PDF Vorschau - Hamburger Institut für Sozialforschung

Frühjahr 2017
4 Michael Wildt
Volk, Volksgemeinschaft, AfD 6 Jacques de Saint Victor
Blasphemie
Geschichte eines »imaginären Verbrechens« 8 Pierre-Jean Luizard
Die Falle des Kalifats
Der Islamische Staat oder die Rückkehr der Geschichte
10 Peter Waldmann
Der konservative Impuls
Wandel als Verlusterfahrung
12 Aaron Sahr
Das Versprechen des Geldes Eine Praxistheorie des Kredits
14 Pierre Rosanvallon 15 Zuletzt erschienen
16 Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts
17 Aus dem Programm
22 Mittelweg 36
Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Gesamtverzeichnis unter www.hamburger-edition.de
edition online
= auch als E-Book erhältlich
4 Novitäten kleine reihe Hamburger Edition
»Wir sind das Volk!« Das ist ein mächtiger und anspruchsvoller
Satz, vor allem in einer Demokratie, in der das Volk herrscht.
»Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus« heißt es im Grundgesetz
der Bundesrepublik Deutschland.
Doch: Wer ist das Volk? Die wahlberechtigten Staatsbürgerinnen und Staatsbürger? Die Demonstranten gegen die Diktatur
in Leipzig im Oktober 1989? Die orangefarbenen Massen auf dem
Maidan in Kiew, die 2013/14 erfolgreich die Neuwahl des Präsidenten erzwangen? In der langen Geschichte des Volkes wurde
stets darum gestritten, wer zu ihm gehörte und wer nicht. Frauen
zum Beispiel erhielten in den meisten Staaten erst im 20. Jahrhundert das Wahlrecht. Und was geschieht, wie Sebastian Haffner
1933 fragte, wenn das Volk die Demokratie nicht mehr will?
Die historisch-politische Intervention von Michael Wildt
­lotet die Ambivalenzen und Abgründe des politischen Konzepts
des Volkes aus sowie die rassistisch-antisemitische Radikalisierung in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Auf dieser Grundlage hinterfragt er die populistischen Äußerungen der
AfD, die sich lauthals auf das Volk beruft. Auch hier geht es um
verschiedene Volkskonzepte. Die kulturell definierte Ausgrenzung von Minderheiten bei der AfD birgt die Gefahr radikaler
Exklusion aus dem »Volk«. Jedoch auch das Beharren darauf, dass
Volk demos und nicht ethnos sei, gelangt über die tückische Imagination eines einheitlichen Volkes nicht hinaus.
Wäre es nicht stattdessen vielmehr an der Zeit, Hannah
Arendts Gedanken aufzugreifen und nicht das Volk, sondern den
Menschen und sein Recht, Rechte zu haben, in den Mittelpunkt
unseres demokratischen Denkens zu stellen?
Wir sind das Volk.
Die ­Anderen nicht.
Der Historiker Michael Wildt
über die A­ mbivalenzen
und Abgründe des
politischen Konzepts
des Volkes.
Bereits erschienen
978-3-936096-74-3
978-3-930908-87-5 |
© Reto Klar
Michael Wildt ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert
mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu
Berlin. Von 1997 bis 2009 arbeitete er als Wissenschaftler am Hamburger
Institut für Sozialforschung. Er ist Mitherausgeber der Zeitschriften WerkstattGeschichte und Historische Anthropologie ­s owie der Studienreihe zur
Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts in der Hamburger Edition.
Michael Wildt
Volk, Volksgemeinschaft, AfD
Gebunden, ca. 150 Seiten
€ 12,– / € 12,30 [A]
ISBN 978-3-86854-309-4
edition online Erscheint im März 2017
»Alle sind das Volk.«
Angela Merkel, Videobotschaft zum Tag der Deutschen Einheit 2016
6 Novitäten Hamburger Edition
Die Blasphemie hat eine lange und wechselhafte Geschichte, sie
war und ist – so die These von Saint Victor – eine politische Konstruktion. In der Zeit der Aufklärung als »crime imaginaire«
(imaginäres Verbrechen) bezeichnet, wurde Blasphemie 1791 in
Frankreich als Delikt abgeschafft. Lange verschwand sie hinter
dem modernen politischen Horizont, doch nun kehrt der Diskurs
um ein Blasphemieverbot zurück ins öffentliche Leben westlicher
Demokratien, spätestens seit den terroristischen Angriffen in P
­ aris
im Januar 2015 auf die Redaktion des Satireblatts Charlie Hebdo.
