Ausgabe 1 | April 2015 | siemens.de/go GO! Automatisieren mit LOGO! und SIMATIC S7‑1200 Sicher verteilt Simatic S7‑1200 steuert Rohrverteilungssystem GO! 1/2015 | Inhalt 17 Sicher verteilt Editorial Backautomaten 3 14 Süße Köstlichkeiten Heim Gerätebau GmbH & Co. KG, Uelzen Ausgezeichnet Heizungssteuerung 4 Heizen mit Pfiff Elektro Ibel, Osterwaal Gebäudetechnik 6 Nur die Fantasie setzt Grenzen Gebäudeautomation im privaten Wohngebäude Ausblasanlage 8 Eine staubige Angelegenheit Munder Engineering GmbH & Co. KG, Stuttgart Rohrverteilersystem 17 Sicher verteilt Fr. Jacob Söhne GmbH & Co. KG – Jacob Rohrsysteme Ingenieurbüro Güldenmeister Sternwarte 20 Immer auf Empfang Technische Berufliche Schule 1 (TBS 1) und IUZ Sternwarte, Bochum Produkte Landwirtschaft 22 SMS-Kommunikation über LTE LOGO! 8 Kommunikationsmodul 10 Schneller zum Bier Elektro Ibel, Osterwaal Klimatechnik 12 Prima Klima Clim Cool Project GmbH, Renningen Einfacher Einstieg in Safety Integrated Simatic S7‑1200 23 Mobil überwachen und steuern Simatic S7‑1200 App Dialog Impressum Titelbild: Publicis Pixelpark, G. Fürstenberger 2 Editorial | GO! 1/2015 Ausgezeichnet Im April geht die LOGO! 8 Roadshow zu Ende. Die sechsmonatige Reise führte unser neues Logikmodul quer durch Europa. An vielen Orten in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Schweiz, Schweden und der Tschechischen Republik machte der LOGO! Truck Station und zahlreiche Kunden und Interessenten konnten sich live davon überzeugen, wie einfach die neue Kleinsteuerung zu bedienen ist. Begeistert hat vor allem die Kombination aus Präsentation und praktischen Übungen im Rahmen von Hands-on-Workshops, in denen erfahrene LOGO!-Nutzer Einsteigern den Zugang zur Welt des Logikmoduls ebneten. Auch die besuchten Großhändler als Gastgeber der Veranstaltungen waren sehr zufrieden mit der Resonanz ihrer Kunden. Wir sind sicher, dass durch die LOGO! 8 Hello World Tour die Fangemeinde noch wachsen wird. Denn die neuen Eigenschaften und Funktionen lassen genügend Spielraum, spannende Ideen zu entwickeln und mit der LOGO! 8 umzusetzen. Wir freuen uns, Ihnen wieder einige davon in dieser Ausgabe der GO! präsentieren zu können. Anerkennung von ganz anderer Seite erfuhr LOGO! 8 durch die Auszeich‑ nung mit dem renommierten iF Design Award 2015 in der Kategorie Produkt: Das System „besticht durch das neue, bündig in das Basismodul integrierte Display, welches dem kleinsten der Siemens-Automatisie rungssysteme ein zeitgemäßes Erscheinungsbild verschafft. Der über Eck positionierte Lichtleiter lässt den Systemstatus in unterschiedlichen Ein‑ baulagen schnell erfassen“, heißt es unter anderem von der Jury. Auch das vereinfachte Handling und die umfassenden Kommunikationsmöglichkei‑ ten via Ethernet fanden lobend Erwähnung. Als höchste Auszeichnung wünschen wir uns aber weiterhin vor allem Ihre Zufriedenheit als Anwen‑ der bei der L ösung Ihrer Projekte, sei es nun mit LOGO!, Simatic S7‑1200 oder allen w eiteren Komponenten aus unserem Automatisierungsspektrum. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre. Heinz Eisenbeiss Leiter Marketing und Promotion, Industrial Automation Systems 3 GO! 1/2015 | Heizungssteuerung Christian Ibel Im Steinkohlekessel sorgt ein Gebläse für Verbrennungs‑ luft – gesteuert wird die Feuerung von einer LOGO! 8 Elektro Ibel, Osterwaal Heizen mit Pfiff Elektrotechnikermeister Christian Ibel ist ein findiger Mann. Mit dem Logikmodul LOGO! hat der Oberbayer schon so manchem Herzensprojekt steuerungstechnisch auf die Sprünge geholfen: so auch der Steinkohleheizung in seinem Haus in Osterwaal, wo er die mitgelieferte Regelung durch LOGO! 8 ersetzte. F ür die ungewöhnliche Wahl einer Steinkohleheizung im Jahr 2013 hatte der angestellte Servicetech‑ niker, der als Elektroniker nebenberuf‑ lich auch eine eigene Firma betreibt, gute Gründe: „Sie wird zwar nicht ge‑ fördert, ist aber schon in der Anschaf‑ fung wesentlich günstiger als gängige Varianten mit Öl, Pellets oder Hack‑ schnitzel.“ Der Steinkohlekessel wurde ihm mit zugehöriger Regelung geliefert, doch die befriedigte den kreativen Tüft‑ ler nicht. „Ich habe sie nun komplett durch eine eigene Lösung mit LOGO! 8 ersetzt. Damit konnte ich viele weitere nützliche Funktionen integrieren – von 4 besseren Verbrennungseinstellungen bis hin zur Störungsauslesung übers Internet.“ Nur anzünden muss man von Hand In der Heizung fördert eine motorbe‑ triebene Schnecke die Kohle bedarfs gerecht aus dem Vorratsbehälter in den Kessel. Dort sorgt ein Gebläse für Verbrennungsluft bzw. Gluterhaltung, wenn nicht geheizt wird. Die Asche wird in einen speziellen Behälter ausge‑ tragen. Dazu kommt zur Schonung des Kessels ein Warmwasser-Pufferspeicher, dessen Heizwasser über eine Zubrin‑ gerpumpe aufgeheizt und dann in die Fußbodenheizungskreisläufe und die Heizkörper eingespeist wird. Eine LOGO! 8 mit digitalem Erwei terungsmodul, einem Modul AM2 RTD für den Anschluss von PT1000-Tem peraturfühlern, einem Netzteil LOGO! Power und einem externen Textdisplay steuert die Feuerung und Überwa‑ chung des Steinkohlekessels sowie die Zubringerpumpe zum Pufferspeicher. Zur Gluterhaltung wird in bestimmten Zeitabständen Kohle nachgefördert und das Gebläse kurz eingeschaltet. Startet dann der Heizbetrieb, weil die Heizwasser-Temperatur im Pufferspei‑ Christian Ibel Für den Normalbetrieb hat Christian Ibel beim externen Textdisplay die Hintergrundfarbe Weiß gewählt Christian Ibel Heizungssteuerung | GO! 1/2015 Im Handbetrieb – mit Hintergrundfarbe Orange kenntlich gemacht – lassen sich alle Ausgänge getrennt voneinander ansteuern Christian Ibel Die Lösung mit der LOGO! 8 erlaubte es dem Elektrotechniker, viele aussagekräftige Störungsmeldungen zu programmieren cher unter einen bestimmten Wert ge‑ fallen ist und wieder erhöht werden muss, läuft das Gebläse durchgehend. Überwachung per Display und Webserver Die Zubringerpumpe zum Pufferspei‑ cher wird im Heizbetrieb eingeschaltet, wenn die Temperatur im Kessel 5 Kelvin höher ist als die im Speicher. Geht der Kessel vom Heizbetrieb in die Gluter‑ haltung, wird die Restwärme in den Speicher abgegeben, um größte Effizi‑ enz zu gewährleisten. Über einen DreiWege-Mischer regelt LOGO! 8 die Vor‑ lauftemperatur für die Fußbodenhei‑ zung in Relation zur Außentemperatur. Über Zähler und Zeitglied wird zudem die Ascheaustragung geregelt: Sie star‑ tet erst nach mehrmaliger Kohlezufuhr und hat eine programmierte Dauer. Die neue LOGO! 8-Generation hat Christian Ibel gleich in mehrfacher Hin‑ sicht überzeugt: „Zuerst einmal preis‑ lich. Und dann ist sie auch schmaler und damit im Schaltschrank platzsparender als ihr Vorgänger. Außerdem kann ich den Kessel dank Webserver und App per Smartphone, Tablet oder PC auch aus der Ferne überwachen und von überall auf die Steuerung und das Programm zugreifen.“ Zudem hat das externe Text‑ display der LOGO! 8 für ihn klare Vor‑ teile: „Es bietet mehr Zeichen pro Zeile als früher, sodass sich beispielsweise jetzt ein etwas längeres Wort wie ‚Glut erhaltung‘ ausschreiben lässt, und es verfügt über verschiedene Hintergrund‑ farben. Im Normalbetrieb ist diese in meiner Lösung weiß, bei einer Störung rot, im Handbetrieb orange.