Die Schöpfung gibt Heimat für alle - KLJB

ARBEITSHILFE
ERNTEDANK
Die Schöpfung gibt Heimat für alle
Katholische Landvolkbewegung und
Katholische Landjugendbewegung
im Bistum Münster e.V. und
LVHS Freckenhorst
Impressum: KLB und KLJB im Bistum Münster, Schorlemer Straße 11, 48143 Münster
LVHS Freckenhorst, Am Hagen 1, 48231 Warendorf
Bernd Hante, Diözesanpräses
Bilder: Daniela Pieper
ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Vorwort
In der KLJB im Bistum Münster e.V. haben wir auf der letzten Diözesanversammlung eine Kampagne beschlossen: Heimat.
Daher haben wir in diesem Jahr die Vorschläge für einen Erntedankgottesdienst diesem Thema gewidmet.
Die Gottesdienste betrachten zwei Seiten:
Heimat bewahren und Heimat suchen.
An vielen Orten versuchen Menschen, ihrer Heimat ein Gesicht zu geben.
Das erlebe ich in vielen KLJB – Ortgruppen. Sie gestalten ihr Dorf, damit
es Freude macht zu bleiben und mit anderen zusammenzuleben. Es gibt
mir Sicherheit, wenn ich weiß, wo ich hingehöre. Heimat ist dort, wo du
verwurzelt bist.
Zugleich erleben wir, dass viele Menschen gezwungen sind, ihre Heimat
aufgrund von Krieg und Gewalt zu verlassen. Sie suchen eine neue Heimat. Das ist eine große Herausforderung für alle: die Flüchtlinge müssen
sich in eine fremde Kultur hineingeben, die Einheimischen müssen sich
mit noch fremden Menschen und ihrer Kultur beschäftigen. Da ist es doch
sinnvoll, die Schöpfung nicht als seinen Besitz zu verstehen, sondern als ein
Geschenk, das allen Menschen einen Raum gibt, ihr Menschsein und ihre
Würde zu entfalten: Die Schöpfung gibt Heimat für alle.
Jedes Jahr feiern wir Erntedank – und es ist gut innen zu halten. Die Schöpfung ist Heimat für so viele. Dafür zu danken und sie zu bewahren und zu
gestalten – das ist doch ein gutes Leitmotiv für mein Leben und Handeln.
Bernd Hante
Diözesanpräses KLJB und KLB
Rektor der Hauskapelle LVHS
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Liturgie: Erntedank
Die Schöpfung gibt Heimat für alle
Einzug:
Eröffnung:
Einleitung:
Asylsuche – ein Text zur Besinnung:
Aufbruch
von Zuhause
in die Fremde
für ein besseres Leben
Träume!
Flucht
vor Gewalt
aus reiner Angst
das Leben sucht sich
Zuflucht!
Flucht
vor Hunger
und der Not
ich hoffe auf Zukunft
Hoffnung!
Schleuser
verdienen Geld
an den Hoffnungen
der mittlerweile Hoffnungslosen gewordenen
Ausbeutung!
Angekommen
sind sie
im fremden Land
werden hier Asyl-verwaltet
Gastfreundschaft?
(Thomas Hoffmann-Broy)
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Kyrie:
Gloria:
Tagesgebet:
Guter Gott,
wir haben ein Zuhause.
Wir haben Menschen, mit denen wir gerne zusammen sind.
Freunde, Familie, unsere KLJB.
Dafür sagen wir dir danke!
Deine Schöpfung ist unsere Heimat.
Wir denken aber auch an die Menschen
die ihr Zuhause und ihre Heimat verlassen mussten
wegen Hunger, Krieg, Gewalt und Not.
Die auf der Suche sind nach einer neuen Heimat.
Segne alle Menschen, die ihnen Gutes tun.
Segne alle, die freundlich zu ihnen sind.
Segne alle, die ihnen helfen, ein Leben in Frieden und Glück zu finden.
Amen
(nach einem Gebet von Guido Hügen OSB, Wegzeichen.
Ein Gebetbuch für den Weg, Neuss 2005, S. 97)
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1. Lesung: Buch Rut 1, 6-22
Da brach sie mit ihren Schwiegertöchtern auf, um aus dem Grünland Moabs heimzukehren; denn sie hatte dort gehört, der Herr habe sich seines
Volkes angenommen und ihm Brot gegeben. Sie verließ zusammen mit
ihren beiden Schwiegertöchtern den Ort, wo sie sich aufgehalten hatte.