Wendepunkte in der Diskussion um die Blasphemie waren 9/11,
die Ermordung des niederländischen Filmemachers Theo van
Gogh 2004 sowie 2005 die Mohammed-Karikaturen. Die jüngste
Beschwörung eines Verbots der Blasphemie im Namen des Res­
pekts vor »persönlichen Überzeugungen« stellt ohne Zweifel
eine Bewährungsprobe für das grundlegende Prinzip westlicher
Demokratien dar: das Prinzip der Rede- und Meinungs-, aber
auch der Pressefreiheit.
Der Rechtshistoriker Saint Victor ordnet die Geschichte­
der Blasphemie in einen aktuellen politischen wie juristischen
­Interpretationsrahmen ein. Dabei zeigt er nicht nur auf, dass die
juristische Ahndung von Meinungsdelikten immer hoch problematisch ist, sondern auch, welchen Platz die Diskussion um Blasphemie wieder im öffentlichen Raum einnimmt und vor welche
Herausforderungen sie die westlichen Demokratien stellt.
Ein packender Essay über ein »imaginäres Verbrechen«, in
dem Religion und Politik auf das Engste verknüpft sind. Gestern
wie heute.
Sie scheint ein Relikt vergangener Zeiten zu sein, doch
spätestens nach dem Anschlag
auf Charlie Hebdo 2015 in Paris
hat die Diskussion um die
strafrechtliche A­ hndung der
­Blasphemie den öffentlichen
Raum ­zurückerobert. Sie stellt
die westlichen Demokratien
vor eine ihrer größten
Heraus­forderungen.
Bereits erschienen
©wikibéral.org
ISBN 978-3-86854-289-9 |
Jacques de Saint Victor ist Professor für Rechtsgeschichte und Politik an
der Universität Paris VIII Vincennes-Saint-Denis sowie Gastprofessor an der
Università degli Studi Roma Tre. Er ist Kolumnist beim Figaro littéraire und
Autor zahlreicher Bücher zur politischen Ideengeschichte, zum Rechts­
system und zur organisierten Kriminalität. 2013 erhielt Jacques de Saint
Victor den Prix de l´Essai de l´Académie Française; für »Blasphemie« wurde
er 2016 mit dem Prix du Sénat du Livre d´Histoire ausgezeichnet.
Michael Halfbrodt, Studium der Literaturwissenschaft, Linguistik und
Philosophie; Übersetzer von Pierre Rosanvallon, Antoine Vauchez und
­v ielen anderen.
Jacques de Saint Victor
Blasphemie
Geschichte eines »imäginären Verbrechens«
Aus dem Französischen von Michael Halfbrodt
Gebunden, 144 Seiten
€ 20,– / € 20,60 [A]
ISBN 978-3-86854-308-7
edition online Erscheint im März 2017
»Es gibt ein Recht auf Blasphemie,
sonst gibt es keine wahre Freiheit.«
Voltaire (1694 - 1778)
8 Novitäten Hamburger Edition
© Pierre-Jean Luizard
Der Islamische Staat hat sich mit blutigen Aktionen die Bühne der
internationalen Politik erobert. Von den andauernden Krisen in
Syrien und im Irak profitierend, hat der IS Macht und Kontrolle
über große Regionen erlangt und verfügt über umfangreiche
finan­zielle Ressourcen.
Der Historiker Pierre-Jean Luizard legt eine umfassende Genese der dschihadistisch-salafistischen Gruppe vor und ordnet
sie in einen soziopolitischen Kontext ein. Er fragt nach den Ursachen und Triebkräften für den augenscheinlichen Erfolg des Islamischen Staates und sieht in dem transnationalen Staatsbildungsprojekt eine Falle, die der IS der internationalen Gemeinschaft
stellt: Die Errichtung eines Kalifats und die damit einhergehende
Gewalt gegen die Zivilbevölkerung, auch gegen westliche Geiseln,
zwingen die internationale Staatengemeinschaft in eine militärische Konfrontation. Moralisch ist diese Auseinandersetzung
nicht zu gewinnen, da die Erinnerung der arabischen Bevölkerungen mit Leid und Zerstörung nach Interventionen verbunden
ist und nicht mit erfolgversprechenden Konzepten, den von Kriegen zerrütteten Gesellschaften dieser Region ein positives Zukunftsszenario anzubieten.
