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen nur staatliche
Hochschulen.
Prof. Klaus Hekking
Vorstandsvorsitzender
Verband der Privaten
Hochschulen
www.privatehochschulen.net
Hochschulbildung wird in Deutschland daher traditionell als öffentliche Aufgabe verstanden. Der
Staat bestimmt die Hochschulpolitik, er reguliert
den Hochschulmarkt, ist mit einem Marktanteil von 93 Prozent Marktführer und entscheidet außerdem noch über die Zulassung privater
Konkurrenten. Vor 1970 gab es in Deutschland
gerade mal zehn private Hochschulen, nach einem regelrechten Gründungsboom seit den
Neunzigerjahren sind es inzwischen über 120.
Mit derzeit über 160.000 Studierenden haben
sie sich einen Marktanteil von insgesamt knapp 7
Prozent, bei den Fachhochschulen sogar von fast
17 Prozent, erobert und sind in den letzten fünf
Jahren mit zweistelligen Raten gewachsen. Der
Wissenschaftsrat und der Stifterverband für die
Deutsche Wissenschaft haben festgestellt, dass
Privathochschulen nicht mehr bloße Ergänzung
der staatlichen Hochschulen, sondern ein wesentliches Element der deutschen Hochschullandschaft sind. Die Privaten haben sich diese
Stellung weitgehend ohne politische Rückendeckung, ohne staatliche Unterstützung und trotz
intensiver gesetzlicher Regulierung und administrativer Wettbewerbsverzerrungen geschaffen.
Ihre Raison d‘Être und ihr Selbstverständnis beziehen sie daraus, dass sie gerade nicht staatlich
von oben verordnet wurden, sondern von unten
aus der Gesellschaft gewachsen sind – aus mäzenatischen, philantropischen oder unternehme­
rischen Initiativen, von Stiftungen, Unternehmen
oder Einzelpersönlichkeiten. Sie sind Hochschulen des Volkes für das Volk.
Sie liefern zwar auch nicht das „Ei des Kolumbus“,
aber sie haben gegenüber den Staatshochschulen
einige entscheidende Vorteile:
ƒƒ Privathochschulen reagieren aufgrund ihrer unternehmerischen Ausrichtung rasch und unmittelbar auf neue Bildungsanforderungen, die sich
aus der Entwicklung von Gesellschaft, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Technologie ergeben.
ƒƒ Privathochschulen zeichnen sich durch eine bessere Integration und Partizipation der Studierenden in das akademische Leben aus. Sie haben eine
kundenorientierte Grundeinstellung gegenüber
den Studierenden und eine partizipative Organisationskultur, die sich in einem unternehmerisch
geprägten Umfeld leichter realisieren lässt als in
einer staatlich geprägten Bürokratie.
Foto: © bikeriderlondon - Shutterstock.com
50
Der Mittelstand. | 2 | 2015
ƒƒ Privathochschulen haben eine schlanke
und effektive University Governance.
ƒƒ Sie verfügen über eine politische, rechtliche, finanzielle und organisatorische Autonomie, die
ihnen notwendige Spielräume gibt, Alleinstellungsmerkmale und Stärken herauszubilden.
So konnten sie in den letzten zwei Jahren rasch
und unbürokratisch ihre Kapazitäten ausweiten und zusätzliche Studienplätze für die stark
steigenden Bewerberzahlen anbieten.
ƒƒ Privathochschulen sind Vorreiter bei der institutionalisierten Qualitätssicherung. Anders als die
Staatshochschulen unterziehen sie sich nicht nur
der Programmakkreditierung einzelner Studiengänge, sondern alle fünf bis zehn Jahre auch der
institutionellen Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat, bei der die gesamte Hochschule in
Bezug auf Leitbild, Strategie, Führung, Organisation, Personal, Finanzierung und Qualitätssicherung auf Herz und Nieren geprüft wird.
ƒƒ Privathochschulen sind besser aufgestellt bei
der Verzahnung von Wissenschaft und Praxis
als staatliche Hochschulen. Ihre Kooperation
mit Wirtschaftsunternehmen bei der anwendungsorientierten Forschung, die Mitwirkung
von Führungskräften der Wirtschaft in Hochschulräten, der Einsatz von Praktikern in der
UNTERNEHMERSERVICE
51
Lehre und Pflichtpraktika der Studierenden
sind wesentliche Elemente für den systema­
tischen Dialog mit der Praxis.
ƒƒ Privathochschulen verfügen durch ihre Finanzierungsstruktur traditionell über eine bessere
Expertise in der Bildung von Alumni-Netzwerken und im Fundraising.
„„
Vor 1970 gab es in
Deutschland gerade mal
zehn private Hochschulen.
Fazit:
ƒƒ Privathochschulen sind ein
lebendiger und intelligenter
Beitrag der Zivilgesellschaft für ein
leistungsfähiges Bildungswesen.
ƒƒ Privathochschulen sorgen für
Systemwett­bewerb und Pluralität
im Hochschulwesen.
ƒƒ Privathochschulen setzen besonders
in der Lehre, im Management und in der
effektiven Organisation von Hochschulbildung
regelmäßig neue Impulse.

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Der Mittelstand. | 2 | 2015
Inklusion ist
unternehmerische Investition
Behinderte Mitarbeiter können
Unternehmen bereichern. Aber
kleine Betriebe scheuen das Thema.
Zumeist ist mangelndes Wissen der
Grund.
Behinderte in den beruflichen Alltag zu integrieren
ist nicht nur moralische Pflicht, sondern schlicht
Gesetz. Betriebe mit mehr als 20 Arbeitsplätzen
müssen wenigstens fünf Prozent Mitarbeiter mit
Handicap einstellen. Wer glaubt, dem finanziell
oder infrastrukturell nicht gewachsen zu sein,
kann sich durch eine Ausgleichsabgabe freikaufen.
Der unlängst erschienene „Inklusionsbericht“ der
Aktion Mensch zeichnet für das Jahr 2013 ein positives Bild: Die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter mit 4,64 Prozent nähert sich dem gesetzlich
vorgeschriebenen Wert an.
Die größten Sorgen: Barrierefreiheit
und Kündigungsschutz
Doch sind nicht alle Unternehmen gleichermaßen
motiviert. Kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern stellen deutlich weniger Menschen mit
Behinderungen ein. Für Arnim von Buttlar, Vorsitzender der Aktion Mensch, liegt das vor allem an
mangelndem Wissen über Unterstützungsmöglichkeiten. „Unternehmer- oder familiengeführte
Betriebe haben Angst vor den Kosten der Barrierefreiheit und wissen nicht, wo und wie sie Gelder
dafür beantragen können. Außerdem fürchten sie
den strengeren Kündigungsschutz.“ Der existiert
tatsächlich – jede Kündigung muss dem Integrationsamt vorgelegt werden. Doch die Erfahrung
zeigt: Ist die Kündigung berechtigt, stimmt das Amt
in 80 Prozent der Fälle zu.
Die Barriere ist eher im Kopf
Überhaupt, so von Buttlar, werde der Faktor Inklusion zu sehr durch die defizitäre Brille einer pessimistischen Kosten-Nutzen Rechnung betrachtet.
Das Gegenteil ist der Fall: Zwei Drittel aller Arbeitgeber, die Behinderte einstellen, bemerken keinen
Leistungsunterschied, aber oft eine Steigerung:
„Behinderte zeigen mehr Loyalität, sind aufgrund
ihres Handicaps besser organisiert und bringen
mitunter spezielle Fähigkeiten mit. Menschen mit
Sehstörungen sind mit ihrem entwickelten Tastsinn
im medizinisch-diagnostischen Bereich einsetzbar,
Autisten sorgen mit ihrer Detailgenauigkeit für
Foto: © Photographee.eu - Fotolia.com
52
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Erste Schritte für
Arbeitgeber zur Inklusion
behinderter Arbeitnehmer:
Informationen zu den Integrationsfachdiensten
(IFD), die bei der Durchführung von Maßnahmen
zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am
Arbeitsleben beteiligt werden.
www.ifd-bw.de
www.arbeitsagentur.de/
Unternehmen/Arbeitskräftebedarf/
Beschäftigung/Menschen mit Behinderung
Die zuständigen Integrationsämter
nach Postleitzahl:
www.integrationsaemter.de
Arbeitgeber-Service der
Arbeitsagentur an 600 Standorten:
arbeitsagentur.de (Unternehmen)
Bundesweite Rufnummer: 0800 4 5555 20
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UNTERNEHMERSERVICE
53
hohe Qualitätsstandards.“ Inklusion ist zugleich Investition in die Zukunft. Fachkräfte fehlen, und wir
werden älter. Mit dem Alter kommen auch Behinderungen, so dass Barrierefreiheit bald zum Standard für Unternehmen werden wird – klug, wer sich
jetzt schon rüstet.
„„
Zwei Drittel aller Arbeitgeber,
die Behinderte einstellen, bemerken keinen Leistungsunterschied, aber oft eine Steigerung.
Daher fordert von Buttlar von der Arbeitsmarktpolitik mehr Transparenz bei der Kommunikation
über Fördermöglichkeiten für KMU und weniger
Bürokratie. „Man muss es den Unternehmern
leicht machen, die Zwangsabgabe zu sparen und
stattdessen in die Integration zu stecken, unabhängig von jedem Fürsorgegedanken. Denn behinderte
Mitarbeiter sind eine Chance.“

Bernd Ratmeyer
Wissenschaftsjournalist
und Lektor
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Haftungsfalle im
Mindestlohngesetz
Das Mindestlohngesetz (MiLoG) ist in Kraft. Die Unternehmen haben mit einem Bündel neuer
Probleme zu kämpfen. Eines dieser Probleme ist die Klärung der Frage, was es mit der Haftung
des Auftraggebers nach § 13 MiLoG auf sich hat.
§ 13 MiLoG bestimmt, dass § 14 des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes entsprechende Anwendung findet.
Mit diesem Verweis auf das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) begründet
das MiLoG eine eigenständige Haftung
des Unternehmers, der einen anderen
Unternehmer mit der Erbringung von
Werk- oder Dienstleistungen beauftragt,
soweit dieser seine Verpflichtungen aus
dem MiLoG gegenüber seinen Arbeitnehmern nicht erfüllt. Das heißt, dass ein
Unternehmer, der einen anderen Unternehmer beauftragt, den Mindestlohn an
dessen Arbeitnehmer bezahlen muss,
wenn der beauftragte Unternehmer dieser Verpflichtung nicht nachkommt. Die
Haftung erstreckt sich auch auf die sich
hieraus ergebenden Sozialversicherungsbeiträge.
Die Nachunternehmerhaftung nach § 14
AEntG hat sowohl die Billigung des Bundesverfassungsgerichts, wie auch des Europäischen Gerichtshofs erfahren.
Prof. Dr.
Stefan Nägele
Fachanwalt für
Arbeitsrecht, Stuttgart
www.naegele.eu
Im Verhältnis zu § 14 AEntG hat sich die Erkenntnis
herausgearbeitet, dass die Nachunternehmerhaftung nur als sogenannte Generalunternehmerhaftung zu verstehen ist. Diese Sichtweise wird durch
das Bundesarbeitsgericht ausdrücklich gebilligt. Es
solle also nicht jeder Unternehmer in die Haftung
einbezogen werden, sondern nur Generalunternehmer, die Bauleistungen an Subunternehmer
vergeben. Mit Inkrafttreten des MiLoG stellt sich
jetzt die Frage, ob dieses einschränkende Verständnis der Nachunternehmerhaftung auch nach
§ 13 MiLoG gilt. Dazu werden in der arbeitsrechtlichen Literatur völlig unterschiedliche Auffassungen vertreten. Bei der Gesetzesbegründung zu
§ 13 MiLoG findet sich folgender Hinweis:
Die Regelung zur Haftung des Auftraggebers in
§ 13 wird durch Verweis auf die entsprechende
Vorschrift des § 14 Arbeitnehmer-Entsendegesetz
an die dortige Rechtslage angeglichen. Die dortige
Ausgestaltung der Haftung – wie sie insbesondere
durch die Rechtsprechung stattgefunden hat – hat
sich über Jahre bewährt. In den bislang in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz einbezogenen Branchen wird diese Haftung praktiziert.
Nach dieser Begründung könnte man zum Ergebnis kommen, dass die Bundesregierung die Nachhaftung nach dem MiLoG auch nur als Generalunternehmerhaftung ausgestalten wollte.
Von der arbeitsrechtlichen Literatur wird hierzu
eingewandt, dass das MiLoG, anders als das AEntG, keinen Branchenbezug aufweisen würde, und
deshalb § 13 MiLoG eine Haftung von Unternehmen gleich welcher Branche begründe, die andere
Unternehmen mit der Erbringung von Werk- oder
Dienstleistungen oder ähnliches beauftragen. Anstelle von Generalunternehmerhaftung sei daher
von Nachunternehmerhaftung zu sprechen.
In der gegenwärtigen Erkenntnisphase ist es schon
unter Sicherheitsaspekten verfehlt, darauf zu vertrauen, dass durch § 13 MiLoG ausschließlich eine
Generalunternehmerhaftung (in der Baubranche)
begründet werden sollte. Vielmehr muss jeder Unternehmer sich mit dem Risiko auseinandersetzen,
nach § 13 MiLoG im Rahmen der Beauftragung
von Nachunternehmern in Anspruch genommen
zu werden. Ob diese Risikobetrachtung auf lange
Sicht erforderlich ist, wird man sehen, sobald die
Gerichte sich mit dieser Thematik befasst haben.
