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Union Investment wächst in schwierigem Umfeld
● Dynamisches Bestandswachstum im institutionellen Geschäft
● Sehr gutes Neugeschäft mit privaten Kunden
● Altersvorsorgesystem in seiner Vielfalt erhalten und stärken
Köln, 16. Juli 2016 – Union Investment bleibt trotz eines sehr holprigen
Jahresauftakts an den Börsen auf Wachstumskurs. Mit 10,6 Mrd. Euro erzielte die
Fondsgesellschaft den zweitbesten Nettoabsatz innerhalb der letzten fünf Jahre
(1. Halbjahr 2015: 13,9 Mrd. Euro). „Damit zählen wir auch in diesem Jahr zu den
absatzstärksten Fondsgesellschaften“, sagte Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, im Rahmen der Halbjahrespressekonferenz in
Köln. Die Assets under Management stiegen im Vergleich zur Jahresmitte 2015 um
9,2 Prozent von 252,3 Mrd. Euro auf 275,4 Mrd. Euro.
Der Nettoabsatz des institutionellen Geschäfts bewegt sich mit 6,6 Mrd. Euro mit
Ausnahme des außergewöhnlichen Vorjahreswerts (9,4 Mrd. Euro) im Rahmen der
letzten fünf Jahre. Die Assets under Management, die Union Investment für
institutionelle Kunden verwaltet, erreichten mit 158,1 Mrd. Euro (142,3 Mrd. Euro) einen
neuen Höchststand. Gefragt waren im ersten Halbjahr 2016 vor allem Produkte mit
größeren Renditechancen wie Unternehmens-, Schwellenländer-, Hochzins-,
Nachranganleihen und Verbriefungen. Darüber hinaus gewannen globale
Aktienstrategien, Multi-Asset- und Absolute-Return-Produkte sowie
Immobilieninvestments an Bedeutung. Diese nutzen institutionelle Kunden, um Portfolios
diversifizierter aufzustellen. „Den Druck, auskömmliche Renditen zu erzielen, erhöhen
volatile Märkte, Negativzinsen und die Regulierung, sodass sich viele institutionelle
Kunden mit neuen Anlagestrategien beschäftigen. Fonds, die diese Anforderungen
erfüllen, werden stark nachgefragt“, stellte Reinke fest.
Zudem stießen nachhaltige Lösungen weiterhin auf wachsendes Interesse. Mittlerweile
ist der Bestand an nachhaltig gemanagten Fonds bei Union Investment auf rund 21 Mrd.
Euro (10 Mrd. Euro) gestiegen. „Damit sind wir in Deutschland der führende
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Fondsanbieter für nachhaltige Geldanlagen“, konstatierte Reinke. Bereits 60 Prozent
aller institutionellen Anleger in Deutschland berücksichtigen bei ihren
Investmententscheidungen Nachhaltigkeitskriterien, wie aus der aktuellen
Nachhaltigkeitsstudie von Union Investment hervorgeht.
Neben diesen langfristig angelegten Strategien führen die Negativzinsen für einige
Investoren zu einem neuen Handlungsbedarf bei kurzfristig angelegten Geldern.
Inzwischen nutzen institutionelle Kunden verstärkt Geldmarkt- und geldmarktnahe
Fonds, um ihre liquiden Assets zu managen, ohne Strafzinsen zahlen zu müssen. Als
Antwort auf diesen Bedarf bietet Union Investment zum Beispiel seit fünf Monaten mit
dem UniInstitutionalReserve Plus einen geldmarktnahen Fonds an, der sehr
kurzlaufende Unternehmensanleihen oder Floater enthält und mittlerweile auf 2,2 Mrd.
Euro angewachsen ist.
„Insgesamt blicken wir im institutionellen Geschäft in den ersten sechs Monaten auf ein
dynamisches Wachstum. Unsere Lösungen werden von genossenschaftlichen und nichtgenossenschaftlichen Kunden im In- und Ausland rege nachgefragt“, sagte Reinke.
