Die 6 Geheimnisse erfolgreicher Menschen

Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Die 6 Geheimnisse
erfolgreicher Menschen
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Grundlagen: Was ist Erfolg
Es gibt Leute, die auf magische Weise Erfolg haben. Man könnte
sagen, sie ziehen Erfolg wie Magnete an – so scheint es
zumindest. „Wie kann ich dafür sorgen, dass ich auch so
erfolgreich bin.“, wurde ich seit einigen Jahren immer öfter
gefragt, ob bei meinen Vorträgen vor Vorständen,
Geschäftsleitern oder Führungskräften oder einfach von
Privatleuten,
die
wussten,
dass
ich
Konzerne
wirtschaftspsychologisch berate.
Keine Frage – Erfolg ist wichtig in unserem Leben, denn wir
können nur dieses eine Leben führen (was danach kommt,
wissen wir nicht). Jeder definiert dabei Erfolg anders, Erfolg
umfasst Beruf und Privates. Ich will hier keine Definition von
Erfolg abgegeben. Wie könnte ich es, wenn schon die wenigsten
Menschen für sich selber sagen können, was Erfolg ist! Aber was
sind die Treiber für Erfolg? Sicher spielt Motivation eine Rolle und
auch das berühmte Quäntchen Glück. Aber ich war mir schon
immer sicher, dass Erfolg mehr war! Nun war ich damals selbst
schon recht erfolgreich, dass dies erst der Anfang war, konnte
ich damals noch nicht ahnen.
Aber einfach den Leuten, das empfehlen, was mir geholfen hatte,
war nicht die Lösung. Sich selbst als Maßstab zu nehmen, ist
einerseits wissenschaftlich nicht fundiert und andererseits
ziemlich egozentrisch. Nachdem mich die Frage immer weiter
umtrieb, starteten wir mit meinem Unternehmen und zwei
internationalen Hochschulen ein intensives Forschungsprojekt,
um die wichtigsten Erfolgsfaktoren zu ermitteln. Wir befragten
und analysierten 150 Leute. Einige davon waren sehr erfolgreich,
hatten alles das erreicht, was sie sich vorgenommen hatten,
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
anderen schienen immer wieder zu scheitern und ein Projekt
nach dem anderen zu versenken.
Am Anfang mussten wir eine Definition für Erfolg finden. Schnell
hat sich herausgestellt, dass ein hohes Einkommen oder eine
gute Position noch lange nicht hieß, dass jemand erfolgreich war.
Auch jemand in mittlerer Position, aber mit viel Freizeit, konnte
aus seiner Sicht erfolgreich sein, oder die alleinerziehende
Mutter, die Ihren Kindern ein gutes zu Hause bot. Schnell fanden
wir eine sehr schlüssige Definition. Demnach identifizierten wir
jene Menschen als erfolgreich, die Ihre persönlich gesetzten Ziele
schneller und effizienter als andere erreichten und dabei glücklich
waren. Dies ist eine sehr passende und nachvollziehbare
Definition, die sich auf alle Lebensmodelle anwenden lässt.
Wir begleiteten nun 150 Personen ein Jahr lang, stellten
wöchentlich Fragen und analysierten den Werdegang und die
Entwicklung. Nicht ohne Stolz können wir sagen, dass viele
Teilnehmer dieser Studie bedeutende Persönlichkeiten dieses
Landes sind, deren Namen den meisten bekannt sind.
Ein Jahr intensiver Forschung und rund 5000 Befragungen, 2000
Analysestunden und viele graue Haare später, hatten wir die
wichtigsten Erfolgsfaktoren ermittelt. Die Ergebnisse füllen mehr
als 500 Seiten und sind inzwischen Grundlage vieler
renommierter Beratungsprojekte bei den erfolgreichsten
Unternehmen Deutschlands. Natürlich kann nicht jeder sich eine
solch umfassende Beratung leisten und damit schließt sich der
Kreis. Denn eigentlich war ja der Ausgangspunkt der Forschung
gewesen, dass ich die Frage von ganz normalen Menschen
beantworten wollte, was Erfolg ausmacht. Deswegen haben wir
uns entschlossen, die 6 wichtigsten Erfolgsfaktoren
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
herausarbeiten und diese kostenlos zu veröffentlichen, damit Sie
jeder nutzen kann. Unabhängig davon, ob Erfolg nun heißt, einen
Konzern zu leiten oder einen kleines Familienunternehmen oder
einfach für seine Familie da zu sein. Wie gesagt, Erfolg ist
vielschichtig und viele Facetten, mehr als uns die gängige
Erfolgsliteratur weiß machen will.
Diese 6 Erfolgsfaktoren sind Arbeitsweisen, die besonders
erfolgreiche Leute an den Tag legen. Ich will Sie nicht mit
Geschichten langweilen und auch nicht mit Methoden, wie
‚stehen Sie jeden Morgen um 5 Uhr auf‘. Tatsächlich hat jeder
Mensch eine andere Herangehensweise. Was wir Ihnen aber in
dieser Zusammenfassung zeigen werden, sind die wichtigsten
Methoden, die Sie unbedingt umsetzen sollten, damit Sie
erfolgreich sind! Wir reden hier nicht über Theorie, sondern die
wirkliche Praxis! Wir wollen Ihnen Inspirationen geben, die Sie
erfolgreich machen. Warum ich das mache, müsste inzwischen
klar sein, weil ich überzeugt bin, dass jeder Anspruch auf Erfolg
hat und erfolgreich sein kann, wenn er oder sie es nur will.
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Faktor #1: Das Ziel vor Augen statt im Nebel zu
stochern
Am Anfang eines jeden Weges steht das Ziel, sollte es zumindest.
