Fest-Journal

Fest-Ausgabe 4/2016
Oktober / November / Dezember
Festzeitschrift anlässlich der Selbsthilfetage mit
Bundesversammlung in Münster
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Editorial
Liebe Mitglieder,
liebe Tagungsgäste,
liebe Freunde und Interessierte unseres Vereins,
liebe Leser,
ich freue mich, dass unser Verein als Ausrichter der Selbsthilfetage mit
Bundesversammlung Euch/Sie als Leser der Festzeitschrift ansprechen darf.
Ich begrüße Sie alle von Nah und Fern. Besonders herzlich begrüße ich die
Tagungsteilnehmer, die den Weg zu uns nach Hiltrup gemacht haben. Es
freut mich, dass der Ortsverein erstmalig als Ausrichter des Deutschen
Schwerhörigenbundes die Organisation übernehmen durfte. Münster ist eine
sehr sehenswerte Stadt. Überzeugt Euch. Sie hat viel zu bieten.
Der Ortsverein hat Euch/Ihnen ein Programm zusammengestellt, das für jede/jeden etwas bietet.
19 Vorträge können besucht werden zu den Themen:
Sozialpolitik, Technik, Akustik, Rehabilitation, Barrierefreiheit, Informationssystemen und digitalen
Medien.
Die große Technik- und Hilfsmittelausstellung steht unter dem Thema:
"Markt der Möglichkeiten, informieren, anfassen, ausprobieren" mit über 30 Ausstellern zur
barrierefreien Teilhabe.
Der Festabend mit Festreden, dem vielfältigen Programm, den Ehrungen und einem reichhaltigen Büfett
lässt bestimmt keine Wünsche offen.
Das Kulturprogramm, das nicht nur für auswärtige Besucher organisiert wurde, kann ich nur empfehlen.
Beginn ist schon am Donnerstag mit einer Stadtführung, am Samstag ist eine Nachtwächterführung.
Besonders freue ich mich, dass wir zum Abschluss eine Domführung anbieten können. Wo gibt es schon am
Sonntag eine Domführung?
Das Kulturprogramm sowie der Selbsthilfetag am 7. Oktober sind für alle offen, nicht nur für DSB-Mitglieder.
Auch zum Festabend ist jeder willkommen. Die Vorträge und die Ausstellung sind kostenfrei. Für das
Kulturprogramm und für den Festabend müssen wir einen Kostenbeitrag erheben.
In unserer Festzeitschrift möchte ich nicht nur auf die Selbsthilfetage mit Bundesversammlung hinweisen.
Das Programm für die Monate Oktober bis Dezember mit vielen guten Veranstaltungen, Treffs und
Aktivitäten zeigt, dass der Ortsverein viel zu bieten hat. Überzeugen Sie sich selbst, indem Sie unsere
Veranstaltungen besuchen oder uns in unserer ehrenamtlichen Arbeit für hörbehinderte Menschen
unterstützen. Werden Sie Mitglied im Deutschen Schwerhörigenbund, damit die Arbeit die Früchte trägt,
die sie verdient hat.
Gerne stehe ich für Fragen zur Tagung sowie für anderes zur Verfügung.
Ich wünsche jedem/jeder Besucher/in informative Selbsthilfetage und dem Deutschen Schwerhörigenbund
eine gute Bundestagung.
Unserem Verein wünsche ich ein gutes Gelingen, für die Tagung als auch für die Zeit danach. Möge der
Verein von dem Geist der Tagung profitieren.
Herzliche Grüße
Jürgen Brackmann
Vorsitzender Deutscher Schwerhörigenbund Ortsverein Münster und Münsterland e.V.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Inhalt
3
Editorial – Grußwort des Vorsitzenden
48
CI-Gruppe
6
Grußworte: Hannelore Kraft
49
Computerkurs im Hörbehindertenzentrum
7
Verena Bentele
50
Wanderung im Tecklenburger Land
8
Markus Lewe
51
Aktivkreis „Wir ab 50“: Römermuseum in Haltern
10
Andrea Nahles
52
Das Offene Cafe
11
Maria Klein-Schmeink
53
Herrenstammtisch
13
Hubert Hüppe
54
Unsere Kegelgruppen
14
Elisabeth Veldhues
15
Rainer Schmeltzer
Impressum
55
Vereinsausflug nach Berlin
17
DSB Selbsthilfetage vom 06. bis 09.10.2016
56
Frauentreff: Bastel-Nachmittag
19
Chronik des Deutschen Schwerhörigenbundes Orts-
57
Adventsfeier
verein Münster und Münsterland e.V.
58
After-Work-Treff
29
30
Dr. Ulrich Hase ist neuer Honorarprofessor an der FH
Wegweiser
Kiel
59
Geburtstage Oktober – November – Dezember
Beratung zum Studium mit Beeinträchtigung in den
61
Rückblick: CI-Gruppe
Zentralen Studienberatungen der FH und WWU
Aktivkreis „Wir ab 50“
31
Rauchmelderpflicht in Nordrhein-Westfalen
62
Vortrag vom 18.06.2016
32
Minister Schmeltzer: Bundesweit einmalige Anlauf-
63
Naturwildpark Granat
stelle für blinde und gehörlose Menschen
64
Frauentreff
33
Mehr möglich machen, weniger behindern
65
Schützenfest
35
Bundesgesundheitsminister Gröhe: „Gemeinsam
67
sicheren Umgang mit Arzneimitteln fördern“
37
Einstellung der Lieferung und Produktion der Cochlear
Selbsthilfetage des Deutschen Schwerhörigenbundes
finden erstmals in Hiltrup statt
69
Aus dem DSB: Inklusionsstärkungsgesetz NRW
Nucleus Freedom und Nucleus S Soundprozessoren
Neues Mitglied
Behindertengleichstellungsgesetz
70
Bundesteilhabegesetz
39
Veranstaltungen Oktober 2016
Justizverwaltungsgesetz
40
Veranstaltungen November 2016
41
Veranstaltungen Dezember 2016
UN-BRK: Deutsche Übersetzung korri-
43
Die Irrtümer im Erbrecht
giert – in Österreich
45
Sucht im Alter
IFHOH beschließt Deklaration
44
Hilfsmittel für Schwerhörige – Leistungen der
45
Gesetzlichen Krankenkassen
71
Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz
72
Kostenübernahme: Qualitative Kriterien
zählen!
Mitarbeiter und Ansprechpartner
74
Wenn Musik krank macht
46
Tinnitusgruppe
76
Für ein selbstbestimmtes Leben
47
Beratungsangebote
78
Otosklerose-Gen entdeckt
Hörbehinderten-Journal
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Grußwort
Hannelore Kraft
Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen
Herzlich willkommen in Nordrhein-Westfalen!
Ihr Motto „Hören. Verstehen. Barrierefrei teilhaben“ passt gut zu unserem Land, das seit seiner
Gründung vor 70 Jahren das soziale Gewissen Deutschlands geblieben ist. Das ist bis heute unser
Anspruch, und der gilt selbstverständlich auch bei unserer Politik für Menschen mit
Behinderungen. Mit unserer Landesinitiative „Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ zum
Beispiel setzen wir die Anforderungen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit
Behinderungen Schritt für Schritt um. Dabei bauen wir auf einen intensiven und engen Dialog mit
allen Beteiligten, zum Beispiel mit den Verbänden. Und pünktlich zu unserem Jubiläumsjahr ist vor
wenigen Monaten das „Erste allgemeine Gesetz zur Stärkung der Sozialen Inklusion in NordrheinWestfalen“ in Kraft getreten. Damit verpflichtet sich die Landesregierung, bei allen Gesetzen, die
Belange von Menschen mit Behinderungen betreffen, ihre Meinung und ihren Rat einzuholen,
indem sie etwa den Inklusionsbeirat direkt bei der Landesregierung ansiedelt. Auch so machen wir
aus Betroffenen Beteiligte.
Unser oberstes Ziel ist die vollständige Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit
Behinderungen am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehört eine möglichst umfassende
Barrierefreiheit. Auch hier zählt vor allem die Praxis. Herausragende Beispiele für gelungene
Inklusion zeichnen wir mit dem Inklusionspreis Nordrhein-Westfalen aus. In diesem Jahr erhielt der
Inklusive Gebärdenchor in Aachen einen Sonderpreis. In diesem Chor studieren nicht nur
gehörlose und schwerhörige Kinder Gebärdenlieder ein und führen sie auf; auch hörende Kinder
sind beteiligt und erwerben spielerisch Kenntnisse in der Deutschen Gebärdensprache.
Zur Zeit bauen wir die Kompetenzzentren für selbstbestimmtes Leben landesweit aus. Zu den
Zentren in Köln und Dortmund kommt eines in Essen, das die spezifischen Bedarfe und
Lebenslagen von Menschen mit Sinnesbehinderungen in den Blick nimmt. Damit schaffen wir eine
landesweit tätige Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und öffentliche Träger und stärken die
bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie die Arbeit der örtlichen Selbsthilfe im
gesamten Land. Ich würde mich freuen, wenn sich der DSB-Landesverband NRW hier tatkräftig
einbringen würde.
Als ihre Schirmherrin freue ich mich sehr darüber, dass die Selbsthilfetage und die
Bundesversammlung des Deutschen Schwerhörigenbundes in diesem Jahr bei uns in Münster
stattfinden, wünsche ihnen einen guten Verlauf und Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in der
Stadt des Westfälischen Friedens.
Hannelore Kraft
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Hörbehinderten-Journal
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Grußwort
Verena Bentele
Beauftragte der Bundesregierung
für die Belange behinderter
Menschen
(Quelle: Behindertenbeauftrage / Henning Schacht)
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Hören. Verstehen. Barrierefrei teilhaben!“ unter diesem Motto treffen Sie sich in diesem Jahr zu
Ihrer jährlichen Bundestagung und leider kann ich aus terminlichen Gründen nicht persönlich
anwesend sein.
Ihre Bundestagung wendet sich an einen breiten Kreis von Menschen, die Höreinschränkungen
haben: Schwerhörigkeit, langsames Ertauben, Cochlear-Implantate oder Tinnitus. Das alles sind
Hörschädigungen, die oftmals unsichtbar und unerkannt für das Umfeld bleiben. Viele Jahre war
die Hörschädigung nicht vorhanden und hat sich langsam in den Alltag der Menschen geschlichen.
Auf diesen Alltag hat die Hörschädigung häufig von der Umwelt unerkannt viel Einfluss:
Höreingeschränkte Menschen müssen sich in Situationen, wie beispielsweise Gespräche in
großen Gruppen, neu orientieren. Nur durch Erfahrungen wird deutlich, wann im Alltag
Einschränkungen auftreten. Diese Einschränkungen dann dem Umfeld zu kommunizieren, sich die
richtige Unterstützung zu holen, all das sind wichtige Schritte, um mit der Schwerhörigkeit leben zu
lernen.
Für Beratung, Erfahrungsaustausch und für Unterstützung durch Expertinnen und Experten in der
gleichen Sache bieten Sie als Schwerhörigenbund eine Anlaufstelle.
Damit ein barrierefreies Leben möglich ist bedarf es einerseits Mut der schwerhörigen Menschen,
denn nur sie können ihre Bedürfnisse klar äußern. Andererseits bedarf es auch einer sensiblen
Gesellschaft, die diese Bedürfnisse ernst nimmt, sie hört, sie versteht und Barrieren abbaut.
Als Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen setze ich
mich in meiner Arbeit dafür ein, dass alle Menschen die Unterstützung bekommen, die sie
brauchen, um gleichberechtigt an der Gesellschaft teilzuhaben. Von der Arbeitsassistenz bis zum
barrierefreiem Zugang zur öffentlichen Verwaltung. Die aktuellen Gesetzgebungsverfahren
müssen den Geist der UN-Behindertenrechtskonvention atmen und echte Teilhabe ermöglichen,
damit Menschen mit Behinderungen von Anfang an dabei sind und teilhaben können.
Daran haben auch Sie als Deutscher Schwerhörigenbund e.V. einen großen Anteil. Lassen Sie
uns weiter an einem Strang ziehen. Ich wünsche Ihnen eine fruchtbare Jahrestagung im Sinne der
„Inklusion“!
Ihre Verena Bentele
Hörbehinderten-Journal
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Grußwort
Markus Lewe
Oberbürgermeister der Stadt Münster
Es ist mir eine außerordentlich große Freude und Ehre, Sie, die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer der DSB Selbsthilfetage mit Bundesversammlung
in Münster begrüßen zu
dürfen. Das Sie für Ihren diesjährigen Tagungsort unsere Stadt ausgewählt haben, ist eine
Ehre für Münster und ein Ansporn für uns Münsteranerinnen und Münsteraner, unsere Stadt
als gute Gastgeberstadt zu präsentieren.
„Barrierefreiheit“ – das ist in unserer Gesellschaft eine der wichtigsten Herausforderungen,
wenn es um die Gestaltung unseres gemeinsamen Lebensraumes geht. Barrierefreiheit, das
meint aber nicht nur bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische
Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle
Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen. Eine „Barrierefreiheit“ muss sich
insbesondere auch in unseren Köpfen vollziehen. Dann lautet die Fragestellung nicht mehr
„Wer ist behindert?“ sondern „Wer wird wodurch behindert?“. Wenn wir das „WIR“ in den
Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen, dann werden Inklusion und Teilhabe auch
selbstverständliche Partner unseres Handelns sein.
Vereinen
wie
dem
Ortsverein
Münster
und
Münsterland
e.V.
des
Deutschen
Schwerhörigenbundes ist es zu verdanken, dass wir uns diesbezüglich auf einem guten Weg
befinden. Mit vorbildlichem ehrenamtlichem Engagement vertritt er die Interessen
hörbehinderter Menschen. Auch der Stadt Münster liegen die Belange hörbehinderter
Menschen und ihre gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe auf allen Ebenen und in
allen Bereichen sehr am Herzen und aus diesem gemeinsamen Engagement resultiert eine
lange und sehr gute Zusammenarbeit:
Zum Beispiel ist der Vorsitzende des Ortsvereins Münster und Münsterland e.V. des
Deutschen Schwerhörigenbundes, Herr Jürgen Brackmann, Mitglied der Kommission zur
Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB) der Stadt Münster und
vertritt dort die Gruppe der hörbehinderten Menschen. So besteht die Möglichkeit, bei allen
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Themen, die die KIB berät, darauf zu achten, dass die Belange hörbehinderter Menschen
berücksichtigt werden. Ferner enthält der Aktionsplan der Stadt Münster zur Umsetzung der
UN-Behindertenrechtskonvention u. a. die Maßnahme „Ausstattung von städtischen
Sitzungs- und Veranstaltungsräumen mit Technik für schwerhörige Menschen“. Und die von
der Stadt Münster in enger Kooperation mit dem Verein herausgegebene Broschüre
"Technische Hilfen für hörbehinderte Menschen", die vor kurzem in aktualisierter Neuauflage
erschienen ist, informiert schwerhörige Menschen darüber, wo sie in Münster Hilfen finden,
die es ihnen erleichtern, am Alltag teilzuhaben.
Ich möchte an dieser Stelle dem Deutschen Schwerhörigenbund, Ortsverein Münster und
Münsterland e.V., für sein großartiges Engagement und die sehr gute Zusammenarbeit
danken. Zugleich möchte ich das große Interesse der Stadt Münster an einer Fortführung
dieser konstruktiven Zusammenarbeit betonen und bekräftigen. Denn trotz all der guten
Ansätze und erzielten Erfolge gibt es noch sehr viel zu tun, da die Belange hörbehinderter
Menschen immer noch nicht selbstverständlich berücksichtigt werden. Ich bin mir sicher,
dass wir gemeinsam noch viele Verbesserungen für hörbehinderte Menschen erreichen
werden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine bereichernde Zeit in Münster und ich freue mich,
wenn
Sie
sich
ausreichend
Zeit
nehmen,
um
sich
auf
abwechslungsreiche
Entdeckungstouren durch unsere schöne Stadt zu begeben und etwas von der tollen
Stimmung zu spüren, die Münster so unverwechselbar macht.
Herzlich Willkommen in Münster
Markus Lewe
Oberbürgermeister der Stadt Münster
Hörbehinderten-Journal
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Grußwort
Andrea Nahles
Bundesministerin für Arbeit und Soziales
(Quelle: BMAS / Schüring)
Ob in der Arbeitswelt, in der Familie oder im Verein: Schwerhörige und ertaubte Menschen stellen
sich den Herausforderungen des Alltags und bringen sich ein, obgleich sie in ihrer Kommunikation
eingeschränkt sind. Der Deutsche Schwerhörigenbund mit seinen zahlreichen Aktivitäten hilft
ihnen dabei, ihre früher gewohnte Teilhabe am Leben in der hörenden Gemeinschaft
wiederzuerlangen. Die vielen engagierten Mitglieder beraten hörgeschädigte Menschen in
gesundheitlichen, beruflichen und sozialen Fragen. Sie bilden Schriftdolmetscher,
Audiotherapeuten und Fachreferenten für den Umgang mit Menschen mit Hörschädigung aus. Sie
bieten ihnen Unterstützung durch Workshops und gemeinsame Freizeit- und Bildungsaktivitäten.
Nicht zuletzt setzen sie sich fachkundig und mit dem notwendigen Nachdruck für die Anliegen von
Schwerhörigen und Ertaubten und ihren Angehörigen ein.
All das verdient höchste Anerkennung. Es nimmt Staat und Gesellschaft aber nicht aus der Pflicht,
Menschen mit Hörschädigungen noch besser zu ermöglichen, in allen Lebensbereichen ganz
selbstverständlich und gleichberechtigt mit dabei zu sein. Dahinter steht die Leitidee der Inklusion:
Wir organisieren den Alltag so, dass er barrierefrei ist und niemand ausgeschlossen wird.
In diesem Jahr hat die Bundesregierung drei wichtige Schritte hin zu einer inklusiven Gesellschaft
getan: Mit der Erweiterung des Nationalen Aktionsplans zur UN-Behindertenrechtskonvention, der
Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts und mit dem Bundesteilhabegesetz. Mehr
Barrierefreiheit, mehr Selbstbestimmung und Freiheit für die individuelle Lebensgestaltung,
bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt – das wollen wir, neben vielem anderen, für Menschen mit
Behinderungen möglich machen.
Wir wollen weg von der Fürsorge und Fokussieren der Defizite. Wir wollen, dass der Mensch im
Mittelpunkt steht – mit dem was er kann, was er will, was er braucht. Der Deutsche
Schwerhörigenbund und die vielen Ortsvereine und Selbsthilfegruppen machen uns vor, wie es
geht.
Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement und wünsche Ihnen für Ihre Bundestagung viel Erfolg,
gute Gespräche und neue Impulse für Ihre Arbeit
.
Andrea Nahles
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Grußwort
Maria Klein-Schmeink
MdB, Gesundheitspolitische
Sprecherin
Liebe Leserin, liebe Leser,
gern bin ich dem Wunsch nachgekommen, für die Festschrift der DSB Selbsthilfetage ein
Grußwort zu schreiben. Denn ich schätze die Arbeit des Deutschen Schwerhörigenbundes
außerordentlich, ist sie doch ein leuchtendes Beispiel dafür, wie ein Selbsthilfeverband
Menschen mit einer Behinderung stärkt, unterstützt und ihr Sprachrohr in wichtigen Fragen
sein kann. Zusammen und in eigener Sache aktiv ist vieles möglich, was dem Einzelnen oft
nicht gelingen kann. Ich kenne die Arbeit des Ortsvereins Münster und Münsterland des
Schwerhörigenbundes seit vielen Jahren und bin jedes Jahr beim „Tag des Hörens“ zu Gast.
Da erlebe ich ganz praktisch, wie wichtig es ist, dass sich eine Gemeinschaft
Fachkompetenz und Information in eigener Sache aneignet und zugleich immer wieder dafür
sorgt, die besonderen Patienteninteressen in den politischen Prozess zu tragen. Ein
besonderes Merkmal ist auch, Dinge nicht zu erleiden, sondern selbstbewusst und
nachdrücklich die sozialen Bürgerrechte einzufordern.
Das eigenständige Recht auf
Teilhabe und Ausgleich von behinderungsbedingten Nachteilen steht zwar mittlerweile in
vielen Gesetzen und Konventionen, aber es ist noch lange nicht gesellschaftliche
Wirklichkeit. Dabei geht es nicht um ein Entgegenkommen der Gesellschaft den Menschen
mit Behinderung gegenüber, sondern es geht um ein grundlegendes Menschenrecht.
Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns als Gesellschaft als Ganzes damit auseinandersetzen
und die vielen Barrieren im Alltag wahrnehmen und zu beseitigen helfen. Gerade über
Kommunikationsbarrieren besteht noch viel Unkenntnis und damit Informationsbedarf. Viele
unterschätzen das Maß der Ausgrenzung, das durch Nicht-hören-Können entsteht. Ist das
Hören doch eine der grundlegenden Aspekte für Kommunikation, aber auch der Orientierung
im öffentlichen Raum.
Die Anzahl der Schwerhörigen und Hörgeschädigten wird in den kommenden Jahrzehnten
noch größer werden als heute schon, denn die Gruppe der Älteren und der Hochbetagten
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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wird enorm anwachsen. Umso wichtiger ist es, dass wir sensibel werden für die vielfältigen
