Schaffenhofen bedankt sich: Es ist vollbracht

Der Pfaffenhofener
Ausgabe 10 / KW 43
FREITAG, 28. OKTOBER 2016
Preis: gratis!
70 Jahre in der SPD
3 wie Gold und Silber
Anton Dost (li.), rotes Wolnzacher Urgestein,
als Vorbild für Herker, Kopetzky, Käser und Co.?
Birgid Niedermayr, Konstanze Klein und
Max Schmutterer begeistern mit ihren Schmuckstücken
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Seite 8
AUSGEZEICHNET
Die städtischen Preise
für Klimaschutz gingen
an Firmen und
Privatpersonen
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REINER SCHLAMP
Hellmuth Inderwies ehrt
den Künstler zu seinem
80. Geburtstag:
„Die Kunst – sein Leben“
Seite 4
MIT WONNE
... und mit Leidenschaft
hat die Saison der
Rathauskonzerte
begonnen
Seite 5
BUNTE VIELFALT
Die Landesgartenschau
sucht Gästeführer,
die 2017 die Stadt
repräsentieren und
Entstehung und Konzept
vermitteln
Seite 6
Schaffenhofen bedankt sich: Es ist vollbracht
von Lorenz Trapp
Schuld könnte der neue A5 sein. Vor
einigen Jahrzehnten war mal der
Bossa Nova schuld, allerdings ging es
in dem Nummer-eins-Hit der Schlagersängerin Manuela mehr um intimere Dinge als die Windkraft, was
gar dazu führte, dass der Bayerische
Rundfunk sich im Jahr 1963 weigerte, den Song wegen eines darin vorkommenden Ausflugs in die Dancing
Bar in seinem Programm zu spielen.
Eigentlich nämlich wollte ich mich
aus diesem seit Wochen die Bürger
spaltenden Tanz um die WindparkDiskussion mehr oder weniger heraushalten. Ich weiß nicht, welchen
Sinn es machte, dass sich Gegner
und Befürworter der Windkraftanlagen im Förnbacher Forst gegenseitig Zahlen vor die Nase halten, die
die jeweiligen Gegenparteien dann
für unlauter errechnet betrachten.
Anscheinend ist die Welt nicht mal
in der Mathematik so einfach konstruiert, wie es das alte „1+1=2; bas-
ta!“ uns jahrhundertelang glauben
machte. Der Mensch menschelt halt
immer mit.
Der neue A5 aber hat’s geschafft,
dass ich nun doch noch einmal via
Buchstabenfolgen leicht den Kopf
schüttle. Zur Vorstellung des Fahrzeugs kreierten die Marketingmenschen des Ingolstädter Automobilherstellers tatsächlich diesen Slogan:
„Selbst der Wind hält den Atem an,
wenn er an ihm vorbeizieht“. Er, der
A5, ein Kilo CO2 pro 10 Kilometer im
Schlepptau. Sollte der A5 ein Bestseller werden, müssen wir wohl über
ein Fahrverbot für ihn nachdenken
– zumindest im Umkreis von, sagen
wir mal, zehn Kilometern um den
Förnbacher Forst. Die genauen Zahlen für den zu erstellenden Umkreis
sollten selbstverständlich fußen auf
von Experten festzustellenden und
nach allen Regeln der Kunst zu evaluierenden Daten über die Sensibilität des Windes in Bezug auf vorbeirauschende spezielle Fahrzeuge. Und
dann einen Bürgerentscheid.
Das ist so eine Sache mit den Bürgerentscheiden. Das Bündnis „Rückenwind“ war in Feierlaune, als
das Ergebnis des Bürgerentscheids
am letzten Sonntag feststand: 56,9
Prozent der Pfaffenhofener haben
sich für den Windpark im Förnbacher Forst ausgesprochen, 43,1 Prozent stimmten dagegen. Hier von
einem Erdrutschergebnis oder einem
Kantersieg zu sprechen, wäre wohl
vermessen. Ich halte die Stadt für
gespalten. Dreifach gespalten: Bei
59,6 Prozent Beteiligung haben auch
ziemlich genau 8100 Pfaffenhofener
mit den automatisch zugesandten
Briefwahlunterlagen den Weg zum
nächsten Briefkasten oder ins Rathaus nicht gefunden. Bei den übrigen
rund 11700 von etwa 19800 Wahlberechtigten fielen auf die Ja-Seite
ziemlich genau 6770 Stimmen, auf
die Nein-Seite ziemlich genau 5130.
Ziemlich übermütig, angesichts dieser Zahlen aus Pfaffenhofen in den
Sozialen Medien ein „Schaffenhofen“ zu basteln.
Aber der Kampf ist vorbei, wo gehobelt wird, da fallen Späne, wo getrommelt wird, da wird marschiert.
Die Entscheidung ist gefallen. Was
mich befremdet, ist, dass diese Form
der direkten Demokratie nicht unbedingt Frieden stiftet unter den
Wählern, wie die teils unsäglichen
Auseinandersetzungen im Vorfeld
des Bürgerentscheids in den Sozialen Medien gezeigt haben. Und so
wird es weitergehen: Wir haben eine
Entscheidung, aber keine Lösung,
und vor der Realisierung von drei
weiteren Windrädern im Förnbacher
Forst wartet die Finanzierung. Ca.
15 Millionen Euro stehen im Raum,
und mit ein paar davon sollen sich
ja die Bürger am Projekt der Bürgerenergiegenossenschaft
beteiligen.
Und ich möchte gerne wissen, welcher Bürger mit wie viel Euro Anteile
und Projektbeteiligungen kauft.
Freunde zu finden ist wahrlich nicht
leicht; ich allerdings habe einen
neuen Freund entdeckt, von dem
ich nicht geglaubt habe, dass er es
je werden könnte: das Umweltbundesamt. Der kürzlich veröffentlichte
Jahresbericht der Behörde zeigt zwar
Verständnis für die Sehnsucht vieler Menschen nach ländlicher Idylle
und Abenteuer. Man solle sich aber
überlegen, sagte die Präsidentin des
Amtes, Maria Krautzberger, bei der
Vorstellung, ob es im Alltag tatsächlich nötig ist, eine Jacke zu tragen,
mit der man den Himalaya besteigen könnte. Gleiches gelte auch für
den Kauf großer Geländewagen und
SUVs mit relativ hohem Spritverbrauch: Im Stadtverkehr sei deren
Nutzung nicht mehr zu rechtfertigen.
Also ab in den Förnbacher Forst,
oder was? Ich möchte nicht wissen,
was der A5 dazu sagen wird. Es
bleibt schwierig, würde Old Lodge
Skins, der weise Indianerhäuptling
aus dem Film „Little Big Man“, dazu
bedächtig äußern, aber „solange das
Gras wächst, der Wind weht und der
Himmel blau ist“, menschelt es eben
weiter.
STADTKULTUR
Seite 2 | Der Pfaffenhofener
Öffentlich und nahe
Liebe Pfaffenhofenerinnen
und Pfaffenhofener,
die Bürgerentscheide sind gelaufen, die Entscheidungen pro Windenergie und pro Familienbad sind
eindeutig und die Wahlbeteiligung
ist höchst erfreulich. Knapp 60
Prozent aller Pfaffenhofener Abstimmungsberechtigten haben bei
den zwei Bürgerentscheiden vom
23. Oktober ihre Stimme abgegeben. Damit wurde die einstimmige
Stadtrats-Entscheidung vom Juli
2016, als erste bayerische Kommune die automatische Versendung
von Abstimmungsunterlagen bei
Bürgerentscheiden einzuführen, um
eine möglichst hohe Bürgerbeteiligung zu ermöglichen, eindrucksvoll
bestätigt. Mit hervorragenden 59,6
Prozent lag die Wahlbeteiligung
noch über dem Wert der Kommunalwahlen von 2014, sodass die
Abstimmungen ein wirklich repräsentatives Ergebnis darstellen – im
Gegensatz zu vielen anderen kommunalen Bürgerentscheiden.