Leider wissen wir oft nicht was unser eigentliches Ziel ist. Wir
verlieren uns in den Tücken des Alltags, kurzfristige Erfolge
steigern unsere Stimmung, aber das eigentliche Ziel haben wir
aus den Augen verloren. Schlimmer noch, wissen wir eigentlich
oft gar nicht, was unser eigentliches Ziel ist, wir stochern im
Nebel.
Tatsächlich beginnt nämlich das Problem damit, dass wir nicht
wissen, was das eigentliche Ziel ist. Was wollen wir erreichen?
Allein diese Antwort haben wir oft nicht. Glücklich sein, Geld
verdienen, das sind vage Vorstellungen aber keine konkreten
Ziele. Der erste Schritt zum Erfolg bedeutet, Ziele klar zu
definieren. Dabei sind nicht nur die kleinen täglichen Ziele
gemeint, sondern das große Ganze. Egal, ob Sie der
Überzeugung sind, dass Sie Ihr Ziel kennen oder nicht, sollten
Sie folgendes machen:
Nutzen Sie mindestens eine Stunde, vollkommen ungestört, ohne
Email oder Handy und beantwortenn Sie sich die folgende Frage:
Was ist für mich Glück?
Diese Frage klingt so banal und einfach, hat es aber in sich. Denn
wie oft haben Sie sich denn in den letzten Monaten die Frage
gestellt, was wirklich Glück für Sie ist? Nun ist es aber höchste
Zeit!
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Erst meint man, dass die Frage schnell zu beantworten ist. Aber
überlegen Sie genau, definieren Sie Ihr Glück exakt. Wenig
erfolgreiche Menschen sagen zum Beispiel, Glück sei eine gute
Work-Life-Balance. Das klingt zwar gut, aber was ist eine gute
Work-Life-Balance genau? Wie sieht diese im Detail aus? Setzen
Sie sich hin und ‚malen‘ Sie Ihr Glückszenario aus, also Ihr
glückliches Leben, nicht ein paar Tage auf Bali, sondern wie Ihr
Leben wirklich ausschauen muss, damit Sie glücklich sind. Mit
allen kleinen Bausteinen, die dazu gehören.
Hier erweist sich eine altbewährte Methode als besonders
nützlich, die von erfolgreichen Menschen sehr intensiv benutzt
wird, das Visualisieren. Diese Technik sollten Sie grundsätzlich
immer dann verwenden, wenn Sie sich um Ihre Ziele kümmern,
auch wenn es um Etappenziele geht. Schließen Sie die Augen
und visualisieren Sie, wie es aussieht, wenn Sie Ihr Ziel erreicht
haben. Malen Sie dieses Bild in allen Facetten aus. Spielen Sie,
wie in einem Computerspiel sich selbst in einem perfekten Leben.
Dies motiviert, ist aber mehr als nur Träumerei. Sie sehen
plötzlich Aspekte, die Sie nicht beachtet haben, können sich
konkretere Vorstellungen machen, was Sie noch tun müssen,
aber vor allem, wie es sich anfühlt, wirklich erfolgreich zu sein.
Wenn Sie diesen Schritt fertig haben, dann haben Sie bereits das
erste wichtige Puzzlestein wirklich erfolgreicher Menschen in der
Hand. Bei manchen Menschen dauert es eine halbe Stunde, bei
manchen ein halbes Jahr, bis Sie ein Glückszenario in den
Händen halten. Machen Sie sich frei von allen Zwängen und
denken Sie frei!
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Dabei darf man folgende Punkte nicht vergessen:
Ihre Definition von Glück ändert sich immer wieder. Sie würden
heute ein glückliches Leben bestimmt anders formulieren als vor
fünf oder zehn Jahren. Deswegen überlegen sich erfolgreiche
Menschen immer wieder genau, was Glück für Sie bedeutet, was
sich vielleicht geändert hat und wo man seine Vorstellungen
anpassen muss.
Ferner: Sie haben vielleicht ein recht detailliertes Ziel vor Augen,
was aber noch fehlt sind die Unterziele. Schließlich muss die
Route festgelegt werden. Wir haben in unseren Studien gesehen,
dass gerade diejenigen, die eine klare Vorstellung von ihrem
Lebensglück haben, daran scheitern, dass sie die kleinen Schritte
auf dem Weg dahin vergessen zu planen. Während andere
wieder sehr gut darin sind, die kleinen Schritte zu planen und
umzusetzen, aber gar nicht wissen, wohin es gehen soll.
Also müssen Sie nun die kleinen Schritte planen. Setzen Sie diese
in klare Handlungen um. Was muss gemacht werden? Wann und
wie muss es umgesetzt werden?
Sie sehen, wir befinden uns nun bereits auf der Ebene klassischer
To-Do-Listen. Es fehlen aber noch einige Mosaiksteine, um
wirklich erfolgreich zu sein.
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Fazit:
 Nur wer ein klares Ziel vor Augen hat kann bewusst
darauf hin arbeiten.
 Skizzieren Sie Ihr Glück – wie Ihr Leben aussieht, wenn
es perfekt sein müsste.
 Denken Sie daran, diese Vorstellung von Glück
regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.
 Beschreiben Sie die Unterziele, die Sie erreichen müssen
auf dem Weg zu Ihrem Glück.
 Definieren Sie die Handlungen, die notwendig sind, um
den Weg erfolgreich zu gehen.
