MARGHERITA ANGELI Engagierte Mitglieder: Aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums versammelt sich die Allgemeinen Baugenossenschaft Zurich (ABZ) unter freien Himmel. (25. Juni 2016) Gemeinsam weiterkommen Engagement Genossenschafter arbeiten auch für das Gemeinwohl 5 Globale Bewegung Hilfe zur Selbsthilfe als Gründungsmotto 6 Täglicher Bedarf Im Handel sind Migros und Coop die starken Kräfte 10 Was beschäftigt Sie? Lebenssituationen ändern sich. Neue Fragen ergeben sich. Ständig. Wir finden Antworten. Das braucht Wissen, Sorgfalt und persönliche Beratung. Dafür nehmen wir uns Zeit. Sprechen Sie mit uns an unserem Hauptsitz in St. Gallen oder unter 071 242 50 00. www.notenstein-laroche.ch 4. September 2016 Ostschweiz am Sonntag Alpgenossenschaften als Ursprung: An der traditionellen «Chaesteilet» im Justistal im Kanton Bern nehmen jedes Jahr mehrere tausend Menschen teil. (Sigriswil, 18. September 2015) VertrauenistKapital Die Genossenschaft als Unternehmensform geniesst in der Öffentlichkeit hohes Ansehen. Gründe dafür sind das gesellschaftliche Engagement der Firmen und ihre Gewinnverteilung. Von David Strohm D enkt man hierzulande an die Genossenschaft, die es als verbindendes Glied in den Namen der Willensnation gebracht hat, sind die Bezüge rasch zur Hand: In der Landwirtschaft, von wo vor rund 1500 Jahren die Form der gemeinsamen Bewirtschaftung von Allmenden ausging, ist die Genossenschaft bis heute eine prägende Rechtsform. Die Bauern zu Berg und Tal wussten: Gemeinsam geht es besser. Eine starke Stellung besitzen Genossenschaften, hervorgegangen aus Konsumvereinen und dem Wunsch nach der Versorgung mit günstigeren Lebensmitteln, auch im Handel. Die beiden dominanten Grossverteiler geniessen ebenso wie Wohnbaugenossenschaften, genossenschaftliche Vertreter des Finanzsektors wie die Mobiliar-Versicherung und lokal verwurzelte Banken der RaiffeisenGruppe Ansehen, und zwar über die eigene Kundschaft hinaus. Nicht zuletzt, weil die grossen und erfolgreichen Unternehmen mit dieser Rechtsform sich durch ein besonderes gesellschaftliches und ideelles Engagement in Kultur und Gesellschaft, im Sport oder in der Ausbildung junger Berufsleute hervortun. senschaften, die sich insbesondere in Märkten mit wenig oder atomisiertem Wettbewerb erfolgreich halten können. Alpgenossenschaften, Einkaufsgemeinschaften oder Zusammenschlüsse von Taxihaltern sind Beispiele hierfür. Andere nutzen das Gesellschaftskleid, um sich als neue Anbieter zu etablieren, wie dies regionale Versorger tun, die auf nachhaltige Energieformen setzen und versuchen, die Bevölkerung in solche Projekte einzubinden. So gross ihr Einfluss in einzelnen Sektoren sein mag, so bescheiden sind in der Unternehmenslandschaft die absoluten Zahlen. 8200 aktive Firmen dieser Rechtsform sind im Handelsregister eingetragen, aber 200 000 Aktiengesellschaften, 165 000 GmbH und 150 000 Einzelfirmen (Grafik links). Auch bei den Neugründungen, 71 waren es in den ersten sieben Monaten dieses Jahres, bleibt die Genossenschaft unter «ferner liefen». Ihrem Selbstverständnis entsprechend soll die Zusammenarbeit von mehreren Kosten sparen und der Gemein- schaft Mehrwert bringen. Die Selbsthilfe war und ist deshalb in den Gründerjahren jeder Genossenschaft ein wichtiger Antrieb. Dazu gehört auch, dass sich der Einfluss, wie im Politischen, an der Person und nicht am Kapital ausrichtet. «Ein Mitglied, eine Stimme», lautet das Prinzip, unabhängig von der Zahl der Anteilscheine, während im Kreis von Aktionären nur die Finanzkraft zählt. Dies trägt alles dazu bei, dass Genossenschaften in vielen Bereichen verantwortungsbewusst und massvoll, zugleich volksnah und mit lokalem Bezug agieren – und auch so wahrgenommen werden. Deshalb schenkt man ihnen Vertrauen, obwohl gewisse Defizite in der Transparenz – etwa bei der Rechnungslegung – zu bemängeln wären. Mehr als 90% der Bevölkerung zeichnen von der Genossenschaft als solcher ein positives Bild, wie eine Umfrage der Universität Luzern ergab. Die Kooperative als das international bekannte Pendant zur Genossenschaft besitzt in vielen Ländern eine grosse AG als beliebteste Rechtsform Aus der Selbsthilfe gewachsen Im Handelsregister eingetragene Organisationen (Stand: 31. 7. 2016) Die 10 grössten Genossenschaften in der Schweiz Leistungen für die Mitglieder Genossenschaft 8199 Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht für den maximalen Gewinn arbeiten, sondern für nachhaltige Leistungen ihren Mitgliedern gegenüber: den Genossenschafterinnen und Genossenschaftern. Einige lassen ihre Anteilseigner sogar am Ertrag teilhaben. Umgekehrt sehen manche Statuten im Fall einer finanziellen Schieflage die Nachschusspflicht der Genossenschafter vor. Neben den erwähnten Grossfirmen existiert eine Vielzahl kleinerer Genos- Kollektivges. 11 035 Einzelfirma 154 691 Firma Übrige AG 199 679 580 000 GmbH 164 893 Quelle: Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B Migros Coop Fenaco Mobiliar Raiffeisen KPT Pax Reka Swisslos ESA Der Einfluss der Mitglieder richtet sich, wie im Politischen, an der Person und nicht am Kapital aus. In der Gemeinschaft stark Umsatz in Mio. Fr. Beschäftigte Gründung 27 400 26 900 6200 3500 3000 1655 768 694 519 334 86 000 80 000 9000 4000 11 000 570 300 616 183 500 1941 1895 1916 1826 1902 1890 1876 1939 1937 1930 Quelle: Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B Bedeutung. Die Zusammenschlüsse der Landbevölkerung fördern den Wohlstand breiter Kreise und geben Millionen von Menschen Hoffnung und Arbeit. Zwischen 100 und 250 Mio. Menschen sind weltweit in Genossenschaften beschäftigt. Die erste Zahl beruht auf Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die zweite auf Erhebungen des Internationalen Genossenschaftsbunds (ICA). Im ostafrikanischen Land Kenya tragen Genossenschaften fast die Hälfte zum Bruttoinlandprodukt (BIP) bei, in Neuseeland ist es fast ein Viertel. in der Schweiz wird der BIP-Anteil auf etwa 16% hochgerechnet. Branche Hauptsitz Detailhandel Detailhandel Agrarhandel Versicherung Bank Versicherung Versicherung Finanzen Lotterie Autogewerbe Zürich Basel Bern Bern St. Gallen Bern Basel Bern Basel Selzach Was die Ideen der Pioniere der Genossenschaftsbewegung bis heute bewirken, zeigt sich besonders im Finanzsektor: Friedrich Wilhelm Raiffeisen etwa, der Spargelder des einfachen Volkes annahm und Kredite zu günstigen Konditionen verlieh, sagte: «Nur in der Gemeinschaft sind wir stark.» Schon vor ihm betrieb der Schriftsteller Heinrich Zschokke ähnliche Ideen voran. 