Der IS kann überhaupt so erfolgreich sein – so Luizards These –,
weil er sich als funktionales Staatsprojekt präsentiert, das den krisengeschüttelten Bevölkerungen eine gewisse Stabilität und eine
greifbare Zukunftsperspektive zu bieten scheint; Bevölkerungen,
die sich nicht länger einer postkolonialen Ordnung unterwerfen
wollen.
Pierre-Jean Luizard, Historiker, ist directeur de recherche im Centre
­national de la recherche scientifique (CNRS) in Paris und dort verantwortlich für die Forschungsgruppe Sociétés, Religions, Laïcités (GSRL).
Luizard verbrachte viele Jahre in zahlreichen arabischen Ländern des
Mittleren Orients, vor allem in Syrien, im Libanon, im Irak, in den Golfstaaten und in Ägypten. Für sein Buch »Die Falle des Kalifats« wurde
Luizard im März 2016 mit dem Prix Étudiant du Livre Politique – France
Culture ausgezeichnet.
Michael Halfbrodt, Studium der Literaturwissenschaft, Linguistik und
Philosophie; Übersetzer von Pierre Rosanvallon, Antoine Vauchez und
­v ielen anderen.
Die auf Gewalt beruhende
Errichtung eines trans­
nationalen Staatsprojekts des
IS zwingt die inter­nationale
Gemeinschaft zu militärischen Interven­tionen.
­Luizard dechiffriert diese
Strategie als Falle, aus der ein
Entkommen mangels erfolgversprechender ­Konzepte
immer schwieriger wird.
Pierre-Jean Luizard
Die Falle des Kalifats
Der Islamische Staat oder die Rückkehr der Geschichte
Aus dem Französischen von Michael Halfbrodt
Gebunden, ca. 160 Seiten
€ 20,– / € 20,60 [A]
ISBN 978-3-86854-310-0
edition online Erscheint im März 2017
10 Novitäten Hamburger Edition
© Peter Waldmann
Wie gehen Menschen mit einschneidenden Veränderungen um?
Wie werden z. B. Tod und Trauer, Exil und der Verlust der Heimat,
aber auch Hyperinflationen, Revolutionen oder sozioökonomische Entwicklungssprünge sowohl individuell als auch gesellschaftspolitisch wahrgenommen und bewältigt?
Peter Waldmann geht davon aus, dass Situationen radikalen
Wandels, die überkommene Strukturen prinzipiell infrage stellen,
häufig Verlustängste auslösen und ein Festhalten an Altem und
Vertrautem zur Folge haben – viele Menschen geben sich, in solche Ereignisse involviert, dem »konservativen Impuls« hin, sie
­sehen sich als künftige Modernisierungsverlierer. In anderen Bevölkerungskreisen stoßen die Veränderungen jedoch auf Beifall
und wecken Hoffnungen auf eine verheißungsvolle Zukunft. Die
Gesellschaft spaltet sich in gegensätzliche Lager.
Die Untersuchung des bekannten Soziologen bezieht sich auf
die jüngste Neuzeit und handelt von Fällen individuellen und rapiden sozioökonomischen Wandels sowie politischer Umbrüche an
der europäischen Peripherie als auch in Lateinamerika, im Mittleren Osten und in Ostasien. An neun idealtypischen Beispielen vermisst er die Stärke des konservativen Impulses. Denn je nach Zeitpunkt, Kontext und Kräfteverhältnis können Äußerungen und
Triebkräfte des konservativen Impulses nicht nur die Entwicklungsdynamik bremsen, sondern dieser auch förderlich sein oder
sogar zu einer ihrer wesentlichen Voraussetzungen werden.
