kulturprogramm - Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

VERANSTALTUNGEN
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GOT T FRIED WILHELM LEIBNIZ BIBLIOT HEK
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Januar bis Apr il 2017
Do 19.1.2017 | 17.00 Uhr | VO RT R AG
Matthias Wehr y
Krönungszug und Leibniz-Brief: kostbare Neuerwerbungen für den Altbestand 2015 und 2016
Drucke aus Niedersachsen, Handschriften über die Welfen – in den Jahren 2015 und 2016 konnte die GWLB erneut herausragende
Stücke für ihre historischen Sammlungen erwerben. Ausgewählte Kostbarkeiten werden im Vortrag im Kontext mit der überlieferten
Sammlung dargestellt. Neben Neuerwerbungen für die Einbandsammlung und jüdischen Drucken aus Hannover wird als Highlight
ein 6 cm hoher und 6 Meter langer handkolorierter Druck des Krönungszuges Georgs IV. erstmalig präsentiert. Der wertvollste Kauf
aber war ein Leibniz-Brief, dessen Erwerb großzügigerweise von der Stiftung Niedersachsen und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wurde.
Matthias Wehry, Leiter der Abteilung Handschriften und Alte Drucke der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Do 26.1.2017 | 17.00 Uhr | VO RT R AG in der Reihe LEIBN IZ-VORT RÄGE
gemeinsam mit der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft
Prof. Dr. Hans Poser
Leibniz und die Einheit der Wissenschaften
Leibniz hatte der Preußischen Akademie die Aufgabe zugewiesen, theoria cum praxi, »Orientierungswissen und Verfügungswissen« zu vereinen. Zur Verwirklichung schlägt Leibniz eine Scientia
generalis als Strukturmodell der Vielheit der Wissenschaften vor. Sie soll als Initia die methodische
Basis umfassen, und als Specimina die Einzeldisziplinen (Mathematik, empirische Wissenschaften,
Wertwissenschaften), ergänzt um eine Methodologie der Forschung und der Begründung. Diese
Leibniz’ sche Sicht ist heute noch bedeutsam, wenn wir einer postfaktischen Unvernunft entgegentreten wollen.
Prof. Dr. Hans Poser, Philosoph mit Staatsexamen in Mathematik und Physik, ist Brückenbauer zwischen den Wissenschaften, ihrer Geschichte und ihren metaphysischen Voraussetzungen. Heute emeritiert, war er an der TU Berlin
tätig. Er hatte Gastprofessuren u.a. in Malawi, China, Moskau, Argentinien und den USA. Über Jahrzehnte war er
Vizepräsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Artikel und Bücher
zur Philosophiegeschichte.
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Mi 1.2.2017 | 17.00 Uhr | VO RT R AG UN D BU CHVORST ELLU N G
gemeinsam mit der Akademie für Leseförderung Niedersachsen
Prof. Birgit Dankert
Michael Ende – Gefangen in Phantásien
Michael Ende (1929 –1995) gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit.
Seine Werke haben Leser aller Altersgruppen begeistert und wurden in über 40 Sprachen übersetzt. Mit
der Biographie »Michael Ende – Gefangen in Phantásien« von Birgit Dankert wird zum ersten Mal
Michael Endes Leben und Gesamtwerk in den Blick genommen und in einen Zusammenhang gestellt.
Die Autorin hat dazu umfangreiches Archivmaterial ausgewertet und Weggefährten befragt. Sie beschreibt
Michael Endes Lebensweg von der Kindheit in München im sogenannten Dritten Reich über seinen
Durchbruch zum weltweit bekannten Kinder- und Jugendbuchautor von »Jim Knopf«, »Momo« und der
»Unendlichen Geschichte« bis hin zu seiner Arbeit als Lyriker und Librettist. Dabei werden private Krisen
und Enttäuschungen wie die ausbleibende Anerkennung als Theaterautor und Regisseur nicht ausgespart.
»Birgit Dankert hat sich tief in das Leben und Werk dieses Mythenschöpfers gegraben. Sie erzählt davon
in einer angenehmen Klugheit. Ihre Biografie ist auch eine Lektion, die davon handelt, wie schwierig es
ist, der zu sein, der man ist – und nicht der, der man sein will«, berichtete NDR Kultur.
