04 | April 2015

DAS ZEITUNGSFORMAT F†R DEN KULTURRAUM A3
AUGSBURG, WITTELSBACHER LAND UND AUGSBURG LAND
#04 | April 2015
monatlich/gratis
Vielfalt des Jazz
MAULHELDEN stAtt MAULHALtEN
Die Jungs von Deichkind präsentieren am 21. April im Kongress am Park ihr neues Album »Niveau Weshalb Warum«.
Mal sehen, ob der Hotelturm ihren Elektro-Bässen standhält. Das Konzert ist bereits ausverkauft. Mehr zum Sound
und zu den Texten von den Stars aus Hamburg und ihren
Kollegen vom linken Klangbereich auf Seite 3.
Schon in der dritten Saison bietet der Jazzclub
Augsburg, an dessen Gründung fast 30 Musikerinnen und Musiker aus der hiesigen Szene mitbeteiligt waren, ein Programm, das den Jazz in
seinen vielfarbigen Facetten zeigt. Zum ersten
Mal richtet der Jazzclub für die Gewinner des
Kunstförderpreises in der Sparte Jazz ein Konzert
aus: Drummer Nathan Ott (Foto), neben Tilman
Herpichböhm der zweite Kunstförderpreisträger
2014, ist versiert in unterschiedlichsten Jazzstilen
und -formen. Mit dem Julian Fischer Trio stellt er
am 17. April um 20:30 Uhr im Hoffmannkeller
seine Kreativität unter Beweis.
Am 30. April bietet der Jazzclub in Kooperation
mit dem Altstadtverein ein neues Format: die
»Jazz FreiNacht«. Einen Abend lang kann man
durch zehn Altstadtkneipen und -orte ziehen und
unterschiedlichste Jazzbands hören. Mit dabei
sind Alex Schmid und das Schmidt-Roggenkamp
Organ Project, Trio Zahg, das Uli Fiedler Trio,
Vatapá, Whispering Grass, Charlotte fait du Jazz,
das Dietmar Liehr Trio, Jazzentiell, die Lechtown
Kneeoilers und das Swinging Guitars Orchestra.
500 Plätze gibt es – da heißt es schnell sein! Ab
Montag, 13. April, gibt es Karten an allen zehn
Spielorten (Hempels, Boheme, Brechts Bistro, Le
Coq, Piano Volz, Kunstverein, Laxgang, Striese,
Galerie Schröder, Thing).
Weitere Infos und das komplette Programm gibt es
unter: www.jazzclub-augsburg.de
Kulturtermine
für Augsburg Stadt/Land und
Wittelsbacher Land
für den Zeitraum vom
01.04. – 30.04.
!
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#
235.000.000
!
Auftakt Das Schwäbische Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Allan Bergius lädt
am 12. April um 19 Uhr zum Saisonstart in den
Kongress am Park.
S. 15
nicht vergessen! Das Junge Theater Augsburg inszeniert mit der »Geschichte vom Fuchs,
der den Verstand verlor« ein wunderbares Stück
über das Altern für Jung und Alt.
S. 8
theaterneubau
Tempelbergszenario oder
kultureller Thinktank? Niemand weiß, wie das
Mammutprojekt am Kennedyplatz finanziert
werden soll.
S. 12 und 13
die verschollene
L
joseph heintz d.ä.
Augsburger Bürger und
kaiserlicher Hofmaler
maximilianstr. 46, 86150 augsburg
öffnunszeiten: di–so 10–17 uhr
www.schaezlerpalais-augsburg.de
21.03.–31.05.2015
im schaezlerpalais
www.a3kultur.de
POLITIK & GESELLSCHAFT
1. bis 30. April 2015
02
Verhandelt, verraten und verkauft
Das »Freihandels«-Abkommen TTIP und die Kulturförderung
Schwäbische
Galerie im
Volkskundemuseum
Oberschönenfeld
Licht hören
Letzter Ausstellung
stag:
Sonntag, 12. April,
10–17 Uhr geöffnet
Bilder von Carmen Jaud
Letzte
Sonntagsführung:
12. April, 15 Uhr
bis 12. April
Ferienkurse für Kinder:
1. April, 10–13 Uhr:
„Gelbe Vielfalt – gelbe
Farbexperimente“
2. April, 10–13 Uhr:
„Das Gelbe vom Ei“
(Restplätze, nur mit
tel. Anmeldung!)
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Tel. (0 82 38) 30 01-0
[email protected]
www.schwaebisches
-volkskundemuseum.de
Öffnungszeiten
Di bis So 10–17 Uhr,
montags geschlossen,
an Feiertagen geöffnet.
Für Gruppen auch nach
Vereinbarung.
„Enthüllet also wild“, Foto: Doris Jungwirth
www.bezirk-schwaben.de
IMPRESSUM – a3kultur
KINDERKULTUR
Chefredakteur: Jürgen Kannler (kaj) (V.i.S.d.P.)
Kontakt: [email protected]
Titelvorlage: Deichkind
Grafik & Satz: Andreas Holzmann
Redaktionelle Mitarbeit in dieser Ausgabe:
Sarvara Urunova (sur), Patrick Bellgardt (pab),
Thomas Ferstl (fet), Martin Schmidt (msc),
Julian Stech (jst), Bettina Kohlen (bek), Arno Löb,
Renate Baumiller-Guggenberger (rbg),
Michael Bernicker (mb)
Gastbeitrag: Gerald Fiebig, Tobias Michl
Schlussredaktion: Christiane Kühn
Redaktionsschluss #05/2015: 20. April
Verlag: studio a ug,
Austraße 27, 86153 Augsburg, www.a3kultur.de
Tel.: 0821 – 508 14 57, Fax: 0821 – 349 91 37
Druck: Megadruck (Westerstede)
FREIER EINTRITT
OPEN AIR
INTERKULTUR
TOURISMUS
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geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
Eine Verwertung der urheberrechtlich geschützten Beiträge, Abbildungen, Anzeigen etc. ist unzulässig und strafbar, soweit sich aus
dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.
von Gerald Fiebig
Nehmen wir an, Sie hätten kein Problem damit,
wenn Sie in ein paar Jahren nur noch geklontes
Obst kaufen könnten, wenn Ihr Leitungswasser
teurer, dafür aber immer dreckiger würde und
das Lechfeld durch chemische Erdölgewinnung
zu einer Mondlandschaft. Auch in dem extrem
unwahrscheinlichen Fall, dass Ihnen diese gar
nicht mal so unwahrscheinlichen Auswirkungen
des geplanten transatlantischen »Freihandels«Abkommens TTIP nichts ausmachen: Das Leben
vergällen kann Ihnen TTIP trotzdem. Zum Beispiel, wenn Sie gerne ins Theater gehen.
Ein ebenfalls nicht völlig unwahrscheinliches
Szenario: Die Stadt Augsburg will partout kein
neues Theater bauen, die Viertelmilliarde Euro
für die Sanierung bekommt sie aber nicht zusammen. Ein finanzstarker Investor bietet ihr an, das
Theater zu kaufen, es zu sanieren und dann mit
Gewinnerzielungsabsicht zu bespielen. Mit dem
Musical »König der Löwen« zum Beispiel, als süddeutsches Pendant zu Hamburg. Weil Augsburger Stadtregierungen Privatisierung mögen,
kommt man ins Geschäft. Dann hat die Stadt ein
schickes Theater, in dem nie mehr etwas anderes
läuft als »König der Löwen«. Irgendwann stellt
man fest: Ist doch ziemlich fad. Sogar wenn die
Stadt nun das Geld hätte, dürfte sie nach den im
TTIP-Vertrag drohenden »ratchet clauses« das Theater nicht mehr rekommunalisieren: Denn was
einmal privatisiert ist, muss privat bleiben. Als
Gegengewicht die freie Szene stärker zu fördern,
bliebe der Stadt unter dem TTIP-Regime ebenfalls
untersagt: Das wäre eine unzulässige Benachteiligung des privatwirtschaftlichen Theaterakteurs.
»Freihandel« suggeriert, es ginge hier um die
Abschaffung von Zöllen zwischen USA und EU.
Die spielen aber kaum mehr eine Rolle, beide
Seiten sind einander längst die größten Handelspartner. Die geplante Abschaffung »nichttarifärer Handelshemmnisse« meint in Wirklichkeit
vor allem die Beseitigung möglichst vieler qualitativer Standards, von denen sich lobbystarke
Konzerne bei der Profitmaximierung gestört fühlen. In der Kulturbranche aber ist Qualität das
zentrale Kriterium. Die Kulturförderung der
öffentlichen Hand gibt es ja gerade deshalb, weil
die quantitative Logik des Marktes, sich selbst
überlassen, genau zu obigem »König der Löwen«Szenario führt – und noch zu einer ganzen Reihe
weiterer Probleme, zu denen man mehr zum
Beispiel unter www.kulturrat.de findet.
Für Kulturinteressierte und Kulturschaffende gibt
es also eine ganze Menge Gründe, sich – schon aus
eigenem Interesse – für einen Stopp der TTIP-Verhandlungen einzusetzen. Gelegenheit dazu gibt es
am europaweiten Aktionstag gegen TTIP am Samstag, den 18. April, auch in Augsburg. Ab dem Vormittag wird das Augsburger Bündnis STOP TTIP!
mit Infoständen an mehreren Punkten der Innenstadt zu verschiedenen Aspekten des Abkommens
informieren und Unterschriften sammeln für die
selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative
gegen TTIP. Für ca. 14 Uhr rufen Attac und Greenpeace zu einer Kundgebung am Rathausplatz mit
anschließendem Demonstrationszug auf.
Gerald Fiebig ist Journalist
und Audiokünstler. Er arbeitet im AK Freihandel von
Attac Augsburg mit und
präsentierte zuletzt bei der
Großen Schwäbischen im
H2 die Klanginstallation
»Transatlantic Free Trade«.
www.geraldfiebig.net
Wer ist die Stadt?
Am 24. und 25. April lädt die Ständige Konferenz zu ihrer 2. Tagung,
diesmal in den Kunstverein Augsburg
Unter dem Titel »Wer ist die Stadt?« stehen bürgerliche Beteiligungsprozesse im Mittelpunkt. Wie
funktionieren sie und was bringen sie unter besonderer Berücksichtigung der gegenwärtig in
Augsburg laufenden Prozesse: Zukunftswerkstatt Gaswerk, Theatersanierung, Kulturentwicklungskonzept und Stadtentwicklungskonzept.
Hierzu sind unter anderem Oliver Brunner (Theater Augsburg), Stefan Schleifer (Kulturreferat),
Norbert Stamm (Büro für Nachhaltigkeit) und Gerd Merkle (Baureferent) zu Gesprächen und
Workshops geladen. Ferner ist ein multimedialer Livechat mit Gerda Forstner (zuständig beim
Linzer Magistrat für städtische Kulturentwicklung) geplant. Die Tagung startet am 24. April um
14:30 Uhr, am 25. April ist der Beginn um 10 Uhr. Im Rahmenprogramm läuft am Abend des 24.
April unter anderem Anna Ditges Film »Wem gehört die Stadt?«.
Den geplanten Ablauf und weitere Informationen zur Anmeldung finden Sie online unter:
www.staendige-konferenz.de
PREMIEREN IM APRIL 2015
Medea
die gärtnerin aus Liebe Wolfgang Amadeus Mozart
18. April | 19.30 | Großes Haus
Russisch 7. Sinfoniekonzert
27./ 28. April | 20.00 | Kongress am Park
Playboy
Marijana Verhoef | Uraufführung
30. April | 20.30 | hoffmannkeller
Besucherservice 0821. 324 4900
www.theater-augsburg.de
www.a3kultur.de
Jessica Higgins und Ensemble; Foto. Nik Schölzel
Choreografie: Ángel Rodriguez
17. April | 19.30 | brechtbühne
03
CLUBEVENTS & LIVEMUSIK
1. bis 30. April 2015
Wenn die Rapper von Deichkind etwas Politisches
zu sagen haben, tun sie das am liebsten mit einer
geballten Ladung Sarkasmus. »Wir ham’ das klargemacht, das Ding nach Haus’ gebracht / Die Welt ist
fertig, endlich fertig« (»Die Welt ist fertig«), heißt es
auf ihrem neuen Album »Niveau Weshalb Warum«.
Der Mensch bastelt unersättlich am Blauen Planeten herum, ist ein Opfer der Werbung und
bekommt den Hals nicht voll. So sehen Deichkind
den Erdenbürger dieser Tage. Es wird mit dem
Staat und der Gesellschaft abgerechnet. Und das
nicht mehr auf lässigen Soul-Samples und Beats in
schleichenden 90 bpm, sondern auf verrückten
Synthis und tonnenschweren, komprimierten Bässen. Doch haben diese Texte genug revolutionäres
Potenzial, um eine Veränderung in unseren Verhaltensweisen mit anzuschieben? Oder anders gefragt,
bewegen die Stars aus Hamburger mit ihrer Arbeit
mehr als nur die Ärsche der Fans bei den großen
Festivals und Clubevents in Europa während ihrer
laufenden Tour? Bisher ist der Umbruch nur musikalisch vollzogen.
In Deutschland hat sich in den letzten Jahren ein
neues Genre entwickelt: Rap und Gesang auf harten Elektro-Beats. Sounds haben sich vermischt.
Sounds, die ihre Geschichte haben. Techno,
Trance, Drum and Bass, oder wie auch immer man
die programmierten Tracks begrifflich voneinander unterscheiden will, haben sich seit den Anfängen, lange vor der ersten Loveparade 1989, bis in
die Gegenwart ständig weiterentwickelt. Elektro ist
zu einem Massenhype geworden, hat mittlerweile
verschiedenste Subkategorien und konnte jahrelang auch ohne nennenswerten Gesang und eindringliche Hooks gut leben.
Aber wie sieht es beim Hip-Hop aus? Was wäre HipHop ohne Worte? Was wäre Rap ohne eine attitude?
Schwer vorstellbar, denn diese Musik definiert sich
durch die Message hinter den Texten. Rap war und
ist Musik der Straße, der gesellschaftlich Unterdrückten. Wie das geniale Großmaul Tupac Shakur
schon von sich behauptete: »I’m a reflection of the
community.« Natürlich spielen auch hier melodiöse und tanzbare Beats eine große Rolle. Ohne
diesen Flow hätte Hip-Hop nie den kommerziellen
Status erreichen können, der seinen erfolgreichsten Protagonisten täglich ein Bad im privaten Geldspeicher erlaubt.
Elektro-Punk-Bands wie Egotronic
oder Frittenbude zeigen, dass linke
Politik in der Musik thematisiert
werden muss
Doch abgesehen davon war das, was Hip-Hop von
Anbeginn ausgemacht hat und zu einer weltweiten Bewegung werden ließ, das Identifikationspotenzial der Verse, der Aufschrei einer unzufriedenen
Jugend, die Anklage einer sozialen Ungerechtigkeit. Von den Ghettos und Suburbs der USA bis in
die deutschen Vorstädte und Flüchtlingssiedlungen. Ganz fein hinein, in jede Gesellschaftsschicht. Heute hören wir in Deutschland eine
Verschmelzung dieser beiden die Massen anziehenden Genres. Wie zwei knutschende Superstars,
die plötzlich in der Öffentlichkeit Händchen halten. Aber warum auch nicht? Denn richtig programmiert und designt können Elektro-Beats
hervorragend die Kraft und Unruhe wiedergeben,
die ein Rapper benötigt, um sein Anliegen musikalisch zu vermitteln.
Endlich fertig?
Rap und Elektro geben sich das Jawort und die Hochzeitsredner sind
wütend auf das System. Und was ist mit den Fans, bewegen Sound und
linke Texte mehr als die Ärsche auf der Tanzfläche?
Foto: flickr.com/Martin Terber
Nutzen, der aus ihm gezogen werden kann. Leistungsdruck, Ignoranz, Kapitalismus, Rechtsextremismus, Umweltzerstörung, Massenkonsum. Dies
sind nur ein paar der Themen, die nicht nur von
Rappern, sondern auch in Texten von ElektroPunk-Bands wie Egotronic oder Frittenbude behandelt werden. Diese Gruppen zeigen, dass linke
Politik in der Musik thematisiert werden muss,
schon deshalb, um dieses Feld, wie viel zu lange
geschehen, nicht allein den Rechten zu überlassen.
Damit dieser Schritt funktioniert, darf kein Blatt
vor den Mund genommen werden.
»Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich
ist.« Dieses Zitat wird dem französischen Dichter
Victor Hugo zugeschrieben. In der Tat ist der
Transport politischer Ideen und Gedanken keine
Erfindung der Generation Youtube. Das Problem
ist nur, der Soundtrack zur Revolution hatte für
Außenstehende schon immer mehr Sexappeal als
die Idee zur Revolution. Der Dancefloor macht
alle gleich, aber eben nur für einen Track, im
besten Fall für die Dauer einer Party. Danach
zischt der eine im Porsche zur Villa vom Herrn
Papa und der andere ist froh, wenn er noch zwei
Euro für die letzte Straßenbahn zur Sammelunterkunft zusammenkratzen kann.
de am Billigkonsum wird deutlich, welche Unwissenheit, Ungerechtigkeit und Unreflektiertheit
unsere Gesellschaft beherrscht. Es wundert uns
nicht wirklich, wenn rechte Bands, die auf der
musikalischen Schiene Fremdenhass schüren, auf
Zuspruch stoßen. Ihre Texte werden bei Konzerten
von strammen Kameraden ebenso mitgegrölt wie
von den Schafen, die in der Gemeinschaft aufgehen. Aber was passiert hier wirklich? Wird hier
Gesinnung transportiert, verbreitet und geteilt –
oder »nur« ein vermeintlich geiles Gemeinschaftsgefühl erzeugt? Letzteres wohl kaum. Rechte
Parolen verschwinden nicht einfach so, nur weil
im Publikum nicht jeder politisch denkt. Parolen
werden vom Publikum absorbiert, wiederholt,
gelernt und irgendwann geglaubt. Dafür sorgt
schon das Unterbewusstsein, wie bei der nervigen
Müslireklame.
Aber schaffen es auch Bands mit linken Texten,
etwas in den Köpfen ihrer Zuhörer zu bewirken?
Oder finden die Fans einfach nur die Beats und die
Stimmung cool, weil man auf ihnen gut abfeiern
kann? Viele der Songs sprechen die alltäglichen
Schwierigkeiten von Menschen an, seien es Ausländerfeindlichkeit, Perspektivlosigkeit oder gesellschaftliche Zwänge. Doch sind diese Probleme
hierzulande wohl oft nur Theorie. Zu schmerzfrei
ist das Leben und zu unausgereift das Bewusstsein,
als dass hierdurch wirklicher Alarm ausgelöst
könnte. Obwohl das manche Antifa-Bands gerne
propagieren.
Es scheint kein Widerspruch, wenn Chefs, Arbeiter
und Arbeitslose mit ähnlichen Phrasen über den
Sozialstaat herziehen. »Hallo Deutschland / Du
fühlst dich immer noch so deutsch an« (»Deutschland 500«), schreit es Frittenbude klagend ins Mikrofon. Aber sobald die EU-Fördermittel eingegangen
sind, der Lohn überwiesen und die Harz-IV-Kohle
auf dem Konto ist, wird erst einmal gefeiert, und
wenn Deutschland spielt, Balkon und Auto
schwarz-rot-gold geschmückt. Dann bleibt die
Eisenstange einen weiteren Monat im Keller. Die
Wut ist gebannt und die Politik hat gewonnen.
Griechische Verhältnisse mit Massenarbeitslosigkeit, Hunger und Armut würden in Deutschland
wohl kein halbes Jahr friedlich verlaufen. Und da
würde auch kein noch so guter Popsong etwas
daran ändern. Eher im Gegenteil. Denn die Worte
zur Musik sind enorm wichtig. Also pass auf, was
du hörst, vergiss nicht, zu interpretieren, und
ordne deinen Verstand nicht der Musik unter. Politische Auseinandersetzungen müssen stattfinden,
bevor man zu einem unwissenden Mitläufer wird.
Und wer verzweifelt merkt, die Gesellschaft ist das
Letzte, mit dem er etwas zu tun haben möchte, der
sollte sich lieber über einen funktionierenden Aussteigerplan Gedanken machen, als sich von Hass
und Selbstmitleid lenken zu lassen.
Zum Glück empfindet der Mensch nicht nur die
inneren Lasten gesellschaftlicher Missstände. Auch
im Feiern und Sich-gehen-Lassen sind wir große
Künstler und Teamplayer. Und in diesem Rahmen
steht auch wieder ein Event des Vergnügens vor der
Tür. Wer also dabei sein möchte, wenn in Augsburg
mal wieder »die Buddel peng macht«, der zieht sich
sein verrücktestes Outfit an, geht zum DeichkindKonzert am 21. April und schaut Rap und Elektro
beim Knutschen zu – sofern er schon ein Ticket
hat. Das Konzert ist nämlich ausverkauft.
Ein Beitrag von Julian Stech und Jürgen Kannler, unter
Mitarbeit von Patrick Bellgardt
Vom Nutzen revolutionärer Töne für die Werbeindustrie können die Bob Dylans oder Iggy Pops dieser Welt ebenso ein goldenes Liedchen singen wie
ihre schwarzen Brüder. Populäre musikalische
Aktivisten, die ihre Musik versilbern, weil sie Essen,
Trinken und eine eigne Villa am Strand wollen,
gibt es schon so lange, wie es unsere neuzeitlichen
Probleme gibt. Viele standen oder stehen links,
manche rechts.
Aber schaffen es auch Bands mit
linken Texten, etwas in den Köpfen
ihrer Zuhörer zu bewirken?