Als sie nun auf dem Heimweg in das Land Juda waren, sagte Noomi zu ihren Schwiegertöchtern: Kehrt doch beide heim zu euren Müttern! Der Herr
erweise euch Liebe, wie ihr sie den Toten und mir erwiesen habt. Der Herr
lasse jede von euch Geborgenheit finden bei einem Gatten. Damit küsste
sie beide zum Abschied; doch Orpa und Rut begannen laut zu weinen und
sagten zu ihr: Nein, wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen. Noomi sagte:
Kehrt doch um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir ziehen? Habe ich
etwa in meinem Leib noch Söhne, die eure Männer werden könnten? Kehrt
um, meine Töchter, und geht; denn ich bin zu alt, noch einem Mann zu
gehören. Selbst wenn ich dächte, ich habe noch Hoffnung, ja, wenn ich
noch diese Nacht einem Mann gehörte und gar Söhne bekäme: Wolltet ihr
warten, bis sie erwachsen sind? Wolltet ihr euch so lange abschließen und
ohne einen Mann leben? Nein, meine Töchter! Mir täte es bitter leid um
euch; denn mich hat die Hand des Herrn getroffen. Da weinten sie noch
lauter. Doch dann gab Orpa ihrer Schwiegermutter den Abschiedskuss,
während Rut nicht von ihr ließ. Noomi sagte: Du siehst, deine Schwägerin
kehrt heim zu ihrem Volk und zu ihrem Gott. Folge ihr doch! Rut antwortete: Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren. Wohin du gehst,
dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk
ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch
ich, da will ich begraben sein. Der Herr soll mir dies und das antun – nur
der Tod wird mich von dir scheiden. Als sie sah, dass Rut darauf bestand,
mit ihr zu gehen, redete sie nicht länger auf sie ein. So zogen sie miteinander bis Betlehem. Als sie in Betlehem ankamen, geriet die ganze Stadt
ihretwegen in Bewegung. Die Frauen sagten: Ist das nicht Noomi? Doch
sie erwiderte: Nennt mich nicht mehr Noomi (Liebliche), sondern Mara
(Bittere); denn viel Bitteres hat der Allmächtige mir getan. Reich bin ich
ausgezogen, aber mit leeren Händen hat der Herr mich heimkehren lassen.
Warum nennt ihr mich noch Noomi, da doch der Herr gegen mich gesprochen und der Allmächtige mir Schlimmes angetan hat? So kehrte Noomi
mit Rut, ihrer moabitischen Schwiegertochter, aus dem Grünland Moabs
heim. Zu Beginn der Gerstenernte kamen sie in Betlehem an.
Antwortgesang:
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2. Lesung: Genesis 12,1-10
Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen
werde.
2 Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen
Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.
3 Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
4 Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging
auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog.
5 Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe,
die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran
gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an.
6 Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land.
7 Der Herr erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich
dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen
Altar.
8 Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein
Zelt so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort baute er
dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.
9 Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.
10 Als über das Land eine Hungersnot kam, zog Abram nach Ägypten
hinab, um dort zu bleiben; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem
Land.
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Halleluja:
Evangelium: Matthäus 6,25-34
Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum,
dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr
etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und
der Leib wichtiger als die Kleidung?
26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht
und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt
sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine
kleine Zeitspanne verlängern?
28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die
auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem
Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch,
ihr Kleingläubigen!
31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen?
Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß,
dass ihr das alles braucht.
33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit
gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich
selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.
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Predigt
Credo: Glaubensbekenntnis
Wir glauben an Gott,
den Ursprung von allem was geschaffen ist,
die Quelle des Lebens, aus der alles fließt,
das Ziel der Schöpfung, die auf Erlösung hofft.
Wir glauben an Jesus Christus,
den Gesandten der Liebe Gottes,
von Maria geboren.
Jesus segnete die Kinder,
bewegte Frauen und Männer,
heilte Leben und überwand Grenzen.
Er wurde gekreuzigt.
In seinem Tod
hat Gott die Macht des Bösen gebrochen
und uns zur Liebe befreit.
Mitten unter uns ist Jesus Christus gegenwärtig
und ruft uns auf seinen Weg.
Wir glauben an Gottes Geist,
Weisheit von Gott,
die wirkt, wo sie will.
Sie gibt Kraft zur Versöhnung
und schenkt Hoffnung,
die auch der Tod nicht zerstört.
In der Gemeinschaft der Glaubenden
werden wir zu Schwestern und Brüdern,
die nach Gerechtigkeit suchen.
Gemeinsam erwarten wir die kommende Welt.
Aus: Beratungsstelle für Gestaltung, Leitbilder der Kirche, Gottesdienste und Materialien
Frankfurt/M.1996 Text : Erika Görke
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Fürbitten:
Vorbeter: Gott ist gerecht und barmherzig: Zukunft, Hoffnung und seinen
Frieden sagt er allen zu, die ihn suchen. Zukunft und Hoffnung hält er
besonders für jene bereit, die seiner Gerechtigkeit und Barmherzigkeit am
meisten bedürfen. Dies ermutigt uns, ihm unsere Anliegen anzuvertrauen.
Heute bitten wir besonders für die Menschen in den Krisengebieten, für
Frauen und Männer, für Kinder, Jugendliche und Alte; für Christen und
Muslime, für Gläubige anderer Religionen und für Nichtgläubige in dieser
vom Krieg gebeutelten Region.
Lektor/-in: Dein Geist der Versöhnung durchdringe alle, die Verantwortung tragen für die Entwicklung dieser Region. Er dränge sie zu Vernunft
und Kompromissbereitschaft, zu Recht und Gerechtigkeit zum Wohle aller.