Hürden und Barrieren, die den Alltag der Betroffenen prägen. Dabei geht es nicht nur um
akustische Barrieren, sondern auch vielfältige institutionelle Hindernisse, die den Einzelnen
vor große persönliche Herausforderungen, Überforderungen, Erfahrung von Diskriminierung,
Ausgrenzung oder Ohnmacht stellen. Dazu trägt auch unser hochkomplexes und
zergliedertes Sozial-und Gesundheitssystem bei, das oft mehr aus der Sicht der
Kostenträger und der Leistungserbringung gestaltet ist, statt den Bedarf des Einzelnen in
den Mittelpunkt zu stellen.
In all diesen Widrigkeiten ist der Schwerhörigenbund Anlaufstelle, Informationspool und ein
Forum, um unterschiedlich Beteiligte zusammen zu bringen und so den Anliegen der
Hörgeschädigten und Schwerhörigen Gehör zu verschaffen. So ist es auch für mich als
Gesundheitspolitikerin immer wieder ein Zusammentreffen, bei dem ich viel Neues erfahre
und lerne, wo ich sehr sachkundig auf dringend regelungsbedürftige Probleme hingewiesen
werde. Wenn über Selbsthilfe gesprochen wird, dann fällt mir das Wort „empowerment“ ein,
auf Deutsch: Ermächtigung zum eigenen Tun. Nichts stärkt die Menschen so sehr, wie die
kleinen, selbstständig erarbeiteten Erfolge. Denn so entsteht das Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten, Kräfte und Stärken trotz der Beeinträchtigung, die man hat. Das ermutigt, gibt
Hoffnung und Zuversicht. Ich meine, der Schwerhörigenbund lebt dieses Prinzip in
hervorragender Weise. Dabei handelt er im besten Sinne parteiisch, also konsequent im
Sinne der Selbsthilfe.
In diesem Sinne möchte ich mich für diese so wichtige und unser Zusammenleben
bereichernde Arbeit bedanken und möchte Sie darin bestärken, dies auch in Zukunft zu tun.
Wir alle brauchen Ihr Engagement und Ihre Mitgestaltung!
Ihre Maria
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Hörbehinderten-Journal
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Grußwort
Hubert Hüppe
MdB
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Deutsche Schwerhörigenbund besteht schon seit über 100 Jahre und ist ein fester Bestandteil
der deutschen Selbsthilfe-Landschaft. Ich kenne den DSB aus meiner langjährigen Tätigkeit in der
Politik für Menschen mit Behinderung als verlässlichen Partner. Er gibt den vielen Menschen mit
Hörschädigungen eine Lobby und setzt sich für ihre Belange ein.
Hörgeschädigte haben es in der Gesellschaft oft schwer, da ihre Behinderung nicht offensichtlich
ist und somit oft unbeachtet bleibt. Zudem stellt sich die Hörschädigung meist erst im Laufe des
Lebens durch Krankheit oder Unfälle ein, so dass die Betroffenen sowie ihr Umfeld sich mit den
daraus folgenden neuen Bedingungen auseinandersetzen müssen. Hörgeschädigte Menschen
dürfen trotz ihrer Beeinträchtigung nicht aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Aufgabe der
inklusiven Gesellschaft muss es sein, Nachteile, die durch eine Behinderung entstehen können,
auszugleichen. Das gilt für Kindergarten, Schule, Studium und Arbeit bis hin zum alltäglichen
Leben.
Spätestens seitdem die UN-Behindertenrechtskonvention für Deutschland verbindlich ist, steht
fest: Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderung sind ein
Menschenrecht! Gerade in einer Zeit, in der wichtige politische Weichen gestellt werden, muss
darauf geachtet werden, dass die Gesetze sich so verändern, dass sie eine gemeinsame
Lebenswelt und Teilhabe für jeden Menschen möglich machen. Es ist wichtig, dass dabei auch der
DSB seine Interessen deutlich macht. Es darf nicht sein, dass die Anliegen von Hörgeschädigten
bei der Diskussion untergehen.
Ich wünsche dem Schwerhörigenbund weiterhin viel Erfolg für seine Arbeit und den Besuchern der
diesjährigen Selbsthilfetage in Münster viele neue Eindrücke und interessante Gespräche.
Mit freundlichen Grüßen
Hubert Hüppe MdB
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Grußwort
Elisabeth Veldhues
Beauftragte der Landesregierung für die Belange der
Menschen mit Behinderung in NRW
„Blindheit trennt von den Dingen, Taubheit von den Menschen.“ Diese auf Helen Keller
zurückgehende Aussage, hatte damals sicher ihre Berechtigung, als das Hörvermögen bei
Schwerhörigkeit weder durch medizinische Möglichkeiten noch durch technische Hilfen verbessert
werden konnte.
Die Forschung und Technik hat hier Großes geleistet. Darüber sind wir mit den Betroffenen sehr
froh. Heute können Menschen mit Hörbeeinträchtigungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben
und gehören selbstverständlich dazu.
Die diesjährigen DSB Selbsthilfetage finden unter dem Titel „Hören. Verstehen. Barrierefrei
teilhaben!“ statt. Die barrierefreie Kommunikation ist hierbei ein Schwerpunkt. Für eine
funktionierende Gesellschaft ist die Kommunikation ein elementarer Bestandteil. Das sich
gegenseitig Verstehen können, setzt dabei das Hören und Mitteilen können voraus, sei es im
Familienleben, im Berufsleben und bei Freizeitaktivitäten. Neben Medizin und Technik haben hier
auch die neuen digitalen Medien großes Potential.
Für die Wahl der richtigen Methoden oder Hilfsmittel ist eine gute Beratung wichtig. Der Deutsche
Schwerhörigenbund ist dabei ein guter Wegweiser durch die große Vielfalt an Angeboten.
An den kommenden DSB Selbsthilfetagen werden zahlreiche neue Möglichkeiten vorgestellt, wie
die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert werden kann.
Darüber freue ich mich sehr und wünsche Ihnen eine spannende und erfolgreiche Veranstaltung!
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Grußwort
Rainer Schmeltzer
Minister für Arbeit,
Integration und Soziales des
Landes NordrheinWestfalen
Liebe Leserinnen und Leser,
spätestens seit die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen 2009
auch in Deutschland und Nordrhein-Westfalen geltendes Recht wurde, müssen sich alle, die
politische Verantwortung tragen, der Aufgabe „Inklusion“ stellen. Die Landesregierung
Nordrhein-Westfalen hat das Ziel einer umfassenden und gleichberechtigten Teilhabe aller
Menschen von Anfang an offensiv verfolgt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Aktionsplan „Eine
Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ mit mehr als 200 Maßnahmen und die Überprüfung
aller Gesetze und Rechtsnormen in Nordrhein-Westfalen auf ihre Vereinbarkeit mit der UNBRK. Darüber hinaus hat das Sozialministerium bei Prof. Kaul und Prof. Niehaus von der
Universität zu Köln das Gutachten „Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Hörschädigung
in unterschiedlichen Lebenslagen“ in Auftrag gegeben. Neben einer Bestandaufnahme der
Teilhabechancen taubblinder und hörgeschädigter Menschen bietet das Gutachten
Verbesserungsvorschläge und Handlungsempfehlungen für die Politik.
All dies ist in zwei der wichtigsten Maßnahmen des Landes für Menschen mit
Behinderungen,
gerade
auch
für
hörgeschädigte
Menschen,
eingeflossen:
das
Inklusionsstärkungsgesetz und den Ausbau der Kompetenzzentren für selbstbestimmtes
Leben
einschließlich
der
Gründung
des
Kompetenzzentrums
für
Menschen
mit
Sinnesbehinderungen.
Man kann mit Fug und Recht sagen, dass das Inklusionsstärkungsgesetz ein Meilenstein auf
dem Weg in ein inklusives NRW ist. Selbstbestimmung, Teilhabe und Barrierefreiheit sind
tragende Säulen des Gesetzes, gerade im modernisierten Behindertengleichstellungsgesetz
NRW. Dort ist unter anderem das Konzept der „angemessenen Vorkehrungen“ der UN-BRK
in Landesrecht überführt worden. Das Land, die Kommunen und die anderen Träger
öffentlicher Belange müssen dafür Sorge tragen, dass behinderte Menschen gleichberechtigt
mit anderen teilhaben und ihre Menschenrechte und Grundfreiheiten ausüben können.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Konkret kann das bedeuten, dass bei einer Bürgerversammlung eine Ringschleife für
Hörgeräteträger vorhanden sein muss.
Weiterhin setzen wir die Empfehlung von Prof. Kaul und Prof. Niehaus für ein
Kompetenzzentrum für Menschen mit Sinnesbehinderungen um. Im August dieses Jahres
hat im Haus der Technik in Essen diese bundesweit einzigartige Einrichtung ihre Arbeit
aufgenommen. Sie ergänzt die Arbeit der fünf regionalen Kompetenzzentren für
selbstbestimmtes Leben um hochspezialisierte Expertise der Belange schwerhöriger,
gehörloser, sehbehinderter, blinder und taubblinder Menschen. Betroffene und ihre
Angehörigen finden ebenso wie öffentliche und private Akteure eine landesweite
Anlaufstelle, die berät und unterstützt. Daneben wird an der Weiterentwicklung und
Qualifizierung der bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote in NRW gearbeitet.
In
allen
Phasen
der
Entstehung
des
Kompetenzzentrums
für
Menschen
mit
Sinnesbehinderungen haben wir eng mit den Vertretungen der Selbsthilfe – auch mit dem
Deutschen Schwerhörigenbund NRW – zusammengearbeitet. Ich baue auch für die Zukunft
auf Ihre Unterstützung und konstruktiv-kritische Mitarbeit.
Allen Mitgliedern und Gästen der Selbsthilfetage und der Bundesversammlung des
Deutschen Schwerhörigenbundes wünsche ich alles Gute für die persönliche Zukunft und
erfolgreiche Beratungen und Diskussionen.
Rainer Schmeltzer, MdL
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
DSB Selbsthilfetage vom 06. bis 09.10.2016
"Hören. Verstehen. Barrierefrei teilhaben!“
Kongressort
Stadthalle Hiltrup
Westfalenstraße 197, 48165 Münster
Tagungsablauf
DONNERSTAG, 06. 10. 2016:
LÄNDERTAG
15.00 – 17.00 Uhr
Gemeinsame Sitzung Länderrat und Präsidium
17.30 – 20.00 Uhr
Länderratssitzung
Diese Veranstaltungen sind für das DSB Präsidium und den Vorstand.
17 Uhr
Stadtführung für Gäste die von Donnerstag bis Samstag teilnehmen.
FREITAG, 07. 10. 2016:
9 .30 Uhr
WISSENSTAG
Pressekonferenz im großen Saal
10.00 Uhr
Eröffnung der Selbsthilfetage und der Technik- und Hilfsmittelausstellung
durch den Präsidenten des Deutschen Schwerhörigenbundes mit
Grußansprachen und anschließendem Rundgang
11.00 - 18.00 Uhr
Vorträge und Workshops zu den Themen:
Sozialpolitik, Technik, Akustik, Rehabilitation, Barrierefreiheit,
Informationssystemen und digitalen Medien
11.00 - 18.00 Uhr
Technik- und Hilfsmittelausstellung. Markt der Möglichkeiten
mit über 30 Ausstellern zur barrierefreien Teilhabe
19.00 - 23.00 Uhr
Festabend
Festreden, Ehrungen, Musik und Bankett
(Suppe, Buffet, Nachspeise, Wasser am Tisch)
Programm: u.a.
Hip Hop der Tanzgruppe „Step Up“ - SeHT Münster e.V .,
Tanzprojekt „Funky Movements“
Chor „Sing a Sign“ Emsdetten
Chor „Tonzeichen“ Musik von Hörgeschädigten
Die Teilnahme an den Vorträgen und die Ausstellung ist für Alle Besucher kostenfrei.
Weitere Details zu dem Tagesablauf könnt Ihr dem aus dem beiliegendem Flyer ersehen.
Hörbehinderten-Journal
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SAMSTAG, 08. 10. 2016:
VERBANDSTAG
09.00 - 12.00 Uhr
Berichte der Fachreferate des Deutschen Schwerhörigenbundes
mit anschließender Diskussion und Austausch
13.30 - 18.00 Uhr
DSB Bundesversammlung
20.00 Uhr
Abendprogramm
Nachtwächterführung
Treffpunkt Rathausinnenhof
21.30 Uhr
Gemütlicher Ausklang im Pinkus Müller oder bei Stuhlmacher
Die genaue Örtlichkeit wird rechtzeitig bekannt gegeben.
SONNTAG, 09.10.2016:
10.00 - 12.00 Uhr
KULTURTAG
Kulturprogramm in Münster mit Stadtführung
Treffpunkt Rathausinnenhof
13.00 - 14.00 Uhr Domführung
Treffpunkt Eingang Dom
Alle Veranstaltungen sind mit Technik für Hörgeschädigte ausgestattet. Die Vorträge
und Workshops werden von Schriftdolmetschern mitgeschrieben.
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Hörbehinderten-Journal
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Chronik des Deutschen Schwerhörigenbundes
Ortsverein Münster und Münsterland e.V.
in den Jahren 1977 bis 2015
1977
Erste Treffen fanden in der Privatwohnung von Ilse Neddermeyer statt. Als es zu eng wurde, wich
man in die Gaststätten „Heulende Kurve“ oder „Nordstern“ aus. Es waren regelmäßig lange
Abende mit intensiven Gesprächen.
1978
Nach langen Beratungen im Vorfeld wurde dann die
Gründungsversammlung am 05. Mai 1978 in der „Heulenden Kurve“
veranstaltet. Der Vereinsname lautete: Verein der Schwerhörigen und
Spätertaubten Münster e.V. Der Vorstand setzte sich zusammen aus
Uli Hase, Frau Dr. Sabine Barkes, Ilse Neddermeyer, Johannes
Wichmann. Regelmäßige Treffs sollen freitags in der Gaststätte
stattfinden. Als monatlicher Mitgliedsbeitrag wurde DM 3,00
festgelegt.
Während des Jahres wurden viele Themen bei den Treffs behandelt:
Arbeit anderer Vereine, neue Techniken z.B. Induktionsanlage,
Ausflugsfahrt mit dem Verein Dortmund und Besuchsfahrten nach
Köln und Bonn.
1979
Ein neuer Treffpunkt nur nachmittags wurde in einem Versammlungsraum des Klarastifts
festgelegt. Hier fanden nun viele Gesprächskreise über Probleme Hörbehinderter, aber auch
später in verschiedenen Gaststätten statt. Die Themen waren: Schwerbehindertenausweis oder
das Schreibtelefon.
1980
Vorstand: Uli Hase, Wilhelm Eilers, Ilse Neddermeyer und Johannes
Wichmann
Der Verein besteht aus 70 Mitgliedern, davon 20 Gehörlose und
Spätertaubte. Es werden Absehkurs und Sprachübungen in der VHS von
Fr. Schmidt angeboten. Auch wurden Überlegungen angestellt, die
Rundschreiben in eine Zeitschrift zu ändern. Der sportliche Ausgleich
durch Hallenfußball und Volleyball fand unter einem Sportlehrer der
Gehörlosenschule statt. Im Sommer fanden die ersten Gespräche zur
Übernahme von Räumen der Stadthalle Hiltrup zur Miete statt.
Informationsgespräche wurden von Herrn Kannenbäumer (Sozialamt
Münster) und Ratsherr und Vorsitzender der Behindertenkommission Herrn Volkert geführt.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
19
1981
In diesem Jahr fand der Umzug in das
neue Hörbehindertenzentrum statt, das
intern den Namen HBZ trägt. Eine neue
Gruppe, „die Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und
Absolventen“, wurde auf Initiative von
Uli
Hase
gegründet.
Totale
Kommunikation sollte die Überwindung
der Schwerhörigkeit schwerpunktmäßig
durch Unterstützung mit LBG, MundHand-System, Fingeralphabet, Absehen,
Körpersprache und Gestik und Taktik
erleichtern.
1982
Der Vereinsname wurde in Verein der Schwerhörigen
und Ertaubten Münster e.V. geändert. Es wurde Kurse
im Absehen vom Mund durch Frau Schmidt und das
Erlernen des Mund-Hand-Systems in Verbindung mit
Gebärden von Barbara Torwegge gehalten. Jeden 2.
Samstag im Monat wurde im Klarastift mit Hertha
Hesterberg und jeden 2. Mittwoch im Monat in der
Stadthalle Hiltrup mit Heiner Dahlhoff gekegelt. Jeden
Donnerstag wurde in der Gehörlosenschule unter der
Leitung von Jürgen Gisa Sport durchgeführt. Auch
gründete sich eine Tennisgruppe unter der Leitung von Manfred Finkemeier. In diesem Jahr war
auch die Sendung „Sehen statt hören“ im neuen Hörbehindertenzentrum zu Besuch.
1983
Vorstand: Uli Hase, Wilhelm
Stachlewitz, Johannes Wichmann
Eilers, Jürgen
In diesem Jahr wurde die Bundestagung des
Deutschen Schwerhörigenbundes mit Hilfe von 30
Mitarbeitern und 2 Praktikanten durchgeführt. Der
Mitgliederbestand beträgt 218 Mitglieder.
Dem Gründungsmitglied unseres Vereins Hertha
Hesterberg wurde das Bundesverdienstkreuz
verliehen.
20
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
1984
Der Verein heißt jetzt nach einiger Diskussion:
Verein der Hörbehinderten Münster e.V. Neben
den schon existierenden Gruppen kam noch
die Eltern-Kind-Gruppe hinzu. Es wurde eine
Auto-Orientierungsfahrt und eine Fahrradtour
durch Münster organisiert. Reiseberichte mit
Dias wurden von Mitgliedern gezeigt.
Unserem Ehrenmitglied Ratsherr Karl-Heinz
Volkert wurde das Bundesverdienstkreuz
verliehen.
1985
Vorstand: Uli Hase, Margrit Leuders, Jürgen Stachlewitz, Johannes Wichmann, Helmut Renz.
Das Rundschreiben erscheint als Din-A-5-Format alle 2 Monate. Es findet ein Vereinsausflug nach
Rendsburg statt und die Rendsburger Seminare werden kennengelernt. Eine neue Gruppe
ehemaliger Rendsburger Seminarteilnehmer trifft sich im Hörbehindertenzentrum. Ein
Computerkursus Basic I und II wird im Hörbehindertenzentrum angeboten.
1986
Vorstand: U. Hase, J. Stachlewitz, W. Mörchen, N. Merschieve, H. Renz
Probleme bei der Eintragung beim Amtsgericht und Widersprüche bei der Satzung führten zur
Neuwahl im Juli. Uli Hase wurde dabei als Ehrenvorsitzender ernannt.
Der neue Vorstand: Wilhelm Mörchen, Norbert Merschieve, Elke Weitkamp, Helmut Renz
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen gründet einen
eigenen Verein als „BHSA e.V.“. Die Trennung
der beiden Vereine verlief nicht reibungslos.
Die Vereinszeitschrift erscheint wieder als
Din-A-4-Format. Umstellung der Vereinskasse
auf
EDV-System
und
Nutzung
des
Vereinsservice der Stadtsparkasse Münster.
Herausragendes Ereignis war der Tanz in den
Mai im Schlossgarten Münster. Der
Mitgliederstand lag vor der Trennung der
BHSA e.V. bei 300 Mitgliedern.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
21
1987
Vorstand: Norbert Merschieve, Kirsten Mann, Olaf Tischmann,
Christiane Merschieve, Helmut Renz
Nach den hervorragenden Anfangsjahren des Vereins klagt der neue
Vorsitzende Norbert Merschieve über weniger ehrenamtliche
Mitarbeiter. Der Vereinsausflug ging zur Bundesgartenschau nach
Düsseldorf. Als neue Aktivität im Verein wurden die
Spielnachmittage eingeführt.
1988
10-jährige Jubiläumsfeier im Hörbehindertenzentrum und abends in der Stadthalle Hiltrup
Der Mitgliederstand ist jetzt bei 200 Mitgliedern.
In einem offenen Brief bedauert Uli Hase, nicht kommen zu können. Er resümiert über die ersten 5
Jahre mit dem Ausspruch: „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche
versucht werden.“ Aber der Verein konnte sich auch mehrfach als Ehestifter betätigen.
Unterstützend für den 1. Vorsitzenden Norbert Merschieve schrieb er, dass nach seiner
(manchmal auch bitteren) Erfahrung die Vereinsarbeit mit dem Elan eines Einzelnen als „Motor“
stehen oder fallen kann.
1989
Vorstand: Norbert Merschieve, HansPeter Sievert, Christiane Merschieve,
Stephan Büdding, Kirsten Mann
Die Vereinszeitschrift ändert den Namen
von
„Rundschreiben“
in
„Hörbehinderten Journal“.
Die Freizeitgruppe ist gegründet
worden. Es war das Jahr der vielen
Freizeitveranstaltungen wie Besuch der
WDR-Studios (Geld oder Liebe, WWFClub), Cranger Kirmes, Aquadrom.
1990 – 1992
Vorstand: Norbert Merschieve, Hans-Peter Sievert, Christiane Merschieve, Stephan Büdding, Ellen
Grotegut
Auf Wunsch vieler Mitglieder wird die Mittwochs-Kegelgruppe von zwei auf eine Bahn reduziert
und zugleich eine neue Freitags-Kegelgruppe in Roxel gegründet.
22
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Die Freizeitgruppe organisierte eine mehrtägige Reise nach München. Weitere Fahrten gingen
nach Rothenburg o.d.Tauber und Lahnstein mit Rhein in Flammen.
Der Vereinsname soll geändert werden und es wird eine Beteiligung an einem Bauprojekt für ein
neues Hörgeschädigtenzentrum mit dem Gehörlosenverein in Münster überlegt. In einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde dieses Vorhaben wegen zu hoher Kosten aber
abgelehnt. Es gibt erste Hinweise auf Induktionsanlagen in öffentlichen Gebäuden.
Frau Schmidt regt an, doch mehr das Fingeralphabet zu nutzen.
1993 - 1994
