GGP Thüringen 2015: Thüringer Allgemeine

Leben
Seite 
G P T Claus Alboth verblüffte in Weimar mit gut sortiertem Eintopf, Ulrich Rösch mit Variationen vom Kalb
Von Ingo Glase
Britta Hinkel
ist für ihre beste Freundin Pia
Beraterin in allen möglichen
und unmöglichen Lebenslagen
Gestern fragt mich Pia: „Wenn
dir jemand dein genaues Todesdatum voraussagen könnte –
würdest du es wissen wollen?“
„Nein, ich glaube nicht“, sag
ich.
„Ich schon. Da könnte ich akribisch planen und alles, was ich
unbedingt noch sehen, erleben
oder erledigen wollte, ganz gezielt ansteuern“, sagt Pia.
„Bestenfalls. Vielleicht wäre
aber auch gar keine Zeit mehr
dafür? Was dann? Zumal du
wüsstest: Das ist das ultimativ
letzte Mal, dass ich das tue oder
sehe oder erlebe. Mir wäre das
zu bitter – bei aller Vorliebe für
Planbarkeit und Vorhersehbarkeit“, sag ich.
„Stimmt, du machst ja sogar
Monats-, Wochen- und Tagespläne“, sagt Pia.
„Ich liebe feste Strukturen!
Die geben einem nämlich nicht
nur Halt, sondern auch das Gefühl, durchaus selbstbestimmt
zu sein: Schließlich kann ich
meine eigenen Pläne jederzeit
platzen lassen!“, sag ich.
„Anders als der Sternenhimmel. Da herrscht der größtmögliche Grad an Planbarkeit, weil
alles zuverlässig – auf Jahrtausende vorausbestimmt – abläuft“, sagt Pia.
„Das ist wirklich irre: Es steht
heute schon fest, wann die
nächste Sonnenfinsternis
kommt“, sag ich.
„Wobei wir da wieder bei
unserem Sterbedatum wären:
Die nächste Sonnenfinsternis
erleben wir beide garantiert
nicht!“, sagt Pia.
„Und mehr will ich auch gar
nicht wissen!“, sag ich.
S
Treffpunkt für
an Tinnitus
Leidende
In Gotha findet eine
Gesprächsrunde statt
Wer tags und nachts ein Geräusch im Ohr hat, das wie ein
Rauschen, Zirpen, Summen
oder gar Kreischen klingt, ohne
eine bestimmbare Lärmquelle
von außerhalb, wird vom Tinnitus belästigt oder sogar gequält.
Diese Horrorgeräusche treten
bei jungen und älteren Menschen auf. Die vielfältigen Ursachen reichen von Schädel-Hirnverletzungen über Infektionen
im Ohr bis hin zu Stress oder zu
lauter Disco-Musik. Bei den
Therapiemöglichkeiten bedarf
es einer langen Suche nach Linderung und oftmals kann auch
keine ärztliche Hilfe erfolgen.
Deshalb ist ein Zusammenschluss von Betroffenen sehr
hilfreich, um sich auszutauschen und zu stützen. In Gotha
gibt es eine Selbsthilfegruppe.
Kontakt
Leiter Jürgen Clemens.
Telefon: 03621 / 85 12 94
Gruppentreffen: Jeden zweiten Mittwoch im Monat um
14.30 Uhr im Club Galetti,
Volkssolidarität, Jüdenstraße 44 in Gotha.
a Redaktion dieser Seite:
Britta Hinkel
Montag, . März 
Labskaus trifft Bauhaus
P 
Wissen,
was kommt
TCSZ
Normalerweise sei Labskaus ein
sehr gefürchtetes Gericht aus
dem Norden, warnte der Moderator des großen Gourmetpreises am Samstagabend im
Weimarer Hotel Elephant, aber
Claus Alboth gelang es, den Gästen die Scheu vor dem rustikalen
Eintopf zu nehmen.
Nach dem Motto „Bauhaus
trifft Labskaus“ als Hommage
an die Architektur-Tradition der
Klassikerstadt zerlegte er den
Labskaus in seine Bestandteile –
und sortierte Rote Bete, Fisch,
Rindfleisch und Ei auf dem Teller völlig neu: Als Riegel-Ei, Rinder-Carpaccio, Räucheraal und
winzige Rote- Bete-Würfelchen,
garniert mit klitzekleinen Petersilienblättchen – und das ganze
200-mal.
Zum Glück hatten Claus Alboth und die anderen Thüringer
Spitzenköche Dutzende Helfer
an ihrer Seite, die seit dem frühen Nachmittag in der Küche
standen und für einen reibungslosen Ablauf des aufwendigen
Menüs sorgten.
Claus Alboth, Maria Groß,
Hausherr Marcello Fabbri, Andreas Scholz, Christian Hempfe
und Ulrich Rösch sowie ein
Gastkoch von der Insel Rügen
servierten bis kurz vor Mitternacht feine Kostproben ihres
Könnens – mit mutiger Auswahl, überraschenden Variationen, feinen Nuancen und wahren Geschmacksexplosionen.