– Gott, unser Vater
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns!
Lektor/-in: Dein Geist der Geschwisterlichkeit durchdringe alle, die sich
einsetzen für einen gesellschaftlichen Wandel, für Religionsfreiheit und
Demokratie. Er dränge sie, einander mit Respekt und Achtsamkeit zu
begegnen. – Gott, unser Vater
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns!
Lektor/-in: Dein Geist der Hoffnung durchdringe alle, die unter Gewalt
und Terror, unter Angst und Verzweiflung leiden. Er dränge sie, Wege der
Gewaltlosigkeit und Versöhnung zu suchen. – Gott, unser Vater
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns!
Lektor/-in: Dein Geist der Barmherzigkeit durchdringe alle, die sich für
Arme und Ausgegrenzte einsetzen. Er dränge sie, mit mutiger Solidarität
Grenzen zu durchbrechen. – Gott, unser Vater
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns!
Lektor/-in: Dein Geist, der Zukunft verspricht, durchdringe alle Gläubigen,
die wegen ihres Glaubens benachteiligt oder bedroht sind. Er dränge sie,
ihren Glauben in Wort und Tat mutig und zuversichtlich zu bezeugen. –
Gott, unser Vater
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns!
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Lektor/-in: Dein Geist der Kraft durchdringe alle, die in Syrien und im
Nahen Osten den Menschen beistehen und die Flüchtlinge betreuen. Er
dränge sie, nicht aufzuhören in ihrem Einsatz, und bewahre sie vor Resignation. – Gott, unser Vater
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns!
Lektor/-in: Dein Geist des Friedens durchdringe alle politisch Verantwortlichen in Syrien, im Nahen Osten und auf der ganzen Welt. Er dränge sie,
Wege des Friedens und der Diplomatie zu beschreiten. – Gott, unser Vater
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns!
Vorbeter: Gütiger Gott, in deinem Sohn Jesus Christus schenkst du deiner
Schöpfung, dieser Welt und uns, Zukunft, Hoffnung und Frieden. So
wollen wir diesen Glauben leben und daraus handeln. Darum bitten wir
durch Christus, unseren Erlöser und Herrn.
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Gabenbereitung:
Gabengebet:
Gott,
die Speicher der Erde können gefüllt sein mit den Gaben der Schöpfung.
Wohl dem Volk, die dieses Geschenk umsetzt: Leben für alle.
Herr, schenke der Erde, den Völkern, den Menschen diese Sehnsucht,
nach einem Leben für alle.
Schenke der Welt ein großes Bild,
das die Augen staunend macht: die Welt eine Heimat
für alle ihre Kinder.
Amen.
Präfation:
Hochgebet:
Sanktus:
Vater unser:
Friedensgebet:
Gott,
Teile unserer Erde versinken im Chaos.
Vor Gewalt, Terrorakten und Kriegen
Stehen wir oft sprachlos da.
Wir bitten dich:
Sende deinen Geist
Und eröffne Wege zum Frieden
Damit Kinder, Jugendliche und Menschen aller Altersgruppen
Frieden und Freiheit, Sicherheit und Zukunft
Miteinander und füreinander gestalten.
Amen
(nach geistliche Verbandsleitung BDKJ)
Agnus Dei:
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Kommunion:
Nach der Kommunion: Meditation
Heimat!
Was für ein Wort, was für ein Inhalt.
Sich zu Hause fühlen – auch nach
vielen Jahren der Abwesenheit.
Vertraute Straßen – vertraute Räume –
vertraute Gerüche …
Alles fühlt sich richtig an, riecht richtig,
schmeckt richtig …
Hier sind meine Wurzeln, all das hier
habe ich in mich aufgesogen.
Und doch hat sich etwas verändert:
mein Blick.
Da ist kein kindlich, naives Vertrauen
mehr, mein Blick lässt kindliche Wunder
schmelzen.
Dennoch hat all das hier mich geprägt,
hat mein Leben beeinflusst.
Ich stelle mir die Frage, was wäre, wenn
dieser Ort nicht mehr da wäre.
Und ich erkenne: Es wäre schmerzhaft –
aber meine Erinnerungen,die Prägung,
all das was mich bisher begleitet hat:
Es bleibt!
Diese Heimat in meinem Herzen kann
mir niemand nehmen,sie begleitet
mich, bis hin zu meinem letzten Atemzug.
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Schlussgebet:
Guter Gott,
Vater und Mutter,
Geist und Leben aller Völker und Kulturen:
Danke, dass du uns trägst und Leben gibst.
Belebe uns mit dem Geist Jesu,
damit wir nach seinem Beispiel
Zärtlichkeit, Gerechtigkeit, Frieden
und Hoffnung in den Herzen wachsen lassen.
Lass uns auch in Zärtlichkeit und Liebe fähig sein,
alle in die Arme zu schließen, besonders diejenigen,
die sich von uns in Glaube, Sprache, Volk und Kultur
unterscheiden.
