Bericht - TSV Handball Herrsching

Sport
Dienstag, 21. Februar 2017 | Nr. 43
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HANDBALL ....................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................
Desaströse Vorstellung
Michael Baumgärtner
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Herrschings Damen gehen bei der SG Biessenhofen-Marktoberdorf mit 14:26 unter
VON CHRISTIAN HEINRICH
Herrsching – Kurt Siglstetter
unternahm nicht einmal den
Versuch, irgendetwas zu beschönigen. Der Herrschinger
Trainer bescheinigte seinen
Handballerinnen einen vollkommen missratenen Auftritt
in Biessenhofen: „Das war eine richtig desaströse Leistung.“ Das Team vom Ammersee musste sich im Allgäu
deutlich mit 14:26 (9:16) geschlagen geben.
Für den TSV bedeutete dies
zwar nicht die höchste Niederlage in dieser Saison, aber
für Siglstetter „das mit Abstand schlechteste Spiel“. In
den vergangenen Jahren waren Herrschings Vorstellungen in Biessenhofen sowieso
ein Kapitel für sich. Der TSV
reiste stets mit einem dezimierten Kader in den SüdWesten, wo er dann regelmäßig auf die Mütze bekam. Das
war dieses Mal nicht anders.
Nur fehlte dem Tabellenelften
der Landesliga Süd jeglicher
Wille zur Gegenwehr. „In der
Schule würde man sagen, wir
waren bemüht“, räumte Siglstetter ein. Im Wettkampfsport
bezeichnet man diesen Zustand mit der Vokabel chancenlos.
Der gesamten Mannschaft
fehlte die letzte Konsequenz,
um im Allgäu wenigstens
noch ein akzeptables Ergebnis mitzunehmen. Dabei hätte ein Punktgewinn beim
Ranglistensechsten dem Ab-
stiegskandidaten sicherlich
neuen Elan für die entscheidenden Wochen nach der Faschingspause verliehen. Aber
dann lief außer bei den Nachwuchsspielerinnen so gut wie
gar nichts beim TSV zusammen. Die Abwehr ließ den
nötigen Biss vermissen und
lud die Gastgeberinnen förmlich zum Toreschießen ein.
„Die haben nichts Besonderes machen müssen, um zum
Erfolg zu kommen“, ärgerte
sich Siglstetter.
Einen noch traurigeren
Eindruck hinterließ seine Offensive. Die schwächelt zwar
schon seit Saisonbeginn notorisch, doch die Ausbeute in
Biessenhofen brachte den
Trainer ins Grübeln. Neun
Treffer erzielte sein Team vor
der Pause und nur fünf danach. „Im Angriff war das
sehr erschreckend.“ Eigentlich war die Partie bereits
nach zwölf Minuten entschieden, als die Spielgemeinschaft auf 6:2 davonzog.
„Wir müssen jetzt wieder
drei Wochen an uns arbeiten“, sagt Kurt Siglstetter.
Während der Faschingsferien
will der nun sein Ensemble
wieder auf Vordermann bringen. Viel darf wirklich nicht
mehr daneben gehen, sonst
erreichen seine zwar bemühten, aber erfolglosen Schülerinnen ihr angepeiltes Klassenziel nicht.
Torschützen: Müller 3, Haller 2, Oberhofer 2, Eglseder 2, Mantel 2/1, Petsch 1,
Niemietz 1, Hermann 1/1,
Oldie Mackeldey
erwischt Sahnetag
Herrsching – Nach ungefähr
40 Minuten war Schluss für
Sean Mackeldey. Trainer
Reinhold Weiher nahm den
Rückraumspieler vom Feld,
der bis dato großen Anteil an
der Führung seiner Herrschinger gehabt hat. So lange
der angeschlagene 37-Jährige
noch fit war, hatte er zehn Tore für seine Mannschaft erzielt und damit wesentlich
zum letztlich souveränen
29:26 (17:15)-Sieg über Immenstadt beigetragen. „Er hat
einen Sahnetag erwischt“,
lobte Weiher den Routinier,
der trotz seines Alters nicht
aus dem Spiel des TSV Herrsching wegzudenken ist. Mit
dem dritten Erfolg in Serie
festigten die Herrschinger
Handballer ihren fünften Tabellenplatz in der Landesliga
Süd und können nun stressfrei dem nächsten Heimspiel
am Freitag gegen den TSV Ismaning entgegensehen.
„Es war ein Match, in dem
wir sehen konnten, wo wir
stehen“, beschrieb der Coach
die Bedeutung der Partie gegen die Allgäuer. Nach der gezeigten Leistung ist klar, dass
das Team vom Ammersee zurecht weit oben in der Rangliste steht. In einer kampfbetonten Partie wichen die
Herrschinger nie zurück.