Vorstand: Norbert Merschieve, Hans-Peter
Sievert, Christiane Merschieve, Thomas Wirth,
Ellen Grotegut
Es findet eine 15jährige Jubiläumsfeier in der
Stadthalle Hiltrup statt.
Ein
Hörbehindertensportverein
und
eine
Tinnitusgruppe
werden
gegründet.
Die
Freizeitgruppe unternahm eine Donau-Radtour
von Passau nach Wien. Die Freitags-Kegelgruppe
wird neu gegründet und nach Dülmen verlegt. Im
Hörbehindertenzentrum wird die Beratung am
Mittwoch eingeführt.
1995 – 1996
Vorstand: Norbert Merschieve, Wilhelm Mörchen, Thomas Wirth, Ellen Grotegut
Erstmalig findet das Schützenfest statt.
Die Freizeitgruppe organisierte eine Radtour an der Romantischen Straße.
Um zum Lesen des Hörbehinderten Journals zu animieren, wurde ein Rätselratenwettbewerb in
den nächsten 3 Ausgaben veranstaltet.
Die Kegelgruppe Dülmen kegelt von nun an sonntags.
1997
Vorstand: Norbert Merschieve, Peter Dieler, Reiner von Oppenkowski, Norbert von Oppenkowski,
Ellen Grotegut
Es gibt eine Zusammenarbeit für Freizeitveranstaltung mit dem Ortsverein Essen. Eine BadmintonMeisterschaft der Schwerhörigen wurde in Münster Hiltrup organisiert.
Bei einer Film-Vorpremiere von „Jenseits der Stille“ im Schloßtheater interviewte Christiane
Merschieve die Hauptdarsteller. Der Vereinsausflug führte zur Bundesgartenschau nach
Gelsenkirchen.
Neue Kurse im Tanzen, Englisch, Absehen und Gebärden in LBG finden statt.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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1998 - 1999
Vorstand: Norbert Merschieve, Peter
Dieler, Norbert von Oppenkowski, Ellen
Grotegut
Ein besonderes Highlight war die Teilnahme
am Rosenmontagsumzug 1998 in Münster
als
Ohrwurm.
Auf
der
Jahreshauptversammlung wurde eine neue
Satzung bezogen auf die Anzahl der
Vorstandsmitglieder und ein neuer Name
„Verein der Hörbehinderten Münster und Münsterland e.V.“ verabschiedet. Eine Jubiläumsfeier
zum 20jährigen Bestehen wurde im Pfarrheim
Münster/Kinderhaus
gefeiert.
Die
Frauengruppe im Verein wurde gegründet. Im
Hörbehindertenzentrum fand das DSSVSchachturnier statt. Ein Stand an der
Ludgerikirche machte auf den bundesweiten
Tag
der
Schwerhörigen
mit
einer
Unterschriftenaktion aus Protest gegen die
Streichung
der
Hörhilfen
aus dem
Hilfsmittelkatalog mit Erfolg aufmerksam.
Einführung eines Terminkalenders
Hörbehinderten Journal.
im
2000 – 2001
Vorstand: Norbert Merschieve, Hella Heitkemper, Norbert von Oppenkowski, Ellen Grotegut
Elisabeth Schmidt las nach der Jahreshauptversammlung ein Gedicht „Ehrenamt“ von Wilhelm
Busch vor. Anlass ist das Ausscheiden als 1. Vorsitzender im Jahr 2002 von Norbert Merschieve.
Es findet ein Vereinsausflug zur EXPO 2000 nach Hannover statt.
Die Seniorengruppe wird umbenannt in Aktivkreis „Wir ab 50“.
2002 – 2007
Vorstand: Andreas Roters, Reiner von Oppenkowski, Norbert von
Oppenkowski, Bettina Schmitz
Durch die Euroumstellung wurde der Beitrag für Einzelpersonen auf 66,00
€ und für Ehepaare auf 100,00 € festgelegt. Außerdem wird die
monatliche Mitgliederversammlung in Treffpunkt HBZ umbenannt.
Im Jahr 2003 fand die Jubiläumsfeier des Vereines im Laguna Blue im
Schützenhof Münster statt. Zu den geladenen Gästen gehörten
Bürgermeister Herr Schulte-Blasum und der Ehrenvorsitzende Uli Hase.
Bei dieser Veranstaltung wurde Norbert Merschieve für seine 15jährige
24
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Arbeit als 1. Vorsitzender des Vereines als Ehrenvorsitzender ernannt.
Es war auch das Jahr zur Einführung des „Tag der
offenen Tür“ mit Hilfsmittelausstellung im
Hörbehindertenzentrum.
Die
Herrenstammtischrunde wurde initiiert. Bei einem
Vortrag zum Thema CI gab es ein Wiedersehen mit
dem früheren Mitglied Dr. med. Roland Zeh.
Der
Vereinsname
wurde
in
Deutscher
Schwerhörigenbund Ortsverein Münster und
Münsterland e.V. geändert. Eine seltene Feier gab
es zu melden, die Goldene Hochzeit des aktiven
und langjährigen Mitgliederehepaares Hartmann.
Das Hörbehinderten Journal ist jetzt auch im Internet zu lesen.
2008 - 2010
Vorstand: Bettina Merschieve, Reiner von Oppenkowski, Hermann-Josef
Gerling, Friedhelm Stoppok
Die 30jährige Jubiläumsfeier des Vereines fand im Gesundheitshaus
Münster zum Thema: Ohren auf Empfang – Genussvoll hören, Klar
verstehen, Gut informiert sein statt.
Für das Hörbehindertenzentrum wurde aus Spenden ein Fußball-KickerTisch angeschafft. Bei der Jahreshauptversammlung 2009 wurde die
Satzung
auf
aktuellem Niveau
angepasst
und
beschlossen. Dabei fordert Bettina
Merschieve auch mehr Mitarbeit von den
Vereinsmitgliedern ein. Es gab politische
Bildung
im
Wahljahr
im
Hörbehindertenzentrum im Sinne zur
Förderung
der
Barrierefreien
Kommunikation. Der Vereinsausflug ging
in die Glockenstadt Gescher.
2010 - 2011
Vorstand: Jürgen Brackmann, Reiner von Oppenkowski, Heiner Dahlhoff,
Friedhelm Stoppok
Das Hörbehinderten Journal wird farbiger dank der Unterstützung durch
Werbung von Firmen. Das offene Café im Hörbehindertenzentrum wird
eingeführt. Die Kegelgruppe „Einer steht immer“ organisierte einen
Ausflug zur Bundesgartenschau nach Koblenz mit Rhein in Flammen. Der
Ehrenvorsitzende Dr. U. Hase hält einen Vortrag über die UNBehindertenkonvention.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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2012 - 2015
Vorstand: Jürgen Brackmann, Reiner von
Oppenkowski, Heiner Dahlhoff, Natalie Heines
Es gab eine Podiumsdiskussion mit Vertreter/Innen
von der Krankenkasse, Landschaftsverband
Westfalen-Lippe,
Integrationsdienst,
Integrationsfachdienst, Agentur für Arbeit und Frau
Klein Schmeink, Mitglied des Bundestages Bündnis
90/Die Grünen zum Thema über Heil- und
Hilfsmittelversorgung von Schwerhörigen. Der
Computerstammtisch wurde eingeführt. Der
Behindertenbeauftragte des Landes NRW, Herr
Norbert Killewald, referierte zum Thema
Aktionsplan der Behindertenrechtskonvention und die Umsetzung in NRW.
Das Hörbehinderten Journal wird überwiegend durch Werbeeinnahmen finanziert und erhält ein
farbiges Layout. Einführung von Mittwochabendveranstaltungen nicht nur zur
Hörbehindertenproblematik. Die CI-Selbsthilfe-Gruppe wird gegründet. Neu ist auch der „AfterWork-Treff“. Man soll sich nicht nach der Arbeit in der Kneipe treffen, sondern besser im
Hörbehindertenzentrum, um die Woche ausklingen zu lassen.
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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28
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Aktuelles
Dr. Ulrich Hase ist neuer Honorarprofessor an der FH Kiel
Auf seiner gestrigen Sitzung (25. April 2013) ernannte der Senat der Fachhochschule Kiel (FH Kiel)
Dr. Ulrich Hase, den Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, zum Honorarprofessor. In
seiner Laudatio hob der Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Udo Beer, die Verdienste Dr. Hases in
der Lehre am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit hervor. Als Jurist und Heilpädagoge
verfüge dieser über eine interdisziplinäre fachliche Expertise und befände sich durch seine
berufliche Tätigkeit an einer gesellschaftspolitischen Nahtstelle der Sozialen Arbeit.
Dr. Hase übernimmt seit mehr als zehn Jahren Lehraufträge an der FH Kiel. Im Fachbereich Soziale
Arbeit und Gesundheit begleitete er eine Exkursion nach Archangelsk. Mit seiner fachlichen
Expertise und seinem beeindruckenden persönlichen Engagement als Hörgeschädigter, so FHPräsident Beer, sensibilisiere Hase die Studierenden für die Themen soziale Teilhabe und
Empowerment. Darüberhinaus fördere er die Auseinandersetzung der Studierenden mit aktuellen
Theoriedebatten und nationalen und internationalen Handlungsvorgaben für die Hilfen für
Menschen mit Behinderung. Seine Berufung zum Honorarprofessor sei ein nachhaltiger Gewinn für
den Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit und die gesamte Hochschule.
Ulrich Hase ist Jurist und promovierter Hörgeschädigtenpädagoge. Der zweifache Familienvater ist
seit frühester Kindheit nahezu taub. In Gesprächen unter vier Augen kommt er durch Absehen von
den Lippen, durch Ausnutzen des Restgehörs sowie durch Kombinieren von Sinnzusammenhängen
gut zurecht. In Gruppensituationen wird Ulrich Hase durch Gebärdensprachdolmetscherinnen oder
-dolmetscher unterstützt. Seit über 30 Jahren engagiert er sich auf verschiedenen Ebenen der
ehrenamtlichen Arbeit für Menschen mit Behinderung. Er orientiert sich am Prinzip des
selbstbestimmten Lebens. Es ist Ulrich Hase besonders wichtig, dass Menschen mit Behinderung
mehr Mitwirkungsrechte erhalten und es ihnen gelingt, sich selbstbewusst einzubringen. Zur
Inklusion hat der Landesbeauftragte mit vielen Beteiligten den Krachmachtach als aktiven Beitrag
zur Bewusstseinsbildung, aktiven Inklusion und dem Spaß an gemeinsamen Aktionen eingerichtet.
Prof. Dr. Udo Beer (links im Bild) überreicht Dr. Ulrich Hase die
Ernennungsurkunde zum Honorarprofessor.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
29
Aktuelles
Beratung zum Studium mit Beeinträchtigung in den Zentralen
Studienberatungen der Fachhochschule und Westfälischen WilhelmUniversität Münster
Für Studierende mit Beeinträchtigung kann der Studienalltag durch viele Hindernisse zur
Herausforderung werden. Zur Überwindung und Behebung dieser bieten wir seitens der
Hochschulen beraterische Unterstützung an. In der Zentralen Studienberatung der
Fachhochschule und der Universität Münster kann man sich ganz individuell und vertraulich zu
allen Themen rund um die Studienwahl, das Studium und die persönlichen Bedürfnisse beraten
lassen. Gemeinsam wird geschaut, welche Unterstützung benötigt wird und seitens der
Hochschule bzw. anderer Stellen geleistet werden kann. Zudem halten wir Informationen über
Härtefallanträge und Nachteilsausgleiche sowohl bei der Bewerbung, als auch im weiteren
Studienverlauf bereit (z.B. bei Studien- und Prüfungsleistungen) und begleiten den Prozess des
Verfahrens beratend mit. Bei der Beantragung und Umsetzung finanzieller oder struktureller
Hilfen auch außerhalb der Hochschule sind wir unterstützend tätig (z.B. technische Hilfsmittel,
Studienassistenz, Barrieren in Hörsälen usw.). Hierbei verfügen wir über ein gutes Netzwerk an
Partnern, um den richtigen Ansprechpartner für die jeweiligen Belange nennen zu können. Die
Beratungsangebote der beiden Hochschulen in Münster stehen Studieninteressierten und
Studierenden sowie auch Lehrenden zur Verfügung.
Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.
Beratung der WWU Münster
Christiane Behr, M.A.
Tel. +49 251 83-22066
[email protected]
http://www.uni-muenster.de/ZSB/soziales/behinberawwu.html
Beratung der FH Münster
Dipl.Päd. Tobias Grunwald
Tel. +49 251 83 64152
[email protected]
www.fhms.eu/beeintraechtigt
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Aktuelles
Rauchmelderpflicht in Nordrhein-Westfalen
Rauchwarnmelder sollen Leben retten. Aus diesem Grund ist die Pflichtausstattung nun in allen
Bundesländern gesetzlich festgeschrieben. Als letztes Bundesland hat nun auch Berlin eine
Rauchwarnmelderpflicht für Wohnungen beschlossen. In NRW gilt die Rauchwarnmelderpflicht seit
01.04.2013 für alle Neubauten und Umbauten. Für bestehende Wohnungen endet die Übergangsfrist zum
31.12.2016.
In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von
Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Dieser muss so eingebaut
oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.
Wohnungen, die bis zum 31.03.2013 errichtet oder genehmigt sind, haben die Eigentümer spätestens bis
zum 31. Dezember 2016 entsprechend den Anforderungen auszustatten. Die Betriebsbereitschaft der
Rauchwarnmelder hat der unmittelbare Wohnungsinhaber sicherzustellen, es sei denn, der Eigentümer hat
diese Verpflichtung bis zum 31.03.2013 selbst übernommen.
Kontrolliert werden muss dabei, ob die Raucheintrittsöffnungen frei sind, keine Hindernisse im nahen
Umkreis oder funktionsrelevante Beschädigungen des Melders vorliegen und das Alarmsignal funktioniert.
Rauchmelder müssen europaweit der DIN EN 14604 entsprechen, die Anforderungen, Prüfverfahren und
Leistungskriterien definiert. Qualitativ besonders hochwertige und langlebige Melder sind zudem nach der
VFDB-Richtlinie 14-01 geprüft und tragen das sogenannte Q-Zeichen. Zusätzlich konkretisiert die
Anwendungsnorm DIN 14676, wie Planung, Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern
erfolgen sollen. Die Wohnungsinhaber sind verpflichtet, regelmäßig auf die Funktionalität zu prüfen.
Verantwortlich für die Installation ist der Eigentümer bzw. Vermieter.
Bei der Wahl der richtigen Rauchwarnmelder ist deren Qualität und Wohnungszuschnitt ausschlaggebend.
Einfache Melder sind mit einer 9V-Batterie ausgestattet, deren Nutzungsdauer 1 bis 3 Jahre beträgt.
Hochwertigere Melder sind mit langlebigen Batterien mit meist 10-jähriger Lebensdauer ausgestattet.
So gibt es die klassischen Einzel-Rauchwarnmelder, die Alarm schlagen, wenn Rauch in die Rauchkammer
eintritt.
Für Eigenheimbesitzer und Wohnungen über mehrere Etagen empfiehlt sich die Installation mit vernetzten
Funkrauchwarnmelder. Schlägt ein Melder Alarm, so werden alle anderen vernetzten Melder per Funk
darüber informiert und schlagen ebenfalls Alarm.
Viele Wohnungsunternehmen statten die Wohnungen mit Funkrauchwarnmelder aus, die durch eine
Ferninspektion überprüft werden. Hierbei werden alle Geräteparameter, wie der Verschmutzungsgrad der
Rauchkammer, der Demontageschutz, ob sich Hindernisse in seiner Nähe befinden und die
Batteriespannung überprüft - und das, ohne die Wohnung betreten zu müssen. Bei Funkmeldern wird ein
elektronisches Prüfprotokoll erstellt. Der Wohnungsinhaber braucht die Melder nicht überprüfen.
Für hörgeschädigte und gehörlose Wohnungsnutzer gibt es spezielle Funkrauchwarnmelder, die mit
bestehenden Lichtsignalanlagen, Lichtwecker, Vibrationswecker u.ä. verbunden werden. Einige Anbieter
stellen diese Geräte auf dem Selbsthilfetag am 07.Oktober 2016 in der Stadthalle Münster-Hiltrup aus und
geben Auskunft darüber, Inwieweit diese mit bestehenden Funkrauchwarnmeldern der
Wohnungsgesellschaften kompatibel sind.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Aktuelles
Minister Schmeltzer: Bundesweit einmalige Anlaufstelle für blinde und
gehörlose Menschen
Land fördert Kompetenzzentrum für sinnesbehinderte Menschen in Essen mit insgesamt rund
1,8 Millionen Euro
Nordrhein-Westfalen bekommt ein Kompetenzzentrum für Menschen mit Sinnesbehinderungen. „Damit
schaffen wir eine bundesweit einmalige Anlaufstelle für blinde und gehörlose Menschen, für ihre
Angehörigen und Interessenvertretungen, aber auch für öffentliche Einrichtungen. Das Zentrum bietet
ihnen Information, Beratung und Qualifizierung“, sagte Sozialminister Rainer Schmeltzer in Essen bei der
offiziellen Übergabe des Bewilligungsbescheids über rund 1,8 Millionen Euro für die ersten dreieinhalb
Jahre.
„Blinde, schwerhörige oder gehörlose Menschen haben ganz unterschiedliche Bedarfe. Taubblinde
Menschen können sich nur über eine spezielle Tastsprache verständigen“, sagte Minister Schmeltzer. „Mit
dem neuen Zentrum wollen wir ihnen helfen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. So verstehen wir
Inklusion.“
Ein barrierefreies öffentliches Gebäude müsse mehr bieten als eine rollstuhlgerechte Rampe, sagte der
Minister zur Veranschaulichung. „Damit blinde Menschen sich zurechtfinden können, brauchen sie ein
spezielles Leitsystem. Schwerhörige dagegen benötigen eine so genannte Induktionsschleife, damit sie
beispielsweise eine Sitzung im Rathaus verfolgen können. Und Taubblinde benötigen für Behördengänge
einen Dolmetscher für ihre Tastsprache.“
Das Kompetenzzentrum in Essen arbeitet nach dem Prinzip des sogenannten „Peer Counseling“. Das
bedeutet, hier sind Menschen tätig, die selbst von einer Behinderung betroffen sind und sich in die
Situation ihrer Klientel besonders gut einfühlen können. „Sie bringen neben Sachkunde auch jede Menge
Empathie mit“, betonte Schmeltzer.
Das Zentrum ist eine landesweit tätige Einrichtung mit Beratungsangeboten, Schulungen und Seminaren für
Betroffene und ihre Vertretungen, aber auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden, die ihre
Angebote für sinnesbehinderte Menschen ausbauen wollen. Das Zentrum verfügt über barrierefreie und
akustisch optimierte Räume, die auf die unterschiedlichen Bedarfe der Sinnesbehinderten zugeschnitten
sind. Die acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden allen Bedarfen der Zielgruppe gerecht, zum
Beispiel durch die Deutsche Gebärdensprache für Gehörlose oder das sogenannte „Lormen“ (Tastsprache)
für Taubblinde. Neben den Angeboten vor Ort sind auch Online-Seminare und Chat-Angebote, spezielle
Apps und Informationen in den Sozialen Netzwerken im Internet geplant.
Das Kompetenzzentrum für sinnesbehinderte Menschen ist ein wichtiges Vorhaben der Landesinitiative
„Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“. Diese sieht auch den Aufbau von fünf allgemeinen
Kompetenzzentren für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen in allen
Regierungsbezirken vor.
In Nordrhein-Westfalen leben insgesamt 2,8 Millionen Menschen mit Behinderungen, davon 1,9 Millionen
mit Schwerbehinderung. Darunter sind die Menschen mit Sinnesbehinderungen eine vergleichsweise kleine
Gruppe, die aber spezielle Probleme und Unterstützungsbedarfe hat: In NRW gibt es etwa 12.000 gehörlose
Menschen, rund 50.000 Menschen haben eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit. Ferner leben in
NRW mehr als 45.000 blinde oder hochgradig sehbehinderte sowie schätzungsweise 1.900 taubblinde
Menschen.
(Quelle: mais.nrw, 12.08.2016)
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Aktuelles
"Mehr möglich machen, weniger behindern"
Kabinett beschließt Bundesteilhabegesetz und Nationalen Aktionsplan 2.0
Das Bundeskabinett hat heute mit dem Bundesteilhabegesetz und dem Nationalen Aktionsplan 2.0
zwei wichtige behindertenpolitische Vorhaben beschlossen. Damit soll die Inklusion in
Deutschland weiter vorangetrieben und den Menschen mit Behinderungen mehr
Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglicht werden.
Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles:
Wir haben heute mit dem Bundesteilhabegesetz eine der großen sozialpolitischen Reformen
dieser Legislatur beschlossen. Wir schaffen mehr Selbstbestimmung und Teilhabe, indem wir die
Verfahren vereinfachen und den Wünschen und Vorstellungen von Menschen mit Behinderungen
mehr Gewicht verleihen. Wir wollen mehr möglich machen, weniger behindern. Mit unserem
Gesetz soll es niemandem schlechter gehen, aber den meisten besser. Zusammen mit dem
Nationalen Aktionsplan 2.0 und auch dem Behinderten-Gleichstellungsgesetz, das voraussichtlich
im Juli in Kraft treten wird, kommen wir so ein gutes Stück voran, hin zu einer inklusiven
Gesellschaft.
Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) soll die Eingliederungshilfe aus dem "Fürsorgesystem"
der Sozialhilfe herausgeführt werden. Es soll mehr individuelle Selbstbestimmung durch ein
modernes Teilhaberecht und die dafür notwendigen Unterstützungsleistungen ermöglichen. Die
wichtigsten Regelungen:

