Grußwort Jahresende2016

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
was lange währt, wird endlich gut. Ein wenig könnte man geneigt sein, dem Rückblick auf
das abgelaufene Jahr diese Überschrift zu geben. Ein Jahr, in dem sich in unserem Ort so
manches zum Positiven gewendet hat, das sich scheinbar ewig hinzog oder gar zum
Scheitern verurteilt schien.
Wenn es auch nicht möglich ist, den Verkehr auf der Hauptstraße durch Tempolimits,
bauliche Maßnahmen oder mehr Kontrollen langsamer zu machen, so leistet doch jetzt eine
mobile Geschwindigkeitsanzeige einen kleinen Beitrag zu mehr Sicherheit. Ermöglicht wurde
sie durch Sponsoren, ebenso wie der neue Kletterturm auf dem Spielplatz an der Limeshalle.
Unser Gemeindebauhof hat endlich sein neues Domizil neben dem Sportplatz bezogen,
nachdem alle Beteiligten – Planer, Rat und Verwaltung – sich jahrelang an bürokratischen
Hürden abarbeiten mussten. Beharrlichkeit, Geduld, viele helfende Hände und Kreativität
führten schließlich zum Ziel. Kreativität ist auch das Markenzeichen eines anderen Projekts,
das nach langer Durststecke jetzt auf einem guten Weg zu sein scheint. Es ist schon
beeindruckend, was binnen weniger Wochen auf dem Campingplatzgelände bewegt wurde.
Die Gemeinde hat, nach einem gescheiterten Versuch und zahllosen Gesprächen mit
Interessenten, letztlich einer ortsansässigen Familie den Zuschlag gegeben, die den
Campingplatz in Kombination mit Kulinarik und Kunst in die Zukunft führen will. Es ist zu
hoffen, dass die Dorfgemeinschaft die Angebote dort ebenso rege annimmt wie die in
diesem Jahr wiedereröffnete Gaststätte im Ortskern.
Dass die Arzbacherinnen und Arzbacher alles andere als Stubenhocker sind haben sie auch
in diesem Jahr bei zahlreichen Veranstaltungen gezeigt, zu denen Vereine eingeladen hatten
oder die von der gesamten Dorfgemeinschaft gestemmt wurden. Herauszuheben ist hier
sicherlich der Limeserlebnistag, der nur durch die Zusammenarbeit aller Vereine möglich
war, ebenso wie die Kirmes, bei der die Verantwortlichen mit viel Einsatz auch den Unbilden
des Wetters trotzten. Dass man auf die Gemeinschaft der Vereine bauen kann haben auch
die privaten Initiatoren einer Benefizveranstaltung erfahren, die sich von der Idee eines
kleinen Garagenevents zu einem stattlichen Weihnachtsmarkt entwickelt hat.
Große Freude bereiten auch in diesem Jahr wieder unsere Fußballer. Dafür ist nicht allein
der seit Saisonbeginn ununterbrochen gehaltene Spitzenplatz in der Kreisliga A
verantwortlich, sondern vor allem die gute Stimmung sowohl im Team als auch bei den
Zuschauern am Spielfeldrand.
Kann man einen solchen Jahresrückblick mit Zufriedenheit über das Erreichte im Dorf
bewenden lassen? In einem Jahr mit so vielen negative Entwicklungen und Ereignisse in der
Welt wie kaum einmal in der jüngeren Vergangenheit? In einem Jahr mit grauenhafte Bildern
von den leidenden Menschen in der syrischen Stadt Aleppo, mit dem Abdriften der Türkei in
Richtung Diktatur, dem Vormarsch von Populisten in Europa und den USA,
mit
Terroranschläge bei unseren Nachbarn und Anschlagversuchen in Deutschland, die gerade
noch verhindert wurden? Man kann diese Ereignisse nicht ausblenden; aber man kann
dennoch mit Blick auf die dörfliche Gemeinschaft hoffnungsfroh in das nächste Jahr
schauen. Denn eine funktionierende Gemeinschaft spendet gerade in solch aufgewühlten
Zeiten Trost und Zuversicht. Ich will dabei nicht dem Rückzug ins absolut Überschaubare
oder gar dem Wunsch nach der Welt von gestern das Wort reden, so, wie es bestimmte
Kräfte momentan tun. Eine funktionierende örtliche Gemeinschaft ist vielmehr ein Beleg
dafür, dass die über Jahrzehnte bewährten Werte unserer demokratischen, toleranten und
weltoffenen Gesellschaft von der überwiegenden Mehrheit gelebt und bewahrt werden. Eine
solche Gemeinschaft ist auch eine Chance, all jene mitzunehmen, die in Versuchung stehen,
die einfachen Antworten zu wählen.
Die Erkenntnis, dass es keine absolute Wahrheit gibt und dass Demokratie immer das
Aushandeln von Kompromissen ist, lässt sich in der dörflichen Gemeinschaft vielleicht
besser vermitteln als in einem städtischen Umfeld. Jede und jeder ist eingeladen, sich mit
Ideen und Taten direkt in die Gemeinschaft einzubringen anstatt sich in die anonyme Welt
der gar nicht mehr so sozialen Medien zu flüchten. In jedem Fall ist die Politik im Dorf nah
an den Menschen. Bürgerinnen und Bürger können jederzeit und direkt Anregungen
vorbringen, und sie können sich in den Gemeinderatssitzungen ganz unmittelbar informieren.
Ein Landesgesetz ermöglicht es seit diesem Jahr, noch mehr Punkte als bisher öffentlich zu
behandeln und damit für mehr Transparenz zu sorgen. Ein kleiner, aber wichtiger Beitrag in
einer Zeit, in der Demokratie bei einigen nicht mehr so hoch im Kurs zu stehen scheint.
Ich wünsche Ihnen und Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein Jahr 2017, das
friedlicher wird als das hinter uns liegende. Und ich wünsche uns allen ein neues Jahr, das
mit so viel Engagement und Einsatz für unsere Dorfgemeinschaft angegangen wird wie in
der Vergangenheit – vielleicht sogar mit noch ein paar Aktiven mehr als bisher.
Marlene Meyer
Ortsbürgermeisterin