Relationship Marketing - Marketing

21.4.2015
Relationship Marketing
Univ.-Prof. Dr. Florian Siems
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Technische Universität Dresden
© Univ.-Prof. Dr. Florian U. Siems
Helmholtzstraße 10
Hülsse-Bau, 5. Etage,
Nordflügel, Zi. 522
01062 Dresden
1
Lehrstuhl für Marketing, TU Dresden
Prof. Dr. Florian Siems
Jessica Grauwinkel
Dr. Thomas Niemand
(Lehrstuhlinhaber) (Sekretariat ab Mai 2015)
(Post-doc)
Dipl.-Kffr. Anja Franck
(derzeit in Elternzeit)
© Univ.-Prof. Dr. Florian U. Siems
Marie-Christin
Papen, M.Sc.
Josephine Dölz,
M.Sc.
Jana Stolz,
M.Sc.
Gliederung
Relationship Marketing
1. Begriff und Entstehung
2. Ausgewählte Theorien
3. Umsetzung in Forschung,
Lehre und Praxis
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3
Marketinginstrumente und Marketingmix
Quelle: in naher Anlehnung an Bruhn 2014, S. 30
Produktpolitik
 Produktinnovation
 Produktverbesserung
 Produktvariation
 Produktdifferenzierung
 Produktelimination
 Markierung
 Namensgebung
 Serviceleistungen
 Sortimentsplanung
 Verpackung
Produktmix
Preispolitik
 Preis
 Rabatte
 Boni und Skonti
 Liefer- und
Zahlungsbedingungen
Preismix
Kommunikationspolitik
 Mediawerbung
 Verkaufsförderung
 Direct Marketing
 Public Relations
 Sponsoring
 Persönliche Kommunikation
 Messen/Ausstellungen
 Event Marketing
 Multimedia Kommunikation
 Mitarbeiterkommunikation
Kommunikationsmix
Vertriebspolitik
 Vertriebssysteme
 Verkaufsorgane
 Logistiksystem
Vertriebsmix
Marketingmix
Teilmärkte und Kundengruppen
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Diskussion zur Unterteilung des Marketing Mix
• Ausweitung des Marketing auf Dienstleistungen, Industriegüter
und Non-Profit-Organisationen
Konsumgüter
Non-Profit
B2B
Konsumgüter
Dienstleistungen
 Diskussion von Erweiterung um weitere Ps, z.B. Ansatz der 5-Ps
bzw. der 7 Ps
 Diskussion um Modifikation, z.B.
Quelle: vgl. z.B. Magrath 1986; Bruhn/Georgi 2006, 304; Meffert/Bruhn 2006,
355; Zeithaml/Bitner/Gremler 2009, 347ff.; Goi 2009; Siems 2013 EUKO
Quelle: Ettenson/Conrado/Knowless: Rethinking
4 P`s, Haravard Business Review Jan/Feb 2013, S. 26
Product
Place
Price
Promotion
Solution
Access
Value
Education
 Diskussion gänzlich neuer Unterteilungen, z.B. 3 Rs
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Quelle: z.B. Bruhn 2012, S. 32;
Bruhn 2013
5
Ergebnisse der Studie von Reichheld/Sasser
Quelle: Reichheld/Sasser 1991
Kreditkartenorganisation
60
30
55
44 49
20
0
-20
-40
-51
-60
1
300
Gewinn pro Kunde
(in Dollar)
Gewinn pro Kunde
(in Dollar)
40
42
Wäschereibetrieb
2
3
4
5
200 144 166
100
0
-100
-200
-300
1
6
2
Jahr
Gewinn pro Kunde
(in Dollar)
168
45
0
-100
-200
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144
1
2
3
4
Jahr
4
5
Autokundendienst
100
Gewinn pro Kunde
(in Dollar)
99
100
121
3
Jahr
Großhandel
200
256
192 222
5
50
70
25
88 88
35
0
-50
-100
1
2
3 4
Jahr
5
6
Gewinnpotenzial eines Kunden im Zeitablauf
Quelle: Reichheld/Sasser 1991
Auf der Basis der empirischen Untersuchung von Reichheld/Sasser wurde
eine allgemeingültige Aussage zum Gewinnpotenzial von Kunden im Zeitablauf
abgeleitet.
