20160702 ZOL Seite 3 Grosser Ansturm auf die

ZO/AvU
Samstag, 2. Juli 2016
Bezirk Hinwil l 3
Grosser
Ansturm auf
die Schulpflege
FISCHENTHAL Nach dem
Exodus in der Fischenthaler
Schulpflege haben die Ämter
in der Behörde wieder an
Attraktivität gewonnen: Acht
Personen kandidieren für die
drei Sitze in der Schulpflege.
Für die Ersatzwahl für drei Mit­
glieder und das Präsidium der
Schulpflege Fischenthal für den
Rest der Amtsdauer 2014 bis
2018 kandidieren insgesamt acht
Personen, wie der Gemeinderat
in einer amtlichen Publikation
schreibt. Auffällig ist, dass sich
nur ein Mann als Schulpflege­
mitglied zur Wahl gestellt hat.
Es ist Hans Lazzarotto (partei­
los) aus Fischenthal. Neben ihm
kandidieren Corinne Fust (par­
teilos) aus Gibswil, Andrea Hegi
(parteilos) aus Steg, Michaela
Oberholzer Huber (parteilos)
aus
Fischenthal,
Corinne
Schoch-Schäfli (parteilos) aus
Steg, Sonja Wildhaber (partei­
los) aus Gibswil sowie Nelly Vil­
liger (SVP) aus Steg.
Kritisiert «Hass und Rachegefühle» im Vorstand der Heimatschutzgesellschaft Grüningen: Rolf Syz hat seinen sofortigen Rücktritt als Präsident gegeben.
Fabio Meier
Ein Abgang mit Misstönen
GRÜNINGEN Nach sechs Jahren tritt Rolf Syz
als Präsident der Grüninger Heimatschutzgesellschaft
zurück. Den Rücktritt begründet er mit fehlendem
Vertrauen seitens des Vorstands.
Jahren einmal etwas geschrie­
ben, was gewissen Leuten sauer
aufgestossen ist.» Als die Jour­
nalistin vor einiger Zeit als
­Vorstandsmitglied der Heimat­
schutzgesellschaft vorgeschla­
gen worden sei, hätten zwei
Vorstandsmitglieder bei einer
­
allfälligen Wahl mit ihrem Rück­
tritt gedroht.
Was nun aus dem Jahrheft zur
Ehrung von Emil Gehri wird, ist
noch unklar. Die Lebenspartne­
rin des Verstorbenen macht die
ganze Sache traurig. «Dieses
Hickhack um Emil Gehri, nicht
einmal drei Monate nach seinem
Tod, ist nicht sehr pietätvoll»,
sagt sie.
Rolf Syz gab an der Generalver­
sammlung der Heimatschutz­
gesellschaft Grüningen (HSG)
vergangenen Freitag per sofort
seinen Rücktritt bekannt. Der
Vorstand sei ihm in den Rücken
gefallen, sagt Syz auf Anfrage.
Dem Zerwürfnis zwischen Rolf
Syz und dem Vorstand der Hei­
matschutzgesellschaft liegt ein
Streit um ein Jahrheft zu Ehren
von Emil Gehri zugrunde.
Der vor drei Monaten verstor­
bene Emil Gehri war nicht nur
langjähriger Gemeindeschreiber,
sondern auch 30 Jahre lang Prä­
sident der Heimatschutzgesell­
schaft und prägte diese wesent­
lich. Der Mann mit dem enormen
Wissen über die Geschichte von
Grüningen gab neben verschiede­
nen Publikationen wie Chroniken
und Bildbänden jedes Jahr im De­
zember ein Jahrheft heraus, das
sich historischen Gegebenheiten
von Grüningen widmete.
Bauarbeiten
in Gossau
Paranoider muss in Therapie
GOSSAU Am Montag, 4. Juli,
beginnen Bauarbeiten der kan­
tonalen Baudirektion an der
Bertschikerstrasse in Gossau.
Im Abschnitt Wihalden- bis zur
Rigistrasse werden der Fahr­
bahnbelag, die Randsteine sowie
Teile der Entwässerungsleitun­
gen erneuert, wie die Baudirek­
tion mitteilt. Die Arbeiten erfol­
gen in Etappen von jeweils rund
200 Metern Länge. Der Verkehr
wird mit einer Lichtsignalanlage
einspurig durch den Baustellen­
bereich geführt. Die Zu- und
Wegfahrt zu den Liegenschaften
ist jederzeit möglich.