1812 nahm auf sein Betreiben hin die «Zinstragende Ersparniskasse für die Einwohner des Kantons Aargau» ihren Betrieb auf. Heute zählen Finanzgenossenschaften weltweit über 850 Mio. Kunden, was etwa 12% der Weltbevölkerung entspricht. Allein in Europa gibt es über 4000 Sparkassen und regionale Banken, die ihrerseits zusammen etwa 150 Mio. Kunden zählen. Aus schweizerischer Sicht sei die Genossenschaft ein Erfolgsmodell, sagte einmal Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Die Eidgenossenschaft selbst sei eine Art Prototyp einer Genossenschaft – mit der Selbsthilfe ihrer Bewohner als Ursprung und demokratischen Prinzipien als ausgleichendem Fundament –, ausgerichtet auf das Gemeinwohl aller. Helvetia Schweiz Raiffeisen Schweiz Kooperation Raiffeisen – Helvetia Zwei Partner, ein Ziel. Raiffeisen und Helvetia sind seit 1999 Partner und arbeiten mit viel Dynamik an einer erfolgreichen Kooperation. Für Helvetia ist die Raiffeisen Gruppe ein starker Partner für erstklassige Bankdienstleistungen. Ihre Schweizer Versicherung. 4. September 2016 Ostschweiz am Sonntag Zusammen Banken und Versicherungen besitzen, Häuser bauen und Firmen führen: Fünf Genossenschafter erzählen, warum sie sich gerne für die Gemeinschaft einsetzen. Von Vanessa Sadecky MOBILITY GENOSSENSCHAFT 13GründefüreineIdee Güter und Dienstleistungen mit anderen zu teilen, liegt im Trend: Die Mobility-Genossenschaft stellt, wie hier in Zollikon, Fahrzeuge für jeden Bedarf zur Verfügung. Janine Blum, Mitarbeiterin in der Abteilung Standorte bei Mobility in Luzern. 1 Was macht den Reiz aus, für eine Genossenschaft zu arbeiten? Unsere Kunden, insbesondere die Genossenschafter unter ihnen, identifizieren sich stark mit Mobility. Tagtäglich kommen sie mit vielfältigen Ideen und Wünschen auf mich und andere Mitarbeitende zu. Ein spannender Austausch, der dazu beiträgt, unsere Dienstleistungen weiter zu verbessern und voranzutreiben. 2 Wie wird der Genossenschaftsgedanke in Ihrer Firma gelebt? Erstens werden Projekte langfristig und nachhaltig angelegt, gewinnmaximierende Hauruck-Aktionen gibt es nicht. Zweitens schätze ich die Du-Kultur und den direkten, unkomplizierten Austausch über alle Hierarchiestufen hinweg; und drittens sind wir über unsere 19 Sektionen in der ganzen Schweiz verankert und somit nahe am Kunden. 3 Was für persönliche Vorteile erleben Sie bei der Arbeit? Wir wollen gemeinsam Ziele erreichen. Das ist bei Mobility keine leere Phrase, sondern wird tatsächlich so gelebt, was sich aus meiner Sicht positiv auf das Arbeitsklima auswirkt. Ich schätze unsere unkomplizierte, offene Kultur und dass soziale Aspekte einen hohen Stellenwert einnehmen. Zudem ermöglicht mir die flexible Arbeitszeitgestaltung eine gute Work-Life-Balance. senschafterin zu sein? Als Unternehmerin kann ich mitbestimmen. Bei der jährlichen Generalversammlung legt die Bank nicht nur ihren Geschäftsbericht vor, es wird auch über wichtige strategische Schritte informiert. Eine direkte Demokratie, wie wir sie als Schweizer kennen. Als Unternehmerin will ich meinen Partner kennen. Ohne Vertrauen gibt es keine Geschäftsbeziehung. 5 Jason Hegetschweiler, Inhaber einer Kreativagentur und Genossenschafter der Siedlungsgenossenschaft Sunnige Hof in Zürich. Wie leben Sie den Genossenschaftsgedanken? Die WIR Gruppe Zürich hat das Ziel, ihre Mitglieder mit dem Gedanken des WIRSystems vertraut zu machen, das Verrechnungssystem zu fördern und die persönlichen Beziehungen untereinander zu vertiefen. Rund ein Drittel der Mitglieder sind auch Genossenschafter. Im Mai organisiert der Verein jeweils zwei Cars für unsere Mitglieder, um an die Generalversammlung in Basel zu fahren. Bereits während der Anreise wird über Traktanden diskutiert, es werden Meinungen gebildet. Ich bin jeweils vor Ort und stimme selber an der Generalversammlung ab. 6 schäftslauf werde ich mit einer Dividendenausschüttung belohnt. Was für persönliche Vorteile erleben Sie als Genossenschafterin? Ich kenne jeden Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der WIR Bank persönlich. Ich weiss also, von wem die WIR Bank Genossenschaft gesteuert wird, schliesslich sind es Personen, die sich für eine Genossenschaft einsetzen. Bei direkten Gesprächen spüre ich die Absichten des Unternehmens. Je stärker wir als Unternehmer von der Bankleitung gehört werden, desto erfolgreicher kann diese Produkte und Dienstleistungen für uns Unternehmer kreieren. In einer Genossenschaft bin ich gut aufgehoben. Sie gibt mir Sicherheit, und bei gutem Ge- 7 Woran zeigt sich der Genossenschaftsgedanke in Ihrer Siedlung? Der Genossenschaftsgedanke zeigt sich in vielen Facetten – sei dies darin, gemeinsam Feste zu organisieren, Ausflüge zu unternehmen oder einfach füreinander da zu sein, in guten wie schlechten Zeiten. Und als Botschafter biete ich gerne mein Wissen an. Es ist dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit, welches in unserer Genossenschaft ganz natürlich ist. Der Hausmeister ist genauso Freund wie Nachbar, und ich fühle mich im Sunnige Hof wirklich zu Hause. Welche Vorteile gibt es, in einer Genossenschaft zu wohnen? Es ist schön, zu sehen, wie wir uns in der Siedlung gegenseitig unterstützen. Zudem ist die Genossenschaft immer darum bemüht, das Leben von uns Genossenschaftern zu verbessern. Der Vorstand und die Geschäftsstelle kümmern sich tatsächlich um jeden Einzelnen von uns, und das mit viel Leidenschaft. Für mich ist unsere Genossenschaft wie eine Art eigene Stadt in der Stadt, die sich stetig weiterentwickelt und wächst. Zum Beispiel haben wir seit neuestem eigene Mobility-Fahrzeuge vor der Haustüre, wovon eines sogar ein Elektro-Auto ist. 8 9 Gibt es für Wohngenossenschafter besondere Pflichten? Zu den Pflichten gehört meiner Meinung nach, auf Mitgenossenschafter acht zu geben und einander unter die Arme zu greifen. Ich helfe gerne und bin darum als sogenannter «Siedlungs-Botschafter» unterwegs in unserer Siedlung in Albisrieden – jede Siedlung in unserer Genossenschaft hat Botschafter, welche gewisse Sprechstunden wahrnehmen. Zum Beispiel dann, wenn eine ältere Person Hilfe braucht. Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der RaiffeisenGruppe in St. Gallen. 10 Weshalb ist für die RaiffeisenGruppe die Organisation als Genossenschaft die beste? Die genossenschaftliche Unternehmensform ist nicht nur ein Differenzierungsmerkmal von Raiffeisen, sondern der zentrale Baustein unserer DNA. Dieser spiegelt sich in unseren vier Grundwerten – Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit, Nähe und Unternehmertum. Wir sind als Genossenschaft wie keine andere Bank lokal verankert, weil die Mitglieder gleichzeitig auch Mitbesitzer ihrer Raiffeisenbank sind. Wir sind nicht von kurzfristigen wirtschaftlichen Schwankungen abhängig und klar auf den langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet. Der Entscheidungsfindungsprozess mag Selbsthilfe als Zweck Myrta Zumstein, Mitinhaberin der Zumstein Insektengitter GmbH und Präsidentin WIRGruppe Zürich. 