Ulrich Rösch begeisterte mit
„Kalb von Kopf bis Fuß“ – deftige Teile perfekt zubereitet – an
Petersilienwurzel-Püree, Christian Hempfe mit butterzartem
Heilbutt und Marcello Fabbri
Die Rangliste
a 1. Marcello Fabbri aus
dem Restaurant „Anna
Amalia“ im Hotel Elephant Weimar
a 2. Maria Groß, „Clara“
im Kaisersaal Erfurt
a 3. Claus Alboth aus
dem „Alboth‘s“ im Dorotheenhof Weimar
a 4. Ulrich Rösch aus der
„Turmschänke“ im Kaiserhof Eisenach
a 5. Andreas Scholz aus
dem Restaurant „Anastasia“ im Russischen
Hof Weimar
a 6. Christian Hempfe
aus dem „Scala“ in Jena
Ermittelt aus den sieben
führenden Restaurantund Gourmetführern, etwa dem Gault Millau.
mit einem zauberhaftem Ravioli
zu krossen Tintenfischen und
kleinen Datteltomaten, in denen
der Geschmack ganz Italiens
steckte.
Auch Barbara und Udo Ulrich
aus Niederzimmern kamen aus
dem Schwärmen gar nicht heraus: sie hatten bei unserem Rezeptwettbewerb „Aus Omas Küche“ mit Kaninchenkeulen und
schlesischen Klößen die Tickets
für den Gourmetpreis gewonnen.
Und als begeisterte Hobbyköchin fand Barbara Ulrich in jedem Gericht des Abends Ideen
und Anregungen für ihre eigene
Küche. „Ich experimentiere sehr
gern mit neuen Einflüssen“, ver-
Reibereien in der
Pubertät gutes Zeichen
Versuch der Kinder, eigenständig zu werden
Am Sonntag gemeinsam frühstücken? Keinen Bock! Gemeinsam ins Schwimmbad?
Das ist doch Kindergarten! Pubertierende treiben ihre Eltern
mit ihrer Null-Bock-Haltung öfter mal an den Rand des Wahnsinns.
Statt auf gemeinsamen Familienaktivitäten zu beharren, sollten Eltern ruhig bleiben und keinen Druck machen. „Dahinter
steckt meist der Versuch der
Kinder, eigenständig zu werden“, erklärt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der On-
line-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.
Das sollten Eltern unterstützen.
Auch wenn es oft anders
wirkt: In den meisten Fällen
müssen sich Eltern keine Sorgen
machen, dass die Beziehung zu
ihren Kindern in der Pubertät
abbricht. Um am Ball zu bleiben,
können sie versuchen, an die Interessen der Teenager anzuknüpfen — ohne sich krampfhaft
anzubiedern.
Falls es hart auf hart kommt,
hilft Eltern auch die Erinnerung
an die eigene Pubertät.
dpa
Frauen reden
ungern über Geld
Wie sie Gehaltsverhandlungen meistern
Niemand spricht gerne über
Geld – und junge Frauen oft
schon gar nicht. Den Vorgesetzten nach mehr Gehalt zu fragen
– dazu fehlt mancher schlicht
der Mumm.
Barbara Lampl organisiert
den „Lean-In-Circle“ in Köln.
Einmal im Monat treffen sich
dort berufstätige Frauen und diskutieren Probleme im Job. Die
Treffen gibt es auch in Berlin
und München, Stuttgart oder
Saarbrücken. Sie sind eine Reaktion auf das Buch der Facebook-Chefin Sheryl Sandberg
„Lean In – Frauen und der Wille
zum Erfolg“. Darin ermutigt sie
Frauen, ihre Karriere mit mehr
Nachdruck zu verfolgen.
Geld ist bei den Treffen immer
wieder ein Thema. „Es ist doch
so mit den Gehaltsverhandlungen: Weniger wird’s nicht“, erklärt Lampl. Im schlimmsten
Fall schicke einen der Chef mit
einem Haufen Lob und einem
feuchten Händedruck wieder hinaus. Der erste Schritt sei, über
den eigenen Schatten zu springen und es zu versuchen.
Und wie geht man so ein Thema dann an? Lampl rät zum
Blick in die Stellenanzeige, auf
die man sich beworben hat. Was
für Aufgaben wurden von Bewerbern verlangt, und was ma-
chen Mitarbeiter inzwischen darüber hinaus? „Ergibt sich da
eine Diskrepanz, ist es Zeit für
mehr Gehalt.“ Mit diesem Plus
an erbrachten Leistungen sollten sie dann gegenüber dem
Chef argumentieren.
In der Verhandlung gilt es,
standhaft zu bleiben. Manche
hat das Problem, dass sie beim
ersten Gegenwind der guten
Stimmung wegen zurückzurudert. Oder sie versteht die Situation des Chefs nur allzu gut. Hier
müsse man sich zwingen, bei der
eigenen Forderung zu bleiben.
Abgleich von Selbstund Fremdbild
Wer von Zweifeln geplagt
wird, dem rät Lampl zum Selbstund Fremdbildabgleich. Sie
empfiehlt, gute Freunde zu fragen, was sie über einen denken
und was sie an einem schätzen.