Gib uns genügend Mut und Tapferkeit,
sodass wir mit unserem Einsatz für alles Leben
auf dieser Erde
dein Evangelium verbreiten.
Darum bitten wir
Durch Christus, unseren Herrn. Amen
(aus Lateinamerika)
Schlusslied:
Segen:
Nur der Beschenkte
kann ein schenkender Mensch sein,
nur der Getröstete
ein tröstender,
nur der Gesegnete
ein segnender.
Und was hätte unsere Welt nötiger
als schenkende, tröstende, segnende Menschen
(aus: Antje S. Naegli, Du hast mein Dunkel geteilt. Gebete an unerträglichen Tagen,
Freiburg 2001, S. 110)
Auszug:
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Zitate:
„Flüchtling ist kein Beruf.“
Handwerks--‐Präsident Hans Peter Wollseifer
Darum:
• Sprach- und Orientierungskurse
• Schneller Arbeitsmarktzugang
•Sicherer Aufenthalt für junge Asylsuchende während einer
Berufsausbildung
„Die Bereitschaft zum Ehrenamt in der
Flüchtlingsarbeit ist groß. Aktive Vereine
verzeichnen Zuwachs von 70 Prozent
in den letzten 3 Jahren“
Studie des Berliner Instituts Integrations- und
Migrationsforschung der Humboldt-Universität Berlin
„Die Europäische Union
schützt sich vor Flüchtlingen
wie vor Terroristen
und behandelt sie so.“
Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion
der Süddeutschen Zeitung
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Person, die «aus
der begründeten Furcht vor Ver
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Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten
Überzeugung sich außerhalb des Landes befind
Person, die «aus der begründeten Furcht vor
Verfolgung
wegen
den Schutz
dieses Landes
nicht in Anspruch neh
(Genfer Flüchtlingskonvention,
ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit
zu einer be- Art. 1A, Abs.2)
stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen StaatsanPerson, die «aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen
ihrer Rasse,in
Religion,
Asylsuchende
Deutschland
gehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses
Landes
nicht in
Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen
Anspruch
nehmen
kann
[…]“.
• Verfolgungsie
muss
politisch
Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit
besitzt,
und bestimmt sein
Art.[…]“.
1A, Abs.2)
den Schutz dieses Landes(Genfer
nicht inFlüchtlingskonvention,
Anspruch nehmen kann
• Einschränkung: Kein Asyl nach Einreise
(Genfer Flüchtlingskonvention, Art. 1A, Abs.2)
aus „sicheren Drittstaaten“
Asylsuchende
in Deutschland
Asylsuchende
in Deutschland
(Bundesamt für Migration und Flüchtlinge/
• •Verfolgung
musspolitisch
politisch
bestimmt
Verfolgung muss
bestimmt
sein undsein
mit staatlichen Mitteln erfolgen
Herkunftsländer Flüchtende
und mit staatlichen Mitteln erfolgen
• Einschränkung: Kein Asyl nach Einreise
• Einschränkung: Kein Asyl nach Einreise
Drittstaaten“
aus
aus„sicheren
„sicheren
Drittstaaten“
(Bundesamt
Migration und
Flüchtlinge/ Asylrecht)
(Bundesamt für Migration
undfür
Flüchtlinge/
Asylrecht)
Herkunftsländer
FlüchtendeFlüchtende
Herkunftsländer
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2014 und n
Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesell
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2014 und nach bildlicher Vorlage von Burak Korkmaz (abgebildet in:
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2014 und
Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesellschaft 6/2014), Piktogramm von The Noun Project
nach bildlicher Vorlage von Burak Korkmaz (abgebildet in:
Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesellschaft 6/2014), Piktogramm von The Noun Project
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Aufnahmeländer geflüchteter Menschen (vor 2015)
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Aufnahmeländer
geflüchteter
Menschen (vorMenschen
2015)
Aufnahmeländer
geflüchteter
(vor 2015)
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2013 und nach bildlicher Vorla
Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesellschaft 6/2014), Pik
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2013 und nach bildlicher Vorlage von Burak Korkmaz (abgebildet in:
Eigene Darstellung
nachBildung:
Angaben
von UNHCR
2013 und
Bundeszentrale
für Politische
Migration
und Gesellschaft
6/2014), Piktogramm von The Noun Project
nach bildlicher Vorlage von Burak Korkmaz (abgebildet in:
Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesellschaft 6/2014), Piktogramm von The Noun Project
Verhältnis von IDPs und Geflüchteten weltweit
Verhältnis von IDPs und Geflüchteten weltweit
IDP - Internally Displaced Person 33 Mio
Binnenvertriebene fallen nicht unter Genfer Flüchtlingskonvention.
