Allgemeines

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Frauenmahl Radebeul am 12. August 2016 in Schloss Wackerbarth
Satt werden an Leib und Seele – Die Welt an meinem Küchentisch
Reformationsdekade 2016: Reformation und die Eine Welt
Im Rahmen der Lutherdekade finden zahlreiche Veranstaltungen zum 500. Reformationsjubiläum
statt. 2016 steht unter dem Jahresmotto „Reformation und die Eine Welt“. Reformation ist kein
abgeschlossener Prozess, sondern bedeutet Veränderungen, kirchlich und gesellschaftlich. Es ist eine
Bildungsbewegung im weitesten Sinne. Viele Veranstaltungen erinnern an das Wirken der
Reformatoren, die Perspektive von Frauen kommt wenig in den Blick. Aus diesem Grund veranstalten
wir in Sachsen Frauenmahle. In gut lutherischer Tradition werden Tischreden gehalten, aber anders
als vor 500 Jahren, kommen Frauen zu Wort. In Radebeul ist ein Frauenmahl in Schloss Wackerbarth
am 12. August 2016 geplant. Der Titel der Veranstaltung lautet „Satt werden an Leib und Seele – Die
Welt an meinem Küchentisch“.
Der Zusammenhang zwischen Leib und Seele, die Verschmelzung von Sinnlichkeit und
Denkprozessen findet oft in der Küche statt. Die Gespräche am Küchentisch, das Improvisieren bei
manch fehlender Zutat, die Internationalität der Rezepte und die Verschiedenheit der Gerüche und
Farben machen die Küche zum perfekten Lernort. Von der Suppenküche bis zur Sternegastronomie –
Menschen treffen sich in Küchen. Zu Unrecht wird die Küche als Ort der Unterdrückung abgewertet,
als Frauenort, fern von Politik und den wichtige Dingen des Lebens. Spannende Gespräche,
Konfliktschlichtung und ja, auch Weisheit, kann in der Küche erlebt werden. Auch in der Theologie
bedarf es einer Theologie der Dinge, die uns umgeben.
Das Frauenmahl gibt verschiedene Perspektiven als Diskussionsthema: Der Blick auf das Haushalten
im internationalen Rahmen zeigt Chancen und Grenzen unseres heutigen Wirtschaftens. Ursachen
von Armutsmigration und das Wachsen der Schere von Arm und Reich, aber auch die Chancen der
Globalisierung beleuchtet der erste Impuls.
Die Biokiste steht hoch im Kurs- aber macht eine rote Rübe wirklich froh angesichts der herrlichen
Südfrüchte im Regal? Regionale Projekte unterstützen, ohne in neue Ideologien zu verfallen, ist ein
zweiter Denkimpuls. Auch über die immer ausgefeilten Ernährungsstile, die kaum mehr
Gemeinschaft zulassen, wird es einen Impuls (Der Egoismus des Essens) geben.
Der Zusammenhang von Leib und Seele wird in der Theologie (wieder)entdeckt. Beide müssen satt
werden, der Mensch lebt nicht von Brot allein, aber „unser täglich Brot“ brauchen die Menschen in
jeder Zeit ganz materiell. Die „Theologie der Küche“ ist eine Denkrichtung lateinamerikanischer
Frauen.
1. Impulsvortrag zum internationalen Wirtschaften
(Chancen und Risiken der Globalisierung, n.n.)
2. Impulsvortrag: regionales Wirtschaften (zwischen Idyll und Inspiration, Frau Alexandra Prinzessin
zur Lippe-Weißenfeld OT Proschwitz, angefragt)
3. Impulsvortrag: Der Egoismus des Essens (Frau Pfarrerin Fischer)
4. Impulsvortrag: zur „Küchenweisheit“, Philosophie /Theologie am Küchentisch. (Frau Pfarrerin
Thiel)
Weitere Informationen unter: www.frauenmahl.de