Beziehern von Leistungen der Eingliederungshilfe wird es nun möglich sein, deutlich mehr
vom eigenen Einkommen zu behalten und zu sparen. Ehegatten und Lebenspartner werden
zukünftig weder mit ihrem Einkommen noch mit ihrem Vermögen herangezogen. Die
Verbesserungen gelten auch beim gleichzeitigen Bezug von Eingliederungshilfe und Hilfe zur
Pflege, wenn der Betroffene erwerbstätig ist.

Künftig reicht ein Reha-Antrag aus, um alle benötigten Leistungen von verschiedenen RehaTrägern zu erhalten, und die Zusammenarbeit der Reha-Träger wird straffer geregelt:
Leistungen "wie aus einer Hand" sollen der Regelfall sein.

Die Betroffenen werden durch eine ergänzende unabhängige Teilhabeberatung gestärkt.

Mit dem Budget für Arbeit wird Menschen mit Behinderungen bundesweit mehr Teilhabe
am Arbeitsleben ermöglicht.

Die Rechte der Schwerbehindertenvertretungen in Unternehmen und Werkstatträten
werden gestärkt.

Ein eigenes Kapitel zur Teilhabe an Bildung ermöglicht erstmals Assistenzleistungen für
höhere Studienabschlüsse (z.B. Masterstudium, in bestimmten Fällen auch Promotion)

In der Sozialen Teilhabe wird ein eigener Tatbestand für Elternassistenz eingeführt und das
ehrenamtliche Engagement von Menschen mit Behinderungen wird gestärkt.
Mit der zweiten Auflage des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention - kurz NAP 2.0 - fördert die Bundesregierung die Inklusion von
Menschen mit Behinderungen durch gezielte Maßnahmen auf der Bundesebene weiter.
Der NAP 2.0 setzt auf den ersten Aktionsplan aus dem Jahr 2011 auf und enthält 175
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
33
Maßnahmen in 13 Handlungsfeldern. Erstmals bringen sich nun auch alle Bundesressorts mit
unterschiedlichen Aktivitäten, Projekten und Initiativen in den Aktionsplan ein.
Es geht dabei unter anderem um:

die Verbesserung der Barrierefreiheit in Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen,

beschäftigungspolitische Programme, für die in den kommenden Jahren 230 Millionen Euro
aus dem Ausgleichsfonds bereitgestellt werden,

eine Repräsentativbefragung, bei der erstmals umfassende Daten über die tatsächliche
Teilhabesituation von Menschen mit Behinderungen in Deutschland erhoben werden. Dabei
sollen auch Menschen in Einrichtungen mit in die Befragung einbezogen werden.

die Einführung eines einheitlichen Kennzeichnungssystems im Tourismussektor.
Die Kabinettsfassung des Bundesteilhabegesetzes, eine kurze Übersicht über die wichtigsten
darin enthaltenen Regelungen, den NAP 2.0 und weitere Informationen zur Politik für
Menschen mit Behinderungen finden Sie auf unserer neuen Schwerpunktseite "Inklusion".
(Quelle: BMAS, 28. Juni 2016)
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Aktuelles
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: "Gemeinsam sicheren
Umgang mit Arzneimitteln fördern"
Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit im Kabinett
Das Bundeskabinett hat heute den von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe vorgelegten
"Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland"
(Aktionsplan AMTS 2016 – 2019) beraten.
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärt dazu: "Arzneimittel sind in vielen Fällen
entscheidend für den Heilungsprozess. Zugleich bestehen gesundheitliche Gefahren durch
unsachgemäße Einnahme. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten – der Ärzte- und
Apothekerschaft, den Pflegekräften sowie den Patientinnen und Patienten – den sicheren Umgang
mit Arzneimitteln fördern, damit diese gut wirken können und unerwünschte Neben- und
Wechselwirkungen verhindert werden. Ab Oktober hat jeder Versicherte, der mindestens drei
verordnete Arzneimittel anwendet, Anspruch auf einen Medikationsplan. Gerade für ältere,
chronisch und mehrfach erkrankte Menschen ist das eine große Hilfe. Mit dem neuen Aktionsplan
zur Arzneimitteltherapiesicherheit treiben wir gemeinsam die Patientensicherheit in Deutschland
weiter voran."
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen treten insbesondere bei Menschen auf, die langfristig
mehrere Arzneimittel gleichzeitig anwenden. Es wird geschätzt, dass pro 100 ambulanten
Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteltherapie jedes Jahr sieben vermeidbare unerwünschte
Nebenwirkungen auftreten. Etwa fünf Prozent aller Krankenhauseinweisungen gehen auf
unerwünschte Nebenwirkungen von Arzneimitteln zurück, ein Viertel davon könnte vermieden
werden. Das heißt, dass schätzungsweise rund 250.000 Krankenhauseinweisungen jährlich auf
vermeidbare Medikationsfehler zurückzuführen sind.
Die drei bisherigen Aktionspläne zur Arzneimitteltherapiesicherheit haben seit 2008 wichtige
Beiträge zur Verbesserung auf diesem Gebiet geleistet; darunter zählt die Einführung eines
bundeseinheitlichen Medikationsplanes zu den wichtigsten Ergebnissen. Mit dem Ende 2015 in
Kraft getretenen E-Health-Gesetz wurde geregelt, dass ab Oktober 2016 alle Versicherten, die
mindestens drei verordnete Medikamente anwenden, Anspruch auf die Ausstellung eines
Medikationsplans in Papierform durch eine Ärztin oder einen Arzt haben. Ab 2018 soll der
Medikationsplan auch elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar sein.
Mit dem jetzt vorgelegten Aktionsplan für die Jahre 2016 bis 2019 werden die erfolgreichen
Anstrengungen zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit konsequent fortgesetzt. Er
umfasst 42 Maßnahmen mit folgenden thematischen Schwerpunkten:

Sensibilisierung von Patienten, Ärzten, Apothekern, Pflegenden und der Öffentlichkeit
für vermeidbare Risiken der Arzneimitteltherapie

Verbesserung der Informationen über Arzneimittel, Kennzeichnung von Arzneimitteln