Faktor #2: Auf das Wesentliche konzentrieren
Klar, sollte man meinen, sich auf das Wesentliche zu
konzentrieren ist doch selbstverständlich. Wie oft haben wir den
Spruch in der Schule gehört: „Konzentrier Dich!“. Warum machen
wir es dann nicht, wenn es so selbstverständlich ist? Der Alltag
sieht nämlich anders aus! Wir sind permanent so sehr mit
anderen Dingen beschäftigt, dass wir das eigentliche Ziel aus den
Augen verlieren.
Das ist wie die Sache mit der Steuererklärung. Wir wissen, dass
wir die Steuererklärung machen müssen, haben uns den Sonntag
extra frei gehalten. Dann beginnt man den Schreibtisch
aufzuräumen, Akten umzusortieren, alte Zeitschriften, die man
findet wegzuräumen und am Ende des Tages hat man sehr viel
gemacht, sehr viel erreicht, aber das Wesentliche – die
Steuererklärung – liegt noch immer unberührt in der Ecke. Jeder
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von uns kennt solche Situationen. Wir werden einfach zu leicht
vom Alltag abgelenkt. Wir haben jedoch gesehen, dass
erfolgreiche Menschen Meister der Fokussierung sind. Dabei
werden Sie durchaus von alltäglichen Dingen abgelenkt. Sie
schaffen es aber immer wieder danach ihren Blick auf die
wesentlichen Dinge zurück zu lenken.
Dabei geht es nicht um Konzentrationsübungen, sondern das
Bündeln der eigenen Kräften auf das was wirklich wichtig ist, um
voran zu kommen.
Anders ausgedrückt: Sie müssen jeden Tag mindestens einmal
längere Zeit an Ihrem langfristigen Ziel arbeiten. Erlauben Sie
sich keine Entschuldigung, denn aus jeder einmaligen
Entschuldigung kann schnell Gewohnheit werden.
Erfolgreiche Menschen setzen sich einmal im Monat hin
überprüfen ihren Masterplan. Denn Ziele ändern sich, Prioritäten
verändern sich – das müssen Sie berücksichtigen. Reservieren
Sie deswegen einen Termin mit sich selbst im Kalender. Nehmen
Sie sich einmal im Monat 3 Stunden Zeit, um den Plan
anzupassen und Ihre Ziele zu korrigieren. Hinterfragen Sie, ob
sich Ihre Ziele verändert haben, ob anderes wichtiger geworden
ist und wie sie vorgehen wollen.
Dies sorgt auch dafür dass sie bewusster mit Ihrer Zeit und mit
Aufgaben umgehen. Sie werden anfangen sich immer wieder die
Frage zu stellen ob das was sie tun sinnvoll ist um ihr Ziel zu
erreichen. Das heißt nicht, dass sie selbst süchtig werden soll,
sondern dass sie einfach fokussiert jeden Tag ihre Zeit nutzen.
Wie Eingangs gesagt, wollen wir hier keine vorgefertigten
Methoden präsentieren. Aber die nachfolgenden beiden
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Vorgehensweisen haben wir in der einen oder anderen Form bei
vielen erfolgreichen Menschen beobachte und können Sie
deswegen wärmstens empfehlen. Es sind:
 Das Arbeiten Sie in Sphären
 Fortschritte permanent prüfen
Schauen Sie sich diese Methoden genau an und passen Sie diese
gegebenenfalls an Ihre Bedürfnisse an. Sie sind sehr effektiv.
Fazit:
 Der Alltag hat viele Ablenkungen, die einen daran hindern
erfolgreich zu sein.
 Fokussieren Sie sich immer wieder erneut auf Ihr
eigentliches Ziel.
 Achten Sie darauf, dass Sie täglich an Ihrem langfristigen
Ziel arbeiten.
 Überprüfen Sie einmal im Monat Ihre Zielvorstellungen
und korrigieren Sie diese, wenn nötig.
Faktor #3: Das Arbeiten in Sphären
Unser Alltag ist heute komplexer als je zuvor und trotz vieler
Tools und Programme, die angeblich unser Leben einfacher
machen sollen, wird es in Zukunft nur noch komplexer werden.
Tatsache ist nun mal, dass wir zwischen Beruf und Familie
pendeln, Rechnungen bezahlen müssen, uns um Steuern,
Haushalt etc. kümmern und viele berufliche Dinge erledigen, die
mit dem Erreichen unserer eigentlichen Ziele nichts oder nur sehr
wenig zu tun haben.
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Was hat zum Beispiel der Lebensmittelkauf, die Steuererklärung
oder das Bezahlen der Stromrechnung damit zu tun, dass man
mehr Kunden haben möchte? Im Grund kaum etwas, aber
dennoch muss man auch diesen Ball mit den vielen anderen
Bällen des Lebens jonglieren, um zu überleben. Erfolgreiche
Menschen können aber gerade mit dieser Komplexität besonders
virtuos umgehen. Sie sind geradezu Meister darin, die vielen Bälle
zu jonglieren und wirken dabei sogar noch besonders entspannt.
In unseren Untersuchungen haben wir dies als die Fähigkeit
bezeichnet, sich zwischen verschiedenen Sphären zu bewegen.
Sphären sind das, was uns umgibt und uns unmittelbar
beeinflusst.
In unserem komplexen Leben gibt es zahlreiche Sphären. Familie
ist eine Sphäre, Beruf wieder eine andere, dann gibt es noch
Freunde und so weiter. Und innerhalb dieser Sphären gibt es
auch wieder unterschiedliche Sphären, wie Akquise,
Administratives, Berichte erstellen, Projektarbeit etc. Schlimm ist
es, wenn wir von allen Sphären gleichzeitig gefordert werden und
alle Sphären simultan abarbeiten müssen, so dass wir zu
ersticken drohen. Die erfolgreichsten Menschen sind aber genau
jene, die gezielt zwischen den Sphären wechseln und somit alle
Themen gleich intensiv bearbeiten können. Wir haben die
effektivsten Methoden herausgesucht und immer wieder
getestet, und wie so oft ist das einfachste Rezept, das
erfolgreichste, wenn man es erstmal umsetzt.