Disruptiver Wandel löst folglich regelmäßig gegensätzliche
Reaktionen aus: einerseits das verzweifelte, letztlich vergebliche
Festhalten an der Vergangenheit, andererseits, angesichts der
Notwendigkeit, sich auf die neue Situation einzustellen, das Bemühen, dieser gerecht zu werden. Das Abarbeiten der Spannung
zwischen diesen beiden Polen ist eine Voraussetzung dafür, dass
die Betroffenen in ihrer Entwicklung nicht stehen bleiben. Der
konservative Impuls ist, so Waldmanns Fazit, eine hochambivalente Größe.
Peter Waldmann ist emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Augsburg. Von 1997 bis 2005 war er Mitglied des wissenschaftlichen
Beirats beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung. Er war als Gastprofessor in Buenos Aires und Cordoba
(Argentinien), Santiago de Chile, Madrid, San Sebastian und Sevilla, in
Bern und Harvard tätig.
Radikaler Wandel löst ­
häufig Angst aus und wird
abgelehnt. Aber der ­Rück­griff auf Vertrautes und
Bewährtes kann eine
Entwicklungsdynamik
auch fördern und zu einer
ihrer wesentlichen Voraus­
setzungen werden.
Peter Waldmann
Der konservative Impuls
Wandel als Verlusterfahrung
Gebunden, 348 Seiten
€ 32,– / € 32,90 [A]
ISBN 978-3-86854-307-0
edition online Erscheint im März 2017
»The past is never dead.
It is not even past.«
William Faulkner
12 Novitäten Hamburger Edition
© Michael Zapf
Ein Missverständnis über den Charakter des Geldes führt zu den
Schwierigkeiten der Sozialwissenschaften, die Transformationen
des Kapitalismus der Gegenwart und vor allem die exponentielle
Vermehrung der globalen Geldmengen in den letzten vierzig Jah­
ren theoretisch aufzuarbeiten. Hartnäckig hält sich die Lehrmei­
nung, Geld sei eine besonders wertvolle Tauschware, nicht viel
anders als ein Haus oder ein Automobil. Tatsächlich aber ist Geld
keine Ware, sondern ein Kredit – ein Zahlungsversprechen.
Eine Theorie des Geldes muss sich deswegen empirisch mit
den strukturellen Bedingungen der Kreditvergabe privater Ban­
ken auseinandersetzen. Die vorliegende Studie korrigiert den ge­
läufigen Irrtum, private Banken würden Spareinlagen ihrer Kun­
den oder von der Zentralbank bereitgestellte Reserven lediglich
verteilen. Tatsächlich schaffen Banken durch Kreditvergabe Gut­
haben, mit anderen Worten: Sie kreieren neues Geld aus dem
Nichts. Das bedeutet, sie sind nicht von knappen Ressourcen und
damit letztendlich auch im engeren Sinne nicht von ökono­
mischen Bedingungen abhängig. Alles Geld ist heute Kredit und
muss deswegen als paraökonomische Struktur im Kapitalismus
der Gegenwart verstanden werden.
Diese paraökonomische Verfassung des Kreditsystems for­
dert, die distributionslogische Perspektive zugunsten eines bezie­
hungstheoretischen Blicks aufzugeben. Kredite sind Zahlungs­
versprechen, Beziehungen also, denen sowohl Gelingen als auch
Scheitern inhärent sind. Zahlungsversprechen sind deswegen auf
Vertrauen angewiesen, nicht als persönliche Haltung verstanden,
sondern als Interdependenzen innerhalb sozialer Arrangements.
Aaron Sahr beleuchtet die Funktionsweise der Kreditpraxis
als Verschränkung von Vertrauensbekundungen und Misstrau­
ensmanifestationen und reflektiert dabei den Siegeszug von Deri­
vaten ebenso wie die Bedeutung von Schattenbankstrukturen,
die Rolle der Ratingagenturen und algorithmisierter Risikokal­
kulation sowie den Rückzug administrativer Regularien.
Aaron Sahr, Dr. rer. pol., ist Philosoph und Soziologe; Wissenschaftler
am Hamburger Institut für Sozialforschung. Seine Forschungsschwerpunkte sind: ökonomische und soziologische Geldtheorien, das Banken- und Kreditsystem, Praxistheorien, internationale Buchhaltungsstandards und die Strukturen und Theorien des Finanzkapitalismus.