Dass ernsthafte, oft von linkem Gedankengut
geprägte Themen in den Köpfen vieler deutschsprachiger Künstler spuken, ist mittlerweile deutlich hörbar. »In der Welt, in der du lebst, ist jeder
jedem egal / Das Zentrum der Gesellschaft ist wie
ein Ikearegal / Und solange du in eine dieser Schubladen passt / auf der verwertbar steht, kannst du
alles tun oder lassen« (»Ikearegal«). So besingt die
Antilopen Gang ihre Haltung gegenüber dem
System auf ihrem 2014 erschienenen Album »Aversion«. Ein System, in dem nicht die Persönlichkeit
des Menschen im Vordergrund steht, sondern der
Nur der vorhersehbare gesellschaftliche Tod einer
Marke und ihrer Dealer verschont uns heute noch
vor Werbeclips, unterlegt mit musikalischer
Deutschtümelei. Die Chancen, mit rechtem Sound
und rechten Texten einen Werbecoup zum Beispiel
für Bier oder Hundefutter zu landen, dürften nicht
schlecht stehen. Dies sieht, wer gelernt hat, zu
hinterfragen, und nicht nur blind mit irgendwelchen Strömungen schwimmt. In Zeiten von PegidaAufmärschen, Terror gegen Publizisten,
unberechenbaren Zeitarbeitsfirmen und der Freu-
Das 2014 erschienene
Album »Aversion« der
Antilopen Gang ist alles
andere als ein Sonntagsspaziergang durch die
Romantik des Waldes.
Hier wird »der goldene
Presslufthammer«
herausgeholt, um in Ton Steine Scherben-Manier
alles kaputt zu machen, was dich kaputt macht.
16 Tracks, in denen die drei Rapper Danger Dan,
Koljah und Panik Panzer ihrer Wut und Unzufriedenheit Luft machen. Ein Hoch auf die Aussätzigen. Nieder mit dem Staat, den Rechtsextremen,
Spießern und Feiglingen. (jst)
Hardcore-Elektro-Punk,
Rap und eine Flut von
Themen des Alltags.
Neben
Gute-LauneTunes wie „So’ne Musik“
und dem Titeltrack
»Niveau
Weshalb
Warum«, kriegen Facebook, die Werbeindustrie, kurz gesagt, eigentlich
das ganze Informationszeitalter sein Fett ab.
Deichkind hat diese Scheibe mit Humor und
Wortspielen vollgepackt und immer finden sich
kleine und große Seitenhiebe gegen den Internetund Konsumwahn der Bundesbürger. Eine
13-Track-starke Freak-Show. (jst)
Michael H. Rohde
New Perspectives 13.03.–10.5.15
Neue Galerie im Höhmannhaus
Maximilianstr. 48 | Augsburg | Di-So 10-17 Uhr
www.a3kultur.de
AUSSTELLUNGEN & KUNSTPROJEKTE
Ein herber Verlust
Neue Perspektiven
Augsburg muss vorerst auf
In Your Face verzichten
Michael H. Rohde eröffnet den Blick von unten
von Jürgen Kannler
Seit dem 17. März ist es offiziell: Bayerns größte Ausstellung für urbane und zeitgenössische
Kunst, In Your Face, kann nicht wie geplant
vom 23. bis 26. April in der Fabrikhalle F16 im
Riedingerpark stattfinden. Über 40 Künstler
aus Deutschland und Europa hatten ihr Kommen angekündigt. Die Ausstellung soll nun
auf einen unbestimmten Zeitpunkt im Herbst
verschoben werden. a3kultur sprach mit
Marco Hühn, zusammen mit Manuel Engelhardt und Lisa Bogerts einer der Köpfe hinter
In Your Face, über die Hintergründe und Ereignisse der letzten Wochen. Die Fragen stellte Patrick
Bellgardt
Eigentlich sollte die vierte In Your Face wie geplant in der
Halle F16 im Riedingerpark stattfinden. Nun hat euch das
Ordnungsamt wenige Wochen vor dem Event einen Strich
durch die Rechnung gemacht. Wie kam es dazu? Ende
Februar hat uns das Amt mitgeteilt, dass aufgrund gestiegener Schneelasten im letzten Winter unter Umständen Einsturzgefahr für das
F16-Hallendach besteht. Nach dieser Mitteilung
haben wir uns um eine Ersatzlocation bemüht
und diese mit der leerstehenden Postdirektion in
der Grottenau auch gefunden. Noch Ende November war dort die zweite Auflage von Ars Dilettanti zu sehen. Hier bekamen wir eine 90-prozentige
Zusage seitens der Stadt. Aufgrund dieser haben
wir alle Vorbereitungen vorangetrieben, den
Künstlern zugesagt, die Marketingkampagne ausgearbeitet etc. Leider stellte sich dann heraus,
dass es in der Postdirektion bereits Bauarbeiten
gab und Kernbohrungen durchgeführt wurden.
Da zu IYF Tausende, so der O-Ton, Besucher
erwartet werden, sei hier die Sicherheit des
Gebäudes nicht gewährleistet. Dennoch haben
wir alles versucht, das Event doch noch durchzuführen und waren wieder an der F16 dran. Ohne
Erfolg – ein statisches Gutachten wäre mit 5.000
Euro für uns einfach nicht tragbar gewesen.
Mit eurem Debüt im Kesselhaus und zwei Ausstellungen
in der Fabrikhalle F16 konntet ihr jeweils über 2.500 Besucher anlocken, namhafte Künstler aus dem In- und Ausland waren zu Gast, die Resonanz, auch überregional,
war enorm. Hättet ihr für ein solches Projekt nicht mehr
Unterstützung seitens der Stadt erwartet? Generell
muss man sagen, dass nach der Absage der Halle
F16 viel Unterstützung seitens der Popkulkturbeauftragten Barbara Friedrichs und von Colin
Martzy aus dem Wirtschaftsreferat kam. Sie sind
auch weiterhin bei der Suche einer Alternativlocation behilflich. Es leuchtet uns allerdings nicht
ein, warum plötzlich eine Gefahr von der Halle
ausgehen soll, in der schon zwei Mal die Ausstellung erfolgreich und ohne Probleme umgesetzt
wurde. Zumal es keine neue Begehung der Örtlichkeiten gab. Natürlich steht auch für uns die
Sicherheit der Gäste an erster Stelle, dennoch
wäre eine genauere Prüfung wünschenswert
gewesen. Zumal wir in den letzten Jahren sehr
viel Arbeit und Geld in den Umbau der Halle
investiert haben und diese gerne langfristig
genutzt hätten. Für die Kulturszene in Augsburg
ist die Absage von IYF #4 ein herber Verlust.
Wie geht es jetzt mit In Your Face weiter? Wir würden
IYF #4 gerne noch in diesem Jahr umsetzen – die
Werbekampagne und die Konzeption sind ja fertig, Sponsoren gefunden. Wir versuchen auch das
Lineup bei der Stange zu halten – allerdings
bleibt es fraglich ob uns das gelingt. Leider haben
wir bisher auch noch keine neue Location in Aussicht. Einige interessante Räumlichkeiten für
eine Zwischennutzung haben wir zwar schon im
Blick, für Hinweise jeglicher Art wären wir dennoch sehr dankbar. Im Juni sind zudem einige
Arbeiten von IYF #3 auf dem Modular Festival zu
sehen. Ansonsten ist das Team gerade privat und
beruflich ziemlich eingespannt, kleinere Projekte bleiben deshalb erstmal auf der Strecke.
Für Vorschläge zu möglichen Leerständen, in denen In
Your Face #4 umsetzbar wäre, wären die Veranstalter
sehr dankbar. Die Kontaktaufnahme ist über [email protected] möglich. Weitere Infos:
www.in-your-face.net
www.a3kultur.de
Michael H. Rohdes Leben verlief nicht linear. Der
gelernte Maschinenbauingenieur weiß, wie es ist,
keinen Job zu haben, und er kennt die Obdachlosigkeit. Diese Erfahrung haben sein Sinn für
Dinge geschärft, die nur gesehen werden, wenn
man bereit und in der Lage ist, die Perspektive zu
wechseln. Rohde spielt mit dem Blick von unten.
Akribisch dokumentiert er mit seiner Kamera
Wohn- und Geschäftsräume von Freunden, Nachbarn und Auftraggebern. Auf den ersten Blick
wirkt das Ganze, als hätte er mit einer Säge
Wände, Möbel, Menschen, Tiere, also all das, was
Räume ausmacht, vom Boden getrennt, auf eine
Glasplatte gesetzt und aufgebockt, um diese intimen
Welten aus der Perspektive des Darunterliegenden
zu fotografieren. Ein starker Effekt, der seine Wirkung nicht verfehlt. Irritation erfährt dieser Eindruck durch gezielte Manipulationen, die Rohde in
seine Bildwerke einbaut. Proportionen geraten ins
Wanken, Abstände verzerren, Fluchtpunkte verschieben sich. Durch diese punktgenauen Operationen
geraten die Motive in Bewegung, Badezimmer drehen sich, Küchen tänzeln und ganze Apartments
wirken so, als hätte eine starke Welle zeitgleich jedes
Sieben
Das H2 zeigt »Die Sammlung Neue Kunst VII«
von Jürgen Kannler
1. bis 30. April 2015
04
Objekt oberhalb der Bodenkante für den Bruchteil
eines Augenblicks angehoben. Zum Zeitpunkt der
Aufnahme landen diese Objekte mit individueller
Geschwindigkeit im Raum.
Diese Eindrücke sind das Ergebnis eines langwierigen Prozesses, den Michael H. Rohde mit der
Fotosession nur einleitet. Bei der zweiteiligen
Arbeit, für die er im Augsburger Brechthaus fotografierte, nahmen allein die Aufnahmen knapp
drei Tage in Anspruch. Ungleich länger beschäftigt sich der Künstler danach mit dem Wiederzusammenfügen oder vielmehr der Komposition
seiner Bilder. Die Ergebnisse besitzen eine Sogwirkung, der sich der Betrachter gern hingibt, denn
es bereitet viel Vergnügen, Rohdes »new perspectives« zu erkunden. Das liegt neben den schon
erwähnten höchst spielerisch verlockenden Varianten der Bilder und der brillanten technischen
Umsetzung auch am eigentlich verbotenen Blick,
der hier gewährt wird. Michael H. Rohde schafft
einen voyeuristischen Zugang in private Reiche,
der ansonsten verwehrt bleibt, auch den Bewohnern der Räume. Dies geschieht vonseiten Rohdes
aus mit dem nötigen Respekt. Auch dieser Aspekt
ist nicht selbstverständlich in einer Medienwelt,
die keine Tabus beim Ausspähen und Posten
intimster Ansichten zu kennen scheint. Zu Recht
wurde Michael H. Rodes vor Kurzem bei der photo
edition berlin für 30 Euro erschienener 74 Seiten
starker Band »new perspectives« für den Deutschen Fotobuchpreis 2015 nominiert. Die Essays
darin stammen im Übrigen von Stephan Berg und
Thomas Elsen, der bei den Kunstsammlungen
und Museen Augsburg die Gegenwartskunst verantwortet und in dieser Funktion auch als Kurator die laufende Schau nach Augsburg holte.
www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de
www.michael-h-rohde.de
aber sehr wohl, dass ihn seine bescheidenen finanziellen Mittel auch davor bewahren, die großen
Namen samt ihren Themen einkaufen und
»machen« zu müssen. In diesem Zusammenhang
spricht er nicht ohne Ironie »vom Segen des kleinen Etats«. So gesehen ist er tatsächlich frei und
kann innerhalb seiner Grenzen agieren, wie es
ihm gefällt.
Die Malerei findet sich in der »Sammlung Neue
Kunst VII« eher im Hinterhof des H2. Dort überzeugen vor allem die beiden großen, fleischig-brutalen
Arbeiten von Norbert Tadeusz. Sie werden von
ihrer starken Präsenz getragen und vertragen den
Gang zwischen Fensterfront und Kabinettwand,
fast möchte man sagen – spielend. Unerklärlich,
warum es der Maler als Zeitgenosse von Lüpertz
und Baselitz nicht in die vorderste Reihe geschafft
hat.
Anzeige:
grafisches kabinett
11.03.–07.06.2015
Seit neun Jahren hat Augsburg mit dem H2 ein
Zentrum für Gegenwartskunst. Seine loftartigen
Räume in den ehemaligen Produktionshallen im
Glaspalast haben eine starke Wirkung, der sich
auch Künstler nicht einfach entziehen können.
Zum Glück.
Diese Wirkung ist für Thomas Elsen ein wichtiges
Pfund, wenn es darum geht Künstler ins H2 zu
holen. Um Ausstellungen auf den Weg zu bringen,
hat er als Chef des Hauses meist nicht viel mehr
finanziellen Spielraum, als den Angefragten die
Transportkosten zu ersetzen. Überzeugungsarbeit
leistet er nicht mit Handgeld, kostspieligen Publikationen oder bezahlten Arbeitsaufenthalten.
Elsen bietet seinen Gästen Idee und Raum. Trotz
dieses erzwungenen Konzepts der schmalen Budgets zeigt seine Arbeit Wirkung. Einige heute etablierte Künstler hatte Elsen schon früh auf seiner
Liste. Er verfügt über ein gutes Gespür für Qualität
und versteht es, mit jungen Talenten zusammenzuarbeiten. Ins H2 geladen zu werden, kann für
diese durchaus ein wichtiger Entwicklungsschritt
sein, auch wenn der finanzielle Aspekt dabei keine
echte Rolle spielt. Umso erstaunlicher ist es, in der
aktuellen Schau die Fortschritte der hauseigenen
Sammlung zu verfolgen, zu der Elsen seit Ende
Februar unter dem Titel »Die Sammlung Neue
Kunst VII« lädt.
Raumbeherrschend ist Benjamin Appels Installation »Böden sind Treppen ohne Wände« von 2013.
Elsen ist von der »inneren Stimmigkeit und klaren
Vorstellung« überzeugt, die Appels Schaffen prägt.
Die zehnteilige Arbeit schuf der Augsburger Künstler im Zuge der Verleihung des renommierten
Erich-Hauser-Preises. Zur Sammlung kam sie
durch das Engagement der Freunde der Kunstsammlungen Augsburg. Im H2 wurden diese
absurd anmutenden Tischelemente in die leere
Halle gebaut. Erst nachdem die Position der zu
vier Gruppen arrangierten Objekte festgelegt
war, machte man sich an die Hängungen. Im
großen Raum finden sich vor allem fotografische
Arbeiten. So eine ganze Wand mit winterlichen
Motiven von Christof Rehm, mit der Handykamera aus dem Zugfenster heraus geschossen. Oder
die farblich verblüffenden Aufnahmen von
Michael Baumgartner. Diese Arbeiten stehen für
sich, erlauben aber auch ein feines Zusammenspiel mit den Durchbrüchen und Blickachsen,
die Appels Arbeit im H2 öffnet.
Ganz allgemein fasziniert in dieser Ausstellung die
Annäherung oder auch freundliche Einverleibung
der Malerei durch die Fotografie. Wie lange es
diese künstlerischen Versuche schon gibt, zeigen
auch die beiden großformatigen Arbeiten des ZeroKünstlers Otto Piene aus den frühes 70er-Jahren,
die der Sammlung dank einer freundlichen Stiftung zufielen. Verriet Pienes Farbgebung zunächst
seine Nähe zur Pop-Art, finden sich bei den aktuellen Arbeiten eher Spuren der elegischen Werke
von Gerhard Richter. So dokumentiert die Sammlung neben der Interaktion von Malerei und Fotografie auch die wechselnden Moden der Zeit.
Einige der Fotoarbeiten, wie die von Maik und Dirk
Löbbert, setzen sich kritisch mit gesellschaftlichen
Themen auseinander. Diese Positionierung ist
wichtig, nicht zuletzt für Thomas Elsen. Er sagt, er
habe »zu wenig Substanz für teure Projekte«, weiß
Aus der heiteren
fließenden Welt
ukiyo-e und netsuke aus schenkungen an
die kunstsammlungen und museen augsburg
Im Kabinett selber noch eine schnelle Schnittfolge,
Abteilung eins: Fotos von Jean Noël Schramm und
Beate Passo, Abteilung zwei: Zeichnungen und
Malerei von Georg Bernhard und in Abteilung drei
eine Videoinstallation von Ellen Rokni.
Einige der gezeigten Arbeiten rufen Erinnerungen
an Ausstellungen der letzten Zeit wach. Es sind
gute Erinnerungen, denn Kunst der Gegenwart ist
bei Thomas Elsen in guten Händen. Sein Ansatz als
Sammler im Auftrag der Stadt ist es, einen homogenen Bestand aufzubauen. Dies gelingt ihm sichtlich. Die so geschaffenen Werte für unsere
Gesellschaft stehen in keinem Vergleich zum Einsatz, den sie dafür zu bringen bereit ist. Man kann
sagen, Elsen macht – käme es darauf an – einige
gute Geschäfte für die Stadt. Die regelmäßig gebotenen Einblicke in den Stand der Sammlung nehmen die Freunde des Hauses in dieser guten
Entwicklung mit. Dass dieser Einblick allerdings
auf mehr als ein Vierteljahr angesetzt ist, ist unsinnig und wohl nur den fehlenden städtischen Mitteln für die Kunst der Gegenwart geschuldet. »Die
Sammlung Neue Kunst VII« läuft bis zum 28. Juni.
www.kunstsammlungen-museen.augsburg.de
05
1. bis 30. April 2015
Der Frühlingsanfang ist vorbei, doch die Eisheiligen stehen vor der Tür: Noch bis Mitte April ist
die Audioinstallation »Schritte im Schnee« des
Augsburger Musikers Tom Gratza im Bautunnel
am Judenberg zu hören. Das Projekt zum »Kunstberg Winter« soll auf wenigen Metern eine eigene, andersartige Atmosphäre erzeugen. Jeder hat
mit dem Winter seine eigenen Erfahrungen
gemacht, ärgerliche und schöne. Die Passanten
werden daran erinnert und können so dem Einkaufsrummel, der hektischen Innenstadt kurz
entfliehen, werden unterhalten, überrascht und
zum Schmunzeln gebracht. Die seit Dezember
laufende Installation wurde Anfang März mit
neuen Dialogen und Geräuschen bestückt. Auch
wer den Judenberg viele Male am Tag entlang
geht, wird so vermutlich immer etwas Neues
hören. Das Projekt läuft von Montag bis Freitag
von 10 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 21 Uhr und
sonntags von 14 bis 18:30 Uhr. Akustische Einblicke gibt es unter: www.tom-gratza.de
Das Stadtmuseum Kaufbeuren hat bis Juni ein
abwechslungsreiches Vermittlungsprogramm
für Jung und Alt zusammengestellt. Neben Samstagsführungen, die sich jeweils einer Abteilung
des Museums widmen, findet einmal im Monat
der Kunst- und Geschichtsplausch statt. Zudem
gibt es einmal monatlich eine interaktive Familienführung. Vom 28. März bis 2. August ist im
Stadtmuseum die Sonderausstellung »Von der
Waffenschmiede zur Druckkunst. Daniel Hopfer
– Erfinder der Radierung« zu sehen. Neben Sonntagsführungen durch die Ausstellung für Erwachsene bietet das Museum ein abwechslungsvolles
Begleitprogramm mit Ferienworkshops, wissenschaftlichen Vorträgen und musikalischen Rundgängen. www.stadtmuseum-kaufbeuren.de
Der Traum vom Fliegen begleitet uns schon immer.
Selbst als von Flugmaschinen noch lange keine
Rede und Vorstellung war, stellten sich die Menschen vor, wie sie Vögeln gleich durch die Lüfte
ziehen. Mit der technischen Entwicklung ist uns
das Fliegen heute nahezu alltäglich geworden, und
doch ist immer noch ein Mysterium damit verbunden. Die bis zum 7. Juni in der Mewo Kunsthalle
Memmingen zu sehende Ausstellung »Der Traum
vom Fliegen« dreht sich um die Arbeiten des jungen Münchner Bildhauers Max Biek. Im Zentrum
steht seine »Braut aus Giesing«, das etwa originalgroßes Modell eines Flugzeugs aus Alurohren,
Holz und Styropor. Ganz spielerisch hängt dieses
Flugzeug da und beeindruckt durch seine enorme
Wucht im Lichthof der Kunsthalle. Weitere Visionen und Träume vom Fliegen in dieser Ausstellung stammen von Nick Crowe & Ian Rawlinson,
Simon Faithfull, Ilja Kabakow und Gustav Mesmer.
www.mewo-kunsthalle.de
AUSSTELLUNGEN & KUNSTPROJEKTE
erlebten und erleben, davon erzählt die Ausstellung. www.hoechstaedt-bezirk-schwaben.de
Malerei, Grafik, Design, Fotografie, Bildhauerei,
Textiles – die Künstler im Kulturpark West öffnen wieder ihre Ateliers und laden am 25. und
Schwäbisches
Volkskundemuseum
Oberschönenfeld
HÖCHSTE
EISENBAHN!
Mobilität für alle?
22. März bis 18. Oktober 2015
26. April zur erfrischend anderen Erkundungstour ein. Am Samstag ist das Kreativquartier in der Sommestrasse 38 und 40 von 16 bis 22
Uhr zu erleben, am Sonntag gewähren die Kreativen von 11 bis 18 Uhr einen Einblick in ihre
Arbeit. www.kulturparkwest.de
Victoria Martini macht Stickbilder – Goldrahmen, Oma, Plüschsofa? Weit gefehlt, die von Karl
Borromäus Murr mit einem brillanten Vortrag
eröffnete Ausstellung im tim hat wohl alle, die
den Weg zur Vernissage am 11. März gefunden
hatten, überrascht. Vor dem Auge des Betrachters
eröffnet sich eine Welt, die in dieser stofflichen
Umsetzung noch nie in Augsburg zu sehen war.
Aussagen in Textil, auf Maschinen des tim
gewebt, in ihrer Plastizität unfassbar fassbar, von
Hand beeinflusst – Zeugen der Leistungsfähigkeit
einer überholten industriellen Epoche, veredelt
durch Handwerk, deren Aussage eine klare
Abkehr von der vermeintlichen Nettigkeit
unserer Gesellschaft ist. Hingehen, sich einlassen, nachdenken! Die Ausstellung ist bis zum 12.
