der rennbahnspion

DER RENNBAHNSPION
Unabhängige Kolumne über die Pferderennsport-Szene – 321. Ausgabe – 21. Februar 2017
Hut ab vor Frederik Tylicki!
Es war vielleicht die schönste Nachricht der vergangenen Woche und sollte allen Mut machen, die große
gesundheitliche Probleme haben: Der gelähmte Jockey Frederik Tylicki kehrt in wenigen Tagen in den Sattel
zurück – für eine Reitstunde!
Wir erinnern uns an den schlimmen Umfall im Oktober 2016 in Kempton: Der 30-jährige Sohn des früheren
Asterblüte-Jockeys Andrezej Tylicki kam damals so schwer zu Fall, dass zwar sein Leben gerettet werden
konnte, er seine untere Körperhälfte aber nicht mehr bewegen kann. Doch Frederik Tylicki, für den eine
immense Spendenaktion in seiner Wahl-Heimat eingeleitet wurde und an der sich auch etliche deutsche
Rennsportfans beteiligt haben, ist ein Kämpfer. Nach vorne zu blicken, das ist seine Stärke.
Und genau das macht er jetzt, der Ex-Jockey, der sich inzwischen in einer Spezialklinik in London befindet.
Gegenüber der BBC erklärte er über seine bevorstehende Reit-Einheit: „Es wird nicht auf einem Rennpferd sein,
sondern etwas langsamer, aber das Leben geht weiiter, und man muss das Beste daraus machen.“
Nachdrücklich versichert Tylicki: „Es gibt nur zwei Wege in dieser Situation. Ich habe mich dafür entschieden,
nach vorne zu streben. Irgendwie geht es vorwärts.“ Nachdem er schon mit elf Jahren erstmals Pferde ritt,
meint er nun: „Das ist wie eine Droge. Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht aufhören.“
Bemerkenswerte Worte von einem jungen Mann, der sich bei dem Sturz in Kempton 18 Rippen brach und die
sogenannte T7 Lähmung zuzog, die sämtliche Bewegungen im unteren Bereich lahmlegte. Und dennoch zeigt
er sich dankbar: „Ich habe Glück gehabt, nun hier zu sein. An den Sturz kann ich mich noch komplett erinnern,
aber unglücklicherweise ist das der Rennsport. Es ist ein Job mit sehr vielen Risiken, und das weiß man als
Reiter.“ Eine Wiederholung des schlimmen Geschehens hat er sich allerdings nicht angesehen. „Es war wohl ein
schrecklicher Sturz, ich habe mir das nicht angesehen. Es gibt keinen Grund, das wieder anzuschauen. Man
erlebt Stürze, und wenn es passiert, dann ist es sehr schlimm später. Ich kam in der Vergangenheit einige Male
glimpflich davon, aber leider was das diesmal nicht der Fall.“
Dennoch, man kann den Lebensmut des Frederik Tylicki nur bewundern und ihm weiterhin beste Genesung
wünschen. Ein Vorbild für ähnliche Fälle ist er schon jetzt. Hut ab.
Der Rennbahnspion
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