Geld ist keine Ware, sondern
Kredit, also ein Zahlungs­
versprechen, und muss als
paraökonomische Struktur im
Kapitalismus der Gegenwart
verstanden werden.
Aaron Sahr
Das Versprechen des Geldes
Eine Praxistheorie des Kredits
Mit einem Nachwort von Heinz Bude
Gebunden, ca. 390 Seiten
€ 35,– / € 35,90 [A]
ISBN 978-3-86854-306-3
edition online Erscheint im März 2017
Kredit ist eine Praktik kreativen Wertschöpfens
im Grenzbereich des Wirtschaftssystems
© Collège de France
14 Pierre Rosanvallon Hamburger Edition
Hamburger Edition Zuletzt erschienen 15
Pierre Rosanvallon erhält den
Bielefelder Wissenschaftspreis 2016
im Gedenken an Niklas Luhmann
»Mit Pierre Rosanvallon erhält ein großer Demokratietheore­
tiker mit Weltgeltung den dies­jährigen Wissenschaftspreis. […]
Seine Bücher über Demokratie, Repräsentation, Wahlrecht und
Mehrheitsprinzip, Souveränität, Gleichheit, Wohlfahrtsstaat
und den Markt fügen sich zu einem eindrucksvollen Gesamtwerk. Dieses ist wegweisend für die Zustandsbestimmung und
Fort­entwicklung der Demokratie geworden«, so die Begründung der Jury.
Dietze, Carola
Die Erfindung des Terrorismus in Europa,
Russland und den USA 1858-1866
2016 | geb., 752 S., 33 Bilder und 5 Karten
€ 42,– | 978-3-86854-299-8 | € 33,99
Pierre Rosanvallons Arbeiten sorgen für große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, seine B
­ ücher sind in 22 Sprachen
übersetzt und in 26 Ländern publiziert worden.
Er ist Professor für Neuere und Neueste politische Geschichte
am Collège de France und directeur de r­echerche an der École
des hautes études en sciences sociales (EHESS).
Im Herbst 2017 erscheint mit »Die Gegen-Demokratie. Polit­ik
im Zeitalter des Misstrauens« der noch ausstehende Band der
Werkreihe zur Demokratie in der Hamburger Edition.
Medicus, Thomas (Hg.)
Verhängnisvoller Wandel. Ansichten aus der
Provinz 1933–1949: Die Fotosammlung Biella
2016 | geb., Sonderformat, 2-farbig, 312 S., 276 Abb.
€ 38,– | 978‑3‑86854-302-5 | € 29,99
Unter der Fragestellung »Wie weiter mit …?« werden die Werke von acht der wichtigsten Geistesund Gesellschaftswissenschaftler des 19. und 20. Jahrhunderts neu und wieder gelesen.
Können, sollen oder müssen wir deren Blick auf soziale Fragen und Probleme heute noch teilen?
Hamburger Institut für Sozialforschung (Hg.)
Wie weiter mit …?
Adorno
Arendt
Durkheim
Foucault
Freud
Luhmann
Marx
Weber
Matthias Koenig Philipp Sarasin
Jan Philipp Reemtsma Armin Nassehi Heinz Bude
Ulrich Bielefeld
Wie weiter
Wie
mitweiter mit
Wie weiter Wie
mit weiterWie
mitweiterWie
mitweiter
Wiemit
weiter
Wie
mit
weiter mit
Theodor W. Adorno?
Hannah Arendt?
Émile Durkheim?
Michel Foucault?
Sigmund Freud?
Niklas Luhmann?
Karl Marx?
Max Weber?
Hamburger Institut für
Einzelbeiträge | nur als E-Book erhältlich |
Sozialforschung (Hg.)
»Wie weiter mit…?«
Gesamtausgabe 2016 [2008]
nur als E-Book erhältlich, 366 S.
€ 11,99 | 978-3-86854-697-2
ISBN 978-3-86854-257-8 |
ISBN 978-3-86854-301-8 |
Je t z t
ook
a l s E- B
Hamburger Institut für Sozialforschung
Hamburger Institut
(Hg.)für Sozialforschung
Hamburger
(Hg.) Institut für Sozialforschung
Hamburger
(Hg.)