“ Im Hand‑ betrieb lassen sich etwa für Tests oder bei der Reinigung alle Ausgänge wie Pumpe, Gebläse oder Ascheaustragung getrennt voneinander ansteuern. Der Profi konnte nun detaillierte Mel‑ detexte zum aktuellen Betriebsstatus und zahlreiche Störungsmeldungen programmieren – die es zuvor nicht ge‑ geben hatte und die er dank des inte grierten Webservers der LOGO! 8 übers Internet auch auf seinem Büro-PC oder dank LOGO! App auch auf dem Smart‑ phone auslesen kann. Hat es zum Bei‑ spiel nach dem Start des Heizbetrie bes innerhalb einer halben Stunde im Kessel keinen Temperaturanstieg gege ben, geht die LOGO! 8 auf Störung mit der Meldung „Keine Flammenbildung“. Sinkt der Anlagendruck unter 1,2 bar, wird dank eingebautem Druckschalter ebenfalls eine Störung angezeigt. Der Kessel geht dann auf Gluterhaltung über. Überschreitet die Temperatur im Kessel 100 °C, unterbricht ein Sicher‑ heitstemperaturbegrenzer die Span‑ nungsversorgung der Steuerung und schaltet die Zubringerpumpe zum Puf‑ ferspeicher ein. Angezeigt wird dank entsprechender Sensorik beispielsweise auch, wann der Kohlebunker dem‑ nächst leer, der Aschebehälter voll oder die Ascheaustragung defekt ist. Effizientere Abläufe Auch die Betriebsstunden sind jetzt auslesbar, um die korrekte Funktion des Steinkohlekessels überprüfen zu können. Die vielfältigen Möglichkeiten der LOGO! 8 erlaubten Christian Ibel zudem Verbesserungen bei der Steue‑ rung der Abläufe selbst: Da der Gluthau‑ fen während der Gluterhaltung immer kleiner wird, steuert LOGO! 8 beim Über‑ gang in den Heizbetrieb die Kohlezufuhr jetzt umso länger an, je länger die Gluter‑ haltung dauert: Auf diese Weise gelangt immer genügend Kohle für die volle Heiz‑ leistung in den Kessel. Ein Schutz der Steuerung rundet Christian Ibels ebenso komfortable wie effiziente Lösung ab: Damit LOGO! 8 im Schaltschrank über dem Kessel die zulässige Betriebstempe‑ ratur nicht überschreitet, schaltet sie bei gemessenen 55 °C selbst einen Lüfter an, der den Schaltschrank kühlt. Eine rundum gelungene Lösung. INFO UND KONTAKT siemens.de/logo [email protected] 5 GO! 1/2015 | Gebäudetechnik Gebäudeautomation im privaten Wohngebäude Nur die Fantasie setzt Grenzen Ob mehr Komfort im Wohnbereich oder die Überwachung des Kellers auf Wasser und Einbruch: LOGO! bietet viele Möglichkeiten, Gebäude durch Automatisierung aufzuwerten und sicherer zu machen. Beispielsweise in Kombination mit KNX-Komponenten oder einem Kommunikationsmodul für die Alarmierung per SMS. A ls Heiko Katheder im vergange‑ nen Jahr ein Haus im fränkischen Fürth baute, fragte er sich, wie er durch Automation mehr Komfort schaf‑ fen, das Gebäude für anspruchsvolle Mieter attraktiv machen und seinen Wert nachhaltig steigern könne. Der Vertriebsfachmann bei Siemens dachte zunächst vor allem an Komfortschaltun gen für elektrische Jalousien und Be leuchtung sowie an eine automatische Bewässerung des Gartens, wünschte sich aber auch eine ausbaufähige Lö‑ sung. Außerdem wollte er selbst die Hand im Spiel haben, „um selber wie‑ der einmal in der Praxis das Gefühl für die Technik zu bekommen.“ Ein starkes Team „Mir war bekannt, dass LOGO! inzwi‑ schen viele Funktionen hat, die man auch privat sehr gut nutzen kann“, er‑ zählt Katheder. „Sie eröffnet fantasti‑ sche Möglichkeiten und nur die Fanta‑ sie setzt da dem Anwender Grenzen.“ Er wusste auch, dass die Baureihe LOGO! OBA7 über ein Kommunikationsmodul CM EIB/KNX mit KNX-Komponenten einfach vernetzbar ist. „Dieses Gateway sparte mir all die vielen physikalischen Ein- und Ausgänge, die ich bei einer rei‑ nen LOGO! Lösung gebraucht hätte, und damit eine Menge Hardware und Platz. Als Alternative wäre natürlich auch eine komplette KNX-Lösung um‑ setzbar gewesen. Doch mir war schnell klar, dass diese mich ein Vielfaches teu‑ 6 rer kommen würde. Ich wollte KNX da einsetzen, wo es für mich sinnvoll ist.“ So entschied Heiko Katheder sich für eine Kombination von LOGO! und KNX. Er konzipierte die Lösung in seiner Frei‑ zeit und erstellte das Programm für das Logikmodul, ein Elektriker installierte und verdrahtete die Hardware vor Ort. Im zentralen Verteilerschrank im Kel‑ ler befindet sich nun ein Logikmodul LOGO! 8, das die Beleuchtung im Trep‑ penhaus, in den Technikräumen und den Außenbereichen ebenso steuert wie die Gartenbewässerung. In den Verteilerkästen des Erd- und Oberge‑ schosses sind je zwei und im Dachge‑ schoss eine LOGO! 0BA7 installiert, die jeweils mit digitalen Erweiterungsmo‑ dulen und dem Kommunikationsmodul CM EIB/KNX versehen und mit SwitchModulen CSM über Industrial Ethernet miteinander vernetzt sind. Die Kommunikationsmodule kommu‑ nizieren über KNX mit den MehrfachTastern in Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche. Das habe viele Vorteile, wie Heiko Katheder erläutert: „Zur Instal lation benötigt man trotz Sechsfachoder Achtfachfeld nur jeweils ein Kabel, und 24 Volt genügen für den Betrieb. Zudem benötigen die KNX-Taster weni‑ ger Platz als konventionelle Schalter, und sie sind vor allem variabel beleg‑ bar: Ich kann dem einzelnen Taster je‑ derzeit eine andere Funktion zuweisen, wenn ich diese dringender brauche, ohne an der Verdrahtung etwas ändern zu müssen.“ Komfortable Funktionen frei programmiert Seinen Mietern wollte Heiko Katheder die Bedienung der Gebäudetechnik so einfach und angenehm wie möglich machen. Die durchweg elektrisch be‑ triebenen Jalousien lassen sich deshalb sowohl einzeln als auch in der Gruppe verfahren. „LOGO! erlaubte mir außer‑ dem, weitere komfortable Funktionen frei zu programmieren: So fahren bei einem Doppelklick auf jeden der Taster für eine der Jalousien alle Jalousien des jeweiligen Stockwerks nach unten oder nach oben. Und im Wohnzimmer sowie am Hausausgang gibt es Taster, um alle Jalousien des Hauses herunter- bezie‑ hungsweise hochzufahren.“ Auch beim Verlassen des Hauses vergessene Be‑ leuchtung gehört der Vergangenheit an: Am Ausgang lassen sich mit einem Klick alle Lampen ausschalten. Ebenso lässt sich die Anwesenheits-Simulation einschalten, die Beleuchtungen und Ja‑ lousien zu zufälligen Zeiten schaltet, um Einbrecher abzuschrecken. Und damit noch lange nicht genug: Dank der Zeitschaltuhr der LOGO! lie‑ ßen sich auch Schaltzeiten für die Ja‑ lousien sowie die Bewässerung festle‑ gen, damit im Sommer der Garten nicht vertrocknet. Die Jahresschaltuhr der LOGO! deaktiviert diese Automatik von November bis März, damit die Leitung bei Frost nicht platzt. „Die Mieter kön‑ nen die Schaltzeiten am Textdisplay der LOGO! ihren Bedürfnissen anpassen Publicis, G. Fürstenberger Im gesamten Haus verteilte Kommunikationsmodule kommunizieren über KNX mit Mehrfachtastern in den Räumen der einzelnen Wohnungen Kellerüberwachung mit SMS-Alarm Heiko Katheder hat bereits weitere Funktionen im Kopf, die er mit der Hardwareausstattung im Haus noch umsetzen könnte, zum Beispiel um das Haus sicherer zu machen. Dabei ist der Erfahrungsaustausch mit Kollegen eine große Hilfe. Sein Arbeitskollege Jochen Messingschlager hat sich hier bereits das Kommunikationsmodul CMR2020 für LOGO! 8 zunutze gemacht, das über eine Industrial-Ethernet-Schnittstelle einfach an das Basismodul anschließbar ist und mit einer SIM-Karte in das GSMSystem eingebunden werden kann: „Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr habe ich schon einige Einsätze wegen Kellerüberschwemmungen mitgemacht. Ich wollte für den Fall des Falles gerüs‑ Über die LOGO! im zentralen Verteiler schrank im Keller werden Beleuchtun‑ gen in verschiedenen Bereichen sowie die Gartenbewässerung gesteuert Publicis, G. Fürstenberger und sie ein- oder ausschalten“, betont Heiko Katheder. Eine weitere Funktion betrifft die Treppenhausbeleuchtung: „Gerade Kinder vergessen ja gelegent‑ lich, diese wieder auszuschalten.“ Des‑ halb schaltet sie sich automatisch nach zwei Minuten ab – es sei denn, man drückt den Taster eine Sekunde lang. Dann bleibt es hell und man kann bei‑ spielsweise die Treppe putzen. tet sein und mich alarmieren lassen, falls wir nicht zu Hause sind.