Während der Bauzeit werden
die Haltestellen der Buslinien
wie gewohnt bedient. Für die ab­
schliessenden
Belagsarbeiten
muss die ganze Strecke zwischen
Wihalden- und Rigistrasse für
zwei Wochen komplett gesperrt
werden. Diese Vollsperrung fin­
det Ende September oder An­
fang Oktober statt. Die Bau­
arbeiten sollen Mitte Oktober zu
Ende sein. zo
REGION Ein paranoider
Mann hatte bei Kempten
einen 17-Jährigen mit einem
Messer attackiert. Während
das Gericht Hinwil den Täter
für 27 Monate in Haft
geschickt hatte, schob nun
das Obergericht die Strafe
zugunsten einer Therapie auf.
Streitpunkt Jahrheft
Rolf Syz und der damalige Vize­
präsident Hans Salzmann plan­
ten, zum Gedenken an den Ver­
storbenen ein Jahrheft in Auf­
trag zu geben. Syz kontaktierte
nach Rücksprache mit den Hin­
terbliebenen von Gehri eine
Journalistin, die schon mehr­
mals über Gehri berichtet hatte,
und bat sie, ein Konzept zu
­erarbeiten.
Als Syz dieses dem Vorstand
vorlegte, habe dieser zwar das
Jahrheft genehmigt, auf die
Wahl der Autorin aber ableh­
nend reagiert.
Laut Rolf Syz hegen gewisse
Vorstandsmitglieder eine per­
sönliche Antipathie gegenüber
der Journalistin. «Sie hat vor
Der Hauptvorwurf der Anklage
ging auf den 6. Februar 2015 zu­
rück. Damals fuhr der heute
32-jährige Beschuldigte aus
dem Glattal am Morgen mit der
S3 in Richtung Kempten (Wet­
zikon). Dabei traf er im ersten
Stock auf einen 17-Jährigen, den
er vom Sehen bereits kannte.
«Ich wollte, dass er mich nicht
mehr auslacht», erinnerte er
sich vor ein paar Tagen vor dem
Zürcher Obergericht an die Be­
gegnung.
In den Unterarm geschnitten
Der Mann zückte dann plötzlich
ein scharfes Fingermesser und
ging damit auf den Jugendlichen
«Das sind Interna»
«Wenn Hass und Rachegefühle
die Vorstandsentscheidungen do­
minieren und sachliche Ent­
scheide unmöglich sind, dann
ist es höchste Zeit, meinen Rück­
tritt einzureichen», sagt Syz.
Warum die besagte Journalistin
nicht in die Kränze kam, will
man beim Vorstand nicht preis­
geben. «Darüber spreche ich
nicht», sagt Susanna Jenny, Vor­
standsmitglied und Gemeinde­
präsidentin von Grüningen (par­
teilos). «Das sind Interna. Ich
kann nur sagen, dass es ein
Mehrheitsentscheid des Vor­
stands war.»
los. Als der Teenager versuchte,
die Hand des Mannes wegzu­
stossen, schnitt er ihm in den
linken Unterarm. Dann stieg der
Angreifer aus dem Zug; das stark
blutende Opfer liess er zurück.
Der Jugendliche war in der Folge
für mehrere Wochen 100 Pro­
zent arbeitsunfähig.
Die Polizei konnte den Mann
im März 2015 festnehmen, wor­
auf er 123 Tage in Untersuchungs­
haft verbrachte. Dabei kam her­
aus, dass der Täter bereits wenige
Tage vor dem Angriff in der SBahn in Zürich einen Autolenker
mit einem Messer attackiert hat­
te. Der Automobilist wurde da­
mals nicht verletzt, an seinem
Wagen entstand jedoch durch
Messerkratzer ein Schaden von
3000 Franken.
Sexsüchtiger Narzisst
Die Strafuntersuchung ergab,
dass es sich beim Beschuldigten
gemäss einem psychiatrischen
Gutachten um einen paranoiden
und sexsüchtigen Narzissten
«Wenn sachliche
Entscheide unmög­
lich sind, dann ist es
höchste Zeit für
meinen Rücktritt.»
Rolf Syz
handelte. So kam heraus, dass
sich der ledige Mann bei beiden
Messereinsätzen verfolgt ge­
fühlt hatte. Der 32-Jährige hatte
zwar eine Ausbildung als Moto­
renmechaniker, fiel danach aber
durch einen sehr sprunghaften
Lebenswandel auf. So betätigte
er sich unter anderem als Dar­
steller in Pornofilmen.
Der grundsätzlich geständige
Beschuldigte war im November
2015 vom Bezirksgericht Hinwil
wegen versuchter schwerer Kör­
perverletzung, Drohung und
Sachbeschädigung zu einer un­
bedingten Freiheitsstrafe von
27 Monaten verurteilt worden.
Das Gericht ordnete eine beglei­
tende ambulante Psychothera­
pie an.