33 Mio
17 Mio
IDMC (2014): Global Overview 2014. People internally displaced by conflict and violence
17 Mio
IDMC (2014): Global Overview 2014. People internally displaced by conflict and violence
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Binnenvertriebene
- Internally
Displaced
Persons (IDPs)
Binnenvertriebene - Internally
Displaced Persons
(IDPs)
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2014 und n
Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesell
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2013 und nach bildlicher Vorlage von Burak Korkmaz (abgebildet
Eigene Darstellung nach Angaben von UNHCR 2013 und
in: Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesellschaft 6/2014), Piktogramm von The Noun
nach
bildlicher Vorlage von Burak Korkmaz (abgebildet in:
Project
Bundeszentrale für Politische Bildung: Migration und Gesellschaft 6/2014), Piktogramm von The Noun Project
Segen
Segne – Herr
Unseren Weg
Den zurückgelegten
Und den – der noch vor mir liegt
Segne jene
Die mich und dich, ja uns begleitet haben
Und die es noch tun werden.
Segne unsere Pausen
Unsere Umwege
Und Irrwege
Segne immer wider
Unsere Aufbrüche
Und Fortschritte
Und wenn wir das Ziel erreichen
Segne unser Ankommen
So bitten wir dich lebendiger Gott,
segne alle, die heute das sind in unserem Land,
legen deinen Segen auf alle Menschenkinder.
Nach Frank Greubel
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Gute Beispiele Ortsgruppen
Hallo
Bernd Hante,
Ich antworte bezüglich der E-Mail über Anregung für Veranstaltungen.
Wir haben zusammen mit unserer Orts Initiative Spork Aktiv einen Tag
veranstaltet, wo jeder kommen konnte und sich mit den Flüchtlingen unterhalten konnte bzw sich einfach mal kennenlernen oder um zusehen wer
überhaupt hier ist. An dem Tag gab es dann Döner der von den Flüchtlingen gemacht wurde und wir haben Dosen werfen mit kleinen Preisen
angeboten. Außerdem haben wir an dem Tag auch gegen die Flüchtlinge
Fussball gespielt. Für uns war es ein Erfolg in dem Sinne, dass man einfach mal Kontakt
findet. Die Leute, die dort angekommen sind, waren bis dahin für uns
Unbekannte. Dadurch hatten viele Vorurteile und ich denke, diese wurden
dadurch sehr Gut aufgehoben. Wir würden an dieser Stelle eigentlich
weiter machen aber die Flüchtlinge, die bei uns im Saal untergebracht
waren, sind jetzt alle woanders untergekommen, so dass wir leider keinen
Kontakt mehr haben, bis auf ein Paar, die bei uns in der Umgebung eine
Wohnung gefunden haben. Jan Unland, Kassierer, KLJB Spork Holtwick
Von der Kljb Hoetmar haben wir im vergangenen Jahr mit unseren Flüchtlingskindern und einigen Eltern zusammen Plätzchen für das Erntedankfest
gebacken. Die Plätzchen haben wir dann nach der Erntedankmesse vor der
Kirche verkauft und den Erlös an den Verein “Aktiv im Ruhestand“ gespendet, welche sich um die Versorgung der Flüchtlinge gekümmert haben.
Zudem haben wir in Hoetmar einen gemeinsamen Gemüsengarten mit
den und für die Flüchtlinge angelegt. Da gibt es die natürlichen Begegnungen und es findet eine Integration mit einfachen Mittel statt. Sehr
schön! MfG
Carolin Kramer, Schriftfüherein
Hallo Herr Hante,
wir, die Landjugend Wadersloh, haben im Herbst letzten Jahres Spenden
für die Flüchtlinge bei uns in Wadersloh gesammelt.
Der Erntedankgottesdienst wurde rund um das Thema »Flüchtlinge« und
»Fremde Länder« wie z.B. Syrien gestaltet.
Die Einnahmen und Spenden haben wir durch die Minibrotaktion 2015
zusammen bekommen. Diese Aktion wurde von dem Bezirk Beckum
ausgerichtet. Nach dem Erntedankgottesdienst haben wir dann die selbst
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
gebackenen Brote für diesen Zweck verkauft. Insgesamt konnten wir den
Flüchtlingen eine Summe von 200 Euro überreichen. Diese haben sie zu
dem Zeitpunkt für die Reperatur und Instandhaltung ihrer Fahrräder genutzt. Das Fahrrad ist für sie ein sehr wichtiges Verkehrsmittel, um z.B. die
Kinder weg zu bringen, einkaufen zu gehen oder zur Arbeit zu fahren.
Im Anhang finden Sie einige Fotos. Viele Grüße,
Simone Hauptmeier
( 1. Vorsitzende der
KLJB Wadersloh)
Die KLJB Alpen-Veen hat eine coole Aktion gestartet: Sie haben eine Internetverbindung zur Flüchtlingsunterkunft gelegt. Dafür haben sie Kooperationen geworben und ein Sponsering initiert. Heute sitzen die Flüchtlinge
nicht mehr an den Orten, wo es WLAN gibt, sondern können schnell über
die sozialen Medien kommunizieren. Im Juni hatte die KLJB ein open-Air
Fest. Auch hierzu sind einige aus der Flüchtlingsunterkunft gekommen.
Bernd Hante
Hallo!
Ich möchte mich gerne im Namen der KLJB Lünten melden.