Dokumentation
der
Arzneimitteltherapie
Arzneimitteltherapiesicherheit

Strategien zur Verbesserung der Sicherheit des Arzneimitteltherapieprozesses

Forschung im Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit

Organisation der Umsetzung und Fortschreibung des Aktionsplans.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
und
Messung
der
35
Der Aktionsplan wurde unter Beteiligung der Ärzteschaft, der Apothekerschaft, der Deutschen
Krankenhausgesellschaft, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, dem Deutschen Pflegerat und
Patientenverbänden erarbeitet.
Für die Umsetzung einzelner Maßnahme
n des Aktionsplans – wie etwa dem Aufbau einer Datenbank zur Dosierung von Arzneimitteln für
Kinder oder der Entwicklung einer Medikationsplan-App für Sehbehinderte – stellt das
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in den Jahren 2016 bis 2019 knapp 3 Mio. Euro zur
Verfügung. Weitere Maßnahmen werden von den anderen Beteiligten getragen.
Hinweis: Der vom BMG geförderte „Internationale Tag zur Patientensicherheit“ am 17. September
2016 widmet sich schwerpunktmäßig dem Thema Arzneimitteltherapiesicherheit.
(Quelle: bmg.bund, 17. August 2016)
36
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Aktuelles
Einstellung der Lieferung und Produktion der Cochlear Nucleus Freedom
und Nucleus 5 (CP810) Soundprozessoren
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Philosophie einer lebenslangen Verantwortung von Cochlear gegenüber unseren CI-Trägern bedeutet,
dass wir es als unseren Auftrag sehen, unseren CI-Trägern stetig eine verbesserte SoundprozessorTechnologie und somit ein besseres Hörerlebnis anbieten zu können.
Wir möchten Sie heute darüber informieren, dass Cochlear Deutschland ab dem 1. Januar 2017 die
Lieferung der Cochlear Nucleus Freedom und Nucleus 5 (CP810) Soundprozessoren einstellen wird.
Darüber hinaus ist folgender Zeitplan für die Einstellung des Reparatur-Services für beide
Soundprozessoren vorgesehen:
1. Bis zum 31. Dezember 2022 werden die Soundprozessoren Cochlear Nucleus Freedom und Nucleus
5 (CP810) nach der aktuellen Reparatur-Richtlinie von Cochlear Europe repariert.
2. Nach dem 31. Dezember 2022 unterliegt die Reparatur der Soundprozessoren der Typen Cochlear
Nucleus Freedom und Nucleus 5 (CP810) der Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
3. Ab dem 1. Januar 2024 sind Reparaturen der Soundprozessoren Cochlear Nucleus Freedom und
Nucleus 5 (CP810) nicht mehr möglich.
Bitte unterstützen Sie uns dabei, jedem CI-Träger ein besseres Hörerlebnis zu ermöglichen, und informieren
Sie Ihre Kunden über die Option auf eine mögliche Hörverbesserung mit unserem Cochlear Nucleus 6
System.
Haben Sie Fragen oder benötigen Sie weitere Informationen? Sehr gerne steht Ihnen unser Service-Team
zur Verfügung:
Cochlear Service für Geschäftskunden
Telefon:
+49 (0)511 5 42 77 40
Telefax:
E-Mail:
[email protected]
+49 (0)511 5 42 77 75
Pressemitteilung der Cochlear Deutschland GmbH & Co. KG vom 01.07.2016
Neues Mitglied
Als neues Mitglied begrüßen wir
Nelli Engelmann aus Münster
Friedrich Tentrop aus Münster
Renate Kruse aus Münster
Volker Kruse aus Münster
Wir heißen sie herzlich willkommen in unserer Gemeinschaft und hoffen,
dass sie sich bei uns wohlfühlen werden.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
37
38
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Veranstaltungen Oktober 2016
Sa
1
So
2
Mo 3
Di
Mi
4
5
Do 6
Mo 17
Erntedankfest
11.00 Wanderung in Lengerich
Tag d. Dt. Einheit
17.00 Tinnitusgruppe
Mi 19
15.00 Das offene Cafe
17.00 Tinnitus-Beratung
Fr 21
15.00 DSB-Länderrat und Präsidiumssitzung
-interne Veranstaltung-
Fr
7
Sa
8
09.00 Berichte der Fachreferate des DSB
13.30 DSB-Bundesversammlung
20.00 Nachtwächterführung in Münster
9
10.00 Kulturprogramm mit Stadtführung
13.00 Domführung
16.30 Kegeln, Gruppe „Einer steht immer“
So 23
Mo 24
Di 25
Mi 26
Di 11
Do 27
17.00 Hörbehinderten-Beratung
Fr 28
Do 13
Sa 29
Fr 14
So 30
Sa 15
15.00 Thema: Die Irrtümer im Erbrecht
So 16
17.00 Kegeln, Gruppe „Die lustigen 13“
18.00 Computerkurs: Datenschutz und Engagement im Internet
Sa 22
Mo 10
Mi 12
??.?? Aktivkreis „Wir ab 50“: Römermuseum
15.00 Das offene Cafe
17.00 Technik-Beratung
Do 20
09.30 Selbsthilfetag in der Stadthalle
17.00 Kegeln, Gruppe „Die lustigen 13“
19.00 Festabend mit Ehrungen, Musik u.a.
So
Di 18
17.00 CI-Beratung
18.30 Thema: Sucht im Alter
19.00 Kegeln, Gruppe „Ohrwurm“
17.00 Herrenstammtisch in Herne
Ende der Sommerzeit
Mo 31
Reformationstag
Grünes Feld: Ferien in Nordrhein-Westfalen
Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.
Aktuelle Termine sind auch unter www.schwerhoerigen-netz.de/dsbmuenster nachzulesen.
Veranstaltungen Ende September 2016:
Samstag, 24.09.2016
12.45 Uhr
15.00 Uhr
Sonntag, 25.09.2016 10.30 Uhr
Mittwoch, 28.09.2016 18.30 Uhr
19.00 Uhr
Frauentreff: Besuch des Eiskellers in Altenberge
Pro Retina: Gedächtnistraining
Herbst-Brunch
Thema Gelenkschmerzen
Kegeln, Gruppe „Ohrwurm“
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
39
Veranstaltungen November 2016
Di
1
Mi
2
Do 3
Fr
4
Sa
5
So
6
Mo 7
Di
Mi
8
9
Allerheiligen
15.00 Das offene Cafe
17.00 Tinnitus-Beratung
Allerseelen
17.00 CI-Gruppe
Do 17
Fr 18
17.00 Kegeln, Gruppe „Die lustigen 13“
18.00 Computerkurs: Tabellenkalkulation
Sa 19
17.00 Kegeln, Gruppe „Die lustigen 13“
18.00 Computerkurs: Dokumente erstellen
und bearbeiten
Totensonntag
So 20
Mo 21
Vereinsausflug nach Berlin
16.30 Kegeln, Gruppe „Einer steht immer“
Vereinsausflug nach Berlin
Di 22
Mi 23
Vereinsausflug nach Berlin
Do 24
17.00 CI-Beratung
Fr 25
Do 10
Sa 26
Martinstag
Fr 11
17.00 Hörbehinderten-Beratung
19.00 Kegeln, Gruppe „Ohrwurm“
Sa 12
14.00 Frauentreff: Bastel-Nachmittag
Redaktionsschluss für Journal 1-2017!
1. Advent
So 27
Mo 28
Volkstrauertag
So 13
Mo 14
Di 29
Mi 30
15.00 Das offene Cafe
17.00 Tinnitus-Beratung
18.30 Thema: Hilfsmittel für Schwerhörige
Di 15
Mi 16
15.00 Das offene Cafe
17.00 Technik-Beratung
Buß- und Bettag
Grünes Feld: Ferien in Nordrhein-Westfalen
Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.
Aktuelle Termine sind auch unter www.schwerhoerigen-netz.de/dsbmuenster nachzulesen.
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Veranstaltungen Dezember 2016
Do 1
Fr
2
Sa
3
So
4
17.00 CI-Gruppe: Besuch des Weihnachtsmarkts in Münster
17.00 Kegeln, Gruppe „Die lustigen 13“
18.00 Computerkurs: Weihnachtliches im
Netz
15.00 Adventsfeier
Mi
6
7
16.30 Kegeln, Gruppe „Einer steht immer“
2. Advent
9
Di 20
Mi 21
17.00 Tinnitusgruppe
Nikolaus
17.00 CI-Beratung
Do 22
17.00 After-Work-Treff
1.Weihnachtstag
So 25
2.Weihnachtstag
Mo 26
3. Advent
So 11
Di 27
Mo 12
Mi 28
Di 13
Do 29
15.00 Das offene Cafe
17.00 Technik-Beratung
Fr 30
Do 15
Fr 16
Heiligabend
Sa 24
Sa 10
Mi 14
17.00 Hörbehinderten-Beratung
19.00 Kegeln, Gruppe „Ohrwurm“
Winteranfang
Fr 23
Do 8
Fr
4. Advent
So 18
Mo 19
Mo 5
Di
Sa 17
17.00 Kegeln, Gruppe „Die lustigen 13“
Sa 31
Silvester
17.00 Kegeln, Gruppe „Die lustigen 13“
Grünes Feld: Ferien in Nordrhein-Westfalen
Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.
Aktuelle Termine sind auch unter www.schwerhoerigen-netz.de/dsbmuenster nachzulesen.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Themennachmittag
Samstag, 15. Oktober 2016, 15.00 Uhr
Die Irrtümer im Erbrecht
Referent:
Dr. Michael Kaven
Notar a.D., Rechtsanwalt, Fachanwalt für Sozialrecht
Wer kommt im Erbfall zum Zug und wer erbt wieviel?
Bei dieser Frage und zur Erbfolge, sowie der Aufteilung des Nachlasses,
kommt es oft zum Streit unter Erben und Nachkommen. Schuld sind
Irrtümer, die sich in der Bevölkerung hartnäckig halten.
Der Rechtsanwalt Dr. Michael Kaven Fachanwalt für Sozialrecht, wird
die häufigsten Irrtümern erläutern und darauf hinweisen, was im
Erbrecht wirklich gilt.
Das Erbrecht ist sehr kompliziert, denn es gibt viele persönliche Fragen.
Herr Dr. Kaven wird Grundsätzliches erläutern und dann für Fragen zur
Verfügung stehen.
Die Veranstaltungen finden im Hörbehindertenzentrum statt. Einlass ist eine halbe Stunde vor
Beginn.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Themenabend
Mittwoch, 26. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Sucht im Alter
Substanzmissbrauch und -abhängigkeit vorbeugen
Referentin: Stefanie Oberfeld
Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie u. Psychotherapie
Oberärztliche Leitung Gerontopsychiatrisches Zentrum
Sucht im Alter findet bisher in der Öffentlichkeit wenig Beachtung. Im Alter ist Substanzmissbrauch
und Abhängigkeit keine Seltenheit. Eine wesentliche Rolle spielen hier der Missbrauch von
Medikamenten und Alkohol.
Es bestehen Wissensdefizite über psychoaktive Medikamente. Ein bedenklicher Konsum oder
sogar eine bestehende Abhängigkeit würden oft kaum wahrgenommen.
Für die meisten Menschen gehören alkoholische Getränke zum Alltag und erst recht zu
Feierlichkeiten aller Art. Heute 60-Jährige sind alkoholische Getränke und ihre Wirkungen
vermutlich seit mehr als 40 Jahren vertraut. Das Älterwerden bringt jedoch Veränderungen mit
sich, die zu einem besonders bewussten und sparsamen Umgang mit Alkohol raten.
Frau Oberfeld wird in ihrem Referat den Besuchern aufzeigen, wie wir Substanzmissbrauch undabhängigkeit vorbeugen können.
Die Veranstaltungen finden im Hörbehindertenzentrum statt. Einlass ist eine halbe Stunde vor Beginn.
44
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Themenabend
Mittwoch, 30. November 2016, 18.30 Uhr
Hilfsmittel für Schwerhörige – Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung
Referent:
Dr. Martin Wittmann
Facharzt für HNO-Heilkunde, Gutachter des Medizinschen
Dienstes der Krankenkassen Westfalen-Lippe (MDK)
Herr Dr. Wittmann wird versuchen, den Besuchern die Aufgaben des MDK und mögliche
Leistungen der Krankenkassen bezüglich der Hilfsmittelversorgung von Schwerhörigen näher zu
bringen.
Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung müssen ausreichend, zweckmäßig und
wirtschaftlich sein. Um dies zu ermöglichen, können die Kranken- und Pflegekassen den MDK zur
Beratung einschalten und bei Bedarf mit einer Begutachtung beauftragen.
Die Gutachter sind in ihrer medizinischen Bewertung unabhängig und an den aktuellen Stand der
Wissenschaft und sozialrechtliche Vorgaben gebunden. Die Entscheidung über eine Leistung liegt
bei den Kranken- und Pflegekassen. Die Gutachter des MDK greifen nicht in die ärztliche
Behandlung oder pflegerische Versorgung ein. Sie sind die unabhängige fachliche Unterstützung
der Krankenkassen
Die Veranstaltungen finden im Hörbehindertenzentrum statt. Einlass ist eine halbe Stunde vor
Beginn.
Mitarbeiter und Ansprechpartner
1. Vorsitzender:
Stellv. Vorsitzender:
Kassenwart:
Jürgen Brackmann
Telefon: 02504 8099
Fax:
02504 8099
Email: [email protected]
N.N.
Heiner Dahlhoff
Telefon: 02581 3495
Fax:
03212 1073353
Email: [email protected]
Schriftführerin:
CI-Gruppe:
Aktivkreis „Wir ab 50“
Natalie Heines
Telefon: 05254 9340067
Fax:
nicht vorhanden
Email: [email protected]
Joachim Bless
Telefon: 02306 73208
Fax:
nicht vorhanden
Email: [email protected]
Irmgard Möllers
Telefon: 0251 787242
Fax:
0251 787242
Email: [email protected]
Frauentreff:
Freizeitgruppe:
Sabine von Oppenkowski
Telefon: 02325 634178
Fax:
02325 666685
Email: [email protected]
Karin Giese
Telefon: nicht vorhanden
Fax:
0251 869638
Email: [email protected]
Einen Ansprechpartner von einer
Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe
vermittelt Ihnen der Vorstand.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
45
Tinnitusgruppe
Selbsthilfegruppen sind bei Tinnitus von großer Bedeutung. Für viele Tinnitusbetroffene stellt es
bereits eine große Entlastung und eine bedeutende Hilfe dar, wenn sie durch eine
Selbsthilfegruppe feststellen können, dass sie mit ihrem Leiden nicht allein sind. Leitspruch ist
„Geteiltes Leid ist halbes Leid“ und trifft speziell auf die Tinnitusselbsthilfegruppen in hohem
Maße zu.
Neben den gemeinsamen, für viele Betroffene sehr hilfreichen Gesprächen hat die
Selbsthilfegruppe bei Tinnitus für Betroffene, Angehörige und Interessierte einen wichtigen
Auftrag. Im Rahmen der Gruppentreffen können sich die Betroffenen über ihre Erfahrungen
austauschen, beispielsweise Erfahrungen mit verschiedenen Therapieformen, einzelnen örtlichen
Behandlern oder bestimmten Kliniken. Zudem bessern sich die Ohrgeräusche bei vielen Patienten
mit Unterstützung der Selbsthilfegruppe. Diese Patienten können dann wiederum anderen
Betroffenen, die noch neu in die Selbsthilfegruppe kommen, von ihren positiven Erfahrungen und
der Besserung ihres Ohrgeräusches berichten und auf diese Weise Mut machen.
Bei mehrmaligen Beratungstagen im Hörbehindertenzentrum kam von Betroffenen und
Angehörigen immer die Bitte, eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Dieser Bitte kam ich gerne nach.
Die Gruppe ist für alle offen und Jede/Jeder ist herzlich willkommen.
Die Treffen finden immer am 1. Dienstag im Monat um 17 Uhr im Hörbehindertenzentrum statt.
Die nächsten Termine sind:
04. Oktober 2016
06. Dezember 2016
Im November findet keine Tinnitusgruppe statt (Allerheiligen)!
Jürgen Brackmann
46
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Beratungsangebote
Seit März 2016 bieten wir die Mittwochsberatung nun auch themenbezogen an. Zuvor gab es
„nur“ eine allgemeine Beratung. Dies führte dazu, dass die Beratungstermine nur wenig genutzt
wurden. Mit der Einführung themenbezogener Beratung sind auch die Angebote gut angenommen
worden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Beratungstermine auch nach Vereinbarung zu
bekommen. Die Beratungstermine werden wie folgt angeboten:
Tinnitus-Beratung
05.10.2016 02.11.2016
30.11.2016
CI-Beratung
26.10.2016 09.11.2016
07.12.2016
Technik-Beratung (= techn. Hilfsmittel für Menschen mit Hörbehinderung)
19.10.2016 16.11.2016 14.12.2016
Hörbehinderten-Beratung
12.10.2016 23.11.2016
21.12.2016
Am 28.12.2016 findet keine Beratung statt.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
47
CI-Gruppe
Die CI-Gruppe trifft sich an jedem ersten Donnerstag im Monat um 17:00 Uhr in den Räumen des
Hörbehindertenzentrum, Westfalenstr. 197, 48165 Münster-Hiltrup
Die nächsten Treffen unserer CI-Gruppe sind:
6. Oktober 2016:
Das CI-Treffen fällt an diesem Tage aus.
Grund ist die Bundesversammlung und der Selbsthilfetag. Die Räume sind für diesen Zweck
belegt.
Allerdings sind alle CI-Mitglieder herzlich eingeladen am Festabend (7.10 ab 19 Uhr) und
am Abendprogramm (8.10 ab 20 Uhr) teilzunehmen.
Sowohl Festabend und Abendprogramm sind kostenpflichtig. Auf die gesonderte Einladung
zum Selbsthilfetag wird verwiesen.
3. November 2016:
Wir treffen uns um 17 Uhr im Hörbehindertenzentrum. Bei Kaffee und Kuchen werden wir
nicht nur gute Gespräche führen, sondern auch –wie immer- die gesamte Planung für das
CI-Jahr 2017 besprechen.
Wer hat Ideen, was sollen wir machen? Wichtig auch: Der CI-Leiter-Posten steht zur Wahl
an. Insgesamt also ein wichtiger Tag, zu dem ich alle CI-Betroffene und Interessierte
herzlich einlade.
1. Dezember 2016:
Unsere CI-Gruppe feiert Weihnachten. Wir besuchen zu diesem Zweck den
Weihnachtsmarkt in Münster. Wir treffen uns wie gewohnt um 17 Uhr am
Hörbehindertenzentrum, und fahren mit dem Bus ins Stadtzentrum.
Vorgesehen ist ein Bummel über den Weihnachtsmarkt. Anschließend kehren wir zum
Essen ein, und fahren danach mit dem Bus zurück nach Hiltrup.
Für Rückfragen stehe ich unter "[email protected]" gerne zur Verfügung.
CI-Gruppe-Münster
i.A. Achim Bless
48
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Computerkurs im Hörbehindertenzentrum
Die Kurse sind am 1. und 3. Freitag eines Monats (In
den Ferien und an Feiertagen finden keine Kurse
statt) und beginnen jeweils um 18 Uhr und dauern
bis 20 Uhr. Wenn möglich, bringen Sie bitte Ihren
eigenen Laptop/Notebook mit. Eine Anmeldung ist
nicht erforderlich. Kursgebühren fallen nicht an.
Für die Planung der nächsten Monate sammeln wir
gerne Ideenvorschläge ein, die Sie gerne in einem
Kurs lernen möchten. Die nächsten Kurse finden wie
folgt statt:
21. Oktober:
Datenschutz und Engagement im Internet
Wer regelmäßig im Internet unterwegs ist und Online-Dienste im Alltag
nutzt, der hinterlässt digitale Spuren. Nicht immer ist klar, wo welche
Daten gesammelt werden und welche Rückschlüsse gezogen werden können.
Wie lässt sich der Umgang mit digitalen Medien möglichst datensparsam
gestalten?
04. November:
Dokumente erstellen und bearbeiten
LibreOffice ist ein freies Office-Programm, das im Netz heruntergeladen werden kann. Mit
dem Textverarbeitungsprogramm Write werden Dokumente erstellt und bearbeitet. Sie ist
ähnlich aufgebaut wie das Programm Word von Microsoft und ist daher leicht zu bedienen.
Wie werden Texte formatiert? Wie lassen sich Tabellen und Bilder in Dokumente einfügen
und gestalten?
18. November:
Tabellenkalkulation für jeden
Auch LibreOffice hat ein Tabellenkalkulationsprogramm, Calc heißt. Auch dieses ist
ähnlich aufgebaut wie das Programm Excel von Microsoft. Auch hier zeigen wir, wie das
Programm aufgebaut ist und wie es genutzt werden kann. Was ist bei der Arbeit mit Calc zu
beachten?
02. Dezember:
Weihnachtliches im Netz
Auch zum Thema Weihnachten lassen sich im Internet praktische und
interessante
Informationen
finden.
Ob
Rezepte,
Liedtexte,
Bastelanleitungen oder Tipps zu Weihnachtsmärkten – die Vielfalt ist
groß. Wo lassen sich vorweihnachtliche Veranstaltungen finden?
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
49
Freizeitaktivität
Wanderung im Tecklenburger Land, am 3. Oktober 2016 (Feiertag)
Zum Canyon von Lengerich
Auf schmalem Pfaden durch Wälder und entlang an Weiden und herrlichen Ausblicken zum
“Lengericher Canyon“: steile karg bewachsene Felshänge
und türkisblaues Wasser.
Weitere Attraktion: die Kunstwerke im ALVA Skulpturenpark.
Mit etwas Glück: Alpakas am Wegesrand.
Weitere Infos unter:
http://www.teutoschleifen.de/teutoschleifen/canyon-blick.html
Die Wanderstrecke beträgt etwa 11 km.
Mach mit! Zieht bitte Eure Wanderschuhe an
und los geht`s.
Wir werden sehr viel zu sehen bekommen
Zum Abschluss werden wir in Lengerich in das Berg-Cafe Egbert einkehren.
Wir treffen uns um 11 Uhr auf dem Parkplatz,
an der Friedhofskapelle, bei der LWL-Klinik Lengerich.
Navi-Adresse: Lengerich, Am Kleeberg, Koordinate 52°11`55.7“N 7°51`01.3“E
Anmeldungen bitte, wegen der Reservierung im Cafe, bis zum 30. September
Bei Hermann Gerling aus Rheda-Wiedenbrück. Tel:02542/550452
Email: [email protected]
50
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Aktivkreis „Wir ab 50“
Besichtigung Römermuseum in Haltern am See am Mittwoch 19. Oktober 2016
Das LWL-Römermuseum: Fundstätte
und Museum
Über 1.200 Original-Exponate zeugen
von der hochentwickelten Kultur und
Technik der Römer: von ihrer enormen
Bauleistung
und
Logistik,
ihrer
handwerklichen Kunstfertigkeit und
dem römischen Alltag fern der Heimat.
Die archäologischen Funde aus der
gesamten Region machen die Zeit um
Christi Geburt – den Höhepunkt der
römischen Macht in Germanien –
erlebbar.
Einblicke in den römischen Alltag – im LWL-Römermuseum.
Foto: LWL-Römermuseum/J. Hähnel
Wir treffen uns um 14:00 Uhr vor dem Museumseingang in Haltern. Von Münster aus werden wie
immer Fahrgemeinschaften gebildet. Abfahrtszeit und Treffpunkt werden noch bekannt gegeben.
Kontakt: Ulla Seidel E-Mail: [email protected] Tel. 0251-274172
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
51
Das Offene Cafe im Hörbehindertenzentrum
Wann?:
Immer mittwochs von 15.00 bis 17.00 Uhr
Termine:
05. / 19. Oktober 2016
02. / 16. / 30. November 2016
14. Dezember 2016
Am 28. Dezember findet kein Offenes Cafe statt.
Kosten?:
je nach Verbrauch für Kaffee und Plätzchen
Im Alltag gibt es so viele Sorgen, Probleme und Situationen, die Zeit für ein Gespräch brauchen. Es
fehlt jemand zum Austauschen. Welche Erfahrungen haben Andere gemacht, wo gibt es sonst
noch Hilfen.
Gerne werden diese
Nachmittage
für
Informationen,
Austausch und gute
Gespräche genutzt.
Vielleicht habt Ihr
Gesprächsbedarf,
denn es sollte locker
zugehen im Offenen
Cafe bei einer Tasse
Kaffee und Plätzchen.
Jeder ist herzlich
willkommen.
Wir
freuen uns auf Euch.
52
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Herrenstammtisch
Am 24.Juni fanden sich 7 Personen zunächst beim
„Bunten Vogel“ ein. Nach einem Plausch und einem
Drink gingen wir weiter zur Gaststätte
„KUhDAMM“, wo wir zuvor einen Tisch
reservierten. Dort gab es verschiedene Burger nach
Berliner Art zu speisen. Auch die Berliner
Currywurst stand dort zur Auswahl. Nachdem wir
dort gespeist hatten, gingen wir noch zum Eiscafé
„Königspassage“ und genossen das Eis bei schönem
Wetter.
Am 17.August waren wir nur zu fünft beim „Bunten
Vogel“. Bei schönem Wetter genossen wir unser Bier (und anderes) vor dem Haus. Von dort ging es dann
weiter zur Gaststätte „Santorin“ und setzten unsere Kulinaris-Reise fort.
Das nächste Treffen findet nun statt am:
Mittwoch, 28. Oktober 2016
Wir treffen uns zunächst um 17.00 Uhr am Hauptbahnhof Wanne-Eickel. Von dort fahren wir mit dem Bus
weiter nach Herne und kehren ein in der Gaststätte „Ouzos“. Für 17.30 Uhr werden wir dort einen Tisch
reservieren. Dort werden wir auch schon die Termine für 2017 festlegen. Anschließend können wir noch
über die Herner Innenstadt schlendern, bevor wir uns in Wanne-Eickel wieder verabschieden. Zwecks
Tischreservierung bitte ich daher um Mitteilung, wer zum Herren-Stammtisch kommen möchte.
Weitere Infos und Anmeldungen bei Reiner von Oppenkowski
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
53
Unsere Kegelgruppen
Der Ortsverein hat zurzeit 3 Kegelgruppen, die an verschiedenen Zeiten ihre Kugel schieben. Wer
Lust hat, daran teilzunehmen, ist immer herzlich willkommen.
Gruppe:
Die lustigen 13
Einer steht immer
Klara-Stift
Ort:
Andreas-Hofer-Str. 70
48145 Münster
Freitags von
Wann:
17.00 – 19.00 Uhr
07. / 21. Oktober 2016
Termine:
04. / 18. November 2016
02. / 16. / 30.Dezember 2016
Kegelwart: Heiner Dahlhoff
Gaststätte „Zur alten Eiche“
Stockhover Weg 100
48249 Dülmen
Sonntags von
16.30 – 19.00 Uhr
09. Oktober 2016
06. November 2016
04. Dezember 2016
Reiner von Oppenkowski
Ohrwurm
Pizzeria il teatrino
Neubrückenstraße 12-14
48145 Münster
Mittwochs von
19.00 – 21.00 Uhr
26. Oktober 2016
23. November 2016
21. Dezember 2016
Heiner Dahlhoff
Impressum
Hörbehindertenjournal
Zeitschrift für Mitglieder und Freunde des DSB -Ortsverein
Münster und Münsterland e.V.
Herausgeber:
Deutscher Schwerhörigenbund – Ortsverein Münster und
Münsterland e.V.
(Verein der Hörbehinderten Münster und Münsterland)
Westfalenstraße 197,
48165 Münster
Postfach 480242, 48079 Münster
Telefon: (02501) 82 18
Fax: (02501) 92 71 22
E-Mail: [email protected]
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Eine auszugsweise Ausgabe dieses Journals steht auch im Internet
zum Download bereit.
Internet:
www.schwerhoerigen-netz.de/dsbmuenster/
Bankverbindung:
Sparkasse Münsterland-Ost:
IBAN:
DE02 4005 0150 0055 0657 59
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Redaktion:
Karin Giese / Reiner von Oppenkowski
Druck:
Telefax: 02501- 92 71 22
E-Mail: [email protected]
Redaktionsschluss für Beiträge:
jeweils am letzten Samstag im Februar, Mai, August und
November
Für die Ausgabe 1/2017: 26.November 2016
V.i.S.d.P.: Jürgen Brackmann
Auflage: 1000 Exemplare
Der Verein ist eingetragen beim Vereinsregister unter Nummer 2340 und vom Finanzamt Münster Außenstadt als gemeinnützig
anerkannt (letzter Bescheid vom 17.04.2015). Spenden und Mitgliedsbeiträge sind steuerlich berücksichtigungsfähig. Der
Mitgliedsbeitrag beträgt derzeit 5,50 € monatlich. Studenten und Arbeitslose können unter Vorlage einer entsprechenden
Bescheinigung einen Antrag auf Ermäßigung stellen.
Beitrag für Paare, wenn beide Mitglied im Verein sind: 100,00 € im Jahr.
54
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Vereinsausflug
Vereinsausflug vom 6. bis 8. November nach Berlin
Reichstagskuppel
Bundeskanzleramt
Brandenburger Tor
Fernsehturm und Weltzeituhr am
Alexanderplatz
© visitBerlin, Fotos: Wolfgang Scholvien
Liebe Vereinsmitglieder,
wie schon mehrfach angekündigt, findet in diesem Jahr der Vereinsausflug im November statt und geht zur
Bundeshauptstadt nach Berlin. Bis zur Drucklegung dieser Ausgabe haben sich 17 Personen bereits
angemeldet, 3 Plätze sind noch frei. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Jürgen Brackmann an.
Nachstehend noch ein paar wichtige Informationen und Hinweise zum Vereinsausflug für die Teilnehmer.