Die Haftung selbst erfolgt nach den Regeln der
Bürgenhaftung, das heißt, die Arbeitnehmer des
Nachunternehmers können sich direkt an das beauftragende Unternehmen wenden und diesem
gegenüber Ansprüche durchsetzen.
In der jetzigen Phase kann ich deshalb nur empfehlen, der Beauftragung von Nachunternehmern
eine hohe Sorgfalt zu widmen, mit den Nachunternehmern Freistellungsvereinbarungen zu treffen
und – soweit geboten – das Haftungsrisiko durch
die Stellung von Sicherheiten zu verringern.

Foto: © jd-photodesign - Fotolia.com
54
Der Mittelstand. | 2 | 2015
UNTERNEHMERSERVICE
Kleine Helfer
Neues aus der adelt Ideen-Werkstatt: Erste Hilfe im Ordner-Look
Das Ideen-Produkt von IP Adelt ist ab sofort als cleveres Werbegeschenk mit einer individuellen Note
erwerbbar. So ist der Erste-Hilfe-Ordner ein einzigartiges Werbemittel, das sich je nach Bedarf als
praktisches Notfall-Kit entpuppt. Eine Version, entwickelt und handgefertigt in der Adelt Manufaktur
in Bielefeld, funktioniert zum Beispiel bestens als gut
verpackter Verbandskasten, der sich als stylischer
Ordner perfekt in das Büroregal integriert. Dadurch
ist die Hilfe immer griffbereit und schnell zur Stelle: Ist
der Ordner aufgeklappt, befindet sich darin ein Verbandskasten, der die Richtlinien für das Büro erfüllt
und zusätzlich wichtige Dokumente wie Anleitungen
und Tipps zur Ersten Hilfe oder wichtige Notfallnummern enthält.
www.adelt-ideen.de
Vokabeln lernen mit Bildern und Audios
Deutschland –
nun ein gelobtes Land Die neuen sprechenden
Deutschland, dem Land der Kritiker und Nörgler,
fehlt es an Motivationskultur. Die Lobkärtchen©
haben eine Antwort darauf. Unter dem Motto
„Gelobt sei, wer gut ist“ wirken die 100 Kärtchen
in der Box auf gleich 10 verschiedene Arten und
Weisen. Die Lobkärtchen© werden vom Lobenden persönlich signiert, kommentiert und überreicht. Sie geben Ansporn in den eigenen vier
Wänden, aber auch darüber hinaus. Man kann
für ein gutes Essen, außergewöhnliche Taten, herausragende (Handwerks-) Leistungen, gelungenen Einladungen, bestandenen Prüfungen, oder,
oder, oder loben.
Bezugsquelle:
www.wolpertingerswarenhaus.de
Bildwörterbuch-Apps von
PONS für Englisch, Französisch,
Spanisch und Italienisch
Mit den neuen universalen PONS Bildwörterbuch-Apps für Englisch, Französisch,
Spanisch und Italienisch kann man sich auf
dem Tablet oder auf dem Smartphone pro
Sprache über 15.000 Wörter, Übersetzungen, Sprachdateien und Fotos ansehen, anhören und lernen. 65 Prozent aller Menschen
sind visuelle Lerntypen, die sich Vokabeln
auf diese Art eindeutig am besten merken.
Mit den neuen Apps für iOS und Android kann man den Grund- und Aufbauwortschatz der Sprache nachschlagen und lernen: Man steigt über eines von
13 Kapiteln (von „Unterwegs“ über „Essen und Trinken“ bis hin zu „Sport und
Fitness“ und „Erde und Natur“) in das Bildwörterbuch ein und klickt sich durch
die ansprechenden Einzel- oder Szenenfotos von „Sandburg“ bis „Fähre“. Zu
jedem Begriff gibt es eine von Muttersprachlern eingesprochene Tonausgabe,
das heißt, die App spricht alle gezeigten Begriffe vor. So lernt man gleich die
richtige Aussprache, auch die Lautschrift wird angezeigt. Über die Bildübersicht lassen sich einzelne Begriffe auch direkt ansteuern. Wer auch gleich
auf unterhaltsame Weise lernen will, kann das integrierte Lernspiel nutzen.
Hier gilt es, die gezeigte Vokabel dem richtigen Foto zuzuordnen.
Der Download der neuen Bildwörterbuch-Apps von PONS ist kostenlos, freigeschaltet ist hier das Kapitel „Unterwegs“. Wer weiter lernen will, bekommt
für einmalig 7,99 EUR das Upgrade mit den restlichen 12 Kapiteln.
www.pons.com
55
56
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Es könnte doch
alles so einfach sein ...
Gebrauchstauglichkeit (Usability) ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit und des Respekts gegenüber
den Nutzern. Usability und eine zufriedenstellende Benutzererfahrung (User Experience, UX) sind signifikante Wettbewerbsvorteile bei Webseiten, Software oder Apps und auch analogen Produkten.
60%
von 160 befragten
Unternehmen berichten,
durch eine verbesserte
Usability ein starkes bis
sehr starkes Umsatzwachstum erzielt zu
haben (Abschlussbericht
des Forschungsprojekts
„Gebrauchstauglichkeit von
Anwendungssoftware als
Wettbewerbsfaktor
für kleine und mittlere
Unternehmen“ der UIG,
Usability in Germany)
Schlaftrunken stolpere ich morgens im Hotel in
die Dusche, greife nach der Duscharmatur – und
schreie beinahe vor Schmerz auf: viereckiges,
scharfkantiges Metall schneidet in meine Haut –
ich halte ein Designerteil in der Hand, fein signiert
und, tja, an sich ästhetisch. Aber alles andere als
benutzerfreundlich …
Vielleicht kommt Ihnen dieses kleine Beispiel aus
der analogen Welt bekannt vor, in der Designer
versuchten, etwas besonders schön oder originell
zu gestalten, aber sich nicht an den Bedürfnissen
der Benutzer orientierten. Verstärkt spüren wir
diese Diskrepanz in der digitalen Welt.
Dabei könnte doch alles etwas einfacher sein,
denken wir verzweifelt, wenn wir uns durch die
Bedienungsanleitung des neuen Smart-TVs hangeln. Oder wir wieder einmal auf einer Webseite
gelandet sind, die uns zwar herzlich willkommen
heißt (und meist auch mit fälschlicherweise groß
geschriebenem „Willkommen“), bei der wir uns
aber erst einmal durch einen langen Vorspann
lesen müssen, bis wir eine Ahnung bekommen, wovon die Seite handelt. Und oft erst dann feststellen
müssen, dass sie uns nicht das Gesuchte bringt.
Oder wir möchten etwas bestellen, haben das entsprechende Produkt angeklickt und endlich auch
den Einkaufskorb gefunden. Dann jedoch kämpfen
wir uns durch viele Seiten Formulare, bei denen
wir nicht verstehen, weshalb oder wie wir das eine
oder andere ausfüllen sollen. 70 Prozent Kaufabbrüche an dieser Stelle sind keine Seltenheit.
Das Gleiche gilt für Software, die uns alles erleichtern soll, z. B. die Buchhaltung, das Erstellen von
schöneren Präsentationen oder die uns Unterstützung für den Vertrieb verspricht. Wir suchen z. B.
nach einem Bestätigungs-Button und finden ihn
ganz klein unten auf der Seite direkt neben dem
Löschen-Button. Beides in gleicher Schriftgröße
wie der Rest und in grau. Und nach dem nächsten
Update ist alles wieder ganz anders.
Auch in manchen Apps gelangen wir ungewollt auf
falsche Seiten, weil die Links zu nahe beieinander
liegen oder schlicht zu klein für unsere Finger sind.
Foto: © pathdoc - Fotolia.com
Schickes Design vs.
Benutzerfreundlichkeit
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Report
Vorbilder Google und Apple
Spätestens seit Google oder den Innovationen
von Apple-Chef Steve Jobs wissen wir jedoch,
dass es auch anders geht. Dass wir bei benutzerfreundlich entwickelten Produkten eine Bedienungsanleitung getrost ignorieren können, weil
sich die Bedienung weitestgehend intuitiv selbst
erklärt, oder wie bei Google der Sinn und Zweck
der Startseite nicht durch ablenkende Werbung
und Texte wie damals bei Yahoo zugepflastert ist,
und man das Eingabefeld der Suchfunktion lange
suchen musste.
Benutzerfreundlichkeit als
signifikanter Wettbewerbsvorteil
Gebrauchstauglichkeit bzw. Usability ist eine Frage der Höflichkeit und des Respekts gegenüber
den Nutzern. Aber nicht nur das. Denn eine hohe
Usability und eine zufriedenstellende Benutz­
erfahrung in der Mensch-Maschine-Interaktion
(HMI) sind mit Abstand die wichtigsten Faktoren
im digitalen Universum. Und sie bedeuten einen
signifikanten Wettbewerbsvorteil, nicht zuletzt im
Hinblick auf das Suchmaschinenranking.
Eine ansprechende visuelle Gestaltung und eine
intuitive Bedienbarkeit zeugen zudem von Kompetenz und binden den Anwender emotional an
das Produkt. Keine Webseite, Software oder App
ist auf Dauer ohne eine zufriedenstellende User
Experience überlebensfähig. Es sei denn, dass es
kaum nennenswerte Alternativen gibt (wie z. B.
inzwischen Facebook). Denn gerade im Internet ist
die Konkurrenz nur einen Mausklick oder Finger-
Report
Report
tipp entfernt. Ein verärgerter oder sogar frustrierter Nutzer ist dauerhaft verloren.
57
Report
Beispiele für gute und
weniger gute Buttons.
Als Nutzer wollen wir
für keine Sekunde
darüber nachdenken
müssen, ob etwas
anklickbar ist oder nicht.
Nicht nachdenken müssen
„Don’t make me think!“, ist laut Steve Krug, Autor und Usabilityexperte der ersten Stunde, das
erste Gesetz der Usability. Diese Aufforderung
ist auch der Titel seines Buches aus dem Jahre
2000 – und hat an Aussagekraft bis heute nichts
verloren.
Nur wenn wir sofort und intuitiv begreifen, was
uns eine Webseite bringt, und was wir als Nächstes tun können oder wie wir
diese Software oder jenes
Produkt bedienen sollten,
Die Definition von Usability laut Steve
und alle Schritte naheliegend
Krug und die Fragen, die man sich immer
und selbsterklärend sind,
stellen sollte:
werden wir dabei bleiben, die
Software oder App kaufen
ƒƒ nützlich: Kann es etwas,
oder die Dienstleistungen
das Menschen brauchen?
der Webseite weiter nutzen.
ƒƒ erlernbar: Kann man intuitiv
Denn nur dann haben wir das
herausfinden, wie es funktioniert?
Gefühl der Klarheit, Überƒƒ einprägsam: Muss man es für
sicht und Beherrschbarkeit,
jeden Gebrauch erneut lernen?
was die Grundvoraussetzung
ƒƒ effektiv: Erledigt es seinen Job?
dafür ist, Freude an einem
ƒƒ effizient: Tut es das in einem
Produkt oder einer Webseite
angemessenen Zeitraum und
zu empfinden.
mit zumutbarem Aufwand?
ƒƒ begehrenswert: Werden
Im Zweifelsfall verzichten Sie
die Nutzer es wollen?
lieber auf ein schickes Design
ƒƒ reizvoll: Ist der Gebrauch
zugunsten einer höheren Beerfreulich, oder macht es sogar Spaß?
nutzerfreundlichkeit.

Einige Tipps für mehr Benutzerfreundlichkeit:
ƒƒ Beschreiben Sie kurz, aber klar, worum
es sich bei Ihrer Webseite handelt
ƒƒ Nutzen Sie Landingpages, wenn Sie
ein großes Produktsortiment anbieten
ƒƒ Bestätigen Sie ausgeführte Aktionen
klar und deutlich, z. B. mit einem grünen
OK-Button oder einer (Pop-up)-Nachricht
ƒƒ Nutzen Sie verschiedene Farben für unterschiedliche Aktionen, z. B. das Ampelsystem
ƒƒ Kennzeichnen Sie Aktionsbuttons klar
als solche
ƒƒ Lassen Sie Überflüssiges weg,
konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche,
verteilen Sie längeren, aber notwendigen
Inhalt auf weitere Seiten
ƒƒ Formatieren Sie den Inhalt und nutzen Sie
Zwischenüberschriften, damit die Leser
den Text leichter überfliegen können
ƒƒ Fügen Sie einen Fortschrittsbalken bei
aufeinanderfolgenden Aktionen hinzu
ƒƒ Teilen Sie bei Formularen freundlich
die Gründe mit, warum Sie diese oder
jene Informationen brauchen
Und ganz wichtig: Optimieren Sie Ihre Webseiten für mobile Geräte. Ab April 2015 ist dies ein besonders wichtiger Rankingfaktor bei Google. Hier können Sie Ihre Seiten daraufhin kostenlos überprüfen:
www.google.com/webmasters/tools/mobile-friendly/
Siegbert Mattheis
Geschäftsführer der
mattheis. Werbeagentur
GmbH und Mitglied im
German UPA, dem Verband
der Usability Experten
und User Experience
Professionals
www.mattheis-berlin.de
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Soziale Verantwortung
in der Praxis
In Berlin hat sich eine Arbeitsgruppe von BVMW-Mitgliedern zusammengefunden,
um für soziale Verantwortung (Corporate Social Responsibility-CSR) zu werben.