April zu sehen. (mb) www.tim-bayern.de
»Nur Mut!« heißt für die Augsburger Künstlerin
Tine Klink: Mut zur farbstarken Abstraktion, aber
auch Mut zu neuen Wegen. Denn neben Acrylmalerei zeigt sie vom 17. April bis 22. Mai im Abraxas
erstmals auch collageartige Mischtechniken
sowie Objektkunst aus Textil- und Upcyclingmaterial. In den letzten Jahren standen im Mittelpunkt von Tine Klinks Arbeit zum einen
Covergestaltungen für das Augsburger Label Attenuation Circuit, zum anderen GuerillakunstAktionen und Urban-Gardening-Projekte.
Anlässlich der Vernissage am 10. April um 19 Uhr
spielt das Akustik-Duo Two in Tune ein Konzert
im Abraxas Theater. www.tineklink.de
Felix Weinold zeigt in seiner neuen Ausstellung
»Schöne Aussichten« vom 26. April bis 12. Juli in
der Schwäbischen Galerie im Volkskundemuseum Oberschönenfeld zwei Aspekte seiner Arbeit:
Fotografie und Malerei. In beiden Bereichen bilden für ihn Motive anderer Urheber den Ausgangspunkt. Diese integriert er in seine Bilder und
verfremdet sie bis zur Unkenntlichkeit. Nicht von
ungefähr heißt eine der ausgestellten Serien
»Diebstahl verpflichtet« in Anlehnung an »Eigentum verpflichtet«. Für Weinold soll ein Künstler
die gesamte uns bekannte Kunst als Steinbruch
betrachten, aus dem er sich bedienen darf. Weinold verzichtet auf eine eigene durchgängige Handschrift, wechselt Stilmittel und Methoden, sobald
sich Routine einzustellen droht.
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de
Ab dem 12. April ist das Museum »Hammerschmiede und Stockerhof Naichen« nach der
Winterpause wieder für Besucher geöffnet. Als
besondere Attraktion kommt an diesem Tag –
wenn technisch möglich – die historische Turbine
mit Transmissionsanlage und Krafthammer zum
Einsatz. Das Museum kann bis zum Saisonende am
8. November sonntags von 13 bis 17 Uhr besichtigt
werden. Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat gibt es
Schmiedevorführungen, am 1. Sonntag des Monats
zusätzlich einen geführten Rundgang durch Werkstatt und Schmiedewohnung um 15 Uhr. Ab 10.
Mai ist im benachbarten Stockerhof die Sonderausstellung »Siegt, spendet, schreibt an die Front!
Plakate aus dem ersten Weltkrieg« zu sehen.
www.hammerschmiede-naichen.de
Bernd Zimmer ist kein Landschaftsmaler im traditionellen Sinne. Er stellt nicht dar und bildet
nicht ab. Sein Werk handelt von der sich im stetigen Fluss verändernden Natur, von Farbe, Luft
und Licht, von fließendem Wasser und den unermesslichen Weiten des Kosmos. Malen bedeutet
für Zimmer Reflexion über das in der Natur Gesehene und Erlebte. Seine Bilder entstehen im Atelier, die Motive entspringen der Erinnerung. Das
Künstlerhaus Marktoberdorf zeigt vom 26. März
bis 7. Juni unter dem Titel »Kristallwelt« einen
Querschnitt seiner aktuellen Arbeiten. Auf 600
Quadratmetern Ausstellungsfläche werden im
Neubau die großformatige Malerei und im Altbau ausgewählte Holzschnitte ausgestellt.
www.kuenstlerhaus-marktoberdorf.de
Die Saison im Schloss Höchstädt startet am 1.
April. Neben der Dauerausstellung zur Schlacht
von Höchstädt, zur Baugeschichte und dem
Museum Deutscher Fayencen, widmet sich das
Haus bis zum 4. Oktober einem höchst aktuellen
Thema. »Neustart. Heimatvertriebenen- und
Flüchtlingskindheit« lautet der Titel der neuen
Sonderausstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg
verließen 12 Millionen Deutsche unfreiwillig
ihre Heimat, zurzeit sind weltweit über 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Wie Kinder die
Flucht und ihren Neustart in Deutschland
Akiko Tomikawa zaubert mit ihren papierenen
Fäden fast so etwas wie Licht-Luftskulpturen in
den Raum. Seit 1989 lebt die Japanerin in Europa. Für ihre Werke verwendet sie die Fasern einer
Leinenpflanze. Dabei gibt die Künstlerin dem
Papier eine eigene Form: sie dreht es zu Fäden,
bündelt diese und hängt sie senkrecht oder
durchschwingend auf. Sie nehmen das Licht auf
und teilen es ganz langsam dem Raum wieder
mit: ein Lichterwald. Vom 24. März bis 31. Mai
präsentiert »Beate. Galerie & Raum« Arbeiten von
Akiko Tomikawas. www.galerie-augsburg.com
Öffnungszeiten
Di bis So 10–17 Uhr,
montags geschlossen,
Ostermontag geöffnet.
Für Gruppen auch nach Vereinbarung.
Ostern ins M
useum!
Ostersonnta
g, 5. April, 15
Uhr:
Themenfüh
rung Ostern
Ostermonta
g, 6. April, 15
Uhr:
Führung„Hö
chste Eisen
bahn!“
Sonntagsführungen
29. März, 11 Uhr
12. April, 11 Uhr
26. April, 15 Uhr
Oberschönenfeld 4
86459 Gessertshausen
Tel. (0 82 38) 30 01-0
[email protected]
www.schwaebisches-volkskundemuseum.de
Erzählcafé mit Führung,
anschl. Kaffee und Kuchen
25. April, 14.30 Uhr
(nur mit Anmeldung)
www.bezirk-schwaben.de
AUSSTELLUNGEN IM APRIL
ABRAxAS/BBK-GALERIE – Seiltanz: Die Suche nach dem Bild / bis 26. April | ABRAxAS/BALLETTSAAL – Älter werden: Vom Erinnern und Vergessen / bis 16. April // Tine Klink: Nur Mut!
/ ab 18. April | ARCHITEKTURMUSEUM – Weiß ist ein guter Anfang (installative Plastik im
Garten) / bis 25. April
| BEATE.GALERIE & RAUM – Akiko Tomikawa / bis 31. Mai
|
DIöZESANMUSEUM ST. AFRA – Wer ist der Mann auf dem Tuch? / bis 26. April | ECKE GALERIE – Susanne Maurer & Marc Taschowsky / bis 11. April | GALERIE BEIM SCHLOSS FRIEDBERG – Thomas Ates Brunner: Das Prinzip der Zufälligkeit / ab 18. April | GALERIE NO 1 – Elisabeth Röder / bis 7. Mai | GALERIE NOAH
Anzeige:
– Hermann Albert: Mythos Meer / bis 14. April
/ Peter Casagrande & Christoph Dietrich / ab
grafisches kabinett
11.03.–07.06.2015
16. April | GALERIE SÜSSKIND – Qing Xia &
Yinfinity : 1 x 1 / bis 28. April
| GRAPHISCHES KABINETT – Aus der heiteren fließenden Welt. Ukiyo-e und Netsuke aus den
Beständen der Kunstsammlungen und Museen Augsburg / bis 7. Juni | H2 – Die neue
Sammlung VII / bis 28. Juni | HAUS DER KULTUREN DIEDORF – Die Frau als Mutter, Idol
und Göttin / bis 2. Oktober | HöHMANNHAUS
– Michael H. Rohde: New Perspectives / bis 10.
Mai
| JÜDISCHES KULTURMUSEUM
AUGSBURG-SCHWABEN – Pessach: Erinneukiyo-e und netsuke aus schenkungen an
die kunstsammlungen und museen augsburg
rungen an den Auszug aus Ägypten / bis 20.
September | KULTURPARK WEST – Offene
Ateliers / am 25. und 26. April
| KUNSTHAUS KAUFBEUREN – #Neuland_Digitale
Kunst: Arbeiten von Aram Bartholl, Jodi und
Evan Roth / bis 28. Juni | KÜNSTLERHAUS MARKTOBERDORF – Bernd Zimmer: Kristallwelt /
bis 7. Juni | MEWO KUNSTHALLE MEMMINGEN – Jonathan Drews: Erosion / bis 17. Mai // Jugendfotowettbewerb: Entdecke deine Stadt! / bis 12. April // Max Biek: Der Traum vom Fliegen /
bis 7. Juni // Lothar Götz: Zeichnungen und Wandmalerei / ab 25. April | MORITZPUNKT – Martin Widl: Großformatige Arbeiten / bis 28. Mai | PFLEGSCHLOSS IM SCHROBENHAUSEN –
Stefanie Kraut & Jürgen Meyer & Willi Weiner / bis 17. April | PUPPENTHEATERMUSEUM –
Fädeln, Löten, Programmieren: Mechanische Wesen im Figurentheater / bis 12. April
|
RATHAUS BOBINGEN – Frühling im Rathaus / bis 9. Juni | RATHAUS NEUSäSS – Cornelia
Seitz & Magdalena Seitz: kreativ-figürlich / bis 16. April | RATHAUS STADTBERGEN – Kunst
im Rathaus / bis 24. April | SCHAEZLERPALAIS – Die verschollene Leda / bis 31. Mai // Henk
Kouw: Homestories II. Niederländische Akte und Landschaften / bis 3. Mai | SCHLOSS HöCHSTäDT – Neustart: Heimatvertriebenen- und Flüchtlingskindheit / bis 4. Oktober // Maximilian
Schwesinger: Heimkehr nach Höchstädt / bis 3. Mai | SCHWäBISCHE GALERIE – Licht hören:
Bilder von Carmen Jaud / bis 12. April // Schöne Aussichten: Felix Weinold. Malerei und Fotografie / ab 26. April | SCHWäBISCHES VOLKSKUNDEMUSEUM OBERSCHöNENFELD – Höchste
Eisenbahn! Mobilität für alle? / bis 18. Oktober | STAATSGALERIE IM GLASPALAST – Jörg Immendorf: Versuch Adler zu werden / bis 17. Mai | STADTHALLE FRIEDBERG – Die etwas andere
Kunstgeschichte / bis 19. April | STADTMUSEUM KAUFBEUREN – Von der Waffenschmiede
zur Druckkunst. Daniel Hopfer – Erfinder der Radierung / bis 2. August | SPACE 2B – Christine
Grasmann-Feix : momentum. spuren im gestern und heute / ab 23. März | TIM – Quilts: 22
textile Positionen / bis 28. Juni | UNIVERSITäT – präsent/present: Fläche/Raum/Analog/Digital
II / bis 9. April // DOZ 15 / bis 9. April | VHS – Anita Ulrich: Zuhause. Aquarelle aus Augsburg und dem Rest der Welt / bis 24. Juli
Aus der heiteren
fließenden Welt
www.a3kultur.de
KULTUR- & KREATIVWIRTSCHAFT
SA 16.5.
1. bis 30. April 2015
Erfolgsmodell mit Luft nach oben
Helmut Schleich
Tobias Michl untersucht die Bedeutung des Kulturparks West
Ehrlich!
von Tobias Michl
Die Römerstadt, die Friedensstadt, die Fuggerstadt, die Stadt der Renaissance, die Mozartstadt,
die Brechtstadt. Damit punktet Augsburg bei Bürgern wie Touristen. Diese Wertschätzung der Kultur, die in vielen verschiedenen Projekten,
Aktivitäten und Veranstaltungen zum Ausdruck
kommt, stellt einen guten Nährboden für eine
Einrichtung wie den Kulturpark West dar. Dessen
Funktionen gehen jedoch über die Vermarktung
bzw. das Image der Stadt und die Organisation von
Veranstaltungen weit hinaus.
Foto: Klaus Reinelt
Die große Stärke des Kulturparks
ist der Fokus auf dem Zur-VerfügungStellen von niederschwelligem
und günstigem Raum
April Mai
DO 09.4.
DI 14.4.
DO 16.4.
FR 17.4.
SA 18.4.
SO 19.4.
MI 22.4.
DO 23.4.
FR 24.4.
SA 25.4.
DO 30.4.
MI 06.5.
DO 07.5.
FR 08.5.
SA 09.5.
SO 10.5.
DO 14.5.
FR 15.5.
SA 16.5.
SO 17.5.
DO 21.5.
FR 22.5.
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Fastfood
Rick Kavanian
Stephan Bauer
Michael Eller
Marcel Kösling
Christine Eixenberger
Wolfgang Krebs
Blonder Engel
Ecco Meineke
C. Heiland
Ko(m)mödchen Ensemble
Augs. Schaumschläger
Otti Fischer & Leo Gmelch
Michael Feindler
Hasemanns Töchter
Matuschik & Rohrer
Egersdörfer & Puntigam
Primatonnen
Helmut Schleich
Martina Brandl
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06
Im vergangenen Jahr wurden die Funktion und
die Bedeutung des Kulturparks im Rahmen einer
Geographie-Diplomarbeit an der Universität Augsburg untersucht. Die große Stärke des Kulturparks
West ist laut dieser Untersuchung der Fokus auf
dem Zur-Verfügung-Stellen von niederschwelligem und günstigem Raum für einen möglichst
großen Nutzerkreis. Die Freiheit der Nutzer und
die aufgrund von Vielfalt und Durchmischung
mögliche Vernetzung sind ebenfalls positiv zu
bewerten. Dies wird durch die Größe des Kulturparks West begünstigt, der eine der größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland ist. So kann
eine kritische Masse erreicht werden, um Eigendynamik und ein Netzwerk zu entwickeln. Die wachsende Bekanntheit des Projekts in der Augsburger
Stadtbevölkerung und seine Etablierung als fester
Bestandteil der Augsburger Kulturszene unterstreichen seine politische und gesellschaftliche
Relevanz.
WEINFRAGE NR. 20
Welche Bedeutung hat der Begriff
»autochthon« im Weinanbau?
a) Bezug auf die Herkunft der Rebsorte
b) Hinweis auf die Qualität der Rebe
c) Begriff für angewandte Erntetechnik
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Es werden weiterhin verschiedene Probleme oder
Schwächen des Kulturparks festgestellt. Diese sind
jedoch im Kern meist auf die temporäre Natur des
Projekts zurückzuführen, welche langfristige Planungen und Entwicklungen erschwert. Die
schwierige finanzielle Situation und der mängelbehaftete bauliche Zustand der Gebäude stehen
damit ebenso in Zusammenhang wie die nicht
immer optimale Außenwirkung des Kulturparks.
Die fehlende Planungssicherheit über das Ende
der Zwischennutzung am Standort Reese-Kaserne
im Sommer 2017 ist zudem eine starke Belastung
für die Akteure vor Ort.
Dennoch kann konstatiert werden, dass Kultur in
der Stadtgesellschaft, der Politik wie auch der Verwaltung als wichtiger Teil des privaten wie öffentlichen Lebens wahrgenommen und wertgeschätzt
wird. Entsprechend stellt dies eine gute Ausgangslage für die zukünftige Entwicklung einer Einrichtung wie des Kulturparks West dar.
Gerade im Kontext des allgemeinen Bedeutungsgewinns der Begriffe »Kreativität« sowie »Kulturund Kreativwirtschaft« für die Stadt- und
Standortentwicklung kann dem Kulturpark West
eine besondere Bedeutung beigemessen werden.
Kreativität wird in ihrer räumlichen Ausprägung
meist den Städten bzw. urbanen Räumen mit kreativen Milieus als Bühne und Interaktionsraum
der Kultur- und Kreativwirtschaft zugeschrieben.
Dadurch wird der Begriff der »creative city« oder
der »kreativen Stadt« geprägt. Eine kreative Stadt
ist ein komplexes System von Rahmenbedingungen, in deren Mittelpunkt die Kreativität der
einzelnen Menschen (nicht nur Künstler) und
ihrer Interaktionen steht. Etwas spezifischer kann
hier von der Stadt als Standort für Kultur- und
Kreativwirtschaft und damit für Innovationen
gesprochen werden. Dabei erfordert eine kreative
Stadt nicht nur physischen Raum und physische
Infrastruktur, sondern auch eine geistige Infrastruktur und Grundhaltung. Die Stadtbewohner
sind als »agents of change« Teil der Entwicklungen.
In Augsburg kann der Kulturpark West als mittlerweile über mehrere Jahre gewachsene und etablierte Struktur bei einer anhaltenden und
intensivierten Vernetzung mit kulturellen und
kreativen Akteuren aus der ganzen Stadt eine
wichtige Rolle spielen. Nun ist dabei weder das
Paradigma einer kostenlosen »Kultur für alle«
noch das der Reduzierung der kulturellen Aktivitäten auf die eher ökonomisch orientierte Kulturund Kreativwirtschaft zielführend. Daher ist die
Integration möglichst vieler und vielfältiger Augsburger Bürgerinnen und Bürger und Stakeholder
sowie gegebenenfalls externer Experten nötig, wie
es bereits immer wieder praktiziert wurde. Es ist
ein offener Kommunikationsprozess mit den Entscheidungsträgern anzustreben, der ohne Denkverbote geführt wird, wenn es um die Zukunft des
Kulturparks geht.
Nun steht immer wieder ein Umzug des Kulturparks auf das Gaswerkgelände in Oberhausen zur
Debatte. Inwiefern dieser realistisch ist, wurde von
der oben genannten Arbeit ebenfalls untersucht.
Bauliche Aspekte wurden zur gleichen Zeit durch
die von den Stadtwerken als Grundstückseigentümern in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie
geprüft. Grundsätzlich ist die An- bzw. Umsiedlung der derzeitigen Kulturpark-Nutzer auf das
Gaswerkgelände bei ausreichenden Investitionen
durchaus umsetzbar. Allerdings ist für die Etablierung eines erfolgreichen Kreativquartiers und
eine ökonomisch sinnvolle Entwicklung des Areals der Kulturpark West als Hauptnutzer nur eingeschränkt geeignet. In diesem Kontext und
aufgrund der inzwischen entwickelten Bindung
der Kulturschaffenden und Kreativen an den
Standort Reese-Kaserne wird nun wieder vermehrt
über die Erhaltung der drei Kulturpark-WestGebäude an der Sommestraße diskutiert. Dieser
Ansatz wird zukünftig hinsichtlich seiner Realisierbarkeit im Kontext der Entwicklung des ReeseGeländes zu prüfen sein.
Insgesamt fasst die Aussage eines der im Rahmen
der Arbeit befragten Experten den Status des Kulturparks West gut zusammen: »Es ist ein Erfolgsmodell, das aber auch Luft nach oben hat.«
Dipl.-Geogr. Tobias Michl ist als
wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Lehrstuhl für Humangeographie der Universität Augsburg tätig. Seine Schwerpunkte:
Standortentwicklung, kulturelle und kreative Stadtentwicklung, Kreativquartiere.
KuK im Rathaus
Am 28. April findet von 11 bis 16 Uhr das Dialogforum für Schwaben des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft im
Oberen Fletz des Rathauses statt.
Das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft wurde am 2. März in Nürnberg
eröffnet. Damit haben Unternehmen aller
Größenklassen künftig einen bayernweiten
Ansprechpartner für Fragen rund um Beratung und Vernetzung, Zugang zu Finanzierung,
Internationalisierung
sowie
branchenübergreifende Innovation und Wertschöpfung. Im Dialog mit den Akteuren der
Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung wird in den
kommenden Monaten die Programmatik des
Zentrums erarbeitet. Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Bildungseinrichtungen,
die im Bezirk Schwaben mit dem Thema Kultur- und Kreativwirtschaft befasst sind, sind
herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird
gebeten: www.bit.ly/bayernkreativSW
07
CLUBEVENTS & LIVEMUSIK
1. bis 30. April 2015
Das will der Zufall, und er will es gut: Die
Überflieger-Acts des Monats April kommen
beide aus dem Hause des Tapete-Labels: Oliver
Gottwald (klar: Augsburg) und The Monochrome Set (logisch: London). Popgeschichte
generationenübergreifend – talking ’bout our
tsch-tsch-tschäneräischen!
Neue Tapeten und Popraketen
5 Fragen ...
Zweimal 1978: Diesen Monat geben sich die Postpunk-Ikone The Monochrome Set und Augsburgs Pop-Lichtgestalt Oliver Gottwald die Ehre
... an den neuen Festivalleiter
des Modular-Festivals
Wer ist der Nachfolger von Stefan Sieber und
von nun an verantwortlich für das ModularFestival? a3kultur wollte es wissen und hat
sich mit Christoph Elwert getroffen.
Die Fragen stellte Julian Stech.
Eine Kolumne von Martin Schmidt
Andy Warhol soll sie als seine Lieblingsband
bezeichnet haben: Die legendären The Monochrome Set spielen am Samstag, 11. April, im
City Club in Augsburg. Karten sichern, es wird
das einzige Konzert in Bayern sein. 1978 gegründet, gebaren die Kunststudenten von The Monochrome Set den großen Postpunk-Knall mit, der
auf das Knusprigste zentraler Bezugspunkt für
Bands wie Franz Ferdinand oder The Strokes
wurde. Der Legende nach entdeckte Johnny Marr
eine Single von The Monochrome Set in der
Sammlung von Morrissey, was für die Gründung
der legendären The Smiths grünes Licht gab.
The Monochrome Set – das ist ein NouvelleVague-Film aus 60ies-Gitarren, Mädchen in
Miniröcken und Jean-Paul Belmondo in der Cocktailbar. Das brandaktuelle zwölfte Studioalbum
»Spaces Everywhere« hat knackigen Drive – ein
apartes Tanzmonster aus 60ies-Beat-Pop, CalypsoPsychedelic, unverzerrten Gitarren, Banjos, Hammondorgel, weiblichen Backing Vocals und sogar
Flöten (hallo, Louis de Funes!). Und noch mal was
Interessantes: In der Vorgängerband von The
Monochrome Set, The B-Sides, spielte einst Adam
Ant mit. Mit den monochromen Legenden fährt
im City Club also eine große Limousine vor – plus
Special Guest und der anschließenden fulminanten Party von »Going Underground« mit
ihrem tanzbaren Indie-Pop-60ies-Postpunk-Mix.
