Rubiales mit den Umbelliferen bei, was gerade den embryolo

Poddubnaja-Arnoldi, Versuch d. Anwendung d. embryolog. Methode usw.
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Rubiales mit den Umbelliferen bei, was gerade den embryolo­
gischen Angaben entspricht, ebenso wie die Verbindung der Compositen mit den Umbelliferen. Embryologisch wird die Ordnung
Umbelliflorae auf folgende Weise charakterisiert: die Samen­
knospe tenuinuzellat mit einem Integument, um den Embryosack
ist ein integumentales Tapetum vorhanden; das Archespor einbis mehrzellig; keine Deckzellen; meistens ein normaler 8 kerniger
Embryosack, selten ein 16kerniger; gewöhnlich 3 Antipoden, doch
nimmt ihre Zahl bisweilen zu; die Antipoden sind gewöhnlich
einkernig, zuweilen mehrkernig; das Endosperm nuklear und
zellulär; das Pollen dreikernig; es ist em Periplasmodium vor­
handen. Fast alle diese Merkmale sind sowohl den Compositen,
wie auch den Rubiales eigen. Freilich stellen alle Systematiker
die Umbelliferen zu den Choripetalen und die Compositen, sowie
die Rubiales zu den Sympetalen. Nach der Meinung von K o s o P o l j a n s k y (1923) kann aber diese Tatsache die Annäherung
beider Familien nicht verhindern, da die Einteilung der Dikotyledonen in zwei Klassen Choripetalae und Sympetalae in unseren
Tagen kaum natürlich erscheinen kann. Einige andere Syste­
matiker, wie z. B. W e t t s t e i n (1924) und H a 11 i e r , haben
dieselbe Meinung ausgesprochen. Außerdem sind in der Ordnung
Umbelliflorae einige mit den Sympetalen gemeinsame Charaktere
zu beobachten: die tenuizellate Samenknospe mit einem Integu­
ment, ein integumentales Tapetum um den Embryosack, das
Nichtvorhandensein der Deckzellen. „Seit der Zeit", schreibt
Koso-Poljansky,
„ w o die höchst künstliche Scheide­
wand —• die Einteilung in Choripetalae und Sympetalae — ein­
geführt war, wurden zwei so nahestehende Familien (die Com­
positen und die Umbelliferen) weit voneinander getrennt, und
selbst die Vergleichung derselben galt als Ketzerei, wenngleich
dagegen Proteste laut wurden ( A g n a r d , E r n s t , H a l l i e r ,
Goroschankin)".
Nach K o s o - P o l j a n s k y (1926)
„ist die Sympetalie nur ein nächstfolgendes morphologisches
Stadium der Choripetalie, allenfalls kein Merkmal sui generis,
kein Anzeichen einer besonderen phylogenetischen Entwicklungs­
richtung. Die Sympetalie ist ein sekundärer Bau und nichts mehr".
W a r m i n g spricht eine ähnliche Meinung aus. Die Ähnlichkeit
der Umbelliferen mit den Compositen gibt uns aber keinen Grund,
die Compositen in die Ordnung Umbelliflorae einzureihen. Es
wäre wahrscheinlich am richtigsten, die Compositen in eine be­
sondere Ordnung auszuscheiden und den Ordnungen Rubiales
und Umbelliflorae nahe zu stellen.
Obgleich wir diese oder jene Familien in bezug auf ihre Embryo­
logie den Compositen nahestehen, so sind wir doch vorderhand
nicht imstande richtig zu beurteilen, welche Familie der Aus­
gangspunkt der Compositen darstellt, sowie darüber Kenntnis zu
gewinnen, o b diese Familie unter den Angiospermen als die allerjüngste zu schätzen ist.
Aus dem oben Dargelegten sehen wir, daß die Meinung der
Mehrzahl der Systematiker über die Verwandtschaft der Com-