Prof. Birgit Dankert hat an der Fachhochschule Hamburg Bibliotheks- und Informationswissenschaft gelehrt. Sie schreibt als ausgewiesene Expertin für
Kinder- und Jugendliteratur regelmäßig für DIE ZEIT sowie diverse Fachzeitschriften und Magazine. Seit Dezember 2004 beherbergt die Gottfried Wilhelm
Leibniz Bibliothek mit der etwa 2.000 Bände umfassenden »Sammlung Birgit Dankert« eine der vollständigsten Privatsammlungen zum Thema deutsche
Kinder- und Jugendliteratur.
Do 23.2.2017 | 17.00 Uhr | VO RT R AG in der Reihe LEIBN IZ-VORT RÄGE
gemeinsam mit der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft
Prof. Dr. Alexander Košenina
Leibniz' Theodizee in der literarischen Kr itik und Parodie
Das Erdbeben von Lissabon 1755 schien Leibniz’ These einer Theodizee schlagartig in Frage zu stellen.
Den Begründungsnöten in Philosophie und Theologie stehen kritische und parodierende Antworten in
der Literatur gegenüber.Voltaires Lehrgedicht über das Desaster in Lissabon und seine Satire »Candide,
ou l’optimisme« werden in dem Vortrag Beispiele aus der deutschen Literatur an die Seite gestellt:
Albrecht von Haller formuliert in seinen poetischen Reflexionen »Über den Ursprung des Übels«
schon vor dem Ereignis in Portugal skeptische Fragen, die Johann Karl Wezel in seinem philosophischen
Thesenroman »Belphegor oder die wahrscheinlichste Geschichte unter der Sonne« radikal weiter diskutiert. Heinrich von Kleists Erzählung »Das Erdbeben in Chili« vertieft diese Perspektiven schließlich zu
existentiellen Gedanken über die Gesellschaft, Gerechtigkeit und Brüchigkeit der Welt überhaupt.
Prof. Dr. Alexander Košenina hat in Heidelberg und Berlin Germanistik und Philosophie studiert. Nach Lehrstuhlvertretungen in Saarbrücken, Darmstadt und Berlin und einer Professur in Bristol ist er seit 2008 Professor für Deutsche
Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts an der Leibniz Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte sind u.a.
Literatur und Naturwissenschaften, Verbrechensdarstellungen und anthropologische Fragen in der Frühen Neuzeit sowie
die Aufklärung. Zahlreiche Veröffentlichungen.
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Di 7.3.2017 | 17.00 Uhr | VO RT R AG in der Reihe LEIBN IZ-VORT RÄGE gemeinsam mit der
Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft und der Juristischen Studiengesellschaft Hannover e. V.
Prof. Dr. Gábor Gángó
Leibniz und Osteuropa
Eine Rekonstruktion von Gottfried Wilhelm Leibniz’ Auseinandersetzung
mit den militärischen, politischen, kulturellen und religiösen Ereignissen
in Staaten und Gebieten jenseits der Ostgrenze des damaligen Heiligen
Römischen Reiches Deutscher Nation verspricht Erträge, die auch außerhalb der Gemeinde der Leibniz-Forscher von Belang sein können. Leibniz’
Einsichten sind wertvolle Beiträge zur Herausbildung des modernen Europabegriffes. Über die physischen oder symbolischen Grenzen sowie über die
politische, kulturelle und religiöse Identität Europas reflektierend, öffnete
Leibniz immer eine umfassende, auch die Peripherien mit einbeziehende
Perspektive. Der Vortrag bezieht Aspekte wie Leibniz’ Wissen und seine
Wissbegier über diese Region sowie seine schriftstellerische, beratende und
politische Tätigkeit, vor allem in Bezug auf Polen und Ungarn ein.
Prof. Dr. Gábor Gángó studierte Geschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie an der ELTE Universität Budapest. Er ist Universitätsprofessor am Institut
für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen der Katholischen Pázmány-Péter-Universität Budapest und seit 2016 Fellow am Max-Weber-Kolleg
für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Leibniz, frühneuzeitliche und neuzeitliche Philosophiegeschichte, sowie Kultur- und Ideengeschichte Ostmitteleuropas.