„Die Mannschaft hat Herz“,
stellte Weiher fest.
Dem Übungsleiter war bewusst, dass das Kräftemessen
mit den Allgäuern kein
Selbstläufer werden würde.
Zu sehr ist der Turnverein unter Druck geraten. „Wenn
man da ein bisschen nachlässt, wird man gnadenlos
bestraft“, sagte der Trainer.
Aber das glückte nicht immer,
weil sich die Gäste zu keiner
Phase der Begegnung geschlagen gaben. Nach sechs
Minuten führten die Herrschinger mit 5:1, aber nur eine knappe Viertelstunde später befanden sich die Immenstädter beim Stand von 9:11
wieder in Reichweite. Auch
als die Gastgeber kurz vor der
Pause mit 16:11 erneut deutlich vorne lagen, kam der
Vorletzte wieder bis auf zwei
Treffer heran.
So ging es nach dem Seitenwechsel weiter. Herrsching
führte nach einer dreiviertel
Stunde mit 23:17, aber nur vier
Minuten später hatte Immenstadt schon wieder vier Treffer
aufgeholt. „Es war ein offener
Schlagabtausch“, stellte Weiher fest. Angst vor einem Fehltritt brauchte er trotzdem
nicht zu haben, weil neben
Mackeldey auch Basti Kircher
und Aladin Huskic jeweils
sechs Treffer markierten.
„Es ist immer noch nicht
safe“, wies Weiher mahnend
darauf hin, dass 21:15 Punkte
noch nicht zum sicheren
Klassenerhalt genügen. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung nun auf die Abstiegszone.
hch
Torschützen: Mackeldey 10/1, Huskic 6,
Kircher 6, Stanglmair 2, Bergmeister 2,
Herz 1, Emmrich 1, Schulze 1/1
Tuchfühlung
auf Rang zwei
Herrsching – Pflichtaufgabe
erfüllt. Die Handballer des
TSV Herrsching II sind in der
Bezirksliga weiter auf dem
Vormarsch. Bei Kellerkind
TSV Murnau feierte der Aufsteiger mit einem 33:22 (15:9)
den fünften Sieg in Folge.
„Bis auf die Chancenauswertung war es ein guter Auftritt“, resümierte Trainer Armin Herle. Allerdings stellte
der Tabellenvorletzte keine
große Herausforderung dar.
„Die haben zwar mit ihrer
sehr jungen Mannschaft gekämpft, waren aber insgesamt
überfordert“, berichtete Her-
le. Hatte Herrsching in der
Vorrunde noch nach einer
ähnlichen Ausgangslage beim
23:23 gegen Kellerkind Peißenberg gepatzt, löste der
Gast die Aufgabe diesmal
souverän. „Eigentlich hätten
wir noch zehn Tore mehr machen müssen“, fügte Herle an.
Sein Team hat vor der Faschingspause weiterhin Tuchfühlung zu Rang zwei. Dies ist
umso erstaunlicher, da die
Mannschaft nicht gemeinsam
trainiert.
toh
Torschützen: Traunspurger 7, Sender 6/1,
Reich-Melichar 6, Schmidt 5/2, Hibler 3,
Hansen 3/3, Spindler 2, Elling 1
HANDBALL
TSV Gilching II
gelingt Derbyerfolg
Dieser Sieg schmeckte besonders süß. Die Handballer des TSV Gilching-Argelsried II fertigten am
Sonntag den TSV Alling in
eigener Halle mit 33:24
(15:13) ab und überholten
damit den Lokalrivalen in
der Tabelle. Dabei mussten die Trainer Jörg Romacker und Axel Bruckmoser im Vorfeld viel Arbeit
verrichten, um trotz der
zahlreichen Ausfälle ein
schlagkräftiges Team auf
die Beine zu stellen. So
half der 40-jährige Matthias Krehl in der Abwehr
aus. „Eigentlich sollte sein
Sohn Maxi spielen, aber
der war krank. Dann
musste halt der Vater ran“,
berichtete
Bruckmoser.
Krehl wurde prompt ein
wichtiger Faktor im Spiel
der Hausherren. „Er hat
die Abwehr sehr gut organisiert und dazu noch
sechs Tore geworfen“, so
Bruckmoser. In der ersten
Halbzeit konnten die Gäste, die mit vielen Fans angereist waren, noch gut
mithalten. Gilching führte
zur Pause nur mit 15:13.
