Währungsprognose Schweden

Währungsprognose Schweden
18. Oktober 2016
Die schwedische Krone wertete seit der letzten Währungsprognose leicht ab. Grund dafür ist unter
anderem die weiterhin sehr niedrige Inflation in Schweden, die isoliert betrachtet die Wahrscheinlichkeit für zusätzliche geldpolitische Lockerungen seitens Sveriges Riksbank erhöht. Wir gehen jedoch davon aus, dass die schwache schwedische Krone die schwedische Notenbank vorerst veranlassen wird, eine Warteposition einzunehmen und korrigieren unsere Erwartung für die schwedische
Krone geringfügig nach unten. Allerdings erwarten wir weiterhin, dass die schwedische Krone längerfristig zulegt. In den nächsten zwölf Monaten dürfte die schwedische Krone zum Euro im Intervall
909-931 notieren.
In Skandinavien hat Schweden nach wie vor die Nase
vorn
Die niedrige Inflation stellt
für die Sveriges Riksbank
jedoch weiterhin eine Herausforderung dar
Die Niedriginflation erhöht
die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher geldpolitischer
Lockerungen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die
Schwelle für weitere Lockerungen kurzfristig sehr hoch
ist
Wir nehmen unsere Prognose etwas zurück, erwarten jedoch nach wie vor
eine stärkere schwedische
Krone
Bei den Wirtschaftsdaten hat Schweden gegenüber seinen skandinavischen Nachbarn weiterhin die Nase
vorn. Trotz einer geringfügigen Verlangsamung im bisherigen Jahresverlauf setzt die schwedische Wirtschaft ihr Wachstum in gutem Tempo fort. Im September verbesserte sich die Laune in der schwedischen
Fertigungsindustrie etwas mehr als erwartet. Für die schwedische Konjunktur ist das eine positive Nachricht.
Obwohl die schwedische Wirtschaft gut wächst, macht die viel zu niedrige Inflation der Sveriges Riksbank
weiterhin zu schaffen. Um die Teuerung nach oben zu drücken, senkte Sveriges Riksbank den Zins bereits
mehrmals und wird bis Ende 2016 Anleihen für 245 Mrd. schwedische Kronen aufgekauft haben. Im Zuge
der lockeren Geldpolitik ist die Inflation zwar gestiegen, jedoch weiterhin viel zu niedrig - im September lag
sie bei nur 0,9 Prozent. Gegenwärtig bleibt die Teuerungsrate somit hinter der Prognose der Sveriges Riksbank von 1,36 Prozent und weit hinter der Zielvorgabe von zwei Prozent zurück.
Die im September überraschend niedrige Inflation trug mit zu einer Schwächung der schwedischen Krone
bei und erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Sveriges Riksbank den Zins noch nicht zum letzten Mal
gesenkt hat. Der gegenwärtige Zinspfad, der die Erwartung der Sveriges Riksbank an die Leitzinsentwicklung ausdrückt, deutet eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Zinsrücknahme in den kommenden Monat
an. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Schwelle für weitere Zinsrücknahmen recht hoch ist. Denn niedrigere Zinsen erhöhen das Risiko für Ungleichgewichte in der schwedischen Wirtschaft. Gleichzeitig notiert
die schwedische Krone wesentlich schwächer als von der Sveriges Riksbank prognostiziert. Die schwache
Krone könnte sowohl das Wirtschaftswachstum in Schweden als auch die Inflation geringfügig antreiben.
Wir nehmen unsere Prognose etwas zurück, erwarten jedoch in absehbarer Zeit nach wie vor eine stärkere
schwedische Krone, denn die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in Schweden werten wir als gering.
Allerdings ist die schwedische Krone anfällig gegenüber globaler finanzieller Unruhe. So könnten der Brexit
und der US-amerikanische Wahlkampf der schwedischen Krone einen Dämpfer aufgesetzt haben. Wir gehen davon aus, dass die schwedische Wirtschaft sich weiterhin gut entwickelt und die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik noch nicht zum letzten Mal gelockert hat. Das kann die schwedische Krone
gegenüber dem Euro an Wert zunehmen lassen. Sveriges Riksbank wird den Zins höchstwahrscheinlich
früher als die EZB anheben; auch das könnte die schwedische Krone aufwerten lassen. In den kommenden
zwölf Monaten dürfte die schwedische Krone zum Euro im Intervall 909-931 notieren, gegenüber aktuell
etwa 970 EUR/SEK.
2015
BIP
Inflation*
Anlagehorizont
Spot
3 Monate
6 Monate
12 Monate
3,5%
0,9%
Sydbank
3,0%
1,0%
Währungsprognose
EUR/SEK
967,8
944-967 (920-943)
932-954 (909-931)
909-931 (887-908)
2016P
Riksbanken
3,2%
1,1%
Terminkurs
969,3
968,9
968,2
2017P
Sydbank
Riksbanken
2,0%
2,2%
2,0%
1,8%
Leitzinsprognose
-0,50%
-0,50% (-0,60%)
-0,50% (-0,60%)
-0,50% (-0,60%)
Zuletzt
0,3% (Q2)
1,2% (September)
Konsens
-0,55 % (-0,50 %)
-0,55 % (-0,50 %)
-0,45 % (-0,50 %)
Die eingeklammerten Zahlen sind die Schätzungen aus der vorherigen Währungsprognose. *CPIF – um Zinsaufwendungen
bereinigte Inflation
Erstellt von:
Kim Blindbæk
Makroanalyst
Tel. +45 74 37 37 37
[email protected]
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Makroökonomische Analyse
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EUR/SEK
Die schwedische Krone wertete seit der letzten Währungsprognose ab, primär
weil die Inflation im September niedriger als erwartet war.
Wirtschaftswachstum QoQ,
in Prozent
Die schwedische Wirtschaft
bewegte sich in den jüngsten
Quartalen in gutem Tempo
voran. Mehrere Konjunkturbarometer offenbaren ein Fortsetzen des Wirtschaftswachstums, dies jedoch in mäßigerem Tempo.
Inflation (rot) und Kerninflation (CPIF, blau), in Prozent
Die Inflation bleibt weiterhin
weit hinter der Zielvorgabe
der Sveriges Riksbank von
zwei Prozent zurück und liegt
darüber hinaus derzeit auch
unter der von der Riksbanken
in der Zinssitzung im September ausgesprochenen Prognose.
*Verbraucherpreise bereinigt um
Zinsaufwendungen
Leitzins in Schweden, Prozent
Isoliert betrachtet erhöht die
geringe Teuerungsrate die
Wahrscheinlichkeit weiterer
geldpolitischer Lockerungen
in Schweden. Wir gehen jedoch davon aus, dass die
Schwelle dafür angesichts
der schwachen schwedischen Krone und eines ohnehin schon negativen Leitzinses recht hoch ist.
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Makroökonomische Analyse
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Dies ist eine Übersetzung der dänischen Analyse „Valutaudsigt Sverige“. Im Zweifelsfall gilt der dänische Text.
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