Was immer Sie tun, egal was Sie beruflich oder privat machen
und vorhaben, gibt es im Grunde zwei wichtige, übergreifende
Sphären. Man könnte von der taktischen und der strategischen
Sphäre sprechen. Die taktische Sphäre ist das Hier und Jetzt, also
alles, was uns relativ zeitnah betrifft. Die strategische Sphäre
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
dagegen ist auf die Zukunft ausgerichtet, auf neue Wege, die wir
bewusst beschreiten wollen (und nicht, indem wir da zufällig rein
stolpern).
Die taktische Sphäre ist zum Beispiel die tägliche Arbeitsroutine,
Einkaufen, das Haus sauber machen. Die strategische Sphäre
hingegen umfasst Dinge wie, eine neue Arbeit suchen, ein Haus
bauen, Auswandern, Familienplanung, Unternehmenswachstum,
Karriereplanung etc. Sie merken schon bestimmt den
Unterschied in der Qualität. In der taktischen Sphäre sind all die
Dinge die kurzfristig bis mittelfristig von Relevanz sind. In die
strategische Sphäre fallen all die Dinge, die unsere
Weiterentwicklung betreffen. Nun überlegen Sie mal, wie viel Zeit
Sie in der Woche für Aufgaben verbringen, die zur taktischen
Sphäre gehören und wie viel Sie für die strategische Sphäre, also
die persönliche Weiterentwicklung, aufbringen. Wir stellen diese
Frage regelmäßig unseren Coachingteilnehmern. Sie ist sehr
wertvoll. Nutzen Sie ein paar ruhige Minuten und Blicken Sie mal
auf die vergangene Woche zurück. Was haben Sie wirklich getan
für Ihre Zukunft, Ihr Glück?
Unseren Untersuchungen nach verwendet die Mehrheit der
Personen in einer Woche etwas über 90% der Zeit für die
taktische Sphäre, nur der Rest verbleibt für die strategische
Sphäre. Natürlich gibt es wiederum einen Anteil an Personen, die
deutlich über 50% für die strategische Sphäre, also auf die
Zukunft ausgerichtete Dinge verwenden. Sie planen und
skizzieren, sind aber vom Alltag hoffnungslos überfordert. Beide
Personengruppen gehören nicht zu den erfolgreichsten in
unseren Untersuchungen. Mal ehrlich? Zu welcher Gruppe
gehören Sie?
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Im Grunde gilt es, das optimale Verhältnis zwischen taktischer
und strategischer Sphäre herzustellen und auch das optimale
Verhältnis der (Unter-)Sphären innerhalb dieser Sphären.
Schauen wir uns das etwas detaillierter an:
Wenn wir uns nur auf der taktischen Ebene bewegen, bewältigen
wir unseren Alltag bestimmt hervorragend, aber wir kommen
trotzdem nicht weiter. Ein typisches Beispiel war eine
Teilnehmerin unserer Studie, die seit 5 Jahren den Arbeitgeber
wechseln wollte. Sie verfügte über erstklassige Referenzen und
Abschlüsse, aber sie bewarb sich nur einmal alle paar Wochen.
Sie lebte fast nur in der taktischen Ebene, für ihre strategische
Dimension tat sie nichts. Kein Wunder, dass sie auf der Stelle
trat, unzufrieden war und einfach nicht erfolgreich sein konnte.
Es gibt aber genau den gegenteiligen Typus. Diese Menschen
leben und denken nur auf der strategischen Ebene, können aber
nie etwas umsetzen und kommen im Alltag nicht zurecht. Sie
fallen uns auf als Träumer, die wirklich gute Ideen haben. Aber
von guten Ideen alleine, wird man nicht satt.
Sie sehen also bereits, worauf ich hinaus will, nämlich dass wir
alle Sphären im Alltag bedienen müssen. Erfolgreiche Menschen
bringen in etwa ein Viertel ihrer Zeit für die strategische Sphäre
auf und die anderen drei Viertel für die taktische Sphäre, also die
alltäglichen Herausforderungen. Bei einer 40-Stunden-Woche
heißt das, dass wir 30-Stunden für die alltäglichen Dinge
aufbringen sollten und 10 Stunden (!) dafür, an unseren
zukünftigen Plänen zu arbeiten. Wie viele Stunden in der Woche
arbeiten Sie für Ihre Zukunft, also der strategischen Sphäre?
Überprüfen Sie das mal ganz ehrlich bei sich selbst. Das heißt,
aber nicht, dass man Montag bis Donnerstag den Alltag
bewältigen sollte und am Freitag dann 10 Stunden für das
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Aufbauen der Zukunft. Erfolg kann man nur haben, wenn man
regelmäßig beide Sphären bearbeitet. Bringen Sie also 2 Stunden
pro Tag für die taktische Ebene auf und die restlichen 6 Stunden
zum bewältigen des Alltags. Legen Sie sich regelmäßig einen
Termin in den Kalender – reservieren Sie sich diese Zeit für sich
selbst, ansonsten werden Sie doch wieder von den taktischen
Herausforderungen des Alltags eingeholt.