Nach Wiederbeginn legte
die Bezirksoberliga-Reserve aber einen Zahn zu. Mit
vier Toren in Folge bauten
sie den Vorsprung auf
19:13 aus. Bei den Gastgebern brillierte unter anderem Keeper Stefan Kreuzholz, der den glücklosen
Martin Hofmann während
der Partie ablöste.
toh
Herrsching II gewinnt
rekordverdächtig
Treffsicherer Routinier: Der 37-jährige Rückraumspieler Sean Mackeldey netzte gegen Immenstadt zehnmal ein.
TSV Gilching hat gegen Unterpfaffenhofen keine Chance
Trotz der Enttäuschung
über den fehlenden Eifer seiner Spieler fiel das Fazit des
Trainers positiv aus. „Wir haben gut gespielt.“ Das lag
auch daran, dass Herz in
Rechnung stellte, dass mit seinem Sohn Andreas und Maximilian Stöckl zwei Leistungsträger wegen Grippe passen
mussten. „Man hat dann gesehen, dass der eine oder andere nicht ersetzbar ist.“ Aber
dafür schlug sich sein Team
den Umständen entsprechend tapfer, sieht man einmal über die chronischen
Probleme in der Abwehr hin-
SPORT
IN KÜRZE
Torschützen: Lechner 10/5, Mat.
Krehl 6, Schneider 4, Kraisy 3, Hintz
3, Roggenstein 2, Bischoff 2, Mayr 1,
Baumert 1, Sperlich 1
Leistungsträger nicht zu ersetzen
Gilching – Conny Herz
sprach nicht vom Spiel in Unterpfaffenhofen, er klagte mal
wieder über eine völlig frustrierende
Trainingswoche.
„Was willst du da viel machen?“, fragte der Coach der
Gilchinger Handballer, nachdem sich gerade einmal sechs
Akteure in seine Übungsstunde schleppten. Bei einer solchen matten Beteiligung
konnte der Trainer auch
nichts einstudieren für die
Partie beim Tabellenzweiten
der Bezirksoberliga, die dann
auch deutlich mit 25:31
(14:17) in die Binsen ging.
IHRE REDAKTION
weg. „Zu viele leichte technische Fehler“, monierte der
Coach.
„Das ist nicht die Erfüllung“, haderte Herz mit seinem Job, den er zum Saisonende bereits vorzeitig gekündigt hat. Auch mancher seiner
Akteure scheint innerlich bereits abgeschlossen zu haben.
Andere wie Jonas Bichteler
versuchten sich für die nächste Saison zu empfehlen.
Sechs Tore bedeuteten eine
starke Leistung. Und das ohne großes Training.
hch
Torschützen: Bichteler 6, Hofmann 5,
Rapp 4, Kraisy 4/3, Laumer 3, Hintz 3
FOTO: AJ
Unentschieden „ist Gold wert“
Gilchings Damen erkämpfen sich in Mindelheim einen Punkt
Gilching – Nur noch 30 Sekunden waren auf der Uhr verblieben, als Nina Strazicky ihrer Mannschaft einen wichtigen Punkt von der Strafwurflinie bescherte. Sie verwandelte ihren vierten Siebenmeter zum 24:24 (12:12) für den
TSV Gilching. Weil in der verbleibenden halben Minute
auch noch die Abwehr der
Falken dicht hielt, nahmen sie
ein verdientes Unentschieden
aus Mindelheim mit.
„Das ist Gold wert“, freute
sich Trainer Sören Heise über
das Remis. Seine Handballerinnen kleben zwar in der Ta-
belle der Bezirksoberliga weiterhin am achten und damit
drittletzten Platz, haben aber
eine ermutigende Ausgangsbasis vor den letzten drei Saisonspielen gegen Landsberg,
in Bad Tölz und gegen IsarLoisach.