Sehr gutes Neugeschäft mit privaten Kunden
Der seit 2012 anhaltend positive Nettoabsatz im Privatkundengeschäft hat sich auch im
ersten Halbjahr 2016 mit 4,0 Mrd. Euro (4,5 Mrd. Euro) fortgesetzt. „Das ist das
zweitbeste Ergebnis der letzten fünf Jahre. Erfreulich ist, dass viele private Kunden trotz
schwieriger Rahmenbedingungen Kurs halten“, erklärte Reinke. Absatzfavoriten waren
einmal mehr Multi-Asset-Lösungen. Ihnen flossen im ersten Halbjahr netto 2,7 Mrd. Euro
(5,6 Mrd. Euro) zu. Davon entfielen 1,5 Mrd. Euro auf die sechs PrivatFonds. Stark
nachgefragt wurden nach wie vor Offene Immobilienfonds, in die Privatanleger bis Ende
Juni 1,5 Mrd. Euro (1,5 Mrd. Euro) anlegten. „Es wird bei den Offenen Immobilienfonds
zunehmend anspruchsvoller, die starke Nachfrage der Kunden mit den
Anlagemöglichkeiten im Gleichgewicht zu halten. Deshalb konnten wir in diesem Jahr in
unseren drei zentralen Immobilien-Publikumsfonds nur für wenige Wochen neue Gelder
annehmen“, erläuterte Reinke.
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Immer mehr Anleger erkennen zudem die Chancen des ratierlichen Fondssparens für
einen nachhaltigen Vermögensaufbau. „Wie wir aus der Marktforschung wissen, liegt
den Deutschen das Sparen weiterhin ‚im Blut‘. Es gibt den Menschen ein gutes Gefühl,
weil Sparen die Handlungsfähigkeit für die Zukunft erhält“, erklärte Reinke. Nur 3,8
Prozent der Deutschen würden nicht sparen. „Sparen ist nicht tot, sondern wird
höchstens totgeredet“, so Reinke. Da viele Menschen nicht noch mehr sparen könnten
und wenig Lust verspürten, länger zu sparen, käme es darauf an, effizienter zu sparen
und so die „Evolution des Sparens“ weiterzuführen. So sieht auch die Bundesbank in der
gestiegenen Nachfrage nach Investmentfonds erstmals eine „sichtbare aktive
Renditesuche“ der privaten Haushalte.
Als Ergebnis wuchs bei Union Investment die Zahl der Fondssparverträge in den letzten
zwölf Monaten um 16,6 Prozent auf 1.281.000 (1.099.000). „Gefreut hat uns
insbesondere, dass vier von fünf Euro der Gelder in renditestarke Substanzanlagen wie
Aktien-, Misch- und Immobilienfonds geflossen sind“, ergänzte Reinke. Zum Wachstum
beigetragen hatte auch die Entscheidung von Union Investment, zum Jahreswechsel die
Mindestsparrate auf 25 Euro monatlich zu senken. Stabil entwickelte sich auch das
ratierliche Geschäft mit der Riester-Rente. Hier investierten die Sparer im ersten
Halbjahr 665 Mio. Euro (614 Mio. Euro).
„Ob ratierliches Sparen oder Einmalanlage – Investmentfonds gewinnen in der mittelund langfristigen Geldanlage privater Kunden zunehmend an Bedeutung. Zugleich
haben sich unsere Kunden trotz der Börsenturbulenzen besonnen verhalten. Aus diesem
Grund konnten wir das erste Halbjahr im Privatkundengeschäft mit einem guten
Ergebnis abschließen“, erklärte Reinke.