Nun wäre es viel zu leicht, wenn es nur diese beiden Sphären
gäbe. Selbstverständlich liegen darunter noch ganz andere
Sphären, also Aufgabenbereiche, wie zum Beispiel:
 Privates (Familie, Hobbies, Freunde)
 Neukundegewinnung
 Projekte
 Rechnungen stellen / Rechnungen legen
 Steuern und sonstiges Administratives
Die Liste ließe sich noch weiter fortführen und unterscheidet sich
je nach Lebensgestaltung, Beruf, Alter etc.
Nehmen wir aber einfach mal als Beispiel einen selbständigen
Systemadministrator mit Familie. In der taktischen Sphäre muss
er an Projekten arbeiten, also in der Projektsphäre. Ferner muss
er sich um die existenzielle Sphäre kümmern. Wir nennen diese
in unseren Coachings die ‚Panik-Sphäre‘, denn wenn man diese
nicht bearbeitet, herrscht wirklich Panik. Hierzu gehört das
Bezahlen von Rechnungen, die Buchhaltung, das Schreiben von
Verträgen etc. Im Prinzip alles, was zwingend notwendig ist,
damit das Schiff nicht sofort kentert.
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Aber er muss sich auch um neue Kunden kümmern. Hierzu
gehört das Marketing, vielleicht Werbung schalten, mal einen
Artikel schreiben, damit man bekannter wird. Sie merken schon,
das sind alles Tätigkeiten, die in die strategische Sphäre gehören,
denn sie bringen keinen unmittelbaren, kurz- oder mittelfristigen
Gewinn. Anders sieht dies wiederum aus mit dem Schreiben von
Angeboten oder der viel gehassten telefonischen Kaltakquise.
Dies sind alles wieder taktische Themen. Dann will unser
Systemadministrator vielleicht durch eine Software zusätzliches
Geld verdienen. Diese muss er konzipieren, entwickeln und
programmieren, alles Aufgaben der strategischen Sphäre.
Sie sehen also, das ist eigentlich recht kompliziert. Wenn Sie bei
sich selbst schauen, werden sie ähnliche Anhäufungen von
verschiedensten Themenbereich finden. Diese müssen einfach
sortiert sein, um erfolgreich zu sein. Die erste Empfehlung ist
deswegen, dass Sie dieses Denken in Sphären verinnerlichen.
Führen Sie nicht mehr eine generische To-Do-List, in die alles
unstrukturiert reingestopft wird, sondern verwenden Sie eine
Liste bei der neben Aufgabe, Verantwortlichkeit, Termin auch
noch vermerkt ist, ob es sich um die taktische Sphäre oder
strategische Sphäre handelt und hier zu welcher Untersphäre es
gehört.
Dies ermöglicht Ihnen zu sehen, ob Sie täglich alle Sphären
abarbeiten und wie viel Zeit Sie damit verbringen. Tut man das
nicht, kann es schnell passieren, dass man Aufgaben der
strategischen Sphäre leichtfertig verschiebt, weil man zu viel mit
der taktischen Sphäre zu tun. „Das ist ja nicht so dringend.“, sagt
man sich. Doch es ist dringend! Denn es geht hier um Ihre
Zukunft und Ihr Glück. Wie kann das nicht wichtig und dringend
sein?
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Fazit:
 Verinnerlichen Sie das Arbeiten und Denken in Sphären.
 Identifizieren Sie die Sphären, in denen Sie arbeiten –
sowohl beruflich als auch privat.
 Kennzeichnen Sie jedes To-Do mit der entsprechenden
Sphäre. Damit Sie stets einen Blick dafür haben, dass Sie
alle Sphären bearbeiten.
 Achten Sie darauf, dass Sie etwas ein Viertel Ihrer Zeit
und Ihrer Ressourcen für die strategische, also
langfristige Sphäre.
Durch eine nach Sphären optimierte To-Do-Liste sorgen Sie
automatisch dafür, dass Sie sich jeden Tag in jeder der
verschiedenen Sphären bewegen. Wenn Sie sich trotzdem mal
einen Tag zum Beispiel zu viel auf der strategischen
Marketingsphäre bewegt haben, werden Sie dies merken und
dann am nächsten Tag einen größeren, entsprechenden
Schwerpunkt auf taktische Sphären legen.
Erfolgreiche Menschen verfügen über diese Arbeits- und
Denkweise. Natürlich verwenden nicht alle solche Listen, dafür
haben sie aber das Talent virtuos hin und her zu springen. Wer
das nicht intuitiv kann, der sollte unbedingt solche Listen
verwenden. Wir machen es im Unternehmen übrigens alle so!
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Faktor #4: Fortschritte permanent prüfen
Bei jedem Projekt und jedem Vorhaben sollte der Fortschritt
gemessen werden. Nur so kann man Abweichungen erkennen
und bei Bedarf nachjustieren. Was in unserem beruflichen Alltag
selbstverständlich ist, vernachlässigen viele, wenn es um das
persönliche Glück geht. Vielleicht gehören Sie auch zu den
Menschen, die eine To-Do-Liste führen. Zu diesen Listen gibt es
viele Ratgeber und viele verschiedene Methoden. Eine To-DoListe hat aber meist den Fehler, dass Sie zur Selbsttäuschung
genutzt wird.
Das Abhaken von To-Do-Listen sagt nämlich noch lange nichts
über den Fortschritt aus, selbst wenn Sie in Sphären arbeiten.
Erfolg zu haben bedeutet, jeden Tag messbar einen Schritt
weiter gekommen zu sein. Wenn Sie mehr Umsatz machen
wollen, dann heißt das zum Beispiel, dass Sie mehr Kunden
akquirieren müssen. Das heißt wiederum, dass Sie mehr
Kaltakquise betreiben müssen, oder Ihre Mitarbeiter dies tun
müssen.