Den Teilnehmern geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und den Umgang mit
dem Thema im eigenen Unternehmen publik zu machen. Sechs von ihnen skizzieren,
warum sie sich für CSR im Mittelstand stark machen.
Die Europäische Kommission definierte CSR als
„Konzept, das den Unternehmen als Grundlage
dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und
Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit
und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“. Ende 2011 hat die Kommission die Definition verändert und versteht
unter CSR „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“.
Stakeholder sind dabei alle Personen oder Gruppen, die von den Aktivitäten eines Unternehmens direkt oder indirekt betroffen sind, oder
die ein Interesse an diesen Aktivitäten haben.
Was bedeutet CSR für den Mittelstand in Zeiten,
in denen Energiekosten steigen, es zunehmend
schwieriger wird, Mitarbeiter zu finden, die Gesundheit der Mitarbeiter diskutiert wird, Lieferketten unter dem Aspekt der Fairness hinterfragt
und Ressourcen knapp werden?
Klaus-Dieter Paul
“Unternehmen müssen Geld verdienen, um zu
bestehen, doch das ist nicht ihr einziger Zweck.
Ihr Handeln hat Auswirkungen auf das gesellschaftliche Umfeld, die eigenen Mitarbeiter, den
Markt, in dem sie agieren, und die Umwelt. Daraus ergibt sich eine Verantwortung, der wir uns
als Unternehmer und Unternehmerinnen nicht
entziehen können und sollten. Kommen wir dieser Verantwortung als Corporate Citizen gezielt
nach, investieren wir gleichzeitig in die eigene
Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft. Mit CSR-Initiativen können Produktivität und Zufriedenheit
der Mitarbeiter gesteigert, die Kosten gesenkt
und die Auswirkungen auf die Umwelt verbessert
werden.“
Geschäftsführer u.bus, Gesellschaft
für regionale Entwicklung und
europäisches Projektmanagement mbH
www.ubus.net
Philipp Wodara
„Unsere Mitarbeiterin in der
Buchhaltung äußerte mehrfach ihr Unverständnis gegenüber der Implementierung von
CSR in unserem Unternehmen.
Für uns ist CSR ein Organisationsinstrument, um unser Projektablaufsystem
zu optimieren. Irgendwann konnten wir Erfolge
verzeichnen, die direkt die Buchhaltung betroffen haben. Bei unseren neuen Kunden kamen
Zahlungseingänge pünktlicher, die Liquidität verbesserte sich, und dadurch erweitern sich natürlich die Handlungsspielräume. Wir haben mehr
Kunden und eine spürbare Zeitersparnis durch
die strukturierten Abläufe.“
Geschäftsführer
Gebäudeservice Wodara GmbH
www.qualitrauen.de
Dr. Johann-Friedrich Huffmann
„Meine Mitarbeiter werden aktiv an der Gestaltung der Werte des Unternehmens beteiligt. Sie
können sich beruflich an Praxisprojekten weiterentwickeln. Diese Kombination aus Wertschätzung und Kompetenzentwicklung führt zu hoher
Identifikation mit Produkten und Unternehmen,
die sich auf die Kundenberatung überträgt. Sie ist
qualitativ besser und markengerechter und entspricht den Erwartungen der Kunden.“
Geschäftsführender Gesellschafter Corporate
Publisher HuffmannBusiness Publikationen
www.huffmann-business.de
Daniela Potzel
„Unter dem Label CSR kann ich mein persönliches
Engagement mit meiner Arbeit als Unternehmerin verknüpfen. Ich kann CSR als Marketing­
instrument und zur Imagepflege meines Unter-
Foto: © weerapat1003 - Fotolia.com
58
Der Mittelstand. | 2 | 2015
UNTERNEHMERSERVICE
Michael Stein
nehmens einsetzen. Wir reden nicht nur, sondern
wir tun auch etwas. Und das gilt für alle Projekte,
die wir planen und umsetzen. Die Vernetzung mit
Schulen, Umweltinitiativen oder sozialen Einrichtungen schafft gegenseitiges Verständnis und
soziale Kompetenz. Wenn die Einbindung aller gesellschaftlichen Gruppen gelingt, die Anonymität
abnimmt und Unternehmen Stellung beziehen,
verbessert sich das soziale Klima.“
Geschäftsführende Gesellschafterin
Intelligenz System Transfer, Zehlendorf GbR
www.ist-zehlendorf.de
Kira von Moers
„CSR im Zusammenhang mit Mitarbeitern bedeutet den nachhaltigen Umgang mit jedem
einzelnen Mitarbeiter in Bezug auf Gesundheit,
Qualifikation und Bindung ans Unternehmen.
Extern sind alle Aktivitäten gemeint, mit denen
das Unternehmen durch seine Personalarbeit
gesellschaftlich wirksam wird. Also zum Beispiel
durch das Ausbilden junger Menschen, die es
schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu finden
oder die gemeinsame Teilnahme an ehrenamtlichen Aktivitäten. Nachhaltiger Umgang mit
Mitarbeiterinnen ist in kleinen und mittleren
Unternehmen und in großen Konzernen möglich.
Wichtig ist, genau zu prüfen, welche Maßnahmen zum Unternehmen passen und eine wirkliche Verbesserung mit sich bringen.“
Inhaberin
Coaching/Beratung KMU/Training
www.kiravonmoers.de
„CSR bedeutet für unser Unternehmen, ein Geschäftsmodell
umzusetzen, das wirtschaftlich
rentabel ist und zugleich positive Auswirkungen auf Mensch
und Umwelt hat. In einer Welt
mit knappen Ressourcen ist
ein lineares Wirtschaftssystem
nach dem Grundsatz take, make
and dispose nicht nachhaltig. Es
gibt einen besseren Weg: ein Geschäftsmodell,
das Produkte im Sinne einer Kreislaufwirtschaft
herstellt, nach dem Vorbild der Natur. Bei dem
Cradle-to-Cradle®-Konzept werden Produkte
und Produktionsweisen so gestaltet, dass die
enthaltenen Stoffe am Ende der Nutzungsphase
immer wieder als Rohstoff für neue Produkte dienen. Durch den Verzicht auf schädliche Inhaltsoder Zusatzstoffe in der Produktion unserer Teppiche und im fertigen Produkt schaffen wir ein
positives, gesundes Arbeits- und Lebensumfeld.
Einmal geschöpfte Werte bleiben erhalten. Unternehmen, die diesen Prinzipien folgen, gehen
über die reine Nachhaltigkeit hinaus.“
Geschäftsleiter Desso GmbH
www.desso.de

Die Mitglieder der CSR-Arbeitsgruppe geben Anregungen für die Praxis und
entwickeln Angebote für den Mittelstand.
Kontakt: [email protected]
Weitere Infos zum Thema unter:
www.csrforum.eu
www.csrgermany.de
www.csr-in-deutschland.de
www.bertelsmann-stiftung.de/csr
www.wikipedia.org/wiki/Bruttonationalglück
www.forum-csr.net
www.arbeitswelten.at
www.4sustainability.de
www.deutscher-bürgerpreis.de
www.teamcsr.de
www.handelsblatt.com/finanzen/
boerse-maerkte/anlagestrategie/
linksammlung-zum-thema-csrservice-fuer-mittelstaendler-und-konzerne/2666576.html
Ausschreibungen und Preise:
www.ihk-berlin.de
www.deutscher-bürgerpreis.de
59
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Mehr Markenschutz
in China
Inzwischen legen auch chinesische Unternehmen Wert auf einen
effektiven Schutz ihrer Unternehmenswerte. Verkürzte Fristen und
beschränkte Widerspruchsverfahren im neuen Markenrecht verlangen aber
auch von ausländischen Marktteilnehmern erhöhte Aufmerksamkeit und
eine durchdachte Markenstrategie in China.
„„
Gerichte können sogar einen
Strafschadensersatz bis zur
dreifachen Höhe des eigentlichen
Schadens auferlegen.
Die Volksrepublik China übt als Markt mit über 1,3
Milliarden Konsumenten nicht erst seit gestern
eine überragende Anziehungskraft auch auf deutsche mittelständische Unternehmen aus. Dabei ist
in der Vergangenheit immer wieder die Diskussion
nach einem effektiven Schutz geistigen Eigentums,
vor allem des Markenschutzes aufgekommen. In
einem Land, das seit langem durch Nachahmen
und Kopieren auffällig ist, ist der Schutz davor eine
besondere Herausforderung für Unternehmen.
Bereits im Mai 2014 hat die Volksrepublik China
eine Reform des Markengesetzes in Kraft gesetzt,
die auch ausländischen Unternehmen mehr Sicherheit bringen soll. Viele der Neuerungen gehen
auf die bisherigen Durchführungsbestimmungen
und existierenden Interpretationen des Obersten
Volksgerichts zum Markenrecht zurück.
Dr. Benjamin Weiler
Rechtsanwalt
Mitglied im IBWF
www.drweiler-law.de
Das Verfahren zur Eintragung von Marken in China wurde deutlich beschleunigt: Das chinesische
Markenamt muss jetzt Markenanträge innerhalb
von neun Monaten prüfen. Zudem können Marken nunmehr nicht mehr nur in einer Waren- und
Dienstleistungsklasse, sondern wie in Deutschland, für Marken und Dienstleistungen in mehre-
ren Klassen angemeldet werden. Auf diese Weise
ist mit einer einzigen Anmeldung die Erfassung der
gesamten Produktpalette möglich. Bisher waren
dafür mehrere Single-Class-Anmeldungen notwendig, die natürlich mit höheren Kosten verbunden waren. Zulässig ist jetzt zum Beispiel auch die
Anmeldung von Klangmarken.
Neu ist auch, dass Markenanmeldungen zurückzuweisen sind, wenn der Anmelder wusste, dass die
Marke in Wahrheit einem Anderen zusteht, dieser
also „bösgläubig“ hinsichtlich der Markenanmeldung war. In diesem Fall sind auch Strafen vorgesehen.
Markenverletzern drohen jetzt Schadensersatzzahlungen bis zu drei Millionen Renminbi (derzeit
etwa 420.000 Euro), Gerichte können sogar einen
Strafschadensersatz bis zur dreifachen Höhe des
eigentlichen Schadens auferlegen. Dieser Strafschadensersatz entspricht den aus dem US-System
bekannten punitive damages (Schadensersatz). 
Die BVMW-IBWFRechtshotline erreichen Sie:
Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr
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Der Mittelstand. | 2 | 2015
UNTERNEHMERSERVICE
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Finanzkolumne
„Über Ihr Geld“
Banken im Visier
Der große Weltpolizist hat zunächst die Schweizer
Banken angegriffen, die sich erdreistet hatten, Gelder von US-Bürgern anzunehmen und teilweise zu
„verstecken“. Die angesehene Wegelin-Bank, die
älteste Bank der Schweiz, blieb auf der Strecke. Die
Schweizer Großbanken konnten sich mit Milliarden-Strafen „freikaufen“. Doch das „Spiel“ geht weiter: Luxemburg, Deutschland etc. – überall liegen
„Leichen im Keller“.
Neu im Visier der Amerikaner sind jetzt die „Geldwäsche“ und die „Austrocknung“ der ausländischen
„Steueroasen“. Und zunächst geht es an die Kleinen, die kaum eine Chance haben, sich gegen den
großen Bruder zu wehren. Erstes Opfer ist die Banca Privada d’Andorra BPA, bislang die viertgrößte
Bank im Fürstentum Andorra.
Foto: © photocrew - Fotolia.com
Was ist geschehen? Diese Bank hat Geld für den
früheren katalanischen Präsidenten Jordi Pujol
„versteckt“, Kunden geholfen, über „Briefkastenfirmen“ in Steueroasen Vermögen der Besteuerung
zu entziehen und (auch über ausländische „Töchter“) Milliardenvermögen aus Südamerika, Russland, China etc. angenommen und „gewaschen“ – so
der Vorwurf.
Ergebnis: Die Konten der BPA im Ausland bei den
Korrespondenzbanken wurden „eingefroren“,
die erst kürzlich erworbene Banktochter Banco
de Madrid geschlossen, in Andorra können Kunden nur noch 2.500 Euro pro Woche von ihren
BPA-Konten abheben. Siehe zuvor Zypern.
Die Kreditkarten der BPA können im Ausland
nicht mehr eingesetzt werden. Auch Andorra als
Staat muss leiden: Die Kreditwürdigkeit wurde
sofort auf fast Ramschniveau heruntergestuft.
Und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis
Visa und/oder Mastercard die Lizenzen entziehen. Siehe zuvor die Krim.
Andorra ist überall. Die BPA wird kein Einzelfall
bleiben. Jetzt geht es erst richtig los! Andere
Banken sind schon im Visier der US-Behörden:
Geldwäsche, internationale Kriminalität, „Mafia“,
also nicht nur Konten von US-Amerikanern im
Ausland.
„„
Die Folgen
sind abzusehen:
Die finanzielle
Freiheit der Banken
und ihre Liquidität
ist in akuter Gefahr.
Wissen Sie, wie viele Banken aus Deutschland, der
Schweiz und Österreich
Filialen oder Töchter in
Luxemburg, in Panama,
Singapur oder sonst wo
haben? Diese wurden doch
nicht ins Leben gerufen,
um dortiges Klientel zu
befriedigen! Nein, regelmäßig ging es nur darum,
heimisches Vermögen bei
eigenen Banken im Ausland zu „verstecken“. Und
ausländisches Großvermögen anzulocken, dessen
Herkunft in amerikanischen Augen „kriminell“ ist.