The boy is back in town
So, und jetzt von Postpunk zu Postanajo: Oliver
Gottwald wurde im Gründungsjahr von The
Monochrome Set geboren – wohl kein schlechtes
Omen – und wird mit seinem Auftritt gleichermaßen die Fuggerstadt aufmischen. Nachdem
der nun auf Solopfaden musizierende Sänger der
Augsburger Indie-Pop-Exportband No. 1 Anajo
sein Album »Zurück als Tourist« bereits im
Dezember letzten Jahres im City Club vorgestellt
hat, führt ihn nun die reguläre Tour zum goldenen Weekend-Termin am Samstag, 11. April, in
die Kantine. The boy is back in (his) town!
Aus den »Europaletten«, die sich einst im AnajoSong »Die Sonne über Haunstetten« noch auf
»Haunstetten« reimten, sind inzwischen längst
Festivalleiter Christoph Elwert (2. v. links) sorgt mit seinem Team vom Stadtjugendring (v. links: Manuel Schill,
Anna Miessl und Lars Eric Bliesener) für drei unvergessliche Festivaltage inmitten Augsburgs.
Die legendären The Monochrome Set spielen am Samstag, 11. April, im City Club ihr einziges Konzert in Bayern.
(Foto: Martin Morris)
glamouröse Pailletten geworden. »Zurück als Tourist« ist ein großartig produziertes Album, mit
cleveren Song- und Textideen und smartem IndieSchlager mit Beat-Einflüssen. Support ist übrigens Valo, eine Augsburger Band mit
deutsch-finnischen Texten. Ach so, und das noch
zum Veranstaltungsort selbst: Die Kantine hat –
nach den Schwierigkeiten mit der alten – eine
neue Homepage. Und die läuft auch schöner auf
Smartphones und Tablets.
www.musikkantine.de
Beschreibung des Netzwerkprojekts, das sich in
zwei Phasen aufteilt: Im ersten Halbjahr bleiben
die Musikerinnen unter sich, ab September gibt
es dann einen monatlichen öffentlichen Jam vor
Publikum. Der »femme jam« findet einmal
monatlich immer an einem Donnerstag im City
Club statt (bis zu 20 Teilnehmerinnen). Nächster
Termin ist 16. April, dann 21. Mai, 18. Juni und 16.
Juli – jeweils 18 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos,
Info und Anmeldung beim Büro für Popkultur,
Tel. 0821 – 324-3253.
»femme jam«, Provino und
Kompass-Festival
Und auch das sind News: Das Provino kann am 27.
März endlich seine Gaststättenerlaubnis feiern
(immer noch aktuell: die Youtube-Reihe »Augsburger Kegelbahnkonzerte«) und kann nun zum
ersten Konzert einladen: Am Samstag, 18. April,
spielen die Kölner Indie-Popper Locas in Love.
Auch neu ist das geplante Kompass-Festival für
Tanz, Theater und Kultur, das vom 22. bis 24. Mai
am Augsburger Autobahnsee stattfinden soll.
Noch bis Samstag, 4. April, läuft hier ein Crowdfunding.
Als hätte das Augsburger Büro für Popkultur die
diesjährige Reunion der Rrriot-Girl-Legende Sleater-Kinney vorausgeahnt: Für 2015 ruft das Büro
den »femme jam« ins Leben – ein Forum für
Musikerinnen aus dem Bereich der – richtig! –
Popmusik. Angesprochen sind alle aus Augsburg
und der Region – ob Pop, Rock, Hip-Hop oder
Punk, ist egal. »Bei Wettbewerben, beim Pop-Preis
Roy und auf den musikalischen Bühnen der Stadt
stellen Frauen an Gitarre, Schlagzeug und Bass
immer noch eine Minderheit dar«, heißt in der
LIVEMUSIK & CLUBEVENTS IM APRIL
DO 02.04. SPECTRUM – Wonderdocs Best of ... (Cover -Rock) 20:00 | SOHO STAGE – D.O.T. (DJs: LennyLuke, Dzak, Zé Correira) 23:00
FR 03.04. SOHO STAGE – Resonanz (Techno) 23:00
SA 04.04. BALLONFABRIK – Tanzneurose (Minimal/
Techno) 22:00 | KANTINE – BMG Live Feat. Chris
Wolf & Simon Says (Hardtechno) 23:00 | KESSELHAUS – Moonbootica (Electro/House/Hip Hop) 23:00
| GLYZERIN – Buried Bash Beatz (Techno) 23:00 |
SOHO STAGE – Lovepop vs. Party like it’s 23:00
SO 05.04. KANTINE – Afterhour: Die Guten Morgen Show 06:00 | DER RABE – Karl Poesl 20:00
| STADTHALLE SCHWABMÜNCHEN – Osterkonzert des Musikvereins Schwabegg 20:00 | BALLONFABRIK – Tortuga & Handgemenge (Grunge/
Alternative) 21:00 | SPECTRUM – Headbangers
Ball (Hard Rock/Metal) 21:00 | KESSELHAUS – Hip
Hop Hoooray: Osterspecial 22:00 | MAHAGONI
BAR – Oldschool Disko präsentiert: Ü30 Party
Vol.2 (80s/90s/Hip Hop/Classics/Rock) 22:00
DI 07.04. DER RABE – Alex Cumfe Band (Pop/Jazz/
Reggae/Rock) 20:30
MI 08.04. SPECTRUM – Xandria: Sacrificium Tour
2015 (Metal) 19:30
DO 09.04. PARKTHEATER – Eröffnungskonzert
des 4. Internationalen Gitarrenfestivals: Alegrías
Guitar Trio (Classical Guitar) 19:30 | SPECTRUM
– Ohrenfeindt: 20 Jahre Ohrenfeindt (Rock) 20:30
FR 10.04. KANTINE – Emil Bulls, Annisokay und
Tenside (Alternative Metal) 19:00 | PARKTHEATER – Sound of Silence: Jan Plewka singt Simon
& Garfunkel (60s-Cover) 19:30 | ABRAxAS – Two
in Tune: The Art of Music (Rock/Pop) 20:00 |
BOMBIG – Augsburger Blues Session 20:00
|
GRANDHOTEL – Misuk (Pop/Electro/Jazz) 21:00 |
BALLONFABRIK – Piratenpapst (Streetpunk) &
Die Dorks (Punkrock) 21:00 | CITY CLUB – Le
Gros Tube (Brass/Funk) 22:00 | KESSELHAUS –
Heimatabend (Schlager/Wies’n Hits/Aprés Ski/
Austria-Pop) 23:00
SA 11.04. NEUE STADTBÜCHEREI – Gitarrenfestival: Ene mene mink mank (ab 3 J) 11:00 | KANTINE – Oliver Gottwald & Band (Pop/Indie) 19:00
| PARKTHEATER – Musical Classics (MusicalHits) 19:30 | ABRAxAS – We Saw Worlds Collide
& Resonant of Mind & Narin & Nothing in White:
A Heart 4 Core (Metal/Core) 20:00 | BALLONFABRIK – Facing the Swarm Thought (Metal/Hardcore) 21:00 | CITY CLUB – The Monochrome Set
(New Wave) 21:00 | SOHO STAGE – The Leprechauns (Rock) & Philip Bradatsch (Folk) 21:30 |
KESSELHAUS – 90er Party April 22:00
MO 13.04. SPECTRUM – Arena: 20th Anniversary
Tour (Progressive-Rock) 20:30
DI 14.04. PARKTHEATER – The Mystical Music
and Dance of Ireland (Irish Music & Dance) 19:30
DI 14.04. DER RABE – Karin Rabhansl (Pop) 20:30
DO 16.04. PARKTHEATER – Trio Macchiato
(World-Music) 19:30 | SPECTRUM – Luis aus Tirol: Weibernarrisch ... und sischt a (Kabarett-Musik) 20:00 | SOHO STAGE – D.O.T. 23:00
FR 17.04. SPECTRUM – Mrs. Greenbird: Postcards
Tour 2015 (Singer/Songwriter) 20:00 | GRANDHOTEL – The Elephant Circus (Folk/Pop) 21:00 |
BALLONFABRIK – Hodja (Garage Rock/Blues/Soul)
21:00 | SOHO STAGE – Puls Club mit The Impression & Max Power (Indie) 21:30 | BOB© S OBERHAUSEN – Label Z (Rock) 22:30 | KANTINE – Everything Nice (Hip Hop) 23:00 | KESSELHAUS
– 2000er Party 23:00 | GLYZERIN – Augsburger
Bretterkasten (Techno) 23:00
SA 18.04. KONGRESS AM PARK – Kastelruther
Spatzen (Volksmusik) 18:30 | PARKTHEATER –
Hannes Wader (Folk) 19:30 | SOHO STAGE –
Blockflöte des Todes (Singer/Songwriter) 20:00 |
ABRAxAS– Katsche & Band (Comedy-Pop) 20:30 |
GLYZERIN – The Hyde Parkas (60s Beat) 21:00 |
BALLONFABRIK – Krma Music (Rap’n’Roll) 21:00
SO 19.04. PARKTHEATER – Greg is Back (A-cappella) 19:30
Infos zum Festival und Gelegenheit zum Support gibt es
unter www.startnext.com/kompass2015
Die KULTURTERMINE präsentiert Ihnen:
s Stadtsparkasse
Augsburg
DI 21.04. KANTINE – Deichkind: Niveau Weshalb
Warum? (HipHop/Electro) 2015 19:00
MI 22.04. PARKTHEATER – Maybebop (Comedy-Acappella) 19:30
DO 23.04. PARKTHEATER – Anne Haigis (Blues/
Soul) 19:30 | SOHO STAGE – The Noise (Postpunk/Noise) & Zach Mathieu (Posthardcore/Emocore) 20:00 | SPECTRUM – Kissin’ Dynamite: Megalomania over Europe Tour 2015 (Rock) 20:30 |
SOHO STAGE – D.O.T. 23:00
FR 24.04. OSTWERK – Band des Jahres: Das Finale
2015 19:00 | HELMUT-HALLER-PLATZ – Rebels of
the Jukebox (Indie/Rock/Punk) & Naked Superhero (Brasspunk) 19:00
| KRADHALLE – Bubliczki (Klezmer/Balkan) 20:00 | ABRAxAS – Aeneas
(Rock/Electro) 20:00 | SOHO STAGE – In Their
Thousands (Alternative/Folk) 21:30 | KANTINE –
The Advent (Electro) 22:00 | BOB’S OBERHAUSEN
– Voxi und die Zechpreller (Pub-Rock) 22:30
SA 25.04. ABRAxAS – Still in Progress: Piece of
my soul (Soul/Blues/Rock) 20:30 | HELMUTHALLER-PLATZ – Free Electric Band (Rock) 20:30
| CHINA ROOM – Frau Huber (Pop/Hard
Rock/Metal/Country) 20:30
| SOHO STAGE –
Pink Cigar (Glam/Punk/Rock) 22:00 | KESSELHAUS – Mashup Germany & Dominik Koislmeyer
22:00 | GLYZERIN – SimonSays vs. Underground
Infantry (Techno) 23:00
SO 26.04. . HELMUT-HALLER-PLATZ – No Worries,
Mate (Australian Pop/Bush Music) 14:00
|
WALLFAHRTSKIRCHE HERRGOTTSRUH/FRIEDBERG – Mama Afrika (Weltmusik) 17:00 | SPECTRUM – Manfred Mann’s Earth Band (Pop/Blues)
19:00
MO 27.04. SPECTRUM – Shoshin: Tour 2015 (Rock)
19:30
DO 30.04. PARKTHEATER – Die Cubaboarischen
bitten zum Tanz in den Mai (Bayerischer Comedy-Salsa) 20:00 | SOHO STAGE – Felidae Trick
(Indie/New Wave) 21:00
Von 4. bis 6. Juni steigt das Modular-Festival. Braucht es
dieses Jahr für ein gelungenes Festival die Hilfe Österreichs? Wanda war die wohl erfolgreichste Band,
mit der wir bis jetzt an die Öffentlichkeit gegangen sind. Aber mittlerweile haben wir eine Menge
anderer Headliner, die dafür sorgen, dass für
jeden etwas dabei ist.
2011 warst du schon unter der Leitung von Stefan Sieber
in die Festivalorganisation miteinbezogen. Jetzt hast Du
seine Position übernommen. Wie kam es dazu? Stefan
ist eben so langsam dem Jugendalter entwachsen
und hat zudem einen neuen Job bei der Stadt
Augsburg angenommen. So war es seine Entscheidung, dem Nachwuchs eine Chance zu
geben das Modular-Festival umzusetzen.
Für 2015 stehen Acts wie Wanda, Occupanther und
Sizarr schon seit längerem im Line-Up. Gibt es noch weitere Künstler, die unbedingt zu erwähnen sind? Welche
Augsburger Bands sind denn vertreten? Das Schöne ist,
dass auf die Einwohnerzahl bezogen, Augsburg
eine einzigartige Banddichte hat. Dieses Jahr sind
viele Künstler aus Augsburg wie z.B. We Destroy
Disco, Benni Benson, Errdeka oder Pinewood
Soul mit am Start. Von außerhalb kommen Highlights wie Haftbefehl, Okta Logue, Friska Viljor
aus Schweden und viele mehr.
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DIE SAMMLUNG
NEUE KUNST
B
27.2.Ð 28.6.2015
H2 Ð Zentrum fŸ r Gegenwartskunst im Glaspalast
Beim Glaspalast 1, 86153 Augsburg, DiÐ So 10-17 Uhr
www.kunstsammlungen-museen-augsburg.de
Bist du selbst musikalisch aktiv? Ja, ich habe selbst
jahrelang Schlagzeug in verschiedenen Bands
gespielt. Momentan ist das aber etwas in den
Hintergrund gerückt.
So groß wie es dieses Jahr wird, war das Modular noch
nie. Allein die Anzahl von sechs Bühnen ist schon eine
Hausnummer. Auf was für Höhepunkte können sich die
Besucher dieses Jahr freuen? Allein, dass das Festival
dieses Jahr stattfindet ist schon ein Höhepunkt.
Aber natürlich werden die Gestaltung des Parks
und die angebotenen Workshops, bei denen alle
Besucher zum Mitmachen eingeladen sind, für
einen unvergesslichen Event sorgen. Die Leute können sich auf jeden Fall auf schönes Wetter, megageile Bands und einen wunderschönen Park freuen. Für jeden Geschmack wird etwas geboten sein.
Wer Lust hat, ein Teil der Modular-Crew zu werden, der kann gerne folgende E-Mail-Adresse
kontaktieren: [email protected]
Tickets gibt es bei allen innerstädtischen Filialen der
Schwarzen Kiste, Yeans Halle, Bäckerei Wolf oder unter
www.modular-festival.de
Puppet On A String (4. Juni): 10 Euro,
2-Tages-Festivalticket (5., 6. Juni): 25 Euro
www.a3kultur.de
THEATER & BALLETT
1. bis 30. April 2015
Ring frei!
08
Foto: Frauke Wichmann
»Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes« im Sensemble Theater
Liz (Dörte Trauzeddel) und Frank
(Florian Fisch) haben sich bürgerlich
eingerichtet: ein schönes Eigenheim mit Garage,
ihre Tochter kommt bald in die Schule, beide verdienen gut. Mit den Problemen der Welt kommen
sie höchstens in Form von regelmäßigen Geldspenden in Kontakt. Ganz anders bei Karen (Daniela Nering) und Martin (Heiko Dietz): Das Ärztepaar
hat die letzten sechs Jahre in einer der Krisenregionen Afrikas verbracht, die leidende Bevölkerung
versorgt, sich bis zur Erschöpfung aufgeopfert.
Nach Ausbruch des Bürgerkriegs müssen sie fliehen – und das todkranke Waisenkind Annie
zurücklassen.
Nun treffen sich die Paare zu einem lange erwarteten gemeinsamen Abendessen wieder. Zwar kennen sie sich schon ewig, waren eng befreundet,
doch sechs Jahre sind eine ganz schöne Zeit …
Zwei völlig gegensätzliche Lebensentwürfe prallen
aufeinander. Nicht nur die Freunde scheinen sich
fremd geworden zu sein, auch innerhalb der beiden Beziehungen brodelt es gewaltig. Der Abend
wird zur Zerreißprobe. »Ihr seht gut aus. Ihr seht
richtig gut aus!« Franks schon zu Beginn etwas
aufgesetzt wirkende Freundlichkeit, Martins im
Alkohol ertränkte Resignation, Liz’ überspielte
Unsicherheit und Karens wütende Trauer – vielschichtige Zutaten eines im Laufe des Stücks
immer härter werdenden Schlagabtauschs.
Sebastian Seidel inszeniert Roland Schimmelpfennigs »Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes« passenderweise in einem Boxring. Die gepolsterten
Handschuhe hängen einladend von der Decke.
Immer wieder friert die Szenerie ein, einzelne
Charaktere richten sich an das Publikum, gewisse
Aspekte der Handlung werden gezielt vorweggenommen oder wiederholt. Entgleist der Dialog,
verlagert sich das Streitgespräch auf eine physische Ebene: Liz und Karen steigen zusammen in
den Ring, verpassen der jeweiligen Kontrahentin
eine saftige Rechte. Der Kampf ist dabei zusätzlich
im Hintergrund in einer Projektion (Video: Eric
Zwang-Eriksson) zu sehen.
Das Sensemble Theater liefert eine außergewöhnliche Inszenierung eines starken Stücks. »Peggy
Pickit sieht das Gesicht Gottes« ist dabei viel mehr
als nur ein »Pärchendrama«, es wirft Fragen nach
dem Nutzen von Entwicklungspolitik auf, trifft
uns gleichzeitig in unserer eigenen bequemen
Welt. Zunächst amüsant unterhaltend, später tragisch abgründig, berührt vor allem das Ende –
und verpasst uns damit einen sauberen linken
Haken, über den wir noch lange nachdenken werden. (Patrick Bellgardt)
Die nächsten Termine: 27. März sowie 15., 17., 18., 23., 24.
und 25. April. Begleitend bieten diverse Veranstaltungen
weiteren Diskussionsstoff im Anschluss an die jeweilige
Aufführung: Raphael Marcus (HUMEDICA) steht dem
Publikum am 27. März Rede und Antwort. Am 17. April
darf Elisabeth Rennig (PLAN international e.V.) begrüßt
werden. www.sensemble.de
Angst um die Welt
»Kauf dir eins und geh dreimal
rein!« So ähnlich könnte und sollte
das Theater Augsburg seine aktuelle Musiktheaterproduktion bewerben und damit die Empfehlung
»Diesen Wozzeck muss man mehrmals sehen!«
pragmatisch umsetzen. Ausgesprochen wurde die
im Anschluss an einen musikalisch auf der ganzen
Linie überzeugenden, nur 90 Minuten währenden
Opernabend von Juliane Votteler auf der Premierenfeier. Einmal mehr bewies sie als Intendantin
und Dramaturgin mit dem Engagement von Regisseur Ludger Engels und Ric Schachtebeck (Ausstattung) ihr treffsicheres Gespür für hochkarätige
Produktionsteams.
Anzeige:
.
die ausstellungsreihe im liebertzimmer
und café des schaezlerpalais
henk kouw (1920–2001)
niederländische akte und landschaften
6.3.–3.5.2015
schaezlerpalais
maximilianstrasse 46
86150 augsburg
di–so 10–17 uhr
In der Tat entlässt Alban Bergs 1925 in Berlin
uraufgeführtes Werk (nach Georg Büchners
Dramenfragment »Woyzeck«) die Zuschauer im
Theater Augsburg nach nur einmaligem Erleben
und Er-Hören zunächst mit gemischten Gefühlen.
Denn wo Alban Berg und damit atonaler Stil draufsteht, ist eben auch Alban Berg drin und damit
rhythmisch vertrackter Sprechgesang, expressionistische Überhöhungen, Irritationen und ungewohnte Ästhetik.
Den abgrundtiefen Schwindel, der Wozzeck in
Besitz nimmt, der von seiner Umwelt (aus)genutzt
wird, beziehungsunfähig scheint und sich in Zellophan verpuppt, um sich gänzlich zu isolieren,
wird mittels Drehbühne mit karg eingerichteten
www.a3kultur.de
Foto: A.T.Schaefer
Premiere von Alban Bergs Oper »Wozzeck« am Theater Augsburg
Raumparzellen anschaulich. Womöglich auch als
Bild für die Ausweglosigkeit, die ihn am Ende zum
Mörder von Marie macht, lässt die Inszenierung
Innen- und Außenwelten dieser packenden 15
Szenen nahtlos ineinanderfließen. So kreisen die
verschiedenen (Un-)Menschen wie der Hauptmann
(großartig verzerrt und verrückt: Mathias Schulz)
oder der forschungsbesessene Doktor, der Wozzeck
zur Laborratte degradiert, ihn ein oder kommen
ihm in die Quere (tolle Effekte mit dem meist
stummen Bewegungschor!). Auch Marie, die sich
in den galanten Tambourmajor (Carlos Aguirre)
verschaut, gibt ihm weder Halt noch Sinn. Sally du
Randt zeichnete deren Nöte und Seelendramen
zwischen Mutterfürsorge und Lustgewinn in fein
nuancierten Zwischentönen und eruptiven Ausbrüchen intensiv nach. In der Titelrolle bestach
Robin Adams mit sensationeller Bühnenpräsenz
und vokaler Präzision samt volumenreicher Prägnanz – was für ein Sängerkaliber! Flexibel pendelte er zwischen emotionslos wirkendem Opfer und
»hirnwütigem«, traumatisiertem Täter, füllte die
Szenerie mit seiner apokalyptischen Zukunftsangst um die Ewigkeit der Welt.