Freitag, 28. Oktober 2016
Alternative Konzepte für Beförderung und Tourismus
von Claudia Erdenreich
Verkehrskonzepte sind so eine Sache,
zumal in Kleinstädten. Da beißen
sich selbst versierte Verkehrsplaner
die Zähne aus, Pläne scheitern an zementierten Gegebenheiten. Da ist das
Auto fast heilig, die Parkplätze noch
viel mehr, und ein öffentlicher Nahverkehr muss zu viele Bedürfnisse
gleichzeitig bedienen: Ökologisch
soll er sein und schnell, pünktlich,
günstig, häufig, zentral, alles abdecken und trotzdem dezent, leise, kostenneutral und überhaupt niemand
stören. Am besten wäre unsichtbar.
Noch besser wäre beamen, aber das
ist noch nicht erfunden.
Das lässt sich so nicht umsetzen, und
so bleibt es bei den städtischen Bussen, die sich um die Kurven quälen
und mehr oder weniger pünktlich
den Bahnhof anfahren. Man kann
sie, ökologisch weitgehend korrekt,
auf elektrischen Betrieb umrüsten,
dann sind sie leiser aber immer noch
Busse.
Ein Flughafen wäre nun etwas überzogen für Pfaffenhofen, auch wenn
andere Kleinstädte einen haben. Er
würde auch nicht gerade dem innerstädtischen Verkehr nützen. Eine UBahn lohnt sich auch nicht wirklich,
schon gar nicht in heutigen Zeiten,
in denen die Archäologen dann jahrelang graben und am Ende wieder
Römer, Kelten und Münchshöfener
finden. Zudem hat man trotz zähen
Ringen durch mehrere Wahlperioden
im Stadtrat noch nicht mal eine Tiefgarage unter dem Hauptplatz hinbekommen, wie soll es da erst jetzt mit
einer U-Bahn klappen.
Eine Trambahn wäre hübsch, nostalgisch, freundlich und von den meisten akzeptiert. Aber man müsste
Gleise und Oberleitungen verlegen,
gar eigene Fahrspuren schaffen und
im schlimmsten Fall sogar Parkplätze opfern. Das geht gar nicht, so
schön die alten Bahnen sind.
Wenn alle Rad fahren würden, wäre
es einfacher, aber manche sind faul,
andere wollen nicht nass werden und
kaum einer will die Einkäufe die
Hügel hinauf schnaufen und treten.
Dann wird es auch noch früh dunkel,
und dann steigen doch wieder alle in
ihr sicheres, trockenes, warmes Auto.
Da bleibt nur noch ein Kompromiss,
die geradezu ideale Lösung: Eine
kleine Bimmelbahn.
Einmal um den Hauptplatz herum
und bis rüber zum Bahnhof, das
reicht. Am Sonntag, zur Gartenschau
und zum Volksfest könnte sie vielleicht noch bis raus fahren, bis zum
Schwimmbad.
Für die Bimmelbahn braucht es keine Gleise, sie kommt um die engsten
Kurven, vertreibt keinen einzigen
kostbaren Parkplatz. Für sie müssen weder Archäologen graben noch
marode Brücken saniert werden. Sie
braucht keine eigene Spur, keine
Oberleitung und hat keine Feinde.
Morgens fährt sie Pendler, mittags
Schulkinder, sonntags mit Bandansage Touristen. Mehrsprachig. Und
abends könnte sie zur Partybahn
werden, dreimal um den Hauptplatz,
mit passender Musik. Volksmusik
zum Volksfest, Klassik zu den Vernissagen, Chöre zum Weihnachtsmarkt,
das geht alles.
Gerüchten zufolge gab es schon einmal so eine Bahn. Oder zweimal in
der Geschichte Pfaffenhofens. Und
noch viel öfter gab es Pläne dafür.
Es wäre an der Zeit, die jetzt einmal
umzusetzen! Spaß machen würde es
auf alle Fälle, und dann braucht es
keinen Verkehrswegeplaner mehr,
sondern nur noch einen Bimmelbahn-Beauftragten. Gerüchten zufolge gäbe es dafür schon Anwärter.
gen wir, Leute ganz ohne spirituelle
experience, sind erstmal ganz schön
verzweifelt, wenn sie merken, dass
da kein Zurück ist. Insgesamt kommt
es schon darauf an, mit welcher Einstellung man in die Sache hineingeht.
Letztlich landet man auf einer Art
Insel. Die ist nur im übertragenen
Sinn ein anderer Ort. In Wirklichkeit bleibt man in demselben Zimmer, oder wo man eben gestorben
ist, und die neue Welt durchdringt
die alte. Oder hat sie immer schon
durchdrungen. Auf dieser Insel also
stolpern die meisten planlos und ver-
blendet am Ufer entlang. Am Ufer,
weil sie instinktiv meinen, der Welt,
die sie verlassen haben, und die
jetzt scheinbar auf der anderen Seite des Wassers liegt, nahe bleiben
zu müssen. Sie kommen dann zu
einer Art fröhlichen Strandparty,
wo sich, nun ja, die breite Masse –
wo sich die Jenseits-Prolls treffen
und, wenn’s blöd kommt, für immer
in trügerischer Seligkeit verharren
in der Meinung, das sei jetzt der
Endpunkt, hier sei es ja ganz nett,
das sei es jetzt gewesen, und das sei
jetzt der Himmel. Ein großer Irrtum! Denn richtig wäre gewesen,
mutig bergauf ins Landesinnere
zu steuern. Dieser wahre Weg steht
aber nur denen offen, die dazu bereit sind. Die anderen, wie gesagt,
gehen feiern.
Als ich das lese, finde ich es ziemlich überzeugend. Irgendwie passt
da alles zusammen. Salopp gesagt:
es hat was. Ich frage mich jetzt
aber auch, woher Meister Bȏ Yin
Rȃ das alles weiß, und lese weiter,
und irgendwann geht es in diesem
Büchlein eigentlich nur noch darum, dass es ja so viele Scharlatane
gibt, die dir das Blaue vom Himmel und Quatsch vom Jenseits erzählen. Und dass es ja diesen Wust
von Fantasiegebilden und Irrlehren
gibt, auf die man nicht hereinfallen darf. Was eigentlich die größte
Prüfung ist. Und dass es böse enden kann, wenn man selbsternannten Heilsbringern und spirituellen
Bauernfängern folgt. Und dass man
besser dran täte, Meister Bȏ Yin Rȃ
zu glauben, der sich auskennt, anstatt einem der vielen, die sich nicht
auskennen. Denn Meister Bȏ Yin Rȃ
war selber drüben, beziehungsweise er lebt quasi selbst mit einem
Bein im Jenseits, und deswegen
entspricht das, was er zu sagen hat,
den Tatsachen, und das, was andere verzapfen, ist leeres und gefährliches Gewäsch. Und wer Probleme
hat, das einzusehen, der ist noch zu
sehr dem niederen Dasein verhaftet und sollte mal dringend an seiner Einstellung arbeiten. Solange
Zeit ist.
