Rückversicherung - WWZ

Vorlesung 11:
Risikotransfer
22. Mai 2015
Dr. Patrick Wegmann
Universität Basel
WWZ, Department of Finance
[email protected]
www.wwz.unibas.ch/finance
Übersicht
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Traditionelle Versicherung
Rückversicherung
Grenzen der traditionellen Rück-/Versicherung
ART: Definition
Risikofinanzierung
Verschiedene Formen von ART: Captives, Finite Risk
Transfer, Bonds, Derivate, etc.
Speziell: Insurance Linked Securities (ILS)
Nutzen von ART
Die Investoren in ART
Fragen zu den Allokationseffekten
Folie 2
Zwei Voraussetzungen für traditionelle Versicherung
• Der zu erwartende Verlust muss berechnet werden können,
wozu auch die Wahrscheinlichkeit für das Schadensereignis
bekannt sein muss
• Möglichst viele, identische Risiken im Versicherungspool,
möglichst unkorreliert zueinander, so dass das Gesetz der
grossen Zahl zur Anwendung kommt
• Frage: Was versteht man unter dem Gesetz der grossen
Zahl?
• Frage: Welche Risiken werden durch diese
Voraussetzungen ausgegrenzt?
Folie 3
Funktionen der traditionellen Versicherung
• Risiken beurteilen und quantifizieren
• Kapital anziehen, um das Schreiben von
Versicherungsverträgen zu ermöglichen
• Bereitstellen einer Infrastruktur, um Policen herauszugeben,
Schäden zu bearbeiten und die Regulierung einzuhalten
• Aggregation von Risiken
• Segmentierung von Risiken
• Kontrolle von Moral-Hazard-Problemen
• Intertemporale Diversifikation von Risiken
Folie 4
Eigenschaften von Versicherungskontrakten
• Der Versicherungsnehmer muss ein versicherbares
Interesse haben
• Das Risiko muss bei Vertragsabschluss existieren
• Der Versicherungskontrakt muss einen Teil des Risikos an
den Versicherer übertragen
• Der Versicherer erhält für die Risikoübernahme eine Prämie
in irgendwelcher Form
Folie 5
Rückversicherung: Einige Begriffe
• Zession: Risikotransfer von der Versicherungsgesellschaft
zur Rückversicherungsgesellschaft
• Zedent: Versicherungsgesellschaft, die Rückversicherung
kauft
• Zessionär: Anbieter der Rückversicherung
• Retrozession: Risikotransfer von der Rückversicherungsgesellschaft zu einer weiteren Versicherungsgesellschaft
• Retrozedent: Rückversicherungsgesellschaft, die das Risiko
transferiert
• Retrozessionär: Anbieter der Retrozession
Folie 6
Funktionen von Rückversicherung
• Kapazitätserhöhung: Bereitstellen von synthetischem
Eigenkapital für Versicherungsgesellschaften
– Large Line Capacity (Fähigkeit, Deckungen für grosse
Einzelrisiken anzubieten)
– Premium Capacity (Prämien, die auf Basis des vorhandenen
Überschusses erzielt werden können)
•
•
•
•
Erhöhung der Stabilität
Schutz vor Katastrophenereigniszahlungen
Zugang zu erhöhtem Versicherungs-Know-how
Rückzug aus einem Gebiet oder einem Geschäftsfeld
Folie 7
Zwei Grundkategorien von Rückversicherung
• Facultatative Reinsurance:
– Einzelrisiko
– Einzelvertrag
– Für sehr grosse oder unübliche Risiken
• Treaty Reinsurance:
– Für eine Gruppe von Policen
– Üblicherweise ähnliche Policen in einem Gebiet oder
Geschäftsfeld
Folie 8
Proportionale vs. nicht proportionale Rückversicherung
Pro Rata (Proportional)
• Zahlung basiert auf definierter
Quote
• Risikoteilung
• Fokus ist Grösse des Risikos
• Rate ist Prozentsatz der
ursprünglichen Prämie minus
Zessionskommission
• Settlement von Prämien und
Schäden pro Konto
Excess of Loss (Nicht p.)
• Zahlung über den Selbstbehalt
des Zedenten
• Keine Risikoteilung über dem
Selbstbehalt
• Fokus ist Schadenhöhe
• Eigene Rate, mit oder ohne
Kommission
• Settlement von Prämien pro
Konto, Settlement von
Schäden individuell
Folie 9
Grenzen der traditionellen Rück-/Versicherung
• Kapazitätsengpässe, extreme Schäden nehmen zu
• Moral Hazard (Zuschlag über “Faire Prämie” bei
Rückversichung selbst bei Naturkatastrophen bis zu 60%!)