Es wird nicht lange dauern, bis es all diesen Banken
an den Kragen geht, nicht nur deren Kunden.
Die Folgen sind abzusehen: Die finanzielle Freiheit
der Banken und ihre Liquidität ist in akuter Gefahr.
Ihr Geld ist nicht mehr verfügbar, wenn die Bankguthaben eingefroren werden. Wenn die Bank
pleite geht. Wenn die Kreditkarten im Ausland
nicht mehr akzeptiert werden. Wenn Sie kein Geld
mehr aus dem Bankomaten ziehen können. Viele
Banken werden die US-Strafen nicht zahlen können und müssen schließen.
Fragen Sie sich also, ob Sie Ihre Konten noch bei
der „richtigen Bank“ haben. Die Intelligenz plündert bereits ihre Bankkonten, um in Wertpapiere
umzuschichten. Denn die Kundendepots bleiben
auch bei einer Bankpleite als „ausgesonderte Vermögen“ sicher. 
Hans-Peter Holbach
ist Herausgeber des
im 43. Jahrgang
erscheinenden
Informationsdienstes
Geldbrief
www.geldbrief.com
und Chefredakteur
beim Vertraulichen
Schweizer Brief
www.vertraulicher.com
62
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Buchtipps
Flash Boys
Persönliche Empfehlung
von Mario Ohoven!
Wie man heute an der Börse Milliarden absahnt
Der gute, alte Aktienhandel an der
Wall Street ist tot. Heute werden in
Bruchteilen einer Sekunde Milliardendeals getätigt. „Flash Boys“, das neue
Buch von Michael Lewis, entführt seine
Leser in die dunkle Welt der New Yorker
Hochfrequenzhändler.
Die neue Generation von Aktienhändlern mietet modernste Glasfasernetze und baut Rechenzentren,
möglichst in unmittelbarer Nähe der
Börsen. Sie programmiert automati­
sierte Kauf- und Verkaufs­
programme,
speist Informationen über Aktienorders
ein, die erteilt, aber – und das ist der Trick
– noch nicht überall ausgeführt worden
sind. Aber wie wird aus Geschwindigkeit
Gewinn? Der US-amerikanische Erfolgs­
autor Lewis erklärt es so: Angenommen,
die Aktie von Procter & Gamble steht
an allen US-Börsen bei 80 Dollar. Jetzt
wird in New York ein großes Paket ver-
kauft, der Kurs an der New Yorker Stock
Exchange sinkt auf 79,98 Dollar. Die
Flash Trader kaufen an der New Yorker
Börse für den neuen, niedrigeren Kurs
und verkaufen an alle anderen Börsen
zu 80 Dollar, ehe der Kurs dort offiziell
angepasst ist. Ihr Kursgewinn, nach
Expertenschätzungen ein zweistelliger Milliardenbetrag pro Jahr, ist der
Kursverlust der normalen Aktionäre.
Die zynische Pointe besteht darin, dass
große Banken der Wall Street mit den
Tempotradern zusammenarbeiten.
Michael Lewis
Flash Boys
Revolte an der Wall Street
Campus
288 Seiten
24,99 €
Bitte richten Sie Ihre Bestellungen an: BVMW-Servicegesellschaft mbH, Berlin
[email protected] • Tel. 030-533206-26
Alle Bücher erhalten Sie versandkostenfrei!
Deutschland im Tiefschlaf
Wie wir unsere Zukunft verspielen
Das Bildungsprivileg
Ursachen und Umstände
der Bildungsmisere
Stefan Hebel
Geld – Die wahre Geschichte
Über den blinden Fleck
des Kapitalismus
Felix Martin
Bruno Preisendörfer
Elektrischer Verlag
200 Seiten
16,90 €
Westend
240 Seiten
16,99 €
DVA
432 Seiten
22,99 €
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Der Akademisierungswahn
Die Irrwege der deutschen Bildungspolitik
Die deutsche Bildungspolitik ist auf dem Holzweg: Die berufliche Bildung wird vernachlässigt, die akademische Bildung wird immer beliebiger und flacher. Mit dieser These trat Julian Nida-Rümelin eine
Debatte los. Er plädiert für ein Bildungssystem, das sich konsequent
an der Vielfalt von Begabungen, Interessen, Berufs- und Lebenswegen orientiert. Das kann durch eine gute und gründliche universitäre
Ausbildung geschehen, die jedem begabten jungen Menschen, der
studieren will, offenstehen soll. Zu diesem System gehört aber auch
die berufliche Bildung, um die Deutschland in der ganzen Welt beneidet wird. Es kann nicht sein, dass wegen schiefer internatio­naler
Vergleiche die Stärken des deutschen Bildungssystems geopfert
werden, erklärt Nida-Rümelin. Berufliche und akademische Bildung
sind unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zu einem gemeinsamen Ziel: jede Person nach ihren Fähigkeiten zu bilden.
Julian Nida-Rümelin
Der
Akademisierungswahn
Zur Krise beruflicher
und akademischer
Bildung
edition Körber-Stiftung
256 Seiten
16,00 €
Die Lüge der Digitalen Bildung
Foto: donatas1205 - Fotolia.com
Warum unsere Kinder das Lernen verlernen
Gerald Lembke und Ingo Leipner sind Experten für Digitale
Medien – und gleichzeitig der Überzeugung, dass deren Nutzung
für Kinder vor dem 12. Lebensjahr aus entwicklungspsychologischer Sicht fatal ist. Die Bildschirme fressen zusehends die Lebenszeit der Kinder und fördern ein bulimieartiges Lernverhalten:
Dinge werden schnell und kontextfrei auswendig gelernt, in der
Prüfung „ausgekotzt“ – und sofort wieder vergessen. Die Autoren
belegen diese und andere Gefahren für unser Bildungssystem.
Eine eindringliche Warnung und ein Plädoyer für eine durchdachte
Nutzung der digitalen Möglichkeiten.
Die Kunst des Zusammenarbeitens
Sich selbst und andere
wirksam führen
Gerald Lembke,
Ingo Leipner
Die Lüge der
Digitalen Bildung
Warum unsere Kinder
das Lernen verlernen
Redline Verlag
256 Seiten
19,99 €
Bildung statt Bologna!
Rettet die Hochschulen
Anna, die Schule und der liebe Gott
Der Verrat des Bildungssystems
an unseren Kindern
Franz Fendel,
Dorothée Fendel
Dieter Lenzen
Richard David Precht
Haufe
288 Seiten
Ullstein
112 Seiten
Goldmann
352 Seiten
39,95 €
9,99 €
9,99 €
63
64
UNTERNEHMERSERVICE
Der Mittelstand. | 2 | 2015
BVMW-Veranstaltungskalender
Der BVMW veranstaltet eine Vielzahl erstklassiger Veranstaltungen in den kommenden Monaten auf Bundesebene und
in den Regionen vor Ort. Unternehmer und Unternehmerinnen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, Netzwerke
zu spannen, sich einzubringen und sich unterhalten zu lassen.
Eine Auswahl finden Sie hier.
Meeting Mittelstand:
Wertschöpfung durch Wertschätzung
Mittwoch, 29. April 2015, 18.00 Uhr
Sievers SNC
Hans-Wunderlich-Str. 8,
49078 Osnabrück
FOKUS Kommunikation:
Herzenssache Kunde
Montag, 11. Mai 2015, 18.00 Uhr
connectiv! eSolutions GmbH Halle 31
Kaiserstr. 10b, 49809 Lingen (Ems)
Preisvergabe für beste
Unternehmensnachfolgeregelung
Dienstag, 12. Mai 2015, 18.00 Uhr
Bankhaus Neelmeyer AG
Am Markt 14-16, 28195 Bremen
mittelstand - Die Macher
Mittwoch, 13. Mai 2015, 9.00 Uhr
Hannover Congress Centrum
Theodor-Heuss-Platz 1-3,
30175 Hannover
BVMW Forum Energiewirtschaft
Dienstag, 09. Juni 2015, 13.00 Uhr
Heinz Viere Kfz. GmbH & Co. KG
Teutoburger-Wald-Str. 15,
49124 Georgsmarienhütte
Mittelstandsforum „Fehler im
Auslandsgeschäft – Zehn sichere
Wege, Geld zu verbrennen“
Mittwoch, 22. April 2015,
19.00 Uhr
Unternehmerzentrum St. Wendel
Werschweilerstr. 40,
66606 St. Wendel
mittelstand - Die Macher
Donnerstag, 7. Mai 2015, 9.00 Uhr
Congress Park Hanau
Schloßplatz 1, 63450 Hanau
My Coaching Day 2015
Samstag, 30. Mai 2015, 08.45 Uhr
Airport Hotel Düsseldorf
Am Hülserhof 57, 40472 Düsseldorf
BVMW-Frühschicht
Donnerstag, 18. Juni 2015, 08.00 Uhr
Seneos GmbH
Josef-Lammerting-Allee 8, 50933 Köln
BVMW Connect
Dienstag, 28. April 2015, 18.30 Uhr
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz
Die TEMP-Methode
als Managementinstrument
Dienstag, 12. Mai 2015, 17.30 Uhr
Dornbach GmbH – Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsanwälte
Anton-Jordan-Str. 1, 56070 Koblenz
Netzwerktreffen Lager & Logistik
Donnerstag, 16. April 2015, 15.00 Uhr
bis Samstag, 19. April 2016, 18.00 Uhr
TÜV Rheinland Akademie GmbH
An der Silbergrube 7, 07551 Gera
Energieeffizienz in der Praxis
Dienstag, 02. Juni 2015, 16.00 Uhr
electronic Stadtroda GmbH
Geraer Str. 74, 7646 Stadtroda
IT-Trend – Arbeitsplätze in der Cloud
Mittwoch, 22. April 2015, 12.00 Uhr
German Graduate School of
Management and Law GmbH
Bildungscampus 2, 74076 Heilbronn
Netzwerkabend mit
aktuellen Mittelstandsthemen
Dienstag, 12. Mai, 18.30 Uhr
Badhotel
Otto-Neidhard-Platz 1, 73337 Bad Überkingen
Erfolgreiche Direktmarketingkonzepte
Donnerstag, 23. April 2015, 17.00
Briefzentrum der Deutschen Post
Ziegeleistr., 71332 Waiblingen
Exkursion zur
Uhrenmanufaktur Junghans
Mittwoch, 24. Juni, 08.30 Uhr
Geißhaldenstr. 49, 78713 Schramberg
Illustration:
Stefan-Xp - wikipedia.org
Zukunft.Mittelstand
Dienstag, 28. April 2015, 17.30 Uhr
Riviera Pool
Klöcknerstraße 2, 49744 Geeste – Dalum
BusinessFrühstück Rhein Main
Mittwoch, 13. Mai 2015, 07.15 Uhr
expertNet.IT
Mergenthalerallee 45-47,
65760 Eschborn
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Brand Constellation –
eine Marke stellt sich auf
Donnerstag, 07. Mai 2015, 18.00 Uhr
Neue Flora/Copper Consulting
Stresemannstr. 163 (2. Stock),
22769 Hamburg
FORUM FÜHRUNG
Montag, 18. Mai 2015, 15.00 Uhr
Atrium der Vattenfall Europe AG
Überseering 12, 22297 Hamburg
Symposium Ethik & Moral
in Zusammenarbeit BVMW-MV und
Konrad-Adenauer-Stiftung MV
Freitag, 24. April 2015, 13.30 Uhr
Baltic College Schwerin,
August-Bebel-Str. 11/12, 19055 Schwerin
Wirtschaft trifft Politik
mit MdB Sonja Steffen (SPD) und MdB
Peter Stein (CDU)
Donnerstag, 28. Mai 2015, 18.30 Uhr
Berufsföderungswerk Stralsund
Gr. Parower Str. 133, 18435 Stralsund
Der BVMW.
Mittelstand im Fokus zwischen Wirtschaftspolitik und Unternehmeralltag
Mittwoch, 22. April 2015, 18.00 Uhr
CMS Hasche Sigle Partnerschaft von
Rechtsanwälten und Steuerberatern mbH
Lennéstr. 7, 10785 Berlin
Ruppiner Wirtschaftsgespräche
Mittwoch, 06. Mai 2015, 18.00 Uhr
Sparkasse Ostprignitz
Fontaneplatz 1, 16816 Neuruppin
Spaziergang durch den Zoo mit Direktor
Dr. Kai Perret
Mittwoch, 06. Mai 2015, 17.00 Uhr
Zoo Magdeburg
Zooallee 1, 39124 Magdeburg
Schnupperkurs Golf
Freitag, 22. Mai 2015, 15.00 Uhr
Golfplatz Magdeburg
Herrenkrug 4, 39114 Magdeburg
Fußball-Benefizspiel:
Unternehmer gegen Presse
Samstag, 13. Juni 2015, 14.00 Uhr
SV Großgrimma
Am Rippachtal 1, 06679 Hohenmölsen
Ist der Tourismus als Wirtschaftsbranche
in der Politik angekommen?