“ Als Techniker montierte er selbst einen Wassersensor, den er auf einen Eingang der LOGO! 8 legte. Wenn der Sensor nun mit Wasser in Berührung kommt, übermittelt er das Signal an das Logikmodul, das dann über das Kommunikationsmodul CMR2020 eine Alarm-SMS an die hinterlegten Mobil‑ funknummern schickt. Auf die gleiche Weise lässt Messingschlager alle Fens‑ terkontakte im Erdgeschoss überwa‑ chen und wird im Falle eines Einbruchs ebenfalls alarmiert. Des Weiteren will er noch spezielle Rauchmelder der Kin‑ derzimmer im Obergeschoss in das Sys‑ tem einbinden. „Da sich die LOGO! 8 auf den verschiedenen Stockwerken ja einfach miteinander vernetzen lässt, brauche ich für das Alarmsystem nur das CMR2020 im Keller. Die Program‑ mierung des Datenaustausches zwi‑ schen den LOGO! 8 Geräten geschieht mit der Software LOGO! SoftComfort V8 im Netzwerkmodus per Drag-andDrop. Einfacher geht Kommunikation zwischen Geräten wirklich nicht!“ INFO UND KONTAKT siemens.de/logo [email protected] 7 GO! 1/2015 | Ausblasanlage Munder Engineering GmbH & Co. KG, Stuttgart Eine staubige Angelegenheit Filterpatronen von Fahrzeugen und Absauganlagen verschmutzen bei großem Staubaufkommen schnell und müssen dann ausgetauscht werden. Ein ausgefeiltes, mit LOGO! 8 teilautomatisiertes Ausblasverfahren ermöglicht ihre wirtschaftliche Wiederverwendung. B agger, Muldenkipper, Radlader, Planierraupen und LKWs brauchen saubere Luft für die Ver‑ brennung des Treibstoffs und den reibungslo‑ sen Betrieb. Oft sind die Fahrzeuge dort im Einsatz, wo viel Staub aufgewirbelt wird, beispielsweise in Steinbrüchen, Kies-, Zement- und Betonwerken oder im Bergbau. Infolgedessen ist die vom Motor ange‑ saugte Luft erheblich mit Schmutz- und Staubparti‑ keln belastet. Werden diese nicht herausgefiltert, wirken sie im Motor wie Schleifpapier und führen schnell zum Verschleiß mechanischer Bauteile bis hin zum Totalausfall der Maschinen. Die Munder Engineering GmbH & Co. KG mit Sitz in Stuttgart gehört seit zwei Jahrzehnten zu den füh‑ renden Anbietern von innovativen Reinigungslösun‑ gen wie Ausblasanlagen für Entstaubungsfilterpatro‑ nen, Luftduschkabinen zum Abblasen verstaubter Arbeitsbekleidung und Reinraum-Personenschleu‑ sen, wo die an Kleidung haftenden losen Partikel ent‑ fernt werden. „Besonders groß ist die Nachfrage an hochflexiblen Ausblasanlagen, auf denen sich unter‑ schiedliche Filterpatronen mit kurzen Wechselzeiten reinigen lassen. Sie bieten eine wirtschaftliche Alter‑ native zur kostenintensiven Neubeschaffung. Die Standzeit der Filterpatronen wird deutlich erhöht und der Schutz der Maschinen sicher gewährleistet“, umreißt Firmenchef Lothar Munder die Vorteile sei‑ ner Anlagen. Vier Reinigungs programme mit unterschiedlichen Filtertypen werden über die LOGO! 8 gesteuert Munder Teach-in mit LOGO! 8 8 Für den Bedienkomfort der Anlagen setzt Munder auf Automatisierungstechnik von Siemens. Zur Bedie‑ nung sind seitlich an die Ausblasanlagen Schaltkäs‑ ten montiert, die neben Logikmodulen LOGO! 8 zur Steuerung und Kontrolle der Reinigungsabläufe auch Sitop-Netzteile, Sirius-Sicherheitsrelais zur Schutz‑ tür-Überwachung sowie weitere elektronische Bau‑ elemente enthalten. Zur Anzeige der Reinigungspro‑ gramme ist das Logikmodul über die EthernetSchnittstelle mit einem Display LOGO! 8 TDE an der Seitenfläche des Schaltkastens verbunden. Das Dis‑ play stellt sechs Zeilen mit je 20 Zeichen pro Zeile dar. Es hat unterschiedliche Hintergrundfarben für opti‑ sche Hervorhebungen und vier frei belegbare Funk‑ tionstasten für die verschiedenen Reinigungspro‑ gramme. Die Planung und Umsetzung des elektrotechni‑ schen Parts hat die Firma HG Elektrotechnik aus Not‑ zingen übernommen. Um den Aufwand beim Ein‑ richten der Maschinen zu verringern und das manu‑ elle Abfahren der Filterhöhen zu automatisieren, entschied sich Munder für den Einsatz der Logikmo‑ dule. LOGO! 8 ist für den Teach-Mode eingerichtet. Beim Einlernen der Kleinsteuerung fährt der Werker die obere und untere Höhe der Filterpatrone mit der Blasdüse ab und erfasst so die Koordinaten. Diese Schritte werden für jede Filterpatrone wiederholt und die erstellten Programme gespeichert. Das Lo‑ gikmodul ist für vier Reinigungsprogramme mit un‑ terschiedlichen Filtertypen vorbereitet, die der An‑ wender komfortabel über die Bedientasten abrufen und starten kann. Für Filterpatronen mit anderen Höhen- und Innenmaßen kann er aber jederzeit zu‑ sätzliche Programme erstellen. Nachdem die verschmutzte Filterpatrone auf dem Gitterrost der Anlage positioniert und die Fronttür verschlossen ist, startet das Reinigungsprogramm. Die Blasdüse wird in die Filterpatrone eingefahren, beginnt zu rotieren und bläst die Staubpartikel mit einem Druck von 6 bar nach außen. Der Staub fällt durch den Gitterrost in einen Sammelbehälter. Nach‑ dem die Blasdüse den unteren Arbeitspunkt erreicht hat, kehrt sie um und fährt bis an das obere Ende der Filterpatrone zurück. Sind die Reinigungszyklen ab‑ gearbeitet, die je nach Verschmutzung zwischen drei und zehn Minuten dauern, fährt der Hubzylinder in die Ausgangsstellung zurück. LOGO! 8 schaltet die Absaugung aus und der Werker kann die gereinigte Filterpatrone entnehmen. Munder Ausblasanlage | GO! 1/2015 „F ür den hohen Bedienkomfort der Anlagen ist das Logikmodul die ideale Lösung. Es lässt keine Wünsche offen, wenn es darum geht, die Reinigungsvorgänge zuverlässig zu steuern und zu optimieren.“ Lothar Munder, Munder Engineering GmbH & Co. KG Mit Druckluft auf der Kostenbremse Die Reinigung der Filterpatronen mit einer Ausblas‑ anlage ist gegenüber dem regelmäßigen Austausch und der Neubeschaffung wesentlich kostengünsti‑ ger. Selbst bei extremer Verschmutzung weisen die Filter am Ende des Prozesses einen nahezu neuwer‑ tigen Reinheitsgrad auf und erreichen bei kontinu‑ ierlicher Reinigung die von Herstellern genannte Be‑ triebsdauer von mehreren hundert Stunden. „Wenn ein Unternehmen pro Jahr rund 100.000 Euro in Er‑ satzfilter investiert, erkennen die Verantwortlichen schnell die Wirtschaftlichkeit der Filterreinigung. Die Kosten für die Ersatzbeschaffung der Entstaubungs‑ filter können sich schnell auf 25 Prozent reduzieren“, gibt der Anlagenbauer zu bedenken. Schwebstofffilter sollen über lange Zeit höchsten mechanischen Belastungen standhalten. Dies stellt unter den extremen Einsatzbedingungen in Stein‑ brüchen, im Bergbau oder auf Großbaustellen eine Herausforderung dar, wo die Leistungsgrenze teil‑ weise schon nach zehn Betriebsstunden erreicht ist. Die materialschonende Reinigung der Filterpatronen mithilfe von Ausblasanlagen ist eine effiziente Alter‑ native. Für Anlagenbetreiber ergeben sich damit er‑ hebliche Einsparungen, da sie wesentlich weniger kostenintensive Ersatzfilter benötigen. Hinzu kommt, dass das Arbeiten im industriellen Umfeld für Mensch und Maschine sicherer und staubfreier ist. INFO UND KONTAKT siemens.de/logo [email protected] 9 GO! 1/2015 | Landwirtschaft Elektro Ibel, Osterwaal Fotolia / Peter Heckmeier Schneller zum Bier Bevor Bierbrauer Hopfen weiterverarbeiten können, muss er in einer sogenannten Darre getrocknet werden. Elektrotechnikermeister Christian Ibel macht vor, wie sich bei einer Darre durch Automatisierung mit einem Frequenzumrichter und LOGO! Zeitaufwand und Ölverbrauch merklich verringern lassen. M itten in der Hallertau, eines der den. Dann wird er manuell zur nächs‑ umrichter ein, um die Gebläsedrehzahl wichtigsten Hopfenanbauge‑ ten umgeschichtet, wo er drei Stun regeln zu können und die Effizienz der biete Deutschlands, befindet den weitertrocknet. Zur Endtrocknung Hopfendarre zu steigern. „Zu Beginn, sich der landwirtschaftliche Betrieb kommt er auf die unterste Lage in einen wenn der Hopfen in der obersten Lage von Christian Ibels Eltern. Geübt im Schuber, der sich dann einfach heraus‑ noch nass ist, kann ich das Gebläse mit Umgang mit LOGO! und überzeugt von ziehen lässt. Wird der Hopfen von oben voller Leistung fahren und damit die ihren Qualitäten (vgl. Beitrag Seite 4), herunter geschichtet, kommt sofort fri‑ Trocknung insgesamt beschleunigen“, entschloss sich der gelernte Elektroan‑ scher Hopfen nach, sodass die Lagen erläutert er. „Wenn der Hopfen dann lagenmonteur zur Automatisierung immer belegt sind. leichter wird, wird das Gebläse entspre‑ der Hopfendarre im elterlichen Betrieb. chend heruntergeregelt. So sparen wir Dort werden die Hopfendolden durch Gebläsedrehzahl nach Bedarf jetzt pro Durchgang über eine halbe Stunde Zeit und das bedeutet 30 Minu‑ heiße Luft schrittweise auf etwa zehn bis elf Prozent Wassergehalt getrock‑ Vor der Automatisierung geschah die ten weniger Ölverbrauch.