Ein Abend, der definitiv nicht nach »leicht« klingt,
aber lange nachklingt und zur aktiven Auseinandersetzung animiert, auch dank des bravourösen
Dirigats des musikalischen Leiters Roland Techet
und der wie stets im Graben und auf der Bühne
extrem verlässlichen Augsburger Philharmoniker!
(Renate Baumiller-Guggenberger)
Weitere Termine: 26. und 29. März, 10. und 12. April sowie
5. Mai
www.theater-augsburg.de
Nicht vergessen!
Das Junge Theater Augsburg inszeniert eine kurze Geschichte über das Altern
Das Leben kann schön sein, wenn
man ein junger, starker, schlauer
Fuchs ist. Man klaut der Henne die Eier, holt sich
eine Gans und tobt mit seinen Altersgenossen
durch Wald und Feld. Das Leben kann grausam
sein, wenn man ein alter Fuchs wird, der alles
vergisst und nicht mehr allein zurechtkommt.
Aber wer sagt denn, dass man als alter Fuchs der
sich nichts mehr merken kann unglücklich sein
muss. Wenn man hie und da Verständnis und
Unterstützung von den Jungen bekommt könnte
das was werden.
Es ist eine schöne Geschichte nach dem Bilderbuch »Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor« von Martin Baltscheit, die das Junge
Theater im Abraxas erzählt. Wini Gropper, Ramadan Ali und Simone Zillhardt sind alle der Fuchs,
und dazu das Huhn und die Gans und der Frosch.
Das machen sie herrlich und sehr präsent auf der
minimalistisch eingerichteten Bühne. Ein paar
weiße Holzstaffeleien genügen, um die Welten
der Protagonisten zu bauen. Akustisch untermalt
werden ihre Kapriolen von einem Gerät, das Töne
nach Belieben zu endlosen Loops zusammensetzt. So bringt ihr Bellen, Grunzen, Singen und
Plappern die nötige Dichte und Stimmung in den
alten Theaterbau der Amis. Doch auch auf die
leisen, verzweifelten Töne verstehen sich das Trio
und die Regisseurin Susanne Reng ganz wunderbar. (Jürgen Kannler)
Am besten besuchen Sie den Fuchs bald selbst einmal.
Nächste Termine: zwischen 12. April und 17. Mai und auf
Anfrage. www.jt-augsburg.de
THEATER & BALLETT IM APRIL
MI 01.04. PUPPENKISTE – So Hi und das weiße Pferd (ab 5
J) 16:00
| THEATER – Dans Impulse, Choreografien
von Marco Goecke, Georg Reischl und Stephen Shropshire 19:30 | PUPPENKISTE – Ein Sommernachtstraum 19:30
DO 02.04. PUPPENKISTE – So Hi und das weiße Pferd (ab
5 J) 16:00 Kinderkultur // Ein Sommernachtstraum 19:30
Kinderkultur
SA 04.04. PUPPENKISTE – Dornröschen (ab 3 J) 15:00
//
Ein Sommernachtstraum 19:30 | BRECHTBÜHNE – Der
Brandner Kaspar und das ewig’ Leben 19:30 | THEATER
– Dans Impulse, Choreografien von Marco Goecke, Georg Reischl und Stephen Shropshire 19:30
SO 05.04. PUPPENKISTE – Dornröschen (ab 3 J) 14:00/16:00
| THEATER – Die Katze auf dem heißen Blechdach,
nach Tennessee Williams 19:00
MO 06.04. PUPPENKISTE – Dornröschen (ab 3 J)
14:00/16:00
| BRECHTBÜHNE – Der Brandner Kaspar
und das ewig’ Leben 19:30
DI 07.04. JUNGES THEATER – Schnupperworkshop: Alles
Theater (ab 7 J) 10:00
MI 08.04. JUNGES THEATER – Schnupperworkshop: Alles
Theater (ab 7 J) 10:00
| PUPPENKISTE – Dornröschen
(ab 3 J) 16:00
// Ein Sommernachtstraum 19:30
DO 09.04. JUNGES THEATER – Schnupperworkshop: Alles Theater (ab 7 J) 10:00
| PUPPENKISTE – Dornröschen (ab 3 J) 16:00
FR 10.04. JUNGES THEATER – Schnupperworkshop: Alles
Theater (ab 7 J) 10:00
| BRECHTBÜHNE – Michael
Kohlhaas, Nach einer Novelle von Heinrich von Kleist
14:00 | PUPPENKISTE – Tischlein deck dich (ab 5 J) 16:00
| THEATER – Wozzeck, Oper von Alban Berg 19:00
SA 11.04. PUPPENKISTE – Tischlein deck dich (ab 5 J)
15:00
| THEATER – Dans Impulse, Choreografien von
Marco Goecke, Georg Reischl und Stephen Shropshire
19:30 | BRECHTBÜHNE – Goldland, von Tobias Ginsburg
19:30 | STADTHALLE GERSTHOFEN – Da Leftutti, von
Peter Landstorfer 19:30 | HOFFMANNKELLER – Eine
Sommernacht, von David Greig und Gordon McIntyre
20:30
SO 12.04. PUPPENKISTE – Tischlein deck dich (ab 5 J)
14:00/16:00
| THEATER – Der blaue Stuhl, nach dem
Kinderbuch von Claude Boujon und Julius Jensen (ab 3 J)
15:00
// Wozzeck, Oper von Alban Berg 19:00 | ABRAxAS – Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand
verlor (ab 8 J) 16:00
| DER RABE – Der Rabe präsentiert: Krimi Dinner 19:00 | HOFFMANNKELLER –
Tschick, von Wolfgang Herrndorf 20:30
MO 13.04. ABRAxAS – Die Geschichte vom Fuchs, der
den Verstand verlor (ab 8 J) 10:00
DI 14.04. THEATER – Werkstatt: Die Gärtnerin aus Liebe
18:30
MI 15.04. HOFFMANNKELLER – Tschick, von Wolfgang
Herrndorf 20:30 | SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht das
Gesicht Gottes, von Roland Schimmelpfennig 20:30
DO 16.04. JUNGES THEATER – Die zweite Prinzessin (ab 5
J) 10:00
| SENSEMBLE – linner & trescher 20:30
FR 17.04. ABRAxAS – Faks Theater: Kleine Raupe (ab 3 j)
10:00
| PUPPENKISTE – Tischlein deck dich (ab 5 J)
16:00
| THEATER – Die Katze auf dem heißen Blechdach, nach Tennessee Williams 19:00 | BRECHTBÜHNE
– Premiere: Medea, Ballettabend mit Choreografien von
Angel Rodriguez 19:30 | HEMPELS – Open Stage: Mehr
als durchfallen kann man nicht... 20:00 | SENSEMBLE
– Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes, von Roland
Schimmelpfennig 20:30
SA 18.04. ABRAxAS – Faks Theater: Kleine Raupe (ab 3 J)
15:00 Kinderkultur | PUPPENKISTE – Tischlein deck
dich (ab 5 J) 15:00 Kinderkultur | JUNGES THEATER –
Rotkäppchen auf der Flucht (ab 6 J) 16:00
| THEATER
– Premiere: Die Gärtnerin aus Liebe, nach der Oper von
W.A. Mozart 19:30 | STADTHALLE GERSTHOFEN – Hello
Dolly, Musical 19:30 | BRECHTBÜHNE – Wir lieben und
wissen nichts, nach Moritz Rinke 19:30 | SENSEMBLE –
Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes, von Roland Schimmelpfennig 20:30
SO 19.04. PUPPENKISTE – Tischlein deck dich (ab 5 J)
14:00/16:00
| ABRAxAS – Theater Fritz und Freunde:
Froschkönig (ab 3 J) 15:00
| STADTHALLE GERSTHOFEN – Das Kindermusical: Käpt’n Blaubär 15:00
| JUNGES THEATER – Die zweite Prinzessin ( ab 5 J) 16:00
| THEATER – Dans Impulse, Choreografien von
Marco Goecke, Georg Reischl und Stephen Shropshire
19:00
MO 20.04. ABRAxAS – Theater Fritz und Freunde: Froschkönig (ab 3 J) 10:00
DI 21.04. JUNGES THEATER – Die zweite Prinzessin (ab 5
J) 10:00
| BRECHTBÜHNE – Michael Kohlhaas, Nach
einer Novelle von Heinrich von Kleist 19:30
MI 22.04. PUPPENKISTE – Das hässliche Entlein (ab 3 J)
16:00
DO 23.04. JUNGES THEATER – Rosa Parks. Als Sitzenbleiben noch geholfen hat (ab 8 J) 10:00
| THEATER – Die
Gärterin aus Liebe, nach der Oper von W.A.Mozart 19:30
| SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes,
von Roland Schimmelpfennig 20:30
FR 24.04. ABRAxAS – Klexs Theater: Die kleine dicke Raupe wird nie satt (ab 3 J) 10:30
| PUPPENKISTE – Das
hässliche Entlein (ab 3 J) 16:00
| BRECHTBÜHNE –
Wir lieben und wissen nichts, nach Moritz Rinke 19:30 |
THEATER – Dans Impulse, Choreografien von Marco
Goecke, Georg Reischl und Stephen Shropshire 19:30 |
PARKTHEATER – The Divine Teasers Boylesque Show
19:30 | SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes, von Roland Schimmelpfennig 20:30 | HOFFMANNKELLER – Eine Sommernacht, von David Greig und Gordon McIntyre 20:30
SA 25.04. ABRAxAS – Klexs Theater: Die kleine dicke Raupe wird nie satt (ab 3 J) 15:00
| PUPPENKISTE – Das
hässliche Entlein (ab 3 J) 15:00
| THEATER – Die heilige Johanna der Schlachthöfe, nach Bertolt Brecht 19:30
| PARKTHEATER – The Divine Teasers Boylesque Show
19:30 | BRECHTBÜHNE – Goldland, von Tobias Ginsburg
19:30
SA 25.04. SENSEMBLE – Peggy Pickit sieht das Gesicht
Gottes, von Roland Schimmelpfennig 20:30
SO 26.04. ABRAxAS – Moussong Theater mit Figuren: Die
Geschichte von der kaputten Uhr (ab 5 J) 11:00/15:00/17:00
| PUPPENKISTE – Das hässliche Entlein (ab 3 J)
14:00/16:00
| THEATER – Die Gärtnerin aus Liebe,
nach der Oper von W.A. Mozart 15:00 | JUNGES THEATER
– Rosa Parks. Als Sitzenbleiben noch geholfen hat (ab 8 J)
16:00
| PARKTHEATER – Young Stage: That’s Entertainment 18:00 | BRECHTBÜHNE – Medea, Ballettabend
mit Choreografien von Angel Rodriguez 19:00
DI 28.04. JUNGES THEATER – Rosa Parks. Als Sitzenbleiben noch geholfen hat (ab 8 J) 10:00 Kinderkultur | ABRAxAS – Faks Theater: Der Jazzdirigent (ab 14 J) 11:00
MI 29.04. STADTHALLE GERSTHOFEN – Ennio Marchetto: The Living Paper Cartoon 19:30 | LIGNE ROSET STUDIO – Bluespots Productions: Call a Conflict 20:30
DO 30.04. ABRAxAS – Die Bretterdiven: Der Besuch der
alten Dame 20:00 | LIGNE ROSET STUDIO – Bluespots
Productions: Call a Conflict 20:30
FILM
1. bis 30. April 2015
Mit dem Bauhaus fing es an
Architekturfilm und Jazz im Thalia Kino
Im Januar 2012 startete das Architekturforum
Augsburg eine Veranstaltungsreihe mit einem
Dokumentarfilm über diese zum Mythos gewordene Kunstschule.
Seitdem gibt es alle ein bis zwei Monate im Augsburger Thalia »Architekturfilm und Jazz«: Zuerst
einen Film mit architektonischem oder urbanem
Bezug ansehen, anschließend bei Live-Jazz im
benachbarten Kaffeehaus reden, essen, trinken.
Das Architekturforum Augsburg, das die Augsburger Architekturszene vernetzen und die
Nichtarchitekten über Baukunst, Stadtentwicklung und Denkmalpflege informieren will, zeigt
in dieser Reihe die ganze Bandbreite des Architekturfilms. Filmische Porträts berühmter Architekten und Bauten sind ebenso im Programm wie
Dokumentationen zur Veränderung unserer
Städte und zum Verhältnis von Bürgern und
Bauen. Und zwischendrin gibt es auch mal Iro-
struktionen wie dem Münchner Olympiadach.
Kurz vor seinem Tod wurde er mit dem renommierten Pritzker-Architekturpreis ausgezeichnet.
Louis Sauls Film »Von Seifenblasen und Zelten«
wird am Montag, 13. April, im Thalia-Kino
gezeigt, Beginn: 19 Uhr, Eintritt: 7 Euro. Anschließend gibt es wie immer Live-Jazz im Kaffeehaus,
diesmal mit dem Kathrin Feige Quartett. (Bettina
Kohlen)
nisches wie Jacques Tatis Kampf mit dem modernen Wohnen.
Anfang Februar (und weil so viele sie sehen
wollten, noch einmal im März) wurde als Preview
die viel beachtete Langzeitdokumentation »Wem
gehört die Stadt?« gezeigt. Regisseurin Anna Ditges begleitete zwei Jahre lang einen Bürgerbeteiligungsprozess mit der Kamera und zeigt, wie
spezielle Interessen aufeinandertreffen, wie eine
Eigendynamik entsteht. Die Umwandlung eines
Kölner Industrieareals in ein Einkaufszentrum
wurde zwar verhindert, ein Schulprojekt installiert, doch die ursprünglich Betroffenen – kleine
Händler, Gastronomen und Handwerker – blieben auf der Strecke.
www.architekturforum-augsburg.de
Der aufschlussreiche Film ist noch einmal im
Rahmen der Tagung »Wer ist die Stadt?« (24./25.
April, Holbeinhaus) zu sehen, bei der es ebenfalls
um bürgerliche Beteiligungsprozesse geht.
Der nächste Filmabend des Architekturforums
gehört Frei Otto, dem vor wenigen Tagen gestorbenen Schöpfer großartiger leichter Zeltkon-
Auf das volle Dutzend
eine Kolumne von Thomas Ferstl
Drei Filmempfehlungen zur zwölften Ausgabe des »Projektors«
Liebe Leser, »Projektor« liegt in seiner zwölften
Ausgabe vor. Ein Jahr ist vergangen, seit ich
Ihnen hier den ersten Film vorstellte. Ich
danke Ihnen und meinem Chef und den Kollegen, die es mir ermöglichen, als Jungjournalist
weiter zu wachsen. Machen Sie es wie ich: Trinken Sie einen darauf und gehen Sie ins Kino.
Vielleicht trinken Sie auch einen im Kino
darauf? Möglicherweise ja sogar in einem der
folgenden Filme.
Mit Fortsetzungen ist das so eine Sache, so auch
mit John Maddens »Best Exotic Marigold Hotel 2«
(Cinemaxx, Kinodreieck, 2. April). Traumhochzeit
und ein zweites Hotel – Sonny (Dev Patel) hat alle
Hände voll zu tun. Zu den bereits bekannten
Gästen wie Judi Dench, Maggie Smith und Bill
Nighy gesellen sich nun auch noch Tamsin Greig
und Richard Gere. Besonders originell ist der Film,
wie schon sein Titel, nicht. Das Ensemble ist jedoch
großartig und verleiht dem Film den nötigen
Top 5 der erfolgreichsten Filme:
(Stand: 1. März in Deutschland)
1. Fifty Shades of Grey
(3.324.605 Besucher)
2. Baymax – Riesiges Robowabohu
(1.494.754 Besucher)
3. 96 Hours – Taken 3
(1.117.996 Besucher)
4. Frau Müller muss weg!
(925.661 Besucher)
5. SpongeBob Schwammkopf 3D
(848.610 Besucher)
Charme, um ihn sehenswert zu machen. Eine
leichte Komödie mit vielen Schmetterlingen im
Bauch. Passend zum Frühling und den einhergehenden Gefühlen.
Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt
Maciej Pieprzycas Drama »In meinem Kopf ein
Universum« (Kinodreieck, 9. April) von dem an
Zerebralparese leidenden Mateusz (Dawid Ogrodnik). Neben dem körperlichen Handicap wurde bei
ihm im Kindesalter eine geistige Behinderung dia-
Ryan Goslings Regiedebüt »Lost River« (Kinodreieck, 30. April) ist interessant, aber sicher
nicht jedermanns Sache. Ein Neo-Noir-Märchen
als Szenencollage, die zwischen blutiger Gewalt
und stilistischer Absolutheit dahinmäandert.
Unverkennbar sind die Einflüsse von David
Lynch und Nicolas Winding Refn, in dessen letzten beiden Filmen Gosling mitspielte. Gefilmt
wurde in Detroit, wo es wirklich so abgefuckt
aussieht wie im Film, das kann ich Ihnen versichern. Nie jedoch sah es gleichzeitig so schön,
so bunt und herrlich melancholisch aus. ChefKameramann Benoît Debie, für seinen opulenten und farbenprächtigen Stil bekannt, hat
für diesen Film einzigartige Bilder geschaffen.
Für mich sind sie der Hauptgrund, diesen Film
zu sehen, leider.
FILMFIGUR DES MONATS:
Mateusz (Dawid Ogrodnik) teilt sich Anka (Anna Karczmarczyk) auf seine eigene Art und Weise mit, eine Szene aus
Maciej Pieprzycas Drama »In meinem Kopf ein Universum«.
KINOEVENTS
MI 01.04. CINEMAxx, CINEPLEx AICHACH –
Brecht/Weils »Rise and Fall of the City of Mahagonny« aus dem Royal Opera House London 20:15
SA 04.04. CINEPLEx – Fast & Furious 1–7 ab 14:00
MO 13.04. KINODREIECK – Architekturfilm »Frei
Otto – Von Seifenblasen und Zelten« 19:00
MO 13.04. KINODREIECK – Live Jazz 20:30
MI 15.04. CINEMAxx – Zweszda im russischen Original 20:00
SO 19.04. CINEMAxx – Zweszda im russischen Original 14:00
MI 22.04. ZEUGHAUS – Stadt im Wandel: Wie tolerant sind wir? Doku »Wie geht Deutschland?« 18:30
SA 25.04. CINEMAxx – Mascanis »Cavalleria Rusticana« und Leoncavallos »Bajazoo« live aus der Metropolitan Opera New York 18:30
MI 29.04. CINEPLEx AICHACH – Mr. May und das
Flüstern der Ewigkeit
Die Programme aller
Kinos unserer Region
auf www.a3kultur.de
gnostiziert. Er nimmt jedoch alles wahr: die abstoßenden Bemerkungen seiner Schwester. Das
Lächeln der wunderschönen Anka (Anna Karczmarczyk). Die liebevolle Fürsorge seiner Mutter.
Und die üppigen Brüste der netten Nachbarin. Erst
25 Jahre später stellt man fest, dass die Ärzte sich
geirrt haben und Mateusz ein ganz normaler, ja
sogar ziemlich intelligenter Mann ist. Nun soll ein
Ausschuss darüber entscheiden, wie es mit ihm
weitergehen soll. Meisterlich erzählen Pieprzyca
und sein Hauptdarsteller pragmatisch und keineswegs traurig von der Normalität eines außergewöhnlichen Lebens. Dieser Film berührt und ist
polnisches Kino außerordentlicher Güte.
Die Kleinstadt Lost River verwandelt sich nach der
Wirtschaftskrise und der US-Immobilienkrise
immer mehr in eine Geisterstadt. Die alleinerziehende Mutter Billy (Christina Hendricks) lebt dort
zusammen mit ihren Kindern Franky und Bones
(Iain De Caestecker). Um ihr Haus nicht zu verlieren willigt sie ein, in einem morbiden Nachtclub
zu arbeiten. Während die Mutter in eine düstere
Fantasiewelt hinabgesogen wird, schlägt sich
Bones mit Diebstählen durch. Dabei stößt er auf
ein Mysterium, das sich um den Ursprung der
Stadt dreht.
BENOîT DEBIE
– Beruf: director of photography
– Ausbildung: Institut des Arts de Diffusion,
Belgien
– Erstes Feature: »Irréversible« von Gaspar
Noé (2002)
– Erster 3D-Film: »Every Thing Will Be Fine«
von Wim Wenders (2015)
– Auszeichnungen: Nennung als einer der
Variety’s 10 Cinematographers to Watch« (2011)
– Nominierung für den Independent Spirit Award
für die beste Kamera: »Spring Breakers« (2014)
und »Every Thing Will Be Fine« (2015)
– Eigenheiten: bevorzugt Film über digitale
Aufnahmen – sieht sich Filme manchmal
zweimal im Kino an, um sie zu analysieren
Modest Mussorgsky
Eine Nacht auf dem kahlen Berge
Schwäbisches
Jugendsinfonieorchester
UHR
2015
12. 04.
19. 00
Kongress am Park
Augsburg
Sergej Prokofjew
Klavierkonzert Nr. 3, C-Dur, op. 26
Nikolai Rimsky-Korsakow
Scheherazade, op. 35
Dirigent
Allan Bergius
Solist
Yi Lin Jiang, Klavier
Vorverkaufsstellen
AZ-Kartenservice, Böhm & Sohn, Stadtzeitung
weitere Informationen
www.sjso.de, www.bezirk-schwaben.de
Mellon Design
09
www.a3kultur.de
KABARETT/BILDUNG
1. bis 30. April 2015
10
Die KULTURTERMINE präsentiert Ihnen:
s Stadtsparkasse
Augsburg
KABARETT IM APRIL
SO 05.04. GERMAR’S/SCHWABMÜNCHEN – 5.