Dienstag/Mittwoch, 14./22./29. April 2015, 09.00 Uhr
Pobershau/Ehrenfriedersdorf/Schwarzenberg
www.bvmw.de/landesverband-sachsen
mittelstand - Die Macher
Mittwoch, 29. April 2015, 9.00 Uhr
Hotel und Internationales Congress Center Dresden
Ostra-Ufer 2, 01067 Dresden
Unternehmertag Nordsachsen
Dienstag, 05. Mai 2015, 09.00 Uhr
Bürgerhaus Delitzsch
Securiusstr. 34, 04509 Delitzsch
Regulierungswahn und
Folgen für den Mittelstand
Donnerstag, 16. April 2015, 18.00 Uhr
Bethmann Bank AG
Promenadeplatz 9, 80333 München
UNTERNEHMERSERVICE
mittelstand - Die Macher
Donnerstag, 21. Mai 2015, 9.00 Uhr
Allianz Arena
Werner-Heisenberg-Allee 25,
80939 München
Die Stimme des Mittelstands.
Erfolgreich vernetzen
für den Mittelstand.
Der BVMW bündelt die
Kräfte des unternehmerischen Mittelstands. National
und international vertritt er
erfolgreich die Interessen der
kleinen und mittleren Unternehmen gegenüber der Politik
– branchenübergreifend und
parteipolitisch unabhängig.
Der BVMW
• repräsentiert mit seiner
Verbändeallianz rund
270.000 Unternehmen
aller Branchen, die über
neun Millionen Mitarbeiter
beschäftigen
• ist mit rund 300 Geschäfts­
stellen bundesweit vertreten
• hat mit den Repräsentanten
vor Ort mehr als 700.000
Unternehmerkontakte
jährlich
• bietet über 2.000
Veranstaltungen im Jahr
• ist führendes Mitglied in
der europäischen Dachvereinigung nationaler
Mittelstands­verbände.
Alle Veranstal­tungen werden unter
www.bvmw.de angekündigt. In der
Rubrik „Standorte“ können die Veranstaltungskalender der jeweiligen
Regionen sowie die Kontaktdaten
der Veranstalter abgerufen werden.
Termine für die Veranstaltungs­reihe
Forum Führung finden Sie auf Seite 2.
Informationen zum Format
mittelstand - Die Macher finden Sie
unter www.mittelstand-die-macher.de
Unternehmer[TREFFEN]
Dienstag, 02. Juni 2015, 18.30 Uhr
Kolpinghaus Regensburg
Adolph-Kolping-Str. 1,
93047 Regensburg
65
KULTUR
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Willkommen in
Washington D. C.
Serien werden seit kurzem auch im Internet präsentiert. Die amerikanische Firma Netflix machte es
möglich und setzte damit einen Wendepunkt. Das Unternehmen startete 2013 mit dem bitterbösen
Polit-Drama House of Cards und landete einen Volltreffer.
genau, wie seine Mitmenschen ticken, kann
überrumpeln, umgarnen
und schmeicheln, mani­
pulieren und dreist lügen.
Selbst wenn er sein Innerstes offenbart, ist es
pure Heuchelei. Er ist ein
Meister der Intrige, dem
es immer wieder gelingt,
den Zuschauer mit einem
seiner Schachzüge zu
überraschen.
Ein perfektes Paar: Frank (Kevin Spacey) und Claire Underwood (Robin Wright).
House of Cards
USA 2013-2015
Serie, Politikdrama,
FSK ab 16
Regie: David Fincher,
Jodie Foster u. a.
Mit Kevin Spacey,
Robin Wright,
Kate Mara,
Michael Kelly u. v. a.
Staffel 1 und 2 als DVD
und Blu-Ray erhältlich.
Die komplette dritte
Staffel ist über Sky
und Netflix abrufbar.
Einer der skrupellosesten Serienhelden unse­
rer Tage ist Frank Underwood (Kevin Spacey).
Der ehrgeizige Kongressabgeordnete sitzt für
die Demokraten im US-Kongress. Seit 22 Jahren
kämpft er für diese Partei und hält die Fraktion
zusammen. Dann gewinnt seine Partei die Präsidentschafts-Wahlen. Underwood wurde vor der
Wahl der heiß begehrte Posten des Außenministers versprochen. Doch nun hat Parteifreund und
Präsident Garrett Walker (Michael Gill) plötzlich
andere Pläne. Underwood wird schlichtweg übergangen. Soll er sich dafür abgestrampelt haben?
Das riecht nach Vergeltung, Underwood startet
seinen Rachefeldzug.
Bereits die erste Szene lässt keinen Zweifel,
dass Underwood zu allem fähig ist. „Ich bin nicht
sehr geduldig, wenn etwas sinnlos ist“, sagt er.
„Momente wie dieser erfordern jemanden, der
handelt“, dabei drückt er mit bloßen Händen einem verletzten Hund die Luft ab. Wenn es um
seine Interessen geht, ist ihm jedes Mittel recht,
und wehe dem, der sich ihm in den Weg stellt.
Über Menschen, die nur nach Geld anstatt nach
Macht streben, rümpft er die Nase. Geld, das sei
ein Billighaus, das nach zehn Jahren auseinanderfällt, Macht hingegen das Steingebäude, das
Jahrhunderte überdauert. Underwood weiß
Mit seiner Ehefrau Claire
(Robin Wright) hat Frank
Underwood die ideale
Partnerin an seiner Seite.
Ebenso machthungrig und berechnend, unterstützt sie ihn in allem, was er tut. Sie duldet sogar
seine Seitensprünge, wenn es denn der gemeinsamen Karriere nützlich ist. Die Underwoods
trauen niemandem. Wenn sie Freundschaften
pflegen, dann verfolgen sie damit ganz bestimmte
Absichten und Ziele.
Die Vorlage für diese erfolgreiche Politikserie
schrieb der Politiker Michael Dobbs, der für die
Tories im britischen Oberhaus saß und Berater
von Margaret Thatcher war. Sein erster Roman
mit dem Titel House of Cards erschien 1989, zwei
weitere Romane folgten und wurden von der BBC
als Miniserie verfilmt. Der machtgierige Frank
war hier im Unterschied zur US-Version ein konservativer Politiker. „Es ist alles noch viel schlimmer“, sagt Dobbs, der als Executive Producer bei
der amerikanischen Serie mitmischt. Da wünscht
man sich insgeheim, dass deutsche Politiker weit
von solchen Szenarien, wie Dobbs sie schildert,
entfernt sind.
Unter der Ägide von Star-Regisseur David Fincher (Seven, Fight Club) wird House of Cards in ruhigen, klaren, mitunter kalten und düsteren Bildern
inszeniert. Mit Kevin Spacey und Robin Wright in
den Rollen von Frank und Claire Underwood, hat
Foto und Cover: © House of Cards Sony Pictures Home Entertainment
66
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Fincher seine Hauptfiguren brillant besetzt. Underwoods Charakter könnte man als eindimensional bezeichnen, doch Kevin Spacey spielt den
Bösewicht mit einer Überzeugungskraft, dass es
ein Vergnügen ist, ihm zuzusehen.
Immer wieder gibt es Momente, in denen der
Zyniker Underwood direkt zum Zuschauer
spricht, ihn damit zum Komplizen seiner Skrupellosigkeit macht. Ganz in der Tradition von Shakespeares Richard III., der das Publikum in seine
machthungrigen Pläne einweiht. Den mordenden
KULTUR
König spielte Spacey übrigens über einen länge­
ren Zeitraum am Old Vic Theater in London.
Die Serie wurde bis zur letzten Nebenrolle per­
fekt besetzt. Die Handlungsstränge sind geschickt
und glaubhaft ineinander verwoben. Der Internetfirma Netflix ist es mit House of Cards gelungen, eine Serie zu produzieren, die den Zuschauer
regelrecht süchtig macht. Politiker sollten sich
jedoch fragen, warum in Zeiten großer Politikverdrossenheit gerade diese politische Serie in der
Gunst des Publikums ganz weit oben steht.

Friederike Pfann
BVMW
Richard III. – Der Heilige
ist ein wahrer Teufel
Seit 2008 spielt Lars Eidinger an der Berliner Schaubühne den dänischen Königssohn Hamlet vor
ausverkauftem Haus. Nun hat Schaubühnenchef Thomas Ostermeier – wieder mit Lars Eidinger in der
Hauptrolle – Richard III. inszeniert. Gespielt wird in einem Globe-Theatre wie zu Shakespeares Zeiten.
Foto: Arno Declair
Richard, der Herzog von Gloster, von der Natur aus
missgestaltet, sieht sich als ewig Zukurzgekommener und beschließt, ein Bösewicht zu werden. Seinen Bruder Eduard IV. (Thomas Bading) hetzt er
gegen Bruder Clarence auf und lässt diesen ermorden. Als Eduard IV. stirbt, entfaltet Richard seinen
monströsen Charakter. Er beherrscht die Sprache
des Verführens und des Manipulierens. Das Unheil, das er anstiftet, legt er anderen zur Last, er
spielt den Heiligen und ist ein wahrer Teufel.
Richards Boshaftigkeit trifft auf fruchtbaren Boden.
Nur mit Hilfe seiner Günstlinge – allen voran Herzog von Buckingham (Moritz Gottwald) – wird er
schließlich zum König gekrönt. Lars Eidinger spielt
den Bösewicht mit Charme und Hingabe, nuancenreich verführt er das Publikum so wie Richard
seine Gegenspieler. Keiner, der sich Richard ent­
ziehen kann, mit Scharfsinn, Klugheit und brillanter Rhetorik gelingt es ihm, sogar Lady Anne in den
Bann zu ziehen, deren Vater und Gatten er getötet
hat. Es sind es überwältigende Bilder, die Ostermeier findet, und bei all der Eidinger-Präsenz ist nicht
zu übersehen, dass hier ein großartiges Ensemble
agiert. Wenn beispielsweise die entmachtete Königin Margarete (Robert Bayer) ihre Flüche ausstößt,
wenn Buckingham seine Belohnung einfordert,
oder wenn König Eduard vor seinem
Tod um Aussöhnung ringt.
Günstling Buckingham läuft zu
den Feinden über, denn Richard
versäumt es, seine Versprechen
einzulösen. Am Ende sehen wir einen einsamen König, der mit sich
selbst einen erbitterten Kampf
ausficht und zum Gespenst seiner
selbst wird. In der Nacht vor der
großen Schlacht erscheinen ihm
die Gemordeten und verkünden
seinen Tod.
Vor kurzem erhielt Regisseur Ostermeier in Frankreich die höchste kulturelle Auszeichnung, den
Commandeur de l’Ordre des Arts
et des Lettres. Richard III., das ist
ein großartiger und genialer Shakespeare-Abend. Dank Ostermeiers
Regieleistung und seines wunderbaren Ensembles sind weitere hohe
Preise zu erwarten.

www.schaubuehne.de
Sind nur Marionetten in Richards Spiel:
Die Kinder des Königs und Thronfolger.
Thomas Bading, Laurenz Laufenberg,
Jenny König, Eva Meckbach, Christoph
Gawenda, Lars Eidinger (v. li.).
67
68
KULTUR
Der Mittelstand. | 2 | 2015
„„
In jedem Unternehmen
gibt es Mitarbeiter, die
sich gut auskennen und
eine Lösung haben.
Ich tue
nur das,
was mir
Spaß macht
Sein Name ist sein Markenzeichen: Jussi Adler-Olsen
zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautoren Europas.
Allein in Deutschland hat der 64-Jährige mehr als fünf
Millionen Bücher verkauft. Vor kurzem ist „Verheißung“
erschienen, der sechste Fall seiner Serie um den Ermittler
Carl Mørck. Im Exklusiv-Interview spricht der dänische
Bestsellerautor über seine Erfahrungen als Unternehmer,
Irrenanstalten und das Geheimnis seines Erfolgs.
Foto: © Martin Hangen
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Der Mittelstand.: Vor Ihrem Durchbruch als Autor waren Sie Unternehmer, Komponist, Redakteur, Aufsichtsratsvorsitzender und Handwerker.
Wie kam es zu diesem permanenten Jobwechsel?
auskennen und eine Lösung haben – doch man lässt
sie in vielen Fällen nicht zu Wort kommen. Wer jedoch weiß, was die Mitarbeiter wirklich denken und
können, und das auch nutzt, ist im Vorteil.
Jussi Adler-Olsen: Das liegt daran, dass ich mir
schon früh vorgenommen habe, nur das zu tun, was
mir Spaß macht. Und zwar immer nur so lange, wie
ich Lust dazu habe. Daran halte ich mich bis heute.
Was ist noch wichtig, um Erfolg zu haben?
Haben Ihre Eltern Sie darin unterstützt?
Absolut. Als ich 16 war, nahm mich mein Vater zur
Seite und meinte: „Junge, du hast so viele fantastische Talente. Versprich mir bitte, dass du sie alle
ausprobierst. Folge deinem Herzen!“ Mein Vater
war Psychiater und ein Meister der Empathie.
Als Leiter mehrerer psychiatrischer Einrichtungen gehörte das zu seinem Job.
Stimmt es, dass Sie in diesen „Irrenanstalten“, wie sie früher genannt wurden, aufgewachsen sind?
Ja. Meist lagen die Kliniken in wunderschöner Natur, da gab es Fjorde und
Wälder. Aber ich sah auch schreiende
und tobende Patienten, verrückt simulierende Mörder und verschlagene Pädophile. Beim Spielen im Wald
entdeckte ich Insassen, die sich an
Bäumen erhängt hatten. Manchmal schlich ich mich in die Behandlungszimmer und konnte zusehen,
wie mit Elektroschocks behandelt
wurde. Durch ein Dachfenster
habe ich regelmäßig bei Autopsien
zugeschaut.