“ net. Trocknung immer bei gleichbleibend Die Gebläsedrehzahl regelt ein Logik‑ Auf dem Boden des turmartigen Ge‑ kleiner Gebläseleistung. Das verhin‑ modul LOGO! über einen Luftmassen‑ bäudes befindet sich ein großer Ölbren‑ derte, dass der Hopfen, wenn er trock‑ sensor und eine bestimmte Zeit. Um ner mit Gebläsemotor, der die Luft er‑ net und damit leichter wird, in der den Luftmassensensor auswerten zu wärmt und nach oben drückt. Darüber obersten Lage zu fliegen begann und können, nutzt Ibel den 0 ... 10-V-Ana gibt es drei durch Lochgitter getrennte damit dort Löcher gerissen wurden – loge ingang des Basismoduls, um den Lagen: Auf die oberste kommt der fri‑ was die Trocknung behinderte. Im Jahr Frequenzumrichter anzusteuern einen sche Hopfen und bleibt dort fünf Stun‑ 2012 baute Ibel deshalb einen Frequenz 0 ... 10-V-Analogausgang des Erweite‑ 10 Hier werden die Hopfendolden getrocknet rungsmoduls AM2 AQ: „Diese Ein- und Ausgänge waren für mich ein wichti‑ ger Grund, LOGO! zu wählen.“ Wäh‑ rend die durchströmende Luftmasse Aufschluss über die Trockenheit des Hopfens gibt, muss andererseits die Drehzahl nach einer halben Stunde Trocknung auf jeden Fall um 20 Prozent heruntergeregelt sein. Auch Handb e trieb ist möglich. Überschreitet der Luftmassenstrom einen bestimmten Grenzwert, ist ver‑ mutlich ein Loch herausgeblasen, das wieder gefüllt werden muss: Die An‑ lage geht in den Betriebszustand „Stö‑ rung“ und das Logikmodul regelt die Gebläsedrehzahl auf den kleinsten Wert herunter. Ist dann ein bestimmter Feuchte‑ wert erreicht, muss der Hopfen inner‑ halb weniger Minuten in die benach‑ barte Konditionieranlage gebracht werden. Dies erkennt LOGO! mithilfe eines Feuchtesensors, der einen Fre‑ quenzausgang hat. Die Frequenz wird um so geringer, je trockener der Hop‑ fen ist. Mit der Funktion „Schwellen‑ wertschalter“ wird die Frequenz über‑ Christian Ibel Christian Ibel Landwirtschaft | GO! 1/2015 Das abgesetzte Textdisplay erlaubt die Bedienung von einem gut zugänglichen Ort aus wacht. Und die Steuerung senkt bei Bedarf die Drehzahl des Gebläses so weit ab, dass der Hopfen nicht weiter‑ trocknet. Gleichzeitig löst sie zum einen ein optisches Warnsignal aus – eine gut erkennbare Leuchte außer‑ halb des Gebäudes –, zum anderen ein akustisches mit einem Schließerkon‑ takt über Telefon. ten, oder die der Darre, um mit warmer Luft noch etwas nachzutrocknen. „Weil das Nachtrocknen schwieriger ist, trocknen wir den Hopfen in der Darre lieber ein bisschen stärker als am Schluss gewünscht und feuchten ihn dann in der Konditionierungsanlage wieder etwas an“, erläutert Ibel den Prozess. Neben dem Preis-Leistungs-Verhält‑ Konditionierung dank nis schätzt Ibel an LOGO! das integrierte Textdisplay, das alle wichtigen Betriebs‑ Analogwertvergleicher zustände, Daten und Störungen direkt In der Konditionieranlage vereinheit‑ im Schaltschrank anzeigt, darunter die licht das Gebläse einer Umluftanlage aktuellen Prozentwerte, die Betriebs‑ den Feuchtigkeitsgehalt der Dolden auf dauer, Störungen oder den Handbe‑ einen bestimmten Prozentwert, indem trieb, und so den Betrieb der Anlage sie diese wieder etwas befeuchtet oder optimieren hilft. Demnächst soll die geringfügig weiter trocknet. Auch die‑ Anlage auf LOGO! 8 hochgerüstet wer‑ sen Vorgang regelt das Logikmodul. Es den, damit über den Webserver die Be‑ vergleicht die Temperatur und Feuch‑ dienung auch vom Smartphone aus er‑ tigkeit der Luft draußen und in der folgen kann. Darre mit den Werten des Hopfens in der Konditionierungsanlage. Je nach Bedarf wird dann über Stellmotoren INFO UND KONTAKT entweder eine Jalousieklappe nach siemens.de/logo draußen geöffnet, um den Hopfen mit [email protected] der feuchteren Außenluft zu befeuch‑ 11 GO! 1/2015 | Klimatechnik Clim Cool Project GmbH, Renningen Prima Klima Hochleistungs-Klimaanlagen in Über tragungswagen stellen sicher, dass die empfindliche Ausrüstung zuverlässig funktioniert und das Personal selbst bei hohen Außentemperaturen effizient arbeiten kann. Basic Controller Simatic S7‑1200 steuern die Kühlsysteme. L Die Clim Cool Project GmbH (CCP) im schwäbi‑ schen Renningen ist auf die Lösung von Aufgaben in der Klima- und Kältetechnik spezialisiert. Dazu zäh‑ len sowohl Gebäude- und Industrieausrüstung als auch Projekte im Sonderfahrzeugbau. Zu Letzeren gehören unter anderem Ü-Wagen von Rundfunk- und Fernsehsendern, für die CCP maßgeschneiderte Lö‑ sungen entwickelt. „Für den stressfreien Einsatz der Sendetechnik sind zuverlässige Kühlsysteme in den Fahrzeugen unerlässlich. Nur so ist sichergestellt, dass sowohl die Ausrüstung als auch das Personal ef‑ fizient arbeiten kann, wenn es im Fahrzeug warm wird“, erläutert Ralf Elsasser, bei CCP verantwortlich für die E-Technik und Automatisierung. iveübertragungen im Fernsehen bieten den Sen‑ deanstalten im hart umkämpften Medienmarkt die Möglichkeit, mit aktueller Berichterstattung zu punkten. Bei Sportveranstaltungen oder Unterhal‑ tungsshows leiten Übertragungswagen (Ü-Wagen) Klimaanlagen permanent in Betrieb die Ton- und Bildaufzeichnungen direkt an die Sen‑ dezentrale weiter. Der Sender integriert sie dort ins Um zu gewährleisten, dass die Mitarbeiter sich im laufende Programm. Die Signale der Liveübertra‑ Ü-Wagen wohlfühlen und die Geräte störungsfrei gung ungestört zur Verfügung zu stellen, erfordert funktionieren, baut CCP die Fahrzeuge mit Anlagen enormen technischen Aufwand. Hierzu transportiert zur Raum- und Geräteklimatisierung aus, die für den der Ü-Wagen umfangreiche Studioausrüstung zum Einsatz unter Umgebungsbedingungen von -25 °C bis Aufnahmeort: Kameras, Stative und Kabel, Misch‑ +40 °C ausgelegt sind. Während Mitarbeiter die Tem‑ pulte und Sendeeinrichtungen. Eine besondere Her‑ peratur an ihren Arbeitsplätzen manuell einstellen, ausforderung ist die optimale Kühlung der gesamten wird die Umgebungstemperatur der elektronischen Sendetechnik in den Fahrzeugen. Geräte automatisch mit einer SPS auf konstantem 12 Klimatechnik | GO! 1/2015 Niveau gehalten. „Wir haben verschiedene Angebote getestet, um herauszufinden, welche Steuerung un‑ sere Aufgaben am besten löst und sich am einfachs‑ ten programmieren lässt. Die Entscheidung fiel ein‑ deutig für die Simatic S7‑1200 aus“, berichtet Elsasser. Wenn das Fahrzeug am Sendeort steht, läuft die gesamte Sendetechnik kontinuierlich im Stand-byModus. Es wäre zu zeitaufwendig, die Geräte abends herunter- und am nächsten Morgen wieder hochzu‑ fahren. Dies setzt aber auch den permanenten Be‑ trieb der Klimaanlagen voraus. SPS sendet Alarmmeldung aufs Handy An die Analogeingänge der SPS sind Temperatursen‑ soren und Sollwertgeber für die Kühlstationen ange‑ schlossen, deren Werte die Anlagen steuern. Der Mit‑ arbeiter, der nach der Sendung als letzter das Fahr‑ Über ein Simatic Touchpanel lässt sich die Klimaanlage komfortabel bedienen zeug verlässt, aktiviert eine Überwachungsfunktion. Sobald ein Sensor einen Temperatur-Grenzwert de‑ tektiert, sendet die Steuerung eine Alarmmeldung an ein Handy des Bereitschaftspersonals. Zehn Minu‑ ten später schaltet die SPS die gesamte Stromzufuhr aus Sicherheitsgründen ab. Step 7 ist die gemeinsame Plattform für das Engi‑ neering der Simatic S7‑1200 und der Simatic HMI Basic Panels. Die hochauflösenden 15-Zoll-Displays mit Touch-Bedienung lassen sich optimal an die CCPApplikationen anpassen, um die Klimaanlagen im Fahrzeug grafisch zu überwachen und zu steuern. Bevor Elsasser die Software auf den Controller lädt, führt er funktionale Programmtests durch. Die Simu‑ lation verkürzt die Inbetriebnahmezeit und verrin‑ gert damit die Kosten. Bei späteren Programmände‑ rungen, beispielsweise dem Anpassen von Grenz‑ werten, überträgt er die geänderten Programme per Notebook in die Steuerung oder sendet sie per E-Mail zum Kunden, der sie mithilfe des Simatic DownloadManagers auf den Controller überspielt. CCP Komfortables und durchgängiges Bedienkonzept Vollgepackt mit empfindlicher Technik: ein voll klimatisierter Ü-Wagen des Bayerischen Rundfunks Für flächendeckende Vertriebs- und Serviceaktivitä‑ ten setzt Siemens auf die enge Zusammenarbeit mit Vertriebspartnern, die jeweils gut mit den lokalen Anforderungen und Gegebenheiten auf Kundenseite vertraut sind. Ein solcher ist die Löffelhardt GmbH in Fellbach. Dazu Ralf Elsasser: „Löffelhardt verfügt über das passende Know-how in der Automatisie‑ rung und geht flexibel auf unsere speziellen Anfor‑ derungen ein.“ Der Klimatisierungsexperte betont, dass CCP zwar vom Elektrogroßhändler beliefert werde, aber bei der Klärung technischer Fragen auch bei Siemens stets ein offenes Ohr fände. „Ein weiteres Entscheidungsmerkmal war für uns das Engineering-Framework TIA Portal mit seinem komfortablen und durchgängigen Bedienkonzept“, fährt der Automatisierer fort. Beeindruckt zeigt er sich vor allem von der Programmierung der HMITouchpanels mit WinCC flexible, der HMI Engineering Software des TIA Portals: „Die Software ist benutzer‑ freundlich, selbsterklärend und intuitiv zu bedienen. Die einzelnen Objekte lassen sich per Drag-and-Drop auf dem Touchpanel platzieren. Man weist ihnen Er‑ eignisse zu, zum Beispiel welche Aktion beim Auslö‑ sen auszuführen ist, und wählt die entsprechende Variable aus.“ Step 7 und WinCC flexible sind mitein‑ ander verknüpft und über die einheitliche Oberflä‑ che bedienbar. Elsasser betont: „Ich habe schon ei‑ nige Lösungen getestet, aber die HMI-Programmie‑ rung mit WinCC flexible ist unschlagbar.“ CCP INFO UND KONTAKT siemens.de/S7‑1200 [email protected] 13 Heim Geraetebau Heim Gerätebau GmbH & Co. KG, Uelzen unpict.com / P. Schwarzl Süße Köstlichkeiten Bäckereien in aller Welt arbeiten täglich erfolgreich mit Siedebackautomaten von Heim Gerätebau. Handwerkliche Qualität und die Zuverlässigkeit der Anlagen sowie ihre Automatisierung mit Simatic S7‑1200 stellen stets gleichbleibende Backergebnisse sicher. S ie erfreuen sich vor allem zu Silvester und zur Faschingszeit großer Beliebtheit: Berliner oder Krapfen ohne und mit Füllung aus Konfitüre, Schokolade oder Vanillecreme, glasiert und ungla‑ siert. Die Siedegebäcke, wie sie im Fachjargon hei‑ ßen, sind aber auch in vielen Variationen internatio‑ nal und jahreszeitenunabhängig weit verbreitet. Das Ausbacken der süßen Teilchen erfolgt in Fettback geräten mit großflächigen Becken, in deren Böden eingelassene elektrische Heizelemente die Frittier‑ fette auf Temperaturen zwischen 140 und 180 Grad Celsius erhitzen. 14 Die Heim Gerätebau GmbH ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Anlagen der Sie‑ debacktechnik. Unter dem Namen Jufeba fertigt das im niedersächsischen Uelzen ansässige Unter‑ nehmen Tisch- und Standgeräte, computergesteu‑ erte Kompakt- und Durchlaufanlagen sowie Fett filter und Gebäckfüller. Aushängeschild des Geräte‑ bauers ist die neue Generation automatischer Siedeback-Durchlaufanlagen, mit denen sowohl kleine Gebäcke wie Minispritzkuchen als auch große Gebäcke wie Krapfen oder „Ausgezogene“ produ‑ ziert werden. Siemens AG, J. Koch Backautomaten | GO! 1/2015 Mit Simatic S7‑1200 werden die Backprozesse der automatischen Siedeback-Durchlaufanlagen in der SPS abgebildet Im Boden integrierte elektrische Heizelemente erhitzen die Frittierfette in den großflächigen Becken der Fettbackgeräte auf 140 bis 180 °C „Mit der Automatisierung unserer Anlagen haben wir vor rund sieben Jahren begonnen“, erzählt Tho‑ mas Hoffmann, bei Heim Gerätebau zuständig für E-Technik und Programmierung. „Zunächst haben wir Logikmodule LOGO! der Reihe 0BA6 eingesetzt, gefolgt von Modellen der Baureihe 0BA7. Die neuen Siedeback-Durchlaufanlagen rüsten wir allerdings mit Simatic S7‑1200 aus, um die verschiedenen Back‑ prozesse mit einer SPS abzubilden. Außerdem woll‑ ten wir den Bäckereien die Bedienung der Anlagen mit großen Touch Panels erleichtern. LOGO! unter‑ stützte zum Zeitpunkt des Umstiegs auf Simatic S7‑1200 noch keine externen Bildschirme“, so der Automatisierungsfachmann. „Schließlich wollten wir nur noch eine Projektierungs-Oberfläche verwenden, um nicht ständig zwischen den Systemen wechseln zu müssen. Auch der Service und die Lagerhaltung ließen sich durch die Vereinheitlichung optimieren.“ Touch Panel, einem Eingangssimulator, einem Ether‑ net-Verbindungskabel zum Programmiergerät sowie dem Zugang zur Projektierungsoberfläche Step 7 Basic eine gute Möglichkeit, die Programmierung, Bedienung und Inbetriebnahme der SPS praxisnah zu üben“, sagt Hoffmann. „Heute haben wir ein in den Grundfunktionen für alle Anlagen gleiches Programmpaket, das wir aber kundenspezifisch anpassen können“, ergänzt Hoff‑ mann. Die Einbindung der Steuerung in das Konzept „Totally Integrated Automation“ (TIA) erlaubt ihm den Zugriff auf die Programmiersoftware Step 7 Basic. TIA Portal stellt ihm die Werkzeuge bereit, mit denen er die Automatisierungsanwendungen erstellt und bedarfsgerecht anpasst. Vorteilhaft ist vor allem das Bibliothekskonzept. Es erleichtert und beschleunigt die Umsetzung der verschiedenen Automatisie‑ rungsaufgaben, da sich die Funktionsbausteine der Bibliothek direkt in die Programme einbauen lassen. Engineering-System für komfortables Im Zuge der S7‑Einführung besuchte Hoffmann einen dreitägigen Lehrgang aus dem Siemens-Trai‑ Erstellen und Anpassen der Anwendungen ningsangebot Sitrain. Hier lernte er die Funktions‑ „Simatic S7‑1200 erschien uns optimal geeignet zur vielfalt sowie die Bedienung und Programmierung Lösung der erweiterten Anforderungen“, begründet der Micro-SPS näher kennen. Ebenso wurde der Um‑ Christoph Zaleski, Leiter für Montage und Fertigung gang mit dem Engineering-System Simatic Step 7 bei Heim Gerätebau, den Umstieg. „Der modulare Basic vermittelt. Während des Kurses konnte er das Aufbau der Steuerung eröffnete die Möglichkeit, die theoretische Wissen durch praktische Übungen mit verschiedenen Geräte mit einem SPS-Modell zu be‑ den Automatisierungskomponenten vertiefen. „Der stücken.“ Um schnell an anwendbares Know-how zu Kurs hat gezeigt, wie man die SPS effektiver nutzen kommen, bestellte Hoffmann ein Simatic S7‑1200 und die Programme schneller in Betrieb nehmen Starter-Kit. „Nach der Methode ‚auspacken, anschlie‑ kann“, fasst Hoffmann seine (positiven) Erfahrungen ßen, loslegen‘ bot uns das Einstiegspaket mit CPU, mit Sitrain zusammen. 15 Siemens AG, J. Koch GO! 1/2015 | Backautomaten Über die Touch Panels an den Anlagen lassen sich die einzelnen Backprogramme aufrufen Steuerung überwacht die Backabläufe und sichert optimale Ergebnisse „Die Backprogramme, in denen Parameter wie Tem‑ peratur und Backzeit entsprechend der Gebäckart hinterlegt sind, lassen sich über die Touch Panels an den Anlagen aufrufen“, erläutert Zaleski. „Der Bäcker wählt das Produkt, beispielsweise Berliner, Quark‑ bällchen oder Donuts aus. Er legt die Teiglinge in die Aufnahmevorrichtung des Frittierers und senkt sie ab, sodass die Teiglinge auf der Oberfläche des hei‑ ßen Fetts schwimmen. Der Deckel der Fettwanne schließt sich und das Programm wird gestartet.