Vorankündigung

Konferenz der Landesbeauftragten
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der
ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und zur
Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur
Vorankündigung
Erfurt, 28. September 2016
„Keine Religionsfreiheit in der DDR“
Experten diskutieren mit Zeitzeugen die Benachteiligung von Gläubigen in der
SED-Diktatur
Auf dem Forum „Keine Religionsfreiheit in der DDR und die Lage der verfolgten Schüler heute“
wird im Zuge des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit am 2. Oktober in Dresden das
Thema
Christenverfolgung
und
Glaubensfreiheit
in
der
DDR
diskutiert.
Die Veranstaltung beginnt 16:30 Uhr auf der Bühne des Pavillons „FREI_RAUM – Brücken
bauen für Demokratie und Dialog”. Den einführenden Impulsvortrag hält Professor Dr. Ulrich
Wiegmann. Er ist Dozent an der Humboldt-Universität Berlin mit Schwerpunkt Pädagogik und
Staatssicherheit in der DDR. Professor Wiegmann wird das Einwirken der Staatssicherheit in
Schulen und Bildungseinrichtungen skizzieren und im Besonderen auf die Verfolgung und
Benachteiligung von christlichen Schülern in der DDR eingehen.
In der folgenden Podiumsdiskussion diskutieren Zeitzeugen ihre persönlichen Erfahrungen,
darunter der Wissenschaftshistoriker und Publizist, Dr. Gerhard Barkleit. Schüler sind oft
aufgrund von Gewissensentscheidung, die religiös motiviert waren, verfolgt worden. Zum
Kernbestand der sozialistischen Bildung gehörte ein sogenannter 'Wissenschaftlicher
Atheismus', der Raum für Blasphemie und Mobbing von Christen aller Konfessionen eröffnete.
Beispielsweise erlebte Dr. Barkleit als bekennender Christ während seiner Schulzeit
zahlreiche Benachteiligungen. Auch später, als Vater von drei Kindern, konnte er die staatliche
Diskriminierung gegenüber Christen im Unterricht beobachten. Seine zwei Söhne, die ihren
Schulabschluss noch zu DDR-Zeiten machten, wurden vom Abitur ausgeschlossen. Seine
Kindheit und Schulzeit verbrachte er in der Nähe von Lommatzsch und Nossen.
„Als Veranstalter möchten wir mit dem Forum eine Sensibilisierung des Themas erreichen und
auf aktuelle Probleme hinweisen. Die Lage der verfolgten Schüler ist besonders schwierig, da
nur wenige Betroffene die Möglichkeit haben, Rehabilitierungsverfahren erfolgreich
abzuschließen. Eine Entschädigung gibt es seit langem nicht mehr“, erläutert der Thüringer
Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Christian Dietrich.
Ab 18:00 Uhr ist in einem zweiten thematischen Block die „Unterdrückung der Glaubensfreiheit
in der DDR“ Thema. Einleitend hält Dr. Sebastian Holzbrecher, Lehrbeauftragter an der
Universität Erfurt für katholische Kirchengeschichte, einen Impulsvortrag. Dem folgt eine
Podiumsdiskussion, an der unter anderem der Schriftsteller und sächsische Berater für
Betroffene vom SED-Unrecht, Utz Rachowski, sowie Stephan Hilsberg, Politiker und Publizist,
teilnehmen.
Die Debatte um verfolgte Christen und Glaubensfreiheit in der DDR ist aktueller denn je.
Ohne die Integration der Opfer fehlender Glaubensfreiheit in der DDR bleibt die
Religionsfreiheit in der Bundesrepublik fragil.
Konferenz der Landesbeauftragten
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der
ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und zur
Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur
Vorankündigung
Erfurt, 28. September 2016
Das Programm im Detail:
Das Forum findet im Zuge des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit am 2. Oktober
auf der Bühne des Pavillons „FREI_RAUM“ auf dem Theaterplatz in Dresden statt.
16:30 – 16:45 Uhr
Impulsvortrag zur Beziehung von Staatssicherheit und Schule mit einer historischen
Einordnung der verfolgten Schüler in der DDR
Referent: Prof. Dr. Ulrich Wiegmann, Humboldt-Universität Berlin
16:45 – 17:45 Uhr
Moderiertes Gespräch zu den verfolgten Schülern in der DDR und ihrem Platz in der
deutschen Gesellschaft heute
Gäste:
- Dr. Gerhard Barkleit, Dresden (Zeitzeuge, Historiker)
- Dr. Wolfgang Laßleben, Magdeburg (Jurist)
- Susann Mai, Worbis (Zeitzeugin)
- Utz Rachowski, Berlin und Vogtland (Berater und Zeitzeuge)
- Prof. Dr. Ulrich Wiegmann, Berlin (Historiker)
- Moderation: Christian Dietrich, Erfurt (Thüringer Landesbeauftragter)
17:45 - 18:00 Uhr
Filmausschnitte Zeitzeugen
18:00 – 18:15 Uhr
Impulsvortrag zur Glaubensfreiheit in der DDR
Referent: Dr. Sebastian Holzbrecher, Universität Erfurt
18:15 – 19:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Fehlende Religionsfreiheit und Verfolgung Gläubiger in der DDR
Gäste:
- Stephan Hilsberg, Müncheberg bei Berlin (Politiker, Publizist, Musiker)
- Dr. Sebastian Holzbrecher, Erfurt (Theologe)
- Susann Mai, Worbis (Zeitzeugin)
- Utz Rachowski, Berlin und Vogtland (Schriftsteller, Zeitzeuge, Berater)
- Lutz Rathenow, Dresden (Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasiunterlagen)
- Moderation: Christian Dietrich, Erfurt (Thüringer Landesbeauftragter)
Pressekontakt
Hendrik von Quillfeldt
Referent für Öffentlichkeitsarbeit und politische Bildung
Landesbeauftragter des Freistaats Thüringen
zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)
beim Thüringer Landtag
Jürgen-Fuchs-Straße 1 | 99096 Erfurt
Tel. +49 (0) 361 37-71956 | Fax +49 (0) 361 37-71952
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