Haben die Klinik-Erlebnisse Spuren bei
Ihnen hinterlassen?
Überhaupt nicht. Aber seit dieser Zeit bin ich
sehr sensibel gegenüber jeglichem Machtmissbrauch. Schon damals ist mir aufgefallen, wie
unmenschlich manche Ärzte mit ihren Patienten
umgingen. Ich versuche, es anders zu machen, ob
als Unternehmer oder Bestsellerautor. Ich will die
Welt in einem positiven Sinne verändern.
Was zeichnet Ihrer Erfahrung nach einen guten
Chef aus?
Man sollte abweichende Meinungen der Mitarbeiter nicht unterdrücken, sondern fördern. Denn oft
stecken irgendwo zwischen der üblichen Zustimmung und Ablehnung die besten Ideen. In jedem
Unternehmen gibt es Mitarbeiter, die sich gut
Ständig evaluieren, was wie gelaufen ist. Gestern,
letzte Woche, letzten Monat, vor einem Jahr.
Schon klar, dazu fehlt oft die Zeit. Wer jedoch bereit ist, permanent aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft zu analysieren, wird erfolgreich sein. Auch Politiker sollten das tun, doch sie
vermasseln es immer wieder. Diese Arroganz und
Dummheit ärgert mich.
Ziel jedes Unternehmens ist es, zur eigenen Marke zu werden. Ihr Name steht weltweit für erfolgreiche Thriller. Wie haben Sie das geschafft?
Ohne das Engagement von Verlagen, Buchhändlern, Journalisten und vor allem meiner Leser, wäre
es nicht so weit gekommen. Dass mein Name ein
Markenzeichen ist, hat aber vielleicht auch damit
zu tun, dass es keinen Graben zwischen mir und
den Käufern meiner Romane gibt. Ich bin sehr nah
an ihnen dran, bei Lesungen und beim Schreiben.
Meine Leser wissen, dass ich ihre Fantasie anrege, und ich mache sie zu Mitarbeitern, denn sie
stellen sich meine Figuren vor und denken meine
Geschichten weiter. Ich glaube, sie spüren auch,
dass ich kein Blender bin. Ich bin einer, der ihnen
auf Augenhöhe begegnet – das ist auch für einen
Unternehmer immer gut.
KULTUR
Jussi Adler-Olsen
Verheißung
Der Grenzenlose
Der sechste Fall
für Carl Mørck,
Sonderdezernat Q
608 Seiten
dtv; 19,90 €
Wofür geben Sie Ihr Geld aus?
Ich brauche keine dicken Autos oder Designerklamotten. Luxus ist für mich meine Gibson GGC
Gitarre, das Tonstudio in meinem Keller oder die
Wohnung in Barcelona, in der ich drei Monate pro
Jahr mit meiner Frau verbringe. Mir liegt viel daran, dass mit meinen Einkünften sinnvolle Sachen
gefördert werden. Ich habe zum Beispiel viel Geld
in eine Firma gesteckt, die kleine, billige Häuser
mit eigener Energieversorgung entwickelt. An der
Nordküste Dänemarks stehen die ersten Prototypen und wir sind gerade dabei, sie zu verkaufen. 
Das Interview führte
Günter Keil.
Jussi Adler-Olsen wurde 1950 in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film. Den internationalen Durchbruch schaffte er mit seiner Thriller-Serie um den Ermittler Carl Mørck. Die
sechs Bände erschienen in mehr als 40 Ländern und werden nach und nach
verfilmt. Jussi Adler-Olsen ist verheiratet und Vater eines erwachsenen
Sohnes. In seiner Freizeit spielt er Rockgitarre und renoviert alte Häuser.
Adler-Olsen lebt in der Nähe von Kopenhagen und in Barcelona.
69
BVMW
Der Mittelstand. | 2 | 2015
News
Berliner Lesezirkel
feiert 90-jähriges Bestehen
Feierliche Preisverleihung: Wirtschaftsminister Harry Glawe (2.v.r.) und Prof. Udo Kragl
von der Universität Rostock (r.) überreichten die Auszeichnung.
Ausgezeichnetes
Gesundheitsmanagement
Der BVMW in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet Unternehmen aus, die
besonders auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter achten. Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist ein wichtiger Teil der
Unternehmenskultur. Denn gesunde Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg
des Unternehmens. So kürte der Landesverband die Gewinner des Wettbewerbs
um das beste Gesundheitsmanagement
2014: Die Cortronik GmbH aus Rostock.
Das Unternehmen arbeitet selbst in der
Gesundheitswirtschaft und ist auf Stents
spezialisiert.
Sie liegen in Arztpraxen, Cafés und Friseursalons: die Zeitschriften mit den
Schutzumschlägen. Der Weißgerber
Leserzirkel ist ein Berliner Familienunternehmen, das seit 90 Jahren Zeitschriften und Magazine vermietet. Jede
Woche bekommen die Abonnenten ihre
Lesemappen. Sie werden dann wieder
abgeholt und zum nächsten Abonnenten gebracht. Vor 90 Jahren gründete
Emil Weißgerber den Lesezirkel, heute
führt seine Urenkelin das Unternehmen
mit 35 Mitarbeitern. Mit 15 Lieferfahrzeugen werden monatlich über 150.000
Zeitschriften ausgeliefert.
www.weissgerberlesezirkel.de
Internationale Fachkräfte für das „Ländle“
Mit Welcome Centern will Baden-Württemberg dem drohenden
Fachkräftemangel der nächsten Jahre entgegensteuern. Sie erfüllen zwei Aufgaben: Den mittelständischen Unternehmen beim Suchen und Binden der Fachkräfte aus dem Ausland helfen. Zudem
helfen sie den eingewanderten Arbeitnehmern bei Arbeitssuche,
Aufenthaltsrecht, Wohnen und Kinderbetreuung. Finanziert werden die Welcome Center durch das baden-württembergische
Wirtschaftsministerium und den Europäischen Sozialfonds. Die
Idee zu diesen Anlaufstellen hatte die Allianz für Fachkräfte, deren Mitglied der BVMW ist.
Mit Treppenliften zum Erfolg
Vom Notbehelf zum Lifestyleprodukt:
Die Lifta GmbH ist bundesweit marktführend im Vertrieb von Treppenliften. Seit
der Gründung 1977 hat das Unternehmen
mehr als 100.000 Lifte verkauft. Der Erfolg gibt Hartmut Bulling, einem der drei
Geschäftsführer, und seinen Mitarbeitern
Recht. Denn das Kölner Unternehmen setzte sich zum Ziel, dem Treppenlift ein neues
Image zu geben. Für die erfolgreiche Pflege
und Weiterentwicklung der Marke wurde
Lifta mit dem „Axia Award 2014“ ausgezeichnet. Verliehen wird der Preis von der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte
an mittelständische Unternehmen.
Foto: Deloitte/Lifta
70
Vorbildliches Markenimage: Die Geschäftsführer Harald Seick, Frank Schönau und
Hartmut Bulling von Lifta (Mitte) freuen sich über den Axia Award 2014.
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Foto: BVMW-News-Gründer Hartnack
100 Jahre Lehren
und Lernen
BVMW
Ausgezeichnete Politik-Netzwerker
zu Besuch im politischen Berlin
Die private Sprachschule Hartnack
feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges
Bestehen. Spezialisiert hat sich die
Hartnackschule, die ihren Sitz in Berlin hat, auf Deutsch- und Englischkurse. Zudem gibt es spezielle Kurse für
Asylberechtigte und Aussiedler, die
sie auf die Integration in die deutsche
Gesellschaft vorbereiten soll. Die Ursprünge der Sprachenschule lagen
bei ihrer Gründung durch Paul
Emil
Hartnack
1915 bei Nachhilfeunterricht
Gründer der
in Englisch und
Sprachschule
Französisch. Nach
Paul Emil Hartnack.
Ende des Zweiten
Weltkrieges übernahm Arthur Lauterbach die Schulleitung, heute führt sie
sein Sohn Henning Lauterbach.
Die Politik-Netzwerker 2015 in der Galerie des Bundeskanzleramts.
Russische Hotelkette
erfolgreich in Europa
Fit für die Wirtschaft von morgen
Die „schnellste wachsende Hotelmarke in
Europa“ ist Azimut
Hotels. Ausgezeichnet
wurde die russische
Hotelmarke von der Hotel-Consultingfirma PKF Hotelexperts. Eigenen Angaben
zufolge wurde das Ergebnis durch europaweite Marktforschungsanalysen ermittelt. Zudem würdigte das Onlineportal
Hotel.de die Azimut Hotels in Berlin und
München für ihre guten Bewertungen in
der Kategorie „Kundenfreundlichkeit“.
Rund zwanzig Beauftragte des BVMW wurden für ihr außerordentliches politisches
Engagement und ihre erfolgreiche Netzwerkarbeit für den Mittelstand mit einem
Besuch spannender Berliner Politik-Highlights ausgezeichnet. Als Anerkennung ihrer Leistung wurde das Bundeskanzleramt besucht. In der „Waschmaschine“, wie das
Gebäude im Berliner Volksmund heißt, haben die BVMW-Beauftragten den großen
Kabinettssaal, Zentrum der Macht von Bundeskanzlerin Merkel, besichtigt. Abgerundet wurde der Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen auf der Reichstagskuppel und
einem Treffen mit Staatssekretär Thomas Rachel, MdB, im neugebauten Bundesministerium für Bildung und Forschung an der Spree. Herzlichen Glückwunsch an alle
Politik-Netzwerker 2015!
Effektiv und digital sollen Unternehmen künftig arbeiten. Einige Firmen haben das bereits zu ihrem Geschäftsmodell gemacht. Im Wettbewerb „NRW-Wirtschaft im Wandel“ zeichnete Wirtschaftsminister
Garrelt Duin das Unternehmen Green IT aus. Damit
gehören die Dortmunder zu den 20 profiliertesten
Firmen des Bundeslandes.
Das Team um Geschäftsführer Thomas Lesser hat
sich darauf spezialisiert, Unternehmen mit IT-Konzepten auf die Verankerung moderner Infrastruktur
vorzubereiten. Stromverbrauch und Co2-Emissionen
NRW-Wirtschaftsminister
lassen sich damit deutlich reduzieren.
Garrelt Duin (li.) und Thomas
www.greenit.systems Lesser, Geschäftsführer Green IT.
Foto: Acksteiner Events
Aus dem Tal der Gründungen
Über die Digitalisierung in der Wirtschaft und das Gründungspotential in Deutschland diskutierten Michael Woltering, Mitglied der BVMW-Geschäftsleitung, und Christoph
Keese, Vize-Präsident der Axel Springer AG. Keese hat mehrere Monate im Silicon Valley gelebt und sprach über seine
Eindrücke vom Tal der Gründungen. Woltering thematisierte die schleppende Bereitschaft zur Digitalisierung im Mittelstand. Gleichzeitig verwies er auf „Antrieb Mittelstand“
des BVMW – die größte Veranstaltungsreihe zur Digitalisierung in Deutschland.
Michael Woltering (li.), Christoph Keese mit Moderatorin
Sylvia Acksteiner.
71
BVMW
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Symbiose aus Traum
und Wirklichkeit
In jeder Ausgabe stellt Der Mittelstand. BVMW-Mitgliedsunternehmen und deren innovative
Produkte vor. Diesmal die Firma Handmade Interactive aus Lübbecke in Nordrhein-Westfalen
mit dem dreidimensionalen DREAMOC™.
Magic Moments
Mit der innovativen DREAMOC™-Technologie ist es
möglich, faszinierende holografische Animationen
zu zeigen. Dafür werden unter anderem Prototypen,
Produktneuheiten, technische Bauteile oder Logos als
Film, auf Wunsch mit oder ohne Ton, inszeniert. Auf
Messen und Events, am Point of Sale, in Lounge-Bereichen oder im Foyer sorgen die 3D-Animationen für
magische Momente.
Spiel mit dem Feuer
Physikalisches Element in
Kombination mit 3D-Holografie.
Fotos: © Realfiction, Handmade Interactive ®
72
Der Mittelstand. | 2 | 2015
BVMW
Unternehmensprofil
Dipl.-Grafikdesigner Andreas Joseph (li.) und Geschäftsführer
Christian Joseph präsentieren den Dreamoc ™ Scandinavia 360.
Edles Design
Die gradlinige Optik in mattschwarz
und das pyramidenförmige, gläserne Display bilden das Gerüst für die
3D-Animationen. Dabei ist das DREAMOC™-Modell in technischer Ausstattung und Größe individuell wählbar
und hängt vom jeweiligen Geschmack
und vom Einsatzzweck ab. Der Sockel
ist geschlossen oder als stehendes
Element mit Ablageflächen erhältlich.
Alternativ steht der DREAMOC™
auch ohne Sockel zur Verfügung.
Einfache Bedienung
Über die abschließbare Rückwand
erfolgt der Zugang zum Media Player,
zur SD-Speicherkarte und auch zum
Innenraum des Glaskörpers, um darin
Produkte zu platzieren.
Alles ist machbar
Mittels Speicherkarte werden die
Contents auf den DREAMOC™
übertragen und im pyramidenförmigen Glaskörper als 3D-Filme in Full
HD-Qualität abgespielt.