Institut für Sozialforschung
Hamburger Institut
(Hg.) für Sozialforschung
Hamburger Institut
(Hg.) für
Hamburger
Sozialforschung
Institut für
(Hg.)
Sozialforschung
Hamburger Institut
(Hg.)für Sozialforschung (Hg.)
Wolfgang Bonß Rahel Jaeggi
ISBN 978-3-86854-215-8 |
Arnold, Sina
Das unsichtbare Vorurteil. Antisemitismus­diskurse in der US-amerikanischen Linken
nach 9/11
2016 | geb., 488 S., 9 Abb. | € 38,–
978-3-86854-303-2 | € 29,99
€ 1,99
Gesamtverzeichnis unter www.hamburger-edition.de
16 Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts Hamburger Edition
Hamburger Edition Aus dem Programm 17
Christian Teichmann ist Hannah-Arendt-Preisträger 2016
uc h al s
Je t z t a ok
E- B o
Christian Teichmann erhält den Hannah-Arendt-Preis für
politisches Denken für seine heraus­ragenden Forschungen
über die Geschichte und Strukturen der sowjetischen Herrschaft in Mittelasien unter Stalin.
Der Preis wird von der Stadt Bremen und der HeinrichBöll-­Stiftung an Personen verliehen, die mit einer mutigen
Intervention das »Wagnis Öffentlichkeit« annehmen.
an d
Jeder B,–
€ 28
Des Forges, Alison
Kein Zeuge darf überleben.
Der Genozid in R­ uanda
Aus dem Englischen von Jürgen Bauer, Fee Engemann,
Renate Hardt, Edith Nerke, Carmen von Samson‑­
Himmelstjerna, Gisela Schwarz
2008 [2002] | geb., 947 S., 42 Abb., 10 Karten
€ 40,– | 978‑3‑930908‑80‑6 | € 31,99
Deißler, Stefan
Eigendynamische Bürgerkriege. Von der
Persistenz und Endlichkeit innerstaatlicher
Gewalt­konflikte
2016 | geb., 368 S. | € 35,–
978-3-86854-297-4 | € 27,99
Fink, Matthias
Srebrenica. Chronologie eines Völkermords
oder Was ­geschah mit Mirnes O­ smanović
2015 | geb., 992 S., 20 Foto­grafien und
12 farb. Karten | € 45,–
978‑3‑86854‑291‑2 | € 35,99
Greiner, Bernd
Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam
2013 [2007] | br., 600 S., 67 Abb., 4 Karten
€ 20,– | 978‑3‑86854‑207‑3 | € 15,99
Collins, Randall
Dynamik der Gewalt.
Eine mikrosoziologische Theorie
Aus dem Englischen von Richard Barth
und Gennaro Ghirardelli
2011 | geb., 736 S., 51 Abb. | € 39,–
978‑3‑86854‑230‑1 | € 30,99
Paul, Axel T. / Schwalb, Benjamin (Hg.)
Gewaltmassen. Über Eigen­dynamik und
Selbst­organisation kollektiver Gewalt
Beiträge aus dem Englischen von
Michael Adrian und Bettina Engels
2015 | geb., 416 S. | € 35,–
978‑3‑86854‑293‑6 | € 27,99
ISBN 978-3-86854-298-1 |
ISBN 978-3-86854-304-9 |
Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts
Herausgegeben von Jörg Baberowski, Stefanie Schüler-Springorum und Michael Wildt
Alle Titel auch als E-Book erhältlich
Alle Bände unter www.hamburger-edition.de/gewaltgeschichte
Gesamtverzeichnis unter www.hamburger-edition.de
18 kleine reihe Hamburger Edition
Hamburger Edition Aus dem Programm 19
kleine reihe – kurze Interventionen zu aktuellen Themen
Bude, Heinz
Gesellschaft der Angst
2016 [2014] | geb., 168 S. | € 16,–
978-3-86854-284-4 | € 12,99
Bauman, Zygmunt
Moderne und Ambivalenz.