Schwabmünchner Comedy-Nacht mit Alan Frei
und Christopher Köhler 19:00
MI 08.04. PARKTHEATER – Passion: Die Show von
Timo Wopp 19:30
FR 10.04. KONGRESS AM PARK – Monika Gruber:
Irgendwas is’ immer 19:00 | STADTHALLE GERSTHOFEN – Chris Kolonko präsentiert: Marlene,
The Concert Of Her Life 19:30
SO 12.04. GERMAR’S/SCHWABMÜNCHEN – Die
Maulquappen 19:00
DO 16.04. KRESSLESMÜHLE – Stephan Bauer: Warum heiraten, Leasing tut’s auch 20:00
FR 17.04. PARKTHEATER – Margie Kinsky: Ich bin
so wild nach Deinem Erdbeerpudding! 19:30 |
KRESSLESMÜHLE – Michael Eller: Ich geh’ dann
mal... zu weit 20:00 | SPECTRUM – Luis aus Südtirol: Weibernarrisch 20:00
SA 18.04. KRESSLESMÜHLE – Marcel Kösling: Zeitensprünge 20:00
SO 19.04. KRESSLESMÜHLE – Christine Eixenberger: Lernbelästigung 18:00
DI 21.04. SPECTRUM – Bernd Gieseking: Finne
Dich selbst! 19:30
MI 22.04. STADTHALLE GERSTHOFEN – Han’s
Klaffl: Unterrichten bis der Denkmalschutz
kommt 19:30 | KRESSLESMÜHLE – Wolfgang
Krebs: Können Sie Bayern? 20:00
DO 23.04. KRESSLESMÜHLE – Blonder Engel: Konzeptkunst und Sitzmusik 20:00
FR 24.04. KRESSLESMÜHLE – Ecco Meineke: Fake
20:00 | STADTHALLE NEUSäSS – Peter Moreno:
BauchComedy 20:00
SA 25.04. KRESSLESMÜHLE – C. Heiland: Ich bin
in der Brigitte 20:00
SO 26.04. DER RABE – Comedy Lounge 19:30
DI 28.04. PARKTHEATER – Gerhard Polt: Braucht’s
des? 19:30
MI 29.04. PARKTHEATER – Gerhard Polt:
Braucht’s des? 19:30
DO 30.04. SPECTRUM – Kom(m)mödchen-Ensemble 20:00
PUPPENKISTE – Kabarett 2015 19:30 DO 09.04./FR
10.04./SA 11.04./MI 15.04./FR 17.04./SA 18.04./DI 21.04./
MI 22.04./DO 23.04./SA 25.04./MI 29.04./DO 30.04.
DONNERSTAG 30.04.
Foto: Rainer Zola
FREITAG 10.04.
19:30
STADTHALLE GERSTHOFEN – Für die Premiere seiner Bühnenshow »Marlene – The
Concert Of Her Life« hat Chris Kolonko
die Bigband Fink & Steinbach gewinnen
können. Mit dieser musikalischen Unterstützung singt sich der Verwandlungskünstler von einer Lebenssituation »der
Dietrich« in die nächste, erzählt, weint
und lacht die Geschichte einer Frau, die
selbst zur Geschichte wurde.
20:00
SPECTRUM – Die Freunde Dieter, Bodo und Lutz gucken sich zusammen alle Deutschlandspiele im Fernsehen an. Ansonsten sind die Gemeinsamkeiten nicht groß: Lutz mag
keine Menschen, Dieter ist ein hart arbeitender Familienvater, Bodo hat geerbt. Gesprochen wird deshalb fast ausschließlich über Fußball. Das ändert sich schlagartig als Bodo
seine neue Freundin Solveig mitbringt … Das Kabarett-Ensemble Kom(m)ödchen präsentiert mit »Deutschland gucken« ein Programm voller musikalischer Einlagen und absurder Überraschungen.
VORTRÄGE IM APRIL
MO 13.04. VHS – Pflegeheim und Vermögenssicherung 19:00 | BÜRGERSAAL STADTBERGEN – Leben
im Auf und ab der Gefühle: Bipolare Störung 19:30
DI 14.04. VHS – Kyros, Darius, Xerxes: Die großen
Perserkönige 18:15 // Napoleon in Bayern: Die französisch-bayerische Hochzeit, August von Bayern
und Eugene Beauharnais 20:00
MI 15.04. VHS – Hegel: Die revolutionäre Kraft der
Dialektik 19:00
DO 16.04. SINGOLDHALLE/BOBINGEN – Schweden:
Zwischen Idylle und Wildnis 20:00 | VHS – Südnorwegen. Individualreise mit dem Wohnmobil 20:00
SA 18.04. GRAFISCHES KABINETT – Vortrag zur
Ausstellung: Aus der heiteren fließenden Welt 14:00
SO 19.04. VHS – Die Brauch- und Trinkwasserversorgung der Reichsstadt Augsburg 14:00
MO 20.04. LANDESAMT FÜR UMWELT – Vortragreihe Umweltschutz heute: Klimawandel und Klimaschutz in Bayern 14:00
DI 21.04. SCHAEZLERPALAIS – Im Dienste seiner
Majestät: Joseph Heintz, Hofmaler und Kunstagent
Rudolphs II. 18:00
DI 21.04. UNIVERSITäT/JURISTISCHE FAKULTäT –
Ringvorlesung: Europa und der zweite Weltkrieg.
Geschichte und Erinnerung 18:00 | VHS – Napoleon in Bayern: 1806. Bayern wird Königreich 20:00
MI 22.04. STADTTEILBÜCHEREI LECHHAUSEN –
Iran und seine 1001 Muster (6–10 J) 15:00
MI 22.04. UNIVERSITäT/GROSSES HöRSAALZENTRUM – Große Werke der Literatur XIV: Joy Kogawa
18:15
MI 22.04. KONGRESS AM PARK – Augsburger Allgemeine Wissen: Das 1x1 des Gesprächsklimas, mit
Michael Rossi 19:00
DO 23.04. UNIVERSITäT/GROSSES HöRSAALZENTRUM – Girls’ Day & Boys’ Day 08:30 | ZEUGHAUS
– Faszination Mathematik und Physik 19:00
|
VHS – Länderkunde: Nordafrika 20:00
MO 27.04. LANDESAMT FÜR UMWELT – Hochwasserschutz in Bayern 14:00
| VHS – Heidekraut
und Meeressand: Schleswig-Holstein 15:00 // Jugend-
DIENSTAG 21.04.
18:00
SCHAEZLERPALAIS – Im Dienste seiner
Majestät: Nicole Hofmann M.A. gibt im
Rahmen des Kunstplauschs Auskunft über
Joseph Heintz, Hofmaler und Kunstagent
Rudolphs II. – passend zur aktuellen Sonderausstellung »Die verschollene Leda«.
FüHRUNGEN IM APRIL
SA 04.04. SCHAEZLERPALAIS – Kinderführung für
kleine Forscher: Verschlüsselte Botschaften aus der
Erde (ab 8 J) 14:00 | MAxIMILIANMUSEUM – Turnusführung durch die Wunderkammer 15:00
SO 05.04. SCHWäBISCHES BAUERNHOFMUSEUM
ILLERBEUREN – Offene Museumsführung 13:00 |
SCHAEZLERPALAIS – Deutsche Barockgalerie,
Festsaal und Staatsgalerie Alte Meister in der Katharinenkirche 14:00 // Rocci, die kleine Rocaille
(6–12 J) 14:00
| VOLKSKUNDEMUSEUM
OBERSCHöNENFELD – Bräuche durchs Jahr. Feste
fürs Leben 15:00
MO 06.04. VOLKSKUNDEMUSEUM OBERSCHöNENFELD – Höchste Eisenbahn. Mobilität für alle? 15:00
DI 07.04. MAxIMILIANMUSEUM – Das tierische
Maxmuseum (ab 7 J) 11:00 | SCHAEZLERPALAIS
– Kunstsprechstunde 16:00
DO 09.04. H2 – Du Immendorff, wir Adler (10–15 J)
10:00
| STADTHALLE FRIEDBERG – Malen mit
Kindern in der 35. Friedberger Kunstausstellung
15:00
FR 10.04. STAATS- UND STADTBIBLIOTHEK AUGSBURG – Führung 15:00
SA 11.04. MAxIMILIANMUSEUM – Turnusführung
durch die Wunderkammer 15:00
SO 12.04. VOLKSKUNDEMUSEUM OBERSCHöNENFELD – Höchste Eisenbahn. Mobilität für alle? 11:00
| MAxIMILIANMUSEUM – Turnusführung durch
das Lapidarium 14:00 // Das Mäxchenmuseum, Klei-
23. April 2015, 19 Uhr
Zukunft vor Ort – Leichtbau mit Carbon
Prof. Dr. Achim Wixforth (Experimentalphysik)
9. Juli 2015, 19 Uhr
Singularitäten
Prof. Dr. Marc Nieper-Wisskirchen
(Algebra und Zahlentheorie)
9. Oktober 2015, 19 Uhr
Das Feuer der Sonne für die Erde:
Energiegewinnung durch Kernfusion
Prof. Dr.-Ing. Ursel Fantz (AG Experimentelle
Plasmaphysik & ITER Technologie & Diagnostik
am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik)
26. November 2015, 19 Uhr
Von magischen Quadraten zum Sudoku
Prof. Dr. Dieter Jungickel
(Diskrete Mathematik, Optimierung
und Operations Research)
www.a3kultur.de
stil in Augsburg II 19:00 | BÜRGERSAAL STADTBERGEN – Strahlung bei radiologischen und nuklearmedizinischen Untersuchungen 19:30
DI 28.04. VHS – Der Traum vom besseren Leben in
Europa: Die Asyl- und Migrationspolitik der EU auf
dem Prüfstand 19:00 // Das Feuer zwischen Bruder
Franziskus und Schwester Klara 19:00 // Napoleon
in Bayern: Max I. Joseph. Bayerns letzter Kurfürst
und erster König 20:00
MI 29.04. SENSEMBLE THEATER – Schauspieltraining 19:30 | VHS – Die arabischen Ölstaaten: Heute
reich und morgen? 20:00
ne Leute, große Entdeckungen (8–12 J) 15:00
MO 13.04. THEATER – Führung zur Sanierung des
Theaters 19:00
SA 18.04. ZEUGHAUS – Familienführung: Von alten
Römern und jüngsten Schäden (ab 10 J) 11:00
|
SCHAEZLERPALAIS – Die verschollene Leda 15:00 |
MARIENPLATZ/FRIEDBERG – Streifzug durch Friedbergs Geschichte im Königsreich Bayern 16:00
SO 19.04. H2 – Die Sammlung Neue Kunst VII 11:00
// Jörg Immendorff: Versuch Adler zu werden 12:00
| VOLKSKUNDEMUSEUM OBERSCHöNENFELD –
Familientag, geführter Rundgang für Jung und Alt
15:00
DI 21.04. SCHAEZLERPALAIS – Im Dienste seiner
Majestät: Joseph Heintz, Hofmaler und Kunstagent
Rudolphs II. 18:00
MI 22.04. H2 – Immendorff entspannt 11:00
SA 25.04. RIESER BAUERNMUSEUM MAIHINGEN –
Veilchen, Schlüsselblume und Brennsessel 13:30
SO 26.04. MAxIMILIANMUSEUM – Familienführung: Royals, Kaiser und Könige in Augsburg (ab 8 J)
11:00
| SCHAEZLERPALAIS – Deutsche Barockgalerie, Festsaal und Staatsgalerie Alte Meister in
der Katharinenkirche 14:00 | VOLKSKUNDEMUSEUM OBERSCHöNENFELD – Erzählcafé: Höchste Eisenbahn. Mobilität für alle? 14:30
MI 29.04. VHS AUGSBURG – Die arabischen Ölstaaten – heute reich und morgen? 20:00
VORTRAGSREIHE
Faszination
Mathematik
Physik
Ort aller Vorträge:
Zeughaus Augsburg, Reichlesaal 116
Zeugplatz 4, 86150 Augsburg
Veranstaltet von:
Institut für Mathematik und
Institut für Physik, Universität Augsburg
11
LITERATUR
1. bis 30. April 2015
Für seine Kolumne »Deutsch richtig und gut« hat Gino Chiellino Begriffe
gesucht, die er paarweise umschreibt, um zu zeigen, wie er sie anders
versteht als seine Gesprächspartner. Der dritte Teil behandelt:
Toleranz oder Respekt?
Luigi Nono muss gewusst haben, dass Toleranz
eine elitäre Haltung ist, die sich diejenigen gönnen können, die der Meinung sind, dass ihnen
eine solche Haltung zusteht. Denn wie sonst
wäre der junge Komponist auf die Idee gekommen, sich 1960 für den Titel »Intolleranza« zu
entscheiden, als er sich daranmachte, eine Oper
über die unhaltbaren Ungleichheiten unter den
Menschen zu komponieren?
Ich weiß nicht, ob es damit zu tun hat. Es
könnte sein, dass sich inzwischen das Gefühl
durchgesetzt hat, Andersartigkeiten seien kostbar. Sie beleben den Alltag, indem sie uns aus
der Monotonie des ewigen Gleichen befreien. So
hat Toleranz Handlungsmodelle wie Solidarität
und Nächstenliebe überlebt und begegnet uns
in allen Varianten.
Neuerdings gibt es sogar einen Europäischen
Theatertag der Toleranz, wogegen absolut nichts
zu sagen ist, und eine Toleranz-Reihe bei der
ARD.
Anzeige:
»Töchter von Jerusalem, ich bin schwarz, aber
schön« oder »Einwanderer und Flüchtlinge sind
Menschen!«.
Strategische Toleranz gibt dem Toleranten das
Gefühl, menschlich zu sein, denn Toleranz verlangt ihm Konstanz ab, die Mühe kostet, und er
leistet sie sich, ohne eine Gegenleistung zu
erhalten. Zum Beispiel toleriert er nach wie vor,
dass Einwanderer sein Land betreten und sich
niedergelassen haben.
Im Umgang mit den Einwanderern vermeiden
meine Freunde und Gesprächspartner das Wort
»Respekt«, das bei mir das Bild einer Wippe aufkommen lässt, wo es darum geht, im Gleichgewicht zu bleiben oder sich alternierend
einzubringen. Anders als Toleranz beruht
Respekt auf Gegenseitigkeit und ist sogar gesetzlich kodifiziert.
Den Einwanderern steht Respekt und nicht Toleranz zu, und gewiss nicht, weil sie kulturell
oder religiös anders als die Einheimischen
wären. Es steht ihnen Respekt zu, denn sie
respektieren den Vertrag, den sie mit dem Land
abgeschlossen haben, als sie eingewandert sind.
Sie sind unter der Voraussetzung eingewandert,
die Leistungen zu erbringen, die im Anwerbevertrag standen. Diese Leistungen sind unterschiedlich messbar: als Leistungen am
Arbeitsplatz, als abgeführte Beiträge zur Arbeitslosigkeit, zu Renten- und Krankenversicherungen, als Kosten für die berufliche Ausbildung
der Kinder usw.
Obwohl selbst meine Freunde und gelegentlichen Diskussionspartner ohne Toleranz nicht
auskommen, weiß ich nicht, warum es mir
nicht gelingt, das empfundene Misstrauen
gegen dieses Wort zu überwinden. Jedes Mal,
wenn ich »Toleranz« höre oder lese, taucht bei
mir ein schiefes Bild auf: Der Tolerante befindet
sich eine Stufe höher und von dort aus pflegt er
einen freundlichen Umgang mit Tieren, Pflanzen und Menschen.
Bei Betrachtung dieses wiederkehrenden Bildes
frage ich mich: Wie kommt der Tolerante auf die
höhere Stufe? In der Tat gibt es eine Art von
strategischer Toleranz, die darin besteht, sich
mit gelebter Liberalität aus der eigenen Ignoranz gegenüber dem Gesprächspartner zu retten. Sie lautet: Ich brauche nicht zu wissen, wer
mein Gesprächspartner ist; ich habe nur tolerant zu sein.
Eine solche Strategie rettet den Toleranten nicht
vor der Tatsache, dass sein Gesprächspartner
ihn durchschaut, selbst wenn ihn dieser, als
toleranter Mensch, nicht bloßstellt. Diese Art
von gegenseitiger strategischer Toleranz offenbart sich in immer wiederkehrenden Sätzen wie
Respekt würde dem Toleranten gut tun, denn
Respekt würde ihn von der Ausübung einer
falschen Tugend befreien, und mit der befreiten
Energie könnte er entspannt mit seiner Umgebung umgehen. Allerdings würde ihm die Möglichkeit weggenommen, Pluspunkte zu
sammeln.
Wie gesagt, für Einwanderer ist es vernünftig,
Deutsch richtig und gut zu lernen. Unvernünftig ist die damit verbundene Hoffnung, hinterher könne man sich mit den Staatsbürgern des
Landes verstehen. In der Tat versteht man sich
nicht deshalb, weil man die gleiche Sprache
spricht: Gesprächspartner verstehen sich, weil
sie sich verstehen wollen und dabei keine Wörter unterschlagen.
Die Kolumne erscheint im
Original online in der Kultur- und Literaturzeitschrift
w w w. i n t e re s s e n . o r g .
»Deutsch richtig und gut«
lautete der Titel der Fibel,
mit der sich Chiellino 1970
in Düsseldorf Deutsch beibringen wollte. Der interkulturelle Literaturwissenschaftler, Dichter, Essayist, Herausgeber und Übersetzer
wurde unter anderem mit dem Adelbert-von-ChamissoPreis für sein lyrisches Werk ausgezeichnet.
www.chiellino.com
www.timbayern.de
LITERATUR IM APRIL
MI 01.04. NEUE STADTBÜCHEREI – Von Faulenzerbären und Hoppelhäschen (4–6 J) 15:30
DO 02.04. MäRCHENZELT – Drei Märchen für
Dreikäsehochs (3–6 J) 16:00
// Mittelaltermärchen (für Erw.) 20:00
FR 03.04. MäRCHENZELT – Osterhasen filzen (ab
5 J) 14:00
SA 04.04. MäRCHENZELT – Die schönsten Ostermärchen (3–6 J) 14:30
// Ostergeschichten aus
aller Welt (5–10 J) 16:30
// Märchenhafte Bierprobe zum Ende der Fasten- und Starkbierzeit
(für Erw.) 19:30 | SOHO STAGE – PhilosophySlam 20:00
SO 05.04. MäRCHENZELT – Ostermärchen vom
Hühnchen und Lämmchen (ab 4 J) 16:00
//
Märchen am Osterfeuer (ab 14 J & für Erw.) 19:00
MO 06.04. MäRCHENZELT – Märchenhaftes Osterfrühstück (ab 5 J) 10:00
DI 07.04. NEUE STADTBÜCHEREI – Lesewelt
Augsburg e.V. liest vor! (ab 4 J) 15:30
MI 08.04. MäRCHENZELT – Cowboyfrühstück (ab
6 J) 10:00
SA 11.04. MäRCHENZELT –Mitmachmärchen von
1 Froschkönig, 3 Böckchen und 5 Fingern (3–6 J)
16:00
// Glücksrittermärchen mit Stockbrot
und Hang-Musik (für Erw.) 20:00
DI 14.04. NEUE STADTBÜCHEREI – Lesewelt
Augsburg e.V. liest vor! (ab 4 J) 15:30
MI 15.04. MäRCHENZELT – Das Märchenzelt: Mitmachmärchen für Schule und Kindergarten
10:00
DO 16.04. PFARRBÜCHEREI ZUR GöTTL. VORSE-
HUNG – Lesetipps mit Kurt Idrizovic 19:00
FR 17.04. MäRCHENZELT – Das Märchenzelt: Indianermärchen mit Stockbrot (ab 6 J) 17:00
//
Märchen von Liebe und Eros (für Erw.) 20:00
SO 19.04. BRECHTHAUS – Brecht meets Brechthaus 14:00 | HOFFMANNKELLER – Exilkabarett:
Brecht und die Kleinkunstszene im Exil 19:30
MO 20.04. BRECHTHAUS – Die Rezeption des
Werkes Bertolt Brechts in der Ukraine, mit PD Dr.
Jürgen Hillesheim 19:00
DI 21.04. THEATER – Literarischer Salon 20:00
MI 22.04. MäRCHENZELT –Mitmachmärchen für
Schule und Kindergarten 10:00
DO 23.04. NEUE STADTBÜCHEREI – Der Welttag
des Buches in den Sprachen der Welt 15:00
|
GYMNASIUM KöNIGSBRUNN – Lesung mit Petra
Morsbach: Dichterliebe 20:00 | BRECHTBÜHNE
– Grand Slam 20:30
FR 24.04. MäRCHENZELT – Märchen von Riesen
und Zwergen (3–6 J) 16:00
// Italienische Märchen zum Lachen und Träumen (für Erw.) 20:00 |
BRECHTHAUS – O Lust des Beginnens, Lyrik von
Bertolt Brecht 20:00
SA 25.04. SCHLOSS HöCHSTäDT – Drei Worte auf
einmal: Lesung mit Saxophonbegleitung (ab 12 J)
19:00
DI 28.04. STADTTEILBÜCHEREI LECHHAUSEN –
Reise um die Welt: Ein Mulit-Kulti-Clown-Theater
(ab 4 J) 15:00
MI 29.04. MäRCHENZELT – Mitmachmärchen
für Schule und Kindergarten 10:00
|
BÜCHEREI KISSING – Brecht meets Dylan 19:30
Foto: Daniel Boberg
DONNERSTAG 23.04.
20:30
BRECHTBÜHNE – Der Grand Slam darf im April drei hochkarätige Gäste begrüßen: Der
Slammer und Musik-Kabarettist Michael Feindler (Foto) kommt nach Augsburg. Seine
feinsinnig-bösen Texte spießen die Scheinheiligkeit der Gesellschaft auf – vorgetragen
mit einem charmanten Lächeln. Nadja Schlüter (München) ist Lyrikerin und Journalistin
(Jetzt.de) und konnte endlich für Augsburgs Slam-Bühne gewonnen werden. Und der
Innsbrucker Haris Kovacevic tourt schon länger auf Österreicher Dichterbühnen..