Die Handmade Interactive® Werbegesellschaft mbH ist ein inhabergeführtes Unternehmen, das sich auf Sonderlösungen
für die Bereiche Kommunikation und Präsentation spezialisiert hat. Das Geschäftsmodell basiert auf Design, Produktion und
Service. Vergleichbar mit einem großen
Netzwerk bündelt Handmade sein qualifiziertes Team aus Grafikdesignern, Werbetechnikern, Digitaldruckexperten und
Eventplanern zentral an einem Ort. Idee,
Gestaltung und Umsetzung fließen auf
diese Weise unmittelbar ineinander, kurze
Wege garantieren schnelle Abläufe, und
die Projektverantwortlichkeiten liegen in
einer Hand.
Geschäftsführer: Christian Joseph
Sitz: Lübbecke in Nordrhein-Westfalen
Gründung: 1995 als Einzelunternehmen
Mitarbeiter: 17
Branche: Werbeagentur, Digitaldruck
Portfolio: Design, Produktion, Services
www.hmwa.de
www.3d.hmwa.de
73
BVMW
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Erfolgreich durch
die Ausbildung
Bundesweit engagieren sich die Beauftragten des BVMW in unterschiedlichsten Bildungsprojekten.
Vier von ihnen stellen wir hier vor.
Soft Skills von
Knigge bis Verkauf
Azubis bei Übungen zu Achtsamkeit
und Kommunikation.
Der Start in den Beruf ist ein
bedeutender Schritt im Leben
eines jungen Erwachsenen. Das
gewohnte Leben an der Schule
wird abgelöst von neuen Aufgaben und Herausforderungen
in einem Unternehmen. Um
die persönliche Entwicklung zu
fördern, haben der Bundesverband mittelständische Wirtschaft Bayerischer Untermain
und Mission Zukunft eine eigene Workshopreihe konzipiert.
Durch regelmäßige Ausbildertreffen werden die Trainingsinhalte immer am aktuellen
Bedarf der Unternehmen erarbeitet.
In verschiedenen Modulen zu einem Themen­
spektrum von Smalltalk und Knigge über Kommunikationstechniken bis hin zu Verhandlungs- und
Gesprächsführung werden den Teilnehmern Theorie und Praxis des Berufseinstiegs vermittelt.
Die Workshops können auch bundesweit als Inhouse oder offene Workshops mit Teilnehmern
von verschiedenen Unternehmen durchgeführt
werden.
Angela Kappes, Personalreferentin von taa
GmbH, Großwallstadt bestätigt: „Die Trainer
verstehen es, die Schulungsteilnehmer für die
Themen zu begeistern und tolle Übungen in die
Workshops einzubauen. Unsere Azubis freuen
sich schon auf die nächsten Workshops. Danke an
die Organisatoren.“
Nähere Information im Info-Center unter
www.untermain.bvmw.de oder www.mission-zukunft.eu.
Azubis treffen Azubis
Dieses firmenübergreifende Projekt wurde 2014
von Reiner Plöger, Ausbildungsleiter der Hansa-Flex AG aus Bremen und der BVMW Repräsentantin Daniela Bessen ins Leben gerufen.
„Wir schauen über den Tellerrand, unsere Auszubildenden erfahren von Auszubildenden anderer
Firmen, wie dort ausgebildet wird. Azubis kom-
munizieren eher wenig und stellen kaum Fragen“,
erläutert Plöger.
Am ersten von sechs Einführungstagen laden
die Azubis einer Firma externe Auszubildende in
ihren Betrieb ein. Sie stellen ihre Ausbildung vor
und organisieren eine Unternehmensführung.
Die Verantwortung für die Planung dieses Tages
liegt bei den einladenden Auszubildenden.
Ein Feedbackbogen gibt anschließend Auskunft
darüber, was an dem Tag interessant war, welche
Zusammenhänge zu den anderen Betrieben erkannt wurden, und welche Ideen übernommen
werden könnten.
Anschließend können die Auszubildenden bis zu
fünftägige Mini-Praktika in den teilnehmenden
Unternehmen absolvieren. „Dort trauen sie sich
auch eher nachzufragen“, so Reiner Plöger.
BVMW-Verbandsbauftragte Daniela Bessen mit Ausbildungsleiter Reiner Plöger.
www.bvmw-de/landesverband-niedersachsen-bremen
Foto: Silvia Maria Frank und Holger Weber
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Der Mittelstand. | 2 | 2015
BVMW
Foto: Christian Klant
Onlineplattform vernetzt
Unternehmen und Schulen
Die Fachkräfte von morgen schon heute erreichen – das ermöglicht das Online-Netzwerk
SchulePLUS. Die Plattform bringt Unternehmen
mit Schulen zusammen, die Angebote zur Berufsorientierung suchen. SchulePLUS funktioniert
dabei wie ein soziales Netzwerk mit Profilen und
einer digitalen Pinnwand. Ein Algorithmus verbindet Gesuche und Angebote, Ansprechpartner
können direkt kontaktiert werden. So entstehen
schnell und einfach Kooperationen: Für Praktika,
Betriebsführungen oder einen Career Day.
SchulePLUS gehört zur Unternehmensfamilie
SWiM Bildung, Mitglied im BVMW. Der Verband
hat das Projekt von Anfang an unterstützt. „SchulePLUS ist ein innovatives Angebot für Unternehmen, um Partnerschulen zu finden und Kooperationen zu schließen. Dadurch fördern Betriebe den
Nachwuchs und wirken dem Fachkräftemangel
Das Leitungsteam von SchulePLUS.
entgegen“, sagt Birgid Zoschnik, Regionalleiterin
des BVMW Berlin Süd.
SchulePLUS steht seit Ende 2014 deutschlandweit
zur Verfügung. Bisher wurden über 250 erfolgreiche Kooperationen über die Plattform geschlossen.
www.schule-plus.de
Auf in die Schule! Auf in den Job!
Unterricht im Autohaus? Geht! Unterricht auf einem Milchviehbetrieb mitten in Mecklenburg?
Geht auch – und im Feriencamp an der Ostsee sowieso.
Foto: Katrin König.
Das von BVMW-Mitgliedern, Pädagogen aus dem
Schuldienst und der Universität Rostock gemeinsam
entwickelte Projekt „Auf in die Schule! Auf in den
Job!“ geht im Schuljahr 2014/15 in die dritte Runde
– nun für fast hundert Schüler an vier Schulen.
über die Wünsche und Fähigkeiten ihrer Azubis
von Morgen.
„Auf in den Job!“, heißt es hingegen für die Schülerinnen und Schüler, denn sie gründen im Rahmen
des Projekts virtuelle Unternehmen und können
sich von Experten und Unternehmenspaten dabei
beraten lassen.
Unter der Federführung des BVMW Rostock
heißt es für über dreißig Unternehmer aus
Rostock und dem Landkreis: „Auf in die Schule!“ Um berufliche Anreize und Perspektiven für
Jugendliche in der Region zu fördern und deren
Blick für lokales Unternehmertum zu schärfen,
gehen die Unternehmer in Schulen in Rostock,
Bützow und Graal-Müritz und erfahren so mehr
Das Projekt schlägt eine Brücke zwischen Schulalltag und unternehmerischer Praxis und verbindet erfolgreich Unternehmensplanspiele mit
klassischen Unterrichtsformen in einem flexiblen
Methodenkonzept. Die Schülerinnen und Schüler
beweisen erste unternehmerische Fähigkeiten und
lernen praktische Themen aus der Wirtschaftswelt kennen. Gleichzeitig dient ihnen das Projekt
zur Berufsorientierung mit Blick auf die vielfältigen
Möglichkeiten in der eigenen Region.

Auf Jobtour: Die Schüler der Klasse 9b, Regionale Schule
Käthe-Kollwitz in Bützow, beim Landwirtschaftsbetrieb
Griepentrog KG …
… und die Schüler der 8. Klasse, Privatschule Universitas gGmbH, bei der
Little John Bikes Rostock GmbH.
75
76
BVMW
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Starker Partner
für den Mittelstand
Das Angebot der Thüringer Stiftung für Bildung und berufliche Qualifizierung und des ERFURT
Bildungszentrum Unternehmensverbunds (EBZ) reicht von Berufsorientierung über Aus- und
Weiterbildung für die Industrie bis hin zu Bildungsmaßnahmen in Unternehmen. Der Mittelstand.
sprach mit Frank Belkner, dem geschäftsführenden Vorstand der Thüringer Stiftung für Bildung und
berufliche Qualifizierung und Geschäftsführer des EBZ.
Der Mittelstand: Viele Auszubildende und Studenten
brechen ihre Ausbildung
vorzeitig ab. Wie kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden?
Frank Belkner, geschäftsführender
Vorstand der EBZ
Thüringer Stiftung für Bildung
und berufliche Qualifizierung
www.thueringer-stiftung.de
ERFURT Bildungszentrum
Unternehmensverbund
www.ebz-verbund.de
Frank Belkner: Der entscheidende Faktor, solche Entwicklungen zu stoppen und
Abbrecherquoten zu senken,
ist, die berufliche Praxis erlebbar zu machen, bevor man
eine Ausbildung beginnt. Es
ist strategisch von entscheidender Bedeutung, kontinuierlich und regelmäßig technische und praktische Inhalte
in die Schulausbildung zu integrieren.
Gegenwärtig treffen immer mehr Flüchtlinge in
Deutschland ein. Wenn diese Menschen länger
bei uns bleiben, brauchen sie eine Beschäftigung. Hat sich das EBZ bereits auf diese Herausforderung eingestellt?
Das EBZ stellt sich dieser neuen Aufgabe bereits.
Die individuellen Besonderheiten von Flüchtlingen und ausländischen Menschen bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt erfordern
neben der wichtigen Ausbildung der deutschen
Sprache auch vor allem soziale Integration, Unterstützung und Begleitung.
Sie hatten persönlich großen Anteil an der Fachkräftebereitstellung für das Wartungswerk von
Triebwerken N3 am Erfurter Kreuz. Welche Erfahrungen wirken heute noch fort?
Das Interview
führte Günther Richter.
Das Projekt zur Bereitstellung von Fachkräften
bei der Ansiedlung des Triebwerks-Wartungswerkes war eine unserer größten Herausforde-
rungen. Die enge und sehr gute Zusammenarbeit
mit der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, Lufthansa Technik, Lufthansa Technical
Training und Rolls Royce war die Grundlage dafür,
dass unser Haus die entsprechenden Triebwerksmechaniker und Fachkräfte termingerecht und
auf höchstem Niveau ausgebildet bereitstellen
konnte. Der EBZ-Verbund investierte auch dazu
in neue Ausbildungsgebäude und modernste
Technik, wurde aktiv durch alle Beteiligten unterstützt und konnte bis heute die Ausbildung auch
in diesem Gebiet kontinuierlich fortsetzen.
Welche Angebote hat das EBZ für Führungskräfte technischer Fachrichtungen?
Aufgrund des hohen Bedarfs, besonders auch
im mittleren Management, bilden wir zum Beispiel Industriemeister für Metall, Elektrotechnik, Mechatronik oder Technische Betriebswirte und Technische Fachwirte aus. Einer unserer
Hauptschwerpunkte ist in unserer Akademie für
Wirtschaft und Technik die Weiterbildung zum
Staatlich geprüften Techniker mit den Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinentechnik und
Mechatronik.
Welche Angebote machen Sie dem regionalen
Mittelstand im Bereich gewerblich-technische
Dienstleistung?
Wir bieten Unterstützung und Dienstleistungen
auf den Gebieten Fertigungen für die Metall- und
Elektroindustrie, Prototyping, freie Kfz-Werkstatt und -Restaurierung, Facility Management,
Kaufmännische Dienstleistungen, IT- und Bürodienstleistungen, Controlling, Mediendesign und
-gestaltung, Veranstaltungsmanagement, Personaldienstleistungen, Coaching, Rekrutierung,
Vermittlung, Jobbörse und aktive Bewerbervermittlung.
Vielen Dank für das Gespräch.

Der Mittelstand. | 2 | 2015
BVMW
Minister a. D.
neuer Bundesgeschäftsführer
Politik beim BVMW
Prof. Dr. Wolfgang Reinhart – ein Politikprofi für den Mittelstand
Der Mittelstand.: Was reizt den erfahrenen Landes-, Bundes- und Europapolitiker an der neuen Aufgabe im
BVMW?
Prof. Dr. Wolfgang Reinhart: Dass
der BVMW Mittelstand pur ist. Die
Millionen mittelständischen Unternehmen sichern den Erfolg des
Wirtschaftsstandortes Deutschland
im internationalen Wettbewerb. Ich
sage immer gern: Der Mittelstand ist
der Joker im Standortpoker. „German Mittelstand“, diese Marke steht
weltweit für Qualität und Innovation. Ich selbst bin seit Jahrzehnten
Mittelständler, als selbstständiger
Unternehmer und auch als Berater
von Mittelständlern. Und außerdem
komme ich aus Baden-Württemberg,
dem mittelständischen Musterländle
schlechthin. Ich war, bin und bleibe
ein leidenschaftlicher Kämpfer für
den Mittelstand – jetzt erst recht im
BVMW.
Foto: © psdesign1 - Fotolia.com
Der BVMW ist die Stimme des Mittelstands. Wie wollen Sie dieser Stimme
in der Politik auf nationaler und europäischer Ebene noch mehr Gehör verschaffen?