Die Hin- und Rückfahrt erfolgt mit der Bahn als Gruppenreise. Das Gruppenticket gilt ab <> bis
Münster Hbf.

Es sind zwei Übernachtungen im Doppelzimmer mit Frühstück inklusive. Mittag- und Abendessen
(am 3. Tag kein Abendessen) sind kostenfrei. In Berlin steht der Gruppe während der gesamten Zeit
ein Bus zur Verfügung.

Es fallen - je nach Programm - Eintritts- und Führungsgelder an sowie eine Trinkgeldpauschale
(gesamt max. 25 Euro).

Abfahrt am Sonntag, 6.11.2016 um 8:10 Uhr mit RB89. Umstieg in Hamm und weiter mit ICE um
9:11 Uhr von Gleis 5

Treffpunkt ist in Münster am Hauptbahnhof um 8.00 Uhr am Gleis 3!

Rückfahrt am Dienstag, 8.11.2016 ist um 16:52 Uhr ab Berlin mit Umstieg Hamm und weiter mit RE
oder RB nach Münster. Ankunft um 20:22 Uhr oder 20:46 Uhr.

Zwischen Münster und Hamm und zurück ist ein Zustieg bzw. Ausstieg in Hiltrup, Rinkerode,
Drensteinfurt, Mersch möglich.

Parkmöglichkeit in Münster: Parkhäuser Bremer Platz oder Bahnhofstraße für 10 Euro/Tag. Das ist
möglicherweise eine Alternative zu komplizierten Nahverkehrs-Verbindungen am Sonntagmorgen.
Das vorläufige Programm:

Stadtrundfahrt in Berlin mit Informationen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Besuch des Bundestages

Besuch von ausgewählten Einrichtungen und Gedenkstätten

Gespräch mit Frau Klein-Schmeink, Mitglied des Bundestages. Maria Klein-Schmeink informiert über
ihre Arbeit als Sprecherin für Gesundheitspolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/DIE
GRÜNEN