Dies bedeutet, dass Sie sich als Ziel setzen müssen, jeden Tag
10 potenzielle Neukunden anzurufen. Merken Sie bereits den
Unterschied? Wenn auf Ihrer To-Do-Liste steht, Sie sollen
Neuakquise
betreiben,
so
ist
das
allenfalls
eine
Absichtserklärung, mehr nicht! Was Sie aber brauchen ist
Messbarkeit. Interessanterweise machen wir dies in anderen
Lebensbereichen selbstverständlich. Wir möchten 4 kg in 8
Wochen abspecken, jede Woche zweimal zum Sport gehen oder
jeden Monat 100 Euro auf die hohe Kante legen. Aber wenn es
um den persönlichen Erfolg geht, dann werden wir schnell vage.
Was nicht messbar ist, kann auch nicht schief gehen, meint man.
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Dabei ist das Gegenteil der Fall. Was nicht gemessen wird, kann
auch nicht erreicht werden.
Verstehen sie mich nicht falsch, To-Do-Listen haben Ihren Sinn.
Am Ende eines Tages sollten Sie sich aber die Frage stellen, wie
viel näher Sie Ihrem Ziel gekommen sind. Bei fehlerhaften
Abweichungen sollten Sie natürlich entsprechend nachjustieren.
Messen Sie also Ihre Leistung nicht an To-Dos sondern an
Fortschritten. Wenn Sie keinen Fortschritt sehen, dann kann es
an einen der drei Punkte liegen, aus denen Sie zwingend nach
einiger Zeit des Versuchens dringend Veränderungen ableiten
müssen:
- Einfach Pech gehabt (es gibt Tage, da läuft es besser und
andere, da läuft es schlechter): weiter dran bleiben,
vielleicht sogar noch nacharbeiten (Überstunden etc.)
- Fehler in der Vorgehensweise (vielleicht die Art und Weise,
wie Sie jemanden kontaktieren) – korrigieren Sie die
Vorgehensweise
- Fehler im Gesamtkonzept (vielleicht ist das Produkt zu dem
Preis nicht vermittelbar) – justieren Sie das Gesamtkonzept
Was so leicht klingt ist aber eigentlich sehr schwierig, denn man
muss sehr selbstkritisch mit sich sein. Die Fähigkeit zur
Selbstkritik ist übrigens eine Eigenschaft, die wir bei
erfolgreichen Menschen, besonders stark ausgeprägt gefunden
haben. Das mag erstaunen, da gerade diese Personen immer so
selbstsicher oft sogar Arrogant wirken. Dies ist aber meist nur ein
Schutzmantel, um sich unantastbar zu machen.
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Wie eine ideale Messbarkeit ausschaut, ist natürlich von Typ zu
Typ unterschiedlich, aber lassen Sie mich jene Methodik zeigen,
die sich in unseren Untersuchungen am effektivsten erwiesen
hat:
1. Versehen Sie jedes To-Do mit einer Erfolgskennzahl. Damit
ist nicht das Datum gemeint, sondern klare Zahlen, die
Erfolg definieren, z.B. Anzahl der generierten Leads oder
Anzahl der Spielstunden mit den Kindern, gelaufene
Kilometer, etc. Kein relevantes To-Do darf mehr ohne
messbare Erfolgskennzahl sein.
2. Seien Sie Ihr schonungslosester Controller: Nehmen Sie
sich am Anfang des Tages und am Ende des Tages jeweils
zehn Minuten Zeit. Am besten bevor Sie mit Ihrer
eigentlichen Arbeit anfangen und kurz vor Feierabend,
nachdem Sie den letzten Handgriff gemacht haben. Führen
Sie sich am Anfang des Tages ganz genau und ehrlich vor
Augen, was Sie an diesem Tag machen wollen und was Sie
ggf. noch vom Vortag aufholen müssen. Am Ende des
Tages prüfen Sie dann wieder, ob Sie Ihre
Erfolgskennzahlen wirklich erreicht haben. Wenn nicht,
dann hinterfragen Sie sich, voran es wirklich liegt:
-
waren es äußere Umstände, für die Sie wirklich nichts
konnten?
-
haben Sie sich selbst überschätzt oder die Aufgabe
unterschätzt?
-
gab es Gründe, die Sie nächstes Mal aktiv beeinflussen
können, damit es besser läuft?
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Ganz wichtig ist also, dass Sie nicht nur einfach kontrollieren,
sondern auch sofort feinjustieren und optimieren. Einfaches
kontrollieren bringt Sie nicht weiter. Sie müssen dafür sorgen,
dass Sie selbst immer besser werden.
Fazit:
 Machen Sie Fortschritt messbar. Versehen Sie jedes ToDo mit einem Messwert.
 Prüfen Sie täglich Ihren Fortschritt.
 Wenn Sie Abweichungen erkennen, die häufiger
auftreten:
- Überprüfen Sie Ihre Vorgehensweise und justieren
Sie diese wenn möglich
- Überprüfen Sie Ihr Ziel. Vielleicht muss dieses
nachjustiert werden.
Faktor #5: Die Kunst de Delegierens
Jetzt kommen wir zu einem Thema, das wir selbst bei unseren
Kunden in zahlreichen Coachings und Beratungsprojekten immer
wieder als Schwachpunkt identifiziert habe – das Delegieren.
Insofern hat es mich nicht überrascht, dass unsere Studie als
eines der Erfolgskriterien das effiziente Delegieren identifiziert
hat. Selbst scheinbar erfolgreiche Unternehmer scheitern letztlich
oft an dieser schwierigen Aufgabe und sind letzten Ende weitaus
weniger erfolgreich, als es auf den ersten Blick scheint.