4 Warum ist es für Sie etwas Besonderes, Genossenschafterin zu sein? Vor sieben Jahren war die Zumstein Insektengitter GmbH ein Startup. In dieser Phase suchten wir nach einer Bank, die sich für KMU einsetzt und eine Genossenschaft ist. In der WIR Bank Genossenschaft fanden wir den geeigneten Partner. Was ich daran schätze, Genos- Sieben auf einen Streich Eine Genossenschaft mit nur einem Genossenschafter ist undenkbar. Der Zweck dieser Rechtsform liegt in der gemeinsamen Selbsthilfe. Das setzt eine Mehrzahl von Personen voraus, darum hat der Schweizer Gesetzgeber bei einer Reform im Jahr 2008 die Mindestzahl auch bei sieben belassen, während eine GmbH oder AG auch mit nur einer Person funktioniert. In Deutschland gilt hingegen die Zahl drei als Mindestgrenze. Die Genossenschaft gilt als personenbezogene Gesellschaftsform. In ihr soll «ein Stück der wirtschaftlichen Persönlichkeit» des Genossenschafters selbst aufgehen, wie es ein Lehrbuch formuliert, nicht nur «ein Stück Vermögen» wie bei einem Aktionär. Abgestimmt wird nach Köpfen, in demokratischer Manier, nicht nach der Höhe des investierten Kapitals wie bei einer Aktiengesellschaft. Genossenschaftsanteile können verzinst werden, was sie gegebenenfalls im jeweiligen Zinsumfeld zu einer attraktiven Geldanlage macht. Per Ende Juli waren gemäss Angaben des Informationsdienstes Bisnode D&B in der Schweiz 8199 Genossenschaften im Handelsregister eingetragen. Anfang 2012 waren es noch 9980. Die sinkende Zahl der Genossenschaften ist aber kein Zeichen dafür, dass die Rechtsform unattraktiv geworden ist, sondern Ausdruck des Strukturwandels in der Landwirtschaft. Es sind vor allem kleine Viehzucht- und Käsereigenossenschaften, die in grösseren Strukturen aufgehen. (est.) zwar etwas länger dauern, dafür sind die Resultate tragfähiger. Vertrauen und Sicherheit sind zentral. Diese Organisationsform eignet sich auch darum besonders gut, weil sie Transparenz und Langfristigkeit in der Geschäftstätigkeit und der strategischen Ausrichtung sicherstellt. Dies ist für ein sehr sensibles Geschäft der Schlüssel für das Vertrauen des Kunden zur Bank. 11 Was schätzen Sie persönlich an Ihrer Tätigkeit Job als Leiter einer Genossenschaft im Finanzsektor? Das oberste Organ unserer Organisation ist die Delegiertenversammlung. Diese quasi «umgekehrte Hierarchie» führt dazu, dass wir intensiv und ständig miteinander sprechen müssen. Zudem bringt uns dies auch näher an den Kunden, was ich persönlich sehr schätze. Positiv scheint mir auch der langfristige Planungshorizont, der sich aus der Stabilität des genossenschaftlichen Modells ergibt. Dies ist für ein sehr sensibles Geschäft der Schlüssel für das Vertrauen zwischen Kunde und Bank. Durch die Möglichkeit der Mitbestimmung und die Vorteile für Genossenschafter steht das Modell darum auch in der Bevölkerung sehr hoch im Kurs. Joos Sutter, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Coop-Gruppe in Basel. 12 Coop ist als ein inzwischen international tätiges Handelsunternehmen immer noch als eine Genossenschaft organisiert. Ergibt das in der heutigen Zeit noch Sinn? Die Organisation als Genossenschaft hat bei Coop Tradition. Als Genossenschaft sind wir regional und in der Bevölkerung stark verankert, wir sind nahe bei den Menschen, und wir wissen, was unsere Kundinnen und Kunden von uns wünschen und erwarten. 13 Was schätzen Sie an der Position als Gesamtleiter einer grossen Genossenschaft? Als Leiter einer Genossenschaft bin ich sehr nahe bei unserer Kundschaft und bei unseren Mitarbeitern. In einer Genossenschaft können auch langfristige Ziele verfolgt werden. So engagiert sich Coop sehr stark für Nachhaltigkeit, was mich auch persönlich sehr freut. 4. September 2016 Ostschweiz am Sonntag ALAMY Format ohne Grenzen EinwenigDemokratie fürdieWirtschaft Um gemeinsam grosse Aufgaben zu bewältigen, organisieren sich Menschen seit je in Genossenschaften. Im 19. Jahrhundert federten sie für viele die Folgen der Industrialisierung ab. Ist eine Aufgabe zu gross für den Einzel nen, schliesst er sich mit Schicksals genossen zusammen und teilt Aufwand und Ertrag. Dieses Prinzip begleitet die Menschheit, seit sie in Sippen auf die Mammutjagd ging. Im Mittelalter began nen sich solche natürlichen Schicksals gemeinschaften, die auf Familienbezie hungen beruhten, zu wirtschaftlichen Interessenverbünden zu verfestigen. Überall dort, wo Kräfte gebündelt wer den mussten, entstanden erste Formen von Genossenschaften: Die Hanse in Norddeutschland sicherte den Seehan del, die Zünfte regulierten das Handwerk in den Städten. Im Norden dienten Ge nossenschaften zum Beispiel dazu, Dei che zu unterhalten, im Alpenraum regel ten sie die gemeinschaftliche Nutzung der Allmenden. Die International Co-operative Alliance zählt zu den wenigen Weltverbänden, die beide Weltkriege überstanden haben. Das spricht für die Tragfähigkeit der Genossenschaftsidee. Von Marius Leutenegger Wege, Brücken und die Fürsorge Frühe Genossenschaften funktionierten oft bereits nach dem Mehrheitsprinzip und wirkten gemeinschaftsbildend. Nach und nach erweiterten sich ihre Auf R und um den Globus arbei ten 250 Mio. Menschen in Genossenschaften. Die 300 grössten Genossenschaf ten der Erde erwirtschaften zusammen umgerechnet einen Umsatz von rund 2200 Mrd. Fr. Angesichts solcher Zahlen ist es wenig erstaunlich, dass die Genossenschafts bewegung über eine starke interna tionale Stimme verfügt – die Internatio nal Cooperative Alliance (ICA), auf Deutsch: der Internationale Genossen schaftsbund (IGB). Dem Verbund gehören 292 Mitglieds organisationen aus 95 Ländern an; diese repräsentieren rund 1 Mrd. Genossen schafter. Mitglieder der ICA sind Genos senschaften und Verbände aus allen Sektoren, in denen diese Rechtsform verbreitet ist – Landwirtschaft, Banking, Industrie, Versicherung, Wohnbauten, Gesundheit, Tourismus. Marx fand lobende Worte schaften bis heute von anderen wirt schaftlichen Körperschaften unterschei det: ein Mann, eine Stimme. Während Produzenten von Skalen effekten in der industriellen Massen fertigung profitierten, wollten sie sich als Konsumenten durch den genossen schaftlichen Zusammenschluss mehr Marktmacht sichern. Dies galt nicht nur für Waren, sondern auch für Kredite. Gierige Raubtiere, mattes Wild Friedrich Wilhelm Raiffeisen stellte fest: «Wie das gierige Raubtier auf das gehetz te und abgemattete Wild, so stürzen sich die gewissenlosen und habgierigen Blut sauger auf die hilfsbedürftigen und ih nen gegenüber wehrlosen Landleute, de ren Unerfahrenheit und Not ausbeutend, um sich allmählich in den Besitz ihres ganzen Vermögens zu setzen.» Er gründete 1862 in Deutschland den «Heddesdorfer Darlehnskassenverein», die erste genossenschaftliche Bank. Die se stiess auch in der Arbeiterbewegung auf Interesse. In der Schweiz unterstütz te sie die Genossenschaften und entwi ckelte das Dreisäulenmodell von «Partei, Gewerkschaften und Genossenschaf ten». 