• Memory-Effekt (bes. bei Naturkatastrophen) - Prämien
erhöhen sich nach den Ereignissen, ohne dass die effektiven
Wahrscheinlichkeiten gestiegen sind
– Frage: was sind rationale Gründe dafür?
Folie 10
Historische Entwicklung von Versicherungsschäden
http://www.gccapitalideas.com/2014/02/26/chart-global-catastrophe-insured-losses
Folie 11
Der zyklische Charakter der Rückversicherungsprämien
http://www.gccapitalideas.com/2014/01/13/chart-global-property-catastrophe-rol-index/
Folie 12
Die grössten Versicherungsfälle der Vergangenheit
Event
Hurricane Katrina
Country
U.S., Bahamas, Cuba
Date
Aug 05
Insured Loss in
Mio. USD
72'300
Tōhoku Earthquake and
Tsunami
Hurricane Andrew
September 11 Attacks
Northridge Earthquake
Japan
U.S., Bahamas
U.S.
U.S.
Mrz 11
Aug 92
Sep 01
Jan 94
35'000
25'000
23'100
20'600
U.S., Haiti, Dominican Republic, Cuba,
Turks and Caicos
U.S., Barbados
U.S., Mexico, Jamaica, Haiti
U.S., Cuba
U.S., Cuba, Jamaica, Cayman Islands
Japan
Sep 05
Sep 04
Okt 05
Sep 05
Aug 04
Sep 91
20'500
14'900
14'000
11'300
9'300
9'000
Hurricane Ike
Hurricane Ivan
Hurricane Wilma
Hurricane Rita
Hurricane Charley
Typhoon Mireille
Quelle: Swiss Re
Folie 13
Alternative Risk Transfer ART: Definition
ART Produkte:
• Kontrakte, Strukturen oder Lösungen
– Bilateral, multilateral oder Kombination mit Beratung
• Durch Versicherungs- oder Rückversicherungsgesellschaften
angeboten
– Steuerlich, regulatorisch und buchhalterisch eher Versicherung
als Kapitalmarktprodukte
• Risikofinanzierung oder Risikotransfer
• Nicht traditionell in Bezug auf die Methode (nicht die Risiken)
• Funktionieren als synthetisches Fremd- oder Eigenkapital in
der Bilanz des Kunden
– Einfluss auf das ökonomische Kapital, Ziel ist optimale
Kapitalstruktur
Folie 14
Risikotransfer vs. Risikofinanzierung
Risiko
Selbst getragen
Nicht finanziert
Contingent
Capital
Transferiert
Finanziert
SelbstVersicherung
Captives
Finite Risk
Folie 15
Warum soll man ein Risiko selbst tragen?
Warum Risikofinanzierung?
• Ein Risiko wird selbst getragen, weil es zum Kernbereich
des Geschäfts gehört
• Ein Risiko wird selbst getragen, weil man einen
komparativen Informationsvorteil hat
• Verluste aus diesem Risiko müssen aber unter Umständen
vorfinanziert werden
• Vermeidung von Underinvestment (vgl. FSS-Modell)
• Vermeidung von Illiquidität
• Vermeidung von schlechten Signalen an den Markt
ART hilft bei der Finanzierung bevor Verluste auftreten
Folie 16
Die Entscheidung, Risiken selbst zu tragen hängt ab
von Verlusthöhe und Verlusthäufigkeit
Verlusthöhe
Hoch
Versicherung
Tief
Selbst tragen ohne
Finanzierung
Tief
Selbst tragen mit
Finanzierung
Hoch
Verlusthäufigkeit
Folie 17
Captives
• Älteste Form von ART
– Etwa 75% des ART-Marktes
– Weltweit über 4000 Captives
• Bei einer Captive gehört eine (Rück-)Versicherungsgesellschaft
einem oder mehreren versicherungswirtschaftsfremden
Unternehmen
• Die Captive versichert die Risiken ihrer Eigentümer
• Die grösste Verbreitung haben “Single-parent” Captives, die einem
einzelnen Unternehmen gehören
• Bei einer Rückversicherungs-Captive werden die Risiken zuerst
von einem lokalen Erstversicherer (Fronter) gezeichnet und
anschliessend mittels eines Rückversicherungsvertrags an die
Captive zediert. Diese wiederum retrozediert sie unter Umständen
an einen professionellen Rückversicherer
Folie 18
Single-parent Captives
Folie 19
Multi-parent Captives
Folie 20
Finite Risk
• Im Gegensatz zur traditionellen Versicherung (Gesetz der
grossen Zahl) beruht Finite Risk-Insurance auf dem
Ausgleich individueller Risiken über die Zeit