Dabei geht es um die einfachste Sache der Welt, die jeder
Manager beherrschen muss, nämlich den optimalen Einsatz von
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Ressourcen. Eben weil Fähigkeiten und Zeiten sinnvoll und
bestmöglich eingesetzt werden müssen, um erfolgreich zu sein,
ist das Delegieren nicht die Kür, sondern die Pflicht für den
Erfolg.
Dabei betrifft das Delegieren nicht nur Führungskräfte. Selbst
wenn Sie Einzelunternehmer sind oder Praktikant, es gibt immer
Gelegenheiten, wann es Sinn macht zu delegieren. Man kann
einen Bekannten um Hilfe bitten, einen Steuerberater
beauftragen oder sich an einen Kollegen wenden und um
Unterstützung bitten. Auch dies sind Formen des Delegierens. In
unseren Coachings sprechen wir von horizontalem Delegieren,
was sich zwar formell vom Delegieren von oben nach unten
unterscheidet, aber im Grund nichts anderes ist, als die optimale
Nutzung von Ressourcen.
Schauen wir uns erstmal an, was die Hindernisse für das
Delegieren sind, um dann Indikatoren zu identifizieren, die
aufzeigen, wann es sinnvoll ist zu delegieren.
Hindernis #1: Schlechtes Gewissen
Bei weniger erfolgreichen Menschen haben wir oft beobachtet,
dass diese ein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie Aufgaben
delegieren sollen. „Ich kann meine Arbeit doch nicht einfach an
andere verteilen.“, war ein solches Zitat. Doch, das können Sie
und müssen es sogar, denn es ist Ihre Pflicht, wie wir gleich
sehen werden.
Hindernis #2: Angst
Auch dieses Argument haben wir oft von weniger erfolgreichen
Menschen gehört: „Das kann keiner so gut wie ich.“ Oder „Die
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
anderen sind nicht so sehr in der Materie drin.“ In den seltesten
Fällen war das der wirkliche Grund. Natürlich muss man immer
jemanden mit einer Aufgabe betrauen, der die grundsätzlichen
Fähigkeiten besitzt, diese auch zu erfüllen. Aber oft hat man
Angst. Es mangelt einfach an Vertrauen und die Angst
loszulassen überwiegt. Auch dies kann man überwinden, wenn
man nur will.
Hindernis #3: Zeitaufwand
Sicher, Delegieren benötigt oft erstmal Zeit. Man muss Aufgaben
erklären, einer anderen Person die Thematik erklären: „Das geht
schneller, wenn ich selber mache.“ Geht es dummerweise leider
oft nicht! Diese Zeit ist so etwas wie eine Anfangsinvestition, die
sich oftmals lohnt, wenn man dann auch noch loslassen kann,
dann rentiert sich diese Investition oft. Ohne Mühe kein Erfolg,
das gilt auch beim Delegieren. Genau deswegen ist
verantwortungsvolles Delegieren nicht Arbeitsvermeidung,
sondern tatsächlich eine gezielte Investition, um gemeinsam
schneller ans Ziel zu kommen.
Soweit also zu den drei der wichtigsten Hindernissen. Wie kann
man diese aber umgehen, oder anders gefragt, wie kann ich
erkennen, wann Delegieren Sinn macht?
Hierfür hat sich eine einfache Faustregel bewährt. Delegieren
macht Sinn, wenn jemand anderes etwas besser oder schneller
machen kann als man selbst bzw. wenn jemand anders etwas
günstiger macht als man selbst. Nehmen wir mal folgende
Beispiele: ein Steuerberater macht Ihre Steuererklärung
vielleicht besser und sogar schneller als Sie. Ob es günstiger ist,
hängt davon ab, was Sie mit der ersparten Zeit anfangen. Selbst
wenn Sie das Wochenende, das Sie dadurch freigeschaufelt
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
haben, dass Ihr Steuerberater die Steuererklärung für Sie macht
dafür verwenden, einen schönen Familienausflug zu machen,
kann dies in Ihrer persönlichen Kosten-Nutzen-Rechnung auch
günstiger sein.
In vielen Unternehmen haben wir beobachtet, dass der
sogenannte Unterbau fehlt oder nicht richtig ausgenutzt wird.
Kommen wir also zu dem zweiten Beispiel. Sie möchten Ihre
Kaltakquise vorantreiben. Nun könnten Sie selbst eine Liste
potenzieller Neukunden erstellen, oder dies an eine Aushilfskraft
delegieren machen lassen. In der Zeit, die eine Aushilfskraft
diese Arbeit macht, könnten Sie eine wertschöpfendere Arbeit
machen. Zum Beispiel neue Produkte entwickeln etc. Im Grunde
liegt hier auch wieder eine klare Kosten-Nutzen-Rechnung zu
Grunde.
Genau dieser Gedankengang hat sich in unserer Studie bei
besonders erfolgreichen Menschen gezeigt. Täglich prüfen sie die
Aufgaben, die vor ihnen liegen und überlegen, wie man diese
optimieren kann, in dem man delegiert. Es müsste inzwischen
klar geworden sein, dass es nicht darum geht faul zu sein und
Arbeit abzuschieben, sondern im Gegenteil, die eigenen
Ressourcen optimal zu nutzen. Machen Sie es sich deswegen
auch zur Regel, Zeit in das Delegieren zu investieren. Es fällt am
Anfang schwer, aber es ist Ihre Pflicht. Nach einigen Wochen
wird es zur Routine und Sie werden sehen, wie Sie immer besser
werden und es Ihnen bald intuitiv von der Hand geht. Vor allem
werden Sie Ihre persönlichen Ressourcen viel effizienter
einsetzen und somit Ihre Leistungsfähigkeit optimieren.