Wir haben in unserer Gruppe nichts konkretes für die Flüchtlinge allein
geplant, da diese schon sehr von der gesamten Gemeinde Lünten unterstützt wurden. Jedoch wird der Vorstand unserer KLJB am 13.08. eine
Spendenanktion für unseren Kindergarten veranstalten. Wir werden dem
Kindergarten neuen Sand spenden und dies mit Kaffee und Kuchenverkauf unterstützten. Das gesammelte Geld kommt ebenfalls dem Kindergarten zugute. Wir sind der Meinung, dass dies auch eine gute Aktion ist
der gesamten Dorfgemeinschaft etwas Gutes zu tun. Und die Flüchtlingskinder haben so auch etwas davon.
Ich hoffe, dass ich Sie durch unsere Ideen und Vorhaben ein bisschen
unterstützten konnte.
MfG Nadja Epping (1. Vorsitzende KLJB Lünten)
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Hallo Frau Markschlag, Hallo Herr Hante,
die KLJB Mettingen hatte bislang noch wenige Aktionen mit Flüchtlingen
durchgeführt, dafür haben wir in der letzten Woche einen Ferienspaß für
Dorfkinder und eine Aktion für die Kinder aus Tschernobyl gemacht.
Diese sind 4 Wochen in Deutschland, um sich von der Strahlenbelastung
zu erholen.
Vielleicht ist das ja auch ein passendes Beispiel, auch wenn es nur indirekt mit dem Thema Flüchtlinge zu tun hat.
Mit freundlichem Gruß
Michael Lange
(1.Vorsitzender KLJB Mettingen)
In unserem Ort wohnen 6 junge Männer aus Eritrea im Alter von 20 - 24
Jahren. Wir von der KLJB Alverskirchen haben in diesem Jahr bei unserer
Tannenbaumaktion unter anderem Spenden für diese Flüchtlinge gesammelt. Von dem gesammelten Geld haben wir uns vorgenommen, den
Jungs auch einen Internetanschluss ins Haus zu legen, was sich allerdings
als schwierig herausgestellt hat, aber wir arbeiten noch daran, ihnen den
Zugang zu ermöglichen.
Es steht noch eine gemeinsame Aktion extra für die Flüchtlinge in Arbeit.
Zudem haben wir ihnen ein aktuelles Programmheft gegeben, damit sie
selbst entscheiden können, wann sie an einer Aktion teilnehmen möchten.
Die Flüchtlinge waren bereits auf mehreren Aktionen dabei und wurden
von unserer Ortsgruppe gut aufgenommen.
Uns als Landjugend ist es allerdings wichtig, sich nicht aufzudrängen bzw.
die Flüchtlinge nicht zu irgendwelchen Aktionen zu »zwingen«, deshalb
laden wir sie persönlich vor Aktionen nochmal ein und erklären ihnen,
was sie erwarten wird. Danach können sie selbstständig entscheiden, ob
sie Lust auf die Aktion haben oder nicht.
Wir geben uns trotzdem große Mühe, sie in unsere Gemeinschaft zu integrieren.
Mit freundlichen Grüßen
Sophia Hülsmann
(für die KLJB Alverskirchen)
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Kostproben
Syrische Rezepte
Nudelauflauf syrisch
Zutaten
400 g Nudeln (Spaghetti)
400 g Gehacktes vom Rind
1 Zwiebel(n)
500 ml Tomatensaft
200 g Haselnüsse, gemahlene
50 g Käse, geriebener
1 EL Zimt
Salz und Pfeffer
Curry
Gewürz(e) nach Geschmack
Zubereitung
Zwiebeln würfeln und anbraten,
Gehacktes dazu geben und mit Salz
und Pfeffer anraten. Mit Tomatensaft
löschen und die Haselnüsse unterrühren. Mit 1-2 (oder mehr) El Zimt, Curry
und was gerade so da ist abschmecken.
Nudeln wie gewohnt kochen. Nudeln
und Soße schichtweise in eine Auflaufform geben, mit Käse bestreuen und
ca. 40 min bei 200°C in den Backofen
(E-Herd). Salat nach belieben oder Brot
dazu. Guten Appetit.
Fladenbrot nach syrischer Art mit Lamm
Zutaten
400 g Pizzateig
1 TL Olivenöl
400 g Lammfleisch, geschnetzelt
2 EL Pinienkerne, geröstet
2 Paprikaschote(n), rote
2 Zwiebel(n)
1 Dose Tomate(n),
300 g Joghurt (Sahne-)
2 EL Zitronensaft
Salz und Pfeffer, aus der Mühle
2 EL Basilikum, gehackt
1 Prise(n) Zimt, gemahlener
1 TL Paprikapulver, rosenscharf
2 EL Olivenöl
22
Zubereitung
Den Pizzateig in 4 gleichgroße Stücke
teilen, zu ovalen Fladen ausrollen und
mit Olivenöl einpinseln. Im Ofen bei
200°C ca. 10-12 min. backen. Den
Joghurt mit Salz, Pfeffer, Zitrone und
Basilikum verrühren. Das Lammfleisch in
einer Pfanne mit 1 El Olivenöl rundum
braun anbraten und beiseite stellen.
