(2014) ifaa-Trendbarometer - Institut für angewandte

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EXPERTEN-PANEL
Trendbarometer
Arbeitswelt
ifaa-Trendbarometer: Prozessoptimierung aktuell wichtigstes Thema
Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Verbänden halten die Prozessorganisation aktuell für das
wichtigste Thema der Arbeitsorganisation. Das zeigt die aktuelle Befragung „ifaa-Trendbarometer“. Dieses
Thema lag in allen bisher durchgeführten Befragungen weit vorn. Inhaltlich eng damit verbunden ist die
„kontinuierliche Verbesserung“ (Rang 2). „Arbeitsbezogene psychische Belastung“, „demografische Entwicklung“ und „betriebliches Gesundheitsmanagement“ verloren im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung.
Erstmals abgefragt: die „Prozessoptimierung in Büro-Bereichen“. Sie ist für die Befragten derzeit weniger
wichtig. An der Umfrage nahmen 600 Personen teil, acht von zehn kamen aus Unternehmen.
Aktuelle Thementrends: In der von Mitte September bis in die zweite Dezember-Hälfte durchgeführten
Befragung haben sich vor allem bei den Top-Themen
einige deutliche Veränderungen ergeben. Die „Prozessorganisation“ ist von Rang 3 an die Spitze vorgerückt
und hat das bisherige Topthema „Führungsmanagement“ verdrängt. Weitere deutlich relevante Themen
sind der „kontinuierliche Verbesserungsprozess“ (Rang
2), gefolgt von der „Arbeitszeitflexibilität“ und dem
„Führungsmanagement“. Der „Gesetzliche Arbeits- und
Gesundheitsschutz“ ist im Vergleich zur Frühjahrserhebung aus dem Mittelfeld in die Riege der ersten fünf
Topthemen aufgestiegen.
Das Mittelfeld der immer noch als „wichtig“ empfundenen Themen: Einen deutlichen Bedeutungsgewinn
haben „Produktionssysteme“ erlebt. „Arbeitszufriedenheit“, vor einem Jahr noch Topthema, rangiert nur noch
im Mittelfeld. Dort finden sich auch die „ergonomische
Arbeitsgestaltung“ und die „Leistungsbeurteilung“.
Abb. 1: Bewertung der Einzelthemen (sortiert nach dem gewichteten Anteil der Antworten in den vier verschiedenen Kategorien der Bedeutung von „sehr niedrig“ bis „sehr hoch“)
BETRIEBSPR A XIS & ARBEITSFORSCHUNG 219 | 2014
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Absteiger sind die öffentlich lange Zeit intensiv diskutierten Themen „arbeitsbezogene psychische Belastung“, „demografische Entwicklung“ und „betriebliches
Gesundheitsmanagement“. Sie finden sich allesamt
im unteren Drittel der empfundenen Bedeutung. Allerdings sind sie für größere Unternehmen deutlich
wichtiger als für kleinere Betriebe. Beim Gesundheitsmanagement ist der Unterschied am größten.
Im Tabellenkeller des ifaa-Trendbarometers sind die
erstmals abgefragte „Prozessoptimierung in Büro-Bereichen“ sowie „alternsgerechte“ und „lebenssituationsabhängige Arbeitszeiten“ gelandet. Schlusslicht ist
das Thema „Einsatz von Werkverträgen“. Gegenüber der
vorangegangenen Erhebung ist es nochmals abgestiegen. Vor allem kleinere Betriebe halten es für weniger
wichtig.
Bedeutungsentwicklung der Themen in den
vergangenen fünf Jahren
Eher zugenommen hat über die
Jahre die Bedeutung von Themen,
die sich mit der Gesundheit und
Gesunderhaltung der Beschäftigten
befassen: „ergonomische Arbeitsgestaltung“,
„Gesundheitsschutz“ und „Demografie“. Sie erreichen
jedoch nach wie vor keine Spitzenplätze.
Abb. 2: Bewertungen der Einzelthemen nach Betriebsgröße
BETRIEBSPR A XIS & ARBEITSFORSCHUNG 219 | 2014
Stets weit vorn rangierte die „Prozessorganisation“. Sie lag in neun
der bisher durchgeführten zehn
Umfragen stets an erster oder zweiter Stelle. Es wird sicher auch künftig eine sehr wichtige Aufgabe der Arbeitswissenschaft
und der Betriebsorganisation bleiben, die betrieblichen
Abläufe und Prozesse ständig zu verbessern. Auch die
Themen „Produktionssysteme“ und „kontinuierlicher
Verbesserungsprozess“ sind in der Bedeutungseinschätzung auf hohem Niveau in etwa konstant. Das gilt auch
für das Thema „Arbeitszeitflexibilität. Im unteren Drittel
der bedeutsamen Themen ist auch die „Zielvereinbarung“ in den vergangenen zwei Jahren stabil eingeschätzt worden.
Absteiger sind die Themen „betriebliches Gesundheitsmanagement“
und „Leistungsbeurteilung und
-entgelt“ Sie finden sich aber nach
wie vor im Mittelfeld.
Bedeutung der Themen nach Unternehmensgröße:
Kaum Unterschiede in der Bewertung gibt es beim
„Leistungsentgelt“ und der „Prozessoptimierung in
Büro-Bereichen“. Einziges Thema, das für kleinere Unternehmen wichtiger als für Großunternehmen ist: „die
Leistungsbeurteilung“.
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Die größten Einschätzungsunterschiede nach Unternehmensgröße gibt es bei den Themen „alternsgerechte
Arbeitszeiten“, „Betriebliches Gesundheitsmanagement“,
„Produktionssysteme“, „lebenssituationsabhängige Arbeitszeiten“ und „Einsatz von Werkverträgen“. Kleinere
Unternehmen halten diese Themen offenbar nicht für
so erfolgsentscheidend. Auch „Führungsmanagement“,
„demografische Entwicklung“ und „Prozessgestaltung“
bewerten KMU zurückhaltender als Großunternehmen.
Über das ifaa-Trendbarometer „Arbeitswelt“
Von Mitte September bis Ende Dezember haben rund
600 Personen aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft an der Befragung teilgenommen. Die meisten
kamen aus der Wirtschaft (80 Prozent). Darüber hinaus
haben sich Repräsentanten aus Verbänden (10 Prozent),
Wissenschaft (2 Prozent) beteiligt. Rest: sonstige. Die
meisten Rückläufe stammen aus Unternehmen mit
mehr als 500 Beschäftigen (45 Prozent) sowie Betrie-
ben mit 100 bis 499 Mitarbeiter. Kleinere Unternehmen
waren mit 17 Prozent vertreten.
Den Fragebogen zum neuen ifaa-Trendbarometer finden Sie auf www.arbeitswissenschaft.net sowie bei Veranstaltungen der Verbände und des ifaa.
>>> Autoren-Kontakt
Dipl.-Ing. Norbert Baszenski
Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa)
Tel.: +49 211 542263-36
E-Mail: [email protected]
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