Vorsicht bei Bio-Ethanol!

Vorsicht bei Bio-Ethanol!
Landkreis/Wasserburg
–
Am
Mittwochabend ereignete sich in
einer Wohnung in der Schmidzeile
in Wasserburg ein Brand, der zur
Verletzung von zwei Personen und
hohem Sachschaden führte. Gegen
18.20 Uhr füllte ein 33-jähriger
Wasserburger den Bio-EthanolOfen in seinem Wohnzimmer nach, wobei sich die Flüssigkeit
explosionsartig entzündete. Durch die Stichflamme wurden
sowohl der Mann als auch Teile der Wohnzimmereinrichtung in
Brand gesetzt.
Nachdem seine 30-jährige Freundin mittels einer Decke die
brennende Kleidung ihres Partners gelöscht hatte, verließen
sie die Wohnung und retteten sich ins Freie. Die alarmierte
Feuerwehr betrat mit Atemschutzausrüstung die total verrußte
Wohnung und löschte das brennende Mobiliar.
Der Wohnungsbesitzer erlitt schwere Brandverletzungen und
musste per Rettungshubschrauber in eine Münchner Klinik
geflogen werden. Seine Partnerin wurde mit leichteren
Verletzungen per Rettungsdienst in ein nahegelegenes Klinikum
gefahren. Die Schadenshöhe in der Wohnung beläuft sich nach
ersten Schätzungen auf ca. 50 000 Euro.
Anläßlich dieses folgenschweren Unfalles weisen Feuerwehr und
Polizei auf die Gefahren im Umgang mit solchen Geräten hin:
„Der Sicherheitsaspekt sollte bei der Entscheidung für einen
Ethanolofen an erster Stelle stehen”, erklärt Stefan Sonntag,
Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Die
europaweit geltende Norm DIN EN 16647 legt die Anforderungen
an sichere Geräte fest. Nach erfolgreicher Prüfung vergibt
beispielsweise der TÜV ein entsprechendes Prüfzeichen.“
Brennbare Materialien fernhalten
Ethanolöfen eignen sich nicht
fürs Beheizen eines Raumes,
sondern erfüllen dekorative
Zwecke. Bioethanol ist ein
Alkohol, der aus Getreide,
Kartoffeln
oder
Zuckerrohr
gewonnen
wird.
Statt
zum
Verzehr,
werden
diese
biologischen Rohstoffe zu Alkohol vergoren und als
genutzt. Das flüssige Bioethanol besteht zu etwa
aus pflanzlichen Alkoholen. Ganz ungefährlich ist
daher nicht: Offen stehend, kann Bioethanol
Brennstoff
95 Prozent
Bioethanol
schon bei
Temperaturen um 21 Grad ein leicht entzündliches
explosionsfähiges Luft-Gemisch bilden.
und
Herstellerhinweise aufmerksam lesen
Ob Edelstahl, Glas oder Stein – aus welchem Material der
Ethanolofen besteht ist Geschmackssache. Für alle Geräte gilt
aber, dass sie fest stehen und richtig montiert sein müssen.
Vor dem ersten Einsatz empfiehlt es sich, die
Herstellerhinweise aufmerksam zu lesen. Denn der unvorsichtige
Umgang mit flüssigen Brennstoffen wie Ethanol birgt Risiken
und kann zu schweren Unfällen und Verbrennungen führen. Falls
während des Betriebs des Ethanolofens ein unangenehmer Geruch
entsteht, liegt dies meist daran, dass dem Brennstoff Wasser
und Gelbstoff beigemischt wurden und das Ethanol deshalb
weniger sauber verbrennt.
Tipps zur Sicherheit:
Vorsicht beim Nachfüllen des Brennstoffes: nicht
befüllen, so lange der Kamin brennt oder noch heiß ist!
Stellen Sie den Kamin nicht in der Nähe von brennbaren
Materialien auf!
Lassen Sie den Ofen nie unbeaufsichtigt!
Lüften Sie regelmäßig: Der Brennvorgang senkt den
Sauerstoffgehalt im Zimmer, es entstehen Gase wie
beispielsweise Kohlendioxid!
Achten Sie auf Löschwerkzeuge, die auch für brennende
Alkohole geeignet sind!