Die neue Möglichkeit des „Bürgerentscheids vom Sofa aus“ wurde
auf Anhieb gut angenommen: Von
den knapp 20.000 stimmberechtigten Pfaffenhofenern nutzten
11.298 die komfortable Möglichkeit der Briefwahl. Nur 478 Wählerinnen und Wähler füllten am
Sonntag ihre Stimmzettel im einzigen Urnenwahllokal im Rathaus
aus. Auch die Entscheidungen der
Wähler sind klar: R und 57 Prozent
votierten für die Fortführung des
Projektes „Bürgerwindpark“, über
63 Prozent befürworteten den Bau
eines familientauglichen Hallenbades. Sie gestalten damit aktiv die
Zukunft unserer Stadt mit.
Das Ja für die Windenergie ist für
mich ein deutliches Signal, dass die
Pfaffenhofener den Klimaschutz
ernst nehmen und dass ihnen an der
Umsetzung unseres Klimaschutzkonzeptes gelegen ist. So können
wir jetzt den Bebauungsplan „Sondergebiet Bürgerwindpark Pfaffenhofen“ weiterführen. Der Plan
wird demnächst zum zweiten Mal
öffentlich ausgelegt und steht allen
Interessierten damit nochmals zur
Einsicht- und Stellungnahme offen.
Auch für ein der Kreisstadt angemessenes Hallenbad kann nun mit
den Planungen begonnen werden.
Dabei dürfen Sie aber keine Therme erwarten, sondern ein kleines
Familienbad, das zwar über die
bloße Schul- und Sportnutzung hinausgeht, aber in Bau und Betrieb
für unsere Stadt finanzierbar ist.
Wie dieses Hallenbad im Einzelnen
ausgestattet wird, das werden wieder Sie, liebe Pfaffenhofenerinnen
und Pfaffenhofener entscheiden.
Diesmal aber nicht bei einem großen Bürgerentscheid, sondern im
Rahmen einer Befragung. Wir werden Ihnen Fragebögen zukommen
lassen, auf denen Sie Ihre Favoriten
für eine Hallenbad-Ausstattung
ankreuzen können – z. B. Kinderbecken, Whirlpool, Wasserrutsche oder
Sauna usw. Auf jeden Fall wollen
wir uns an den Kostendeckel von 15
Millionen Euro halten.
Ich danke allen Wählerinnen und
Wählern, die sich an den beiden
Bürgerentscheiden vom 23. Oktober
beteiligt haben. Und ich lade Sie
alle schon jetzt ein, an der Fragebogenaktion teilzunehmen, damit
wir „unser“ Hallenbad möglichst
optimal ausgestalten können. Lassen Sie uns weiter unsere Zukunft
gemeinsam gestalten!
Herzlich Ihr
Thomas Herker,
Bürgermeister
von Roland Scheerer
Neulich wühle ich vor einem Antiquariat in einer Kiste und halte das
angestaubte „Buch vom Jenseits“
in der Hand. Erschienen 1920, geschrieben von einem gewissen Bȏ
Yin Rȃ. Das nimmst du jetzt mal
mit, denke ich mir. Es wäre ja schon
nicht schlecht, wenn man ein bisschen wüsste, was da kommt. Dann
könnte man sich ein wenig vorbereiten, könnte der Sache etwas gelassener entgegensehen. Wenn einer Bȏ Yin Rȃ heißt, wird er wohl
Zugang zu irgendwas haben, was
einem selbst verschlossen ist.
Ein Reisehandbuch, wie es sich
nennt. Zu Anfang heißt es, es existiere eine Gruppe Eingeweihter, die
etwas übers Jenseits wissen. Diese Leute hätten ihr Wissen bisher
geheim gehalten, aber jetzt sei es
nicht mehr geheim, oder nur noch
teilweise geheim. Und jedermann
könne es hier nachlesen. Also, den
nicht geheimen Teil.
Und weil die Jahreszeit danach ist,
fasse ich das jetzt mal zusammen:
Erst einmal ist Sterben nichts anderes als Schlafen, nur mit der Einschränkung, dass man nicht mehr
aufwacht. Man wacht aber doch
auf, nur eben auf der anderen Seite,
aber immer noch im selben Zimmer.
Dort kommt man wieder zu sich
und versteht erst nicht, was los ist.
Manche versuchen, sich bemerkbar zu machen. Die glauben dann,
sie würden noch leben, weil man
am Anfang noch Reste sinnlicher
Wahrnehmungen hat, was mit dem
Nachwirken und Nachlassen irgendwelcher Magnetfelder zusammenhängt. Und dann durchschaut
man die Welt plötzlich von dieser
neuen Warte aus, will heißen, man
erkennt den wirklichen Bauplan,
der einem bisher verborgen war.
Und rückblickend hat man jetzt das
Gefühl, dass man nicht etwa eingeschlafen, sondern, im Gegenteil, aufgewacht ist.
Für manche ist es aber auch ziemlich hart. Schlichtere Gemüter, sa-
DIE SEITE 3
Freitag, 28. Oktober 2016
Der Pfaffenhofener | Seite 3
Unternehmerin Sina Trinkwalder
Stadtrat Andreas Herschmann
Bürgermeister Thomas Herker
Z
um zweiten Mal verlieh
die Stadt Pfaffenhofen
Klimaschutzpreise. Im
Rahmen eines Festaktes
im Rathaus wurden drei
Preisträger in verschiedenen Kategorien unter 15 Bewerbern ausgewählt.
Ebenso ausgezeichnet wurden die
Stadtradler, die im Juni in nur drei
Wochen Bewertungszeitraum bemerkenswerte Distanzen zurückgelegt
hatten.
Rund einhundert Gäste und Teilnehmer waren zum feierlichen Abend in
den Festsaal des Rathauses gekommen, darunter natürlich Bürgermeister Thomas Herker, Altbürgermeister
Hans Prechter und zahlreiche Stadträte. Das Rathaus war schon von
außen entsprechend beleuchtet, hier
hatte man die sonst weihnachtliche
Illumination der Häuser passend
umfunktioniert.
Musikalisch umrahmt wurde der
Abend vom Quartett Hopfengold,
das mit einer Mischung aus Dixie,
Jazz und Volksmusik begleitete.
Bürgermeister Thomas Herker begrüßte die Gäste und stellte die ehrgeizigen Klimaziele für Pfaffenhofen
für die nächsten Jahre vor. Der CO2Verbrauch beträgt in Deutschland
pro Kopf und Jahr zehn Tonnen, in
Pfaffenhofen schon jetzt nur noch
sechs Tonnen. Das ist auch das bundesweite Ziel.
konsequente Verfolgung der Vorgaben, regionale Stromerzeugung, Verkehrspolitik und Ansporn möchte die
Stadt aktiv einwirken.
„Wir können nicht die Welt retten“,
macht Herker klar, aber im nächsten
Umfeld müsse man einfach anfangen, etwas zu tun.
Gastrednerin Sina Trinkwalder aus
Augsburg betonte „Klimaschutz
nehmen umgesetzt haben. Sie heizen
mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe, erzeugen den Strom mit Photovoltaik, nutzen Firmen-Elektroautos
mit eigener Ladestation.
Der Publikumspreis ging an das
Mehrgenerationenhaus.
Zudem
wurde heuer erstmals ein Preis für
besonderes privates Engagement
verliehen, dieser ging an Manfred
Preise für Klimaschutz
Privatpersonen und Firmen ausgezeichnet
von Claudia Erdenreich
In Pfaffenhofen soll der CO2-Verbrauch auf drei Tonnen reduziert
werden, eine Zahl, die Herker für
machbar hält. Insbesondere durch
Zahlreiche Gäste kamen zum Festakt in das Rathaus
Das Quartett Hopfengold umrahmte den Abend musikalisch
braucht einen langen Atem“ und
regte an, Dinge zu hinterfragen und
gemeinsam zu ändern. Die erfolgreiche Sozialunternehmerin wurde
bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und ist häufig in Talkshows zu sehen. Ihre Sprache ist klar,
ihre Reden spannend und aussagefähig. Sie spricht in deutlichen Bildern, humorvoll im Ernst der Lage.