Obstmarkt 11 · 86152 Augsburg
Telefon 0821-518804 · Fax 0821-39136
[email protected]
www.buchhandlung-am-obstmarkt.de
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag 10 - 18 Uhr
Samstag 10 - 14 Uhr
www.a3kultur.de
POLITIK & GESELLSCHAFT
1. bis 30. April 2015
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POLITIK & GESELLSCHAFT
1. bis 30. April 2015
Theaterneubau: Tempelbergszenario oder kultureller Thinktank?
Spätestens nach dem Opernball 2017 soll das Theater Augsburg so, wie wir es heute kennen, endgültig schließen und im besten Fall nach sieben Jahren Baustelle neu erfunden seine Pforten wieder
öffnen. Seit Jahren ist die bauliche Struktur des Hauses bekanntermaßen so schlecht und die Sicherheitsmängel des Theaters so gravierend, dass der Spielbetrieb seit 2010 nur mittels einer Sondernutzungsgenehmigung durch die Feuerwehr aufrechterhalten werden konnte. Ähnliches gilt für die
Werkstätten, Personalräume, Sanitäreinrichtungen usw. Im Regelfall gehen Fachleute von maximal
fünf Jahren aus, in denen ein Haus wie unser Theater dem öffentlichen Spielbetrieb weiter nachgehen kann, bevor es von amtlicher Seite geschlossen wird und seine Genehmigung verliert. Augsburg
wird diesen Zeitraum mindestens um ein gutes Jahr überschreiten und alle hoffen, dass in dieser
Zeit kein Unglück geschieht.
Niemand weiß, wie das Mammutkomplex in der Stadtmitte in diedie Verantwortlichen bisher
sern in diesem Beitrag wenig
projekt Theaterneubau am alten Standort finanziert werden soll. Auch die Frage, ob die Stadt einen solchen gewaltigen Kulturser Form überhaupt braucht und verkraften kann, ist unklar. In der inhaltlichen Diskussion um das Theater der Zukunft lieferten
wenig Erhellendes. Es ist eher eine Zeit der Ratlosigkeit und fragenden Blicke. Aus diesem Grund bietet a3kultur seinen LeAntworten, dafür aber 32 Fragen zum Thema, die nicht nur unserer Redaktion unter den Nägeln brennen. Von Jürgen Kannler
Wie konnte es zu diesem Desaster kommen? Seit den frühen 80er-Jahren ignoriert die Stadtpolitik
den aufgelaufenen Investitionsstau beim Theater, obwohl die wechselnden Leitungsebenen des
Hauses immer wieder und mit wachsendem Nachdruck auf diese schwelende Problematik aufmerksam machen. Erst als die Komödie als Spielstätte endgültig wegbricht, ist der angestaute Handlungsdruck so hoch, dass eine Voruntersuchung zur Theatersanierung bestellt wird. Im Winter 2008
präsentiert das Hamburger Architekturbüro Friedrich diese Voruntersuchung, ohne jedoch den
Brandschutz und die Statik des Hauses am Kennedyplatz in seine Berechnungen einzubeziehen. Das
war nicht Teil der Aufgabenstellung. Das Ergebnis, dass der Komplex für rund 100 Millionen Euro
generalsaniert werden kann, hat von Beginn an Schlagseite. Der Freistaat signalisiert trotzdem eine
Etatübernahme von 45 Prozent der zuschussfähigen Baukosten. Eine leise Euphorie stellt sich ein.
Tenor: Rund 60 Millionen Eigenanteil könnten zu stemmen sein. Ein erstes handfestes Ergebnis wird
2011 mit der Eröffnung des Interimsbaus Brechtbühne präsentiert. Darauf folgt erneut ein mehrjähriger Winterschlaf.
Erst nach der Kommunalwahl 2014 findet die Politik Zeit und Mut, die Planungen wieder aufzunehmen. Das Münchner Architekturbüro Achatz gewinnt die beiden Ausschreibungen für Sanierungsprojekt und Neubau. Auf die Auslobung eines Wettbewerbs verzichtet die Stadt. Alternative Konzepte
und Standorte werden nicht diskutiert. Eine Lenkungsgruppe aus Bau-, Finanz- und Kulturreferat
begleitet von städtischer Seite die Arbeit der beauftragten Architekten. Parallel dazu organisieren
Theater und Stadt unter dem Motto »Theatersanierung? Das schaffen wir spielend!« Ende 2014 einen
Bürgerbeteiligungsprozess zum Theater der Zukunft. Dieser endet nach drei Vortragsabenden und
einem Hearing samt Workshops und Diskussion am 15. März.
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Baustart geplant: 2017
Kosten geplant:
(inkl. 25 % Puffer sowie
36 Mio. € allein für
den Theaterturm)
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3 Probenpavillon für Philharmoniker
4 Durchgang zwischen Volkhartstr.
und Kasernstr. wird geschlossen
5 Restaurant
4
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7 Eingang Hoffmannkeller
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9 Ballett
3
Kosten Interimsspielsätten:
11 Werkstätten
10 Mio. €
12 Verwaltung
235 Mio. €
Gesamtkosten:
Denkmalschutzgrenze
Grafiken: Andreas Holzmann
7
6
1) Wie erklärt sich ein
über Jahrzehnte aufgebauter Investitionsstau?
2) Warum wurden in der Voruntersuchung 2009
die Statik und der Brandschutz ausgeklammert?
5) Wann wird die fast nagelneue
Brechtbühne zum Baucontainer?
4) Wer trägt heute für all die Pannen und
Verzögerungen die politische Verantwortung?
6) Wann wird sie abgerissen?
8) Warum gab es keinen Architektenwettbewerb?
11) Was passiert eigentlich mit der Freilichtbühne,
die bricht doch auch bald zusammen?
14) Welche alternativen
Standorte wurden diskutiert?
17) Wie lange kann die Archäologie den Bau
im schlimmsten Fall blockieren?
22) Zeigt die Stadt damit nicht, wie wenig ernst sie
solche Prozesse nimmt?
28) Sind die Budgets vonseiten der
Stadt für die Kulturmacher in Augsburg sicher im Falle eines Neubaus?
29) Wie wird der finanzielle Spielraum für neue
Kulturprojekte in Augsburg aussehen?
9) Wo ist die rote Linie bei
der Theaterfinanzierung
für die Stadt?
12) Warum gilt der Denkmalschutz nur
bis zum Theaterturm bzw. Bühnenrand?
15) Warum wurden sie verworfen?
18) Warum soll es im großen Foyer im alten
Haus keine öfftenlich Gastronomie geben?
21) Warum gibt es jetzt schon konkrete Pläne
zum Neubau, obwohl parallel ein Bürgerbeteiligungsprozess zum Thema lief, der gerade erst
abgeschlossen ist?
23) Kann das neue Theater wirklich
ein Ort frei von einem Wertschöpfungsanspruch werden?
24) Wie verträgt sich dieser Anspruch mit
der Idee, das neue Haus für die Wirtschaft
zu öffnen?
30) Fließen Erhöhungen des Kulturetats (das
Kulturreferat hofft auf ein Prozent des städtischen Gesamtetats oder rund 10 Millionen
Euro zusätzlich), in Zukunft automatisch in
den Etatpool zur Tilgung der Baukosten?
32) Das Theater war in den letzten 10 bis 20 Jahren selten Vorreiter kultureller und gesellschaftlicher Innovationen in Bereichen wie postmigrantische
Kultur, bürgerschaftliches Engagement oder soziokulturelle Initiativen. Wie
wird das Theater der Zukunft mit diesen Anforderungen zurechtkommen?
www.a3kultur.de
107 Mio. €
8 Probenräume
Das genannte Kostenvolumen von rund 235 Millionen Euro für Sanierung, Neubau, Planung und
Interimsspielstätten übersteigt dennoch alles Fassbare. Die Finanzreferentin weiß nicht, wie die
Stadt diese Summe jemals aufbringen soll, und hofft wohl auf Geld aus München. Vielleicht
bekommt Augsburg auf diesem Weg sein Staatstheater, ob die Bürger es wollen oder nicht. Der Baureferent sieht keine Alternative zum alten Standort. Der Kulturreferent bangt um sein Vierspartenhaus und um Budgetsicherheit in den kommenden Jahren für alle anderen Projekte, denen sein
Haus verbunden ist und für die es Verantwortung trägt.
Die Frage muss erlaubt sein, ob dieser Einsatz in Summe für eine Kulturinstitution gerechtfertigt
ist, die in den vergangenen 20 Jahren nur selten Vorreiter kultureller und gesellschaftlicher Innovationen in Bereichen wie postmigrantische Kultur, bürgerschaftliches Engagement oder soziokulturelle Initiativen war. Oder anders gefragt: Wie soll unser Theater der Zukunft sein und nicht nur
aussehen?
6 Multifunktionssaal mit 400 Plätzen
Baustart geplant: 2018
Laufzeit geplant: 6 Jahre
Kosten geplant:
10 Personal
Anfang 2015 informiert das Stadtplanungsamt den Kulturreferenten über den neu ermittelten
Finanzbedarf für Sanierung, Neubau, Planung und Interimsspielstätten. Ab sofort geht es um rund
235 Millionen Euro – maximal, wie Architekt Achatz mehrfach versichert. Stadtrat und Bürgerschaft werden informiert. Zeitgleich präsentiert die Stadt weit gediehene Planungen aus dem Hause
Achatz zwischen Kennedyplatz, Kasernstraße und Ottmarsgässchen. Es fällt auf, dass der Denkmalschutz bei der Neuplanung keine wirkliche Rolle mehr spielt. Er wurde zur Verhandlungssache.
Die von ihm avisierte Erhöhung des Kulturetats um ein Prozent vom Gesamtetat der Stadt würde
wohl komplett zur Finanzierung des Theaterneubaus verwendet werden. Handlungsspielräume für
neue Kulturprojekte gäbe es nicht. Auch das von ihm selbst geforderte Theater als vom sonst
üblichen Wertschöpfungsanspruch freier Ort ist in Gefahr. Denn schon heute baut er auf die Verwertungen aus Inner-Circle-Veranstaltungen. Im Klartext heißt das, dass Firmenveranstaltungen
und freie Veranstalter im Kampf um Raumkapazitäten antreten werden. Ein ungleicher Wettbewerb.
2 Altbau saniert ohne Denkmalschutz
2
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1 Altbau saniert mit Denkmalschutz
118 Mio. €
3) Seit 2010 liegt ein vernichtendes
Brandschutzgutachten vor.
Wer haftet im Schadensfall?
2
7) Wie hoch sind dann die Rückzahlungen an den Freistaat, der
die Bühne ja mitfinanziert hat?
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10) Welches Referat ist für den Neubau des Theaters letztlich verantwortlich?
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13) Ist Denkmalschutz in Augsburg Verhandlungssache?
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3
16) Welche Interimsspielstätten diskutiert die
Stadt mit welchem Ergebnis?
19) Was bringt uns ein
Status als Staatstheater?
9
20) Was nimmt uns ein Staatstheater?
25) Bekommen freie Veranstalter im neuen
Theater eine Quote für ihre Programme?
26) Wie hoch wird diese Quote sein?
27) Wie hoch können die Nutzungskosten für
Räume wie die geplante Multifunktionshalle sein?
31) Der Betrieb in der geplanten Tempelbergbebauung würde wohl viel von dem
an sich ziehen, was gegenwärtig von den
freien Anbietern geleistet wird. So
zumindest die Befürchtung in den freien
Szenen. Wie kann diese Befürchtung zerstreut werden?
Freitag, 24. April, ab 14:30 Uhr
Samstag, 25. April, ab 10 Uhr
Workshops und Diskussion mit Oliver Brunner (Theater Augsburg) und Stefan Schleifer (Kulturreferat) zu den Bürgerbeteiligungskonzepten Theatersanierung und
Gaswerk: Welche Techniken kamen dabei
zum Einsatz, wie funktionieren sie, welche
Erfahrungen konnten gesammelt werden,
welche Ergebnisse brachten sie? Im Anschluss Abendessen, Come Together mit
Musik, Drinks, Gesprächen und Anna Ditges
Film »Wem gehört die Stadt?«.
Videokonferenz mit Gerda Forstner (zuständig beim Linzer Magistrat für städtische
Kulturentwicklung), Norbert Stamm (Büro
für Nachhaltigkeit) erläutert die Entwicklung der 4. Dimension der Agenda 21 und
Augsburgs Baureferent Gerd Merkle diskutiert mit uns das Thema Stadtentwicklungskonzept. Anschließend Ergebnisanalyse, Abschlussgespräch und Verabschiedung eines
Tagungspapiers.
2. Tagung im Kunstverein
Anmeldung unter: www.staendige-konferenz.de
www.a3kultur.de
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1. bis 30. April 2015
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Ach du dickes Ei
Das Kirchenjahr geht seinem Höhepunkt entgegen: Ostern.
Mit Schokohasen und bunten Eiern hat das höchste Fest
des Christentums erst einmal wenig zu tun
Häufig im Rahmen der Osterfeiertage publizierte Umfragen zeigen in der Regel dasselbe
Bild: Das Fest verliert hierzlande zunehmend
seine religiöse Bedeutung, viele kennen
den Hintergrund nicht. Lediglich
als Familienfest scheint Ostern
nach wie vor einen gewissen
Stellenwert einzunehmen.
Um sich in diesem Jahr
guten Gewissens dem
Eiersuchen – und dem
Kirchgang – widmen zu
können, hat a3kultur
für seine Leser die
wesentlichen Infos
kurz zusammengefasst. (pab)
Die Karwoche (29.
März–4. April/orthodoxe Kirche: 5.–11.
April) ist die letzte
Woche der Fasten- oder
Passionszeit und die Trauerwoche vor Ostern. Sie
beginnt am Palmsonntag und
umfasst die eigentlichen Kartage Gründonnerstag, Karfreitag
und Karsamstag, welcher in die Feier der
Osternacht mündet. Das Wort »Kar« vom althochdeutschen »chara« (oder »kara«) bedeutet
soviel wie Klage, Kummer oder Trauer.
Am Palmsonntag (29. März/orthodoxe Kirche:
5. April) wird an den feierlichen Einzug Jesu Christi in Jerusalem erinnert. Zum Zeichen seines
Königtums jubelte die Volksmenge dem Ankommenden zu und begrüßte ihn mit Palmzweigen.
Die Pflanzen wurden zur damaligen Zeit vielerorts als heilig verehrt, galten als Sinnbild des
Lebens und des Sieges. In katholischen Kirchen
werden am Palmsonntag Palmwedel oder Buchsbaumzweige für die Gläubigen gesegnet.
Dem letzten Abendmahls Jesu Christi am Vorabend seiner Kreuzigung wird am Gründonnerstag (2. April/orthodoxe Kirche: 9. April) gedacht.
Als Gedächtnistag und der damit verbundenen
Einsetzung der Eucharistie kommt dem Gründonnerstag ein hoher Rang in der Liturgie zu.
Mit der Vesper beginnt am Abend das so genannte Triduum Sacrum (oder Triduum Paschale) –
die Feier der drei österlichen Tage: Karfreitag,
Karsamstag und Ostersonntag.
Auch »Stiller« oder »Hoher Freitag« genannt, ist
der Karfreitag (3. April/orthodoxe Kirche: 10.
April) dem Kreuztod Jesu Christi in Erwartung
seiner Auferstehung gewidmet. Nach christlichem Glauben litt und starb Jesus als Messias
und nahm im Kreuzestod die Sünde und Schuld
aller Menschen auf sich.
Am Karsamstag (4. April/orthodoxe Kirche: 11.
April) wird der Grabesruhe Jesu Christi gedacht
und mit Fasten und Gebet seine Auferstehung
erwartet. An diesem Tag werden keine Sakramente gespendet, die mit Festfreude verbunden
sind, insbesondere keine Eucharistiefeier, die
Heilige Kommunion wird nur als Sterbekommunion gereicht. Mit der Osternachtfeier erreicht
die Karwoche dann ihren Höhepunkt: Als Vigildienst (Nachtwache) beginnt sie in der katholischen Kirche frühestens nach Sonnenuntergang
und endet spätestens vor der Morgendämmerung. Der spätestmögliche Beginn ist um 5 Uhr
am Ostersonntag. In evangelischen Kirchen
wird die Osternachtfeier nicht mit der gleichen
Verbreitung begangen, ist jedoch meist ähnlich
strukturiert
Der Ostersonntag (5. April/orthodoxe
Kirche: 12. April) erinnert an die Auferstehung Jesu Christi und ist
damit der ranghöchste Feiertag
im Kirchenjahr. Nach dem
Neuen Testament erstand
Jesus Christus am dritten
Tag nach seiner Kreuzigung von den Toten zu
neuem
Leben
und
erschien seinen Jüngern
in leiblicher Gestalt.
Durch Tod und Auferstehung Jesu wird allen
Menschen Sündenvergebung und damit Errettung aus dem Tod und
ewiges Leben zuteil. Das
genaue Datum wird wie
das jüdische Fest Pessach
über einen gebundenen
Mondkalender bestimmt. In der
westlichen Kirche fällt es auf den
ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Damit ist der frühstmögliche Termin für den Ostersonntag der 22. März,
der spätestmögliche der 25. April. In der orthodoxen Kirche gilt der »alte« Julianische Kalender, weshalb es nur manchmal zu einem
gemeinsamen Festtag, wie zuletzt 2014, kommt.
Als zweiter Feiertag steht der Ostermontag (6.
April) weiter ganz im Zeichen des Osterfestes. Sein
Status als arbeitsfreier Festtag ist der Überrest
einer Arbeitsruhe, die zunächst von Palmsonntag
bis zum Sonntag nach Ostern dauerte, ab dem
Hochmittelalter aber bereits am Mittwoch endete.
Später blieb davon – zumindest in vielen Ländern
Europas – nur der Ostermontag übrig.
Christen in unserer Region: Im Bistum Augsburg leben rund 1.330.000 Katholiken. Es
umfasst nahezu den ganzen Regierungsbezirk Schwaben, aber auch Teile des altbayerischen Gebiets östlich des Lechs und einige
Orte im westlichen Mittelfranken. Über 1.000
Pfarreien werden durch das Bistum Augsburg
abgedeckt. Die evangelische Kirche unterscheidet sich in ihrer Organisation: Sie gliedert sich in so genannte Kirchenkreise. Der
Kirchenkreis Augsburg ist deckungsgleich
mit dem Regierungsbezirk Schwaben. Rund
300.000 evangelische Christen leben hier,
circa 150 Gemeinden zählen zu diesem
Gebiet. Hinzu kommen verschiedene orthodoxe Kirchen wie beispielsweise die syrischorthodoxe Sankt-Marien-Kirche in Lechhausen
und die russisch-orthodoxe Gemeinde »Freude aller Trauernden« in Pfersee sowie zahlreiche Freikirchen.
a3kultur-Tipp zum Osterfest: Unter dem Titel »Wer ist der
Mann auf dem Tuch? – Eine Spurensuche« präsentieren
die Malteser und das Diözesanmuseum St. Afra die nun
erstmals in Bayern zu sehende Ausstellung zum berühmten
Turiner Grabtuch. Kernstücke sind eine originalgetreue
Kopie und ein aus einer 3D-Bildanalyse angefertigter
Korpus. Die Ausstellung gastiert bis zum 26. April in
Augsburg. Ausführliche Infos, eine rund 100-seitige Broschüre sowie die offizielle App gibt es unter:
www.malteser-turinergrabtuch.de
RELIGIÖSE FEIERTAGE IM APRIL
DO 02.04. Gründonnerstag: christliches Gedenken an das letzte Abendmahl
FR 03.04. Taishang Laojun: Fest zu Ehren von Laozi, der Patriarch des Daoismus ist laut Überlieferung Autor des Daodejing (Das Buch vom Weg
und seiner Wirkung)
FR 03.04. Karfreitag: Christen gedenken des
Kreuztodes Jesu Christi
SA 04.04. Pessach (Passah): jüdisches Fest zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten, der Befreiung der Israeliten aus ägyptischer Sklaverei
SA 04.04. Karsamstag: Gedenken an die Grabesruhe Christi, Erwartung der Auferstehung mit Fasten und Gebet
SO 05.04. Qingming: chinesisches Fest des Hellen
Lichts, Besuchen und Besorgen der Familien-
gräber
SO 05.04. Ostersonntag: christlicher Festtag der
Auferstehung Jesu Christi, ranghöchster Feiertag
im Kirchenjahr, in der orthodoxen Kirche am
12.04.
DI 07.04. Mariä Verkündigung: Orthodoxe Fest
der Verheißung der Geburt Jesu an Maria
MI 08.04. Hana-matsuri: japanisches Blütenfest
MI 08.04. Kanbutsue: buddhistische Feier zu Buddhas Geburtstag
MO 13.04. Neujahr des Theravada-Buddhismus:
Neujahr 2559 nach dem Erlöschen des Buddha
DI 21.04. Ridvan: wichtigstes religiöses Fest der
Baha’i, Verkündigung des Baha’u’llah im Jahr
1863
15
KLASSIK & JAZZ
1. bis 30. April 2015
Mozart und Mozart
sska.de
Ohne Engagement...
Die Festivalleiter Knauer und
Weitzel rücken zusammen
...wären wir auch nur eine Bank.
In der ersten Märzwoche lud der Förderverein
Amadeus e.V. zur Programmvorstellung des
Klassikfestivals mozart@augsburg in die sogenannte Reithalle auf Gut Bannacker. Ein Heimspiel also für Festivalleiter Sebastian Knauer.
Weit über 100 geladene Gäste wollten sich die
Präsentation des charmanten Pianisten nicht
entgehen lassen und fieberten wohl auch ein
wenig der kleinen Talkrunde entgegen, die den
Abend einleiten sollte. Angekündigt war ein
Gespräch zwischen dem Festivalleiter des Deutschen Mozartfestes (7. bis 15. Mai) Thomas Weitzel und seinem Kollegen Knauer. Wegen
atmosphärischer Störungen in der Vergangenheit versprach dieser Programmpunkt, moderiert von BR-Frau Anja Marks-Schilffarth, eine
gewisse pikante Note.