1895 nahm die Sozialdemokrati sche Partei der Schweiz (SPS) die Förde rung von Genossenschaften in ihr Pro gramm auf, doch sie setzte programma tisch zunächst weiter auf Verstaatlichung statt Vergesellschaftung. Ihre erste Blüte erlangte die Genossenschaftsidee dann in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Benjamin Gygax Die Gründung des Internationalen Genossenschaftsbunds auf einer Gedenkmarke aus Grossbritannien. (1970) In seiner Inauguraladresse der Interna tionalen Arbeiterassoziation feierte Karl Marx 1864 das Genossenschaftswesen als «Sieg der politischen Ökonomie der Arbeit über die politische Ökonomie des Kapitals». Genossenschaften galten als Alternative zum Kapitalismus, und sie waren daher lange Zeit nicht überall gern gesehen. Als die französische Kreditgenossen schaft Crédit du Travail anlässlich der Pariser Weltausstellung 1867 zu einem internationalen Kongress der Bewegung lud, wurde dieser von den französischen Behörden kurzerhand verboten. Die Teil nehmer trafen sich dennoch, allerdings im Geheimen. Sie bekräftigten, trotz allem einen Weltverband gründen zu wollen, was dem damaligen Trend zum Internationalismus entsprach. 1895 war es schliesslich so weit: An einem Kongress in London riefen 200 Teilnehmer aus 14 Ländern die ICA ins Leben. Die Vereinigung sollte vor allem dem Wissensaustausch, dem Handel und der Definition der Genossenschaftlichkeit dienen; das hat sich bis heute eigentlich nicht geändert. Als Vorbilder galten die sogenannten RochdalePioniere. 1844 hatten in der britischen Industriestadt Rochdale 28 Weber eine erfolgreiche Ge nossenschaft gegründet, die zwar nicht CHRISTOPH RUCKSTUHL / NZZ Heute ist die ICA ein Schwergewicht un ter den Nichtregierungsorganisationen (NGO) bei den Vereinten Nationen. Ihre Anfänge waren aber bescheiden und fast etwas klandestin. Die internationale Ge nossenschaftsbewegung war ursprüng lich eng mit jener der Arbeiter verknüpft. gaben auch darauf, Wege, Brücken und Infrastruktur zu unterhalten, die Für sorge zu organisieren oder Recht zu sprechen. Zunächst waren die Regeln der Genossenschaften gewohnheitsrechtlich bestimmt, ab dem 13. Jahrhundert wur den sie schriftlich festgehalten. Eine weitere Entwicklungsstufe er klommen die Genossenschaften mit der Industrialisierung. Sie boten Antworten auf die drängende Frage: Wie können die Arbeits und Lebensbedingungen der Industriearbeiter menschenwürdiger ge staltet werden? Der britische Unterneh mer und Frühsozialist Robert Owen re agierte 1799 auf die schrecklichen Zu stände in den Fabriken. Er bekämpfte in seiner Baumwollspinnerei im schotti schen New Lanark den Alkoholkonsum und die Kinderarbeit, senkte die Arbeits zeit, schuf Kranken und Altersversiche rungen, günstigen Wohnraum und einen Konsumladen – und war mit seinem Kon zept auch wirtschaftlich erfolgreich. Die Produktivität stieg stark an. Seine Lebens und Arbeitsgemein schaft beschrieb er als «Vereinigung einer besonderen Art, die sich mehr auf Perso nen als auf Kapital stützt, nicht nur ein fi nanzielles, sondern auch ein moralisches Ziel hat». Damit lieferte er die Definition einer Genossenschaft. Dem Vorbild Owens folgten 28 Arbei ter einer nordenglischen Baumwollspin nerei. Sie gründeten 1844 die «Rochdale Society of Equitable Pioneers» als Kon sum und Spargenossenschaft und for mulierten den Grundsatz, der Genossen Ziel der Gäste aus aller Welt: Das Kultur- und Kongresszentrum (KKL) in Luzern. Die ICA bietet auch 121 Jahre nach der Entstehung das, was die Gründer wollten: Den Austausch über die Grenzen hinweg. die erste ihrer Art, aber besonders inno vativ und gut reglementiert war. Ihre Be stimmungen sind noch heute vorbildlich für Genossenschaften und fliessen wei terhin in die Prinzipien der ICA ein. Ge fordert werden etwa die freiwillige und offene Mitgliedschaft, eine demokrati sche Kontrolle durch die Mitglieder und deren wirtschaftliche Partizipation. Für eine bessere Welt Wichtigste Instrumente, um ihre Ziele zu erreichen, waren für die ICA zu Beginn die alle zwei bis drei Jahre stattfindenden Kongresse. Die Tagungen sollten auch den grenzüberschreitenden Handel för dern, denn die Genossenschafter waren überzeugt, dass ihre Bewegung generell zu einer besseren Welt beitragen könne. Der Ausschuss der ICA formulierte den Traum von einem «genossenschaftlichen Weltreich, das auf den Gedanken der Solidarität der Interessen aller Menschen und der Gleichheit der Rechte aller» beruhe und dessen «Weltparlament» die ICA darstelle. Die meisten führenden Genossenschafter waren begeisterte An hänger des Freihandels und verstanden den internationalen genossenschaftli chen und nicht wettbewerbsorientierten Markt auch als Garant für Frieden. Diese Haltung mag wesentlich dazu beigetra gen haben, dass Genossenschaften bis heute viel Sympathie entgegengebracht wird. Tatsächlich gehört die ICA zu jenen wenigen Weltorganisationen, die den Ersten und Zweiten Weltkrieg überstan den – und auch den Kalten Krieg: Genos senschaften aus dem Ostblock blieben der Organisation auch nach dem Zweiten Weltkrieg treu. 1946 erhielt der Bund als erste Nichtregierungsorganisation von der Uno den Konsultativstatus. Er er laubt, an offiziellen Diskussionen des Wirtschafts und Sozialrats der Uno teil zunehmen und an begleitenden Veran staltungen zu lobbyieren. Heute ist die ICA in die vier Regionen Afrika, Europa, Asien/Pazifik und Ame rika aufgeteilt, sie verfügt über zahl reiche Unterorganisationen für einzelne Branchen und wird von einem 20köpfi gen Vorstand geleitet. Vizepräsident – und Präsident der rechtlich selbständi gen europäischen Fraktion – ist der Deut sche Dirk J. Lehnhoff, der auch im Vor stand des Deutschen Genossenschafts und Raiffeisenverbands sitzt. Die ICA verfolge vor allem das Ziel, das Genos senschaftswesen sichtbar zu machen, sagt er. «Denn es ist viel weniger be kannt, als es angesichts