„Hinterlasse diesen Ort so wie du ihn
vorfindest“, gilt durchaus auch für
die Erde, für das Klima, findet sie.
Problematisch sei, dass Klimawandel und auch die Effekte von Klimaschutz nicht unmittelbar spürbar
sind.
„Klimaschutz muss auch Spaß
machen“, fand Stadtrat Andreas
Herschmann. Er ist im Stadtrat für
Klimaschutz und Energie zuständig.
„Klimaschutz verändert Landschaft
– aber die Erderwärmung verändert
die Landschaft noch viel mehr“.
Zusammen mit dem Klimaschutzmanager André Adler stellte Andreas
Herschmann zunächst alle Bewerber-Projekte vor. Beide verliehen
dann die Preise.
Der Jurypreis ging an die Firma Eichenseher Ingenieure, die ein CO2neutrales Bürogebäude und Unter-
Niedermeier, der schon ökologisch
baute, als andere noch nicht daran
dachten und ihn belächelten.
Beworben hatten sich ganz unter-
schiedliche regionale Vorhaben, darunter auch ein vegetarischer Lieferservice, der natürlich mit einem
E-Bike ausliefert, mit Stahl Computertechnik eine EDV-Firma und
auch private Sanierungen. Unter den
Bewerbern war auch eine Künstlerin, die konsequent Klimaschutz
umsetzt, die Sparkasse Pfaffenhofen,
die ihre Geschäftsstelle energetisch
saniert hat, Krammer GmbH mit innovativer Kälteanlage oder Luftballons aus Naturlatex. Die Bandbreite
war so vielfältig wie überraschend.
Auch die Stadtradler, die in drei Wochen knapp 70.000 Radl-Kilometer
zurückgelegt hatten, wurden geehrt
und bekamen als Geschenk und Leckerei „echte“ Schokoladen-Fahrräder. 262 Radlerinnen und Radler
hatten in mehreren Teams, aber auch
einzeln kräftig geradelt und damit
fast 10.000 Kilo CO2 eingespart. Robert Kunz als aktivster Einzelradler
legte im Aktionszeitraum von nur
drei Wochen stattliche 2.636 Kilometer zurück.
Radeln macht Spaß, hält fit und gesund und ist aktiver Klimaschutz,
fanden die Teilnehmer.
Der Abend klang aus bei Buffet, Getränken und Musik sowie angeregten
Gesprächen und Diskussionen.
Bürgermeister Herker motivierte alle
Teilnehmer, sich weiter zu engagieren und sich auch im nächsten Jahr
wieder um einen Preis zu bewerben.
Die Energiesparer hatten gezeigt,
in wie vielen unterschiedlichen Bereichen Klimaschutz umsetzbar ist,
privat wie gewerblich.
Sämtliche Preisträger, Stadtradler und Organisatoren auf der Bühne
Die Stadtradler mit ihren Schoko-Fahrrädern
KULTUR
Seite 4 | Der Pfaffenhofener
E
inen Künstler, einen
wirklichen, nicht einen,
dessen bürgerlicher Beruf die Kunst ist, sondern
einen
vorbestimmten
und verdammten, ersehen Sie mit
geringem Scharfblick aus der Menschenmasse. Das Gefühl der Separation und Unzugehörigkeit, des Erkannt- und Beobachtetseins, etwas
zugleich Königliches und Verlegenes,
ist in seinem Gesicht. In den Zügen
eines Fürsten, der in Zivil durch die
Menge schreitet, kann man etwas
Ähnliches beobachten.“ Wer Reiner
Schlamp kennt, denkt unwillkürlich an das Bild des Künstlers, wie es
Thomas Mann in seinem „Tonio Kröger“ gezeichnet hat. Und selbst einer, der über dreißig Jahre vor allem
dem Kunsterzieher am SchyrenGymnasium als Kollegen fast täglich
begegnet ist, sah in ihm den schöpferischen Menschen noch vor dem
Lehrer. Denn für Reiner Schlamp ist
die Kunst das Leben und das Leben
in der Schule war für ihn ein Dienst
an der Kunst. Seine berufliche Tätigkeit liegt lange zurück. Sein künstlerisches Selbstverständnis aber hat
bei dem nunmehr 80-Jährigen, den
die Stadt in Zusammenarbeit mit
dem Neuen Kunstverein mit einer
Doppelausstellung unter dem Rahmenthema „Innen und Außen“ geehrt hat, an Ausdruckskraft nicht
das Geringste verloren.
seiner unterrichtlichen Verpflichtung
beinahe vier Jahrzehnte das kulturelle Leben an der Schule, zunächst
6 Jahre am Hans-Sachs-Gymnasium in Nürnberg und dann ab 1969
vor allem am Schyren-Gymnasium
in Pfaffenhofen. Nach der Gründung seiner Figurentheatergruppen
„Spielbude eins“ und „Spielbude
zwei“ brachte er hier zusammen mit
seinen Schülern mehr als 50 Inszenierungen über die Bühne, die über
die Grenzen Bayerns hinaus Beachtung fanden und hohe Auszeichnungen erhielten. An den Universitäten Eichstätt und München sowie
an der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen und durch eine
Reihe von Veröffentlichungen über
das Puppentheater vermittelte er
sein profundes Wissen weiter. Seine
Schyren-Gymnasium den Auftakt
des Theaterspiels im neuen Schulgebäude bildete. Bereits 1970 gründete
er die Künstlergruppe „Kunstkreis
Pfaffenhofen“, die bereits in dieser
Zeit im „Haus der Begegnung“ Ausstellungen mit einer Dauer von vierzehn Tagen durchführte. Die Galerie
war noch nicht vorhanden. Reiner
Schlamp erinnerte jetzt bei der Vernissage an Namen, die damals mit
ihm zusammen das kulturelle Leben Pfaffenhofens bereicherten: Sigi
Braun, Martin Freyer, Herbert Klee,
Josef Kroha, Eduard Luckhaus, Johannes Rauch, Michael P. Weingart-
Freitag, 28. Oktober 2016
belassen werden, wie es ist. Es bedarf der Gestaltung und Interpretation. Und eben das war auch die
Grundintention der Ausstellung
„Innen und Außen“. Es gilt in der
bildlichen Darstellung eine Antwort
zu finden auf den visuellen Anreiz
der Bilder unserer Welt, einmal mehr
spontan, das andere Mal mehr reflektierend, mit einer schnellen Skizze
oder auch mit einem umfangreichen
Zyklus von Arbeiten (z. B. seine Italienbilder: Malerei, Radierung), um
dem Wesen des Gesehenen mit dem
Kontext eigenen Wissens und eigener
Erfahrung ein wenig auf die Spur zu
kommen. Er liebt den Gegenstand,
den er mit Mitteln der Kunst besser
verstehen will, die Umstände unseres Lebens, auf die er sich einlässt.