Di 14.3.2017 | 17.00 Uhr | VO R FÜHRUNG des Nachbaus der Leibniz'schen Rechenmaschine
Dipl.-Ing. Klaus Badur / Wolfgang Rottstedt
Um 1690 gelang Gottfried Wilhelm Leibniz der Bau einer funktionstüchtigen Rechenmaschine, mit der man Rechnungen in allen vier Grundrechenarten anstellen
konnte. Durch die extrem hohen Fertigungskosten und die komplizierte Feinmechanik ging die Produktion jedoch nie in Serie. Zudem gab es Zweifel, ob die
Maschine denn richtig funktionierte. Im Jahr 2005 konstruierten Klaus Badur und
Wolfgang Rottstedt mit modernster, computergestützter Fertigungstechnik einen
Nachbau und konnten damit Leibniz’ korrekte Arbeit belegen. Dieser Nachbau
wie auch das Original befinden sich in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.
Bei der Vorführung werden die Konstrukteure des Nachbaus die Funktionsweise der Rechenmaschine demonstrieren.
Dipl.-Ing. Klaus Badur ist Maschinenbauingenieur. Er war nach seinem Studium als Konstrukteur und Projektingenieur und zuletzt als Geschäftsführer eines
Unternehmens für Sondermaschinen tätig.
Wolfgang Rottstedt ist Maschinenbaumeister und betrieb bis zu seinem Ruhestand eine Werkstatt für Feinmechanik und Maschinenbau.
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Di 25.4.2017 | 17.00 Uhr | AUSST ELLUNGSERÖF F N U N G
Schr iftenlese. Arbeiten von Hans Burkardt und Andreas Spengler
Schrift und Löschpapier – in der Ausstellung Schriftenlese trifft das kalligraphische Werk von Hans Burkardt
auf die Löschpapierkunst Andreas Spenglers. Professor Hans Burkardt, seit 2000 Ehrensenator der Fachhochschule Hannover, hat dort über Jahrzehnte als Professor und Rektor gewirkt. Er zählt zu den bedeutenden Kalligraphen und lebt in
Hannover. Professor Andreas Spengler wirkte als Psychiater und Psychotherapeut. Seine Arbeiten mit gebrauchten Löschpapieren stehen im ästhetischen Spiel mit der Kalligraphie Burkardts, dessen Vorlass die GWLB verwahrt. Die Veranstaltung würdigt das Schaffen
beider Künstler und führt in die Ausstellung ein.
Do 27.4.2017 | 17.00 Uhr | VO RT R AG in der Reihe LEIBN IZ-VORT RÄGE
gemeinsam mit der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft
Dr. Eike Chr istian Hirsch
Leibniz, der wirksamste Reformer des evangelischen Glaubens seit Luther
Leibniz war kein Bekenner und kein Anführer, aber er hat im Stillen den Glauben gründlich reformiert und den modernen Protestantismus begründet. In seiner »Theodizee« treten die Erlösung am Kreuz und die Auferstehung ganz zurück,
stattdessen wird der Schöpfer selbst zum milden Begleiter eines jeden gutwilligen Menschen. Am Ende der Weltgeschichte steht nicht mehr das Jüngste Gericht, sondern das Reich der Geister, zu dem Gott seine ganze Menschheit
hinaufführt. Das ist die aufgeklärte Form der christlichen Botschaft – und bis heute das Credo liberaler Christen.
Dr. Eike Christian Hirsch hat Theologie und Philosophie studiert und war lange Zeit Redakteur des NDR-Hörfunks. Er hat Bücher über
den christlichen Glauben, die deutsche Gegenwartssprache und u. a. auch die Biografie »Der berühmte Herr Leibniz« veröffentlicht.