seiner wirt schaftlichen Bedeutung sein müsste.» Und auch angesichts seiner Erfolge. Lehnhoff verweist darauf, dass Genos senschaften sicher durch die letzte Wirt schaftskrise kamen. Grenzüberschreitende Modelle «Genossenschaften sind von ihrem Mo dell her nachhaltig ausgerichtet – sie sind eine Art Selbsthilfeorganisation ihrer Mitglieder und vertreten deren langfris tige Interessen», sagt Lehnhoff. Zudem seien sie in der Regel stark regional ver wurzelt, was sie auch zu zuverlässigen Steuerzahlern mache, denn sie könnten nicht einfach in den nächsten Steuer hafen ziehen. Dennoch ist der Vizeprä sident der ICA überzeugt, dass sich Ge nossenschaften verstärkt international ausrichten müssen: «Ohne länderüber greifende Kooperation hat man heute keine Chance mehr.» Bereits seit zehn Jahren gibt es daher im EU-Raum die Societas Cooperativa Europaea (SCE) – die Europäische Genos senschaft. Die Rechtsform erlaubt Ge nossenschaften, in mehreren EU-Staaten Niederlassungen zu gründen, und er leichtert ihnen die grenzüberschreitende Tätigkeit. Damit erhalte die Genossen schaftsidee zusätzlichen Schub, ist Lehn hoff überzeugt – und diesen Schub brau che es angesichts der Globalisierung. «Ich wünsche mir, dass die moderne Wirt schaft wieder verstärkt den Menschen im Fokus hat. Wenn man sieht, welche Geld mengen heute per Mausklick bewegt werden, muss man sagen: Das ist nicht gesund. Wir brauchen Unternehmen, die in dem Sinn bodenständig sind, dass sie mit beiden Füssen auf dem Boden stehen – und das sind die Genossenschaften, denn sie werden von ihren Mitgliedern und nicht von fremden Geldgebern kon trolliert.» Dies bekannter zu machen, sei letztlich das Hauptziel der ICA. Ein Mitglied der Weltorganisation ist die Allgemeine Baugenossenschaft Zü rich (ABZ), die grösste ihrer Art in der Schweiz. Präsident Peter Schmid sagt, mit der Mitgliedschaft wolle die ABZ «die Ge nossenschaftsbewegung weltweit unter stützen. Wir sind Teil einer globalen Idee eines gesellschaftlich verantwortlichen Wirtschaftens.» Schmid engagiert sich im Verband als Vorstandsmitglied der Sek tororganisation Cooperative Housing In ternational (CHI). Dank der Mitgliedschaft eröffne sich der ABZ «der Blick auf andere Länder und andere Rahmenbedingungen». Die ICA bietet also auch 121 Jahre nach ihrer Ent stehung genau das, was den Gründern vorschwebte: Austausch über die Gren zen hinweg. IGT-Kongress in Luzern Vision 2020 1000 Teilnehmer am 18.Welttreffen erwartet Die soziale Dimension gewinnt in der Wirtschaft wieder an Gewicht. Der Internationale Genossenschaftsbund (ICA) will mit seiner Vision 2020, die in Luzern präsentiert und erörtert wird, auf den Errungenschaften der genos senschaftlichen Rechtsform aufbauen und sich mit den Herausforderungen der Gegenwart auseinandersetzen. Dazu gehören unter anderem die Entsolidarisierung, Umweltprobleme, Effizienz und Preisdruck, Deindustria lisierung und Digitalisierung. (dst.) Die «Internationalen Genossenschaftswissenschaftlichen Tagungen» (IGT) finden seit 1954 statt – in jüngerer Zeit im Vierjahresrhythmus. An der Konferenz tauschen sich Führungskräfte, Politiker und Wissenschafter in Foren, Referaten oder informellen Gesprächen über die Entwicklung von Genossenschaften aus. Die 18.Tagung steht unter dem Titel «Identität und Wachstum». Sie findet vom 14. bis 16. September 2016 im KKL und an der Universität Luzern statt. Nach 1978, als man sich an der Universität Freiburg traf, wird die Tagung damit zum zweiten Mal in der Schweiz durchgeführt. In Luzern werden an den drei Tagen rund 1000 Wissenschafter, Genossenschaftspraktiker und Interessierte erwartet. Träger der IGT sind die Arbeitsgemeinschaft Genossenschaftswissenschaftlicher Institute (AGI), das Institut für Unternehmensrecht IFU/BLI der Universität Luzern und die IG Genossenschaftsunternehmen (IGG). Das Organisationskomitee wird von Hilmar Gernet, Leiter Kommunikation & Politik bei Raiffeisen Schweiz, präsidiert. «Der 2011 gegründeten IGG gehören Mitglieder wie die Raiffeisen, Mobiliar oder Fenaco an», sagt Gernet. «Im Uno-Jahr der Genossenschaften 2012 führte die IG ihren ersten Kongress durch, und darauf ergab sich die Chance, auch die IGT zu veranstalten.» In Luzern dreht sich aber nicht alles allein um Wissenschaft, versichert der OK-Präsident. «Wir haben ein Parallelprogramm zusammengestellt, in dem es um die genossenschaftliche Praxis geht und an dem sich Vertreter der wichtigsten Genossenschaften beteiligen.» Die Top-Shots der Schweizer Genossenschaften und internationale Koryphäen machen die Tagung auch für ein breiteres Publikum attraktiv. Die Durchsicht des Gesamtprogramms könnte einem Kopfzerbrechen berei- ten – denn das Angebot an Referaten und Podien ist gewaltig. Gernet empfiehlt, ein individuelles Programm um die halbtäglich stattfindenden Panels zusammenzustellen. Auf besonders viel Interesse dürfte das Angebot am Freitagmorgen stossen, wenn die in der Schweiz traditionell gut vertretenen Wohnbaugenossenschaften das Thema setzen. Marius Leutenegger Website: www.igt2016 ch Die 13 Gründer der Rochdale Society of Equitable Pioneers, einer Spar- und Konsumgenossenschaft. (1844) Zahlen und Fakten 250 Mio. So viele Menschen arbeiten gemäss Schätzungen weltweit in nach genos senschaftlichen Prinzipien organisierten Firmen. In den Industrieländern sinkt die Zahl, in Entwicklungsländern steigt sie. 2200 Mrd. Fr. Diesen Umsatz erzielen, umgerechnet in Franken, die 300 grössten Genossen schaften der Welt. Umsatzspitzenreiter in der Schweiz sind die Handelsfirmen Coop, Migros und Fenaco (siehe Seite 3). 6. Jh. In der Innerschweiz bilden sich erste Tal und Alpgenossenschaften. Sie dienen in erster Linie der bäuerlichen Selbsthilfe und tragen dazu bei, Konflikte um die Landnutzung zu vermeiden. 1291 Gründungsjahr der alten Eidgenossen schaft. Der Bundesbrief von August 1291 gilt als Gründungsurkunde. Erste Mitglie der waren Uri, Schwyz und Unterwalden. 1332 kam Luzern dazu, 1353 weitere Orte. 1826 In Bern wird die Schweizerische Gesell schaft zur gegenseitigen Versicherung des Mobiliars gegen Brandschaden gegründet. Die Mobiliar ist die älteste private Versicherung der Schweiz. 