Das Ende der Eindeutigkeit
Aus dem Englischen von Martin Suhr
2016 [2005] | br., 451 S. | € 18,–
978‑3‑936096‑52‑1 | € 13,99
Vogel, Berthold
Wohlstandskonflikte. Soziale Fragen,
die aus der Mitte kommen
2009 | geb., 348 S. | € 25,–
978‑3‑86854‑200‑4
Castel, Robert
Die Krise der Arbeit. Neue Unsicherheiten
und die Zukunft des Individuums
Aus dem Französischen von Thomas Laugstien
2011 | geb., 384 S. | € 32,–
978‑3‑86854‑228‑8 | € 25,99
Moser, Sebastian J.
Pfandsammler. Erkundungen einer
urbanen Sozialfigur
2014 | br., 270 S. | € 22,–
978-3-86854-276-9 | € 17,99
Bahl, Friederike
Lebensmodelle in der
Dienstleistungs­gesellschaft
2014 | geb., 376 S. | € 32,–
978-3-86854-282-0 | € 25,99
an d
Jeder B,–
€ 12
Alle Titel auch als E-Book erhältlich
Alle Bände unter www.hamburger-edition.de/kleine-reihe
Gesamtverzeichnis unter www.hamburger-edition.de
20 Aus dem Programm Hamburger Edition
Hamburger Edition Aus dem Programm 21
g st a lt un
­Ve ran s B e r lin
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r e ih
20 17
2 0 16 b is io n m it
t
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pe
in Ko o rap h ie d e s
»To p o g r o r s«
Te r
Wildt, Michael
Nachrichtendienst , politische Elite und Mord­
einheit. Der Sicherheitsdienst des
Reichsführers SS
2016 [2003] | br., 400 S. | € 25,–
978-3-86854-300-1 | € 19,99
Priemel, Kim C. / Stiller, Alexa (Hg.)
NMT. Die Nürnberger Militärtribunale ­
zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und
Rechtschöpfung
2013 | br., 928 S., 2 Karten | € 30,–
978-3-86854-278-3 | € 23,99
Berg, Manfred
Lynchjustiz in den USA
Aus dem Englischen von Manfred Berg
2014 | geb., 275 S. | € 32,–
978-3-86854-273-8 | € 25,99
Colliot‑Thélène, Catherine
Demokratie ohne Volk
Aus dem Französischen von Ilse Utz
2011 | geb., 256 S. | € 28,–
978‑3‑86854‑232‑5 | € 21,99
Jureit, Ulrike / Tietze, Nikola (Hg.)
Postsouveräne Territorialität.
Die ­Europäische Union und ihr Raum
2015 | geb., 304 S., 3 Abb., 5 Karten | € 35,–
978-3-86854-287-5 | € 27,99
Walter, Dierk
Organisierte Gewalt in der europäischen
Expansion. Gestalt und Logik des
Imperialkrieges
2014 | geb., 416 S. | € 32,–
978-3-86854-280-6 | € 25,99
Klärner, Andreas
Zwischen Militanz und Bürgerlichkeit. Selbst­
verständnis und Praxis der extremen Rechten
2008 | geb., 348 S. | € 25,–
978‑3‑936096‑93‑4 | € 19,99
Kraushaar, Wolfgang (Hg.)
Die RAF und der linke Terrorismus
2006 | geb., 2 Bände im Schuber, 1415 S.
€ 78,– | 978‑3‑936096‑65‑1
Neiman, Susan
Moralische Klarheit.
Leitfaden für erwachsene Idealisten
Aus dem Englischen von Christiana Goldmann
2013 | br., 496 S. | € 20,–
978‑3-86854-271-4 | € 15,99
Reemtsma, Jan Philipp
Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine
­besondere Konstellation der Moderne
2013 [2008] | br., 576 S. | € 20,–
978‑3‑86854-270-7 | € 15,99
Reemtsma, Jan Philipp
Mehr als ein Champion.