Der Mittelstand muss gegenüber der
Politik mit einer Stimme sprechen. Es
ist deshalb sehr gut, dass sich zahlreiche Verbände unter dem Dach des
BVMW zur Mittelstandsallianz zusammengeschlossen haben. In Brüssel
arbeitet der europäische Mittelstand
im Dachverband European Entrepreneurs zusammen, da wurde ich gerade in den Vorstand berufen. Mein
Ziel ist es, Kommission, Rat und Europaparlament für die Bedeutung des
Mittelstands für Wachstum und Beschäftigung zu sensibilisieren. Das ist
eine echte Herausforderung. Aktuell
kommt es darauf an, dass der Mittelstand bei der Juncker-Initiative für
mehr Investitionen stärker berücksichtigt wird.
Auf welchen Politikfeldern werden
Sie Schwerpunkte setzen und das Profil unseres Verbandes schärfen?
Der BVMW muss auf allen Politikfeldern powern und punkten. Ob das die
Steuerpolitik ist, ich denke da vor allem
an Erbschaftsteuer, Kalte Progression
und Soli, ob bei der Mittelstandsfinanzierung, in der Digitalisierung, bei TTIP
oder bei den Zukunftsthemen Bildung
und Innovation, unser Verband, allen voran Präsident Mario Ohoven,
kämpft auf allen politischen Ebenen für
seine Mitgliedsunternehmen, für den
Mittelstand insgesamt. Und kann auf
seine bisherige Erfolgsbilanz sehr stolz
sein. Wir dürfen uns damit aber nicht
zufriedengeben und schon gar nicht in
unserem Engagement für den Mittelstand nachlassen. Die Politik legt den
Unternehmern ja ständig neue Steine
in den Weg – aktuelles Stichwort Mindestlohn. Es hängt von den Rahmenbedingungen ab, ob der Wachstums- und
Jobmotor Mittelstand auch in Zukunft
rundläuft. Hier müssen wir der Politik,
wenn es notwendig ist, Paroli bieten,
andererseits immer wieder die Hand
zur Zusammenarbeit reichen. Kurz gesagt: Wir müssen unseren klaren Kurs
halten, in Berlin und in Brüssel.

Das Interview führte
Eberhard Vogt.
Prof. Dr. Wolfgang Reinhart.
Prof. Dr. Wolfgang Reinhart (CDU) gehört
seit 1992 dem Landtag von Baden-Württemberg an. Nach seiner Zeit als Staatssekretär im Stuttgarter Finanzministerium war
Prof. Reinhart von 2005 bis 2011 Minister
für Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten sowie Bevollmächtigter des
Landes Baden-Württemberg beim Bund;
in dieser Funktion koordinierte er alle 16
Bundesländer im Vermittlungsausschuss in
Berlin und war gleichzeitig Koordinator aller
unionsgeführten Länder im Bundesrat und
damit ein enger Vertrauter von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Als Wirtschaftsanwalt ist der promovierte Jurist und Honorarprofessor Begründer der Anwaltskanzlei
Reinhart Kober Großkinsky.
77
78
BVMW
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Blick in die Baumschule von Priorau.
Vom Pfarracker
zum Vorzeigebetrieb
„„
Als erster Gartenbaubetrieb
in Sachsen-Anhalt erhielt das
Familienunternehmen ein
Zertifikat, das die Aufzucht
gebietseigener Gehölze bestätigt.
Ein Zufall hatte das Ehepaar Voigt aus den alten
Bundesländern ins anhaltische Dörfchen Priorau in der Nähe von Dessau verschlagen. Kurz
nach der politischen Wende in der DDR besuch-
ten sie die Region. Bei einem Autostopp an einer
Wiese, die ihnen als Baumschule geeignet schien,
kam der Gedanke an die eigene Selbstständigkeit auf. Noch bevor das Ehepaar Zukunftspläne
schmieden konnte, hielt ein Trabbi. Fahrer war
der Pfarrer des Ortes, mit dem sie schnell ins Gespräch kamen. Das Stück Land entpuppte sich als
Eigentum der Kirche, das zur Pacht zur Verfügung
stand. Günstige Rahmenbedingungen machten
die Entscheidung möglich, und das Ehepaar wagte
1991 den Aufbau eines eigenen Betriebs.
Anfangs war es jedoch eine mühsame Zeit. Die
beiden Gärtnermeister pendelten ständig zwi-
Fotos: Klaus-Peter Voigt
„Eigentlich sind wir eine grüne Familie“, versichert Birgit Kleinwort-Voigt mit einem gewinnenden
Lachen. Ohne Natur und Pflanzen könne sie sich den Alltag nicht vorstellen. Ihr und ihrem Mann
Claus-Dieter Voigt wurde das Gärtnern von den Eltern gewissermaßen schon in die Wiege gelegt.
Der Mittelstand. | 2 | 2015
BVMW
Birgit Kleinwort-Voigt unterwegs in der familieneigenen Baumschule.
Claus-Dieter Voigt bei der Pflege von Pflanzen.
schen ihrer damaligen Heimat und Sachsen-Anhalt hin und her, kümmerten sich anfangs vor allem an den Wochenenden um die neue Existenz.
Da eine Baumschule viel Zeit verlangt, bis das erste Geld verdient werden kann, startete das Unternehmen im Nebenerwerb. In vielen Etappen
entstanden eine erste Baumschulhalle, Bürogebäude und eine Wohnung. Inzwischen sind Voigts
im 300-Seelen-Ort heimisch, betreiben nicht nur
ihre Baumschule, sondern seit gut fünf Jahren
auch einen Pflanzenhandel. Das zusätzliche Angebot sei notwendig, weil vor allem Privatkunden
– sie sorgen für ein Drittel des Umsatzes – zwar
zunehmend im Fachbetrieb einkaufen, dort aber
dann das volle Sortiment erwarten. Veranstaltungen wie ein Obstfest, der Weihnachtsbaumverkauf oder das Heideblütenfest, helfen, den
Betrieb bekannt zu machen und Kleingärtner anzulocken.
Bäume und Sträucher werden fast ausschließlich
selbst gezogen oder in der Baumschule veredelt.
Als erster Gartenbaubetrieb in Sachsen-Anhalt
erhielt das Familienunternehmen vom Bund
deutscher Baumschulen ein Zertifikat, das die
Aufzucht gebietseigener Gehölze bestätigt. „Das
ist für uns ein wichtiger Aspekt, wollen wir doch
solche Gewächse erhalten und wieder bekannt
machen“, sagen die beiden Gärtner einstimmig.
Außerdem sei dieses Sortiment wichtig, um zum
Beispiel auch die Wünsche von Kommunen erfüllen zu können, die in der freien Natur nur noch gebietseigene Gehölze auspflanzen dürfen.
Inzwischen umfasst der Betrieb rund 40 Hektar,
fünfzehn Mitarbeiter sind angestellt. Zwei Lehrlinge erlernen die Grundlagen der Gärtnerei.
„Nicht jeden der jungen Leute können wir übernehmen, trotzdem halten wir es für wichtig, für
Nachwuchs zu sorgen. Unsere einstigen Lehrlinge
haben sich super entwickelt, und mancher hat es
nach einem Studium bis zum Landschaftsarchitekten gebracht“, berichtet Birgit Kleinwort-Voigt
mit Stolz in der Stimme.

Klaus-Peter Voigt
BVMW-Pressesprecher
Sachsen-Anhalt
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BVMW
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Dual durchstarten!
Immer weniger Schulabgänger beginnen eine duale Ausbildung, das ist schlecht für den
Mittelstand. Die Kölner Firma Einstieg hilft, den Mittelstand bei den Jugendlichen
wieder mehr in den Fokus zu rücken.
„„
„Unsere zentrale
Botschaft an die
Schülerinnen und
Schüler ist, dass
sie im Mittelstand
richtig durch­
starten können.“
Einstieg GmbH bietet Jugendlichen auf Fachmessen Informationen aus erster Hand.
Tilman Strobel, Geschäftsführer der 1997 in Köln
gegründeten Einstieg GmbH, hat sich den Kampf
gegen den Fachkräftemangel auf seine unternehmerischen Fahnen geschrieben. Strobel, selbst
seit Jahren BVMW-Mitglied, weiß, wo der Schuh
drückt, wenn der Mittelstand um Nachwuchs
ringt: „Immer mehr junge Menschen wollen heute
nach der Schule studieren. Wir wissen aus Umfragen auf unseren Messen, dass die klassische duale
Ausbildung für viele Abiturienten einfach nicht
mehr attraktiv genug ist. Und wenn doch, dann
bewerben sie sich erst mal bei den großen Unternehmen mit bekannten Namen. Der Mittelstand
hat dann das Nachsehen, obwohl er mit seinen
flachen Hierarchien häufig bessere Karrierechancen bietet.“
Thomas Kolbe
BVMW-Pressesprecher
Nordrhein-Westfalen
Es gibt viele Argumente, mit denen Mittelständler
auf Events der Einstieg GmbH trumpfen können.
Seit 2001 organisiert Strobel mit seinem Team
Jahr für Jahr neun Berufswahlmessen an zen­
tralen Standorten in ganz Deutschland. „Unternehmen aus den verschiedensten Branchen stellen bei uns aus und lernen so ihren potenziellen
Nachwuchs kennen“, sagt Strobel, der auf jährlich
etwa 140.000 jugendliche Messebesucherinnen
und -besucher verweisen kann. Über die Messen
Tilman Strobel
hinaus bietet Einstieg seinen Kunden aber auch
individuelle Beratung. „Wir helfen Unternehmen beispielsweise, ihr Arbeitgeber-Image zu
verbessern, und bahnen auf Wunsch langfristige
Kooperationen mit Schulen in ihrer Region an.“
Gerade für Mittelständler, die sich bei der Suche
nach Auszubildenden oft schwer tun, sind die
Einstieg-Produkte und -Dienstleistungen interessant. Tilman Strobel: „Unsere zentrale Botschaft
an die Schülerinnen und Schüler ist, dass sie im
Mittelstand richtig durchstarten können, weil sie
dort schnell Verantwortung übertragen bekommen. Den Unternehmen sagen wir: Macht die
Jugendlichen neugierig und zeigt ihnen auf den
Messen, was ihr Spannendes zu bieten habt.“ 
Einstieg GmbH
Gründung: 1997
Umsatz: 5 Mio. EUR
Mitarbeiter: 50
Branche: Personaldienstleister
Firmensitz: Köln
Geschäftsführung: Tilman Strobel,
Christian Langkafel
www.einstieg.com
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und Ausfuhrkontrolle (BAFA) als Voraussetzung für geförderte Beratung anerkannt.
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Bundesgeschäftsstelle: Leipziger Platz 15 · 10117 Berlin · Tel. 030 /53 32 06 11 · [email protected]
BVMW
Der Mittelstand. | 2 | 2015
Der BVMW trauert
um Dr. Hans Kremendahl
Klar und überzeugend: Dr. Hans Kremendahl (3. v. re.) prägte die Arbeit im Politischen Beirat des BVMW.
Mit Bestürzung und tiefer Trauer hat der
BVMW den Tod von Dr. Hans Kremendahl,
Staatssekretär und Oberbürgermeister a. D.,
aufgenommen. Der erfahrene Kommunalpolitiker und profilierte Politikwissenschaftler ist
am 10. Februar 2015 überraschend in seiner
Heimatstadt Wuppertal verstorben.
Dr. Hans Kremendahl
Dem BVMW war Dr. habil. Hans Kremendahl
auf das Engste verbunden. Als Gründungsmitglied des Politischen Beirats wirkte der leidenschaftliche Sozialdemokrat vom ersten Tag
an gestaltend mit. Engagiert brachte er seine
ganze Erfahrung als ehemaliger Oberbürgermeister von Wuppertal und langjähriger
Staatssekretär im Berliner Senat insbesonde-
re bei der Erarbeitung der Kommunalpolitischen Leitlinien des Verbandes ein.
BVMW-Präsident Mario Ohoven würdigte ihn
als kompetenten und zugleich einfühlsamen
Berater. „Hans Kremendahl war ein wunderbarer Mensch und eine großartige Persönlichkeit. Für ihn waren soziale Gerechtigkeit
und politische Verantwortung keine Floskeln,
er lebte diese Werte. Ich habe einen verlässlichen Freund und klugen Ratgeber verloren.“
Dr. Hans Kremendahl hat sich um den BVMW,
um den deutschen Mittelstand verdient
gemacht. Wir werden ihn in dankbarer,
respektvoller Erinnerung behalten.“

Impressum
Der Mittelstand.
Unternehmermagazin des BVMW
Herausgeber
BVMW – Bundesverband
mittelständische Wirtschaft,
Unternehmerverband
Deutschlands e. V.
Präsident Mario Ohoven
Mosse Palais, Leipziger Platz 15
10117 Berlin
www.bvmw.de
Dieser Ausgabe liegen die Broschüren
„Der Bundeswirtschaftssenat im
Dialog“ mit Frank Bornemann
und Horst Wagner bei.
Titelbild:
Christian Kruppa
Redaktion
Tel.: 030 / 53 32 06-16
Fax: 030 / 53 32 06-50
[email protected]
Judith Blask
Rotger H. Kindermann (Korrespondent)
Juliane Meißner
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1/2015
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Dell empfiehlt Windows.
Im Unternehmensalltag
ist Flexibilität das A und O.
1/1 Anz.
Dell
(Umschlag)
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