• Absicherung des Timing-Risikos von Schäden
• Die Vertragsdauer umfasst mehrere Jahre
• Retrospektive Verträge:
– Schäden sind schon eingetreten, aber noch nicht beglichen
• Prospektive Verträge:
– Versicherer übernimmt für die Zukunft erwartete Schäden
Folie 21
Finite Risk Beispiele
• Die häufigste Form retrospektiver Finite Risk Lösungen sind
Loss Portfolio Transfers (LPT):
– Schadenrückstellungen eines Zedenten werden gegen Zahlung
einer Versicherungsprämie auf einen Versicherer transferiert
– Ökonomisch = Verkauf von Schadenrückstellungen
• Beispiel für prospektive Vertragsform Finite Quota Share
(FQS):
– Der Zedent überträgt einen Teil seiner Prämien auf einen Finite
Risk-Anbieter
– Stabilisierung der Nettoschadenkosten durch eine individuelle
Ausgestaltung der (Rück-)Versicherungsprovision
Folie 22
Multi-year/Multi-line Produkte (MMP)
• Integration verschiedener Versicherungssparten:
– In einem Produkt
– Über mehrere Jahre hinweg
• Kombination traditioneller Versicherungsrisiken (Feuer,
Betriebsunterbrechung, Haftpflicht)
• Einbezug auch typischerweise versicherungswirtschaftlich
fremder Risiken (z.B. Wechselkursrisiken,
Rohstoffpreisschwankungen)
• Einbezug traditionell nicht-versicherbarer Risiken (z.B.
politische Risiken)
• Berechnung der Versicherungsprämie integriert über alle
Risikosparten
– Substantielle Diversifikationseffekte
– Attraktive Prämien
Folie 23
Insurance Linked Securities (ILS)
Insurance Linked Securities
Schadenderivate
•CBOT
•Bermuda
Commodity
Exchange (BCE)
•OTC Derivate
Katastrophenanleihen
•CAT Bonds
Contingent
Capital
•Catastrophe Equity
Puts
•Contingent Surplus
Notes
Folie 24
Schadenderivate
• CBOT Cat Index
–
–
–
–
–
Property Claim Services (PCS) Verlustindex
1 Indexpunkt entspricht $100 Mio. Industrieverluste
Europäische Optionen, Cash Settlement
Nationale und verschiedene regionale Zonen
Üblicherweise als Spread verkauft
• Bermuda Commodity Exchange (BCE)
– Ähnlich wie CBOT aber auf Grundlage des Guy Carpenter
Loss-to-Value Index
– Index detailliert verfügbar (Postleitzahlen)
– Erlaubt genaueres Hedging, tieferes Basisrisiko
– Binäre Optionen (zahle alles oder nichts), 6-monatige Frist
• Nicht besonders erfolgreich!
Folie 25
Katastrophenanleihen (CAT Bonds)
• Katastrophenanleihen sind Anleihen mit einer oder mehreren
eingebetteten Optionen
• Der Emittent begibt eine Anleihe und kauft gleichzeitig eine
Option, die sich auf einen oder mehrere definierte
Schadensfälle bezieht (z.B. Erdbeben in Tokio, Hagel in der
Schweiz, Sturm in Deutschland)
• Somit zahlt der Emittent einen Zins auf die Anleihe plus
einen Aufschlag (Spread) für die Option, das Analogon zur
Versicherungsprämie
• Im Falle des Katastropheneintritts stellt der Emittent die Zins
oder Tilgungszahlung ganz oder teilweise ein, je nach
Tranchierung des Bonds
Folie 26
Katastrophenanleihe Grundprinzip
Vertragsabschluss:
Vers. prämie
Versicherungs
-nehmer
Deckung
Special
Purpose
Vehicle
Coupon
Investoren
Einmalige
Kapitalzahlung
Schadeneintritt:
Vers. prämie
Versicherungs
-nehmer
Schadenzahlung
Vgl. Credit Linked Notes
Special
Purpose
Vehicle
Investoren
Reduzierte
Kapitalrückzahlung
bei Laufzeitende
(ev. variable
Laufzeit)
Folie 27
Beispiel USAA Cat Bond
•
•
•
•
•
Erste grosse Verbriefung 1997, 1 Jahr LZ, mehrfach erneuert
Vorlage für mehrere Deals in der Folgezeit
Residential Re Ltd. als Special Purpose Reinsurance
Soll für USAA grosse Hurricane-Schäden abdecken
$ 400 Mio. Versicherungsdeckung von $ 500 Mio. für
Schäden aus einem Hurricane über $ 1 Mia.