Das kommt bei ihm auch durch das
Reiner Schlamp:
Die Kunst – sein Leben
Pfaffenhofen ehrt den Künstler zu seinem 80. Geburtstag
von Hellmuth Inderwies
stellungsform, die den Betrachter
eher verwirrt, unabdingbar notwendig. Ansonsten ist er kein Verfechter eines bestimmten Stils oder
einer festgelegten Gestaltung, auch
wenn seine Arbeiten sehr expressive Wesenszüge besitzen. Er ist ein
Künstler der konzentrierten Aussage ohne Rechthaberei. Er entspricht
dem, was Thomas Mann an anderer
Stelle seines „Tonio Kröger“ zum
Ausdruck bringt: „Wir Künstler verachten niemand gründlicher als den
Dilettanten.“
In jungen Jahren schon
eine Neigung zum Theater
Mit 15 Jahren hat er seine ersten
Zeichnungen gefertigt, die sein Talent erkennen ließen. Nach 65 Jahren
künstlerischen Schaffens war sein
inneres Engagement bei der Vernissage in der Kulturhalle und im Haus
der Begegnung Ende September
spürbar wie eh und je. Getragen wird
es von seiner humanistischen Grundhaltung, die ihm die Kraft gab, dass
er heute auf ein außerordentlich
umfangreiches Lebenswerk zurückblicken kann. Seine Erziehung und
Ausbildung bei den Benediktinern in
Schäftlarn und am exponierten MaxGymnasium in München, an dem er
das Abitur ablegte, haben die Richtung seines Wegs hin zum Künstlertum gewiesen. Sein Studium an der
Akademie der bildenden Künste in
München bei namhaften Lehrern
wie Anton Marxmüller (Malerei)
und Josef Henselmann (Bildhauerei)
sowie Adolf Thiermann (Radierung)
und Herbert Kern (Siebdruck) hat
ihm sein breit gefächertes Wissen
und sein vielfältiges technisches
Rüstzeug vermittelt.
In ganz jungen Jahren wurde auch
schon seine Neigung zum Theater
transparent, als er das „Puppenspiel
vom Dr. Faust“ mehrfach aufführte.
Bereits in dieser Zeit, in der Jugendliche eher dem Sport zugetan sind,
genoss er eine Ausbildung am Münchener Marionettentheater, an dem
er über zehn Jahre tätig war. Seine
reiche Erfahrung im Figurenbau, in
der Szenenbildgestaltung und in der
Regie diese Genres bereicherte neben
Lunigiana
dass damit der Weisheit letzter
Schluss gefunden sei. Dazu dienen
in seiner Malerei oft eine sehr intensive Farbgebung und ein betontes
schwungvolles lineares Profil. Reiner
Schlamps künstlerisches Schaffen
ist eine unablässige kontinuierliche
Suche nach einer allgemeingültigen
Antwort, nach einem tragfähigen Ergebnis. Dafür ist die Reduktion der
von ihm aufgenommenen Vielfalt der
Beweis. Das Besondere muss kenntlich gemacht werden. Stilmittel des
Theaters scheinen durch, Szenisches
tut sich auf. Deshalb ist die Distanz
zu einer rein naturalistischen Dar-
Gefälliges Kompendium
zu Künstler und Werk
Erfahrung mit der „kleinen Bühne“
wusste er mit seinem absoluten Blick
für räumliche Dimensionen auch auf
das Personentheater zu übertragen.
Ein für viele unvergessenes Kunstwerk schuf er bei der allegorischen
Umsetzung
des
augustinschen
Weltbilds für die Aufführung des
„Innsbrucker Osterspiels“ (Regie:
Hellmuth Inderwies), das 1977 am
ner. 1996 gehörte er zu den Gründern
der Künstlergemeinschaft „Gruppe
Luni“, später zu denen eines „Kunstgremiums Pfaffenhofen“, ohne das es
heute keine „Städtische Galerie“ im
„Haus der Begegnung“ geben würde.
Er selbst ist ein Künstler des sicheren Auges und der zuverlässigen
visuellen Erinnerung. Was optisch
aufgenommen wird, kann nicht so
Reproduktion
figürliche Kunstwerk zum Ausdruck.
Etwas vom Schönsten, was Pfaffenhofen in diesem Genre zu bieten hat,
ist seine Plastik „Stelzengänger“ vor
dem Eingang der Mittelschule am
Kapellenweg. Was bei vordergründiger Betrachtung verborgen bleibt,
gilt es transparent zu machen und
zu erschließen, um eine neue Sicht
zu schaffen, ohne den Anspruch,
Auf Grund der Vielzahl der Exponate
war es wohl notwendig, zwei Ausstellungsräume, nämlich Kulturhalle
und Haus der Begegnung zu wählen,
wobei die Italienbilder eine Abteilung bildeten und sonst lediglich die
Jahre der Entstehung der Kunstwerke eine Art von Differenzierung
andeuteten. Was allerdings weder
dem Künstler noch seinem Werk gerecht wird, war das Rahmenthema
der Ausstellung: „Innen und Außen“.
Eine Erklärung dafür lieferten weder
die einführenden Worte bei der Vernissage noch der Prolog in dem sonst
durchaus gefälligen Kompendium zu
Künstler und Werk. Reiner Schlamp
lässt sich nicht schematisch in solche Kategorien aufteilen, weil sein
Schaffen ausschließlich ein Schaffen
„von Innen her“ ist. Sein künstlerischer Impuls, auch geprägt von seiner humanistischen Erziehung und
Bildung, ist vielmehr, wie bei einem
Gedicht, wie überhaupt bei den Ursprüngen der Kunst, ausschließlich
ein Urbild der Seele.
Bagnone Lunigiana
KULTUR
Freitag, 28. Oktober 2016
W
ir waren uns ganz
schnell einig“, beschreibt Peter Feßl
die Arbeit des Musikgremiums,
das
für die Auswahl der Künstler zuständig ist. Fünf Abende im Festsaal des
Rathauses und ein Zusatzkonzert in
der Spitalkirche umfasst der Zyklus
der Rathauskonzerte von Oktober
2016 bis März 2017.
Mit Wonne und
Leidenschaft
Saison der Rathauskonzerte hat begonnen
von Claudia Erdenreich
Der Pfaffenhofener | Seite 5
Festsaal des Rathauses und stellte
das Winterprogramm vor. „Ein Liederabend war überfällig“, fand er
und freute sich mit den Zuhörern
über die erfolgreiche Sopranistin
und ihre ebenso erfolgreiche Klavierbegleitung.
Krenare Gashi gab ihr Operndebut
als „Carmen“ in Detmold, eine Rolle,
die ihr nicht nur optisch bestens liegt.
Im langen, roten Samtkleid mit an-
zudem Messen und Oratoren und gibt
Liederabende. Die Pianistin Susanna
Klovsky gewann zahlreiche Preise
und hat derzeit unter anderem einen
Lehrauftrag an der Hochschule für
Musik in Nürnberg.
Die beiden harmonierten perfekt zusammen, die Auswahl der Lieder war
ungewöhnlich, ernst und ging durch
mehrere Epochen und Sprachen. Es
kamen nicht die ganz leichten, unterhaltsamen Lieder auf die Bühne des
Rathaussaales.
Krenare Gashi zeigt
gesamtes Liedrepertoire
Den Anfang machten neun Lieder
und Gesänge von Johannes Brahms,
gefolgt von drei Liedern des Franzosen Henri Duparc. Nach der Pause
folgten acht Gedichte, vertont von
Richard Strauss. Mit „Three Songs
to Poems by Edith Sitwell“ von William Walton schloss sich ein Komponist des 20. Jahrhunderts an, der
für manche eher schwere Kost bedeutete. Krenare Gashi zeigte hier,
dass sie das gesamte Liedrepertoire
beherrscht und ihr gerade moderne,
fast jazzige Lieder ebenso gut liegen
wie Klassik und geistliche Musik.
Danach ging es aber sehr locker zu
Ende mit Rossinis La Gegata Veneziana. Hier zeigte die Sängerin sehr
deutlich ihrer Opernbegabung, ihre
Stimme kann mühelos große Häuser
füllen.