Kundenbezogener
Gewinn
Erfolgsbeitrag aus
Preiszuschlägen
Erfolgsbeitrag aufgrund
von Weiterempfehlungen
Erfolgsbeitrag aufgrund
von geringeren
Betriebskosten
Erfolgsbeitrag aus
Cross-Selling-Angeboten
Basisgewinn
Jahre
1
2
3
4
5
6
7
Investitionskosten
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7
3 Rs im Relationship Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 66;
Bruhn 2012, S. 32
Marketing
Fokus auf Lebenszyklusphasen einer Kundenbeziehung
Recruitment
Retention
Recovery
Kundenzufriedenheit
Neukundenakquisition
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Kundenbindung
Kundenrückgewinnung
8
Erfolgreiches Relationship Marketing: Von der Affäre zur Freundschaft
Quelle: Brickau 2002
BeziehungsDimensionen
Affäre
Lebensabschnittspartner
Ehe
Freundschaft
BeziehungsFaktoren
Verständnis
Freiwillige, spontane
Bindung
Freiwillige, bewußte
Bindung
Zeitlich befristetes„Strohfeuer“
Zeitlich andauernde „Begeisterung“
Kurzfristige „Abwechslung“
Langfristige„Anhängerschaft“
Zufriedenheit
Keine Bindung
Fundierte Bindung
Vertrauen
Keine Loyalität
Starke Loyalität
Umfang
Bindung
Beteiligung
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9
Begriff des Relationship Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 12
Relationship Marketing umfasst sämtliche Maßnahmen der
Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle, die der
Initiierung, Stabilisierung, Intensivierung und Wiederaufnahme
sowie ggf. der Beendigung von Geschäftsbeziehungen zu den
Anspruchsgruppen – insbesondere zu den Kunden – des
Unternehmens mit dem Ziel des gegenseitigen Nutzens dienen.
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10
Begriff des Relationship Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 12
Relationship Marketing umfasst sämtliche Maßnahmen der
Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle, die der
Initiierung, Stabilisierung, Intensivierung und Wiederaufnahme
sowie ggf. der Beendigung von Geschäftsbeziehungen zu den
Anspruchsgruppen – insbesondere zu den Kunden – des
Unternehmens mit dem Ziel des gegenseitigen Nutzens dienen.
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Entscheidungsorientierter Ansatz
Quelle: Bruhn 2012, S. 23
MARKETING
= marktorientiertes Entscheidungsverhalten
Marketingziele
Marketinginstrumente
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Marketingsituation
Begriff des Relationship Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 12
Relationship Marketing umfasst sämtliche Maßnahmen der
Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle, die der Initiierung, Stabilisierung, Intensivierung und Wiederaufnahme
sowie ggf. der Beendigung von Geschäftsbeziehungen zu
den Anspruchsgruppen – insbesondere zu den Kunden – des
Unternehmens mit dem Ziel des gegenseitigen Nutzens dienen.
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3 Rs im Relationship Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 66;
Bruhn 2012, S. 32
Marketing
Fokus auf Lebenszyklusphasen einer Kundenbeziehung
Recruitment
Retention
Recovery
Kundenzufriedenheit
Neukundenakquisition
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Kundenbindung
Kundenrückgewinnung
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Transaktions- versus Beziehungsmarketing
Quelle: Bruhn 2012, S. 31;
Bruhn 2013, S. 16
Betrachtungsfristigkeit
Marketingobjekt
Dominantes Marketingziel
Strategiefokus
Ökonomische Erfolgsund Steuergrößen
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Transaktionsmarketing
Relationship Marketing
Kurzfristigkeit
Langfristigkeit
Leistung
Leistung und Kunde
Kundenakquisition
durch Marketing-Mix
Kundenakquisition,
Kundenbindung,
Kundenrückgewinnung
Information
Dialog und Interaktion
Gewinn, Deckungsbeitrag,
Umsatz, Kosten
zusätzlich:
Kundendeckungsbeitrag,
Kundenwert
15
Begriff des Relationship Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 12
Relationship Marketing umfasst sämtliche Maßnahmen der
Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle, die der
Initiierung, Stabilisierung, Intensivierung und Wiederaufnahme
sowie ggf. der Beendigung von Geschäftsbeziehungen zu den
Anspruchsgruppen – insbesondere zu den Kunden – des
Unternehmens mit dem Ziel des gegenseitigen Nutzens dienen.
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16
Anspruchsgruppen des Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 13;
in Anlehnung an Kotler 1997; Meffert/Bruhn 2009
Öffentlichkeit
Unternehmen
Lieferanten
Mitarbeiter
Absatzmittler
Endkäufer
Konkurrenz
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Begriff des CRM
Quelle: in Anlehnung an Gummesson 2002
CRM ist der Versuch, die Gedanken des Relationship
Marketing auf der Basis von Data-Mining-Anwendungen und
Informationstechnologien für die Praxis nutzbar zu machen.