• $ 477 Mio. in zwei Tranchen:
– A1 $ 164 Mio. zu LIBOR + 273 BP, Zins riskant, Nominal
geschützt durch einen 10-jährigen Zerobond (Zeitrisiko)
– A2 $ 313 Mio. zu LIBOR + 576 BP, Zins und Nominal riskant
• 1% Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis Auswirkungen auf
das Nominal von A2 hat
• Ratings: A1 ist AAA, A2 ist BB
Folie 28
Beispiel USAA Cat Bond
LIBOR - 24 bps
Swap
Counterparty
Reg. 114
Trust
Investment
Earnings
$313
LIBOR + 576 bps
$400
$400 Reinsurance
LIBOR
Rem’g
Funds
Residential
Re Ltd
USAA
$164
6% Rate on line
LIBOR + 273 bps
$77
LIBOR
Collateral
Account
At risk cash flow
<=$313 @
redemption
$77 @
maturity
$164 @ maturity
Class A2
Principal
Variable
Class A1
Extendible
Principal
Protected
$164 @ maturity
$77 contingent
on event
Defeasance
Securities
Counterparty
All amounts in $M
Quelle: Mildenhall 2002
Folie 29
Beispiel Golden Goal Finance Ltd: Verbriefung des
Ausfallrisikos der Fussball-WM 2006
• Das Ausfallrisiko wird zu Golden Goal (SPV auf Jersey,
Channel Islands) transferiert
• FIFA bezahlt eine quartalsweise Zahlung im Voraus an
Golden Goal für den Versicherungsschutz
• Golden Goal gibt das Risiko an Noteholder weiter und
verwendet das Kapital aus den Notes zur Sicherung der
Verpflichtung gegenüber den Protection Buyers
• Das Kapital aus den Notes wird risikolos (Repo oder Cash)
angelegt
• Die Zinsen aus der risikolosen Anlage sowie die Zahlungen
der FIFA werden für die Couponzahlungen der Notes
verwendet
• Ausfall ist wie folgt definiert: Bis September 2007 kann kein
Weltmeister bestimmt werden
Folie 30
Beispiel Golden Goal Finance Ltd: Verbriefung des
Ausfallrisikos der Fussball-WM 2006
Protection
Buyers
FIFA
Quartalsweise
Zahlung
Cash
Deposit at
Cash
Deposit
Bank
Nominal aus Notes
Zins auf Cash Deposit
Repo Securities
Custodian of
Repo
Securities
Versicherungsleistung
Golden Goal
Finance
Limited
Zins auf Repo Securities
Ausgegebene Notes
(Moody's A3)
Reverse Repo Income
Repo Securities
Zins auf Repo Securities
Nominal
Reverse Repo
Counterparty
or Cash
Deposit Bank
Zinsen und Nominal
Noteholders
Folie 31
Marktentwicklung von CAT Bonds
http://www.artemis.bm/blog/2013/09/08/catastrophe-bond-market-may-hit-23-billion-by-end-of-2016-gc-securities
Folie 32
Probleme im Zusammenhang mit Insurance Linked
Securities
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Asymmetrische Information
Moral Hazard
Modellunsicherheit und zumeist geringe Datenhistorie
Preisfeststellung (Preisprozess, Unvollständige Märkte,
Parameterschätzung)
Illiquidität
Basisrisiko
Höhere Transaktionskosten von CAT Bonds
Offenlegungspflichten
Buchhalterische Behandlung
ABER: Relative Stabilität in der Finanzkrise
Folie 33
Risikohandel über Risk-Swaps: CATEX
• CATEX ist ein Internet-basierter Markt für das RisikoSwapping
• Bsp.: Wind in Florida gegen Erdbeben in Kalifornien
• Risikoreduktion zu minimalen Kosten
• Keine Zessionsprämie
• Erwarteter Verlust und Wahrscheinlichkeitsverteilungen sind
ungefähr vergleichbar
• Wenn kein Ereignis, kein Cashflow
• Reduktion der Volatilität der Schadenszahlungen bei
gleichem Erwartungswert möglich
Folie 34
Contingent Capital (CC)
• Contingent Capital ist einem Kreditvertrag ähnlich
• CC sichert dem Versicherungsnehmer das Recht zu, nach
einem vertraglich vereinbarten Versicherungsereignis
Fremd- oder Eigenkapital zu vorher festgelegten Konditionen
aufzunehmen
• Ohne diesen Versicherungsschutz würden sich in der Regel