1. Sa. Seit 1923 findet am 1. Samstag im Juli in aller Welt der Genossenschaftstag statt. Ins Leben gerufen wurde er vom Inter nationalen Genossenschaftsbund (ICA), seit 1992 ruft ihn auch die Uno aus. (dst.) IMPRESSUM: Eine Beilage der «NZZ am Sonntag», der «Ostschweiz am Sonntag» und der «Zentralschweiz am Sonntag». Chefredaktion: Felix E. Müller (fem.), Redaktionelle Leitung: David Strohm (dst.), Art Direction: Hanspeter Hösli. Verlag: NZZ am Sonntag, Postfach, 8021 Zürich; Neue Luzerner Zeitung AG, Postfach, 6002 Luzern; St.Galler Tagblatt AG, Postfach, 9001 St.Gallen. Jetzt rmin Beratungste vereinbaren. Immer da, wo Zahlen sind. Wenn Sie uns zu Ihrer ersten Bank machen, dankt es Ihnen die ganze Region. Als Raiffeisen-Mitglied sind Sie nicht nur Kunde, sondern Mitbesitzer Ihrer Bank. Ihre Spareinlagen ermöglichen Kredite für lokale KMU und Hypotheken. Davon profitieren Sie und die Region. Wir machen den Weg frei 4. September 2016 Ostschweiz am Sonntag «DieeinzelnenMitglieder bestimmendenKurs» Genossenschaften sind praktisch schadlos durch die jüngste Wirtschaftskrise gekommen und können – gut geführt – sehr erfolgreich sein. Ihr Konzept passt bestens zum heutigen Zeitgeist, sagt der Luzerner Professor und Genossenschaftsexperte Franco Taisch STEFANO SCHRÖTER Coop, Migros oder Raiffeisen sind längst gewinnorientierte Unternehmen. Ist die Genossenschaftsform heute nicht ein Feigenblatt? Franco Taisch: Das kooperative, genossenschaftliche Modell ist eine wirtschaftliche und keine altruistische Unternehmensform. Vereine oder Stif tungen sind dafür geeignetere Formen. Genossenschaften hingegen sind nicht in erster Linie gemeinnützig. Sie bewe gen sich in der genau gleichen unter nehmerischen Umwelt wie jede andere Unternehmensform. In der Literatur spielt der Altruismus als Grundmotiv bei Genossenschaften trotzdem eine wichtige Rolle. Geschichtlich betrachtet ist die Genossenschaft stark ideologisiert worden. Sie wurde oft benutzt, um ideologische Gedanken in die Wirt schaft zu projizieren. Sowohl die Pro gramme linker Parteien wie auch solche am rechten Spektrum propagieren das Modell. Genossenschaften sind aber nicht ideologisch, sie sind eine Wirtschaftsplattform. Sie entstanden in der neueren Zeit Mitte 18.Jahrhundert aus Not und als Selbsthilfe und nicht aus einer altruistischen Idee heraus. Das ist nichts anderes als Unternehmertum. Welche Bedeutung haben Genossenschaften heute weltweit? 3 bis 5 Prozent der Weltwirtschafts leistung stammen von Genossenschaf ten. Weltweit bestehen Tausende von Genossenschaften mit noch mehr Mit gliedern und Arbeitnehmern in ver schiedensten Industrien. Startups als Genossenschaften sind heute allerdings eine Rarität. Weil die Berater nur die Aktiengesell schaft (AG) oder die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) kennen. Das Wissen über Genossenschaften ist gering, die Hürden sind zudem hoch: Es braucht sieben Gründer, wohingegen die anderen Unternehmensformen nur einen benötigen. Inwiefern passt das in den Zeitgeist? Weil selbst der Chef des grössten Nahrungsmittelkonzerns der Welt, Paul Bulcke von Nestlé, kürzlich von einem «Shared Value» sprach. Damit meint er, dass mehrere Anspruchsgruppen in die Unternehmenstätigkeit einbezogen werden sollen – wie bei Genossen schaften. Das ist mit ein Grund, weshalb Der Rechtsanwalt, Unternehmer, Verwaltungsrat und Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Luzern, Franco Taisch, 57, befasst sich vor allem mit Geschäfts- und GovernanceModellen von Unternehmen. Er hat zahlreiche Publikationen zum Thema Genossenschaften verfasst und ist Autor des Buchs «Genossenschaftsgruppen und deren Steuerung». Taisch ist unter anderem Verwaltungsrat bei der Raiffeisen-Gruppe und Leiter der Interessengemeinschaft Genossenschaftsunternehmen. (knu.) In einer AG hat der Aktionär mit dem grössten Kapitalanteil die meisten Stimmen. Bei der Genossenschaft gilt: Eine Person, eine Stimme. Wo liegt der Vorteil? In Genossenschaften entscheiden die Personen unabhängig vom Kapital: One Person, one vote. Es ist mit Wahlen und Abstimmungen in der Schweiz ver gleichbar. Die Stossrichtung wird durch die einzelnen Genossenschaftsmitglie der bestimmt, diese geben den Kurs vor. Wer auf dieser demokratischen Basis die Führung des Unternehmens – wie der des Landes Schweiz – intelligent auf setzt, kann sehr erfolgreich sein. Genossenschaften sind weltweit präsent. Sie entstanden immer dann, wenn sich fundamentale Veränderungen abzeichneten. Mit Beginn der indus triellen Revolution oder der Digitalisie rung zum Beispiel. Auch die vermeint liche Geburtsstunde der Schweiz 1291 geht auf eine kooperative Genossen schaft der drei Bünde Uri, Schwyz und Unterwalden zurück, die Eidgenossen schaft. Sie hatte den Ausbau des Gott hards als wichtigen Verkehrsweg zum Ziel. In Grossbritannien waren Genos senschaften wichtige Vorwärtstreiber. Bereits in der Renaissance, in Städten mit Zünften, nahmen sie einen wichti gen Platz ein. So entstanden genossen schaftliche Versicherungen wie etwa der Brandschutz. Bestehende Genossenschaften haben sich aber gut entwickelt... ... und sind zudem fast schadlos durch die jüngste Wirtschaftskrise gekommen. Die 20 grössten Schweizer Genossenschaften steuern rund 12Pro zent zur Wirtschaftsleistung bei. Genos senschaften haben es geschafft, immer etwas unter dem Radar zu bleiben. Es gibt kaum Skandale, Genossenschaften werden eher konservativ geführt. Sie folgen keinem überspitzten Sharehol derValueAnsatz, sondern einem Stake holderAnsatz, der den Interessen vieler entgegenkommt. Das passt gut in den heutigen Zeitgeist. Franco Taisch «Genossenschaften leben von ihrer Identität»: Franco Taisch, Professor für Wirtschaftsrecht. (Luzern, 22. August 2016) Genossenschaften sowie Familienunter nehmen in der Gesellschaft ein positives Image geniessen, während klassische börsenkotierte Unternehmen eher am Ende der Skala stehen. Die Mobiliar-Versicherung schüttet bei akkuratem Geschäftsverlauf einen Teil ihres Gewinns an die Genossenschafter aus. Das wäre doch auch ein Modell für andere Genossenschaften? Das tun viele Genossenschaften via Dividende auf dem durch die Mitglieder investierten Kapital. Die Mobiliar nutzt aber eine weitere typisch genossen schaftliche Möglichkeit der Mitglieder beteiligung, nämlich eine Art Korrektur des kalkulierten Preises für ihre Dienst leistung – quasi eine direkte Rückver gütung an die Mitglieder unter dem Jahr. Die Verrechnung der Produktions kosten allein wäre keine sorgfältige und nachhaltige Geschäftsführung. Es braucht eine gewisse Marge, um sich als Unternehmen weiter zu entwickeln, zu wachsen und auch Reserven zu bilden. Wenn diese Marge zu vorsichtig bemes sen wurde, kann dies das genossen schaftliche Geschäftsmodell korrigieren und sogar einen Teil dieses Überschus ses direkt den einzelnen Genossen schaftern zurückgeben. Das ist aber nicht die Regel. Neben all diesen Beteiligungs möglichkeiten behalten Genossenschaf ten aber typischerweise, was sie erwirt schaftet