© Univ.-Prof. Dr. Florian U. Siems
18
Balance zwischen Technologie und Philosophie
Quelle: Bruhn 2013, S. 15;
in Anlehnung an Gummesson 2001, S. 118;
vgl. auch Siems/Rüeger/Hannich/Kraus/Karla 2010
Technologie
Balance
Philosophie
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19
Gliederung
Relationship Marketing
1. Begriff und Entstehung
2. Ausgewählte Theorien
3. Umsetzung in Forschung,
Lehre und Praxis
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20
Erfolgskette des Relationship Marketing
Quelle: Bruhn 2013, S. 73
Unternehmensexterne moderierende Faktoren
• Heterogenität der
Kundenerwartungen
• Marktbezogene Dynamik
• Marktbezogene Komplexität
Relationship
Marketing
• Variety Seeking-Motive
• Image
• Alternativenzahl
• Bequemlichkeit der Kunden
Kundenzufriedenheit
• Individualität der Dienstleistung
• Heterogenität des
Leistungsspektrums
• Leistungskomplexität
• Wechselbarrieren
• Möglichkeit vertraglicher Bindungen
• Funktionaler Verbund der
angebotenen Leistungen
• Ertragspotenzial der Kunden
• Leistungsbedürfnis der Kunden
• Preisbereitschaft
• Kundenfluktuation
Kundenbindung
Ökonomischer
Erfolg
• Ausgestaltung des Kundeninformationssystems
• Mitarbeiterfluktuation
• Restriktionen bei der
Preisfestlegung
• Breite des Leistungsangebots
Unternehmensinterne moderierende Faktoren
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21
Erwartungsmanagement: Formen von Erwartungen
Quelle: in Anlehnung an Richter 2006
Normative
Erwartungen
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Prädiktive
Erwartungen
22
Erwartungdskorridor-Management
Erwartungen
Quelle: Siems/Richter 2007
max
min
Zeit
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23
Theorie des Erregungstransfers
Donald Dutton / Art Aron (1974), „Journal of Personality and Social Psychology“,
Experimente im Capilano Canyon in North Vancouver
„Gefühle können als eine Funktion
von physiologischer Erregung und
einer kontextabhängig zu dieser
Erregung passenden Kognition
verstanden werden.“
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Gliederung
Relationship Marketing
1. Begriff und Entstehung
2. Ausgewählte Theorien
3. Umsetzung in Forschung,
Lehre und Praxis
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25
Bachelor: Spezialisierung „Marketing“
2. Fachsemester
3. Fachsemester
5. Fachsemester
Marketing
Grundlagen
WPA-Seminnar
„Marketing“
Marketing Mix
Voraussetzung:
Marketing Mix und
Bachelorseminar
„Marketing“
WPA-Projekt
„Marketing“
Bachelorseminar
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6. Fachsemester
Bachelorarbeit
Master: Spezialisierung „Marketing“
1. Fachsemester
2. Fachsemester
3. Fachsemester
4. Fachsemester
Relationship
Marketing
Marketing
Science
Marketing
Science interaktiv
Forschungsseminar
Marktforschung
Anwendung der
Marktforschung
Marketing
Literature Review
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Voraussetzung:
20 Leistungspunkte
aus Lehrangebot des
Lehrstuhls für Marketing,
insb. Relationship
Marketing und
Marktforschung
Aktuelle Aspekte
des Marketing
Masterarbeit
Relationship Marketing: Gliederung (1)
1. Einführung in das Relationship Marketing
1.1 Entstehung und Entstehungsursachen des Relationship Marketing
1.2 Begriff und Merkmale des Relationship Marketing
1.3 Entwicklungsrichtungen des Relationship Marketing
2. Theoretische Grundlagen des Relationship Marketing
2.1 Theorie des Beziehungs- und des Bedarfslebenszyklus
2.2 Unsicherheit und Vertrauen (Principal-Agent-Theorie)
2.3 Theorie der sozialen Durchdringung
2.4 Theorie der Perspektivenübernahme
2.5 Weitere Theorien aus Ökonomie, Psychologie und Soziologie
2.6 Theorie der Erfolgskette
3. Konstrukte und Instrumente des Relationship Marketing
3.1 Qualität und Kundenzufriedenheit
3.1.1 Theoretische Grundlagen
3.1.2 Messung und Analyse
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* Silent Shopper
* Multiattributive Messung
* Penalty-Reward-Faktorenanalyse
* Switching Path-Analyse
* Fishbone-Ansatz
* FMEA (Failure Mode and Effects Analysis)
* Benchmarking
* Quality Function Deployment
* Vieraugenprinzip
* Betriebliches Vorschlagswesen
* Poka-Yoke-Verfahren
28
Relationship Marketing: Gliederung (2)
3. Konstrukte und Instrumente des Relationship Marketing (Fortsetzung)
3.2 Perceived Value
3.3 Beziehungsqualität
3.4 Ethics
3.5 Erwartungsmanagement
3.6 Commitment
3.7 Kundenbindung
3.8 Weiterempfehlung
3.9 Kundenrückgewinnung
3.10 Beziehungsbeendigung
3.11 Beschwerdemanagement
4. Erfolgskettenmessung
5. Internes Marketing als Teil des Relationship Marketing
5.1 Begriff und Ansätze
5.2 Interne Kundenbarometer
6. Kundensegmentierung im Relationship Marketing
7. Implementierung und Implementierungsbarrieren des Relationship Marketing
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