Die Internationale Progressive MS Alliance vergibt

12.6 Millionen Euro für 3 Projekte:
Die Internationale Progressive MS
Alliance vergibt Forschungspreise für
innovative Ansätze zur Bekämpfung der
progredienten Multiple Sklerose
Hannover, 15.09.2016: Mit dem Ziel, Lösungen für die progredienten
Verlaufsformen der MS zu finden, hat die Internationale Progressive MS
Alliance, der auch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft angehört, in
einer beispiellosen globalen Anstrengung drei international kooperierenden
Forscherkonsortien jeweils eine Summe von 4.2 Millionen Euro zuerkannt. Zu
einer der ausgezeichneten Forschergruppen gehören auch drei
Wissenschaftler aus Deutschland.
Mehr als 2.3 Millionen Menschen weltweit leben mit Multipler Sklerose (MS),
mehr als eine Millionen davon hat eine der beiden progredienten
Verlaufsformen. Um die Barrieren auf der Suche nach den dringend benötigten
Behandlungsmöglichkeiten für diese MS-Patienten zu beseitigen, hat die
Progressive MS Alliance ihre dritte Förderstufe angeschoben.
Die Progressive MS Alliance ist eine internationale Kooperation von MSOrganisationen, die gemeinsam die Forschung im Bereich der progredienten
MS vorantreibt, im Hinblick auf Ursachenforschung, krankheitsmodifizierende
Therapien und Symptombehandlungen.
Das Globale Bündnis will Antworten finden für die Therapie der
progredienten MS
Um die Forschung auf diesem Gebiet voranzubringen, hat die internationale
Initiative im Jahr 2014 begonnen, aussichtsreiche Forschungsprojekte zu
finanzieren. Durch die Forschungspreise werden bedeutende Fördersummen
bereitgestellt, um internationale Netzwerke von Forschern und Institutionen zu
unterstützen, die bereits in der zweiten Förderrunde erfolgreich
zusammengearbeitet und demonstriert haben, dass sie über das Potenzial
verfügen, entscheidende Durchbrüche im Verstehen und Behandeln der
progredienten MS erreichen zu können. Bis heute hat die MS Alliance fast 23
Millionen Euro zu kumulativen globalen Forschungsinvestitionen beigesteuert.
Die Collaborative Network Awards weisen den Weg
Für die dritte Förderrunde (Gesamtinvestition von 12.6 Millionen Euro) hat der
wissenschaftliche Lenkungsausschuss der International Progressive MS
Alliance jetzt aus den Reihen der 11 Preisträger aus der Runde zur
Netzwerkplanung drei Forscherteams ausgewählt, die im Laufe des letzten
Jahres besonders aussichtsreiche Ansätze für Behandlungsmöglichkeiten der
progredienten MS gefunden haben. Laut der Jury, an der neben weltweit
renommierten MS-Experten auch Mitglieder beteiligt waren, die direkt von MS
betroffen sind, haben Qualität, Breite, Innovation und der Fokus der
ausgezeichneten Projekte das Potential, die Arbeit zur Erforschung der
progredienten MS maßgeblich voranzubringen.
Das Projekt mit deutscher Beteiligung trägt den Titel „Bioinformatics and cell
reprogramming to develop an in vitro platform to discover new drugs for
progressive multiple sclerosis (BRAVEinMS)“ und beschäftigt sich mit der
Entwicklung einer In Vitro-Plattform, um Wirkstoffe zur Behandlung der
progredienten MS entdecken zu können. Die Forschergruppe unter der Leitung
von Gianvito Martino, San Raffaele Scientific Institute, Milan (Italien), arbeitet
daran, auf diesem Weg Moleküle zu identifizieren, die eine Schutzrolle in
Nervenzellen oder Neuronen haben können und/oder die Kapazität haben, die
Myelin-Reparatur zu fördern.
Zum BRAVEinMS -Team gehören auch renommierte Forscher aus
Deutschland:
Prof. Dr. med. Frauke Zipp, Johannes-Gutenberg Universität Mainz und
stellvertretende Vorsitzende des Ärztlichen Beirates des DMSGBundesverbandes, Prof. Dr. med. Norbert Goebels, Universität Düsseldorf, und
Mitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes sowie Prof. Dr.
med. Tanja Kuhlmann, Universität Münster.
DMSG startet umfangreiche Förderungsinitiative
Der Bedarf, die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben, ist groß,
betont Prof. Dr. med. Reinhard Hohlfeld, Vorsitzender des Ärztlichen
Beirates der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft, Bundesverband
e.V.:
„Antworten zu finden, für die Behandlung von Menschen mit der progredienten
Verlaufsform der MS genießt höchste Priorität bei den internationalen
Forschungsbestrebungen. Wir freuen uns sehr, dass sich unter den
geförderten Projekten auch Forscher aus Deutschland befinden.
Auch die DMSG hat ihre Forschungsförderung in 2016 auf neue Beine gestellt
und begonnen, die progredienten Verlaufsformen in den Mittelpunkt zu rücken.
Nur intensive Forschung wird die MS-Therapie langfristig verbessern. Ziel der
Projektförderung ist es, die progrediente MS besser zu verstehen und dazu
beizutragen, die Ursachen und Mechanismen des Krankheitsverlaufs
abzuklären, die bislang weitestgehend unbekannt sind. Die Förderung durch
die DMSG ist auch deshalb besonders wichtig, weil staatliche Fördermittel bei
Weitem nicht ausreichen.“
Mehr erfahren Sie auf: www.ProgressiveMSAlliance.org
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Hintergrund:
Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer
Fachleute gegründet, vertritt die Belange Multiple Sklerose Erkrankter und organisiert
deren sozialmedizinische Nachsorge.
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden
und derzeit 857 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MSErkrankten, ihren Angehörigen, 4.186 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 251
hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG rund 45.000 Mitglieder.
Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und
Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland.
Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D.
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des
Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der
Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt. In
Deutschland leiden nach neuesten Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als
200.000 Menschen an MS. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit
nicht genau bekannt.
MS ist keine Erbkrankheit, allerdings spielt offenbar eine genetische Veranlagung eine
Rolle. Zudem wird angenommen, dass Infekte in Kindheit und früher Jugend für die
spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten
der MS beitragen, ist ungewiss. Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig
beeinflusst werden. Weltweit sind schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen an MS
erkrankt.