haben, zum grössten Teil im Unternehmen zurück und investieren es wieder – in guten und schlechteren Zeiten. Eine Maximierung der Dividen denausschüttung ist ihnen fremd. Das kooperative Geschäftsmodell ist kein hierarchischer Tanker. Es basiert auf Netzwerken. Im Konkursfall kann auf das Genossenschaftskapital zurückgegriffen werden? Die Haftung der Mitglieder beschränkt sich damit aber auch auf die Zahlung des Anteilscheins. Es ist ver gleichbar mit einer Aktiengesellschaft. Allerdings kann in einer Genossenschaft die Haftung ausgeweitet werden, wenn in den Statuten eine Art Nachschuss pflicht festgehalten ist. Wird es finan ziell eng, kann jedes Mitglied verpflich tet werden, nochmals einen vorher defi nierten Betrag einzuzahlen. Die Statu ten können darüber hinaus die Genos senschafter bis zu einem bestimmten Grad auch persönlich haftbar machen. Das kann bei kleineren Genossenschaf ten vorkommen, nicht aber bei grossen. Im Extremfall kommt es zur persön lichen Haftung wie bei einem selbstän dig Erwerbenden. Welche Zukunft prophezeien Sie dem Genossenschaftsmodell? Genossenschaften leben von der Identität verschiedener Anspruchs gruppen. In Genossenschaften kommen Kunden zusammen, aber auch Eigen tümer und Arbeitnehmer oder beides in einem. Kunden können gleichzeitig Mitglied und Lieferant oder Zulieferer sein. Diese Doppel oder Trippel identitäten könnte man verstärkt in den Innovationsprozess einbeziehen. Das lässt für die Zukunft viel Raum nach oben. Das kooperative Geschäftsmodell basiert auf Netzwerken. Es ist nicht in erster Linie ein rein hierarchischer Tanker. Das heisst: Schliessen sich ver schiedene Genossenschaften zusam men, ergibt das einen Verbund von Flot tillen. Solche netzwerkartigen Gebilde sind extrem krisenresistent. Interview: Ueli Kneubühler 4. September 2016 Ostschweiz am Sonntag Genossenschaften spielen in einigen Sektoren der Wirtschaft eine dominante Rolle. Gemeinsam ist ihnen der grosse Einsatz für die Gesellschaft Detailhandel Zwei Riesen für den täglichen Bedarf Es gibt in der Schweiz keine zweite Branche, die derart von Genossenschaften dominiert wird wie der Detailhandel. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf Coop und Migros, die mit Abstand grössten Genossenschaften des Landes. Im Detailhandel ist die Unternehmensform sehr beliebt, 377 haben dieses Rechtskleid gewählt. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts entstanden die ersten sogenannten Konsumvereine, Vorläufer der Genossenschaften im Detailhandel. Arbeiter, Angestellte, Beamte und Bauern schlossen sich zusammen, um die Konsumenteninteressen durch Vermittlung von Gütern des täglichen Bedarfs zu fördern. Basis für die Konsumvereine war die offene Mitgliedschaft, die demokratische Verwaltung, Rückvergütung, politische und konfessionelle Neutralität und Barzahlung. Nach der ersten eigentlichen Genossenschaft, dem Konsumverein Zürich (1851), folgte 1890 der Verband Schweizerischer Konsumvereine (VSK), der später in der heutigen Coop-Gruppe aufging. Als Genossenschaften streben Coop wie Migros keine Gewinnmaximierung an. Anders als Coop stülpte Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler dem Detailhändler zunächst das Gewand einer Aktiengesellschaft über. Grund für den Wechsel zur Genossenschaft war, dass das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwohl habe leisten wollen und sich so vor einer Übernahme schützte, heisst es bei der Migros. Noch heute geht das sogenannte Kulturprozent in einen Fördertopf, aus dem die Migros unzählige kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten unterstützt. Ueli Kneubühler Finanzen Gewinnanteil für die Genossenschafter Sie locken mit Prämienreduktion und Anteilen am Überschuss, vergünstigen Ausflüge und Reisen und fördern Sportanlässe und lokale Festivitäten. Wie andere Banken und Versicherungen zeigen sich auch die als Genossenschaften organisierten Institute und Anstalten kulant im Umgang mit den eigenen Mitgliedern. Die Mobiliar etwa als älteste private Versicherung der Schweiz schüttet seit 1940 auf freiwilliger Basis Teile des Gewinns aus. In den letzten fünf Jahren waren es immerhin 70Mio.Fr. An die Genossenschafter denken auch die 270 eigenständigen Genossenschaften der Raiffeisengruppe, die mit ihren 1,9 Mio. Mitgliedern und fast 1000 Geschäftsstellen die drittgrösste Bankengruppe der ALESSANDRO DELLA BELLA / KEYSTONE Wosieden Tonangeben Schweiz darstellen. Als Sponsoringpartner engagiert sich die Bank auf lokaler und nationaler Ebene für «eine vielfältige und lebendige Schweiz», gibt Gelder für die Freiwilligenarbeit von Vereinen und unterstützt gemeinnützige Selbsthilfeprojekte und kulturelle Werke. Die Rechtsform der Genossenschaft findet sich auch bei Krankenkassen. Unter anderem für die 1890 als «KrankenKasse des Vereins Schweizerischer Eisenbahn Angestellter» gegründete heutige KPT, für die wesentlich kleinere Krankenkasse Steffisburg oder für Kassen für Ärzte und Lehrer hat sie sich als vorteilhaft erwiesen. David Strohm Getreideimporte. In ganz Europa entstanden landwirtschaftliche Genossenschaften. Ziel war, sich für Einkauf und Vermarktung effizienter zu organisieren. Mit Volg trat ein Mitspieler auf den Plan, der als Kämpfer für die kleineren Bauern stand und der den Zwischenhandel ausschalten sollte. Heute ist Volg Teil des Genossenschafts-Konglomerats Fenaco, das 1993 aus dem Zusammenschluss von sechs regionalen Verbänden gegründet wurde. Das Prinzip ist gleich geblieben: Günstiger einkaufen und faire Preise für landwirtschaftliche Produkte erzielen. Ueli Kneubühler Energieversorgung Erneuerbares in der Gemeinschaft Wohnungsbau Tragbare Mieten und Gemeinsames im Hof Im Detailhandel ist die Genossenschaft die beliebteste Rechtsform. Dorfladen von Volg in Matt, Kanton Glarus. Rund 1000 Wohnbaugenossenschaften (WBG) mit etwa 130 000 Wohneinheiten gibt es in der Schweiz. Ihr Anteil am Gesamtbestand liegt bei etwa 5%. Vor allem in den Städten tragen sie mit ihrem Angebot dazu bei, die Nachfrage nach zahlbarem Wohnraum zumindest teilweise zu befriedigen. Die ersten entstanden ab 1850 als Folge der schlechten Wohnbedingungen. Sie fassten Fuss in Städten wie Basel, Bern, Biel, Zürich, Winterthur und St. Gallen. Ab 1910 kam die eigentliche Genossenschaftsbewegung mit der Gründung der ersten von den Bundesbetrieben unterstützten Eisenbahnergenossenschaft in Gang. Eine zweite Gründungs- und Bauwelle erlebte das Land während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben den WBG gehören zu den gemeinnützigen Wohnbauträgern Stiftungen, Vereine und AG mit gleichem Zweck sowie der Wohnungsbau der öffentlichen Hand. Die vom Staat in unterschiedlicher Weise geförderten WBG bieten ihren Mitgliedern zumeist weitere Leistungen, darunter Gemeinschaftsräume und Mittagstische. Sie halten Flächen frei für Kindergärten, Schulen, Spitex und Arztpraxen, organisieren Aktivitäten in Siedlungskommissionen und Anwohnervereinen und bieten Nachbarschaftshilfe. David Strohm Landwirtschaft Günstiger einkaufen zu fairen Preisen Der Detailhändler Volg ist ein Pionier. Er war die erste moderne landwirtschaftliche Genossenschaft der Schweiz. 