die Finanzierungskonditionen nach einem Grossschaden
verschlechtern und so die Kapitalaufnahme verteuern oder
gar verunmöglichen
Folie 35
Contingent Capital (CC): Arten
• Catastrophe Equity Puts: Recht, nach einem Schadensfall
eine Kapitalerhöhung zu im voraus festgelegten Konditionen
durchzuführen
• Contingent Surplus Notes: Recht, nach einem Schadensfall
eigenkapitalersetzende Verbindlichkeiten zu im voraus
festgelegten Konditionen aufzunehmen
Folie 36
Übersicht ART Produkte
Securitization
(OTC)
Versicherungsderivate
des CBOT
Im Schadenfall
Finanzierung zu
vorher festgelegten Bedingungen;
keine Entschädigung
gross, aber immer gross, aber immer
noch ungenügend noch ungenügend
Entschädigung
des Käufers
gegen Verluste je
nach Basisrisiko
Entschädigung
des Käufers
gegen Verluste je
nach Basisrisiko
Reiner Tausch
von Versicherungsrisiken
grosses Potential,
aber immer noch
in der Startphase
grosses Potential,
aber immer noch
wenig genutzt
niedrig
derzeit niedrig,
Verbesserung
erwartet
variabel
individuell
derzeit niedrig
Vertragsdauer
Pricing
beschränkt auf
Retrozessionsmarkt
1 Jahr
individuell
gering, nur indirekter KapazitätserweiterungsEffekt
niedrig, steigend
Kosten
hoch
variabel
Kreditrisiko
abhängig von
Solvenz des
Rückversicherers
Eignung für das Hedging von individuellen
Portfolios
(Basisrisiko)
Eignung für die Homogenisierung von
unausgeglichenen
Risikoexposures
gut, kein Basisrisiko
noch hohe Transaktionskosten
minimal, Kapital
in sicheren Wertpapieren unter
Treuhänderverwahrung
angelegt
abhängig vom
verwendeten
Trigger
gut
möglich, aber
nicht Hauptzweck
Entschädigung und
Finanzierung
Kapazität
Liquidität für
Risikoträger
Traditionelle
(nichtproportionale)
Versicherung
Entschädigung
des Rückversicherten gegen
Verluste
gut
Contingent
Capital
variabel
individuell
minimal, Kapital
in sicheren Wertpapieren unter
Treuhänderverwahrung
angelegt
gut, nicht notwendigerweise
ein Basisrisiko
6-12 Monate
via
Marktmechanism
en
sinkend
minimal, Verbindlichkeiten
durch Börse
garantiert
gut, bei Indexderivaten möglicherweise sehr
hohes Basisrisiko
gut
Risktrading
via
CATEX
1 Jahr
via Marktmechanismen
nur Transaktionskosten
keines
nein, nur Risikoswapping
gut
Produkte des Alternativen Risiko Transfers im Vergleich zum traditionellen Versicherungsmarkt; in Anlehnung an KIELHOLZ/DURRER 1997, S. 10 und SIGMA 3/97, S. 18
Folie 37
Möglicher Nutzen von ART Lösungen
• Verbesserte Risikoallokationsmöglichkeiten innerhalb der
Volkswirtschaft, Vervollständigung des Marktes
• Erhöhung der „Marktkapazität“
• Neue „Anbieter“ innerhalb der oligopolistischen Struktur des
Rückversicherungsmarktes
• Auflösen der traditionell engen Bindung zwischen
Versicherer und Rückversicherer
• Glätten der zyklischen Rückversicherungsprämien
• Erhöhung der Transparenz
• Vermeidung von Kreditrisiken
Folie 38
Fragen zu den Allokationseffekten von ART
• Welche Auswirkungen hat ART auf die Effizienz der
Allokation volkswirtschaftlicher Risiken? Wirkt sich eine
Vervollständigung des Marktes immer wohlfahrtssteigernd
aus?
• Welche Auswirkungen hat ART auf die statistischen
Eigenschaften der Risiken? Steigen die systematischen
Risiken?
• Was sind die Auswirkungen auf die Bewertung der Risiken?
• Welche gesamtwirtschaftliche Folgerungen ergeben sich für
das Risikomanagement? Wird das Finanzsystem durch ART
sicherer?
• Welche Implikationen ergeben sich für die
Eigenkapitalvorschriften der Banken?
Folie 39