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Fazit:
 Delegieren ist keine Faulheit, sondern Ihre Pflicht
 Prüfen Sie jeden Tag, welche Aufgaben Sie besser
delegieren sollten und investieren Sie in das Delegieren.
 Bewerten Sie stets, ob jemand anders eine Aufgabe
besser, schneller bzw. günstiger als Sie selbst machen
kann.
Faktor #6: Nicht zögern
Der sechste Erfolgsfaktor ist so simpel, wie wichtig. Es ist die
Eigenart, Dinge sofort umzusetzen. Wir haben beobachtet, dass
gerade hier die am meisten verbreiteten Schwächen liegen. In
unseren Studien war zu beobachten, dass weder überragende
Intelligenz noch Perfektion entscheidende Erfolgsfaktoren waren.
Gerade der Aspekt Intelligenz war sogar oft ein Hindernis.
Erfolgstreiber war ohne zu zögern, einfach zu machen.
Viele Menschen neigen aber dazu, alles immer wieder auf den
Prüfstand zu stellen, sich selber anzuzweifeln und immer wieder
zu testen. Aus Angst zu versagen, verliert man sich in
Perfektionismus. Natürlich sollten Fehler vermieden werden, aber
man kann sich auch verrennen.
Wenn sie etwas nicht sofort umsetzen, stellen Sie sich die
folgenden Fragen und beantworten Sie diese ehrlich für sich:
- Zögern Sie, weil Sie Angst haben zu scheitern oder gibt es
wirklich wichtige Gründe, dass Sie nicht starten?
- Was kann passieren, wenn Sie jetzt sofort loslegen?
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
- Fehlen Ihnen wirklich wichtige Bausteine oder Ressourcen?
- Was können Sie tun, um die Beschaffung dieser Bausteine
oder Ressourcen zu beschleunigen bzw. gibt es
Möglichkeiten ohne diese zu starten?
Vor allem sollten Sie sich aber folgendes vor Augen führen:
Jeden Tag, den Sie zögern, ist ein vergeudeter Tag und
bringt Sie einen Tag später zu dem Erfolg, der Ihnen
zusteht!
Besonders Eindrucksvoll haben wir dies bei sehr guten
Vertriebsmitarbeitern gesehen. Während andere überlegen,
zögern, nachdenken und dann mal ein Telefonat machen, gehen
starke Vertriebsmitarbeiter ganz anders vor. Die setzen sich an
Ihren Schreibtisch, nehmen Ihre Liste und telefonieren einfach
drauf los. Ohne groß nachzudenken oder zu zweifeln. Von diesem
Typus kann man eine ganze Menge lernen, egal ob es um
Kaltakquise oder alle anderen Lebensbereiche geht.
Fazit:
 Erfolgreiche Menschen zögern nicht, sondern starten.
 Zögern ist meist eine Folge der Angst zu scheitern.
 Wenn Sie nicht sofort los legen, dann hinterfragen Sie
genau die Gründe dafür.
 Überlegen Sie, wie Sie die Hindernisse effektiv beiseite
räumen können.
 Perfektionieren Sie nicht bis in alle Ewigkeit, denn Erfolg
liegt in der Umsetzung!
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Was noch fehlt
Wir haben also nun die sechs wichtigsten Erfolgsfaktoren
angeschaut. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere
Aspekte, die wir als essentiell identifiziert haben. Aber die hier
sechs genannten sind jene Faktoren, die absolut entscheidend
sind und ohne deren Beachtung Sie niemals erfolgreich sein
können. Der Vollständigkeit halber, wollen wir aber noch die
anderen von uns identifizierten Erfolgsfaktoren benennen. Dies
sind:
 Umsetzungsoptimierung: effizient und zielorientiert Pläne in
die Tat umsetzen
 Selbstoptimierung: sich und sein Team permanent selbst zu
verbessern durch Beobachtung und Selbstreflektion
 Innovationsfähigkeit: Neues entwickeln und Bestehendes
weiterentwickeln
 Flexibilität: die Fähigkeit mit widrigen Umständen
umzugehen und auf unerwartete Situationen zu reagieren
 Barrieren überwinden: Hürden und Hindernisse (vor allem
menschlicher Natur) zu erkennen und spielend leicht zu
überwinden
 Krisenfähigkeit: in Krisen nicht nur überleben, sondern zu
lernen und zu wachsen
Erfolg ist also ein ganzheitlicher Ansatz, von dem die sechs
wichtigsten Punkte hier beschrieben wurden, aber die zuletzt
genannten Aspekte nicht vernachlässigt werden dürfen. Die
kompletten Erkenntnisse unserer Studie und wie Sie diese für
sich nutzen können, habe ich in dem Erfolgsbuch Krisen-Impfung
beschrieben. Es richtet sich gezielt an Führungskräfte,
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Die 6 geheimen Erfolgsfaktoren
Selbständige und Unternehmer. Sollten Sie also mehr erfahren
wollen, lohnt sich dieses Buch als Lektüre.
Haben Sie noch Fragen zur Ihrer persönlichen Erfolgsstrategie
oder möchten Informationen zu unseren persönlichen Coachings
haben, dann schreiben Sie mir persönlich: [email protected].
Ich helfe Ihnen gerne weiter!
In diesem Sinne wünschen mein Team und ich Ihnen aus ganzem
Herzen viel Erfolg und gutes Gelingen bei Ihren Plänen!
Ihr
Kishor Sridhar
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