„Habe Dank“ für ein
dankbares Publikum
Die Sopranistin Krenare Gashi eröffnet die Rathauskonzerte mit einem Liederabend
Stefan Daubner, Auwi Geyer, Manfred Leopold, Max Penger, Gerhard
Weinberger und Peter Wittich vom
Musikgremium haben wieder ein
vielfältiges und erstklassiges Programm zusammengestellt für die
Sonntagabende im Rathaus. Die sind
längst kein Geheimtipp mehr unter
Klassikfreunden, es hat sich herumgesprochen, dass die Konzerte hochkarätig besetzt sind, und die Auswahl besten Musikgenuss verspricht.
Eine feste Größe an Abonnenten
kennt sich seit Jahren, ein paar Restplätze gibt es aber immer für Einzelbesucher.
Abendstimmung nach dem Konzert
Die Rathaus-Konzertreihe startete
mit einem Liederabend mit der in
Prishtina im Kosovo geborenen Sopranistin Krenare Gashi. Begleitet
wurde sie von Susanna Klovsky am
Klavier.
Musikreferent Peter Feßl begrüßte
die rund 200 Gäste im ausverkauften
gedeuteter Schleppe brachte sie eine
Ahnung von großen Opernbühnen in
den Rathaussaal. Die bayrischen Könige blickten gleich noch ein wenig
würdevoller von ihren Gemälden.
Die Sopranistin trat bislang in verschiedenen deutschen und europäischen Opernhäusern auf, sie singt
Susanna Klovsky (li.) und Krenare Gashi
Fackelstadtführungen vor Weihnachten
In der besinnlichen Vorweihnachtszeit bieten die WSP ein ganz spezielles Erlebnis für die ganze Familie an. Im Fackelschein geleiten
Stadtführer in der Zeit zwischen
28.11.2016 und 21.12.2016 jeden
Montag und Mittwoch ab 18.00 Uhr
durch die Stadt. Die Fackeln erhal-
ten die Teilnehmer zu Beginn der
Stadtführung vom Stadtführer. Sobald alle Fackeln brennen, beginnt
die außergewöhnliche Tour, auf der
die Teilnehmer alle relevanten Eckpunkte aus der Historie Pfaffenhofens erfahren. Für die Teilnahme
an der Stadtführung ist eine Voran-
meldung zwingend erforderlich! Die
Buchung ist bequem über das Online-Buchungsformular unter www.
stadtfuehrungen-pfaffenhofen.de in
der Rubrik Fackelstadtführung möglich. (Kosten: 5 € für Erwachsene,
Kinder und Schüler frei; Dauer: ca.
90 Minuten)
Als Zugabe sang Krenare Gashi
„Habe Dank“ – und das Publikum
war dankbar für diesen reichen und
nicht immer leichten Liederabend.
Im November spielt das Arcis Saxophon Quartett. Die vier jungen
Münchner spielen von Bach bis
Gershwin und setzen neue Impulse in
der Kammermusik. Anfang Dezember spielt die Accademia die Monaco
in der Spitalkirche, auf historischen
Instrumenten werden barocke Weihnachtskantaten
dargeboten.
Im
neuen Jahr sind mit „Schlag Acht“
Schlagzeuger der Münchner Philharmoniker zu hören – darunter auch
Michael Leopold aus Pfaffenhofen.
Im Februar folgt das Wiener Klaviertrio, den Abschluss der Konzertsaison macht im März das Klavierduo
Walachowski.
Die Pfaffenhofener dürfen sich damit
wieder auf eine ganz besondere Konzertreihe freuen.
Kulturreferent Peter Feßl
STADTKULTUR
Seite 6 | Der Pfaffenhofener
Freitag, 28. Oktober 2016
Kulturtermine
Natur in Pfaffenhofen
Türltorstraße 5
85276 Pfaffenhofen
www.gartenschau-pfaffenhofen.de
Kunst
Der Künstler Christoph Scholter zeigt „Natura Morta Viva“ in
der Städtischen Galerie, Vernissage am 28.10. um 19.30 Uhr.
Jazz
Am 29.10. spielt das preisgekrönte Alexander Wienand Trio
ab 20.30 Uhr jungen Jazz in der
Künstlerwerkstatt.
Gästeführer für die Gartenschau gesucht
Artothek
In der Artothek im Anbau der
Spitalkirche können am 3.11.
zwischen 15 und 18 Uhr wieder
Kunstwerke ausgeliehen werden.
Musik
El Mago Masin spielt am 4.11.
ab 19 Uhr sein neues Programm
„Rolle rückwärts“ auf der intakt
Musikbühne.
Flucht
Eine Ausstellung über 70 Jahre
Flucht und Vertreibung wird am
4.11. um 19.30 Uhr im Foyer des
Rathauses eröffnet.
Dult
Mit der Martinidult findet am
6.11. ab 10 Uhr am und um den
Hauptplatz die vierte und letzte
Dult des Jahres statt.
Literatur
Michael Lerchenberg liest am
11.11. um 20 Uhr im Festsaal
des Rathauses Texte von Ludwig
Thoma.
3/5 Stachelbär
Politkabarett,
Sprachakrobatik, bitterböse Realsatire. Witz
und Gaudi: das neue Programm
„Betreten sein verboten“ von
3/5 Stachelbär hat Premiere am
Samstag, den 12.11. um 20.00
Uhr im Haus der Begegnung.
Weitere Termine sind Fr 18.11.,
Sa 19.11. und Fr 25.11.
Lieder
„Du bist die Ruh“ lautet das
Motto des Liederabends am
18.11. ab 20 Uhr im Festsaal des
Rathauses.
von Claudia Erdenreich
D
ie Gartenschau zum
Anfassen“ lautet der
Slogan für die große
Veranstaltung
im
nächsten Jahr. Es werden bis zu 300.000 Besucher erwartet. Da die Gäste die blühende Pracht
und die Stadt nicht nur anfassen und
anschauen möchten, sondern auch
Erklärungen erwarten, werden Gästeführer gesucht.
Zur ersten Auftaktveranstaltung
im Festsaal des Rathauses begrüßte
Bürgermeister Thomas Herker über
50 Interessierte, die über die Gartenschau und durch die Stadt führen
möchten. „Seien Sie gute Gastgeber“, wünschte sich Herker, der sogar mit mehr als 300.000 Besuchern
rechnet. Viele werden die Stadt zum
ersten Mal sehen – und sie sollen sie
in bester Erinnerung behalten und
wieder kommen. Die Gästeführer
repräsentieren dabei die Stadt, vermitteln die Geschichte, die Vorzüge
und aktuelle Themen und auf der
Gartenschau natürlich Entstehung,
Konzept und Veranstaltungen.
2010 erhielt Pfaffenhofen den Zuschlag für die kleine Landesgartenschau 2017 und seither ist viel in
der Stadt passiert. Die Planer biegen jetzt gerade in die Zielgerade
ein, man ist im Zeit- und Bauplan
und sich sicher, dass alles pünktlich fertig wird. Immerhin wird der
Bürgerpark, vergleicht man Flächen
und Einwohnerzahl, im Verhältnis
so groß wie der Englische Garten in
München!
Klassik
Das Arcis Saxophon Quartett
spielt am 20.11. ab 20 Uhr im
Rathaus-Festsaal beim zweiten
Rathaus-Konzert der Saison.
Feuer
Stadtarchivar Andreas Sauer
berichtet am 24.11. um 19.30 Uhr
im Haus der Begegnung über die
Geschichte der Feuerwehr.