AUSSTELLUNGEN
AUSST ELLUNGEN
30. März – 8. September 2017
Drei Länder, zwei Könige und ein Missverständnis – der Goldene Brief
Der Goldene Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König Georg II. ist eine der Kostbarkeiten in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Geschrieben auf reinem Gold, besetzt mit kostbaren
Rubinen und verstaut in einem Elefantenstoßzahn, ging er im Mai 1756 auf seine über 20.000 km lange, fast
zwei Jahre dauernde Reise von Birma nach London – und von da unbeantwortet und nahezu unbeachtet weiter
in die Königliche Bibliothek nach Hannover.
Die Ausstellung zeigt die spannende Geschichte dieses Briefes – eine Geschichte von drei Ländern, zwei Königen
und (mindestens) einem Missverständnis. Dargestellt wird die politische Situation in Birma, dem heutigen Myanmar, sowie die Personalunion, denn der Adressat des Briefes war zugleich Kurfürst
von Hannover. Und neben den zwei beteiligten Königen war auch die East India
AUSSTELLUNGSFÜHRUNGEN
Company eine wichtige Akteurin. Anhand der Überlieferungsgeschichte des ObDo 30.3. | 16.00 Uhr
jektes in der Königlichen Bibliothek wird das Missverständnis deutlich, denn der
Sa 1.4. | 11.00 Uhr
Brief wurde lange Zeit falsch verstanden, galt zeitweise sogar als verschollen.
Di 11.4. | 15.00 Uhr
Als ein einmaliges Zeugnis asiatisch-europäischer Beziehungen wurde der Goldene Brief im Jahr 2015 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen.
Mi 19.4. | 15.00 Uhr
Diese Ausstellung wurde anlässlich der Übergabe der UNESCO-Urkunde an die
Anmeldung unter [email protected]
GWLB im März 2017 konzipiert.
26. Apr il – 29. Juli 2017
Schr iftenlese. Arbeiten von Hans Burkardt und Andreas Spengler
Schrift ist weit mehr als Kulturtechnik, Kommunikationsmedium oder Aushängeschild. Handschrift wirkt in
einem umfassenden Sinn als Botschafterin, wenn sie der Fantasie Raum gibt und sich als Trägerin menschlicher Beziehungen zeigt. Die Kalligraphie von Professor Hans Burkardt, dessen graphische Arbeiten die GWLB
seit 2012 beherbergt, hat über Jahrzehnte ästhetische Maßstäbe gesetzt. Er ist einer der letzten großen Repräsentanten dieser Gattung. Professor Andreas Spengler, der mit seiner Malerei vor
rund einem halben Jahrhundert begann und aus dem Informel kommt, arbeitet
AUSSTELLUNGSFÜHRUNG
mit benutzten Streifen von Löschpapier. Er gibt den oft weggeworfenen
mit dem Künstler
Fundstücken ein »second life« in neuer ästhetischer Umgebung. Beide Künstler
Prof. Dr. Andreas Spengler
setzen dort an, wo eigenhändiges Schreiben lebendig erlebt wird, wenn das MeSa 29.4. | 11.00 Uhr
dium Tinte und Tusche das Papier berührt, trocknet und abgelöscht wird. Der
Anmeldung unter [email protected]
eine schreibt, der andere sichert und transformiert die Spuren.
ÖFFNUNGSZEITEN
IHR BESUCH
Mo–Fr 9.00 – 19.00 Uhr | Sa 10.00 – 15.00 Uhr
Die GWLB erreichen Sie mit der Stadtbahn
über die Haltestelle Waterlooplatz. Auf dem
Gelände der Bibliothek bestehen Möglichkeiten zum Parken. Die Besichtigung der
Ausstellungen und die Teilnahme an einzelnen Programmpunkten sind kostenfrei.
Gruppenführungen können Sie unter der
angegebenen Adresse vereinbaren.
KONTAKT
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Waterloostr. 8 | 30169 Hannover | www.gwlb.de
Abteilung Forschung und Kultur
0511.1267-363 | [email protected]
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FREUNDE UND FÖRDERER
DER GOTTFRIED WILHELM
L E I B N I Z B I B L I O T H E K E . V.
Impressum
V.i.S.d.P. Anne May | Herausgeber Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Waterloostr. 8, 30169 Hannover | Redaktion Andreas Steinsieck | Gestaltung Maike Kandziora | Änderungen vorbehalten.