Die Zwiebel und den Paprika in Streifen
schneiden und ebenfalls in Öl anbraten,
das Fleisch wieder dazugeben, ebenso
die Dosentomaten. Mit Salz, Pfeffer,
Zimt und Paprikapulver würzen und
mit dem gehackten Basilikum und den
gerösteten Pinienkernen bestreuen.
Fladen und Lammfleisch getrennt
servieren
ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Willkommen in Österreich?
Ich bin mit meinen vier Kindern und einem Enkelkind, das noch ein Baby
war, teilweise mit Schleppern, teilweise zu Fuß nach Österreich gekommen.
Einmal haben wir uns im dunklen Wald verirrt und ich war verzweifelt. Wir
waren 24 Stunden unterwegs gewesen, es war schon dunkel und es hat geregnet. Ich hatte Angst. Die letzte Strecke von der Slowakei bis an die österreichische Grenze mussten wir auch zu Fuß zurücklegen: Wir versteckten uns
immer wieder in Maisfeldern. Wenn ich gewusst hätte, wie schwer es würde,
hätte ich die Flucht vielleicht gar nicht gewagt. Aber da wir in meinem
Heimatland und dann im ersten Land, in das wir geflohen waren, verfolgt
wurden, blieb mir keine andere Wahl. Nun musste ich als alleinerziehende
Mutter, deren Mann getötet worden war, alles ganz selbständig entscheiden
und die Verantwortung für uns fünf Personen ganz allein übernehmen.
Als wir auf österreichischem Gebiet ankamen und uns die Zollmänner erwischten, hatte ich große Angst. Deutsch, diese Sprache hat mich an alte
Kriegsfilme erinnert. Ich konnte nur drei Wörter: „Guten Morgen! Guten
Tag! Hände hoch!“ Deshalb war ich erleichtert, als sie freundlich zu uns waren, uns warme Decken, Kaffee und etwas zu essen brachten, um uns dann
zu einer Polizeistation zu fahren. Wir waren dann einen Tag im Gefängnis
und wurden anschließend in einer Pension in einem kleinen Ort untergebracht. Das war für mich ein Schock. Erst dann wurde mir bewusst, dass ich
keinen Menschen kenne und mich überhaupt nicht verständigen kann.
Aus: Willkommen in Österreich? 40 Texte von Flüchtlingen. Regine Kappeler, 2012
Eine Asylantin
Eine Asylantin.
Hier ist sie nicht geboren.
Unsere Sprache versteht sie nicht.
Gearbeitet hat sie ohne Papiere.
Gewohnt hat sie wechselnd
bei einer Freundin
in einem Container.
Sie würde gern anfangen
zu arbeiten
hier bei uns.
Ihr Name ist Hoffnung,
hier kennt sie niemand.
D. Sölle, in: Träume mich, Gott.
Geistliche Texte mit politischen Fragen,
Wuppertal 1995.
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Ablauf eines Wortgottesdienstes
Element
Erklärung
Eröffnung
Einzug – Gesang zu Eröffnung
Kreuzzeichen
Liturgischer Gruß
zum Beispiel „Der Name des Herrn sei gepriesen“ –
„Von nun an bis in Ewigkeit“
Einführung
Christusrufe (Kyrielitanei)
Eröffnungsgebet
vgl. Kyrie in der Eucharistiefeier
ist mit dem Tagesgebet in der Eucharistiefeier
identisch; oder wird passend zu den folgenden
Schriftlesungen ausgewählt
Verkündigung des Wortes Gottes
Erste Lesung
Psalm
Zweite Lesung
Ruf vor dem Evangelium
Evangelium
Auslegung und Deutung
Stille
Auswahl der Texte entspricht denen
der Eucharistiefeier
Antwort der Gemeinde
Eines der rechts genannten Elemente
Friedenszeichen
Kollekte (=Sammlung der Gaben)
Sonn- (Fest)täglicher Lobpreis
Hymnus
Fürbitten (Allgemeines Gebet)
Vater unser
Loblied / Danklied
a) Glaubensbekenntnis
b) Predigtlied
c) Taufgedächtnis
d) Partizipation der Mitfeiernden
e) Segnungen, die zum Tag gehören
= Friedensgruß in der Eucharistiefeier
sieben verschiedene Formen zur Auswahl,
ähnlich dem Hochgebet der Eucharistiefeier enthält
dieser Lobpreis anamnetische, bittende Elemente
identisch mit dem Gloria der Eucharistiefeier,
im Advent und in der österlichen Bußzeit
stattdessen „Dir gebührt unser Lob“
Abschluss
(ggf Mitteilungen)
Segensbitte
Entlassung
ggf. Abendlied / Morgenlied / Marienlied
Auszug
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Gehet hin in Frieden
ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Ablauf einer Eucharistiefeier
LiturgischesElement
Gesang
Variationsmöglichkeiten,
Ordinarium / Proprium
sonstige Anmerkungen
Eröffnung
Einzug mit Begrüßung des Altares Gesang zum Einzug
ein anderer Gesang,
Instrumentalspiel oder Schweigen
Kreuzzeichen
Liturgischer Gruß
(„Der Herr sei mit euch“)
anschließend ggf. eine Einführung
in die Feier; wie bei jeder Begegnung
ist hier der Raum, die Mitfeiernden
hineinzunehmen in den Gottesdienst
und das Thema des Gottesdienstes
anzureißen. Hier sind auf kreative
Elemente möglich.