Weiteres wird im Moment noch erarbeitet. Lasst Euch überraschen.
Einzelzimmerwünsche sind mit Frau Farwick-Hajek, Büro Frau Klein-Schmeink, vorher abzustimmen, der
Zuschlag muss dann selbst gezahlt werden.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Frauentreff
Bastel –Nachmittag
im Hörbehindertenzentrum Münster – Hiltrup
am 26. November 2016, um 14.00 Uhr
Wir wollen für die Adventsfeier, die am 03.12.2016 im
Hörbehindertenzentrum stattfindet, Tischdekorationen basteln.
Über eure Teilnahme würde ich mich freuen.
Anschließend, wer Lust und Zeit hat, können wir den Tag mit einem
Imbiss in einem Restaurant ausklingen lassen.
Bis dahin,
Sabine von Oppenkowski
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Adventsfeier
Herzliche Einladung
zur
Adventsfeier
am 03. Dezember 2016
um 15.00 Uhr
im Hörbehindertenzentrum Münster
Traditionell werden wir auch in diesem Jahr wieder einen echten Weihnachtsbaum
aufstellen. Damit dieser auch schön aussieht, sollen Kinder schon zu Beginn der
Veranstaltung den Baum schmücken. Die Gäste können dies bei Kaffee und
Kleingebäck zusehen. Das Programm wird diesmal mit Frau Schlang als musikalische
Begleitung ausgestaltet und wir erwarten auch in diesem Jahr wieder den Nikolaus,
der allen Anwesenden eine kleine Bescherung mitbringt. Für Kinder gibt es eine
Extra-Überraschung. Wie auch im letzten Jahr wollen wir die Adventsfeier mit einem
warmen Buffet beenden. Als Unkostenbeitrag für das warme Buffet und kalte
Getränke werden wir 12,- Euro pro Person einsammeln, für Kinder 6,- Euro.
Jeder ist herzlichst willkommen.
Zur besseren Planung bitten wir um Anmeldung
Aller (Kinder auch mit Altersangabe) bis zum 30.
November 2016
- beim Vorstand
- per Mail an [email protected]
- oder per Fax an 02501-927122.
BITTE ANMELDEN!!!
=================
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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After-Work-Treff
After-Work-Treff – Das Feierabendtreffen im Hörbehindertenzentrum
Den Feierabend abrunden und dazu beitragen, dass man vielleicht etwas leichter den Arbeitsalltag
entspannt hinter sich lassen kann. Nach der Arbeit noch mit Freunden treffen. Das ist der neue
Trend in vielen Bereichen. Der After-Work-Treff findet jeweils an einem Freitagabend vor den
Ferien im Hörbehindertenzentrum statt. Einlass ist um 17.00 Uhr.
In gemütlicher Runde und angenehmer Atmosphäre bei einem Gläschen Bier, Wasser oder Cola
tauschen sich die Mitglieder und Freunde des Ortsvereins untereinander aus. Jeder ist
willkommen.
Das vierte Treffen findet statt am Freitag,
09. Dezember 2016 um 17.00 Uhr.
Wegweiser
Und so kommen Sie zum
Hörbehindertenzentrum:
Mit dem Auto:
Autobahn A 43 Abfahrt Münster-Süd
Richtung Bielefeld; dann die B 54 Richtung
Hamm bis Hiltrup fahren (siehe Plan).
Mit Bus und Bahn:
Ab Münster Hbf. am Bussteig D2 mit den
Buslinien 1, 5 oder 9 Richtung Hiltrup bis
Haltestelle Hiltrup-Schulzentrum/Stadthalle.
Ab Hiltrup Bf. mit der Buslinie 5 bis
Haltestelle Hiltrup-Schulzentrum/Stadthalle
oder ca. 15 Min. Fußweg über die Marktallee.
Die Buslinien 1 und 9 halten auf der
Marktallee (Haltestelle Glasuritstraße).
In den Abend- und Nachtstunden fahren die
Buslinien N81 und N85.
Achtung: Wegen Neubau des
Hauptbahnhofes ist ein längerer Fußweg zu
den Bushaltestellen einzuplanen.
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Geburtstage
Herzliche Gratulationen an alle Mitglieder,
die im 4. Quartal des Jahres Geburtstag haben.
Oktober
1
2
2
3
10
15
15
19
21
21
23
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Oktober
Klara Tensing
Heiner Dahlhoff
Wilhelm Eilers
Frank Heyer-Gerdemann
Dr. Thomas Krämer
Hermann-Josef Gerling
Werner Longerich
Ellen Stoppok
Brigitte Dummer
Maria Mörchen
Carola Hollmann
70 Jahre
November
2
5
5
6
7
9
11
15
27
27
November
November
November
November
November
November
November
November
November
November
Ulrich Möllers
Hans-Jürgen Barann
Hans-Peter Sievert
Stefan Hanses
Wilfried Schmidt
Dr. Albrecht Pfeiff
Reinhard Leuker
Carina Iger
Karin Giese
Michael Rubbert
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Dezember
Rita Heines
Christiane Freimuth
Friedrich Tentrop
Dagmar Möllers
Dirk Allefeld
Jürgen Brackmann
Margot Kohlhas-Erlei
Marita Laumann
Hannelore Mühlsteffen
Johannes Thurn
Inge Bredohl
60 Jahre
Dezember
9
10
12
13
15
17
19
20
26
27
27
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
75 Jahre
45 Jahre
90 Jahre
59
60
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Rückblick
CI-Gruppe
02. Juni 2016:
An diesem Tage haben wir CI-Freunde ein „Erdbeertreffen“ veranstaltet. Fast jeder hatte
Erdbeeren in verschiedenen Ausführungen, wie Erdbeer-Kuchen und Erdbeer-Muffins
mitgebracht. Auch Erdbeeren pur gab es und diese 2,5 kg waren am Ende tatsächlich
komplett aufgegessen. 13 Personen waren da, einschließlich einer Studentin, die uns
besucht hat, weil diese im Zuge ihrer Hausarbeit CI-Mitglieder befragen wollte. Spontan
stellten sich Maria und Tamara zur Verfügung.
Da es allen gut gefallen hat, werden wir das Erdbeertreffen im nächsten Jahr bestimmt
wiederholen.
07. Juli 2016:
Bei schönem Wetter haben wir CI-Mitglieder an diesem Tage ein kleines Grillfest auf die
Beine gestellt. Es gab leckere Würstchen vom Kohlegrill und einige hatten Salat und Brot
mitgebracht. Zwei Besucher waren überraschend anwesend, die wir herzlich willkommen
hießen. Insgesamt ein sehr gelungener Tag, der auch mit knapp über zehn Besuchern gut
besucht war.
04. August 2016:
Erstmalig seit Bestehen der CI-Gruppe haben wir uns für diesen Tag eine kleine sportliche
Aktivität vorgenommen. Eine Radtour von genau 20 km! Start und Ziel war unser
Vereinsheim in Münster–Hiltrup. Punkt 17 Uhr ging es los und der Weg führte
ausschließlich über kleine Seitenstraßen und Wege durch Parks und Grünanlagen in das
Stadtzentrum von Münster. Am Aasee haben wir Rast gemacht, bevor es dann am Kanal
entlang
zurückging. In Hiltrup stiegen wir dann beim Griechen „Nikos“ ab, und haben dort gut und
lecker gegessen. Obwohl das Wetter stabil und kein Regen zu sehen war, waren leider nur
fünf Teilnehmer dabei. Aber vielleicht lag es auch an den Sommerferien!?
Aktivkreis „Wir ab 50“
Am 10. August haben wir den Kreislehrgarten in Steinfurt mit 7 Personen besucht.
Nach anfänglichem Regenschauer hatte der Wettergott ein Einsehen und wir konnten
überwiegend bei Sonnenschein diesen schönen Garten genießen. Herrliche Blumen,
duftende Kräuter, Teiche mit Seerosen, lauschige Sitzecken und ein sehenswerter
Bauerngarten machten diesen Besuch zu einem Erlebnis.
Bei Kaffee und Kuchen in einem Café in Burgsteinfurt haben wir den Nachmittag ausklingen
lassen.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
61
Rückblick
Vortrag vom 18.06.2016
Am Samstag, den 18.06.2016 fand ein Vortrag von Herrn W. Nachtwei (MdB a.D. Bündnis 90/die
Grünen) statt. Das Thema war: „Von Afghanistan bis Syrien“ Die deutschen Beiträge zu
internationaler Krisenbewältigung und Friedensförderung. Bei der Begrüßung von H. Nachtwei
wurde zunächst die Funktionsweise der Induktionsanlage von J. Brackmann erklärt. H. Nachtwei
war bei der Bundeswehr, um dann in die Friedensbewegung und Politik zu wechseln. Während der
politischen Laufbahn übernahm er 70 Mandate und reiste 40 Mal in Krisenregionen, bevor er 2009
aus dem Bundestag ausschied.
Nach der zum Glück friedlichen Wende zur deutschen Einheit 1989, wenn man bedenkt, dass in
Telgte ein Atomlager der Westmächte stationiert war und der Osten hoch militärisch aufgerüstet
war, sorgte insbesondere die Organisation OSZE für einen gewaltfreien Übergang. Bei Überflügen
von militärischen Gebieten mit Besatzung von allen beteiligten Kontrahenten sollten Lehren und
Schlussfolgerungen zur friedlichen Lösung zukünftiger Krisen gezogen werden. Aber die Geschichte
nahm bekanntlich einen anderen Verlauf.
1991 begann gleichzeitig die Balkan- und die Irakkrise. 1992 – 1995 gab es einen Krieg in
Jugoslawien/Bosnien-Herzegowina. Die bekannte Stadt Sarajewo wurde von serbischen
Scharfschützen belagert. 1996 konnten auf den Höhenlagen um Sarajewo an gleicher Stelle
Politiker einen Eindruck gewinnen. Man muss zivile Friedensdienste in Konfliktparteien einrichten,
um einen Krieg zu verhindern. Aber 1998 bis 1999 begann der nächste Krieg im Kosovo. Es wurden
Nato-Luftwaffenangriffe gegen die Serben geflogen, um Flüchtlingsströme zu vermeiden. Dabei
gab es im Bundestag heftige Debatten. In Mazedonien wurde ein Bürgerkrieg verhindert.
Schlussfolgernd wurde die Balkankrise durch Intervention der Nato im Auftrag der UN gestoppt.
Dann kam der 11.09.2001 mit dem Anschlag auf das World Trade Center in New York. In Berlin gab
es einen Aktionsplan für den Frieden mit einer Demonstration für die USA. In Afghanistan wurden
die Taliban mit ihren Terroristencamps als Schuldige erkannt. Die Geschichte Afghanistans zeigt,
dass weder die Britische Kolonialherrschaft noch die Sowjetische Machterweiterung Fuß fassen
konnte. Trotzdem setzte die USA mit Bündnispartnern eine Invasion ein, um die Taliban zu
vertreiben. Herr W. Nachtwei zeigte während des Vortrages Bilder und Tabellen, um einen
Eindruck zu gewinnen. Eine Karte von Afghanistan verdeutlichte die Aufteilung der Provinzen, die
die einzelnen Kriegsbeteiligten besetzten. Das deutsche Aufbauteam setzt sich aus 4 Ministerien
zusammen, wobei das Verteidigungsministerium das größte Kontingent hatte. Ziel ist es, die
Bevölkerung zu gewinnen, um die Aufständischen zu vertreiben. Es gibt keine Terroristencamps,
aber Al Kaida ist nach wie vor allgegenwärtig. Eine Tabelle zeigt die getöteten Soldaten, wonach
auch kein Erfolg zu sehen ist. Auch 2015 gibt es in Afghanistan kein sicheres Umfeld für die
Bevölkerung. H. Nachtwei ging auch auf Libyen ein, wo nach der Befreiung vom Diktator keine
Nachsorge für einen Staatsaufbau gesorgt wurde. Uneinigkeit der Bündnisparteien führten hier zur
Krise. In Syrien gibt es schon seit 5 Jahren einen Bürgerkrieg. Auch in Afrika ist keine Lösung in
Sicht. Es gibt auf der Welt 20 Krisenländer. Die UN-Kommission unter Führung von Kofi Anan ist
bemüht die UN-Charta umzusetzen. Die Weltbank definiert 3 Ziele, um Frieden zu erhalten:
Bürgersicherheit, Gerechtigkeit und Arbeit. Daran sollen sich alle Länder der UN beteiligen.
HD
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Rückblick
Naturwildpark Granat
Am Samstag, 09.07.2016, hatten die 9 Freizeitteilnehmer einen Ausflug nach Haltern zum
Naturwildpark gemacht. Das Wetter war warm und wir trafen uns alle am Eingang zum
Park. 2 Kinder wollten erst mal auf einem Riesenluftkissen springen, dabei hatten sie viel
Spaß. Dann gingen wir los durch den Wald zu den freilaufenden Tieren: schwarze
Schweine, Rehe, Hirsche und viele andere Tiere mehr. Wir durften die Tiere mit Brot und
Futter füttern. Der Park ist so groß, dass man den ganzen Tag richtig laufen und die Tiere
überall besichtigen kann.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Rückblick
Frauentreff
Am 30. Juli 2016 traf sich die Frauengruppe zum Grillen bei Karin Giese in Münster. Wir
waren zu 12 Frauen. Jede hat Salate, Baguette und vieles anderes Essbares mitgebracht. So
fand eine gemütliche Runde mit viel Unterhaltung statt.
.
v.Opp.
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Rückblick
Schützenfest in der Pieser´s Gaststätte Westbevern am 16.7.2016
Bei schönem Wetter am Nachmittag des 16. Juli 2016 fand in Westbevern in Pieser´s Gaststätte ein
Schützenfest statt. Heiner Dahlhoff hat das schöne Fest eröffnet und die Mitglieder hatten von da an Spaß.
Jeder durfte den weißen Vogel abschießen und wollte versuchen den Apfel, Zepter, Flügel usw. runter zu
kriegen.
Die besonderen einzelnen Schüsse haben die Mitglieder geschafft.
Apfel
Petra von Oppenkowski
Zepter
Anja von Oppenkowski
Krone 1/2
Sabine von Oppenkowski
Krone 1/2
Heiner Dahlhoff
linker Flügel
Petra von Oppenkowski
rechter Flügel
Karsten Kißler
Kopf/ oberer Rumpf
Michael Rubbert
unterer Rumpf/ Schwanz
Karin Giese
Am Ende, nach 336 Schüssen, ist Karin Giese Schützenkönigin geworden.
Nebenbei wurde viel erzählt und es gab auch reichlich Kuchen und Kaffee. Abends gab es Grillfleisch mit
Salat.
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Fest-Ausgabe 4/2016
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Rückblick
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Rückblick
Selbsthilfetage des Deutschen Schwerhörigenbundes finden erstmals in
Hiltrup statt
Barrierefreies Hören und Verstehen
MÜNSTER-HILTRUP. 200 Gäste, über 30 Aussteller von Akustik- und Hörtechniklösungen sowie ein
viertägiges Programm - eine Veranstaltung mit diesen Rahmenbedingungen will der Deutsche
Schwerhörigenbund in Zusammenarbeit mit dem Hiltruper Hörbehindertenzentrum im Oktober
auf die Beine stellen.
Von Maria Groß
Die von der Förderorganisation Aktion
Mensch gesponserte Tagung des DSB unter
dem Motto „Selbsthilfetage - Hören,
verstehen, barrierefrei teilhaben" findet vom
6. bis zum 9. Oktober erstmals in der
Hiltruper Stadthalle statt. Hotels in der Nähe
wurden angemietet, und vieles mehr ist
bereits durchgeplant - die Werbematerialien
gehen demnächst in Druck. Weitere Details
müssen jedoch noch durchgesprochen
werden, berichtete das Bundespräsidium des
Dachverbands, das sich am Wochenende zu
einer Sitzung in Hiltrup traf.
Im
Vorfeld
erfolgte
bereits
eine
Ortsbegehung des Tagungsortes: „Wir haben
in der Stadthalle Hiltrup sehr gute akustische Verhältnisse vorgefunden, die Voraussetzungen sind sehr
gut", fasste Dr. Harald Seidler, DSB-Präsident, zusammen.
Die Wahl des ausrichtenden Ortsverbands fiel vergangenes Jahr nicht zufällig auf Münster. „Wir wählen den
Ortverband aus, der sich durch besonders gute Arbeit ausgezeichnet hat, um diese anzuerkennen und zu
belohnen", erklärte Seidler. Jürgen Brackmann, Vorsitzender des münsterischen Ortsverbands hat hohe Erwartungen in die Tagung gesetzt: „Wir haben in Münster bereits eine einmalige Situation durch die vielen
induktiven Höranlagen im öffentlichen Raum. Durch die kostenfrei für jedermann zugängliche Tagung
wollen wir Menschen aller Altersgruppen ansprechen und informieren", so Brackmann. So wird am zweiten
Tagungstag eine Kinderbetreuung angeboten, damit Eltern sich über die Technik- und Hilfsmittelausstattung informieren können.
Auch Renate Weiter, Vizepräsidentin des DSB sieht in der Veranstaltung eine große Chance für alle
Betroffenen und deren Angehörigen, um Informationen für die Verbesserung der eigenen Lebensqualität
einzuholen: „Wir wollen zeigen, wie schön und wie einfach es ist zu kommunizieren, statt sich aufgrund der
Schwerhörigkeit aus dem sozialen Leben zurückzuziehen."
Gäste aus der Politik werden bei der Eröffnung der Veranstaltung erwartet, darunter Münsters ehrenamtlicher Bürgermeister Gerhard Joksch. Aber auch das kulturelle Rahmenprogramm steht bei der
Veranstaltung ganz im Zeichen der Inklusion. Die integrative Tanzgruppe „Funky Moves" will für Stimmung
sorgen ebenso wie zwei Gebärdenchöre aus dem Münsterland. Weitere Informationen zur Veranstaltung
bietet der Verein auf seiner Internetseite an.
(Quelle: WN, 24.07.2016)
Das Präsidium des Deutschen Schwerhörigenbunds
erarbeitete den Ablauf der bundesweiten Selbsthilfetage
2016, die erstmals in der Stadthalle Hiltrup stattfinden
sollen. Foto: iag
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
Aus dem DSB
SOZIALPOLITIK
Im Jahr vor den Wahlen im Bund und im größten Bundesland NRW sammeln die Regierungen die
Früchte ihrer Arbeit ein. In diesem Jahr werden auch viele sozialpolitische Gesetze und
Novellierungen verabschiedet. Im Folgenden wollen wir einen kleinen Überblick geben.
Inklusionsstärkungsgesetz NRW
In NRW hat man die Novellierung des Landes-Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG NRW) mit
einem neuen „Inklusionsstärkungsgesetz“ (ISG) verbunden. Das ISG sammelt grundlegende
Definitionen und verpflichtet die öffentliche Hand zu mehr Inklusion. Der Staat übernimmt dabei
auch eine „Vorbildfunktion für alle weiteren Bereiche der Gesellschaft“. Verbindliche
Verpflichtungen der privaten Unternehmen und Veranstalter sucht man im Gesetz aber
vergeblich.
Wesentlicher Fortschritt aus der Sicht der hörbeeinträchtigten Menschen ist die konsequente
Ersetzung der Formulierung „Gebärdensprache und andere geeignete Kommunikationsformen“
durch „barrierefreie Kommunikation“. Dies war eine wesentliche Forderung des DSBLandesverbandes NRW. Damit wird der immer noch allgemein verbreiteten Meinung
entgegengewirkt, die Gebärdensprache sei das Mittel der Wahl bei der Kommunikation mit
hörgeschädigten Menschen. Außerdem wurde der Begriff der kommunikativen Barrieren in NRW
konsequent auf alle Menschen mit Behinderungen erweitert. Damit sind jetzt also auch
autistische, kognitive und andere Behinderungen mit ihren Anforderungen in Form von gestützter
Kommunikation oder leichter Sprache umfasst.
Die bisher über ein zeitlich begrenztes Projekt finanzierte Agentur Barrierefrei in NRW wurde jetzt
als dauerhafte Institution im Gesetz verankert.
Das neue Gesetz wurde im Juni im Landtag verabschiedet.
Behindertengleichstellungsgesetz
Auch im Bund wurde das Behindertengleichstellungsgesetz noch vor der parlamentarischen
Sommerpause verabschiedet. Im Gegensatz zu NRW waren die Ziele hier sehr viel niedriger
gesteckt. Dass man bei der Zieldefinition der „Teilhabe“ die „volle und wirksame“ Teilhabe der UNKonvention unterschlagen hat, zeigt eine gewisse Halbherzigkeit bei der Anpassung der Begriffe.
Hinsichtlich der Kommunikationshilfen bleibt es im Bund bei der traditionellen Formulierung
„Gebärdensprache und andere Kommunikationshilfen“. Für Menschen mit geistigen
Behinderungen werden im Gesetz neue Regelungen bezüglich „einfacher“ und „verständlicher“,
im Bedarfsfall auch leichter Sprache eingeführt.
Die Behindertenverbände – und auch die Opposition im Bundestag – hatten sich in ihrer Kritik
zuletzt darauf konzentriert, die Verpflichtung der privaten Unternehmen und Veranstalter zur
Nichtdiskriminierung und Barrierefreiheit einzufordern. Die Fraktion der Grünen hatte dazu sogar
eine konkrete Formulierung für das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) eingebracht. Solche
Überlegungen müssen aber wohl warten bis zur Überarbeitung des AGG, die in den nächsten
Jahren ansteht.
Hörbehinderten-Journal
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Bundesteilhabegesetz
Das Bundesteilhabegesetz ist mit Sicherheit „das“ große Gesetzesvorhaben dieser
Legislaturperiode für die Menschen mit Behinderungen. Entsprechend heftig fielen die Reaktionen
der Behindertenverbände aus, als die verschiedenen Stadien der Entwurfstexte veröffentlicht
wurden.
Im Kern geht es um die Änderung des Sozialgesetzbuches SGB IX („Menschen mit Behinderung).
Dabei wird die Eingliederungshilfe aus dem bisherigen SGB XII („Sozialhilfe“) herausgelöst und in
das SGB IX übernommen. Das ist u.a. die Voraussetzung dafür, Leistungen der Eingliederungshilfe
von den engen Einkommens- und Vermögensbeschränkungen der Sozialhilfe zu befreien.
Trotz aller Kritik - in dem neuen Gesetz zeichnen sich wesentliche Verbesserungen ab:

Für Leistungen der Eingliederungshilfe im Zusammenhang mit Gesundheit, Arbeit und
Bildung soll eigenes Einkommen und Vermögen definitiv nicht mehr herangezogen werden.

Bei Leistungen der sozialen Teilhabe (bisher „Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft“) ist
dagegen weiterhin ein Eigenbeitrag vorgesehen. Eigenes Einkommen, welches den Betrag
von etwa 2.900 Euro (bisher 808 Euro) überschreitet, wird dann zu 24 Prozent auf die
Leistungen angerechnet. Beim Vermögen bleiben 52.290 Euro (bisher 2.600 Euro)
anrechnungsfrei.

Einkommen eines Lebenspartners bleibt vollständig anrechnungsfrei.