Bürgermeister Thomas Herker
IMPRESSUM
Verlag/Herausgeber/Herstellung:
KASTNER AG – das medienhaus,
Schloßhof 2–6, 85283 Wolnzach,
Telefon 08442/9253-0
V.i.S.d.P.: Kilian Well
E-Mail: [email protected]
Redaktion: Claudia Erdenreich,
Kilian Well, Hellmuth Inderwies,
Lorenz Trapp
Layout: Monika Lang
Anzeigen: Claudia Scheid
Telefon: 0 84 42 / 92 53-7 04
Erscheinungsweise: monatlich
Den Pfaffenhofener erhalten Sie in der
Buchhandlung Osiander, der Buchhandlung Kilgus, bei Schreibwaren Daubmeier, Schreibwaren Prechter, Tabak
Bergmeister, Tabak Breitner etc.
Nächste Ausgabe voraussichtlich
Freitag, 25. 11. 2016
Wirtschafts- und
Servicegesellschaft
Pfaffenhofen
Frauenstraße 36
85276 Pfaffenhofen
Karen Bendig
Tel. 08441 40550-14
[email protected]
An insgesamt 89 Tagen von Mai bis
August sollen die Gästeführer zahlreiche Besuchergruppen durch die
Gartenschau führen. Auch einzelne Stadtführungen können gebucht
werden oder eine Kombination aus
beidem.
„Mit allen Sinnen erleben“ heißt die
reine Gartenschauführung, „Im Herzen Pfaffenhofens“ die Stadtführung
und die kombinierte Gartenschauund Stadtführung läuft unter dem
Titel „Grün und urban“.
Rund 500 Führungen könnten es
werden, und die gilt es zu bewältigen. Das schaffen die bisherigen neun
Stadtführer nicht annähernd, sie
sind schon jetzt gut beschäftigt mit
zahlreichen Stadt-, Kuriositäten-,
Bunker- und Fackelführungen.
„Sie müssen keine
Botanik-Experten werden“
Eva Linder, Geschäftsführerin von
„Natur in der Stadt“ war begeistert
vom großen Zuspruch, den die Infoveranstaltung hatte. „Sie müssen
keine Botanik-Experten werden“,
beruhigte sie gleich zu Beginn. Viel
wichtiger als jede einzelne Blüte zu
kennen sei es, die Gartenschau souverän, authentisch und mit Freude zu
vermitteln.
Vier Geländeteile wird es auf der
Gartenschau geben, von der Insel
über den Bürgerpark, den Sport- und
Freizeitpark bis zur Ausstellung auf
dem Festplatz. Dazwischen Musikwiese und Biergarten, Kinderspielplatz und natürlich ganz viel Garten.
Eine bunte Blumenvielfalt in den
Farben orange, gelb und blau erwartet die Gäste, dazu Blumenschauen
und Dufterlebnisse aber auch kulturelle Veranstaltungen.
Eines ist schon jetzt klar: Die Gäste erwartet eine große Vielfalt an
Pflanzen, Menschen und Angeboten
mit ganz vielen Besonderheiten und
Höhepunkten zwischen „SmoothieBeet“ und Schmetterlingsausstellung.
Karen Bendig von der Wirtschaftsund Servicegesellschaft wird die
ganzen Führungen organisieren, koordinieren und einteilen. Sie stellte
die organisatorischen Rahmenbedingungen vor und erklärte, was die
Gästeführer erwartet. Vor ihrem Einsatz durchlaufen sie eine Schulung,
die von der Stadt kostenlos angeboten wird. An anderen Orten zahlen
zukünftige Gästeführer teils kräftig
für ihre Ausbildungen, die dann auch
viele Möglichkeiten eröffnen.
An rund zehn Abenden von Januar bis April werden die zukünftigen
Gästeführer vorbereitet. Sie erfahren alles über die Organisation der
Gartenschau, über Stadtgeschichte,
regionale Themen aber auch Führungstechniken. Den praktischen
Übungen schließen sich vorab Gar-
tenschau-Führungen auf dem Gelände kurz vor der Eröffnung an – und
alles schließt mit einer schriftlichen
und einer praktischen Prüfung ab.
Manche Veranstaltungsteilnehmer erschraken ein wenig bei dem Aufwand
oder dem Gedanken an Prüfungen,
doch Gästeführer sind Repräsentanten der Stadt und der Veranstaltung.
Sie sollten bestens vorbereitet an
ihre Aufgabe herangehen.
Zahlreiche Fragen rund um Bezahlung, Organisation und Status wurden noch gestellt und geklärt. Eine
Anmeldung zur Schulung muss bis
15.11. bei der WSP erfolgen, schon
jetzt kommen Anfragen für Führungen an.
Karen Bendig, WSP
Eva Linder, Natur in der Stadt
STADTKULTUR
Freitag, 28. Oktober 2016
D
a Dost Toni is g’scheit
in Ordnung, a wenn er
a Roter is!“ An diesen
Spruch ihres Großvaters erinnert sich Marianne Strobl noch heute ganz genau.
Sie zitiert ihren Opa bei ihrer Rede,
die sie im Aufenthaltsraum des BRKSeniorenheims in Wolnzach hält.
Deren Anlass ist mehr als außergewöhnlich: Denn 70 Jahre lang sind
die wenigsten Genossen Mitglied in
der SPD. Auch wenn es die älteste
demokratische Partei in Deutschland
ist.
Anton Dost ist einer der ganz wenigen Menschen, die dieser Partei so
lange treu geblieben sind. Nicht zuletzt, weil er mit 91 Jahren noch sehr
gesund ist. Dazu auch noch aktiv:
Bis heute ist Anton Dost geschäftsführender Vorstand der Wohnungsbaugesellschaft, betont Marianne
Strobl. Neben der stellvertretenden
Ortsvorsitzenden sind Werner Hammerschmid und Ludwig Federhofer
aus dem Wolnzacher SPD-Vorstand
bei dieser Jubiläumsfeier dabei. Neben Freunden und Prominenz. Aus
München ist die dortige Landtagsabgeordnete Ruth Waldmann angereist. Sie betreut zusätzlich noch den
Landkreis Pfaffenhofen. Sie selbst,
aber vor allem Anton Dost wirkt
gerührt in dem Moment, wo Ruth
Waldmann dem Jubilar die Goldene
Ehrennadel der SPD ans Revers
steckt.
Ruth Waldmann hat für die Wolnzacher Genossen zwei Bücher mitgebracht: Eine Chronik der bayerischen SPD im Landtag, die dort
seit 120 Jahren arbeitet. Und die
bayerische Verfassung, entstanden
nach dem Zweiten Weltkrieg. Die
hat in weiten Teilen der spätere bayerische Ministerpräsident Wilhelm
Hoegner im Exil formuliert. SPDMitglied Hoegner musste unter den
Nazis seine Heimat verlassen, er
hatte als Jurist, Politiker und Journalist Berufsverbot bekommen. Der
Der Pfaffenhofener | Seite 7
70 rote Jahre in der
schwarzen Hochburg
Willy-Brandt-Medaille für Wolnzacher
Altbürgermeister Anton Dost
von Heinz Hollenberger
Mann war seiner Zeit weit voraus.
Diese Erfahrung hat Ruth Waldmann
gemacht. Vor ihrer eigenen Nominierung für die Wahl der Landtagsabgeordneten im Jahr 2013 trat sie mit
einem Zehn-Punkte-Programm öffentlich auf. Ihre Parteigenossen allerdings warnten die Kandidatin: Ihr
Zehn-Punkte-Programm wäre doch
ziemlich links und sehr ambitioniert.
Erst dann klärte Ruth Waldmann
ihre Anhänger auf: Die zehn Punkte
hatte sie wortwörtlich aus der bayerischen Verfassung übernommen.