Über den Stil des Boxers Muhammad Ali
2014 [2013] | br., 140 S. | € 16,–
978‑3‑86854-269-1 | € 12,99
uc h al s
Je t z t a ok
E- B o
Jureit, Ulrike
Das Ordnen von Räumen. Territorium
und Lebensraum im 19. und 20. Jahrhundert
2012 | geb., 445 S. mit einem farbigen Extraheft
€ 38,– | 978‑3‑86854‑248‑6 | € 29,99
Gesamtverzeichnis unter www.hamburger-edition.de
Gesamtverzeichnis unter www.hamburger-edition.de
22 Mittelweg 36 Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Stolz und Vorurteil
Seit die Sozialwissenschaften vor einigen Jahren den Wutbürger als neue Unterart
des Homo politicus entdeckten, hat dieser sich weit über Europa hinaus verbreitet. Wo er in Massen auftritt und sich zu populistischen Bewegungen zusammenschließt, setzt er die Institutionen und Verfahren der repräsentativen Demokratie
unter Druck und wirbelt die politischen Verhältnisse durcheinander. Nicht nur
am rechten Rand bröckelt der demokratische Konsens und wird die politische
Mitte anfällig für extreme Positionen. Auch von linker Seite beteiligt man sich
lautstark an der Ersetzung von Argumenten durch Affekte. Hass und Empörung,
so scheint es, sind wieder gesellschaftsfähig – und das keineswegs nur in den so­
zialen Medien oder den dumpfen Sprechchören der vermeintlich Zukurzgekommenen. Diffuse soziale Ängste, nicht selten gepaart mit einem Gefühl von Über­
legenheit und einem Verlangen nach Identität, lassen die knappen Ressourcen
Solidarität und Toleranz immer häufiger auch in den Mittel- und Oberschichten
erodieren. Erleben wir den Aufstieg einer Politik des Ressentiments?
Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung Mittelweg 36 23
»I’d rather be dead
than sing ›Satisfaction‹ when I’m 45.«
Mick Jagger
Mit Beiträgen von Katharina Bluhm, Ulrich Bröckling, Wolfgang Knöbl, Samuel Salzborn,
Grit Straßenberger u. a.
Mittelweg 36, 6/2016, ca. 96 Seiten, Print € 9,50 l E-Journal € 7,99
Erscheint am 1. Dezember 2016
Praktiken des Kapitalismus
Mehr Kapitalismus, so scheint es, war nie. Die im Zuge der Finanzkrise und ihrer
Folgen entfachten Debatten um die Zukunftsfähigkeit des Kapitalismus haben
auch das Interesse an seiner Vergangenheit neuerlich belebt. Dabei zeigt sich nicht
nur, dass der Kapitalismus nach wie vor recht übel beleumundet ist, sondern auch,
dass keine Einigkeit über sein Wesen herrscht. Was die kapitalistische Welt im Innersten zusammenhält, ist heute sowohl in als auch zwischen den akademischen
Disziplinen, die sich mit ihm befassen, umstrittener denn je. Dass sich der Kapitalismus im Laufe seiner Geschichte zudem als ebenso wandlungs- wie anpassungsfähig erwiesen hat, macht die Sache nicht leichter. Im Gegenteil: Überblickt man
die Vielzahl seiner historischen Ausprägungen, stellt sich vielmehr die Frage, ob es
»den« Kapitalismus überhaupt gibt. Die Beiträge präsentieren Ansätze einer konsequenten Historisierung des Kapitalismus, die ihren Gegenstand nicht immer schon
vorfindet, sondern als Teil einer komplexen und veränderlichen sozialen Wirklichkeit rekonstruiert. Dabei spüren sie dem Kapitalismus dort nach, wo er alltagspraktisch wirksam wird – u. a. im Kasino, in Kuhställen und auf dem Börsenparkett.
Mit Beiträgen von Sören Brandes, Paul Franke, Stefan Laube, Veronika Settele,
Thomas Welskopp, Malte Zierenberg u. a.
Mittelweg 36, 1/2017, ca. 96 Seiten, Print € 9,50 l E-Journal € 7,99
Erscheint am 1. Februar 2017
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Mittelweg 36
Zeitschrift des Hamburger
Instituts für Sozialforschung
2017 im 26. Jahrgang
Einzelheft € 9,50
Jahresabo € 48,– (zzgl. Versand)
Miniabo € 20,– (3 Hefte)
ISSN 0941-6382
Erscheint zweimonatlich
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