Zu den Leistungen der Eingliederungshilfe zählen künftig definitiv auch die Leistungen für
Bildung.
Problematisch aus Sicht der Menschen mit Hörminderungen ist allerdings das neue Kriterium zum
leistungsberechtigten Personenkreis (§ 99). Eingliederungshilfe bekommen soll künftig nur, „wenn
die Ausführung von Aktivitäten in mindestens fünf Lebensbereichen [von neun] (…) nicht ohne
personelle oder technische Unterstützung möglich oder in mindestens drei Lebensbereichen auch
mit personeller oder technischer Unterstützung nicht möglich ist (erhebliche
Teilhabeeinschränkung).“ Diese neuen Lebensbereiche sind: „1. Lernen und Wissensanwendung, 2.
Allgemeine Aufgaben und Anforderungen, 3. Kommunikation, 4. Mobilität, 5. Selbstversorgung, 6.
Häusliches Leben, 7. Interpersonelle Interaktionen und Beziehungen, 8. Bedeutende
Lebensbereiche, 9. Gemeinschafts-, soziales und staatsbürgerliches Leben.“ Was das genau für
Menschen mit Hörbehinderung bedeutet, ist noch nicht wirklich klar. Zwar soll eine „Evaluierung“
verhindern, dass durch diese neuartige Definition des Begriffes der „erheblichen Einschränkung“
Betroffene gegenüber dem gegenwärtigen Stand schlechter gestellt werden. Es ist aber zu
bedenken, dass die Hörgeschädigten hier - im Gegensatz zu anderen Behinderungen - auf einem
relativ niedrigen Niveau starten.
Wichtig für die Zukunft der Beratung und Selbsthilfearbeit: Die Bundesregierung beabsichtigt die
Auflage und Finanzierung eines bundesweiten unabhängige Beratungsprogramms durch
Betroffene. Dieses Peer-Counseling-Beratungsprogramm soll im Endausbau 800 Stellen umfassen.
Justizverwaltungsgesetz
Unter dem voluminösen Titel „Gesetz über die Erweiterung der Medienöffentlichkeit“ (EMöGG)
leistet auch das Bundesjustizministerium einen Beitrag zur Stärkung der Inklusion. Denn in diesem
Gesetzesentwurf „huckepack“ integriert ist die „Verbesserung der Kommunikationshilfen für
Sprach- und Hörbehinderte [in Gerichtsverfahren]“. Die Änderung bezieht sich auf die §§ 186 und
187 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG). Diese sahen die Stellung von Kommunikationshilfen
70
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
bisher nur „in der Verhandlung“ vor. Die Kosten für notwendige Kommunikationshilfen außerhalb
der mündlichen Verhandlung waren dann Privatsache des Betroffenen.
Der Passus „in der Verhandlung“ soll nun gestrichen und damit die Anwendung auch auf die
Vorbereitung eines Prozesses erweitert werden.
Dies ist die gute Nachricht. Die schlechte ist: In flüchtiger Auslegung der unseligen, aber fest
eingebürgerten BGG-Redewendung „Gebärdensprache und andere Kommunikationshilfen“ geht
das Justizministerium in seinem Kommentar konsequent davon aus, dass es sich bei
Kommunikationshilfen
vor
Gericht
ausschließlich
um
die
Stellung
von
Gebärdensprachdolmetschern handelt.
Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz
Das Bundesgesundheitsministerium hat am 23.06.2016 den lange erwarteten Entwurf eines
Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung vorgelegt. Dabei sind einige seit langer
Zeit vom Deutschen Schwerhörigenbund (DSB) geforderten Verbesserungen eingeflossen. Die
Änderungen gehen aber nicht weit genug. Deshalb hat der DSB seine Ergänzungsvorschläge in
einer Stellungnahme formuliert und umfangreich begründet.
UN-Behindertenrechtskonvention: Deutsche Übersetzung korrigiert - in
Österreich
Für die schwerhörigen Menschen problematisch ist die Übersetzung des englischen Begriffes
„deaf“ mit „gehörlos“ in der offiziellen deutschen Übersetzung der UNBehindertenrechtskonvention. Diese Übersetzung galt bisher für Deutschland, Österreich und die
Schweiz gleichermaßen.
Österreich ist nun aus dieser Gemeinsamkeit ausgeschert und hat eine revidierte Fassung der
Übersetzung veröffentlicht. Darin ist an einer Stelle die englische Aufzählung „deaf“ im Deutschen
mit „„blind, gehörlos, schwerhörig, hörsehbehindert oder taubblind“ übersetzt. Ein kleiner Erfolg,
der nicht zuletzt auf den Einsatz unserer Vizepräsidentin und gebürtigen Österreicherin Renate
Welter zurückzuführen ist. Nüchtern betrachtet bleibt aber festzustellen, dass die UN-BRK an
vielen anderen Stellen die Bedürfnisse der schwerhörigen Menschen übergeht. Auch in der neuen
österreichischen Übersetzung ist man nicht hingegegangen, den Begriff „professional sign
language interpreters“ mit „professionelle Gebärdensprach- und Schriftdolmetscher“ zu
übersetzen.
IFHOH beschließt Deklaration
Die internationale Vereinigung der Schwerhörigen-Verbände (IFHOH) traf sich in diesem Jahr in
Washington. Von deutscher Seite nahm der Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes, Dr.
Harald Seidler, an der Tagung teil. Als ein Ergebnis verabschiedete der Kongress eine Deklaration
zur Nutzung moderner Technologien für schwerhörige Menschen. Die Deklaration kann als eine
Antwort auf die jüngsten Entwicklungen bei der amerikanischen Behörde für Telekommunikation
(FCC) verstanden werden. Die IFHOH öffnet sich in ihrer Deklaration aktiv für neue Technologien
zum Nutzen der Hörgeschädigten, fordert aber auch für die Zukunft die Kompatibilität aller
Technologien und Geräte mit dem induktiven T-Spulen-Standard.
Hörbehinderten-Journal
Fest-Ausgabe 4/2016
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Kostenübernahme: Qualitative Kriterien zählen!
Im klassischen vergleichenden Test beim Hörakustiker schneiden Kassenhörgeräte immer öfter
gleichauf mit teureren Alternativen ab – und das auch bei der Messung im Störgeräusch. Trotzdem
empfinden Nutzer oft erhebliche Unterschiede beim Sprachverständnis in verschiedenen
Alltagssituationen. Ein aktuell veröffentlichtes Urteil des Sozialgerichtes Aachen entwirrt diese
Situation und weist neue Wege aus dem Dilemma.
Erstens löst es den Widerspruch zwischen Messergebnissen und tatsächlich erzielter Hörverbesserung, indem es die Bedeutung objektiver Messergebnisse relativiert und qualitative
vergleichende Aufzeichnungen des Hörgeschädigten ausdrücklich anerkennt. Und zweitens
entlastet es die Hörakustiker, indem es feststellt, dass sie ihren Vertrag mit den Krankenkassen
erfüllen, wenn sie die im Vertrag festgelegten Vergleichskriterien (Labortest!) erfüllen.
Eine solche Kostenübernahme fällt nicht vom Himmel. Der Versicherte hat im vorliegenden Fall
mit einem Hörtagebuch eine wesentliche Grundlage dafür geschaffen, den von ihm subjektiv
empfundenen Unterschied glaubhaft nachvollziehbar zu machen. Deshalb ist Betroffenen zu
empfehlen, ein solches Hörtagebuch zu führen und darin währen der Probezeiten die typischen
Hörsituationen mit einer Notenskala von 1-6 zu bewerten.
72
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Fest-Ausgabe 4/2016
Hörbehinderten-Journal
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Aus der Presse
Wenn Musik krank macht
Cellistin Luzia Bergmann ist schwerhörig / Musiker-Ambulanz
Von Kathrin Hartz
MÜNSTER. „Es ist so, als ob eine Ballerina im
Staatsballett ein Holzbein hat, aber niemand darf
das bemerken“, sagt Luzia Bergmann. Ihr Name
müsse deshalb unbedingt anonymisiert werden,
bittet die Berufsmusikerin, die in Wirklichkeit
anders heißt. Würde ihre Identität in einem Artikel
über Schwerhörigkeit auftauchen, erklärt die
Cellistin, „ist das für meine Arbeit ganz schlecht“.
Luzia Bergmann ist Erste Cellistin in einem
Philharmonie-Orchester in Deutschland. Sie leidet
unter einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Der Luzia Bergmann beim Hörtest: Audiometrist
über das Trommelfell ankommende Schall im Georg Haveresch überprüft, ob sich bei der
Mittelohr wird nicht mehr richtig an das Innenohr Cellistin im letzten halben Jahr das Gehör
verschlechtert hat.
Foto: hka
weitergeleitet. Das Musizieren sei für sie
absoluter Hochleistungssport, bei dem sie nicht wisse, wie lange sie der Belastung noch
standhalten könne, sagt sie. Regelmäßig nimmt Luzia deshalb die Fahrt in die Musiker-Ambulanz
der Phoniatrie der Uni Münster auf sich.
„Die auditive Beanspruchung in einem Orchestergraben ist schon enorm“, sagt Dr. Dirk Deuster,
leitender Arzt der Phoniatrie. Das Wort Lärm mag Deuster im Zusammenhang mit Musik nicht so
gerne verwenden. Er weiß um die Sensibilität von Berufsmusikern und vor allem ihre Not, dass
Beeinträchtigungen den Job kosten können. „Das ist bei Sängern und Schauspielern mit
Stimmbandproblemen oder krankhafter Auftrittsangst nicht anders als bei Instrumentalmusikern,
deren Gehör oder Fingerfertigkeit nachlässt“, erklärt der Arzt. All diese Fälle finden Betreuung in
der Musiker-Ambulanz. Luzia Bergmann möchte bis zur Rente berufstätig bleiben. „Einige im
Orchester wissen von meiner Schwerhörigkeit und gehen da gut mit um“, erzählt sie. Das sei aber
ein absoluter Glücksfall. Viele Musiker sorgten sich um ihre Existenz in einem Ensemble und
meiden die Gehörtests beim Musiker-TÜV ihres Berufsverbandes. Der Druck ist groß.
Acht Probeneinheiten in der Woche plus mindestens 80 zusätzliche Übungsstunden vor Auftritten
hat Bergmann zu leisten. Vor ungefähr acht Jahren hat die Cellistin bemerkt, dass sie die hohen
Töne nicht mehr so gut hört. „Aber wenn man sein Leben lang musiziert und die Stücke kennt,
kann das Musikergehirn das ganz gut kompensieren“, erzählt sie.
Doch es wurde schlimmer, und irgendwann sei sie dann zum Hörtest gegangen. „Die Hörkurve war
niederschmetternd“, erinnert sie sich. „Das Hörvermögen von Frau Bergmann ist mittelschwer
beeinträchtigt“, beurteilt Deuster die Lage.
In einem schallisolierten Raum prüft der Audiometrist Georg Haveresch, ob sich im letzten halben
Jahr daran etwas geändert hat. „Unverändert“, teilt Deuster mit, was eine zufriedenstellende
Diagnose ist. Luzias Hörverlust ist nicht zu heilen. Gut ist, wenn es nicht schlechter geworden ist.
Luzia Bergmann besitzt für ihre Arbeit ein besonderes Hörgerät. Das sogenannte geschlossene
Gerät füllt das Innenohr komplett aus. So werden lästige Rückkopplungen und Störgeräusche
vermieden. Auf hochsensiblen Kanälen werden Frequenzen und Schalldruck
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gemessen, verstärkt und an das Innenohr weitergeleitet. Per
Fernbedienung kann sie die Kanäle auf Musizieren, Musikhören
oder Sprache umstellen, „ich muss ja auch mitkriegen, wenn
der Dirigent Anweisungen gibt“.
In den meisten Probesälen von Orchestern seien mittlerweile
Lärmampeln installiert, die bei mehr als 85 Dezibel rot
aufleuchten. Dabei könne man Lärmbelastung gar nicht
ausschließlich in Dezibel erfassen, erklärt Deuster. „Hohe
Frequenzen werden oft als sehr viel unangenehmer
empfunden als tiefere. Das nennen wir psychoakustische
Belastung, und die kann genauso krank machen.“
Dr. Dirk Deuster misst den
Schalldruckpegel des Cellos.
In einem weiteren Behandlungszimmer mit Computern und
Messgeräten hat Luzia ihr Cello ausgepackt. Baujahr: um 1780.
Allein der Bogen habe den Wert eines Kleinwagens, sagt sie.
Deuster hat einen Schalldruckmesser aufgestellt. Luzia spielt
eine Passage aus Bachs „Toccata“. Das Gerät vermeldet an die
100 Dezibel – gesundheitsschädlicher Lärm. Aber für Zuhörer
wunderschön.
(Quelle: WN. 26.07.2016)
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Für ein selbstbestimmtes Leben
Behinderte nehmen beim sommercamp in Duderstadt die Inklusion selbst in die Hand
„Malen mit Acryl“ ist eines von mehr als 100 Angeboten im Sommercamp
VON CLAUDIA NACHTWEY
DUDERSTADT. „Die Idee zum Sommercamp entstand, nachdem ich 2003 in Bremen an der Sommer-Uni für
Behinderte teilgenommen hatte“, sagt Koordinator Ottmar Miles-Paul, selbst seh- und hörbehindert. „Ich
fand die Uni etwas zu hoch gehängt, zu wissenschaftlich. Die Inhalte könnten auch niedrigschwelliger und
mit Spaß vermittelt werden“, erzählt Miles-Paul von der ersten Idee des Camps, das dann mit
Unterstützung des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter 2006 ins
Leben gerufen wurde.
Seitdem findet das Sommercamp jährlich im Wechsel in Duderstadt oder in Graz statt. Mehr als 120
Teilnehmer, Inklusionsbotschafter, Gebärden- und Schriftdolmetscher aus Deutschland und Österreich sind
ins Duderstädter Jugendgästehaus gekommen, um gemeinsam daran zu arbeiten, die Selbstbestimmung
Behinderter voranzutreiben. Dabei soll ein Austausch unter Betroffenen stattfinden, es soll Mut gemacht
werden und eine politische Diskussion stattfinden – aber auch Kreativität und Spaß sollen miteinander
erlebt werden. Das Besondere beschreibt Miles-Paul: „Im Gegensatz zu anderen vorgegebenen Seminaren
bestimmen die Teilnehmer hier selbst die Inhalte und machen Angebote – oder nutzen die Angebote
anderer.“ Das Programm unter dem Titel „Auf dem Weg zur Inklusion“ liest sich vielfältig: Arbeitsgruppen
zu Themen wie UN-Behindertenrechtskonvention oder Bundesteilhabegesetz, Selbstverteidigung,
künstlerische Performance, Pokern, Gründung von Selbsthilfegruppen, Behinderung und Sexualität,
Trommel-Session, Gebärdenchor, Filme drehen, Zeitung gestalten und Kreativ-Workshops sind nur eine
kleine Auswahl.
So vielfältig wie die Angebote sind die Interessen, Bedürfnisse und Besonderheiten der Teilnehmer. „Auch
Behinderte müssen Inklusion lernen und über ihre eigene Einschränkung hinaus blicken“, erklärt Thomas
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Künneke, Aktivist im Verein Kellerkinder, der Selbsthilfe bei seelischen Handicaps fördert. Künneke selbst
sei eine „psychische Erkrankung“ diagnostiziert worden, daher verstehe er auch die möglichen Ängste
ebenfalls Betroffener. „Seelische Handicaps werden eher als Erkrankung wahrgenommen, selten als
Behinderung. Wir reden alle von Barrierefreiheit, aber die Barriere für psychisch Behinderte ist eine andere
als die für Gehbehinderte“, wirbt er für mehr Aufgeschlossenheit – auch in den Reihen der Behinderten
untereinander. Verbindend bei allen Teilnehmern am Sommercamp scheint der Wunsch, mehr
Möglichkeiten zu haben, selbstbestimmt zu leben. Manche wollen sich als Inklusionsbotschafter
weiterbilden oder Wege finden, auch politisch etwas für Behinderte in Bewegung zu setzen. Andere suchen
Möglichkeiten, mit ihren Belangen an die Öffentlichkeit zu treten – über Medien, Kunst, Politik oder in
verschiedenen Gruppen – und damit die Inklusion voranzutreiben. „Es wird mehr über uns als von uns
beschlossen“, sagt Miles-Paul. Allen Teilnehmern gemeinsam scheint jedoch auch die Erfahrung zu sein, mit
ihren Forderungen oft gegen die Wand zu laufen und nicht gehört zu werden.
Ines Helke von der Evang.
Stiftung Alsterdorf
Vorstellung des Tagesprogramms im Plenum
Susanne Göbel und Ottmar
Miles-Paul
Bifos klärt auf
Das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter
(Bifos) bietet neben dem Sommercamp verschiedene Projekte an, die sich um Themen rund um das Leben
mit Behinderung drehen. Weiterbildungsangebote und Projekte sollen Betroffene darin unterstützen,
andere Betroffene zu beraten. Ziel ist, dass Behinderte Entscheidungen für das eigene Leben treffen und
diese auch umsetzen können. Bifos besteht seit 1992 und hat seinen Sitz in Kassel. Der Verein betreibt auch
einen Verlag, in dem die „Schriftenreihe zum selbstbestimmten Leben Behinderter“ veröffentlicht wird. Ny
(Quelle: Göttinger Tagesblatt, 12.08.2016)
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Otosklerose-Gen entdeckt
Wissenschaftler haben ein neues Gen identifiziert, das Otosklerose verursacht.
Damit ist man auch einen Schritt näher an der Entwicklung einer
Behandlungsmöglichkeit. Otosklerose verursacht Schwerhörigkeit.
Wissenschaftler des ´Ear Institute´ vom University College, London, England, haben
herausgefunden, dass Otosklerose durch einen Fehler im Gen SERPINF1 verursacht werden
kann. Otosklerose ist erblich und führt bei einer von 200 Personen zu einer
Schalleitungsschwerhörigkeit.
"Wir wissen seit längerer Zeit, dass Otosklerose erblich ist. Unsere Entdeckung des OtoskleroseGens ist sehr wichtig, da es uns über die Prozesse bei der Entstehung der Krankheit Aufschluss
gibt.“, so Dr. Sally Dawson, leitende Forscherin vom University College.
Otosklerose wird durch eine anormale Ausbildung der
Knochen im Mittelohr verursacht. Dadurch können die
Knöchelchen im Ohr nicht richtig schwingen und die
Geräusche nicht weitergeleitet werden. Symptome wie
Schwindelgefühl,
Gleichgewichtsstörungen,
Schwerhörig-keit und Tinnitus
können
ebenfalls
auftreten.
Otosklerose ist erblich
Wenn Otosklerose unbehandelt bleibt, wird sich das Gehör in der Regel zunehmend
verschlechtern. Menschen mit Otosklerose verlieren ihr Gehör oft in ihren Zwanzigern oder
Dreißigern bis zum späten mittleren Alter. Dann kann oft eine vollständige Taubheit auftreten.
Behandlung von Otosklerose
Hörgeräte helfen Menschen mit Otosklerose. Da die Krankheit progressiv ist, können im Laufe der
Zeit leistungsstärkere Hörgeräte benötigt werden. Vielen Patienten kann auch durch einen
chirurgischen Eingriff geholfen werden. Es kann notwendig sein, dass die betroffenen
Mittelohrknochen entfernt und durch Prothesen ersetzt werden.
Die Studie wurde von der Oxford University Press veröffentlicht.
Quelle:www.ncbi.nlm.nih.gov
(Quelle: hear-it.org, 09 August 2016)
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