Wir engagieren uns für Kunst und Kultur und für das
Deutsche Mozartfest. Wir machen das Leben bunt und
schaffen somit Werte für unsere Stadt und Region. Denn
wir sind die Couch unter den Banken.
Doch noch bevor der Abend in gediegenem
Ambiente so richtig in Fahrt kam, ergriff die
Hausherrin Christa Boecker das Wort und informierte diejenigen im Publikum, die es noch
nicht wussten, davon, dass sich ihr Sohn
Johannes zum Herbst von seiner Position als
Geschäftsführer des Festivals zurückziehen
werde. Drei arbeitsreiche Jahre Ehrenamt sind
für den Finanzfachmann mit internationaler
Erfahrung vorerst genug. Fortan will er sich
wieder mehr um seine berufliche Karriere kümmern. Um diese voranzutreiben, weilte er
geschäftehalber im Ausland und konnte an diesem Abend nicht persönlich anwesend sein.
Man wird sehen, wie mozart@augsburg diesen
personellen Rückschlag wegstecken wird.
Doch zurück zur Talkrunde. Wer an diesem
Abend einen wüsten Schlagabtausch erwartet
oder gar darauf gehofft hatte, der hätte sich den
Weg nach Bannacker sparen können. Wer trifft
sich schon bei Freunden, um dort öffentlich
schmutzige Wäsche zu waschen? Vielmehr war
das Gespräch ein symbolisches Zusammenrücken der beiden Festivalmacher, die so manches
lokale Medium nur zu gerne in gegnerischen
Lagern sehen würde. Fehler der Vergangenheit
wurden benannt, danach kam der Schwamm
drüber und zum Schluss wurden sogar erste
zarte Zukunftspläne geschmiedet. Im Zentrum
stand dabei die Option gemeinsamer Marketingauftritte unter der Schirmherrschaft des demnächst
beim
Kulturamt
installierten
Mozartbüros. An diese Stelle wird Weitzel auch
seine Kompetenzen als Festivalleiter delegieren.
Als Kulturreferent der Stadt Augsburg, seit bald
einem Jahr ist er in diesem Amt, findet der vormalige Kulturamtsleiter natürlich keine Zeit
mehr, das Deutsche Mozartfest zu organisieren.
Den zweiten Teil des Abends bestritt Sebastian
Knauer sozusagen solo. Unterstützt von multimedialer Technik erläuterte er dem fachkundigen Publikum sein Programm für den
Sommer. Die absoluten Höhepunkte bilden
dabei die Eröffnungsgala (28.8.) mit der Camerata Salzburg unter Alexander Shelley mit der
Sopranistin Mojca Erdmann, ebenso aus Hamburg stammend wie Sebastian Knauer, der an
diesem Abend persönlich am Klavier sitzen
wird, und das Symphonische Abschlusskonzert
(18.9.) mit den Bamberger Symphonikern. Nach
rund 30 Jahren hat es Knauer geschafft, dieses
Spitzenorchester wieder einmal nach Augsburg
zu holen. Auch an diesem Abend ist der Meister
selbst am Klavier zu hören, die Leitung hat der
junge David Danzmayr. (Jürgen Kannler)
Das komplette Programm finden Sie auf www.
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KLASSIK & JAZZ IM APRIL
DO 02.04. STADTPFARRKIRCHE ST. ANTON –
A Mass for God’s People 19:00
| HOHER DOM
– Missa: Aeterna Christi Munera 19:00 | BOMBIG
– Mojo Six (Jazz) 20:30
FR 03.04. STADTPFARRKIRCHE ST. ANTON – Chöre zur Johannespassion 15:00
| HOHER DOM
– Karfreitagsliturgie: Johannespassion, von Heinrich Schütz 15:00
SA 04.04. HOHER DOM – Feier der Osternacht:
Deutsche Liturgiegesänge 21:30
SO 05.04. STADTPFARRKIRCHE ST. ANTON –
Krönungsmesse von W.A. Mozart 09:30
| HEILIG-KREUZ-KIRCHE – Festgottesdienst mit Musica
Suevica Chor Augsburg 10:00 | HOHER DOM –
Pontifikalamt: Missa Circuire Possum Domine,
von Felice Anereio 10:30 // Ignaz Miterrer: Lateinische Falsi-Bordoni-Sätze 17:00 | HEMPELS – JazzTatort Reloaded 20:00
MO 06.04. HOHER DOM – Theresienmesse 10:30
DI 07.04. HOFFMANNKELLER – Auxburg Jam Session (Jazz) 20:30
DO 09.04. PARKTHEATER – Alegrías Guitar Trio 19:30
Das Schwäbische Jugendsinfonieorchester
unter der Leitung von Allan Bergius lädt am 12.
April um 19 Uhr zum Saisonauftakt in den Kongress am Park. Als Solist wird der chinesische
Pianist Yi Lin Jiang zu Gast sein. Zur Aufführung
kommen Sergej Prokofiews Klavierkonzert,
Modest Mussorgskis »Nacht auf dem kahlen
Berge« und Nikolai Rimsky-Korsakows »Scheherazade«. www.sjso.de
Foto: Herbert Heim
SA 11.04. HOHER DOM – Cantate Domino: Quasimodo Geniti Infantes 18:00
SO 12.04. KONGRESS AM PARK – Sinfoniekonzert
des Schwäbischen Jugendsinfonieorchesters 18:00
| PARKTHEATER – HMBC (Volksmusik/Jazz) 19:30
DO 16.04. GRANDHOTEL – Subtone (Jazz) 20:00
FR 17.04. MOZARTHAUS – Mozartstädter musizieren im Mozarthaus 18:00 | UNTERES SCHLöSSCHEN/BOBINGEN – Liederabend: Zeig mir den
Weg 19:30 | GALERIE IM HöHMANNHAUS –
jetzt:musik! Neue Musik im Gespräch 19:30
|
HOFFMANNKELLER – Julian Fischer Trio: Curious
Case (Jazz) 20:30
SA 18.04. HOHER DOM – Cantate Domino: Jubilate
Deo, Omnis Terra 18:00 | SCHLOSS HöCHSTäDT
– Konzert mit dem Kammerchor Calypso 19:30 |
BUCHHANDLUNG SCHMID/KöNIGSBRUNN –
Night Bird: Thoughts on Chet Baker (Jazz) 20:00
SO 19.04. HOHER DOM – Kapitelamt: Missa Il Bianco E Dolce Cigno 09:00 | ROKOKOSAAL – 4. Kammerkonzert: Chant de Linos
DI 21.04. DER RABE – CountOnAtEight (Jazz)
20:30
MI 22.04. BUCHHANDLUNG SCHMID/KöNIGSBRUNN – Levantino (Jazz) 20:00
DO 23.04. MOZARTHAUS – Offene Unterrichtsstunde 13:00
| HEMPELS – Live Jazz 20:00
FR 24.04. STADTHALLE GERSTHOFEN – Akkordeonale 2015: Internationales Akkordeonfestival
19:30 | GRANDHOTEL – Tcha Badjo (Jazz) 21:00
SA 25.04. KONGRESS AM PARK – Tastenzauber:
Eine Klavierreise durch die Epochen 17:00 | HOHER DOM – Cantate Domino: Misericordia domini plena est terra 18:00
SO 26.04. MOZARTHAUS – Liedermatinee mit
Werken von Franz Schubert 11:00 | HOHER DOM
– Kapitelamt: Missa In G, von Giovanni Battista Casali 09:00 | STADTARCHIV FRIEDBERG – Infotag:
Friedberger Schule für Musik und Jugendkapelle
14:00 | BÜRGERSAAL STADTBERGEN – Franz
Schubert: Die schöne Müllerin 18:00 | STADTHALLE GERSTHOFEN – Queenz of Piano: Tasta Tour
19:30
MO 27.04. KONGRESS AM PARK – 7. Sinfoniekonzert: Russisch 18:30
DI 28.04. KONGRESS AM PARK – 7. Sinfoniekonzert: Russisch 18:30 | DER RABE – David Sinclair
& Keith Bennett (Blues/Jazz) 20:30
DO 30.04. MOZARTHAUS – Offener Unterricht der
Musikschule Mozartstadt Augsburg 13:00 | SENSEMBLE – Sizzlin Playground (Jazz) 20:30
Do 07.05.2015 / Ev. Hl. Kreuz /
ERÖFFNUNGSGALA mit Alex Penda /
Akademie Für Alte Musik / Václav Luks Dirigent
MOZART&DIE
K L A R I N E TT E
Fr 08.05.2015 / Augustana Saal /
MOZART GOES JAZZ
Sa 09.05.2015 / Kleiner Goldener Saal /
HARMONIEMUSIK BEIM HEURIGEN
So 10.05.2015 / Kleiner Goldener Saal /
MANNHEIMER KLARINETTE mit Nicola
Jürgensen / Bayerische Kammerphilharmonie/
Reinhard Goebel Dirigent
Di 12.05.2015 / Synagoge /
TRIO MIT SHARON KAM
Do 14.05.2015 / Kleiner Goldener Saal /
WIENER SCHULE 1&2 mit den Bläsern
der Augsburger Philharmoniker /
Bruno Weil Dirigent
Anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes
erinnert das FaksTheater (Foto) gemeinsam mit
der Band »Swing tanzen verboten« in unterschiedlichen Facetten an jene Zeit, als Swing und
Jazz in Deutschland den Stempel der »entarteten
Kunst« tragen mussten. Unter dem Titel »Der Jazz
war nicht totzukriegen« hat das Gespann ein
volles Kulturpaket geschnürt: Auftakt ist am 28.
April um 11 Uhr im Abraxas mit der Wiederaufnahme-Premiere von Wolfgang Sréters eindringlichem Stück »Der Jazzdirigent«. Weitere
Fixpunkte sind zwei Vorstellungen des Stücks am
historischen 8. Mai (11 Uhr und 20 Uhr) im Hoffmannkeller im Zusammenspiel mit »Swing tanzen verboten«. Am 10. Mai um 11 Uhr erzählt ein
berühmter Zeitzeuge auf der Brechtbühne aus
seinem Leben: Jazzmusiker Emil Mangelsdorff.
Gastspiele des »Jazzdirigenten« an Augsburger
Schulen sind ab sofort buchbar. Weitere Infos
zum Projekt in der kommenden Ausgabe von
a3kultur und unter: www.fakstheater.de
– Schirmherrin: SABINE MEYER
Fr 15.05.2015 / Kleiner Goldener Saal /
CARTE BLANCHE: BRAHMS mit
Maximilian Hornung u.a.
Sa 16.05.2015 / Kleiner Goldener Saal /
KAMMERMUSIK XXL mit Jörg Widmann /
Antje Weithaas / Maximilian Hornung u.a.
So 17.05.2015 / Kongress am Park/
GALAAUFTRITT FÜR DIE KLARINETTE mit
Sabine Meyer / Cathrin Lange / Augsburger
Philharmoniker / Michael Hofsteer Dirigent
TICKETS: Theater Augsburg, Tel: 0821 / 324-4900
www.mozartstadt.de
Partner des Deutschen Mozartfestes
K U R T U N D FA L I C I TA S V I E R M E T Z S T I F T U N G
AUGSBURG
www.a3kultur.de
PROST MAHLZEIT
16
1. bis 30. April 2015
Was kochen Sie uns heute
Schönes, Herr Manoharan?
Tamilische Rühreier
Pro Person, die satt werden will, eine große
gekochte Kartoffel klein würfeln, in die nicht
zu heiße Pfanne geben und schön vorwärmen.
Butter zugeben, bis sie sich klärt und wunderbar duftet.
Getrocknete Curryblätter, rote Zwiebel,
Lauchzwiebel, Tomate und eine Chili klein
schneiden und mit anbraten.
TIPP: Rechnen Sie pro Person mit einem
3–4 cm langen Stück von der Chili. Trauen
Sie sich ruhig an frische Ware. Die gibt es in
fast jedem Supermarkt oder im asiatischen
Lebensmittelhandel. Dabei gilt: Je länger sie
erhitzt wird, desto schärfer gerät das Essen.
Mit tamilischer Gewürzmischung und etwas
Salz verfeinern.
gerichte. Die Verantwortung in der Küche teilt er
sich mit Marco Presti. Zeit, selbst einmal wieder
auszugehen, findet Diraj kaum noch, seit sein
Laden läuft. Aber nach zehn Jahren Arbeit in der
Szenegastronomie hat der Familienvater vorerst
genug Nachtleben hinter sich und vermisst offenbar nichts. Also trinkt er seinen Kaffee bei den
Kollegen im Viktor und geht demnächst wieder
einmal in die Osteria Kuckuck in Pfersee.
Die tamilischen Rühreier kommen im Rheingold
nicht anders auf den Tisch als bei Familie Manoharan zu Hause. Die dafür notwendigen Eier
kommen ebenso wie die Kartoffeln vom Hofladen Nepomuk in Königsbrunn. »Wer noch ein Ei
und eine gekochte Kartoffel in seinem Kühlschrank findet, kann auf den Pizzaservice verzichten«, findet Diraj und empfiehlt deshalb
immer einige Kartoffeln mehr zu kochen, als
man eigentlich braucht.
Prinzstraße 14 | 86153 Augsburg
0821 – 44989431 | www.das-rheingold.com
Di–Sa 10–1, So 10–23 Uhr
2 Eier mit etwas Kokosmilch, Milch oder
Sahne mit dem Stabmixer aufschäumen.
Masse bei 60 Grad in die Pfanne geben.
TIPP: Wer Eier kochen kann, kann auch
Fisch kochen. Weder das eine noch das
andere Produkt sollte über 60 Grad erhitzt
werden. Eiweiß stockt bei höheren Temperaturen, und das schadet dem Geschmack.
In Ruhe etwa sechs Minuten lang wie ein
Omelett angehen lassen.
Nun zärtlich wie einen Kaiserschmarrn zerpflücken.
Anrichten, nachwürzen und mit Weißbrot
servieren.
Tamilische Rühreier
Im Rheingold Protokoll: Jürgen Kannler
Das Rheingold gehört zu den Augsburger Wirtschaften, deren Herz irgendwann in den 70ern
aufhörte zu schlagen. Die Jahrzehnte vorher war
es stolzes Zentrum eines Viertels, in dem vor
allem Arbeiterfamilien lebten, die in den umliegenden Textilfabriken Anstellung gefunden hatten. Hier trafen sich die Vereine, an den Tischen
wurde Schafkopf gespielt, im Fasching gab es
Hausbälle und am Sonntag fielen hungrige Familienverbände ein, die von den ordentlichen Bratenportionen satt wurden.
In der Zeit danach gab es hier keine echten Wirte
mehr, und so versuchten sich verschiedene Pächter mit den falschen Konzepten am Rheingold.
Zum Glück verliebten sich vor einigen Jahren
Bernard Golik und Diraj Manoharan in das Lokal
und begannen eine ebenso sorgfältige wie
bedachte Wiederbelebung der Wirtschaft. Sie
erkannten die einfache Gründerzeitschönheit
hinter der Deko und schufen einen Ort, an dem
sich die Nachbarschaft trifft, dessentwegen manche Gäste aber gerne auch einen längeren Weg in
Kauf nehmen, nicht zuletzt wegen der hier angebotenen Küche. Bernard Golik kennt das Geschäft
Die Renner beim hungrigen Publikum im Rheingold sind die Schnitzel, die Kässpatzen und die
wunderbaren Kothu-Rotti-Gerichte. Genau an
dieser Stelle kommt die Familiengeschichte des
Wirts und Küchenchefs ins Spiel. Wie man dem
Namen unschwer entnehmen kann, stammen
die Manoharans ursprünglich nicht aus unserer
Region. Diraj wurde 1975 in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, geboren und kam mit seiner
Familie als zehnjähriger Flüchtling nach Augsburg. Von seiner Mutter lernte er kochen. Noch
heute ist die ältere Dame für die Herstellung der
drei Grundgewürzmischungen verantwortlich,
die wie in jedem ordentlichen Haushalt auf Sri
Lanka auch im Rheingold vorgehalten werden: je
eines für vegane, für vegetarische und für Fleisch-
www.a3kultur.de
Neulich erzählte mir ein Bekannter, dass es inmitten einer
Gartenanlage im Norden von Augsburg ein Lokal gebe,
das man normalerweise nicht auf seiner Liste zum Ausgehen stehen habe. Irgendwo zwischen der Donauwörther
Straße und der Wertach, wo die Häuser immer weniger
werden und wo man irgendwann an die Stadtgrenze von
Gersthofen stößt. Nichts wie hin!
Die Kartler wollen von dem Pärchen wissen, ob es
heute noch essen will. Man könne Schweinebraten
empfehlen. Ganz frisch, weil noch übrig von dem
Leichenschmaus heute Mittag. Der Mann aus Dessau nimmt Schweinebraten, sie etwas mit der
hausgemachten Gorgonzolasoße. Die Hochzeitswilligen brauchen einen Discjockey für ihre Party
nach der Trauung. Oki empfiehlt John. Einer der
Kartler, der im Lokal beim Service hilft, bringt das
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POLI
VINO
In tamilische Gewürzmischungen gehören Zutaten wie
Kreuzkümmel, Fenchel- und Muskatsamen, Sesam, Kurkuma und Chili. Vor dem Mörsern wird die Mischung
sanft geröstet
Essen, »Brautkleid bleibt Brautkleid«, für die
zukünftige Braut, die sich als Vorspeise schon das
Blaukraut ihres späteren Gatten schnappt.
Ein gastronomischer Streifzug durch
die Vorstadt mit Arno Löb
Nachdem ich den Vorraum durchschritten habe,
fällt mein erster Blick auf einen runden Tisch.
Zwei Männer spielen Karten. Wahrscheinlich
Sechsundsechzig. Ich setze mich zu den Kartlern.
Aus den Lautsprechern tönen Oldies. Hinter der
kleinen Theke steht der Wirt. Nach meiner Bestellung bringt er mir ein Weizen. Ein Pärchen
kommt herein und setzt sich auch an unseren
Tisch. Er sportlich schlank, aus Dessau. Sie vollbusig, aus Affing. Sie besprechen mit dem Wirt, der
Oki heißt, ihre Hochzeit.
Arbeitszeit: 10–15 Minuten
Wareneinsatz pro Person: 2–3 Euro
zwischen Szene und Nachbarschaft vom Café
Viktor im Bismarckviertel, das er seit vielen Jahren betreibt. Diraj stand dort zuletzt in der
Küche. Sie eröffneten ihr Rheingold 2012. Der
Hauptraum bietet im Bogen um eine imposante
Theke 80 Gästen Platz, der Saal fasst 70 Personen.
Im Biergarten können bis zu 100 Gäste bewirtet
werden.
Volksfestwiese
Nachts sieht eine Kleingartenanlage wie ein Geisterdorf aus: verlassen und dunkel. Offiziell darf
kein Schrebergärtner in seinem Gartenhaus übernachten. Wer geht also nachts schon in ein Gasthaus in einer Kleingartenanlage? Kleine blaue
Lichter, geschlungen um die Eingangstür der Gaststätte Volksfestwiese, signalisieren mir, dass geöffnet sein könnte.
Je nach Tageszeit mit Tee oder Kaffee, am
besten jedoch mit einem Glas Ingwer-Radler
servieren.
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»Eine Travestie-Show wäre schon was Schönes«,
findet die Braut. Nun blüht Oki auf. Er zeigt uns
im Saal nebenan die Bühne für seine hauseigene
Travestie-Show »Die falschen Weiber«. Oki war
früher der Chef der Disco Fegefeuer für Gays und
Lesbians in der Ludwigstraße, heute Soho Stage.
Wir tauschen Erinnerungen an »Tante Frieda«,
einen verstorbenen Augsburger Travestie-Star.
Über das neue Programm von Chris und sein
Image wird debattiert. Oki nennt sich als rothaariger Travestie-Star »Miss Okinawa«. Koch Daniel,
Markenzeichen rasiertes Haupthaar und seit vielen Jahren der Lebensgefährte von Oki, bringt das
Essen. Er kocht gern. Für jeden Tag hat er eine
Empfehlung auf der Karte. Eine Frau mit einem
Zwergpinscher auf dem Arm kommt herein. Sie
will Karten für die nächste Travestie-Show.
Zwei Männer im Partnerlook setzen sich an einen
freien Tisch. Auch sie wollen Karten für die Show.
Okis Laune steigt und steigt. Seine Augen glänzen,
als er von seinem Plan für eine neue Bar in Augs-
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burg-Mitte spricht. Den Sommer nimmt er noch
mit, denn der Biergarten »läuft super!«. Aber er hat
nicht vor, sein restliches Gastro-Leben in der Gartenanlage zu verbringen. »Hier sterben die Gäste
schneller weg, als man zählen kann, und ich bin
doch noch jung«, seufzt Oki. Ich finde es verrückt
und klasse, in einer Schrebergartenanlage das
Lokal eines schwulen Travestie-Stars zu besuchen.
Die deutsche Toleranz macht auch vor den Herrschern über das Reich der Gartenzwerge nicht
mehr halt.
Zum Höhepunkt des Abends erscheint John, der
DJ. Er hat selbst gebrannte Scheiben für die Show
dabei. Darauf sind die Playbacks für Songs von
Abbas »Dancing Queen« bis hin zum »Weißen
Rössl«. Aus den Lautsprechern dringt Neil Youngs
Hit »Heart of Gold« in meine Ohren. Ja, nach dem
Herz aus Gold suchen wir alle. Manche suchen es
in Hollywood, manche in ihrem Kopf, und man
wird alt und älter dabei. Vielleicht findet man es
ausgerechnet in der Gaststätte Volksfestwiese?
Mich überfällt eine leise Wehmut. Prost!
Gaststätte Volksfestwiese, Günzburger Straße 3, AugsburgOberhausen, Öffnungszeiten: Di bis Fr 10 bis 21 Uhr