Bußakt oder Taufgedächtnis
drei Formen für den Bußakt zur Auswahl;
kann auch mit Kyrie verbunden werden
Kyrie
textliche Erweiterung möglich
Gloria
ein anderer, passender Gesang
Tagesgebet
Liturgie des Wortes („Wortgottesdienst“)
1. Lesung
Antwortpsalm
rundet die Gedanken der Eröffnung ab
aus dem Alten Testament
Psalm und Vers, oder ein Lied ein anderer Psalm oder ein anderer
Gesang, Instrumentalspiel oder
Schweigen
2. Lesung
aus dem Neuen Testament
Halleluja mit Vers
ein anderer Gesang, kann auch entfallen
Credo
ein anderer, passender Gesang
Evangelium
Homilie (Predigt)
Allgemeines Gebet („Fürbitten“)
kann im Rahmen einer bestimmten
Struktur frei gestaltet werden
Eucharistische Liturgie („Eucharistiefeier“)
Gabenbereitung
Gesang zur Gabenbereitung
gedanklich schließt der Gesang an den
Inhalten des Gottesdienstes an
Gabengebet
folgt dem roten Faden des
Gottesdienstes
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ARBEITSHILFE ERNTEDANK
Eucharistisches Hochgebet
Präfation
Lobpreis
Sanktus
Hochgebet
Erinnerung an die
Mahlworte Jesus
Gebet des Herrn
Friedensgebet und Friedensgruß
Brotbrechung
Agnus Dei
Kommunion
Gesang zur Kommunion
oder Schweigen
Schlussgebet
immer verknüpft mit einem der
Hochgebete
hier gibt es mehrere zur Auswahl
„Vater unser“
ein anderer, passender Gesang;
anschließend kurze Kommunionsvorbereitungsgebete
ein anderer Gesang, Instrumentalspiel
folgt dem roten Faden und rundet
die Kommunion ab
Abschluss
(ggf. Mitteilungen)
Segen
Entlassung
Auszug
Lied
Es gibt viele schöne Segensgebete,
die hier eingesetzt werden können.
Gehet hin in Frieden, in der Osterzeit
schließt sich ein Halleluja an
Gesang, Instrumentalspiel
oder Schweigen
aus: LiboriusOlaf Lumma; Crashkurs Liturgie. Eine kurze Einführung in den katholischen Gottesdienst.
© Verlag Friedrich Pustet. Regenburg, 2010, überarbeitet
INFO zur Wortgottesdienstes: Orationen sind Gebete der ganzen Gemeinde bzw. Kirche (= Tagesgebet, Gabengebet und Schlussgebet). Sie bestehen aus einer Gebetseinladung („Lasset und beten …“), stillem Einzelgebet (in der Praxis oft vernachlässigt) und einem
zusammenfassenden Gebet des/der Vorstehenden , (sog. Collecta), das durch das „Amen“ der Gemeinde bestätigt wird. Für die Collecta
gibt es verschiedene Fassungen im Messbuch, die je nach Anlass ausgewählt werden können. In den Wortgottesdiensten haben wir darüber hinaus die Möglichkeit, neuere Gebete einzusetzen. Sie haben eine feste Struktur, da sie den Glauben der ganzen Kirche ausdrücken.
Sie rufen zunächst Gott an („Anaklese“) und vergegenwärtigen und erinnern Gottes Wirken, Handeln oder Eigenschaften für das hier
und jetzt („Anamnese“). Dann wird eine Bitte formuliert und schließlich mit einer Verherrlichung bzw. Ehrerweisung („Doxologie“)
abgeschlossen. In komplexerer Form finden sich diese Elemente auch in den Hochgebeten wieder.
Die Wortgottesfeiern können von Laien geleitet werden; sie geben viele Freiräume in der Gestaltung der Liturgie.
Die Wortgottesfeier am Sonntag kann in Ausnahmefällen mit einer Kommunionsfeier gestaltet werden. Der Empfang von Leib und Blut
Christi sollte allerdings nicht vom Hochgebet gelöst werden.
INFO zur Eucharistiefeier: Spalte 1 und 2 der Tabelle sind für einen vollständigen Ablauf zusammenzulesen. Ein Danklied kann,
muss aber nicht auf die Kommunion folgen und fehlt deshalb in der Tabelle. Ordinarium = gleichbleibende Teile des Gottesdienstes.
Diese Teile können durch passende Gesänge ersetzt werden. Proprium = je nach Anlass sich ändernde Teile des Gottesdienstes. Das
Sanctus („Heilig“) ist ein Teil des Hochgebets. Es folgt auf die Präfation. Es zitiert Jes 6,3. Oft wird es in heutigen Gottesdiensten durch
ein Sanctuslied ersetzt.
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