1886 entstand der Verband Ostschweizerischer Landwirtschaftlicher Genossenschaften, wie Volg ursprünglich hiess; er galt als Vorläufer der modernen Genossenschaftsverbände. Ihm voraus gingen Milch- und Käsereigenossenschaften, die sich mit der Ausdehnung der Hartkäseproduktion von den Bergen ins Mittelland bildeten. Im Unterland waren Strukturen nötig, damit genügend Milch zur Verfügung stand, um den Hartkäse zu produzieren. Die ersten dieser Genossenschaften entstanden Ende des 18. und Anfang des 19.Jahrhunderts – auch wegen der industriellen Revolution. Eisenbahn und Handelsschifffahrt ermöglichten günstige Genossenschaften zeigen, dass es möglich ist, Dinge zu verändern, wenn man sich gemeinsam für eine Sache einsetzt. 128 Genossenschaften sind in der Schweiz in der Energieversorgung tätig, viele davon im Bereich der erneuerbaren Energien. Die meisten operieren in kleinem Rahmen auf lokaler Ebene – wie zum Beispiel die Genossenschaft Ägerital Energie. Sie wurde 2014 gegründet und konzentriert sich auf lokale Photovoltaik-Projekte. In der Zentralschweiz gibt es für die Neugründung solcher Genossenschaften sogar Fördergelder von der Albert-Koechlin-Stiftung. So sollen sich in allen Gemeinden der Region Energiegenossenschaften etablieren können. Für kleine Anbieter ist der Markt für erneuerbare Energien aber hart, nicht alle können sich halten. Immerhin leisten sie einen Beitrag zur Energiewende. Andreas Appenzeller, Geschäftsleiter der Energiegenossenschaft ADEV, sieht dies ebenso: «Sie zeigen, dass es möglich ist, Dinge zu verändern, wenn man sich gemeinsam für eine Sache und nicht nur für Profit einsetzt.» Die ADEV mit Sitz in Liestal und knapp 700 Genossenschaftern verfolgt ihre «Sache» – die Versorgung mit erneuerbaren Energien – bereits seit 1985. Damals war der Begriff Energiewende noch nicht in aller Munde. «Die ADEV entstand aus der Protestbewegung gegen das Kernkraftwerk Kaiseraugst heraus», sagt Appenzeller. Daraus erwuchsen die Beteiligung an der ersten Schweizer Windkraftanlage Sool, der Betrieb eines Blockheizkraftwerks in Sissach und vieles mehr. Unüblich für eine Genossenschaft dieser Branche ist, dass die ADEV auch überregional und sogar international tätig ist. Appenzeller: «Dies ergab sich ganz automatisch, weil immer mehr Darlehensgelder benötigt wurden.» Seit den frühen Tagen geht es um das ADEV-Motto: «Wir prägen die dezentrale Energieversorgung – jeder Kleinkonsument soll Kleinproduzent werden!» Erik Brühlmann Gesundheit und Soziales Pflege im Alter und kirchlicher Segen Auch im Sozialwesen prägen kleine Genossenschaften wie die Genossenschaft sozial-diakonischer Werke in Zürich oder die Bürgschafts- und Darlehensgenossenschaft der reformierten Kirche Kanton Zug das Bild. Sie erbringen in beschränktem Rahmen soziale Dienste unterschiedlicher Art. Zu ihnen gehörte auch die Genossenschaft Heilsarmee Sozialwerk mit Sitz in Bern, die Anfang 2016 in die Rechtsform, einer Stiftung überführt wurde. Einen umgekehrten Weg ging die Spitex Genossenschaft Bern, die 2014 gegründet wurde und per Anfang dieses Jahres das operative Geschäft vom ehemaligen Verein übernahm. «Als Genossenschaft können wir besonders glaubhaft an den Solidaritätsgedanken in der Bevölkerung appellieren», sagt Präsidentin Rahel Gmür. Alle Beschäftigten sind gleichzeitig Genossenschafter. «Spitex Bern plant jetzt auch Kooperationen mit anderen Genossenschaften wie Raiffeisen», sagt Gmür. Marius Leutenegger 1. Leonteq wurde seit Gründung im Jahr 2007 mehr als 32 Mal ausgezeichnet GENOSSENSCHAFTLICH VEREINT: VOM 14. BIS 16. SEPTEMBER 2016 IN LUZERN. UPGRADE TO LEONTEQ ANLAGEERFAHRUNG NEU DEFINIERT Genossenschaftsunternehmen sind grundsolide und urdemokratisch. Wir begegnen ihnen täglich. Sie sind eine wertvolle Stütze unserer Volkswirtschaft. Ihr Anteil am Bruttoinlandprodukt beträgt rund 16 Prozent. Genossenschaftsunternehmen schaffen Arbeitsplätze. Aus ihrer starken Tradition heraus entwickeln sie sich laufend weiter. Bisweilen erfinden sie sich gar neu. Wir setzen auf erfahrene Experten, die ihren Fokus auf das gemeinsame Erreichen der Kundenziele legen, und auf eine fortschrittliche IT-Infrastruktur, welche neue Standards im Hinblick auf Stabilität und Flexibilität setzt. Genossenschaftsunternehmen tauschen sich aus und schaffen ideentreibende Plattformen. Eine davon ist die internationale Genossenschaftstagung in Luzern vom 14. bis 16. September 2016. Wie die Mitgliedschaft in Genossenschaftsunternehmen steht Ihnen selbstredend auch der Besuch unserer Tagung offen. Sie sind recht herzlich eingeladen, daran teilzunehmen: www.igt2016.ch zeigt wo, wann und wie. Genossenschaftlich willkommen in Luzern. Für mehr Informationen besuchen Sie unseren YouTube Kanal und geben «Leonteq´s Business Model» ein IGT-ICCS Luzern 2016 . Universität Luzern . IFU I BLI . Postfach 4466 . CH-6002 Luzern . [email protected] . www.igt2016.ch Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Zürich und ist mit Büros in Genf, Monaco, Guernsey, Amsterdam, Frankfurt, Paris, London, Singapur und Hongkong vertreten. Das sehr erfahrene Spezialistenteam von Leonteq betreibt eine eigenentwickelte IT und Investment-Plattform, die auf höchste Flexibilität, Innovation, Transparenz und Service für die Kunden ausgerichtet ist. Möchten Sie mehr wissen? Besuchen Sie unsere Webseite www.leonteq.com oder rufen Sie uns an 058 800 1111. ROICOM.CH Wir danken unseren Sponsoren für die wertvolle Unterstützung. Die Leonteq Gruppe ist ein führender Technologie- und Servicepartner für Anlagelösungen. LEONTEQ SECURITIES AG Brandschenkestrasse 90 | Postfach 1686 | 8027 Zürich | Tel. +41 58 800 1000 | Fax +41 58 800 1010 | [email protected] | www.leonteq.com Migros-Marken: Wie die Schweiz es liebt. <wm>10CAsNsjY0MDQx0TUxMLY0twQAxxQTiA8AAAA=</wm> <wm>10CFXKsQ7CMAwE0C9ydGdfGpuMqFvVoWLPgpj5_wnBxvC2dxyzN_zc9_OxX5OgZELUqJnuDRqTrtFcExl0cLsRGFQBf9_A2gJY32NIC660btKioidR7f18fQCJOQK0dQAAAA==</wm> Michael Erismann, Projektleiter Frey
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