Der Beschuldigte legte Beru­
fung ein. Er zeigte sich vor Ober­
gericht einsichtig und führte sei­
ne Straftaten auf seine psychi­
schen Störungen zurück. Er
arbeite heute als Kundenbetreu­
er und besuche regelmässig eine
Therapie. Die Verteidigung ging
Statutenwidrige Wahl?
Rolf Syz kritisiert weiter die
Wahl des neuen Präsidenten
Hans Salzmann. Er habe diesen
an der Generalversammlung
als Interimspräsidenten vorge­
schlagen, der Vorstand habe
dann aber gleich dessen Wahl
empfohlen. «Das ist statuten­
widrig. Nach Statuten hätte man
den Mitgliedern vor der General­
versammlung einen Vorschlag
machen müssen.» Syz geht nach
eigenen Aussagen ohne Bitter­
keit. «Ich finde es zwar schade
und hätte gerne noch bis nächs­
tes Jahr weitergemacht. Aber ich
kann gut damit leben.»
Annette Saloma
nur von einer einfachen Körper­
verletzung aus und verlangte
eine deutliche Strafsenkung. Zu­
dem sei die Strafe zugunsten der
angelaufenen Massnahme auf­
zuschieben, plädierte er.
Auch die Oberrichter sahen
nur eine einfache Körperverlet­
zung als erstellt an. Der Täter
habe dem Opfer einen gezielten
Schnitt versetzt, um sich Res­
pekt zu verschaffen, zeigte sich
der Vorsitzende überzeugt. Des­
halb sei nicht davon auszugehen,
dass der Angreifer eine schwere
Körperverletzung in Kauf ge­
nommen habe. Diese neue recht­
liche Würdigung führte zu einer
Strafsenkung auf 22 Monate
Freiheitsentzug, welchen die
Oberrichter zugunsten der am­
bulanten Psychotherapie auf­
schoben. Es habe keinen Sinn,
den Job des heute einsichtigen
Täters zu gefährden, befanden
sie. Ein Grossteil der Berufungs­
kosten wurde auf die Staatskasse
genommen.
Attila Szenogrady
Kampf ums Präsidium
Letztere, die als Einzige einer
politischen Partei angehört,
kandidiert auch für das Präsi­
dium der Schulpflege. Auch hier
kommt es zum Wahlkampf, denn
die bisherige Schulpflegerin Ju­
dith Rüegg (parteilos) und die
neue Kandidatin Michaela Ober­
holzer Huber wollen das Amt
ebenfalls für sich beanspruchen.
Bis zum 8. Juli können die
Wahlvorschläge zurückgezogen,
geändert oder auch neue Wahl­
vorschläge beim Fischenthaler
Gemeinderat vorgebracht wer­
den. Am 25. September wird eine
Urnenwahl stattfinden. Ein all­
fälliger zweiter Wahlgang wurde
auf den 27. November festge­
setzt. zo
Versammlung
in leerem Saal
WETZIKON Die Versammlung
der Sekundarschulgemeinde von
Wetzikon und Seegräben war
nur knapp beschlussfähig. Le­
diglich 21 Stimmbürger waren
anwesend – von über 16 000
Stimmberechtigten. Der grosse
Teil davon bestand aus Behör­
denmitgliedern der Schulpflege
und der Rechnungsprüfungs­
kommission. Da es noch verein­
zelte Stimmberechtigte gab, die
als Stimmenzähler eingesetzt
werden konnten, habe die Ver­
sammlung doch noch beschluss­
fähig gemacht. Genehmigt wur­
de die Jahresrechnung 2015 mit
den zugehörigen Sonderrech­
nungen und der Rechnung Glo­
balbudget 2015 der Berufswahl­
schule Zürcher Oberland. zo
Besucher basteln
Wasserrad
FISCHENTHAL Der Thementag
des Vereins zur Erhaltung der
Drechslerei Kleintal am Sonn­
tag, 3. Juli, steht unter dem Mot­
to: «Vom Wald zum Holzwasser­
rad». Die Besucher erfahren
Wissenswertes zum umliegen­
den Wald, können an einer Füh­
rung durch das Museum teilneh­
men und ein Holzwasserrad her­
stellen, um anschliessend dessen
Funktion gleich im Fuchsloch­
bach zu erproben. Für das Mate­
rial wird vor Ort ein kleiner Un­
kostenbeitrag erhoben. Der The­
mentag dauert von 10 bis 15 Uhr.
Weitere Infos im Internet unter
www.drechlsereimuseum.ch. zo