“ Wenn beispielsweise die Berliner auf der Unterseite die gewünschte Bräune erreicht haben, werden sie automatisch gedreht und die Oberseite gebacken. Nach Ablauf der Backzeit hebt die Anlage sie aus dem heißen Fett und setzt sie auf einem Backblech ab. Vor Ort erhält der Bäcker eine Einführung in die B edienungsabläufe der Anlage. Zaleski weiter: „Er bekommt gezeigt, wie er durch die passenden Ein‑ stellungen optimale Ergebnisse erzielt. Die Steue‑ rung überwacht die Backabläufe und informiert ihn über die Produktionsmenge oder das Ende der Back‑ zeit. Sie zählt die Gebäcke und steuert die Heiz-, Transport- und Wendevorrichtungen.“ Die SPS wird bedarfsgerecht eingestellt und passwortgeschützt, sodass nur der Produktionsleiter die Werte verändern 16 kann. Da die von Heim Gerätebau hergestellte Bäcke‑ reitechnik weltweit installiert ist, hat schneller und zuverlässiger Service zentrale Bedeutung. Die Tech‑ niker greifen zur Wartung beispielsweise via Internet auf die Anlagen zu. Das spart Zeit und Anfahrtswege. Wünscht eine Bäckerei die Anpassung der Rezeptu‑ ren, wählt Hoffmann sich per Fernwartungsgerät ein und nimmt die Änderungen vor. „Ich bin nach wie vor begeistert von der Leistungs‑ fähigkeit der Simatic S7‑1200 Controller bei der Automatisierung unserer Anlagen“, schwärmt Hoff‑ mann. Für ihn ist die Simatic Steuerung perfekt zu‑ geschnitten auf die Anforderungen und sehr flexibel bei der Vernetzung von Controllern, HMI-Panels und Engineering-Komponenten. Und neben der Online‑ hilfe sind die verschiedenen Internetforen sehr nütz‑ lich: „Man findet in den Beiträgen schnell die passen‑ den Antworten auf alle Fragen zur Steuerung und Programmiersoftware.“ INFO UND KONTAKT Trainingsangebot unter: siemens.de/sitrain Informationen zur S7-1200 und Starter Kits unter: siemens.de/s7-1200 [email protected] Publicis, G. Fürstenberger Auf der POWTECH 2014 in Nürnberg stellte Jacob die neue Drehrohrweiche erstmals vor Fr. Jacob Söhne GmbH & Co. KG – Jacob Rohrsysteme Ingenieurbüro Güldenmeister Sicher verteilt 17 GO! 1/2015 | Rohrverteilersystem Lebensmittelsicherheit wird hier großgeschrieben: Die neue Food-GradeLinie, ein modulares Rohrverteiler system von Jacob Rohrsysteme, erfüllt erstmals in ihrem Marktsegment sowohl die strengen europäischen als auch die amerikanischen Anforderungen. Mit Simatic S7‑1200 gelang bei den Drehrohrverteilern zudem ein Quali tätssprung in puncto Steuerung hin zu größerer Effizienz und Flexibilität. D ie Fr. Jacob Söhne GmbH & Co. KG mit Haupt‑ sitz in Porta Westfalica ist mit ihren 40 Reprä‑ sentanzen, 450 Mitarbeitern und mehr als 5.000 Artikeln heute Weltmarktführer bei modularen Rohrsystemen für Entstaubungs- und Abluftanlagen sowie Laufrohrsysteme für das Handling von Schütt‑ gut: Die Mehrwegeverteiler für die chemische oder Nahrungsmittelindustrie können Schüttgut je nach Bedarf über bis zu 2 × 20 verschiedene Ausläufe auf entsprechend viele Silos verteilen. Anderen ist man immer ein entscheidendes Stück voraus: Die neuen Food-Grade-Drehrohrverteiler aus hochwertigem Edelstahl, die es auch in ATEXAusführung gibt, erfüllen als erste Produktlinie auf dem Markt sowohl die strenge europäische Verord‑ nung EG 1935/2004 als auch die amerikanische FDA- Innenraumüberwachung per Simatic HMI Comfort Panel TP1900 18 Lebensmittelrichtlinie für den Kontakt mit Lebens‑ mitteln. Zusätzlich sind alle Dichtungen, wie z. B. Bördeldichtringe und Ringdichtungen metalldetek‑ tierbar. Sollten Dichtungsteile aus welchen Gründen auch immer in den Produktionsprozess gelangen, können diese mithilfe von Metalldetektoren vollstän‑ dig ausgeschleust werden. So werden Lebensmittel wie beispielsweise Milchpulver – und letztendlich die Endverbraucher – optimal vor Verunreinigungen ge‑ schützt, wenn das Schüttgut über das Teleskoprohr des Verteilers nach Bedarf in unterschiedliche Silos geleitet wird. Exakt dank Geber und High-Speed-Counter Dazu kommt bei den Food-Grade-Mehrwegevertei‑ lern ein Qualitätssprung in puncto Steuerung, opti‑ onal in Verbindung mit vielfältiger Sensorik und Messtechnik vom Druck-, Temperatur- und Feuchtig‑ keitssensor bis hin zum Füllstandmelder und Durch‑ flussmengenmesser. Die bisherige konventionelle Schütz- und Relaissteuerung mit mechanischen End‑ schaltern wurde durch Simatic S7‑1200 abgelöst. Dank der schnellen Zähler (High-Speed-Counter) der SPS lässt sich die Ist-Position des Teleskoprohrs über den angeschlossenen Inkrementalgeber berüh rungslos abfragen. Der Simatic S7‑1200 Controller steuert einen Frequenzumrichter Sinamics V20 1 AC 230 V an, der den Motor schonend anfährt sowie bremst, und lässt das Teleskoprohr bis zum vorgegebenen Sollwert fahren, um es dort dann pneumatisch präzise auf den Auslauf zu senken. Zugleich werden die anderen, ungenutzten Ausläufe zum Schutz vor Verunreinigungen staubdicht ge S. Güldenmeister Rohrverteilersystem | GO! 1/2015 Publicis, G. Fürstenberger Per Smartphone lässt sich die Drehrohrweiche auch aus der Ferne steuern und überwachen deckelt. Während sich das Rohr bewegt, dichten Schlauchquetschventile oder Kugelhähne die Aus‑ gänge für den Fall eines Rückstaus ab. So ist immer nur der Ausgang offen, der gerade genutzt wird. Mehr Produktivität auf allen Seiten Patrick Jacob (li.), geschäftsführender Gesellschafter der Fr. Jacob Söhne GmbH & Co. KG, mit Jörg Schlamilch (Mitte), Promotor bei Siemens, und Stefan Güldenmeister, Ingenieurbüro Güldenmeister ten Webserver dar. Auf dem Comfort Panel TP1900 wird die Drehrohrweiche in Echtzeit als fotorealisti‑ scher 3-D-Film synchron zu ihrer tatsächlichen Be‑ wegung visualisiert. Neben dem Comfort Panel kann die Drehrohrweiche auch per Smartphone oder PC über einen Webbrowser gesteuert und überwacht werden. Über den Access Point Scalance W761 kann sich der Kunde direkt über WLAN auf die Webseite der Drehrohrweiche einloggen. Auf Display und Webseite werden Betriebs-, Wartungs- und Störmel‑ dungen sowie Messwerte und das Kamerabild ange‑ zeigt. Alternativ zum Comfort Panel TP1900 kann für kleinere Anwendungen auch das Basic Panel KTP400 angeboten werden. Mit der optionalen Kamera wird der Innenraum auf Verschmutzungen überwacht. Dies kann im Fehler‑ fall bei der Ursachensuche unterstützen, falls der Drehrohrverteiler schwer erreichbar montiert ist. Schaltschrank, Display, Messtechnik und Kamera können optional mit ATEX (Explosionsschutz) und EHEDG-Zulassung (Hygiene) geliefert werden. Publicis, G. Fürstenberger Die neue Lösung bringt viele Vorteile: „Der Aufwand zur Umsetzung ist ungleich geringer, die Effizienz und letztlich die Produktivität sind höher“, betont Stefan Güldenmeister, der für das Engineering der neuen Steuerung verantwortlich zeichnet. „Zuvor mussten bis zu 40 Endschalter montiert, elektrisch verdrahtet und einzeln eingestellt sowie getestet werden.“ Damit keine Lebensmittel in den Verteiler gelangen und dort verderben, muss das Verteilungsrohr den jeweiligen Ausgang millimetergenau abschließen. Diese Genau‑ igkeit könnte durch die Abnutzung der mechanischen Endschalter im Laufe der Zeit leiden und musste durch rechtzeitige Wartung vermieden werden. SPS und Drehgeber hingegen g ewährleisten eine hohe Genau‑ igkeit wartungsfrei über viele Jahre. „Zudem ist es jetzt auch möglich, das Rohr gegen Optionen für jeden Bedarf den Uhrzeigersinn zu bewegen“, ergänzt Patrick Jacob, geschäftsführender Gesellschafter bei Jacob. „Der vielleicht größte Vorteil der neuen Lösung ist „Lässt sich beim Silo- oder Produktwechsel der Aus‑ ihre Variabilität, da sie sich praktisch jedem Kunden‑ gang rechts neben dem belegten auf kürzestem Weg bedürfnis anpassen lässt“, freut sich Patrick Jacob. anfahren, bringt das wiederum beim Kunden Pro Die Simatic S7‑1200 kommuniziert im industriellen duktivitätsgewinne.