Wer Kollegen hat, denen er vertraut, kann sich auch bei ihnen
erkundigen.
In den meisten Fällen sind die
Antworten sehr positiv. Auch jene, die gerne an sich selbst herummäkeln, finden dann eventuell den Mut, mehr für sich einzufordern.
dpa
Claus Alboth aus dem „Dorotheenhof“ in Weimar hat Labskaus in seine Bestandteile zerlegt und neu arrangiert. Das Ergebnis sieht nur nicht viel besser aus als das Original, sondern schmeckt auch intensiver.
Fotos (): Alexander Volkmann
riet sie zwischen Heilbutt und
Schnittlauchsuppe, „ob japanisch oder chinesisch.“ PekingEnte habe sie ebenso schon ausprobiert wie Rotkohl-Curry mit
Ente – und beides sei ihr sehr gut
gelungen, versicherte Ehemann
Udo Ulrich.
Europäisches Menü
für den Theater-Verein
Doch Barbara Ulrich kocht
nicht nur für ihre Familie – bei
den kulinarischen Theater-Aufführungen des Vereins aus Niederzimmern war sie immer für
das mehrgängige Menü zustän-
dig. „Für das Thema Orient-Express suchte ich mir passende
Gerichte von der Strecke durch
halb Europa“, so Barbara Ulrich: „Französische Gurkencremesuppe, österreichischen
Tafelspitz, serbischen Gemüsekaviar aus Paprika, Auberginen
und Knoblauch und als Dessert
italienisches Tiramisu.“
Begeistert waren unsere Gewinner wie alle Gäste des langen
Abends auch von der sehenswerten Präsentation der Gerichte – das Auge isst eben mit. Und
weil diese Kochkunst nicht zu
übertreffen ist, hat sich Barbara
Ulrich für den Sonntag ein ganz
bescheidenes Gericht ausgesucht: „Kohlsuppe“.
Hausherr Marcello Fabbri (Mitte) begrüßte unsere
Gewinner Brigitte und Udo Ulrich aus Niederzimmern beim Gourmet Preis im Hotel Elephant in Weimar höchstpersönlich.
Anzeige
Innovative Zahncreme
Zähne sind
Verbrauchern
lieb und „teuer“
*
Das* kann am
Ende teuer werden
Im Zahnpasta-Regal der Drogeriemärkte tut sich
was: Eine innovative Zahncreme mit künstlichem
Zahnschmelz verdrängt herkömmliche Zahnpasten. Obwohl sie deutlich teurer ist.
„Schlechte Zähne kosten viel
mehr“, heißt es dazu im Fernsehen.
Der drastische Vergleich kommt
bei Konsumenten an.
„Biorepair“ rangiert im
Drogeriemarkt bereits unter den umsatzstärksten
Artikeln. Die Argumentation des Herstellers ist
so einfach wie überzeugend: Der wirksamste
Schutz der Zähne ist der Zahnschmelz. Der aber nutzt sich im
Laufe des Lebens immer mehr
ab. Die Zähne werden rauer, poröser und anfälliger für Karies.
Leider kann der menschliche Organismus einmal abgebauten Zahnschmelz nicht ersetzen. Deshalb
stand NQVWOLFKHU Zahnschmelz
schon lange auf der Wunschliste
der Zahnmedizin. Mit der ersten
Biorepair-Zahncreme ist der erhoffte
Durchbruch gelungen: Die Rezeptur enthält 20 Prozent künstlichen Zahnschmelz. Beim Zähne-
Der Zahnschmelz nutzt sich mit der Zeit
LPPHU PHKU DE GLH =DKQREHUÀlFKH ZLUG
SRU|V XQG DQIlOOLJ IU ]% .DULHV 'LH
5HSDUDWXUDUEHLWHQ RGHU VRJDU (UVDW]
können viel Geld kosten.
putzen setzt er sich auf dem abgenutzten Zahnschmelz fest und
ummantelt ihn mit einer glatten, extrem harten Schutzschicht
(Bild links). Die Entwicklung der Innovation und
der teure Wirkstoff haben
allerdings ihren Preis.
Wem der Preis zu hoch
ist, kann ausweichen auf
die billigeren Produkte –
jedoch ohne künstlichen Zahnschmelz.
Mit künstlichem Zahnschmelz gepflegt …
« N|QQHQ ,KUH =lKQH VR DXVVHKHQ 'LH
IRUWVFKUHLWHQGH $EQXW]XQJ (URVLRQ
des Zahnschmelzes kann auch durch
GDV WlJOLFKH =lKQHSXW]HQ PLW %LRUHSDLU
DXIJHKREHQ ZHUGHQ 'LH =lKQH ZHUGHQ
JODWW XQG JOlQ]HQG
%LRUHSDLU
HUKDOWHQ 6LH LQ 'URJHULH
DEWHLOXQJHQ XQG PlUNWHQ VRZLH LQ
$SRWKHNHQ PO ]X ¼ HPSI 9HUNDXIVSUHLV
'U .XUW :ROII *PE+ &R .* -RKDQQHVZHUNVWU ± %LHOHIHOG