Am 01.01.1946 war Anton Dost in die
SPD eingetreten. Auch er hatte wie
Wilhelm Hoegner im Krieg gelitten
und war in Russland schwer verwundet worden. Danach konnte er nicht
mehr als Metzger arbeiten. Im Magistrat, wie die Gemeindeverwaltung
damals noch genannt wurde, fand
Anton Dost eine neue Arbeit. Damals wie heute hatte Krieg fremde
Menschen nach Wolnzach verschlagen. Flüchtlinge aus Ungarn mussten nach dem Zweiten Weltkrieg in
der Marktgemeinde untergebracht
werden. Anton Dost half auch dabei.
Bald wurde dem jungen Mann klar,
dass er Mitglied einer Partei werden
muss, wenn er mitbestimmen will,
wie sich Wolnzach entwickelt. Seine besten Freunde waren schon in
der SPD, so ist auch Anton Dost ein
Roter geworden.
Was hat ihn in den 70 roten Jahren
am meisten gefreut? Ohne zu zögern
antwortet Anton Dost: „Als ich zum
Bürgermeister gewählt wurde!“ Im
Wahlkampf davor hatte der Wolnzacher Kandidat Hilfe von der Parteiprominenz bekommen. Der damalige
Oberbürgermeister von München
kam eigens nach Wolnzach gefahren,
um seinen Parteigenossen zu unterstützen. Die Vereidigung fand am
26.09.1971 statt. Drei Legislaturperioden hat Anton Dost als Bürgermeister von Wolnzach gearbeitet – bis zur
Altersgrenze. Parteimitgliedschaft
war für ihn immer zweitrangig.
Er hat seine Gemeinderatsmitglieder nach Kompetenzen beurteilt.
Schließlich konnte er nie mit einer
roten Mehrheit im Wolnzacher Rathaus regieren.
Der SPD-Kreisvorsitzende Markus
Käser würdigte die Verdienste von
Anton Dost mit der höchsten Auszeichnung der Sozialdemokraten,
der Willy-Brandt-Medaille.
Seite 8 | Der Pfaffenhofener
3
ANSICHTEN
Freitag, 28. Oktober 2016
wie Gold
und Silber
Ein gemeinsames Projekt von Birgid Niedermayr,
Konstanze Klein und Max Schmutterer trifft auf Begeisterung
von Lorenz Trapp
U
ralt ist das Handwerk der Goldschmiede, und genau so alt ist wohl
der Wunsch des Menschen, sich mit
edlen und schönen Materialien zu
schmücken, ein Ausdruck purer Lebensfreude. Wer die Goldschmiedewerkstatt in den
Radlhöfen, direkt am südwestlichen Ortseingang von
Pfaffenhofen, mit neugierigem Blick betritt, ist sofort
davon überzeugt. Die großzügigen Räumlichkeiten
bestechen durch geschmackvolle Arrangements – ein
großer Tisch, feine Regale mit ansprechenden Ausstellungsstücken, und natürlich die Werkbänke mit
den entsprechenden Utensilien der Goldschmiede.
Der Goldschmiedinnen eigentlich! Zwei Damen
nämlich haben hier das Sagen und selbstverständlich
auch das Know-how und die Erfahrung, aus Gold,
Silber und Platin erlesene Schmuckstücke zu fertigen. Während Birgid Niedermayr ihre Ausbildung –
bodenständig – bei einem heimischen Goldschmied
absolvierte, leistete Konstanze Klein ihre Lehrzeit
bei einer Goldschmiedewerkstatt in München. Nach
der Meisterprüfung zog es sie wieder zurück in die
Kreisstadt, wo sie, mehr oder weniger zufällig, die
Goldschmiedemeisterin Birgid Niedermayr kennenlernte. Als wäre ein „goldener Funke“ übergesprungen, folgte dann ziemlich schnell der Entschluss, gemeinsam eine Werkstatt zu betreiben. Das Ergebnis
lässt sich in den Radlhöfen bestaunen – und es muss
niemand Hemmungen haben: Schauen und sich informieren ist durchaus willkommen!
Ein gemeinsames Projekt mit drei Entwürfen
ergibt neun faszinierende Interpretationen
„Raum und Form“
Innenarchitektur Max Schmutterer
Schulstraße 23
Tel. 08441 860601
www.raumundform.de
Goldschmiedewerkstatt
Radlhöfe 1
Tel. 08441 8599651
Öffnungszeiten:
Mo., Di., Do., Fr.
9.00 – 12.30 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr
Sa. 9.00 – 14.00 Uhr
Das hat sich auch Max Schmutterer gedacht, als
er eines Tages, neugierig geworden, bei den beiden
Goldschmiedinnen vorbeischaute. Eigentlich ist Innenarchitektur – „Raum und Form“ – das Thema, das
Max Schmutterers Ladengeschäft in der Schulstraße beherrscht. Möbel und Accessoires, die neuesten
Design-Trends und kreative Wohnideen in Hülle
und Fülle, für alle Lebensräume und -träume – und
Max Schmutterer bietet Beratung, Verkauf, Lieferung und Montage von Einrichtungsgegenständen,
für den privaten Wohnbereich und für den gewerblichen Arbeitsbereich. Der gebürtige Pfaffenhofener
absolvierte nach der Fachoberschule für Gestaltung
die Ausbildung zum Schreiner und hängte in Rosenheim das Studium der Innenarchitektur dran, das er
mit dem Diplom abschloss. „Unser Laden“, erläutert
Max Schmutterer, „ist praktisch der Showroom“.
Und dann schenkte ihm seine Frau Irma einen Goldschmiede-Kurs!
„Zuerst“, sagt Max Schmutterer, „war ich nicht so
begeistert – irgendwie fühlte ich mich hineingedrängt“. Doch dann habe es irgendwann „gezündet“,
und seitdem arbeitet Max Schmutterer in seiner
Freizeit mit großer Liebe zum Detail an seinen ganz
persönlichen Schmuckstücken – und war natürlich
neugierig geworden auf die beiden „Profis“ Birgid
Niedermayr und Konstanze Klein in den Radlhöfen.
Schon beim ersten Besuch, so erinnern sich alle Drei
unisono, habe „die Chemie gestimmt“. Man war gegenseitig beeindruckt von den jeweiligen Arbeiten,
und so entstand die Idee, ein gemeinsames Projekt
zu realisieren. Jeder der Drei lieferte einen „minimalistischen“ Entwurf, und diese Entwürfe wurden
von allen ein Mal umgesetzt – frei in Technik- und
Materialwahl.
Diese neun „Interpretationen“ waren das Herzstück der Ausstellung mit handgefertigtem Schmuck
von Birgid Niedermayr, Konstanze Klein und Max
Schmutterer, die ein Wochenende lang in Max
Schmutterers „Raum und Form“ auf begeisterte Besucher traf. Clou des Ganzen war ein Fragebogen, auf
dem die Besucher die jeweilige „Interpretation“ dem
entsprechenden „Schöpfer“ zuordnen sollten. Relativ gut „geraten“ hätten die Besucher, und weil das
belohnt werden muss, gab’s für die treffsichersten –
„Matthias aus der Schweiz, Regina aus Pobenhausen
und Gaby aus Hettenshausen“ – selbstverständlich
auch etwas zu gewinnen – einen Goldschmiede-Kurs!
Falls Sie das Ereignis verpasst haben: Alle Stücke
sind noch bis Weihnachten in der Goldschmiede zu
sehen. Schauen Sie einfach mal vorbei – möglicherweise erfahren Sie bereits Interessantes zu einem
neuen Projekt: Schmuckpräsentation mit Models,
hört man flüstern, und: Schmuck für Männer…