Altersvorsorgesystem in seiner Vielfalt erhalten und stärken
In seinem Vortrag ging Reinke auch auf die aktuellen politischen Diskussionen um das
deutsche Rentensystem ein. Es beruht auf zwei Grundpfeilern, dem Umlageverfahren
und dem kapitalgedeckten Verfahren. „Hier wurde über Jahrzehnte ein System
entwickelt, das sich bewährt hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Beide Wege kommen
aus unterschiedlichen Gründen verstärkt unter Druck, die gesetzliche
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Rentenversicherung aufgrund der Demografie, die kapitalgedeckte Vorsorge aufgrund
des lang anhaltenden Niedrigzinsumfelds. Reinke kritisierte Vorschläge aus der Politik,
die darauf abzielten, zum Umlageverfahren als einzigem Träger der Altersvorsorge
zurückzukehren. „Mir konnte bislang keiner erklären, wie man die Stabilität eines
Gebäudes erhöht, indem man einen tragenden Eckpfeiler wegschlägt“, führte Reinke
aus.
Als Beleg, welchen Nutzen die Diversifikation nicht nur in der allgemeinen Geldanlage,
sondern auch im Rentensystem schaffen kann, führte er Berechnungen der
Bundesregierung an. In ihrem aktuellen Rentenversicherungsbericht hat sie am Beispiel
der Riester-Rente untersucht, wie das Versorgungsniveau durch die Kombination von
gesetzlicher Rente und kapitalgedeckter Vorsorge gesichert wird. „Das Ergebnis zeigt,
dass das Versorgungsniveau bis zum Jahr 2029 auf über 50 Prozent gehalten werden
kann. Die Riester-Rente erfüllt ihre ursprüngliche Aufgabe, das sinkende Niveau der
gesetzlichen Rente abzufedern und hilft, die Rentenlücke dauerhaft zu reduzieren“,
erläuterte Reinke.
Der Vorstandsvorsitzende erachtete es als nicht zielführend, heutzutage großzügige
politische Geschenke aus der Rentenversicherung zu verteilen. Denn sie führten letztlich
dazu, die Möglichkeit künftiger Generationen zu schmälern, angemessen an den
Leistungen der gesetzlichen Rente partizipieren zu können. Darüber hinaus führten sie
zu steigenden Lohnnebenkosten und belasteten die Wettbewerbsstärke. „Es geht auch
in guten Zeiten darum, mit den Mitteln der gesetzlichen Rentenversicherung
hauszuhalten. Auf eine stabile Konjunktur können wir uns nicht dauerhaft verlassen, und
mehr Beitragszahler wird es aufgrund der Demografie nicht geben.“
In den kapitalgedeckten Verfahren sollte den niedrigen Zinsen durch mehr Wettbewerb
und ein breiteres Angebot an Wahlmöglichkeiten und weiteren Anreizen begegnet
werden. So ist es beispielsweise im Sinne aller Vorsorgesparer, auch in der betrieblichen
Altersversorgung allen Anbietern den gleichen Zugang zum Markt zu verschaffen. „In
einem solchen Level Playing Field könnten Sparer aus einem breit angelegten Angebot
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die für sie passenden Lösungen auswählen und müssten ihre Anlagemöglichkeiten nicht
beschränken“, sagte Reinke.
Er forderte zudem eine Weiterentwicklung der Riester-Rente. „Es würden sich noch
mehr Menschen für die Riester-Rente entscheiden, wenn sie nicht auf die
Grundsicherung angerechnet, die Fördergrenzen und Zulagenhöhen dynamisiert und
der Berechtigtenkreis ausgebaut werden würde“, erklärte Reinke. Zudem regte Reinke
an, dass Deutschland dem Beispiel anderer Länder folgen und die ungeförderte private
Vorsorge mit steuerlichen Anreizen attraktiver machen sollte.
Reinke vermisste in der aktuellen öffentlichen Rentendebatte ein gewisses Maß an
Sachlichkeit. „Ich wünsche mir, dass wir in der öffentlichen Diskussion den Menschen
mehr Orientierung geben, statt sie durch zugespitzte Aussagen zu verunsichern. Wir
müssen die Sparer, die etwas für ihre Vorsorge getan haben, darin bestärken, dass sie
etwas richtig gemacht haben“, resümierte Reinke.
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