“ Jacob und damit der Endkunde Umfeld über Profinet, Profibus und WLAN. Eine An‑ sparen Kosten und auch Platz für Endschalter, steuerung über die Digitaleingänge der S7‑1200 im Schütze und Relais. BCD-Code ist alternativ ebenfalls möglich. Die Steue rung lässt sich leicht in übergeordnete Produktions‑ Immer umfassend informiert prozesse einbinden. Die Messtechnik und die Sensorik wurden bedeutend ausgebaut und auf den neuesten Stand gebracht. Die erfassten Betriebsdaten wertet die Simatic S7‑1200 aus und stellt sie über ihren standardmäßig integrier‑ INFO UND KONTAKT siemens.de/S7‑1200 [email protected] 19 GO! 1/2015 | Sternwarte Technische Berufliche Schule 1 (TBS 1) und IUZ Sternwarte, Bochum Immer auf Empfang Die Sternwarte Bochum mit ihrem Institut für Umwelt- und Zukunftsforschung (IUZ) ist eine wichtige Forschungs- und Weiterbildungseinrichtung des Landes NordrheinWestfalen und als Partner der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA auch international gefragt. Beim Wiederaufbau einer Satellitenempfangsstation hat sich eine Simatic S7‑1200 für die Steuerung als perfekte Lösung erwiesen. A uf dem weitläufigen Gelände der Sternwarte mit der Kuppel des Radoms als markantestem Blick‑ fang steht auch ein zwölf Meter hoher Turm, auf dem sich seit Kurzem wieder eine Antennenanlage befindet. Wie von Zauberhand bewegt folgt der Para‑ bolspiegel mit seinen eineinhalb Me‑ tern Durchmesser sogenannten polar umlaufenden Satelliten. Diese bewe‑ gen sich dem Auge unsichtbar in 800 bis 1.000 Kilometern Höhe um die Erde und verschwinden meist nach wenigen Minuten wieder hinter dem Horizont. Bei diesem sogenannten „Satelliten Tra‑ cking“ fahren die beiden Getriebemoto‑ ren des Antennendrehgestells den Pa‑ rabolspiegel kontinuierlich genau auf die Position, die der Antenne den bes‑ ten Empfang der Daten und Signale – insbesondere von Wetterbildern – er‑ laubt. Diese geben wertvolle Hinweise bei der Erforschung der Umwelt und des Klimawandels. 20 Nachlauf in Echtzeit geregelt Eine anspruchsvolle Aufgabe, die nach dem Retrofit der Antennenanlage durch eine Simatic S7‑1200 mit CPU 1214C, je einer Digitaleingabe-, Digitalausgabeund Analogausgabebaugruppe, Kommu nikationsbaugruppen CM 1241 RS232 sowie CM 1243-5 Profibus DP-Master sowie einem Netzteil Sitop PSU 100L zuverlässig erfüllt wird. Nachdem die Anlage über einen in Bezug auf die Erd‑ oberfläche ortsfesten geostationären Satelliten kalibriert worden ist, erhält die SPS nun per TPC/IP von einem über‑ geordneten Bahnrechner die Bahnlauf‑ daten des jeweiligen polarumlaufenden Satelliten einschließlich der genauen Uhrzeit und fährt diesem permanent und kontinuierlich nach. „Die Echtzeit‑ fähigkeit der Simatic S7‑1200 ist hier ein großes Plus“, begeistert sich Thilo Elsner, der Leiter des IUZ/Sternwarte Bochum. „Die frühere bloße Ablauf‑ steuerung hatte uns bei der Program‑ mierung enorme Probleme aufgege‑ ben.“ Ein Datenbaustein in der SPS wandelt die Daten des übergeordneten Rech‑ ners verarbeitungsfähig um und die SPS gibt den Drehzahlreglern der beiden Antriebe für die astronomischen Koor‑ dinaten Azimut (horizontale Ausrich‑ tung) und Elevation (vertikaler Winkel zwischen Horizont und Antennenrich‑ tung) die benötigte Spannung und damit Geschwindigkeit sowie die Dreh‑ richtung vor. Die Transistor-Drehzahl‑ steller regeln dann die 0 bis 24 V DC Ver‑ sorgungsspannung abhängig von der Eingangsspannung von 0 bis 10 V DC, die ihnen die SPS über ihren PID-Regler und die Analog-Ausgänge vorgibt. Zwei Absolutwertgeber melden der Simatic S7‑1200 über Profibus DP die angefahrene Position und ermöglichen eine Nachregelung, wenn die vorgege‑ bene Position noch nicht erreicht ist. Fotolia / marusja2 Siemens AG, G. Fuerstenberger Sternwarte | GO! 1/2015 Zu Recht stolz auf das gelungene Retrofit: die angehenden staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik Thomas Glowin, Christian Czoske und Salih Laluti (von links) Währenddessen ruft die Steuerung schon die nächste Position auf und gibt frühzeitig den Befehl, diese zum vorge‑ gebenen Zeitpunkt anzufahren. Zur Montage und für Servicearbeiten gibt es zusätzlich auch eine portable Hand‑ steuerung. „Es entstand ein System, das uns auch als Referenz für künftige Projekte dienen kann“, wie Thilo Elsner betont. Spannendes Ausbildungsprojekt Zu verdanken ist die innovative Lösung der Kooperation des Bildungspartners IUZ und der Technischen Beruflichen Schule 1 (TBS 1) der Stadt Bochum: Ent‑ wickelt und umgesetzt haben das unge wöhnliche, von Siemens unterstützte Projekt fünf angehende staatlich ge‑ prüfte Techniker der Fachrichtung Elek‑ trotechnik, die alle bereits eine Erstaus‑ bildung hinter sich haben und berufs‑ tätig sind. „Die Satellitenempfangsanlage hat‑ ten wir im Jahr 2001 erstmals in Betrieb genommen“, erzählt Thilo Elsner, Leiter des IUZ Sternwarte Bochum, die Vorge‑ schichte. „Nach ihrem durch Korrosion und Folgeschäden verursachten Total‑ ausfall entschlossen wir uns dann im letzten Jahr, sie wieder neu aufzu‑ Projektdokumentation ist nun auch bauen.“ Dabei war schnell klar, dass die eine hervorragende Visitenkarte für frühere Insellösung mit Platinensteue‑ künftige Arbeitgeber.“ rung und Inkrementalgebern nicht wie‑ derhergestellt werden sollte. „Sie war Komfortables Engineering störanfällig, weder witterungsbestän‑ dig noch dauerbelastungsfähig. Des‑ Neben für die Lösung wichtigen Funk halb wollten wir die Anlage heutigen tionalitäten der Simatic S7‑1200 wie industriellen Standards anpassen – mit dem selbstoptimierenden PID-Regler, einer kompakten SPS des Marktführers der Profibus-Kommunikation oder auch Siemens. Auch Probleme mit der War‑ dem frei programmierbaren Webserver tung und Ersatzteilen würden wir dann lernte das Team im Projektverlauf vom nicht mehr haben.“ Februar bis zum Juni vergangenen Jah‑ Für die teils bereits Siemens- und res besonders auch das komfortable En‑ SPS-erfahrenen Facharbeiter war das gineering mit dem TIA Portal schätzen: Projekt eine willkommene Herausfor‑ „Obwohl wir noch nicht damit gearbeitet derung: „Für mich bestand der Reiz hatten, benötigten wir keine Schulung, darin, dass es mit Raumfahrttechnik da wir schon mit der Step 7-Welt ver‑ zu tun hat und nichts Alltägliches traut waren“, so Christian Czoske. „Nach‑ ist“, sagt der gelernte Energieelektro‑ dem wir beispielsweise die Absolutwert‑ niker Fachrichtung Betriebstechnik geber an die SPS angeschlossen hatten, Patrick Hoffmann. Und für Christian mussten wir nur die GSD-Datei des Her‑ Ullrich und Christian Czoske mit der stellers im TIA Portal eingeben und die gleichen Erstausbildung war von vorn‑ Steuerung wusste schon, was sie zu tun herein klar, dass das Projekt eines mit hatte. Da spart man sich eine Menge einer Simatic S7 sein musste: „Hier Zeit und Nerven!“ konnten wir nicht nur planen, sondern die Automatisierung auch zum Laufen INFO UND KONTAKT bringen.