Um Heises Vorgabe von
fünf Zählern zu erfüllen, müssen seine Akteure noch dreimal die Form von der Partie
in Mindelheim erreichen. „Es
hat alles super funktioniert“,
machte der Coach seiner
Mannschaft ein großes Kompliment für eine beherzte
Leistung in einem hart um-
kämpften Spiel. Dass das
Kräftemessen mit einem Remis endete, sah der Übungsleiter als gerecht und als Auszeichnung an. „Es ist ein gewonnener Punkt.“ Den hatten die Gilchingerinnen auch
Daniela Wagner mitzuverdanken. Mit fünf Toren aus
dem Feld heraus avancierte
sie zur gefährlichsten Schützin. Aber auch in der Abwehr
erfüllte sie die Erwartungen
ihres Trainers vollkommen:
„Super Spiel.“
hch
Torschützen: Strazicky 6/4, Wagner 5,
Schneider 2, Haareman 2, Kapeller 2,
Neumann 1, Horstmann 1
Pescenye gerägt ins Schwärmen
SC Weßling spielt in Ottobeuren famos und scheint für den Kracher gegen Gröbenzell gerüstet
Weßling – „Wir hatten vor
der Abfahrt ziemlich viel
Angst.“ Mit mulmigem Gefühl reisten die Handballerinnen des SC Weßling ihrem
Trainer Andras Pecsenye zu
Folge am Samstag zum TSV
Ottobeuren II. Mit Verena
Hadek (Erkältung), Amelie
Haidt (Arbeit) und Patrizia
Häuser (Uni-Veranstaltung)
fehlten gleich drei Stammkräfte. Dazu wollten Hedwig
Wastian und Maria Hausmann direkt von einem Jugendtag nach Ottobeuren
kommen.
Umso begeisterter war
Pecsenye über einen der besten Saisonauftritte seiner
Mannschaft, die gegen einen
guten Gegner unbeirrt ihren
Siegeszug fortsetzte. „Viel
besser als in der ersten Halbzeit können wir nicht spielen“, schwärmte der sonst
eher kritische Pecsenye nach
dem
souveränen
33:22
(20:9)-Erfolg im Allgäu.
An seiner alten Wirkungsstätte präsentierte sich der
SCW in Spitzenspiel-Form.
Am kommenden Samstag
steigt um 16 Uhr in Gröbenzell das entscheidende Duell
um die Meisterschaft in der
Bezirksoberliga. Wenn der
weiter verlustpunktfreie Tabellenführer (jetzt 28:0 Punkte) dabei so auftritt wie über
weite Strecken am Samstag,
sollte er eine realistische
Chance gegen die angriffsstarken Gröbenzellerinnen (die
Drittliga-Reserve hat nach
dem 32:24 in Landsberg weiter nur zwei Punkte Rückstand) haben.
Weßlings Torhüterin Annika Bolkart zeigte trotz Trainingspause unter der Woche
eine enorm starke Leistung,
parierte viele Bälle und leitete
die zweite Welle mit präzisen
Pässen ein. Und auch die anderen Spielerinnen des Sportclubs brillierten. „Da kann
man gar keine hervorheben“,
sagte Pecsenye, dessen Team
zur Pause komfortabel mit
20:9 vorne lag.
Nach 48 Minuten führten
die Gäste bereits mit 32:18
und konnten endgültig in den
Schongang umschalten. „Wir
haben wieder viel ausprobiert“, berichtete Pecsenye.
Das Topspiel kann aus Weßlinger Sicht kommen.
toh
Torschützen: Kweta 8/3, Heitzer 6, V.
Wastian 6/1, Hausmann 5, Ha. Wastian 3,
Blüml 2, He. Wastian 2, Haimerl 1
Was für ein Torfestival.
Die Bezirksliga-Handballerinnen des TSV Herrsching II schossen sich am
Sonntag nach zwei Niederlagen in Folge den
Frust von der Seele. Das
Team von Trainer Sean
Mackeldey gewann das
Heimspiel gegen Schlusslicht TV Immenstadt rekordverdächtig mit 48:13.
„In den ersten Minuten
war es noch ein bisschen
zäh. Dann haben sie mit
einer offenen Manndeckung die meisten Bälle
früh abgefangen“, berichtete die für die erste Mannschaft spielende Benita
Oberhofer, die am Sonntag das Kampfgericht unterstützte. Die Herrschingerinnen kamen so zu vielen leichten Toren per
Tempogegenstoß. Der mit
Abstand höchste Saisonerfolg war den Gastgeberinnen aber noch nicht genug. „Am Ende wollten sie
unbedingt noch die 50-Tore-Marke knacken“, berichtete Oberhofer. Dieses
Kunststück blieb dem TSV
jedoch knapp verwehrt.
Durch den Kantersieg verteidigten die Herrschingerinnen Rang vier knapp
vor dem TSV Murnau. toh
Torschützen: Hering 10, Freymann
9/3, Müller 8/2, Rüttiger 7, A. Petsch
4, Wihan 4, Thurner 3, M. Petsch 1,
Holländer 1, Plesch 1
TSV PERCHTING
Ausschusssitzung
ein Woche früher
Wegen Faschingsdienstag
findet die monatliche Ausschusssitzung des TSV
Perchting-Hadorf bereits
am heutigen Dienstag
statt. Beginn ist um 20 Uhr
im Sportlerheim Perchting.
mib