“ Ihr Lehrer und Abteilungs siemens.de/s7-1200 leiter der Fachschule für Technik an [email protected] der TBS1, Wolfgang Rode, betont: „Die 21 GO! 1/2015 | Produkte LOGO! 8 Kommunikationsmodul D as neue Kommunikationsmodul Typische Anwendungen für Stationen für LOGO! CMR2040 unterstützt mit LOGO! CMR: die Fernkommunikation (Remote- • Überwachung, Alarmierung Kommunikation) über das Mobilfunk‑ und Steuerung von dezentralen netz mit den neuen Logikmodulen Anlagen per SMS, z. B. Füll LOGO! 8. So können dezentrale Anla standüberwachung eines gen per SMS überwacht und gesteuert Behälters oder Alarmmeldungen gesendet wer • Steuerung von Jalousien, Licht, den. Mit dem LOGO! CMR2040 wird Strom in Gebäuden oder Steuern LOGO! 8 an den neuesten Mobilfunk‑ der Gartenbewässerung per SMS standard der 4. Generation LTE (Long • LOGO! als Steuereinheit für Term Evolution) angebunden. Das LOGO! Kirchturm- oder Schuluhren mit CMR2040 bietet die gleichen Funktio‑ regelmäßiger Zeitsynchronisation nen wie LOGO! CMR2020, ermöglicht • Containertracking: Per SMS aber den Einsatz in den Regionen, in werden Positions- und zusätzliche denen nur noch der neue Mobilfunk‑ Daten wie z. B. aktuelle Tempe standard LTE verfügbar ist. Eine Fall‑ raturwerte in einem Container back-Funktion ermöglicht den Einsatz bei der Logo!-Station abgefragt des Moduls auch für die Mobilfunkstan‑ und über das LOGO! CMR dards UMTS und GPSR über GSM. übermittelt. Siemens AG SMS-Kommunikation über LTE Für den Einsatz des LOGO! CMR2020 und des CMR2040 müssen die länder‑ spezifischen Mobilfunkzulassungen zwingend beachtet werden: siemens.de/mobilfunkzulassungen. siemens.de/logo Simatic S7‑1200 D ie Basic Controller Simatic S7‑1200 gibt es nun auch für fehlersichere Aufgaben. Mit den Failsafe-CPUs 1214FC und 1215FC sowie den zugehörigen fehlersicheren I/O-Modulen ist jetzt auch im unteren Leistungsbereich der Simatic Steuerungen eine integrierte Safety-Lösung verfüg‑ bar. Dank des einheitlichen Engineerings im TIA Portal kön‑ nen nun auch fehlersichere Programme von einer Simatic S7‑1200 auf eine Simatic S7‑1500 ganz einfach portiert wer‑ den. Mit der neuen Version 4.1 der Simatic S7‑1200 wurde auch der Funktionsumfang erweitert. So verfügt sie nun wie bereits die Simatic S7‑1500 über ein Optionenhandling im Zentralaufbau, das einen flexiblen Aufbau von Maschinen er‑ möglicht und beispielsweise im Serienmaschinenbau Ein‑ 22 Siemens AG Einfacher Einstieg in Safety Integrated sparpotenziale bei Erstellung, Inbetriebnahme und Doku‑ mentation bietet. Das neue Technologieobjekt „PID Temp” sorgt für eine optimale Unterstützung bei der Temperatur regelung und das CPU-Backup für eine einfache Wiederher‑ stellung des Maschinenzustands. Mit der Funktion Closed Loop PTO lassen sich geregelte Antriebe realisieren – eine Voraussetzung, um Profinet-Antriebe einzubinden. Verbes‑ sert wurde auch die Integration der S7‑1200 CPs in die Simatic S7‑1200. Anwender können deshalb nun auch auf den CPU-Webserver und die Open User Communication (OUC) über S7‑1200 CPs zugreifen. siemens.de/s7-1200 Magazine Simatic S7 App Mobil überwachen und steuern Mit neuen Funktionen, neuem Design und neuer Bedienoberfläche erscheint Ende April 2015 eine neue Version der Simatic S7 App. D ie App ermöglicht die Identifikation und den Zugriff auf bis zu 50 Netzwerk-CPUs. Neben Simatic S7‑1200 nun auch Simatic S7‑1500 und Simatic ET 200SP. Variablen in Trendkurven und Listen können nun dargestellt und geändert werden. Diagnosedaten lassen sich per E-Mail versenden. Außerdem können CPUs vom Mobilgerät in die Betriebsmodi Start und Stop gesetzt werden. Die App läuft sowohl auf Apple- (ab iOS 5) als auch auf Android-Geräten. Unsere Fachzeitschriften sind ein echter Mehrwert für Ihr eschäft. Egal ob process news, move up, motion world oder G advance: In unseren Fachzeitschriften für alle Bereiche der Automatisierungs- und Antriebstechnik sind Information und Technik interessant aufbereitet, aktuell recherchiert und in Anwendungsbeispielen beschrieben. So sind Sie als Anlagen betreiber oder Maschinenbauer immer bestens informiert – speziell zugeschnitten auf Ihre Branche. Sie wollen einen interessanten Titel nicht mehr verpassen? Dann bestellen Sie am besten gleich ein kostenloses Abonnement Ihres Fachmagazins. siemens.de/industriemagazine Aktuelle Newsletter Siemens bietet Ihnen elektronische Newsletter zu verschiedenen Themen als Abo an, zum Beispiel den Totally Integrated Automation Newsletter. Sie finden den Newsletter unter siemens.de/industry-newsletter. Über E-Mail werden Sie über Hard- und Softwareneuheiten, Dienstleistungen, Applikationsbeispiele, wichtige Termine und Veranstaltungen zum Thema Totally Integrated Automation informiert – elektronisch und immer topaktuell. Tragen Sie sich einfach mit Ihrer E‑Mail- Adresse ein. siemens.de/industry-newsletter Impressum: GO! 1/15 Herausgeber: Siemens AG Division Digital Factory Factory Automation Gleiwitzer Straße 555 90475 Nürnberg DEUTSCHLAND siemens.de/go siemens.de/S7‑1200 Verantwortlich: Heinz Eisenbeiss Siemens AG Redaktionsleitung: Josef Ploch Verlag: Publicis Pixelpark Publishing Postfach 32 40, 91050 Erlangen [email protected] Redaktion: Dorit Gunia, Robert Engelhardt, Marion Schwab Druck: Wünsch, Neumarkt Auflage: 22.600 Erscheinungsweise: zweimal jährlich; 19. Jahrgang INFO siemens.de/simatic2go siemens.de/s7-1200 © 2015 by Siemens Aktiengesellschaft München und Berlin. Alle Rechte vorbehalten. ISSN 1434-7008 (Print) Artikelnummer: DFFA-M10019-00 Industrial Security-Hinweis: Es sind geeignete Schutzmaßnahmen (u. a. Industrial Security, z. B. Netzwerksegmentierung) zu ergreifen, um einen sicheren Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Weitere Informationen zum Thema Industrial Security finden Sie im Internet unter: siemens.de/industrialsecurity Diese Ausgabe wurde auf Papier aus umweltfreundlich chlorfrei gebleichtem Zellstoff gedruckt. Wenn Sie der Zusendung der GO! gemäß des Widerspruchsrechts des Bundesdatenschutzgesetzes § 28 IV, Satz 1 BDSG widersprechen möchten, senden Sie eine E-Mail unter Angabe Ihrer Adresse an: [email protected] Die folgenden Produkte sind eingetragene Marken der Siemens AG: ET 200, S7-1200, S7-1500, SCALANCE, Siemens LOGO!, SIMATIC, SIMATIC Safety Integrated, SINAMICS, SIRIUS, SITOP, SITRAIN, STEP, TIA Portal, Totally Integrated Automation (TIA), WinCC Wenn Markenzeichen, Handelsnamen, technische L ösungen oder dergleichen nicht besonders erwähnt sind, bedeutet dies nicht, dass sie keinen Schutz genießen. Die Informationen in diesem Heft enthalten lediglich allgemeine Beschreibungen bzw. Leistungsmerkmale, welche im konkreten Anwendungsfall nicht immer in der beschriebenen Form zutreffen bzw. welche sich durch Weiterentwick lung der Produkte ändern können. Die gewünschten Leistungsmerk male sind nur dann verbindlich, wenn sie bei Vertragsschluss ausdrücklich vereinbart werden. Printed in Germany 23 ANZEIGE FOLGT siemens.de/logo LOGO! 8 Einfach. Genial. Einfach mehr. Das Logikmodul Neues Design, neue Hardware, neue Software: Das perfekte intelligente Logikmodul für Schalt- und Steuerungsaufgaben in kleinen Automatisierungsprojekten startet in die nächste Generation! Mit LOGO! 8 lassen sich Automatisierungslösungen für einfache Maschinen oder Anlagen, in der Gebäudeautomatisierung und auch für Anwendungen im privaten Bereich noch schneller, einfacher und bequemer realisieren. Die neue LOGO!-Generation erfüllt nahezu alle Kundenwünsche bei vereinfachtem Handling. Sie überzeugt durch: • innoviertes LOGO!-Display: jetzt doppelt so viele Zeichen pro Meldung zur klaren Formulierung von Meldetexten und mit wählbarer Hintergrundbeleuchtung, z. B. rot zur optimalen Hervorhebung von Alarmzuständen • eine integrierte Ethernet-Schnittstelle für die gesamte LOGO! 8-Produktfamilie: Kommunikation und Vernetzung so einfach wie nie zuvor • Remote-Kommunikation via Mobilfunknetz: Alarmierung und Fernsteuerung jetzt ganz einfach per SMS • neues externes Textdisplay: mehr als doppelt so viele Zeichen wie bisher und mehr Möglichkeiten dank zweier Ethernet-Schnittstellen • neue, abwärtskompatible Software im neuen Design: genial einfache Bedienung, Projektierung und Programmerstellung im Einzel- und Netzwerkmodus Answers for industry.
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